Treffs mit Leichtathleten

Ralf Kerkeling: Heute Chefredakteur zweier Zeitschriften – früher Sänger und Gitarrist

Kerkeling Porträt eins

Viel wußte ich bis vor kurzem von und über Ralf Kerkeling nicht. Im Jahr 2015 wechselte die Redaktion für die Zeitschrift “Leichtathletik“ und für die Laufzeitschrift „aktiv Laufen“. Nach den Chefs Christian Ermert und Norbert Hensen folgte nun Ralf Kerkeling. Beide Zeitschriften kommen weiterhin im Kölner Marken Verlag heraus, die Redaktion wurde vom Kölner Redaktionsbüro Wipperfürth übernommen und Ralf Kerkeling wurde der Chefredakteur beider Zeitschriften. Soweit das Formelle.

Aber wer ist Ralf Kerkeling?

Im September 2016 konnte ich mit ihm am Rande einer Pressekonferenz beim Berlin-Marathon sprechen. Das Gespräch war zwar kurz, aber die „Chemie“ zwischen uns stimmte sofort. Doch ich wollte mehr über ihn erfahren, und so nutzte ich unsere zweite Begegnung am 24. September 2017. Wieder war der Berlin-Marathon der Anlaß. aber diesmal nahmen wir uns beide viel Zeit zum Gespräch.

Zunächst aber verfolgten wir gemeinsam die Pressekonferenz (PK).  Ralf Kerkeling führte am Rande der PK viele Gespräche, u.a. mit  Thomas Dold, dem Manager der Hahner-Zwillinge,  mit Wilfried Raatz von German Road Races (GRR) und mit  dem enttäuschten Marathonläufer Philipp Pflieger, der bei 38 km den Lauf aufgeben mußte:

Kerkeling PK Marathon Berlin

Kerkeling PK Raatz

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Nach der Abschlußpressekonferenz des Marathons plauderten wir in der Lobby des Berliner Hotels „Interconti“ miteinander. Dort, wo ich mich früher mit Teilnehmern des ISTAF getroffen hatte. Berlin – das bringt eben immer viele Erinnerungen an früher hervor.

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Ralf Kerkeling spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Er kann dabei nicht verleugnen, daß er, wie er sagt, „ein echter Kölscher Junge“ ist. Er will es aber auch nicht verleugnen. Und wahrscheinlich sieht er es nur als kleines Manko, daß er 1970 auf der „falschen“ Rheinseite geboren wurde. Die falsche Seite, so klärt er mich auf, ist die rechte Rheinseite, die sogenannte Schäl Sick (falsche Seite). Sie heißt so, weil dort früher die Pferde, die die Lastkähne zogen, wegen der Sonne blinzeln mussten.

Kerkeling Rhein zwei Kerkeling Rhein eins

Blick auf den Kölner Dom von der Schäl Sick aus  (Fotos:  Petra Grau)

Das aber ist lange her. Und verfeindet sind beide Rheinseiten heute auch nicht, anders, als vielleicht Köln und Düsseldorf. Für Außenstehende ist solche „Feindschaft“ sowieso oft nicht zu verstehen. Ich kann mich daran erinnern, daß ich mal in Düsseldorf ein „Kölsch“ bestellt habe und dort schäl angesehen wurde, da man normalerweise „Alt“ bestellt. (Tünnes und Schäl, an diese Kölsche Originale kann ich mich auch noch erinnern).

Ralf Kerkeling besucht jedenfalls ganz normal die Schule in Köln. An die Leichtathletik wird er zunächst durch seinen Vater herangeführt. „Der war seit ewigen Zeiten Leichtathletik-Fan,“ erzählt der Sohn. „Er war 1960 schon mit 16 Jahren als Zuschauer bei den Olympischen Spielen in Rom. Aktiv war er als Läufer unterwegs, seine Bestzeit über 10 km war mit 35 Minuten nicht so schlecht. Er war ein Waldläufer im klassischen Sinne. Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß mein Vater nach der Arbeit immer in den Wald gegangen ist, um zu laufen. Und ich bin damals auch öfter mitgelaufen.“

Sportlich war Ralf Kerkeling jedenfalls, und so wählte er auch als Studienfach Sport und Deutsch auf Lehramt. (auch so eine Redewendung, an die ich mich mit meiner DDR-Vergangenheit erst gewöhnen mußte. Übersetzt heißt das: er wollte Lehrer für Sport und Deutsch werden). Genauer strebt er das Lehramt für Sonderschulen an. „Ich fand das interessanter, als „nur“ ein normaler Lehrer zu sein. Ich habe meine 18 Monate Zivildienst an einer Sonderschule für Körperbehinderte absolviert und da reifte der Berufswunsch Sonderschullehrer“. „Genau“, sagt er, um es zu bekräftigen.

Doch manchmal läuft das Leben anders als geplant. Zwar ist er recht eifrig, um seinen Sportteil an der Kölner Sporthochschule und die Deutschlektionen an der Uni in Köln zu schaffen. Aber in seinem Hinterkopf spukt noch etwas anderes: die Musik!

Kerkeling Porträt drei

„Mein Wunsch, Musiker zu werden, war zu dieser Zeit sehr, sehr groß. Musik war schon vorher ein sehr großer Bestandteil meines Lebens, aber irgendwann muß man auch mal etwas riskieren.“ Deshalb singt er bei einer damals regional bekannten Kölner Band, den „All Wayz Ultra“ (später hieß sie „China Lopez“), vor und bekommt auch den Zuschlag.“ Fortan gehört Ralf zur Band, die bei den damals in der Musikszene dominierenden Fernsehsendern MTV und Viva gezeigt und immer bekannter wird. „Unsere Musik groovte gut, d.h. man konnte gut danach tanzen.“

Nicht ganz überraschend, dass Ralf Kerkeling sein Studium Sport und Deutsch abbricht und zu Musikwissenschaften und Geschichte wechselt. Da ahnt er noch nicht, daß er später nach vielen Jahren wieder zu Sport und Deutsch (als Journalist) zurückkehren würde.

In der Band fühlt er sich schnell wohl. „Unsere Musikrichtung in den End-90ern hieß Crossover, eine Mischung aus Hip Hop und alternativer Rockmusik. Ich bin sehr viel durch ganz Deutschland getourt. Auf Festivals spielten wir schon mal vor 12.000 Zuschauern, aber auch vor 10 Leuten. So lief es finanziell nicht super, auch wenn wir ein Management hatten. Aber es war auch die Zeit, in der es der Musikbranche immer schlechter ging.“

Kerkeling China Lopez zwei

Kerkeling CHINA LOPEZ_2001

Ralf Kerkeling bei einem Festivalauftritt der Band „China Lopez“, der Nachfolgegruppe der Band „All Wayz Ultra“ (Foto: privat).

 

Und auch bei einer anderen Band, den Sickboys, spielte und sang Ralf Kerkeling:

Kerkeling Band vierKerkeling Band allein

Ralf Kerkeling (links) und die anderen drei Mitglieder der Band „Sickboy“.

( zu hören auf: https://youtu.be/o–AgH8Wrls)

 

Es wurden fünf sehr intensive Jahre.1997 habe ich angefangen, die Musik professionell zu betreiben und habe das bis 2002, also bis zu meinem 32. Lebensjahr, durchgezogen. Professionell bedeutet bei den meisten Bands auch, daß man viel unterwegs ist, viel konzentrierter sein muß, als man vielleicht denkt. Das heißt in der Regel aber auch, daß man noch einen Nebenjob haben muß, der einem das Musikmachen finanziert. Aber ich war damals sehr, sehr glücklich, und darum geht es ja auch. Ich habe dieses Künstler-Dasein sehr geschätzt, es aber auch als Luxus begriffen. Man muß dabei auch bereit sein, zu opfern. Ich bin beispielsweise in den fünf Jahren nicht in Urlaub gefahren, weil ich dafür kein Geld hatte. Ich war dafür viel In Deutschland unterwegs. Es war innerhalb der Band ein gutes Miteinander, es war sehr, sehr lustig. Wir haben uns schließlich aufgelöst, ab einem gewissen Punkt haben wir nicht mehr gemeinsam an einem Strang gezogen. Das Ding war irgendwann einfach durch. Aber: auch heute haben wir teilweise noch Kontakt, auch wenn es die Band nicht mehr gibt.“

Einen gewissen Nutzen sollten die gesammelten Kontakte der Band später dennoch bringen. Teile der Band  gründeten die kleine Firma „mindtone(heute: www.2bild.de) und Ralf Kerkeling macht sich in diesem Zusammenhang erstmals selbständig. „Wir bauten ein kleines Studio auf und produzierten dort Videos mit und für Bands. Auch schrieben wir zahlreiche Konzepte für Musik-TV-Formate“.

Es war damals aber noch nicht klar, ob aus der kleinen Firma wirklich etwas werden würde. „Heute weiß ich, daß daraus ein gutflorierendes Unternehmen geworden ist. Die alten Kollegen machen immer noch das, was wir damals angefangen haben, nur bin ich eben nicht mehr dabei.“

Denn 2001 wurde sein Sohn Can Noah geboren (später gesellte sich noch die Tochter Lucie hinzu). „Ein positiver Einschnitt im Leben, an dem es sich lohnte, über die Zukunft nachzudenken. Ich mußte mich verändern, schneller Geld verdienen. Der Aufbau der Firma dauerte zu lange. Die Alternative:  Mich Vollzeit um das Kind kümmern, es betreuen.“ So kam es dann auch: „Ich verließ die Firma und wurde für drei Jahre Hausmann. Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue. Eine sehr intensive Zeit, die mich und meinen Sohn extrem zusammengeschweißt hat.“

Die Musik ließ ihn aber weiterhin nicht los. „Ich fing nach diesen drei Jahren an, für unseren ehemaligen Live-Ton-Mann Markus Maschke zu arbeiten. Der hatte in der Zwischenzeit ein Aufnahme-Studio aufgebaut, und ich habe mich nun um die Bands gekümmert, habe die Bands produziert und …. mich in die Technik hineingearbeitet.

„Markus Maschke hat dann für den TV-Bereich für die Tonmischung einen Ü-Wagen aufgebaut und ich bin als Projektleiter mit in die Firma Recordlab eingestiegen. Wir kamen dadurch in engen Kontakt zu Künstlern und Gruppen wie: Xavier Naidoo, die Scorpions, Söhne Mannheims, Sascha, Peter Maffay, und, und und … Wir sind mit denen getourt und haben deren Musik aufgenommen. Zu dieser Zeit gab es die Firma Concert Online in Köln, die ein zuschauerfreundliches Konzept entwickelt hatte, was den Leuten ermöglichte, direkt nach dem Konzert einen USB-Stick ihres gerade gesehenen Konzertes zu kaufen, praktisch mit ihrem Live-Erlebnis. Wir waren quasi als Dienstleister mit dem rollenden Studio dabei.“ Und somit war Ralf Kerkeling wieder bei der Musik gelandet, allerdings nun auf der anderen Seite. „Das habe ich sieben Jahre lang gemacht. Neben den Kontakten zu vielen bekannten Leuten aus der Musikszene waren auch besondere Sachen dabei. Beispielsweise haben wir gemeinsam mit einem internationalen Team, – ich war dort Produktionsleiter-, ein armenisches Orchester aufgenommen und sind dazu nach Syrien gereist, noch vor dem Krieg. Wir haben das Orchester begleitet und sind mit ihm auch in den Libanon gereist, waren damals für die gesamte technische Seite inklusive des Personals der Produktion verantwortlich, jobtechnisch eine tolle Sache.

Ich bin also damals ganz schön herumgekommen …“.

Aber wie das so ist im Leben, kommt es manchmal anders als man denkt und hofft. „Es war eine spannende Zeit, aber leider ging der Firma das Geld aus, Personal mußte gespart werden, und es betraf leider auch mich. Nun mußte ich neu nachdenken, denn in der Arbeitslosigkeit wollte ich auch nicht landen.“

Und da zahlte es sich doch aus, daß er lange Zeit nicht nur der Musik gehuldigt hatte, sondern auch seine Vorlieben für das Schreiben nicht vergessen hatte. „Das Schreiben ist immer auch ein Teil meiner Arbeit in der Musik gewesen, denn wenn man Musiker ist, schreibt man oft auch die Texte. Allerdings ist das komplett etwas anderes, als eine Reportage, einen Erlebnisbericht oder ein Porträt zu schreiben.“

Die Suche nach einer neuen Arbeit begann und da half der Zufall. Ralf Kerkeling war seit längerem mit Norbert Hensen befreundet, war mit ihm und dessen Familie auch öfters im gemeinsamen Urlaub. Und Norbert Hensen war zu dieser Zeit Redakteur der Leichtathletik und Chefredakteur von aktiv Laufen. Der zweite Zufall: Zu dieser Zeit war dort für ein Jahr eine Vertretungsstelle frei, weil eine Redakteurin ins Mütterjahr ging. „Ich habe also ein Jahr für aktiv Laufen und für die Leichtathletik gearbeitet, und bin so in den Sportjournalismus hineingerutscht“, beschreibt Ralf Kerkeling die Situation.

„ Zeitgleich habe ich mit einem Freund die Hotel-Tageszeitung „news to go“ (http://www.newstogo.info) gegründet. Auf einer DINA4-Seite, die wir digital im PDF-Format verschickten, wurden dort aktuelle Nachrichten des Tages aus Politik, internationalen Themen, Sport und Wetter komprimiert. Sechs Jahre bis zum Februar 2017 habe ich jeden Abend eine Tageszeitung für meine Kunden geschrieben.“

Sein Hauptaugenmerk aber gilt seitdem aktivLaufen und der Leichtathletik. Aber nicht nur für die Leichtathletik und für aktivLaufen schrieb er, sondern auch Pressemitteilungen für den Silvesterlauf in Trier. Berthold Mertes, selbst früher Marathonläufer, dann als Journalist bei SID tätig und über die Zwischenstation der Nationalen Dopingagentur nun im Sport beim Bonner Generalanzeiger gelandet, mischt seit langem in Trier mit. Aber da er nicht alles selbst machen konnte, bat er Ralf Kerkeling, einen Teil der Pressearbeit zu übernehmen. „Berthold hat mir wertvolle Tips gegeben, bei ihm habe ich sehr viel gelernt. Wenn wir uns heute sehen, tauschen wir uns immer noch gerne aus.“

Anders wurde es für ihn, als 2015 der Herausgeber, der Kölner Marken-Verlag, für beide Zeitungen, die Leichtathletik und aktiv Laufen, mit dem Kölner Büro Wipperfürth ein neues Redaktionsbüro wählte. „Nach einem Moment kurzer Unsicherheit und der Frage, ob ich weiterhin für die Magazine schreiben kann, habe ich dann die Zusage erhalten und konnte mitwechseln. Dort bekam ich dann die  Chance, die Magazine als Chefredakteur inhaltlich zu gestalten und dennoch als Freiberufler weiter arbeiten zu können.“

Kerkeling Zeitschrift Leichtathletik Kerkeling aktiv Laufen

 

Die Tücken des sportlichen Anfangs

Sport getrieben hat Ralf Kerkeling auch früher sehr viel. Ob es Skifahren, Basketball, Tennis oder Fußball war, er war breit aufgestellt. Mit der Leichtathletik hatte er seit seiner Jugend Berührungspunkte. Seit 2011 wurde diese Beziehung noch intensiver.

Der Schritt Richtung Chefredaktion war dann für Ralf Kerkeling ein mutiger Schritt, zumal ihm vor allem bei der Leichtathletik die Wissensfülle, die man haben muß, zumindest anfänglich Kopfzerbrechen bereitete.

„Mir war die Verantwortung völlig bewußt, aber ich habe ja auch schon früher, als es um den Einstieg in die Musikszene ging, einiges gewagt. Natürlich habe ich, haben wir, am Anfang auch Fehler gemacht. Wir als Redaktion und ich in meiner neuen Rolle sind dafür auch teilweise zu Recht kritisiert worden. Wir mußten unsere Erfahrungen sammeln. Wir haben aber auch Dinge bewußt verändert, versucht, gerade der Zeitschrift Leichtathletik neues Leben einzuhauchen. Das war nicht einfach. Aber wir haben es mittlerweile gut im Griff, und es hat sich gelohnt.“

Kerkeling London 2017

Ralf Kerkeling bei der Leichtathletik-WM 2017 in London auf der Pressetribüne

Ralf Kerkeling, der früher am liebsten 5 km oder 10 km gelaufen ist, ist dem aktiven Laufen treu geblieben. „Ich laufe bei mir zuhause in Rösrath bei Köln. Dort im Bergischen Land findet man wunderschöne Laufstrecken. Leider muß ich im Moment eine Laufpause einlegen, weil ich mich am Oberschenkel verletzt habe und es noch nicht geklärt ist, was es wirklich ist. Jetzt merke ich, daß mir etwas fehlt. Ich habe geradezu Entzugserscheinungen.“

„Früher, während meines Studiums und in der Zeit davor, bin ich nur kürzere Strecken gelaufen. Längere Strecken laufe ich erst, seitdem ich bei aktiv Laufen angefangen habe zu arbeiten. Ich kann mich gut daran erinnern, daß ich anfangs 2011 über einen Marathon in Genf (Schweiz) schreiben sollte. Da habe ich mir gedacht: Wenn ich darüber schreibe, dann würde ich auch gern mitlaufen. In der kurzen Zeit konnte ich mich zwar nicht mehr auf einen Marathon vorbereiten, aber mit meinem bisherigen Training reichte es immerhin zum Halbmarathon. Den absolvierte ich nach vier Wochen Training  in 2:24 h. Keine brillante Zeit, aber für mich zählte es angekommen zu sein. Es folgten in den Jahren danach mehrere Halbmarathons, eine Distanz, die ich mag, Hindernisläufe, wie der StrongmanRun und ein Marathon in Nizza.

Die Medaille von Nizza:

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Mein Traum wäre ein Ultramarathon, mal sehen. Mein bisher letzter Lauf war Jahr 2017 der Halbmarathon in Tel Aviv.

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Ralf Kerkeling laufenderweise vor dem Tempelberg in Jerusalem. Vorher war er für aktiv Laufen beim Marathon in Tel Aviv (Israel).   (Foto: Privat)

Ralf Kerkeling betont, daß er kein Wettkampfläufer ist. „ Dafür bin ich zu langsam. Und ich bin in diesem Sport nicht ehrgeizig genug. Für mich ist Laufen: Abschalten und genießen. Ich liebe das Laufen an sich und im Speziellen die langen Läufe in einem gemütlichen Tempo. Zwei Stunden am Rhein entlang laufen oder durch den Wald entspannt mich. Ich kann dort nachdenken oder einfach komplett den Kopf ausschalten. Am liebsten laufe ich Trails in den nahen Wäldern und nicht in den Städten. Allerdings nutze ich bei meinen Reisen immer die Möglichkeit, eine Stadt oder eine Gegend laufend zu erkunden. Und ich reise gerne.“

Premiere beim Strong Run am Nürburgring

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Ralf Kerkeling (links) mit seinem besten Kumpel Frank am Nürburgring vor dem StrongmanRun (Foto: privat)

„Ich schreibe gern über Sachen, die ich selbst erlebt habe, wo ich vor Ort dabei war. Und ich versuche zu verstehen, wohin das Laufen gehen wird. Eine Tendenz beim Laufen ist, daß es für viele nicht unbedingt der Wettkampf sein muß, sondern vor allem, daß es Spaß macht. Zu den Spaßläufen kommen viele Teilnehmer, und eine Form dieser Spaßläufe ist der Hindernislauf. Nicht im klassischen Sinne auf der Bahn, sondern über andere Hindernisse im Gelände. Ich habe 2016 bei meiner Premiere beim StrongmanRun am Nürburgring besonders das Gemeinschaftsgefühl genossen. Wir waren vier Kollegen, haben zusammen im Vorfeld oft in der Mittagspause trainiert und uns dann bei den Hindernissen gegenseitig geholfen.“ (mehr zum StrongmanRun unter: https://www.strongmanrun.de/runs/nuerburgring/

Seine sportlichen Voraussetzungen kann Ralf Kerkeling sicher am besten einschätzen: „Ich entspreche nicht dem normalen Läufertypus, bin nicht ganz so drahtig und schlank, wie der austrainierte Marathonläufer. Früher entsprach ich eher dem idealen Läuferbild. Aber das „wilde Leben“ als Musiker und einige Lebensumstände danach haben leider dazu geführt, daß ich weniger zum Sporttreiben kam. Sagen wir es so: Iich arbeite an meinem Idealgewicht (grinst).“

Vielseitige journalistische Aktivitäten

Besucht man seine Homepage http://www.ralf-kerkeling.de  erfährt man, was und für wenn er gegenwärtig außer für die beiden Magazinen noch arbeitet und gearbeitet hat. „Ich bin Freiberufler und muß mich darum kümmern, mehrere Auftraggeber zu haben“, nennt er den Grund. „Gern bin ich zudem auf mehreren „Baustellen“ tätig, um neue Eindrücke zu bekommen und nicht einseitig zu bleiben, Neues zu lernen. Das treibt mich auch an.“

Und auf dieser Homepage hat er seinen Weg von der Musik in den Journalismus nochmals kurz und knapp so zusammengefaßt:

„Über die Untiefen der Musik- und TV-Branche landete ich 2011 bei der „Schreiberei“. Die Gitarre wurde gegen den Stift, der Reiseschreibtisch beim TV gegen einen Laptop mit festem Tisch zu Hause getauscht. Erzeugte bei mir lange Zeit das Schreiben eines Songs tiefe Befriedigung, gelingt mir dies heute durch das Aneinanderfügen von Worten. Das Schreiben und Konzipieren von guten Inhalten ist zum Beruf geworden.“

Zwei Bücher als Co-Autor mitgeschrieben

Im Gespräch fügt er noch hinzu: „Ich bin in der Schreiberei total angekommen fühle mich dem sehr verbunden. Auch das Thema Laufen ist bei mir sehr groß und sehr wichtig. Deswegen habe ich ja auch die beiden Bücher mit Rafael Fuchsgruber mit sehr viel Herzblut konzipiert und als Co-Autor mit geschrieben. Die Bücher heißen „Running wild“ und „Passion Laufen“.

Kerkeling Running Wild Kerkeling Passion Laufen

Running wild“ ist eine Biografie, „Passion Laufen“ ist ein besonderes Trainings- und Motivationsbuch, an dem sich auch Sportler wie Jan Fitschen  beteiligt und ihre Sicht der Dinge beigesteuert haben.

https://www.delius-klasing.de/running-wild-10152?number=DK-10152

https://www.delius-klasing.de/passion-laufen-11050

Nach  zwei Stunden war unser Gespräch in der Lobby des Berliner Hotels „Interconti“ beendet. Es wird bestimmt nicht das letzte Gespräch gewesen sein. Ob in Köln, wo einer meiner Töchter wohnt, die auch ab und an besucht werden möchte, oder aber wieder in Berlin am Rande des Marathons oder anderer Laufveranstaltungen oder zur Europameisterschaft der Leichtathleten im August 2018 im Berliner Olympiastadion, die Gelegenheiten werden kommen. Und ich bin gespannt, was mir Ralf dann Neues erzählen kann.

Peter Grau

 

 

Ronny Ostwald: Schneller Sprinter und wachsamer Polizist

Ronny Ostwald Porträt sieben

Ronny Ostwald gehörte vor rund 15 Jahren zu den schnellsten deutschen Sprintern. Das Kraftpaket aus Berlin war zwar erst mit 24 Jahren in die Leichtathletik eingestiegen, steigerte sich aber dann schnell bis zu einer Bestzeit von 10,22 s.  2004 und 2006 holte er sich die deutschen Meistertitel über 100 m, 2004 und 2008 schaffte er die Nominierung für die Staffel bei den Olympischen Spielen. Schon zuvor, im Jahr 2002, hatte er bei der EM in München mit der Staffel den vierten Rang belegt. Weil später der Brite Dwain Chambers wegen Dopings disqualifizierte wurde, rückte die deutsche Staffel auf den Bronzerang vor. 2009 riß er sich die Achillessehne und  mußte seine sportliche Laufbahn beenden. Seitdem ist er als Polizeiobermeister tätig, zunächst mit dem Standort  in Berlin und nun in Stendal.

Ronny Ostwald mag die ländliche Idylle

Ronny Ostwald Porträt fünf

Beim Besuch in Gollenberg, einer kleinen Gemeinde 40 km westlich von Neuruppin in Brandenburg,  empfangen mich Ronny Ostwald und seine Frau Korinna im großen Zimmer ihres Hauses, das mit dem Kamin eine anheimelnde  Atmosphäre verströmt. Der Clou aber ist der Ausblick. Direkt vor dem Fenster  tummeln sich drei Pferde (ein Friese, ein Tinker und eine braune Warmblutstute) auf  der kleinen privaten Koppel.  Und gleich am Eingang haben mich die beiden Hunde der Familie, ein Bernersennen und ein ganz junger Leonberger-Mix begrüßt.

Hier ist Ronny Ostwald praktisch zurück zu seinen Wurzeln gekehrt. Zwar hat er sich während seiner aktiven Leichtathlet-Zeit in Berlin und seit 2002  in Wattenscheid zum Stadtmenschen entwickelt, aber er spricht auch immer gern über seine Herkunft.

Geboren wurde er am 7. April 1974 in der kleinen Gemeinde  Beeskow,  80 km südöstlich von Berlin und etwa 30 km südwestlich von Frankfurt (Oder). In Görzig, einen Angerdorf mit landwirtschaftlichem Charakter, ging er bis zur 10. Klasse auf die Schule (bis 1990) und anschließend durchlief er in Beeskow eine dreijährige Maurerlehre (bis 1993).

Danach absolvierte er als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr seinen einjährigen Grundwehrdienst. „ Zehn Sprünge stehen auf meinem Konto“. Auf die Frage, ob er mutig gewesen sei, antwortet er: „Ja. Ich hatte schon immer gern einen Adrenalinkick“. Doch damals war an den „Kick“, den ein 100-m-Lauf auf der Tartanbahn mit sich bringt, noch nicht zu denken. Vielmehr bewarb er sich zunächst beim Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei). „ Ich wollte nochmal etwas Neues ausprobieren, hatte keine Lust, mein Leben lang auf dem Bau als Maurer zu arbeiten, auch wenn mir die Arbeit Spaß gemacht hat“. Deshalb also ging er 1995 zur Polizei und durchlief dort dann die normale Ausbildung. 1998 war er fertig, durfte sich Polizeimeister nennen und verrichtete nun den normalen Polizeidienst in einer Einsatzhundertschaft. „ Wir begleiteten Demonstrationen, Fußballfans – es war aufregend und abwechslungsreich und machte Spaß. Ich war viel mit jungen Leuten zusammen, und wir haben gemeinsam bestimmte Situationen gemeistert, die oft nicht ungefährlich waren.“  Ob ihm seine Statur (1,80 m Größe und ca. 85 kg Gewicht) dabei geholfen habe, möchte ich wissen.  „Sicherlich und auch mein Selbstbewußtsein, das ich schon immer hatte“, lautet die Antwort.

Vom Fußball-Libero zum schnellen 100-m-Sprinter

Und sportlich? Bis zum Herbst 1998 jagte Ronny Ostwald beim Sportverein Eiche Groß Rietz, einem Ort zwischen Fürstenwalde und Beeskow, dem runden Leder als Libero hinterher. Irgendwie war das so ähnlich wie beim Erfurter Nils Schumann, der auch einst ein befähigter Amateur-Fußballer war, ehe er zur Leichtathletik wechselte und 800-m-Olympiasieger wurde.

Der Hauptunterschied zwischen beiden war, daß Ronny Ostwald erst viel später als Schumann den Weg auf die Laufbahn fand. Ostwald nahm an den internen Polizeimeisterschaften teil und lief ohne Training auf Anhieb 11,31s über 100 m. Und weil seine Chefs am Standort Blumberg meinten, daß er mit regelmäßigem Training  wesentlich schneller werden könnte, durfte er sich einen Verein suchen.  Er fand ihn im Herbst 1998 im Sportforum Hohenschönhausen mit dem SC Berlin. Sein erster Trainer Bernd Scheermesser war zwar anfangs skeptisch wegen seines „hohen“ Alters von 24 Jahren, aber versuchen wollte er es trotzdem mit ihm. Und Ronny Ostwald dankte es ihm mit Leistungen.  1999 holte er sich bei den Berliner Landesmeisterschaften seinen ersten „kleinen“ Titel. Zwar war die Zeit von 10,52 s noch nicht berauschend, aber der Einstieg war geschafft. „Neun Monate später war ich schon bei 10,44 s angekommen, bei nur zweimal Training pro Woche“, erinnert sich Ronny Ostwald.

Es folgte der Wechsel  in die Trainingsgruppe von Uwe Hakus. „Dort war ich der einzige „normale“ Sprinter unter vielen Hürdensprintern, wie etwa Mike Fenner und Florian Schwarthoff. Aber ich brauchte diese Konkurrenz, das spornte mich an“. Und das nun regelmäßige Training trug schnell Früchte. Im Jahr 2000 war Ronny Ostwald schon bei 10,30 s angekommen, die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Sydney schien möglich. Doch dann schlug die Verletzungshexe zu, mußte er die Saison beenden. Dieses Verletzungspech begleitete den kräftigen Sprinter leider die nächsten Jahre. „ Ein Grund dafür war, daß ich einen hohen Muskeltonus hatte, sprich, eine sehr feste Muskulatur. Ich war ziemlich unbeweglich und steif. Besonders an der Rückseite der Oberschenkel verletzte ich mich oft.“

Als sich der SC Berlin mit der LG Nike Berlin zusammenschloß, gab es für Ronny Ostwald Probleme: „ Ich bekam die bereits ausgehandelten Gelder nicht und nutzte deshalb die Chance, nach Wattenscheid zu wechseln. Dort blieb ich dann – abgesehen von  einem einjährigen Abstecher beim ASV Köln -, ehe ich meine sportliche Laufbahn wegen einer Verletzung beenden mußte.“

Verletzt war er also oft, aber trotzdem konnte sich immer wieder in der  deutschen Sprintspitze etablieren. „In meinen 10 Jahren Leistungssport hatte ich über 20 Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft, dabei zweimal bei Olympia. Dabei ging es mir wie den anderen Sprintern vor allem immer darum, mich für die Sprintstaffeln zu qualifizieren, denn im Einzelrennen war die internationale Konkurrenz doch fast übermächtig“.

Ronny Ostwald Staffel Unger

In den Staffeln fühlte sich Ronny Ostwald in seinem Element. Hier bei der Stabübergabe an Tobias Unger (Foto: gettyimages; Javier Sopiano / 51226908; aus Leichtatletik Nr. 40/2017)

 

Bei den Europameisterschaften 2002 in München stand er kurz vor dem ersten Medaillengewinn. Als Startläufer verfehlte er gemeinsam mit Marc Blume, Alexander Kosenkow und Christian Schacht in 38,88 s als Vierter Bronze nur knapp. Um so ärgerlicher, daß später der Brite Dwain Chambers wegen Dopings disqualifiziert wurde, seine Staffel damit ebenfalls und die Deutschen auf den Bronzerang vorrückten. „Leider habe ich die Medaille dafür bis heute noch nicht erhalten. Ich würde sie mir sehr gern an die Wand hängen“.

2004 war sein bestes Jahr

Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris kam Ostwald mit der deutschen Staffel (Tobias Unger, Marc Blume, Alexander Kosenkow, Ronny Ostwald) bis ins Halbfinale. Auch das Finale war möglich. „ Aber wir mußten etwas riskieren. Und als Kosenkow anrauschte, um mir den Stab zu übergeben, war ich zu schnell weg und trotz abbremsens außerhalb der Wechselzone.“

Ronny Ostwald hatte sich 2004 an die Spitze der deutschen Sprinter gekämpft und auch mit seiner Bestzeit von 10,22 s den deutschen Meistertitel errungen. So war es keine Überraschung, daß er für die 4×100-Staffel für die Olympischen Spiele in Athen nominiert wurde. Diese Staffel verfehlte in der Besetzung Ronny Ostwald, Tobias Unger, Alexander Kosenkow  und Till Helmke als Neunter  den Einzug ins Finale nur knapp.

2004 war überhaupt Dein bestes Jahr,“ mischt sich  Ehefrau Korinna in diesem Moment in das Gespräch ein. Warum? Nicht nur wegen der sportlichen Entwicklung, sondern auch, weil sich beide in diesem Jahr kennenlernten. Schon ein Jahr später heirateten sie. Das familiäre Glück stärkte Ronny Ostwald, auch wenn die vielen Tage und Wochen der Trennung wegen Trainingslagern und Wettkämpfen das Glück beeinträchtigten. Aber die wachsende Familie – heute dürfen die Ostwalds ihr Glück mit drei Söhnen teilen – entschädigte für vieles.

Sportlich ging es auf und ab. Während 2005 verletzungsgeprägt war, brachte 2006 wieder ein Hoch. Zunächst gewann er wieder den deutschen Meistertitel über 100 m und anschließend erfüllte er sich einen lange gehegten Wunsch: „Ich wollte in einem Einzelrennen über 100 m in einem internationalen Finale stehen. 2006 bei den Europameisterschaften in Göteborg schaffte er das, auch wenn am Ende nur ein achter Rang blieb.

Ronny Ostwald Göteborg 2006

Ronny Ostwald über 100 m im Jahr 2006 in Göteborg

(Foto: gettyimages: Jeff Haynes / 71598324)

Da konnte er es auch verschmerzen, daß es in der Staffel wieder nicht zu einer Medaille reichte. Mit Alexander Kosenkow, Marius Bröning und Sebastian Ernst führte er die Staffel als Schlußläufer auf einen fünften Rang.

Und an ein weiteres Ereignis erinnert sich Ronny Ostwald gern. Zwar war es sportlich vielleicht nicht ganz so hoch anzusiedeln, aber er ist trotzdem Stolz darauf, 2006 Europameister über 100 m bei den internationalen Polizeimeisterschaften in Prag geworden zu sein: „Schnellster Polizist Europas, das hört sich doch nicht schlecht an“, meint er lächelnd.

Während seiner gesamten Leistungssportzeit war Ronny Ostwald Polizeiangestellter. Er  mußte zwar jährlich einige Wochen Polizeidienst leisten, war aber ansonsten vom Dienst freigestellt. „ Für meine berufliche Weiterentwicklung in der Polizei brachten mir diese Jahre allerdings nichts. Als ich 2009 mir die Achillessehne riß und mit dem Sport aufhören mußte, war ich praktisch auf dem Stand von 1998. Nun saß ich zudem als 35jähriger gemeinsam mit 20jährigen in den Ausbildungsräumen oder bei Einsätzen. Das war eine schwierige Zeit für mich.“

Zwischen Knüppeltruppe und Familienidylle

Weiterhin in Blumberg am Rande von Berlin stationiert, verrichtete er seinen Dienst in einer normalen Einsatzhundertschaft. „ Am Wochenende haben wir die Fußballfans im Zug begleitet, an anderen Tagen waren wir bei Demonstrationen oder etwa 2013 beim Wahlkampf mit Angela Merkel unterwegs. Wir haben alles bewacht und beschützt und mußten manchmal auch zum Gummiknüppel greifen. Es war eine schwierige Zeit“, blickt Ronny Ostwald zurück. Und sie war noch schwieriger, weil zuhause in Gollenberg Frau und drei Kinder warteten und sich oft allein durchschlagen mußten. Schon zu dieser Zeit hatte seine Frau Korinna eine Hypnosepraxis aufgemacht, und es war für sie schwer,  alles unter einen Hut zu bekommen.

Ronny Ostwald litt so unter dieser Situation, daß er psychisch krank wurde, sich mit Magenbeschwerden herumplagte und einfach unzufrieden war. Deshalb  bemühte man sich einige Zeit um eine Versetzung an einen anderen Standort. Letztendlich wurde dem Gesuch stattgegeben und Ronny Ostwald bekam mit dem Bundespolizeirevier Stendal einen neuen Standort zugewiesen.  Nur 60 km von Gollenberg entfernt, ist damit das Familienleben endlich in geregelte Bahnen gelenkt worden. „Ich habe meinen normalen Polizeidienst, bin teils auf Streife, teils am Schreibtisch.  Vor allem muß ich nicht mehr soviel herumfahren, alles ist einfach geregelter. Wir haben unser festes Einsatzgebiet, überwachen beispielsweise die Bahnhöfe. Und ich kann endlich mal hautnah miterleben, wie sich unsere drei Söhne entwickeln.  Maxim ist inzwischen 16 Jahre, Tjark 9 Jahre und Matti 3 Jahre.

Ronny Ostwald Titelfoto Die Fünf

 

Zwischen Familie, Tieren und dem Fußball

Wenn Ronny Ostwald zuhause ist, steht natürlich an erster Stelle die Familie. Seine Frau Korinna Ostwald betreibt  in Gollenberg eine Hypnosepraxis.

Ronny Ostwald vier Hypnosepraxis

Sie bietet dort alles an, was denkbar ist:

* Gewichtsreduzierung * Rauchentwöhnung * Schmerzen * Migräne * Allergien/ Ekzeme

* Persönlichkeitscoaching * Blockadenlösung * Ängste/ Phobien * Reinkarnation/ Rückführung * Tiefenentspannung * Verspannungen * Phantasiereisen * Sportcoaching

* Leistungssteigerung * Trauerbewältigung * Prüfungsangst * Superlearning/ leichter Lernen * Zwänge * Farbtherapie * Schlafverbesserung * Wundheilung * Tinnitus

* Schmerzfreie Geburt * Schwangerschaftsübelkeit * Schnarchen * Prüfungsangst

* unerfüllter Kinderwunsch * Liebeskummer * Konzentrationsverbesserung * Burnout

* zahnärztliche Hypnose * Entscheidungshilfe * Partnerschaftsprobleme

* Veränderung unerwünschter Verhaltensmuster * Stärkung des Immunsystems *

Am häufigsten suchen Leute meine Praxis auf, die mit dem Rauchen aufhören oder Gewicht verlieren möchten“, erzählt Korinna Ostwald. „Die Praxis ist gut besucht, alles läuft ohne Werbung, also nur durch Mundpropaganda.“

(Näheres ist unter http://www.hypnosehavelland.de/     nachzulesen.)

 

Ronny Ostwald Pferde vier

Zur Familie Ostwald gehören aber natürlich auch die Tiere. Ich mag Pferde, und deshalb bin ich auch von diesen schönen, klugen Tieren angetan. Und wenn man sie so nah wie dort sieht, anfassen kann, ihnen in die Augen schauen kann, ist man noch mehr begeistert.

Ronny Ostwald zwei Pferde

Die Hauptarbeit mit den Pferden hat wie auch früher, als Ronny Ostwald wenig zuhause war, die Frau des Hauses. Sie betreut die Tiere rund um die Uhr, sorgt für den Auslauf auf der Koppel und für Ruhe im Stall.  Und sie genießt es, selbst auf den Pferden zu sitzen. „Das Dressurreiten hat mich seit langem begeistert, und wenn ich auf dem Pferd sitze, vergesse ich die kleinen Sorgen des Alltags.“

Korinna Ostwald eins

Ronny Ostwald hat sich auch schon einige Male aufs Pferd gewagt:

Ronny Ostwald auf dem Pferd

Ronny Ostwald Pferd neu

„So richtig wird das Reiten aber  wohl nie meine Passion werden. Aber ich mache mich in der Betreuung der Pferde soweit nützlich, wie ich es kann. Beim Ausmisten des Stalles kommt mir meine immer noch vorhandene Kraft zugute.“  Vor kurzem hat er eine Pferdekutsche auf ihr Grundstück geholt. „ Ich will mich bald mit dem Kutschfahren anfreunden, es lernen“.

Klappt es nicht so mit dem Reiten, funktioniert es schon eher mit den Hunden: „ Auch wenn sie groß und kräftig sind, habe ich sie gut im Griff. Nur den jungen Hund muß ich noch erziehen, er ist zwar lieb, aber noch sehr verspielt.“

 

Spielen, das ist das Stichwort für ein Hobby, das ihn irgendwie nicht losläßt. Seit langem spielt er beim Fußballverein SV Rhinow/Großdersch, anfangs noch im Sturm.

Ronny Ostwald Fußballmannschaft

Heute hält er mit seiner Spielübersicht die Abwehr zusammen.  „Wir spielen in der Kreisliga, und es ist für uns schwer, denn unsere Spieler haben natürlich einen Vollzeitjob, kommen nur wenig zum Training und auch bei den Punktspielen fällt der eine oder andere immer mal aus“. Aber Spaß macht es Ronny Ostwald nach wie vor, auch im Amateursport.

Ronny Oswald und das Meer zwei 

 Peter Grau

 

(Mehr Fotos und Texte sind auf der Homepage http://www.gratis-webserver.de/Tucase/2.html   anzuschauen und nachzulesen;

Mehr Fotos aus seiner aktiven Zeit als Sprinter sind auch unter google zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine sehr sportliche Mentaltrainerin für die Leichtathleten

Seyffardt Porträt drei

Sie liebt das Außergewöhnliche. Katja Seyffardt, ihres Zeichens Mentaltrainerin, zeigt Hochleistungssportlern, wie man gegen Ängste und Barrikaden angeht, wie man den Wettkampfstress mindert.  Aber nicht nur reden kann sie. Sie beweist auch als ambitionierte Sportlerin in einer nicht alltäglichen Sportart wie Fallschirmspringen sowohl körperliche als auch geistige Fitness.

 

katja-zwei

Von ihr ist Deutschlands bester Geher, Christopher Linke aus Potsdam,  vor den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro elf Monate lang  betreut worden. Messbarer Erfolg: der 5. Platz im 20-km-Gehen von Olympia und  nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. Und aktuell am 21. Mai 2017 der Erfolg beim Europacup der Geher in Podebrady.

Nicht alle  wollen in der Öffentlichkeit darüber reden. Christopher Linke aber nimmt kein Blatt vor den Mund: „   Katja hat mir in unserer elfmonatigen Zusammenarbeit in Vorbereitung auf Olympia Rio 2016 einen Weg gezeigt, meine Konzentration zu fokussieren. Statt mich an anderen Wettkampfteilnehmern zu orientieren, kann ich nun den Fokus bei mir und meiner Leistung halten. Sie hat es geschafft, mich immer wieder neu zu motivieren, indem wir an vielen kleinen Zielen auf dem Weg zum großen Ziel  gearbeitet haben. Es hat mir gerade am Anfang sehr geholfen, dass ich mit Katja über meine Probleme und Ängste sprechen konnte. Sie hat mir deutlich gemacht, dass nur ich selbst Dinge ändern kann. Ich habe mehr Verständnis für gewisse Situationen gefunden, mein Blickwinkel hat sich geändert und so auch mein Verhalten. Ich bin ruhiger geworden und kann jetzt durch eine konkrete Zielsetzung den Fokus auf die für mich wichtigen Dinge halten. Mein Ergebnis bei Olympia in Rio hat meine anfänglichen eigenen Erwartungen mehr als übertroffen. Danke Katja!“

Soweit die Worte von Christopher Linke.

Wenn man ihn, wie ich, dann im Livestream von Podebrady gesehen hat, war man überrascht von seiner  Dominanz. Er sprühte förmlich vor Selbstbewußtsein. Und Katja Seyffardt, die mit Hagen Pohle und Nils Brembach weitere Geher betreute, meint dazu: „ Die Geher haben bei ihrem langen Kampf  Phasen, in denen es hart wird. Dann müssen sie über die Schmerzen hinwegsehen, und sich auf anderes konzentrieren, beispielsweise sich mit Worten motivieren.“ Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass man 50.000 Mal am Tag mit sich selbst redet. Dessen muss man sich bewusst werden und zu seinem Vorteil ausnutzen.

Nicht immer klappt es allerdings so wie bei Christopher Linke.

Katja Seyffardt betreute auch ihren Fast-Namensvetter, den Potsdamer Speerwerfer Bernhard Seifert, der zwar den Sprung nach Olympia nicht schaffte, aber sich  trotzdem über die elfmonatige Zusammenarbeit positiv  äußerte:  „ Katja konnte  mir viel beibringen und das zeigen, was ich in meinem Beruf als Spitzensportler super anwenden kann. Wir arbeiteten an Motivation, Konzentration, Stressbewältigung und Umgang mit Verletzungen. In erster Linie konnte ich mit ihr meine ganzen Probleme und Ängste besprechen.  Weiterhin haben wir an Teilzielen gearbeitet, die es mir ermöglichten,  stets motiviert zu bleiben und nicht das Hauptziel aus den Augen zu verlieren. Sie zeigte mir, wie man mit schwierigen Situationen klarkommt und wie man diese bewältigt. Ich konnte durch die Übungen meinen Fokus sowohl im Training als auch im Wettkampf super halten und habe mich nicht durch andere Einflussfaktoren aus der Bahn bringen lassen. Wenn es mal nicht klappte,  analysierte sie mit mir gemeinsam  das Problem und zeigte mir stets einen neuen Weg. Ich bedanke mich für die super Zusammenarbeit. Danke Katja!“

Wann aber kommen die Sportler zur Mentaltrainerin?  Viele Leute denken, dass sie zu einem Mentaltrainer gehen, wenn sie Probleme haben. Aber man könnte schon viel früher mentale Techniken anwenden, um es nicht soweit kommen zu lassen, dass man in der Blockade hängt oder aber die Angst-Dimension sehr groß ist“. Und Katja Seyffardt erläutert das an einem Beispiel: „ Der Körper ist gewissermaßen die Hardware vom Computer, und der mentale Aspekt ist die Software. Beides muss kompatibel sein. Wenn die mentale Einstellung nicht abgestimmt ist, dann kann der Körper noch so gut ausgebildet sein, aber man kann seine Leistung nicht abrufen. Es entsteht eine Blockade, die sich beispielsweise in Wettkampfangst äußert. Die Kunst ist nun, durch bestimmte Techniken den Kopf im Jetzt zu behalten.“  Wie aber sehen solche Techniken aus? „ Es gibt Entspannungs- und Konzentrationstechniken, bei denen man sich auf das Ein-oder Ausatmen konzentriert. Ein anderes Mittel ist, bestimmte Muskelgruppen anzuspannen, angefangen vom Kopf über den Bauch bis zu den Füßen“. Jeder reagiert darauf anders. Der eine schaut lieber, der andere hört lieber und wieder ein anderer fühlt lieber.

Das Mentaltraining ist natürlich eine sehr persönliche Sache. „ Das 1 zu 1 – Coaching ist sicherlich besser als etwa ein allgemeiner Workshop mit mehreren Leuten. Nur im Einzelgespräch  öffnet sich der Athlet vollkommen“, erklärt Katja. Und ich kann es nachfühlen, denn sie hat eine bestimmte Gabe, auf Leute zuzugehen und mit ihnen zu reden.  Wir kannten uns vor unserem Treffen in einem Kaffee im Outletcenter in Wustermark bei Berlin nicht persönlich, sondern nur durch das Internet. Doch der Draht zwischen uns war sofort geknüpft, auch wenn ich ja nicht mit einem persönlichen Problem zu ihr gekommen war.

Warum aber hat sie diese Ausstrahlungkraft? Ein wenig wurde es mir klar, als sie mir einiges über ihren bisherigen Lebensweg erzählte.

 Tauchsport  – Fallschirmspringen – Mentaltrainerin

Die gebürtige Hamburgerin absolvierte zunächst eine Tauchausbildung.  Schon mit 20 Jahren suchte sie ihre berufliche Erfüllung im Ausland, zunächst in  Südamerika, danach in der Karibik und in Mittelamerika. Dort arbeitete sie vor allem als Tauchlehrerassistentin. Wieder zurück in Deutschland flog sie einige Jahre als Stewardess durch die Lüfte, wandte sich dann der Psychologie zu.

Gleichzeitig arbeitete sie bereits intensiv im Tauchsport als Tauchlehrerassistentin. „Ich war bei Tauchevents als Sicherungstaucherin in Cypern dabei, habe für zwei Tauchschulen in Ägypten gearbeitet und Taucher mit ausgebildet.“ Sie lernte es dabei, sich und anderen die Angst zu nehmen. Und ihren nächsten, nun wieder längeren Auslandseinsatz hatte sie dann in Russland,  wo sie zunächst in Sibirien für ein Jagd- und Abenteuerunternehmen arbeitete.

Anschließend folgten vier Jahre Moskau, wo sie Leute im Fitnessbereich und im Mentalbereich trainierte. Das hätte sie sicherlich noch länger getan, doch da machte ihr 2008 die weltweite Finanzkrise einen Strich durch die Rechnung. Bis 2010 kämpfte sie sich noch durch, aber dann kehrte sie zurück nach Deutschland, zunächst nach Hamburg und arbeitet seitdem als Mentaltrainerin.

Der Reiz der Lüfte

Seyffardt eins

Doch Stillstand ist Rückschritt. Das scheint ihr Motto zu sein. War eines ihrer Lebenswelten bisher beim Tauchsport das Wasser,   wiederentdeckte sie nunmehr den Reiz der Lüfte. „ Mit dem Fallschirm springen wollte ich auch früher schon, aber beides, Tauchen und Springen, war zeitlich nicht zu packen.“

Seyffardt Porträt zwei

Seit 2010  widmet sie sich wieder mehr dem Fallschirmspringen, den Fallschirmschein hatte sie ja schon gemacht. Sie arbeitet nun auf den Flugplätzen von Fehrbellin und Gransee, zwei Gemeinden rund 100 km nördlich von Berlin entfernt. „ Ich bilde Leute theoretisch im Fallschirmspringen aus und gebe 1 zu 1- Coaching für diejenigen, die schon springen können, sich aber noch verbessern wollen.“

Frei wie ein Vogel fliegen

 

Katja Seyffardt ist auch  BASE-Springerin geworden.  Was verbirgt sich dahinter?  Einfach gesagt: Mit einem Flügelanzug springt sie vom Berg herab,  fliegt und landet später mit dem Fallschirm. „ Es ist eine Extremsportart, und man braucht zuvor eine gehörige Anzahl von Fallschirmsprüngen aus dem Flugzeug, ehe man sich da heranwagen kann.“

Katja S dreizehn

Seyffardt dreizehn

Seyffardt drei

Auf den Fotos kann man sehen, wie spektakulär das Ganze ist. Zunächst wird eine entsprechende Kleidung angelegt, die später das Fliegen möglich macht. Und so spannend, wie es von außen aussieht, beschreibt es Katja Seyffardt  auch: „ Man steht oben am Berg, an der Kante.  Dann gibt es eine ganz bestimmte Absprungtechnik, um gut vom Berg abzuspringen und in den Flug zu kommen.“ Und wie ist der Flug? „Natürlich toll. Man fühlt sich wie ein Vogel. Man lenkt mit Gewichtsverschiebungen, kennt die Landezone. Und man zieht rechtzeitig den Fallschirm und landet dann. Alles geschieht auf Sicht, und nicht wie beim Sprung aus dem Flugzeug, wo wir einen Höhenmesser und einen Höhenwarner dabei haben und genau wissen, wann wir den Fallschirm ziehen müssen. Beim BASE-Springen muss man das Gefühl entwickeln, wie tief man gehen kann und wann man den Fallschirm zieht. Natürlich sind da auch immer Ängste dabei, aber man lernt, damit umzugehen, sie zu beherrschen. Man lernt,  sie gut einzuschätzen und man wächst auch über sich hinaus, entwickelt sich weiter.“

Seyffardt zehn

Seyffardt neun

Seyffardt elf

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Vom Berg fliegen ist ein aufregender Ausgleich für ihre Tätigkeit als Mentaltrainerin. Es ist auch ein wenig ein Selbstversuch, wie man mentale Stärke beweisen und trainieren kann. „ Wenn ich meinen Sportlern davon erzähle, erkennen sie schnell, dass ich nicht nur die Theorie beherrsche, sondern sie auch selbst anwende.

Warum arbeitet Katja Seyffarth überhaupt mit den Athleten?  „ Ich finde es  sehr interessant, weil ich mich in die Thematik einfühlen kann. Ich kenne selbst Ängste, arbeite seit vielen Jahren im Sport. Zwar nicht als Profisportlerin, sondern in der Vergangenheit als Tauchlehrerassistentin  und seit vielen Jahren als Fallschirmsprung-Lehrerin.  Ich weiß, wie es ist, wenn man einem gewissen Druck ausgesetzt ist, wenn man dann eine bestimmte Leistung zu einem Zeitpunkt X abliefern muss.“

Peter Grau

BASE-Springen in der Schweiz und in Italien:

Katja S sechs

Katja S drei

Katja S fünf

 

 

 

 

 

 

 

Thomas Röhlers Speerwurfrekord und das Marathon-Spektakel mit Eliud Kipchoge

Thomas Röhler mit Olympiagoldmedaille

Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler (Foto: Olaf Brockmann)

 

In den vergangenen Tagen ist in der Leichtathletik einiges passiert. Diesmal aber mit positiven Schlagzeilen. Zunächst warf  Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler beim Diamond-League-Meeting in Doha (Katar) mit 93,90 m  neuen deutschen Rekord. Er übertraf damit den alten Rekord, den der Magdeburger Raymond Hecht 1995 mit 92,60 m aufgestellt hatte, um über einen Meter.

Später gab Thomas Röhler dem Berliner Journalisten Jan-Henner Reitze für leichtathletik.de  ein langes, inhaltsreiches Interview:

http://www.leichtathletik.de/news/news/detail/thomas-roehler-bei-100-metern-ist-der-kameramann-sicher-eine-zeit-lang/

Thomas Röhler 2 Scheinwerfer

Thomas Röhler 1 Schatten

Thomas Röhler 3 mit Trainer DSC09330-2

Thomas Röhler beim Training in Jena

 

Thomas Röhler kommt aus Jena, einem Ort in Thüringen, den ich schon seit meiner Jugend kenne. Dorthin führten uns oft unsere Klassenfahrten, ob nun ins Zeiss-Planetarium oder auf den „Jenzig“, einen kleinen Berg mit Rundumsicht.  Später war ich in Jena oft zu Leichtathletik-Sportfesten.

Jena spielt auch in der Speerwurfgeschichte eine gewichtige Rolle.  1996 warf dort der Tscheche Jan Zelezny mit 98,48 m den noch heute gültigen Weltrekord. Damals war ich live dabei, sah den Speer im Ernst-Abbe-Sportfeld segeln. Dieser Flug ist auch heute noch auf You-Tube zu sehen:

https://r.search.yahoo.com/_ylt=A9mSs28CcBBZV5MA6FYzCQx.;_ylu=X3oDMTBybDA1bGNhBGNvbG8DaXIyBHBvcwMyBHZ0aWQDBHNlYwNzYw–/RV=2/RE=1494278275/RO=10/RU=https%3a%2f%2fwww.youtube.com%2fwatch%3fv%3dV6P9WbTPeLA/RK=0/RS=vh6D863h3IO6P7AnX1_QFft8Mqs-

Für mich eine Duplizität der Ereignisse, denn 12 Jahr zuvor, 1984, saß ich in Berlin im Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark unter den Zuschauern und sah ebenfalls einen Weltrekord. Damals warf der Potsdamer Uwe Hohn das alte Speer-Modell auf die sagenhafte Weite von 104,80 m. Ich kann mich noch erinnern, wie der Speer auf mich zuflog. Doch ich war  auf den Zuschauerrängen sicher. Aber damit nicht später andere Zuschauer durch zu weit fliegende Speere gefährdet würden, veränderte man den Speer, gab ihm einen anderen Schwerpunkt, und anschließend flog der Speer nicht mehr so weit.

Diesmal saß ich in Doha nicht im Stadion, aber ich habe für solche Fälle ja meinen Wiener Journalistenkollegen Olaf Brockmann, der wie gewohnt die Spitzenleichtathleten ablichtete:

Thomas Röhler Doha Rekord Brockmann

Thomas Röhler nach seinem Rekordwurf in Doha (Foto: Olaf Brockmann)

 

Der 2-Stunden-Marathon in Monza

Das Meeting in Doha fand am Freitag, dem 5. Mai 2017  statt. Nur wenige Stunden später, am 6. Mai früh um 5:45 Uhr, wurde ein anderes „Unternehmen“ gestartet. Unter dem Namen  „ Breaking 2“    sollten auf dem Formel-1-Kurs im italienischen Monza der erste Marathon (42,195 km) unter der Zwei-Stunden-Marke gelaufen werden.  Auserkoren dafür war vor allem der Olympiasieger von Rio 2016,  Eliud Kipchoge (Kenia). Auf einer 2,4 –km-Runde rannte man, unterstützt von 18 Tempomachern, einem Führungsfahrzeug, welches Windschutz bot und nach einer monatelangen Vorbereitung, in der alles ausgereizt wurde.  Den Anfang des Rennens in der morgendlichen Dämmerung sah ich mir im Livestream im Internet noch an, schlief dann erstmal weiter. Pünktlich zum Zieleinlauf wurde ich wieder wach, sah Eliud Kipchoge nach 2:00:25 Stunden die Ziellinie überqueren. Es wurde also nichts mit der Unterbietung der 2 Stunden, aber daß es möglich ist, wurde bewiesen. Auch wenn dem Ganzen so etwas wie ein Laborversuch anhaftete. Doch vor allem denjenigen, die es live mit in Monza erlebten, hat es gefallen.

In Monza direkt dabei war für laufen.de   Christian Ermert, der seine Eindrücke später so beschrieb: https://www.laufen.de/marathon-eliud-kipchoge-verpasst-2-stunden-nur-knapp

und dann noch einen Kommentar hinzusetzte: https://www.laufen.de/breaking2-der-kommentar-zum-rennen-von-monza

Kritisches zum Marathon- Spektakel merkte  FAZ-Sportredakteur Michael Reinsch an:

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/eliud-kipchoge-schafft-marathon-unter-2-stunden-nicht-15004278.html

Begegnung mit Eliud Kipchoge in Kenia

Olaf Brockmann konnte natürlich nicht dabei sein, er war ja noch in Doha. Aber er hatte es geahnt, daß Eliud Kipchoge etwas Großes erreichen wollte (deshalb hatte der auch auf die lukrativen Frühjahrsmarathons, u.a. in London und Boston, verzichtet und sich voll auf diesen 2-Stunden –Versuch vorbereitet). Olaf Brockmann  hatte am 22. März 2017 in Eldoret in Kenia mit Eliud  Kipchoge gesprochen und ihn dort fotografiert:

Eliud Kipchoge mit Olaf Kenia

Eliud Kiochoge in Kenia

Eliud Kipchoge drei

Eliud Kipchoge vier

Eliud Kipchoge  im Training und im Gespräch

 

 

Diskuswerfer Robert Harting feilt am Comeback

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Diskuswerfer Robert Harting (2016 / Foto: Grau)

Robert Harting hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet. Zu Ostern, schreibt er bei Facebook, gab er ein Interview.  Zu Ostern und nicht an Ostern, das gefällt mir.

Und es gefällt mir auch, was er Dieter Wenck im Gespräch für die Berliner Morgenpost zu erzählen hatte.  Lesen Sie den Text   unter  http://m.morgenpost.de/sport/article210267765/Robert-Harting-feilt-in-der-Folterkammer-am-Comeback.html

Robert Harting über Fitneß, Freizeit und Makel

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Robert Harting

 

Um Diskuswerfer Robert Harting ist es seit einiger Zeit ruhiger geworden. Tauchte er früher oft mit Wortmeldungen zu vielen Problemen in der Öffentlichkeit auf,  hört man jetzt weniger von ihm.

Dagegen  hat sein Bruder, Olympiasieger Christoph Harting, eine komplette Kehrtwendung vollzogen. Verscherzte er sich durch sein Verhalten nach seinem Olympiasieg in Rio de Janeiro viele Sympathien, versucht er jetzt, verlorene Zuneigung zurückzugewinnen.

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Christoph Harting

 

Und das mit Erfolg. Im Fernsehen ist Christoph Harting ein willkommener Gast, ob bei Talk-Shows oder bei der ARD-Sendung „Klein gegen groß“.  Er beweist, daß er es ganz anders kann, daß er eine besondere Seite hat, die ankommt.

Warum nicht gleich so, möchte man ihm zurufen. Doch das weiß er sicher selbst. Und handelt danach.

Robert Harting aber arbeitet intensiv im Training mit seinem neuen Trainer Marko Badura, um dann in der Sommersaison wieder mit dem Diskus brillieren zu können.

Aber wenn er gefragt wird, dann gibt er natürlich noch immer gern Antworten.

So kürzlich  Franziska Manske von der Redaktion Mediaplanet.   Mediaplanet ist ein internationales Unternehmen, das nach eigener Erklärung  „crossmediale Kampagnen zu aktuellen und spannenden Themen in Gesundheit, Business, Technologie, Lifestyle, Bildung und CSR ( Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung)“  verbreitet.

Mehr zur Arbeitsweise von Mediaplanet unter   www.mediaplanet.com

Harting klein  68

Robert Harting

 

Robert Harting äußerte sich im Gespräch mit Franziska Manske vor allem über Fitness und Freizeit.

Zum Anfang wurde er gefragt,  wie er fit und gesund bleibe und in Form.

Lesen Sie seine Antwort dazu und das gesamte Interview mit Robert Harting unter

http://www.fuer-ihn.info/…/fit-bleiben-den-kopf-aufraeumen-

Anna Rüh – die Diskuswerferin aus Magdeburg

An manche Interviews kann man sich als Journalist noch recht gut erinnern. Mir geht es so mit einem Interview mit der Diskuswerferin Anna Rüh. Bei einem meiner vielen Besuche der Halleschen Werfertage drängte sich im Mai 2012 die damals 18-Jährige durch ihre Leistung förmlich auf. Zwar war sie anfangs recht zurückhaltend, als ich sie in der Aufwärm-und Ruhehalle um ein Gespräch bat. Kein Wunder, denn ich nehme an, daß das ihr erstes großes, langes Interview wurde.

Anna Rüh Porträt vier

 

Und für mich war es deshalb so reizvoll, weil es meine erste Begegnung mit der langaufgeschossenen Blondine war. Da kann man dann viel fragen, erfragen und so war es dann auch. Es war ein ergiebiges Gespräch und im Ergebnis kam die folgende Geschichte zustande, die am 24. Mai 2012   bei leichtathletik.de   erschien:

Anna Rüh in neuen Dimensionen

Geplant hatte Anna Rüh (SC Neubrandenburg) eigentlich nur mit der U20-WM im Juli in Barcelona (10. bis 15. Juli 2012). Diese Planung wurde bei den Halleschen Werfertagen am Samstag ordentlich durcheinander gewirbelt: Mit einem Wurf auf 63,04 Meter überbot sie die Olympia-Norm und kann nun auch mit einem Olympia-Ticket liebäugeln. Glück brachte der 18-Jährigen in Halle ein ganz besonderes Wurfgerät.

Die schwarze Diskusscheibe, die Anna Rüh mit zu den Werfertagen gebracht hatte, nutzte einst die dreimalige Weltmeisterin Franka Dietzsch, die zu ihrer aktiven Zeit ebenfalls für den SC Neubrandenburg startete. Bei der WM 2007 in Osaka (Japan) schleuderte sie ihn auf die Siegesweite von 66,61 Meter.

An ihren Wurf vom Vormittag konnte Anna Rüh sich schon am Nachmittag nicht mehr so recht erinnern. „Ich war wahrscheinlich so erleichtert, dass ich es geschafft habe, und dann fiel eine Last von mir.“ Auf die Frage, ob sie danach sofort an London gedacht habe, lautete die spontane und ehrliche Antwort: „Ja, denn ich habe einen Meter über der Norm geworfen!“

Ticket nach London umkämpft

Anna Rüh räumte allerdings ein, dass die Reise nach London noch lange nicht gebucht sei. „Ich habe zwar gute Chancen, aber es gibt auch noch andere Werferinnen, die die Norm packen könnten.“

Dazu zählen sicherlich Heike Koderisch (SC Magdeburg) oder die ebenfalls noch der U20-Jugend angehörende Shanice Craft (MTG Mannheim).

Auch Bundestrainer Werner Goldmann bestätigte: „Natürlich haben im Moment Nadine Müller, Julia Fischer und Anna Rüh die besten Karten. Aber ich denke, dass auch andere Athletinnen bei guten Bedingungen noch in den Normbereich kommen können.“

Respekt vor Frauen-Konkurrenz

Nach dem U20-Wettbewerb am Vormittag maß sich Anna Rüh am Nachmittag mit den Frauen und zeigte einigen Respekt: „ Das ist natürlich ein Riesenniveau. Da versucht man sich anzupassen an dieses Niveau. Aber ich war auch viel nervöser“.

Aus nächster Nähe konnte sie beobachten, wie Nadine Müller (Hallesche LA-Freunde) mit 66,68 Metern alle Konkurrentinnen hinter sich ließ und auch Julia Fischer (SCC Berlin) mit 63,37 Metern erneut die Olympianorm übertraf. Sie selbst konnte ihre Leistung vom Vormittag bestätigen und wurde mit 62,32 Metern Sechste.

Trainingsleistung bestätigt

Für die blonde Athletin kam die Leistungssteigerung nicht überraschend. „Ich habe im Training gesehen, dass ich über 60 Meter werfen kann. Und im Wettkampf bin ich noch stärker als im Training, denn da kommt noch das Adrenalin hinzu.“

Trainiert hatte der Schützling von Dieter Kollark in der letzten Zeit nicht nur im heimischen Neubrandenburg, sondern auch viel in Kienbaum bei Berlin. Zwar habe sie sich von den Kraftwerten her nicht viel gesteigert, nur etwas an Körpergewicht zugelegt habe sie, die bei 1,84 Meter Größe jetzt rund 80 Kilogramm wiegt. „Aber wir haben viel Technik trainiert, und das hat sich ausgezahlt.“

Erstmals war sie zudem für eine Woche mit den anderen Spitzenwerfern im Trainingslager in Albufeira (Portugal). „Dort hat sie sehr gut trainiert, sodass die zweimalige Normerfüllung für mich keine Überraschung darstellt“, berichtete Bundestrainer Werner Goldmann.

Kaufmännische Ausbildung

Das Leben der 18-Jährigen besteht allerdings nicht nur aus Sport. In Neubrandenburg hat Anna Rüh im Sportgymnasium den Realabschluss gemacht und dann ein Jahr lang ein Praktikum in der Unternehmensberatung Hannig absolviert.

Da ihr das gefiel, begann sie dort anschließend eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Und sie hat das Glück, dass ihr Chef sportbegeistert ist und ihr für Training und Wettkämpfe die nötigen Freiräume lässt.

Im Jahr 2011 holte sie sich in Tallinn (Estland) bei der U20-EM mit dem Diskus Silber und bewies mit Bronze im Kugelstoßen ihre Vielseitigkeit. Doch gegenwärtig konzentriert sie sich mehr aufs Diskuswerfen. „Wir haben das Kugelstoßen etwas zurückgestellt, aber ich fange damit bald wieder an“. Vielleicht wird sie bei der U20-WM in Barcelona sogar wieder mit beiden Geräten antreten.

Anna Rüh von Dirk Gartenberg

Anna Rüh als Kugelstoßerin (Foto: Dirk Gantenberg)
Schwarzer Diskus als Glücksbringer

Dass Anna Rüh nicht unbedingt mit der Olympiachance gerechnet hatte, zeigt sich auch darin, dass über die nächsten Wettkämpfe noch keine Klarheit herrscht. „ Ich werde in Leipzig starten und dann natürlich bei den Deutschen Meisterschaften. Mehr weiß ich noch nicht“.

Fest steht, dass sie auch bei den nächsten Wettkämpfen wieder auf die Disken von Franka Dietzsch zurückgreifen wird. Im Moment bringt ihr die schwarze Scheibe von Osaka Glück: „Wenn man weiß, dass der Diskus schon mal so weit geflogen ist, dann vertraut man ihm.“ Und Anna Rüh hätte nichts dagegen, wenn der Diskus auch bei den Olympischen Spielen in London weit fliegen würde.

Soweit meine Geschichte über Anna Rüh aus dem Mai 2012.

 

2012 wurde dann für Anna Rüh das  international bisher erfolgreichstes Jahr. Bei der EM in Helsinki wurde sie Vierte, zwei Wochen danach gewann sie den Titel bei der Junioren-WM und bei den Olympischen Spielen in London erreichte sie einen zehnten Platz.

 

Die Jahre zwischen 2012 und 2016

Natürlich habe ich ihren weiteren Weg mit besonderem Interesse verfolgt, weil solch ein  Premiereninterview  auch im Gedächtnis bleibt.

Seitdem sind immerhin fast fünf Jahre vergangen.  Anna Rüh wirft weiterhin den Diskus, aber es hat sich seit 2012 viel getan.  Sie hat ihren Verein gewechselt, ist von Neubrandenburg nach Magdeburg gezogen. Und auch beruflich und privat hat sich einiges verändert.

 

Doch wie ist die aktuelle Lage zu Beginn des Jahres 2017?  Da hat einer Licht ins Dunkel gebracht, der selbst bis vor kurzem im Hochleistungssport als 400-m-Hürden -Läufer in der deutsche Spitze aktiv war, für den SC Magdeburg startete und deshalb auch Anna Rüh gut kennt: Varg Königsmark.

Königsmark bestes Profilfoto

Varg Königsmark  (Foto: Dirk Gantenberg)

Varg Königsmark hat 2016 die Spikes an den berühmten Nagel gehängt, studiert weiterhin Psychologie an  der Otto-von-Guericke-Universität von Magdeburg. Gegenwärtig absolviert er  im französischen Grenoble ein Forschungspraktikum.

Warum hat aber hat er nun für leichtathletik.de  eine lange Geschichte über die Diskuswerferin Anna Rüh geschrieben?  Varg Königsmark erzählt es mir so: „ Es war, wenn man so will, so etwas wie mein Pilotprojekt. Seit ich Jack Kerouac (US-amerikanischer Schriftsteller mit franko-kanadischen Wurzeln) gelesen habe, war es immer mein Wunsch, es nebenher im Schreiben zu versuchen. Und jetzt, da ich mit der Leichtathletik aus Athletenperspektive aufhören mußte, erschien es mir als ein günstiger Zeitpunkt, dahingehend mal einen kleinen Versuch zu starten.“

Königsmark Hürden mit Georg Fleischhauer

Varg Königsmark (rechts) und Georg Fleischhauer im Hürdenwald (Foto:  Dirk Gantenberg)

 

Vielleicht bleibt das auch keine „Eintagsfliege“, denn Varg Königsmark  erklärte mir auch:

„ Ich könnte mir schon vorstellen, auch gepaart mit der Psychologie, in diesen Bereich etwas weiter vorzudringen (Thema Fachjournalismus z.B.). Die Psychologie ist ja die Lehre menschlichen Verhaltens und Erlebens und daher finde ich es sehr „verlockend“, „ über Menschen“  zu schreiben, mich ausführlich mit den Hintergründen zu befassen. “

Seine aktuelle Geschichte über Anna Rüh jedenfalls ist sehr lesenswert. Unter der Überschrift „Anna Rüh und das verflixte Jahr 2016“ wurde sie bei  leichtathletik.de  am 17. Februar 2017 veröffentlicht.

Lesen Sie bitte unter: https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/anna-rueh-in-neuen-dimensionen/

Wer noch mehr über Anna Rüh wissen möchte und wer viele Fotos sehen möchte, kann deren sehr beeindruckende Homepage   www.annarueh.de   besuchen.

Und wer sie in Aktion mit der Diskusscheibe sehen möchte, der muß zu einem der kommenden Wettkämpfe der leichtathletischen Sommersaison kommen.

Ich werde sie wahrscheinlich, wenn wir beide den Weg nach Halle/Saale zum diesjährigen Werfermeeting finden, dort wiedersehen. Nach nunmehr fünf Jahren, seit unserer ersten Begegnung.

 Peter Grau

 

 

Meike Kröger: Hochspringerin und Architektin

Wer bei den Hochspringerinnen die 2 Meter überspringt, der gehört seit langem zu einem illustren Kreis. Zuletzt gelang das bei den Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten in Belgrad der siegenden Litauerin Airine Palsyte mit einem Satz über 2,01 m.

Die ewige deutsche Hallen-Bestenliste wird von Heike Henkel mit 2,07 m angeführt, die sie 1992 sprang. Ihr folgen Ariane Friedrich (2,05), Alina Astafei (2,04), Susanne Beyer (2,02)m Gabriele Günz (2,01) und Daniela Rath (2,00).  Als Letzte sprang  die Berlinerin Meike Kröger mit 2,00 m in diesen Klub.    Über sie habe ich 2009 schon einmal einen Beitrag für  leichtathletik.de  geschrieben, den ich nun für diese Homepage aktualisiert habe:

Meike Kröger Porträtfoto eins

Meike Kröger:  Hochspringerin und Architektin

Meike Kröger gehört zum Eliteklub der Hochspringerinnen, die 2 Meter  übersprungen   haben. Am 28. Februar 2010  gelang ihr dieses Kunststück  in Karlsruhe bei den Deutschen Meisterschaften. Allerdings ging es für die Berlinerin danach nicht mehr reibungslos weiter. Verletzungen und Krankheiten stoppten ihren Aufwärtstrend. Am Ende  verabschiedete sie sich 2012  vom Hochleistungssport und konzentrierte sich voll auf ihren Beruf. Nach dem Abschluß ihres Architekturstudiums zog sie nach Zürich und schloß später in Hamburg ihren Master in Architektur ab. Gegenwärtig arbeitet die 30-Jährige in Kalifornien in den USA.

Doch wie kam sie überhaupt zum Hochsprung?

Flinke Füße in Berlin

In der LG Nord Berlin begann  ihre Leichtathletik-Karriere. Ihr älterer Bruder Jan war bereits im Verein. „Ich fand das toll, wollte es auch.“ Da kam ihr zugute, dass durch die LG Nord das Programm „Flinke Füße“ initiiert wurde, in welchem man direkt zu den Schulen geht, dort eine Lichtschranke aufbaut, die Kinder 30 Meter rennen läßt und wenn es ihnen Spaß gemacht hat, anbietet, zum Schnuppertraining zu kommen. Auch Meike Kröger wurde angesprochen, schlug ein und fing ab der dritten Klasse mit der Leichtathletik an.
Zuerst probierte sie sich an verschiedenen Disziplinen aus, absolvierte auch mal einen Mehrkampf. Als sich der Hochsprung als beste Disziplin herauskristallisierte und sie auch von der Größe her,- heute mißt sie 1,86 m-, dafür geeignet war, wechselte sie dorthin. Mit 15 Jahren, im Jahr 2001, sprang sie bereits 1,77 m hoch. „Das war schon recht gut“, schaut sie zurück.

„Allerdings gab es bald einen Rückschlag, als ich mir beim Hochsprung ein Bein brach, das heißt den Schienbeinkopf. Es wurde geschraubt und genagelt, anschließend war Pause angesagt.“ Ein Jahr lang trieb sie keinen Sport, zwei Jahre lang keinen Hochsprung.
Dreisprung zum Spaß

Dann im ersten A-Jugend-Jahr wagte sie sich wieder an den Hochsprung heran, probte auch daneben ein bißchen Dreisprung, „allerdings mehr, weil das Spaß machte“. Den ersten internationalen Einsatz hatte sie 2005 mit 19 Jahren bei der U20-EM in Kaunas (Litauen), wo sie allerdings noch in der Qualifikation scheiterte. Zweimal, 2007 und 2008, holte sie sich den deutschen Juniorenmeister-Titel.
„Vier Jahre bewegte ich mich auf Höhen zwischen 1,80 und 1,83 m“, erinnert sie sich. „Aber 2007 bin ich im Training genauso hoch wie im Wettkampf gesprungen, was eigentlich nicht so sein soll. Da sah man schon, dass ich höher springen müßte. 2008 platzte  endlich der Knoten, mit der Bestleistung von 1,91 m und dem dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften.“

Die Ursachen dafür liegen nicht so einfach auf der Hand oder auf dem Fuß. „Wir haben mehr Krafttraining gemacht“, bringt sie ihren Trainer Jan-Gerrit Keil ins Gespräch, mit dem sie seit 2002  zusammenarbeitete. Der Trainingsumfang aber wurde nicht erhöht. Und dieser war wahrlich nicht hoch, denn nur viermal in der Woche trainierte sie, nicht eben viel gegenüber anderen Athletinnen. Ein Grund dafür war, daß Meike Kröger nicht nur Sportlerin war, sondern sich auch um ihre berufliche Zukunft kümmerte.
Soziales Jahr in Kirgisistan

Nach dem Abitur absolvierte sie von 2005 bis 2006 ein freiwilliges soziales Jahr in einem Straßenkinderheim in der Hauptstadt von Kirgisistan, Bischkek. „Ich wollte nach der Schule nicht sofort studieren, sondern mich sozial engagieren. Außerdem reizte es mich, Russisch zu lernen. Ich hatte diese Sprache mal in der 11. Klasse bei einem halbjährigen Aufenthalt in Frankreich gehört und sie schön gefunden.“ Nun folgte also gewissermaßen das Sprachpraktikum am Ort.
Meike Kröger Berglandschaft mit Pferden

Dabei hatte sie noch Glück, denn als klar war, daß sie nach Kirgisistan reisen werde, fand DLV-Trainerin Brigitte Kurschilgen heraus, daß eben dort in Bischkek Igor Paklin wohnt, der ehemalige Weltklasse-Hochspringer. Bei ihm trainierte sie, bei dessen Bruder wohnte sie. „Aber die Leistung wurde nicht besser. Zudem hatte ich einiges zugenommen, wog so um die 65 Kilogramm.“

Auf den Pfaden der Architektur

Nach der Rückkehr nach Berlin studierte Meike Kröger an der Humboldt-Uni Volkswirtschaftslehre, aber es wurden nur zwei Semester, „weil es mir nicht so recht Spaß machte.“ Es folgte im Wintersemester 2007 der Wechsel zum Architekturstudium an die Technische Universität Berlin. Warum Architektur? „Ich bin für kreative Sachen, betätige mich gern gestalterisch. Naturwissenschaften liegen mir, besonders auch Mathematik.“

Studium und Sport, das war für Meike Kröger immer ein schwieriger Spagat. In einem Interview mit dem Spikes-Magazin erklärte sie einmal: „Ich studiere und mache nebenher Leichtathletik – nicht umgedreht.“

Und trotzdem ging es auch sportlich weiter bergauf. 2009 wurde sie bei den Deutschen Hallenmeisterschaften mit 1,92 m Zweite hinter Ariane Friedrich und reiste voller Optimismus zu den Hallen-Europameisterschaften nach Turin, wollte dort um eine Medaille mitspringen. Die Qualifikation hatte sie überstanden. Zwar nur mit 1,85 m, aber im Finale sollte es höher gehen. „Aber so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Fünf Minuten vor dem Gang in den Call-Room  bin ich beim Aufwärmen bei einem Steigesprung umgeknickt. Zuerst dachte ich, daß ich trotzdem springen kann, denn anfangs tat nichts weh. Aber der Fuß, mein Sprungfuß, schwoll schnell an, und der Physiotherapeut stellte fest, daß ein Springen nicht mehr möglich war.“
Ein Verband wurde angelegt, der Fuß gekühlt und enttäuscht mußte sie die Halle verlassen und ins Hotel zurückfahren. In Berlin wurden dann vom Arzt ein Bänderanriß und eine Stauchung im Knöchel festgestellt. Zehn Tage Gips, danach nochmals vier bis sechs Wochen eine Aircastschiene zur Stabilisierung des Fußes, das waren die ersten Therapie-Schritte. Es folgten Reha-Maßnahmen, hauptsächlich im Wasser, um den Fuß wieder zu mobilisieren.

 

So konnte sie auch bei einer Show-Vorstellung der Hochspringer in Berlin nicht mitspringen, als vier Briefmarken und die Gedenkmünze zu den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin vorgestellt wurden.  Aber sie hatte keine Scheu, vor rund 200 Leuten, darunter Finanzminister Peer Steinbrück und Innenminister Wolfgang Schäuble, in der Halle der TSV Guts-Muths 1861 Berlin das Sportprogramm zu moderieren. Und anschließend fand sie noch Zeit und Muße, um mir ein ausführliches Interview für leichtathletik.de zu geben.

Der 2-Meter-Satz von Karlsruhe

Nachdem die Fußverletzung auskuriert war, qualifizierte sich die Berlinerin für ihre Heim-WM im Berliner Olympiastadion, wurde dort beachtliche Elfte (wahrscheinlich Neunte, denn ihren russischen Konkurrentinnen Tschitscherowa und Slesarenko wurde später Doping nachgewiesen / Jan-Gerrit Keil) . Und die gute Form nutzte Meike Kröger dann 2010 zum Paukenschlag, den 2 Metern. Am 28. Februar schwang sie sich bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe erstmals über diese Höhe. Als zehnte Deutsche überhaupt schaffte sie den Sprung über zwei Meter. Mit dieser Spitzenleistung brachte sie sogar die haushohe Favoritin Ariane Friedrich in Bedrängnis. „Die zwei Meter waren für diesen Winter noch gar kein Ziel. Aber ich habe schon bei den Sprüngen und Kraftwerten in dieser Trainingswoche gemerkt, daß ich sehr gut drauf bin“, erzählte sie anschließend meinem Stuttgarter Kollegen Klaus Schlütter, den ich bei der Leichtathletik-EM 1998 in Budapest näher kennengelernt hatte.

„Kröger, damals gerade mal 23 Jahre, „pokerte“ emsig  mit,  steigerte von 1,94 m gleich auf 1,98 m, schaffte diese Höhe im dritten Versuch und setzte sich vorübergehend an die Spitze. Ihr Trainer und Psychologe Jan-Gerrit Keil sagte: „Wir hatten beschlossen, alles auf eine Karte zu setzen. Mit 1,96 m wäre Ariane nicht zu schlagen gewesen.“ Eine kluge Taktik. Als Friedrich die 2,00 m im ersten Versuch riß, Kröger aber sensationell drüber flog, sah sie schon fast wie die Siegerin aus. Doch die Frankfurterin bewies starke Nerven und wehrte den Angriff mit 2,02 m  ab.“

Nun dachte man, daß sich Meike Kröger in der Weltspitze festsetzen werde. Aber dem war nicht so. Sie wurde zwar im Jahre 2010 in der Freiluftsaison nochmals deutsche Vizemeisterin und 2011 Dritte, aber danach nahmen Verletzungen und Krankheiten überhand, sodaß sie keine Höchstleistungen mehr bringen konnte und 2012 ihren Rücktritt vom Sport verkündete.

In der Zeitschrift „Leichtathletik“  äußerte sie sich im Februar 2013 im Gespräch mit Philip Häfner zu ihren Krankheiten. Neben einer alten Knieverletzung und einer erblichen chronischen Schilddrüsenunterfunktion litt sie zeitweise unter Depressionen und konnte nicht trainieren. „Ich habe lange überlegt, ob ich das öffentlich machen soll. Aber ich hoffe, daß ich damit das Bewußtsein für psychische Erkrankungen schärfen kann. Denn ich bin sicher nicht die einzige Betroffene im Leistungssport“, erklärte Meike Kröger.

Und in einem Interview mit Michael Reinsch von der FAZ äußerte sie sich nochmals zu diesen Problemen, die sie am Ende zur Aufgabe des Sportes zwangen.

(Auszüge aus einem FAZ-Interview vom 25.2.2013)

Frage: Als Sie in Karlsruhe mit zwei Metern Zweite der deutschen Meisterschaften wurden, sprach Ihr Trainer Jan-Gerrit Keil, ein Psychologe, davon, dass eine solche Leistung auch eine Belastung sein könne. Hat dieser Sprung Ihre Erkrankung verursacht?

Kröger: Ich kann nicht sagen, dass es dieser eine Sprung war. Aber der Druck im Leistungssport, den man sich vor allem selbst macht, begünstigt solche Krankheiten. Ich bin sehr ehrgeizig, sonst wäre ich dort nicht hingekommen. Aber er machte mir eben nur so lange Spaß, wie er nebenher lief. Als ich sah, dass ich oben mitmischen kann, als ich Erwartungen weckte, auch in mir selbst, geriet der Sport immer mehr in den Lebensmittelpunkt. Wenn man viel investiert, erwartet man, dass viel dabei herauskommt. Alles andere ist eine Enttäuschung. Aber so funktioniert Leistungssport nicht: Das Ergebnis wird nicht automatisch besser, je mehr man investiert.

Hat Ihr Architekturstudium Ihren Weg schwerer gemacht?

Kröger: Ich will nicht jammern. Ich habe einfach keinen Weg gesehen, Spitzensport und Studium optimal zu verbinden. Und ich wollte mich nicht erst mit dreißig zu Zwanzigjährigen in den Hörsaal setzen. Man kann ein Architekturstudium nicht strecken, deshalb hatte ich wenig Zeit fürs Training. Das war zum Scheitern verurteilt.

Wann haben Sie die ersten Anzeichen Ihrer Depression erlebt?

Kröger: Das entwickelt sich, ohne dass man es wahrnimmt. Richtig ausgebrochen ist es Ende 2011. Ich hatte zuvor eine lange Phase von Verletzungen und eine Schilddrüsenunterfunktion.

Hat der Sport Sie in der Depression belastet oder geholfen?

Kröger: Er spielte überhaupt keine Rolle. Man kämpft nur darum, überhaupt wieder Lebensqualität herzustellen. Die Frage ist, ob und wann man in den Leistungssport zurückkehren kann, wenn man geheilt ist. Es macht ja nicht klick, und man ist wie vorher. Es braucht eine Weile. Im Leistungssport muss man überzeugt und stark sein, um Erfolg zu haben. Ich spreche nur über meine Krankheit, weil durch einen irreparablen Knorpelschaden mein Ausscheiden aus dem Sport definitiv ist. Wenn ich ein Comeback vorhätte, würde ich mir das sehr gut überlegen. Man macht sich angreifbar. Die Chance, zurückzukommen, ist damit eigentlich gleich null.

Es gehört Mut dazu, darüber zu sprechen. Wie haben Sie den aufgebracht?

Kröger: Ich neige dazu, zu ehrlich zu sein. Ich will niemandem etwas vorgaukeln. Ich will offen umgehen mit dieser Krankheit. Vielleicht hätte es mir geholfen, wenn ich von anderen Leichtathleten gewusst hätte, die eine Depression hatten und wie sie damit umgehen. Es ist ja nicht außerirdisch, dass so etwas passiert im Leistungssport.

Soweit die Auszüge aus dem FAZ-Interview vom 25.2.2013.

Meike Kröger Porträtfoto zwei 2012

Über Zürich in die USA

Zwar erfüllten sich sportlich nicht alle Erwartungen, aber beruflich  konnte Meike Kröger ihren eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen.

Sie beendete 2011 ihr Architekturstudium in Berlin und zog dann zunächst in die Schweiz nach Zürich. Ihr Freund hatte dort eine Anstellung bei der Lufthansa bekommen.  „ In Zürich habe ich in einem Architekturbüro gearbeitet und im Letzigrund trainiert. Doch 2012 habe ich dann auf ärztliche Empfehlung  mit dem Leistungssport aufgehört.“  Meike Kröger räumt ein, daß sie sich in der Schweiz nie richtig eingewöhnt habe. Nach der endgültigen Abschied von der Leichtathletik entschied sie sich zunächst für ein Praktikum in den USA. „Das Praktikum bei Montalba Architects in Santa Monica war für mich eine super Erfahrung“, blickt sie zurück. „ Das Klima und die positive Lebenseinstellung und Gelassenheit in Kalifornien haben mir sehr gut getan.“

Im Jahr 2013 zog sie dann für zwei Jahre  nach Hamburg und schloß dort 2015 ihren Master in Architektur ab.  Dabei fertigte sie u.a. das folgende Modell an:

Kröger Foto sieben Modell Master 2015

 

Dann arbeitete sie noch einige Monate in Berlin-Mitte in einem Architekturbüro, „ in einem netten Team“, wie sie betont.

Meike Kröger Landschaft mit bühenden Bäumen

Nun aber meldet sich Meike Kröger wieder aus den USA.  „ Seit Dezember 2016 bin ich in Venice, Kalifornien, wo ich in einem kleinen Büro mit zwei anderen Architekten arbeite. Gleich am ersten Tag habe ich dort mein eigenes Projekt  bekommen. Ich habe viele Freiheiten und gleichzeitig Verantwortung. Dadurch lerne ich viel und werde gefordert.“  Aber nicht nur die Arbeit gefällt ihr. „ Morgens vor der Arbeit geht es immer kurz zum Meer.“ Wer hat schon eine Arbeitsstelle, die so günstig liegt.

Nebenher betätigt sich Meike Kröger auch künstlerisch, wie in den beiden folgenden Bilder zu sehen ist.  “ Ich drucke diese Siebdruckmuster selbst und verarbeite sie“:

Kröger Foto neun Siebdruck

Kröger Foto zehn Siebdrcuk zwei

Meike Kröger nutzt auch die herrliche Umgebung, fühlt sich dort schon  sehr zuhause.

So etwa in den Santa Monica Mountains, wo die folgenden Aufnahmen gemacht worden:

Kröger Foto Santa Monica Mountains

Kröger Foto drei Santa Monica Mountains

Kröger Foto vier Santa Monica Mountains

 

Oder aber auch in der Wüste von New Mexico, die sie auf einem Road Trip durchquerte:

Kröger Foto Roadtrip_WhiteSands_2014

Spektakulär auch das Foto von Pismo Beach nördlich von Los Angeles. Aber das Angeln überließ sie dort anderen:

Kröger Foto acht Pismo Beach

 

Letztendlich wundert es nicht,  daß Meike Kröger ihre Entscheidung, in den USA zu leben und zu arbeiten, nicht bereut hat. „ Es war zwar ein langer Weg, bis ich endlich das Visum in der Hand hatte, aber es hat sich gelohnt“.

Peter Grau

Fotos von einer Porträt-Session Meike Krögers mit dem Fotografen Andreas Reutz aus dem Jahre 2010 sind zu sehen unter    

http://www.gettyimages.ae/photos/meike-kroeger?excludenudity=true&sort=mostpopular&mediatype=photography&phrase=meike%20kroeger&family=editorial#license

 

Olympiasieger Braz da Silva – Stabhochsprung-Champion mit Höhenangst

 

Das Foto über diesem Beitrag  zeigt einen Sprintstart beim ISTAF-Indoor in Berlin und beeindruckt durch die Dynamik der Sprinterinnen.  Deshalb habe ich auch dieses Foto für meine Homepage ausgewählt.

Nachdem ich die ersten 3 Auflagen miterlebt hatte, war ich diesmal  nicht live beim ISTAF-Indoor in der Berliner Mercedes-Benz Arena dabei. Zwar hatte ich den Besuch geplant, aber dann blieb ich doch zuhause. Auch, weil mir im Internet ein Livestream angeboten wurde. Und diese Entscheidung habe ich dann auch nicht bereut, denn Tim Tonder lieferte  im Livestream von RBB Sportplatz  fünf Stunden lang viele Informationen und glänzte mit großem Hintergrundwissen.

Tim Tonder Porträt zwei

Tim Tonder ( NDR / ARD)

Alles rund um das ISTAF-Indoor konnte ich später in aller Ausführlichkeit in Wort und Bild auf der Homepage des  ISTAF-Indoor und bei leichtathletik.de nachempfinden.

Und schon vorher fand ich besonders eine Geschichte meines Kollegen Michael Reinsch sehr lesbar.

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In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) schrieb er am 10. Februar 2017 unter der Überschrift:

Olympiasieger Braz da Silva: Stabhochsprung-Champion mit Höhenangst

“ Sein brisantes Duell mit dem weinenden Franzosen Lavillenie ist noch in frischer Erinnerung. Nun hat der nach Italien übergesiedelte Olympiasieger Thiago Braz da Silva in Berlin Großes vor.

In einem derart vom Fußball geprägten Sport wie dem Brasiliens muss man Thiago Braz da Silva wohl mit einem Torwart oder einem Linksaußen vergleichen: ein bisschen anders, ein bisschen verrückter als alle anderen. Oder? Ja, sagt der 23-Jährige und lacht, das sei wohl so. Im Sommer ist er in Rio de Janeiro Olympiasieger im Stabhochsprung geworden und scheint, ein halbes Jahr später in der Kälte Europas, immer noch das Glück des überwältigenden Moments auszustrahlen.

Schon mit zwölf Jahren sei er auf dem Sprung gewesen, erzählt er, doch da flog er noch horizontal. Dann ging er den Traum vom Fliegen an wie ein, nun ja: Torwart oder Linksaußen. Er stieg aufs Dach des Elternhauses in Marilia, gut vierhundert Kilometer nordwestlich von São Paulo, und sprang aus etwa drei Metern Höhe in den zementierten Hof. Der Junge war begeistert. Sein Onkel, ein Zehnkämpfer, wies ihn in die Geheimnisse von Hoch- und Stabhochsprung ein. Von da an ging’s aufwärts.“

weiter zu lesen auf:

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/hallen-istaf-berlin-mit-stabhochsprung-olympiasieger-thiago-braz-da-silva-14870225.html#GEPC;s2

 

 

Beim ISTAF-Indoor 2016 gewinnt der Brasilianer mit neuem Landesrekord von 5,93 m:

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(2017 wurde der Brasilianer mit 5,70 m hinter dem Polen Lisek (5,86 m) Zweiter).

 

 

Neues von Diskusolympiasieger Christoph Harting

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Christoph Harting

Mit allen Dreien, mit Christoph Harting, mit seinem Bruder Robert Harting und mit deren gemeinsamen Trainer Torsten Lönnefors  (früher Schmidt) hatte ich früher direkten Kontakt gehabt. Zunächst mit Robert Harting, den ich als Jugendlichen zunächst im Wurfhaus des Sportzentrum in Berlin-Hohenschönhausen traf und einige Jahre später  bei den Berliner Meisterschaften im Stadion Lichterfelde in Berlin-Wilmersdorf , wo er mich in einem längeren Gespräch sehr tief in seine Seele blicken ließ.

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Robert Harting

Seitdem sind wir uns oft über den Weg gelaufen, und er hat, wie es so seine Art ist, immer offen auf meine /unsere Fragen geantwortet.

Etwas anders war es bei seinem Bruder Christoph Harting. Ihn hatte ich einmal bei der Vorstellung des Berlin-Teams in der Berliner Spielbank am Potsdamer Platz gesprochen. Ich erinnere mich, daß es nicht ganz einfach war, von ihm etwas zu erfahren, aber im Laufe unserer Unterhaltung erfuhr ich das, was ich wissen wollte. Danach ergab sich nicht mehr die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen, aber das lag allein daran, daß er mit seinen Leistungen zunächst nicht ganz oben ankam und meistens im Schatten seines Bruders stand.

Dann aber, als sich Christoph Harting immer mehr nach vorn schob,  war ich nicht mehr in die aktuelle Berichterstattung eingebunden. So wurde mir auch das Jahr 2016 erspart, als Christoph, aus welchen Gründen auch immer, die Journalisten mit Nichtachtung strafte und keine Interviews mehr gab.

Die Sprache wiedergefunden hatte er dann einige Wochen nach seinem Olympiaerfolg von Rio.  Mein Kollege Jan-Henner Reitze von leichtathletik.de  gelang das erste Interview nach der „Sendepause“.

Trainerwechsel

Zwischen und mit beiden Diskusriesen agierte Trainer  Torsten Lönnfors (früher Schmidt). Ihn hatte ich früher in seiner aktiven Zeit vor allem deshalb in Erinnerung, als er im Winter keine Wettkämpfe für die Diskuswerfer im Freien gab und er sich deshalb an den Kugelstoßwettbewerben in der Halle beteiligte und ich ihn in der Rudolf-Harbig-Halle in Berlin sprechen konnte.

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Torsten Lönnfors (mit Sonnenbrille) bei den Hallenser Werfertagen

Nun, im Jahre 2017, ist alles etwas anders geworden.  Torsten Lönnfors trainiert zwar weiter Christoph Harting, aber Robert Harting und dessen Ehefrau Julia Harting (geb. Fischer) werden nun von Marko Badura betreut, der von Leipzig nach Berlin wechselte.

 

Über den aktuellen Stand hat sich mein Kollege Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)  mit Trainer Torsten Lönnefors unterhalten und am 3. Januar 2017 dazu einen Beitrag in der FAZ veröffentlicht.

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Michael Reinsch (FAZ)

 

Diskuswurf-Olympiasieger Harting plant das nächste verrückte Ding

Die Arbeit sei nicht leichter geworden, sagt Torsten Lönnfors. Vielleicht kann  man sagen, sie ist etwas entspannter geworden. Die Spannung ist raus aus dem täglichen Geschäft“. Der Berliner Diskus-Trainer betreut statt zwei Hartings nur noch einen, statt den einen Olympiasieger den anderen.

Lesen Sie weiter unter

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/diskuswurf-olympiasieger-will-80-meter-weit-werfen-14592488.html