{"id":1185,"date":"2016-03-03T16:40:19","date_gmt":"2016-03-03T15:40:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1185"},"modified":"2016-03-03T16:40:19","modified_gmt":"2016-03-03T15:40:19","slug":"wolf-dieter-poschmann-ich-polarisiere-gern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1185","title":{"rendered":"Wolf-Dieter Poschmann: &#8222;Ich polarisiere gern&#8220;"},"content":{"rendered":"<p> <a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-164.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-164-300x225.jpg\" alt=\"Nachklang 164\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1065\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-164-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-164-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-164.jpg 1792w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>strong>Wolf-Dieter Poschmann<\/strong> interviewt beim 3. ISTAF-INDOOR in Berlin Weitspringerin <strong>Alexandra Wester<\/strong> nach ihrem 6,95-m-Sprung.<\/p>\n<p>In der Rubrik \u201eTreffs mit Leichtathleten\u201c sollen nicht nur eigene Interviews pr\u00e4sentiert werden. So nahm ich gern das Angebot meines Journalistenkollegen <strong>Berthold Mertes<\/strong> an, ein Interview mit dem ZDF-Moderator und Leichtathletik-Experten <strong>Wolf-Dieter Poschmann<\/strong> wiederzugeben, das im <strong>Bonner Generalanzeiger<\/strong> erschien.<br \/>\nDarin \u00e4u\u00dfert sich Poschmann zum Wandel der Sportberichterstattung im Fernsehen, eigenen journalistischen Anspr\u00fcchen, Reaktionen im Internet, der Dopingbek\u00e4mpfung und Barfu\u00df-Auftritten. <\/p>\n<p><strong>26.2.2016 BONN<\/strong>.  <strong>Vom <strong>Rhein<\/strong> ist Wolf-Dieter Poschmann irgendwie nie losgekommen. In K\u00f6ln geboren, unter anderem f\u00fcr den LC Bonn als Leichtathlet gestartet, hat er in Mainz seine berufliche Heimat gefunden. (Mainz liegt gegen\u00fcber der M\u00fcndung des Mains am Rhein, P.Gr.).<br \/>\nNach 30 Jahren ZDF, davon zehn Jahre als Leiter der Hauptredaktion Sport, geht der langj\u00e4hrige Moderator des Aktuellen Sportstudios nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio in den Ruhestand.<br \/>\nMit dem 64-J\u00e4hrigen sprachen <strong>Berthold Mertes<\/strong> und Hartmut Eickenberg f\u00fcr den Bonner Generalanzeiger. <\/strong><\/p>\n<p>Herr Poschmann, die Fernsehgemeinde war \u00fcberrascht bis irritiert, als Sie das ZDF spezial zum R\u00fccktritt von DFB-Pr\u00e4sident Wolfgang Niersbach barfu\u00df moderierten. Machen Sie das h\u00e4ufiger?<br \/>\n<strong>Wolf-Dieter Poschmann<\/strong>: Ich bin halt als Enth\u00fcllungsjournalist bekannt und bekomme auch keine kalten F\u00fc\u00dfe, wenn ich \u00fcber Brisantes berichte\u2026 Nein, das war Zufall. Ich habe damit nicht gerechnet, dass meine F\u00fc\u00dfe zu sehen sein k\u00f6nnten und auch nicht, dass Menschen angesichts dieses schwerwiegenden Themas auf solche Petitessen achten. Dass daraus eine solche Welle wurde, ist einerseits am\u00fcsant, aber auch bezeichnend f\u00fcr den Zustand unserer Medienlandschaft.<\/p>\n<p>Der Grund interessiert uns aber nun doch.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Der ist ganz banal. Ich hatte neue Einlagen f\u00fcr meine Schuhe bekommen und sollte sie ohne Str\u00fcmpfe einlaufen. Wir hatten wenig Zeit bis zur Sendung, der Moderationstisch war sehr niedrig, \u00fcbertrieben gesagt fast Kniekehlenh\u00f6he. Ich bin 1,90 m. Bevor nun wieder hektisch umgebaut wurde, habe ich schnell die Schuhe ausgezogen. Das brachte ein paar Zentimeter. Dass trotz der Blende vor dem Tisch meine F\u00fc\u00dfe zu sehen waren, darauf w\u00e4re ich im Leben nicht gekommen.<\/p>\n<p>Ihr Auftritt war ein Internet-Hit.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Es gab einige Interview-W\u00fcnsche, ich wurde gebeten, eine offizielle Erkl\u00e4rung zu formulieren, selbst in einer unserer ZDF-eigenen Sendungen sollte ich die Szene nachspielen und aufkl\u00e4ren. Ich habe gefragt, ob ich ihnen den Puls f\u00fchlen m\u00fcsste&#8230;..<\/p>\n<p>Da sind wir beim Thema: Wie hat sich die Fernseh-Landschaft mit den Jahrzehnten ver\u00e4ndert?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Grundlegend. Als ich vor 30 Jahren beim ZDF angefangen habe, waren es paradiesische Zust\u00e4nde. ARD und ZDF waren allein auf weiter Flur. Wohin wir auch mit unseren Kameras gekommen sind, wir wurden geradezu dankbar empfangen. Wir hatten die Souver\u00e4nit\u00e4t, unser Programm ausschlie\u00dflich nach journalistischen Kriterien, nach der Bedeutung der jeweiligen Ereignisse zu gestalten. Das, was man als Angebots-Fernsehen definieren kann.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Wir haben ein Programm nach unseren redaktionellen Vorstellungen gemacht, ohne gro\u00df nach den W\u00fcnschen der Zuschauer zu fragen. Es war die hohe Zeit der Magazine, wie dem Sport-Spiegel, der auch hintergr\u00fcndigen, nachdenklichen Geschichten. Auf die Quote wurde kaum R\u00fccksicht genommen, die hatte man. Das hat sich mit dem Aufkommen des Privatfernsehens radikal ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Und heute?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Sind wir ein Nachfrage-Medium. Wir erfragen \u00fcber Quoten und Umfragen, was die, die uns Geb\u00fchren bezahlen, mehrheitlich sehen wollen. Wir sind also in erster Linie Dienstleister. Und die Erkenntnis ist: Live schl\u00e4gt alles. Nachbearbeitung, Hintergrundgeschichten sind Garnitur. Das Fernsehen heute ist streng erfolgsorientiert, das Selbstverst\u00e4ndnis einer Redaktion tritt zunehmend in den Hintergrund, Unterschiede sind kaum noch wahrnehmbar.<\/p>\n<p>Wie sehen Sie die Entwicklung?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Sehr kritisch. Die Konkurrenz auf dem Markt l\u00e4sst einen schneller wankelm\u00fctig werden, auch in seinen eigenen journalistischen Anspr\u00fcchen. Man ist geneigt, neuen Tendenzen, Str\u00f6mungen zu folgen. Es gab Zeiten, als Spielerfrauen auf der Trib\u00fcne oder Hobbys der Profis fast wichtiger als der Sport selbst wurden. Dar\u00fcber haben wir intern heftig diskutiert und uns gefragt: Wollen wir das mitmachen oder wollen wir uns nicht doch unseren Standpunkt, unseren Stil bewahren und ein Mahner bleiben.<\/p>\n<p>Aber Sie haben sich angepasst.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Ja, viel zu h\u00e4ufig, und das finde ich bedauerlich. Die Berichterstattung im Allgemeinen ist braver, geschmeidiger und weniger kontrovers geworden.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcrs Aktuelle Sportstudio, das Sie 230 Mal moderiert haben. Die jungen Moderatoren sind nett, aber nicht sehr kritisch.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Das sagen Sie. Sie d\u00fcrfen nie vergessen, Moderation und Kommentierung unterliegen immer auch subjektiven Einsch\u00e4tzungen, es gibt im Grund genommen keine objektivierbaren Kriterien. Jeder muss wissen, wof\u00fcr er steht: f\u00fcr welche Werte, f\u00fcr welchen Stil. Vielen ist angenehmer, fr\u00f6hlich und unterhaltsam daherzukommen und kontroverse Themen zu umgehen, das bietet weniger Angriffsfl\u00e4che. Aber nat\u00fcrlich ist auch relevant, welchen Rahmen eine Redaktion vorgibt und welchen Anspruch sie hat. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-146.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-146-300x225.jpg\" alt=\"Nachklang 146\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1057\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-146-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-146-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-146.jpg 1664w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nInterviews haben Wolf-Dieter Poschmann immer Spa\u00df gemacht. Ob im Fernsehen, bei Stra\u00dfenl\u00e4ufen oder wie hier beim 3. ISTAF-INDOOR in Berlin, als er mit der nun nicht mehr aktiven Sprinterin Verena Sailer sprach. <\/p>\n<p>Wer hat Sie gepr\u00e4gt?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Dieter K\u00fcrten. Er hat mich geholt. Daf\u00fcr bin ich ihm ein Leben lang dankbar. Als ich als Deutschlehrer kam, war ich begeistert, wie wichtig f\u00fcr K\u00fcrten, Harry Val\u00e9rien oder Wolfram Esser Sprache war und wie sehr sie sich darum bem\u00fcht haben, uns zu vermitteln, den Sportjargon nicht zu \u00fcbernehmen und Klischees zu vermeiden. Das st\u00e4ndige Erinnern an die Verantwortung, die man vor einem Millionenpublikum hat. Auch in dieser Hinsicht war Dieter K\u00fcrten ein wunderbarer Lehrmeister. Er sagte: Nur, wenn du dich in deiner Alltagssprache bem\u00fchst, sauber zu formulieren, wirst du das auch in einer Live-Sendung, in der du unter Druck formulieren musst, aktivieren k\u00f6nnen, Rolf Kramer sprach von der &#8222;pr\u00e4senten Prosa&#8220;.<\/p>\n<p>Ein missgl\u00fcckter Satz kann in heutiger Zeit im Netz einen Shitstorm ausl\u00f6sen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Wer den Schritt in die \u00d6ffentlichkeit wagt, sollte ehrlicherweise niemals die vielen Privilegien vergessen und deshalb auch nicht wehleidig werden. Bedauerlicherweise sind aber Grenzen des Anstands verrutscht, der Ton verroht. Aber klar: Im gro\u00dfen, unergr\u00fcndlichen Netz muss man radikalisieren, \u00fcbertreiben, beleidigen, um aufzufallen.<\/p>\n<p>Treten Sie in Interaktion mit Usern?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Nein, ich bin weder bei Facebook noch Twitter. Ich habe auch nichts gegen seri\u00f6se Kritik, wir d\u00fcrfen ja nie vergessen, wir kritisieren und bewerten doch selbst permanent Sportler, Trainer, Funktion\u00e4re. Wenn Dieter K\u00fcrten mich nach einer Sendung mal beiseite nahm und sagte: Pass auf, du bist da auf einem schwierigen Weg, da bin ich sehr hellh\u00f6rig geworden. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Oder wenn mich Telefonanrufer nach der Sendung darauf aufmerksam machen, dass ich mich gesetzt h\u00e4tte, bevor meine G\u00e4ste Platz genommen hatten. Das sei unh\u00f6flich. Ja, das darf man annehmen. Berechtigte und begr\u00fcndete Kritik ist doch auch letztlich hilfreich, und \u00fcber gut formulierte Verrisse kann ich auch schmunzeln&#8230;nach 2 Tagen, versteht sich! \u2026<\/p>\n<p>Sie haben sich mal mit einer \u00c4u\u00dferung bei den WM 2009 \u00fcber die Hammerwerferin Betty Heidler vergaloppiert.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Ich habe gesagt: Wenn man in Marzahn aufgewachsen ist und das unbeschadet \u00fcberstanden hat, ist man zu allem f\u00e4hig. Das war eher launig gemeint, hatte aber durchaus den Hintergrund, sich auch mithilfe des Sports in einem nicht unauff\u00e4lligen Stadtteil durchgesetzt zu haben. Witzig war, dass sie nach der \u00c4u\u00dferung deutschen Rekord warf und Silber gewann. Ein Sturm der Entr\u00fcstung, der Besser-Wessi war schnell an die Wand genagelt. Nicht das erste Mal, dass ich die Humor-Toleranz \u00fcbersch\u00e4tzt habe. Leute &#8211; es ist doch nur Sport &#8211; kommt von &#8222;disportare&#8220;, zerstreuen&#8230;.macht Euch locker &#8211; bitte !!!<\/p>\n<p>Sie werden 65 Jahre. Sind die Spiele in Rio die Abschiedsvorstellung?<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Definitiv. Ein wunderbarer Abschluss. Und langsam ist es ja auch gut, keine Bitterkeit. Ich habe so viel Spannendes und Gro\u00dfartiges erlebt, durfte ein kleiner Teil von gro\u00dfen Sportmomenten sein, habe Generationen von Sportlern kommen und gehen sehen, habe die deutsche Einheit, die im Sport ja irgendwie immer noch nicht richtig vollzogen ist, begleitet. Es f\u00e4llt mir nicht schwer loszulassen \u2013 also jetzt. Wie&#8217;s im Oktober ist, wei\u00df ich nicht. Aber dann habe ich Zeit, im Netz richtig abzul\u00e4stern. ..<\/p>\n<p>Bei den Sommerspielen 2012 in London haben Sie sich bei der \u00dcbertragung des 100-m-Finales in bemerkenswerter Weise zum Dopingkampf in Deutschland ge\u00e4u\u00dfert: ineffektiv, zu teuer, die wenigen, die erwischt w\u00fcrden, w\u00fcrden d\u00e4monisiert. Das klang f\u00fcr einige wie ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Dopingfreigabe.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Mir ging&#8217;s um das Comeback von US-Sprinter Justin Gatlin nach vierj\u00e4hriger Dopingsperre. In Deutschland gab&#8217;s Stimmen, die \u00fcber seinen Start \u00fcberhaupt Unverst\u00e4ndnis \u00e4u\u00dferten. Ich habe den Standpunkt vertreten, der Sport d\u00fcrfe kein rechtsfreier Raum sein. Die deutsche Rechtsauffassung sieht vor, dass ein Mensch, der einen Regelbruch begangen hat, nach Abb\u00fc\u00dfung seiner Sanktion und Sperre das Recht auf Wiedereingliederung und die Chance auf einen Neuanfang hat, es also keinen Grund gibt, einen ehemaligen S\u00fcnder zu d\u00e4monisieren.<\/p>\n<p>Gatlin war die eine Seite. Die andere der Vorwurf, Kontrollen bringen nichts.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Aufwand und Ertrag bei den Trainingskontrollen stehen f\u00fcr mich in keinem vern\u00fcnftigem Verh\u00e4ltnis. Mit einem enorm hohen logistischen, personellen und finanziellen Aufwand und einem f\u00fcr mich unangemessenen Eingriff in die Privatsph\u00e4re werden Trainingskontrollen durchgef\u00fchrt. Die Statistik der Nada beweist jedes Jahr, dass im Verh\u00e4ltnis zu Proben und Kontrollen im Training mehr Dopingf\u00e4lle im Wettkampf aufgedeckt werden. Wenn man dann die Erkenntnisse der Biochemiker heranzieht, die \u00fcber mannigfaltige Mittel und Methoden berichten, wie sich die Kontrollen umgehen lassen, wenn man wei\u00df, dass der Anti-Doping-Kampf im Interesse nur weniger Nationen liegt, dann kommen mir Zweifel. Ich halte es f\u00fcr angemessen, das zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Der Eingriff in die Privatsph\u00e4re wird von vielen Sportlern kritisiert.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Wer Einblick hat in den Ablauf einer Dopingkontrolle, der wird zur Einsch\u00e4tzung kommen, dass das unangemessen ist und gegen die W\u00fcrde des Menschen verst\u00f6\u00dft. Dass sich Menschen, nur weil sie Leistungssport betreiben, bei Sportverb\u00e4nden an- und abmelden und ihren Standort definieren m\u00fcssen, ist ebenfalls unw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Also kein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Freigabe von Doping.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: Im Gegenteil. Es ist ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr intelligente, raffinierte und international gleichwertige Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Dennoch gab es von Seiten der Dopingbek\u00e4mpfer heftige Kritik.<br \/>\n<strong>Poschmann<\/strong>: War ja auch nicht anders zu erwarten. Ich habe wie viele als braver, netter Moderator begonnen. Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Wof\u00fcr willst du stehen, was ist dein journalistischer Anspruch, was sind deine Werte? Mit der Erfahrung der Jahre und der Kenntnis der Hintergr\u00fcnde habe ich beschlossen, zu benennen, was meiner Meinung nach falsch l\u00e4uft. Dass ich damit polarisiere, ist mir bewusst. Damit lebe ich gut und gerne. <\/p>\n<p>(Ausz\u00fcge aus einem am 26. Februar 2016 im \u201e<strong>Bonner Generalanzeiger<\/strong>\u201c erschienenen Interview, gef\u00fchrt von Berthold Mertes und Hartmut Eickenberg. Nachzulesen auch auf der Website der Tageszeitung unter www.general-anzeiger-bonn.de.)<\/p>\n<p><strong>Zur Person<\/strong><br \/>\nWolf-Dieter Poschmann (64) wollte nach einem Studium der Germanistik und P\u00e4dagogik eigentlich Deutschlehrer werden. 1985 kam er als Hospitant zum ZDF, wurde freier Mitarbeiter und ist dort seit 1993 Redakteur. Der Leichtathletik-Experte, der selbst ein herausragender Langstreckenl\u00e4ufer war, moderierte von 1994 bis 2011 das Aktuelle Sportstudio und war von 1995 bis 2005 Leiter des Hauptsports. Poschmann hat von zahlreichen internationalen Gro\u00dfereignissen berichtet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-129.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-129-300x225.jpg\" alt=\"Nachklang 129\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1048\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-129-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-129-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Nachklang-129.jpg 1766w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wolf-Dieter Poschmann beim 3. ISTAF-INDOOR im Interview mit Weitspringerin Heike Drechsler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>strong>Wolf-Dieter Poschmann interviewt beim 3. 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