{"id":12157,"date":"2018-03-23T17:18:43","date_gmt":"2018-03-23T16:18:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=12157"},"modified":"2018-03-24T10:21:53","modified_gmt":"2018-03-24T09:21:53","slug":"depeche-mode-von-ostberlin-bis-mexiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=12157","title":{"rendered":"Depeche Mode &#8211; Von Ostberlin bis Mexiko"},"content":{"rendered":"<p>Ich freue mich immer,\u00a0 wenn ich auf Facebook neue Entdeckungen machen kann. Und eine solche hat mir <strong>Marion Mergen<\/strong> beschert.\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/marion.mergen?lst=100002597438736%3A1645323686%3A1521749587\">Sie schrieb \u00fcber ihre Erinnerungen an ein Depeche Mode-Konzert, was sie vor nunmehr drei\u00dfig Jahren am 7. M\u00e4rz 1988 in Ostberlin in der Werner \u2013Seelenbinder-Halle \u00a0besucht hatte.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-sechs.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12163\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-sechs-300x172.jpg\" alt=\"Mergen sechs\" width=\"300\" height=\"172\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-sechs-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-sechs-1024x588.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-sechs.jpg 1528w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Marion Mergen (Mari M\u00e4rz):<\/strong><\/p>\n<p><strong>DER SOUND DER ANDEREN<br \/>\n<\/strong>Heute vor genau 30 Jahren war ich dabei, als Depeche Mode Geschichte schrieb. Ostdeutsche Geschichte. Zu einer Zeit, als niemand auch nur im Traum daran dachte, dass dieses Unget\u00fcm aus Stahl und Beton eines Tages verschwinden w\u00fcrde. Ich war f\u00fcnfzehn &#8230; damals &#8230; am 7. M\u00e4rz 1988. Der Geburtstag der FDJ &#8211; der Freien Deutschen Jugend. Ein bitterer Witz, der mir zu dieser Zeit so langsam bewusst wurde. FREI. Dieses Attribut gab es hinter der Mauer nicht. Jedenfalls nicht f\u00fcr mich in Ost-Berlin. Schon gar nicht mitten in der Pubert\u00e4t &#8211; als Freigeist und Outlaw zwischen all den S\u00f6hnen und T\u00f6chtern der Staatssicherheit. In meiner Schule, die nicht umsonst den Namen des Begr\u00fcnders dieser paranoiden und menschenverachtenden Organisation trug. Felix Dzierzynski. Etwas Gutes hatte dieser Umstand allerdings. Ich war mit meiner Freundin Romana die Einzige in unserer Klasse, die \u00fcberhaupt englische Musik h\u00f6rte und mit diesem SOUND DER ANDEREN etwas anfangen konnte. Ich wei\u00df heute ehrlich gesagt nicht mehr, wie wir es geschafft haben, legal an diese Karte zu kommen, f\u00fcr die zahllose DM-Fans in der DDR mehrere Monatsgeh\u00e4lter und sogar ganze Motorr\u00e4der auf dem Schwarzmarkt bezahlten oder aber zu Hunderten vor der Werner-Seelenbinder-Halle in Berlin\/Prenzlauer Berg in dieser unglaublichen M\u00e4rznacht umsonst warteten.<br \/>\nWir hatten damals kein Telefon, kein Internet, im DDR-Fernsehen wurde dar\u00fcber nicht berichtet, auf der Eintrittskarte stand nicht mal der Name der Band &#8230; und trotzdem wussten meine Freundin und ich, dass diese &#8222;goldene&#8220; Eintrittskarte mehr wert war als alles Geld der Welt. Depeche Mode machte \u00fcbrigens 100.000,00 DM Verlust an jenem Abend &#8230; und doch spielten sie. F\u00fcr uns! Die Atmosph\u00e4re am Einlass war mit nichts zu vergleichen. Ich habe sie sehr still und bedr\u00fcckend in Erinnerung. Angst ging um. Die einen (wie wir) f\u00fcrchteten, dass uns jemand die Karte wegnehmen k\u00f6nne. Ich hatte meine im Stiefel versteckt. Und die anderen (so viele) konnten die bittere Wahrheit kaum ertragen, dass sie ohne Karte das einzigartige Konzert ihrer Idole nur von drau\u00dfen erleben durften. Viele weinten an diesem Abend. Heulten sich die Seele aus dem Leib. Ich auch. Obwohl ich zu den Gl\u00fccklichen geh\u00f6rte, die Dave Gahan, Martin Gore, Andrew Fletcher und (damals noch) Alan Wilder live erleben durften, flennte ich die ganze Zeit &#8230; als ein Traum Realit\u00e4t wurde, wir die Unfreiheit f\u00fcr einen unvergesslichen Moment verga\u00dfen, als unsere Idole von den heimlich geschmuggelten BRAVO-Postern stiegen und wir uns f\u00fchlen durften wie ganz normale Teenager jenseits der Mauer. Ein Jahresvorrat an Tr\u00e4nen ging an diesem Abend drauf. Nicht nur bei mir\u2026\u201c<\/p>\n<p>Soweit der authentische Bericht von <strong>Marion Mergen<\/strong>. Und ich mu\u00df gestehen: Schon beim Lesen dieses Berichtes flossen bei mir die Tr\u00e4nen, obwohl ich kein Depeche Mode-Fan war (allerdings gef\u00e4llt mir deren Musik heutzutage). Aber solche Tr\u00e4nen sind leicht erkl\u00e4rbar. All das, was wir damals in der DDR erlebten, blieb bis heute in unserem Ged\u00e4chtnis. Und vor allem auch das, was wir damals <strong>nicht <\/strong>erleben durften. Eben, weil wir eingemauert waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Erinnerungen verblassen<\/strong><\/p>\n<p>Drei\u00dfig Jahre sind eine sehr lange Zeit. Manches verbla\u00dft. Doch erinnern konnte ich mich zumindest, \u00a0da\u00df Ulrike, eine meiner T\u00f6chter, damals auch Depeche Mode-Fan gewesen ist. Sie war etwa im Alter von Marion Mergen, wir lebten ebenfalls in Ostberlin. Ulrike, die nun seit vielen Jahren in Mexiko-Stadt lebt schrieb mir dazu jetzt:<\/p>\n<p>\u201eIch habe dunkel in Erinnerung, da\u00df damals in unserer Schulklasse 2 Tickets verteilt wurden. Mit Sicherheit wei\u00df ich, da\u00df wir alle f\u00fcr Ren\u00e9 gestimmt haben, weil er der Mega-Fan von Depeche Mode war. Ich denke fast, da\u00df ich ebenfalls eine Eintrittskarte hatte, auf der allerdings nicht mal der Name der Band stand. Also hatte ich vielleicht das zweite Ticket. Oder ich habe damals soviel dar\u00fcber gelesen, da\u00df ich denke, da\u00df ich dabei war\u201c.\u00a0 Meine zweite Tochter Petra allerdings ist der Meinung, da\u00df ihre Schwester nicht live dabei war. Gleich, wie es war. \u00a0Dieses Konzert hat Ulrike damals sehr bewegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch nun kommt der <strong>Knalleffekt<\/strong>. Drei Tage, nachdem ich die Geschichte von Marion Mergen gelesen hatte, bekam ich folgende Fotos aus Mexiko zugeschickt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Ulrike-Depeche-zwei.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12167\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Ulrike-Depeche-zwei-300x300.jpg\" alt=\"Mergen Ulrike Depeche zwei\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Ulrike-Depeche-zwei-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Ulrike-Depeche-zwei-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Ulrike-Depeche-zwei.jpg 956w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Depeche-Ulrike.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12166\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Depeche-Ulrike-300x113.jpg\" alt=\"Mergen Depeche Ulrike\" width=\"300\" height=\"113\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Depeche-Ulrike-300x113.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-Depeche-Ulrike.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Depeche Mode<\/strong> tourt gerade in Amerika, und Ulrike hatte kurzfristig mit ihrer Kollegin Valentina\u00a0 (rechts) Tickets f\u00fcr ein Konzert der nunmehr dreik\u00f6pfigen Band in einem Baseball-Stadion von Mexiko-Stadt erstehen k\u00f6nnen. Sie konnte ihr Gl\u00fcck kaum fassen.<\/p>\n<p><strong>Peter Grau<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber das Konzert von Depeche Mode 1988 in\u00a0 Ostberlin kann man auch im Folgenden nachlesen<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/einestages\/depeche-mode-in-der-ddr-a-946720.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/einestages\/depeche-mode-in-der-ddr-a-946720.html<\/a>.<\/p>\n<p>Und \u00fcber <strong>Marion Mergen<\/strong>, die ja der eigentliche Ausl\u00f6ser dieser Geschichte war, werde ich bald auf meiner Homepage berichten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-eins.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12158\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-eins-300x203.jpg\" alt=\"Mergen eins\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-eins-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-eins-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mergen-eins.jpg 1440w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wer sehr neugierig ist, kann sich \u00fcber sie, die auch mit ihrem K\u00fcnstlernamen Mari M\u00e4rz\u00a0 bekannt ist, unter\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.mari-M\u00e4rz.de\">www.mari-M\u00e4rz.de<\/a>\u00a0\u00a0 oder <a href=\"http:\/\/www.korrekt-getippt.de\">www.korrekt-getippt.de<\/a> \u00a0informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich freue mich immer,\u00a0 wenn ich auf Facebook neue Entdeckungen machen kann. Und eine solche hat mir Marion Mergen beschert.\u00a0 Sie schrieb \u00fcber ihre Erinnerungen an ein Depeche Mode-Konzert, was sie vor nunmehr drei\u00dfig Jahren am 7. M\u00e4rz 1988 in Ostberlin in der Werner \u2013Seelenbinder-Halle \u00a0besucht hatte. 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