{"id":1283,"date":"2016-03-17T20:21:02","date_gmt":"2016-03-17T19:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1283"},"modified":"2016-04-01T14:15:41","modified_gmt":"2016-04-01T12:15:41","slug":"jochen-busse-ein-leben-in-der-leichtathletik-im-fussball-und-in-der-sportmedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1283","title":{"rendered":"Jochen Busse: Weitspringer, Trainer und Sporttherapeut"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Autogrammkarte.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1300\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Autogrammkarte-269x300.png\" alt=\"Busse Jochen klein Autogrammkarte\" width=\"269\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Autogrammkarte-269x300.png 269w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Autogrammkarte.png 768w\" sizes=\"(max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201e Das war mein bester Sprung, diese <strong>8,12 m<\/strong> am 19. Juli 1981 auf Schalke\u201c. So beschreibt <strong>Jochen Busse<\/strong>, seines Zeichens damals <strong>Weitspringer<\/strong>, das Video, auf dem der Sprung aufgezeichnet ist, mit allen Emotionen, mit Zehnk\u00e4mpfer J\u00fcrgen Hingsen im Hintergrund und mit dem allseits beliebten und leider zu fr\u00fch verstorbenen Fotografen Gustav Schr\u00f6der &#8211; dem Mann mit der Baskenm\u00fctze &#8211; in Aktion.<\/p>\n<div style=\"width: 320px;\" class=\"wp-video\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('video');<\/script><![endif]-->\n<video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-1283-1\" width=\"320\" height=\"240\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/film_klein_x264.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/film_klein_x264.mp4\">http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/film_klein_x264.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p><strong>Auf Schalke<\/strong>, das ist f\u00fcr den geb\u00fcrtigen Duisburger Jochen Busse nicht nur eine Floskel. \u201e Im Ruhrpott ist man entweder Schalke- oder Dortmund &#8211; Fan. Und ich bin seit eh und je Schalke-Anh\u00e4nger. So war es f\u00fcr mich als Leichtathleten ein besonderes Ziel, im Parkstadion Gelsenkirchen, das in den 70er-Jahren aus der Gl\u00fcck-Auf-Kampfbahn Gelsenkirchen entstanden war, zu starten. Zweimal, 1975 und 1981, fanden dort die <strong>Deutschen &gt;Leichtathletik-Meisterschaften<\/strong> statt. Und beide Male gewann ich im Weitsprung diese Meisterschaften.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sein bester Sprung<\/strong><\/p>\n<p>Interessant ist auch die Geschichte, wie Jochen Busse viel sp\u00e4ter an dieses <strong>Video <\/strong>gekommen ist. \u201e 2006 kam Marlene Lufen, heute Moderatorin beim SAT 1-Fr\u00fchst\u00fccksfernsehen, nach der Operation ihres gerissenen Kreuzbandes in meine Physiotherapie-Praxis in K\u00f6ln. Nachdem ich sie behandelt hatte, fragte sie mich, wie sie mir einen Gefallen tun k\u00f6nne. Ich erz\u00e4hlte ihr, da\u00df ich noch nie den besten Sprung meiner Laufbahn, eben diese 8,12 m, gesehen habe. \u201e So etwas wie die heutigen Mediatheken gab es damals noch nicht. Aber ich hatte die Hoffnung, da\u00df es irgendwo beim Fernsehsender noch eine Kopie der DM 1981 geben k\u00f6nne. Zu dieser Zeit war Marlenes Mann, der ARD-Sportreporter Claus Lufen gerade bei der Fu\u00dfball-WM in S\u00fcdafrika. Aber es gibt ja Telefone und so regelten es die Lufens irgendwie. Marlene Lufen kam dann in meine Praxis: \u201eSchau mal, Jochen, was ich hier habe.\u201c Und sie hatte meinen Sprung auf einer DVD. Als ich ihn dann anschaute, kamen mir die Freudentr\u00e4nen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie aber war Jochen Busse \u00fcberhaupt zur Leichtathletik gekommen<\/strong>?<\/p>\n<p>Geboren am 10. M\u00e4rz 1954 in <strong>Duisburg<\/strong>, lernte Jochen Busse zun\u00e4chst am Steinbart-Gymnasium. \u201eMein Sportlehrer <strong>Herr Sparritz<\/strong> sah, da\u00df ich als Zw\u00f6lfj\u00e4hriger 5 Meter weit sprang und meinte, ich solle in einen Verein gehen. Diesem Rat folgte ich und ging zu Eintracht Duisburg, \u00fcbrigens auch der Stammverein von <strong>J\u00fcrgen Hingsen<\/strong>.\u201c Das Training schlug an. Als 16-J\u00e4hriger sprang er 6,60 m und als 18 J\u00e4hriger war der nunmehr 1,91 m gro\u00dfe Schlaks im Jahr 1972 mit 7,35 m Dritter der Deutschen Jugendmeisterschaften in Bielefeld. Dort lag auch <strong>Hans-Peter Briegel<\/strong> vor ihm, die \u201eWalz aus der Pfalz\u201c und sp\u00e4ter als Fu\u00dfballspieler und Trainer bekannt geworden.<br \/>\nJochen Busse aber verbesserte sich weiter, langte 1974 bei 7,85 m an und war damit in der deutschen Spitze angekommen. Seine kontinuierliche Entwicklung kam auch daher, da\u00df er nach der Schule zur Bundeswehr gegangen war und zwar als <strong>Sportsoldat<\/strong> nach <strong>Warendorf<\/strong>. Und danach begann er mit einem Studium an der <strong>Sporthochschule in K\u00f6ln<\/strong>. Sportlich war er auf der Jagd nach den 8 Metern, aber auf diesem Weg gab es 1978 einen R\u00fcckschlag, als er einen schweren Unfall mit Sch\u00e4delbruch und langem station\u00e4ren Aufenthalt hatte. Da stand seine sportliche Laufbahn auf der Kippe.<\/p>\n<p><strong>Zusammen mit M\u00f6genburg und Thr\u00e4nhardt<\/strong><\/p>\n<p>Ein Jahr Ausfall war die Folge, doch bei neuen Vereinen, zun\u00e4chst Bayer Leverkusen und dann ASV K\u00f6ln, ging es wieder aufw\u00e4rts. \u201e In K\u00f6ln kam ich in eine Trainingsgruppe mit <strong>Brigitte Holzapfel<\/strong> (heute Kurschilgen und Bundestrainerin), <strong>Ulrike &gt;Paas<\/strong>, <strong>Dietmar M\u00f6genburg<\/strong> und <strong>Carlo Thr\u00e4nhardt<\/strong>. Und ich merkte schnell, da\u00df unter<strong> Trainer Dragan Tancic<\/strong> ganz anders trainiert wurde, anders, als ich es vorher kannte. Und von Tancic habe ich sehr viel f\u00fcr meine sp\u00e4tere Trainerlaufbahn gelernt.\u201c Aber nicht nur das Training gestaltete sich anders. \u201eAuch das Leben, das die f\u00fchrten, gefiel mir. Angefangen von den langen Aufenthalten im Trainingslager <strong>Estepona<\/strong> im spanischen Andalusien.\u201c Bis dahin hatte Jochen Busse international noch nicht mitmischen k\u00f6nnen, aber nun fiel bald die 8-Meter-Marke, 1980 in Warschau. Und diese 8 Meter bedeuteten auch damals schon etwas. \u201e Ich kam damit in jedes internationale Feld, konnte in Z\u00fcrich, Berlin und Br\u00fcssel starten.\u201c Und was noch wichtiger war: Er konnte sich f\u00fcr die <strong>Olympischen Spiele 1980 in Moskau q<\/strong>ualifizieren. \u201e Wir waren bereits komplett eingekleidet und voller Vorfreude, doch dann erreichte uns die Nachricht vom <strong>Boykott. <\/strong> Die Entt\u00e4uschung war nat\u00fcrlich gro\u00df. Als kleines Trostpflaster wurde eine Alternativveranstaltung in Philadelphia (USA) organisiert. Die Ergebnisse wurden mit denen von Olympia verglichen und danach ein sechster Platz ausgerechnet. \u201eDaf\u00fcr bekam ich dann eine bescheidene Pr\u00e4mie und eine Reise f\u00fcr 14 Tage nach Vancouver\/Kanada.\u201c<br \/>\nAber Jochen Busse gab nicht auf, steigerte sich weiter, bis zu den <strong> 8,12 m <\/strong>auf Schalke.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Jochen-Busse-812-m.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1320\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Jochen-Busse-812-m-208x300.jpg\" alt=\"Jochen Busse 8,12 m\" width=\"208\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Jochen-Busse-812-m-208x300.jpg 208w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Jochen-Busse-812-m-709x1024.jpg 709w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Jochen-Busse-812-m.jpg 1312w\" sizes=\"(max-width: 208px) 100vw, 208px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und er nahm einen zweiten Anlauf, an Olympischen Spielen teilzunehmen. \u201e 1984 wurde ich deutscher Meister mit einer Weite von 7,92 m bei Gegenwind, war au\u00dferdem in F\u00fcrth 8,01 m gesprungen und hatte die Olympianorm geschafft.\u201c Aber er wurde nicht mitgenommen. \u201e Ich war 30 Jahre und die Funktion\u00e4re haben mir gesagt, da\u00df ich zu alt sei\u201c.<\/p>\n<p><strong>Diplomarbeit \u00fcber Bob Beamons 8,90 m-Satz<\/strong><\/p>\n<p>Sicherlich war Jochen Busse entt\u00e4uscht, Olympia nicht erleben zu d\u00fcrfen. Aber er bekam schnell die Kurve, suchte nun nach dem Ende seiner sportlichen Karriere die n\u00e4chste Bew\u00e4hrung. \u201e Ich wurde Trainer, und da bin ich erst so richtig zum Profi geworden. Trainer bin ich auch deshalb geworden, um bei meinen Athleten die Fehler zu vermeiden, die ich gemacht habe. \u201c<br \/>\nUm Trainer zu werden, mu\u00dfte Jochen Busse zun\u00e4chst sein Sportstudium abschlie\u00dfen. \u201eDie letzte H\u00fcrde war die Diplomarbeit, die ich in Anatomie schrieb, was mir sp\u00e4ter viel geholfen hat\u201c. Als Weitspringer w\u00e4hlte er ein naheliegendes Thema: \u201e Ich habe den 8,90-m-Sprung von Bob Beamon bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko anatomisch analysiert, d.h. auf 84 Seiten untersucht, welcher Muskel wann wo arbeitet. Es war gewisserma\u00dfen eine Symbiose aus Anatomie und Biomechanik.\u201c Diese Arbeit wurde f\u00fcr gut befunden, und Jochen Busse hatte damit den Diplomsportlehrer (heute Diplomsportwissenschaftler) in der Tasche.<br \/>\nIm Fitne\u00dfstudio<br \/>\nAber er wurde nicht gleich Trainer, sondern er er\u00f6ffnete zun\u00e4chst gemeinsam mit Partnern in K\u00f6ln ein Fitne\u00dfstudio. \u201e Ich war dort Teilhaber und Teilzeitangestellter.\u201c Es war ein v\u00f6llig neues Konzept innerhalb eines Hotels, des Ascot-Hotels am Hohenzollernring.\u201c Aber das lag ihm mehr, als etwa Berufssoldat bei der Bundeswehr zu werden oder den Verwaltungsweg einzuschlagen.<\/p>\n<p><strong>Ein Anruf von M\u00f6genburg<\/strong><\/p>\n<p>Wie oft in seinem Leben kam dann \u00fcberraschend ein Wechsel. <strong>Hochspringer Dietmar M\u00f6genburg<\/strong>, mit dem er ja noch gemeinsam trainiert hatte, rief eines Montags an. \u201eDidi, so sein Spitzname, fragte, ob ich sein Trainer werden wolle. Ich, der ja nur sieben Jahre \u00e4lter war, sagte sofort zu, und am Mittwoch sa\u00dfen wir schon gemeinsam im Flugzeug nach Los Angeles. Zwei Monate trainierten wir dort und anschlie\u00dfend begann eine erfolgreiche Zeit.\u201c Insgesamt holte sich Dietmar M\u00f6genburg auf Welt-und Europaebene acht Goldmedaillen, u.a. Gold bei den Olympischen Spielen 1984.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-und-Didi-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1288\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-und-Didi-klein-156x300.jpg\" alt=\"Busse und Didi klein\" width=\"156\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-und-Didi-klein-156x300.jpg 156w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-und-Didi-klein.jpg 237w\" sizes=\"(max-width: 156px) 100vw, 156px\" \/><\/a><br \/>\nJochen Busse (links) und Dietmar M\u00f6genburg<\/p>\n<p>Doch Jochen Busse sieht es auch kritisch: \u201eEr war erfolgreich, aber nicht erfolgreich genug. Nach seinen Erfolgen nervte es dann, da\u00df Didi auf einmal nur noch Vierter wurde. Er hatte massive Knieprobleme, aber ich habe ihn k\u00f6rperlich immer noch so hinbekommen. Aber wegen der Schmerzen konnte er die gute Technik nicht mehr springen. Am Ende waren wir beide unzufrieden, und Didi trennte sich von mir und ging wieder zu Tancic zur\u00fcck\u201c.<\/p>\n<p><strong>Trainer von Sabine Braun<\/strong><\/p>\n<p>Jochen Busse aber war inzwischen hauptamtlicher Trainer in Wattenscheid geworden, trainierte dort auch gemeinsam mit Gertrud Sch\u00e4fer die <strong>Mehrk\u00e4mpferin Sabine Braun<\/strong>. \u201e Sabine Braun wurde in Split Europameisterin und Weltmeisterin 1991 in Tokio. Ich habe sie im Hochsprung von 1,86 m auf 1,94 m und im Weitsprung auf 6,67 m gebracht.\u201c<\/p>\n<p>In dieser Zeit der politischen Wende und dem Ende der DDR kamen von dort, besonders aus Erfurt und Chemnitz, viele Athleten, um in Wattenscheid zu trainieren. Und der Wattenscheider M\u00e4zen Steilmann nahm sich ihnen sofort an. \u201e Zu mir kamen u.a. die Weitspringer Konstantin Krause und Dreispringerin Angela Barylla. \u201c<br \/>\nAber dann gab es wieder einen der Zuf\u00e4lle im Leben des Jochen Busse.<\/p>\n<p><strong>Konditionstrainer bei den Fu\u00dfballern<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAls ich eines Morgens mit Sabine Braun trainierte, stand pl\u00f6tzlich Hannes Bongartz in der Halle. Er war damals Fu\u00dfballtrainer bei der SG Wattenscheid 09, die 1990\/1991 in der zweiten Liga spielten.\u201c Bongartz sagte: \u201e Ich brauche einen Konditionstrainer.\u201c Und Busse antwortete: \u201e Ja, hier! Und dann hat er mich f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen zum Training eingeladen. Anschlie\u00dfend durfte ich eine Woche auf Probe arbeiten und dann hatte ich den Job.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Fu\u00dfball-Wattenscheid.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1286\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Fu\u00dfball-Wattenscheid-300x169.jpg\" alt=\"Busse Jochen klein Fu\u00dfball Wattenscheid\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Fu\u00dfball-Wattenscheid-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Fu\u00dfball-Wattenscheid.jpg 662w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mannschaftsfoto der SG Wattenscheid 09 (Jochen Busse: 2. Reihe, Dritter von rechts)<\/p>\n<p>Das Jahr 1991 wurde zum sch\u00f6nsten Jahr im Berufsleben von Jochen Busse. \u201e Sabine Braun wurde <strong>Weltmeisterin in Tokio<\/strong> und die <strong>SG Wattenscheid 09<\/strong> stieg in die <strong>1. Bundesliga<\/strong> auf.\u201c<br \/>\nIn der Leichtathletik hielten die Erfolge danach an, denn Sabine Braun holte 1992 Bronze bei der Olympiade in Barcelona und 1993 Silber bei der WM in Stuttgart.<\/p>\n<p>Aber die Gl\u00fccksstr\u00e4hne hielt nicht an, zumindest nicht beim Trainer Busse. \u201e Ich wurde als Trainer betriebsbedingt gek\u00fcndigt, weil die Abteilung Leichtathletik ein Haushaltsloch von 400.000 Mark aufwies.\u201c Sabine Braun trainierte er zwar trotzdem weiter, und er war auch noch Konditionstrainer beim Fu\u00dfball, aber es fehlte ihm nun eine hauptamtliche T\u00e4tigkeit.<br \/>\n\u201e So bin ich Therapeut geworden\u201c, meint er lakonisch. Und im Nachhinein erz\u00e4hlt es sich wieder ganz einfach: \u201e Ich war ziemlich verzweifelt. Und da kam wieder so ein Telefonanruf: Hier ist der Werner. Wir machen eine Reha in Essen auf, hast Du Lust?\u201c <strong> Werner Kisters<\/strong>, der Anrufer, war fr\u00fcher mal Masseur beim Deutschen Leichtathletikverband (DLV) gewesen. Jochen Busse sah sich das in Ruhe an, war von dem Objekt, immerhin einer Investition von 12 Millionen DM, beeindruckt. Er sagte zu und war fortan Therapieleiter in der \u201cAmbulanten Tagesklinik f\u00fcr orthop\u00e4dische Rehabilitation\u201c.<\/p>\n<p><strong>Lizenz als Therapeut<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Frau-behandelnd.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1289\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Frau-behandelnd-300x169.jpg\" alt=\"Busse Jochen klein Frau behandelnd\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Frau-behandelnd-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Frau-behandelnd-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Busse-Jochen-klein-Frau-behandelnd.jpg 1372w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jochen Busse bei der Arbeit<\/p>\n<p>Einen kleinen Haken hatte die Sache aber. Jochen Busse war noch gar kein Therapeut. \u201e Ich hatte mir zwar ein Grundwissen erworben, im Studium und in der Praxis in K\u00f6ln. Aber mir fehlten die notwendigen Schriftst\u00fccke f\u00fcr die Krankengymnastik, f\u00fcr die Rehabilitation, sprich die Zeugnisse. Das mu\u00dfte er nun alles in Lehrg\u00e4ngen nachholen. \u201e Ich fuhr nach Regensburg zu <strong>Klaus Eder<\/strong>, dem Physiotherapeuten der Deutschen Fu\u00dfballnationalmannschaft und habe dort meine Lizenz f\u00fcr Rehabilitation gemacht, die sogenannte EAP-Zulassung. Danach war ich anerkannter Therapeut.\u201c<br \/>\nUnd einer, der vor Arbeit kaum mehr eine Ruhepause hatte. \u201e Ich bin morgens in die Klinik nach Essen fahren, danach nachmittags zum Konditionstraining der Fu\u00dfballer nach Wattenscheid. Und ich hatte auch noch Sabine Braun und andere Leichtathleten wie Weitspringer Konstantin Krause zu trainieren.\u201c<\/p>\n<p>Da war es dann eine \u201eArbeitsentlastung\u201c, als Ende er 90er die Trennung von Sabine Braun kam. \u201e Gertrud Sch\u00e4fer, die Haupttrainerin von Sabine, hatte gek\u00fcndigt und da habe ich gesagt, da\u00df ich auch nicht mehr will. Wir haben uns dann freundschaftlich getrennt und haben auch heute noch eine gute Verbindung.\u201c<br \/>\nDie F\u00fclle an Arbeit in den 90er-Jahren hatte jedoch auch einen Preis. Der Sport lie\u00df sich mit einem normalen Familienleben nicht vereinbaren. Und seine erste Ehe, aus der sein Sohn Christoph stammt, wurde geschieden. \u201e Das hat mich zu dieser Zeit nat\u00fcrlich sehr besch\u00e4ftigt und einige Konzentration im Job gekostet. Aber der Sport hat mich auch so gepr\u00e4gt, da\u00df ich Konflikte bew\u00e4ltigen kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>Probleme durch die Gesundheitsreform <\/strong><\/p>\n<p>Und Schwierigkeiten gab es dann auch kurz vor der Jahrtausendwende, als die Gesundheitsreform von Ulla Schmidt (SPD) griff, und vor\u00fcbergehend die ambulante Reha abgeschafft wurde. \u201e Damals war das Rehazentrum in Essen im freien Fall und ging pleite, weil keine Auftr\u00e4ge mehr kamen. Ich bin da mit einem blauen Auge herausgekommen, auch wenn ich erstmals in meinem Leben arbeitslos war.\u201c Er ging zum Arbeitsamt und bekam dort den Rat, sich selbst\u00e4ndig zu machen. \u201eIch wurde freier Mitarbeiter in einer Praxis f\u00fcr Physiotherapie und Krankengymnastik in K\u00f6ln-Widdersdorf an und arbeitete dort von 2003 bis 2012.\u201c<br \/>\nAber nach wie vor hing Jochen Busse an der Leichtathletik, und deshalb erfreute ihn zu dieser Zeit ein Anruf (das Telefon spielte im Leben von Jochen Busse immer eine gro\u00dfe Rolle), der vom <strong>Pulheimer SC <\/strong>kam, einem Leichtathletikverein aus der N\u00e4he von K\u00f6ln, und ihm die Betreuung einer Jugendgruppe anbot. Von 2006 bis 2012 trainierte er also eine Gruppe von 20 Jungen und M\u00e4dchen der Altersklasse 14\/15.<\/p>\n<p><strong>Umzug von K\u00f6ln nach Neuruppin<\/strong><\/p>\n<p>Privat segelte er auch wieder in ruhigen Wassern. Seine jetzige Frau Heike hatte er 2003 in K\u00f6ln kennengelernt. Sie ist eine geb\u00fcrtige Neuruppinerin, hatte dort 17 Jahre als Medizinisch-Technische Assistentin in den Ruppiner Kliniken gearbeitet und war nach der Wende nach K\u00f6ln gegangen, um dort zu arbeiten. \u201e Sie kam mit einer l\u00e4dierten Schulter in meine Praxis\u201c, erinnert sich Jochen Busse sehr genau. \u201e Und dann erz\u00e4hlte sie mir etwas \u00fcber ihre Geburtsstadt Neuruppin. K\u00fcnftig fuhren wir oft nach Neuruppin, und es gefiel mir auf Anhieb.\u201c Ab 2005 beobachteten sie, wie am Ufer des Ruppiner Sees ein neues Hotel gebaut wurde. \u201e Wir geh\u00f6rten dann mit zu den ersten G\u00e4sten und waren mit der Zeit dort Stammg\u00e4ste.\u201c Und bei einem dieser Besuche wurde Jochen Busse in der Bar zuf\u00e4llig Ohrenzeuge, als die Hotelchefin Martina Jeschke sich mit Bekannten \u00fcber Gesundheit und Sport unterhielt. \u201e Meine Ohren wurden immer gr\u00f6\u00dfer, und dann mischte ich mich einfach ein: Entschuldigung, das kann ich. Ich hole ihnen die Bundesliga hierher,\u201c sagte er in seiner zupackenden, selbstbewu\u00dften Art.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfballmannschaften nach Neuruppin geholt<\/strong><\/p>\n<p>Jochen Busse \u00fcberzeugte und wurde 2012 als Sport- und Gesundheitsmanager im Hotel eingestellt. Morgens arbeitete er im Marketingb\u00fcro des Hotels und sorgte daf\u00fcr, da\u00df viele Fu\u00dfballmannschaften ins Trainingslager nach Neuruppin kamen. Vom HSV, \u00fcber Union Berlin, Eintracht Braunschweig, Werder Bremen, RB Leipzig, bis zu Sevilla, alle kamen und waren zufrieden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/6-Die-Bullen-in-der-Schleuse.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-195\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/6-Die-Bullen-in-der-Schleuse-300x225.jpg\" alt=\"6 Die Bullen in der Schleuse\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/6-Die-Bullen-in-der-Schleuse-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/6-Die-Bullen-in-der-Schleuse-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>RB Leipzig im Trainingslager in Neuruppin (siehe auch Geschichte mit Tim Lobinger in dieser Rubrik)<\/p>\n<p>Au\u00dferdem entwickelte er physiotherapeutische Produkte im Gesundheitswesen, die als Arrangements f\u00fcr Hotelg\u00e4ste angeboten wurden. Und in seine Gesamttherapie baute er auch Erkenntnisse aus der Kinesiologie ein. Kinesiologie ist die Lehre von der ganzheitlichen Energieversorgung. Damit nutzt man manuelle Muskeltests, Krankheiten und Beschwerden zu diagnostizieren und entsprechende Therapien zu entwickeln. \u201e Die Gesamttherapie wurde Hotelg\u00e4sten, aber auch Neuruppinern angeboten und war sehr erfolgreich.\u201c Auch seine Frau Heike Busse bekam in der Gesundheitstherme des Hotels eine Stellung. Es deutete alles darauf hin, da\u00df die Busses ihr endg\u00fcltiges Lebensgl\u00fcck in Beruf und Privatleben gefunden hatten. Doch das war ein Trugschlu\u00df.<\/p>\n<p><strong>Noch viele Projekte im Kopf<\/strong><\/p>\n<p>Mitte 2015 zogen fast aus heiterem Himmel dunkle Wolken auf.<br \/>\nEs kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Hotelchefin und Jochen Busse \u00fcber die k\u00fcnftige Gesch\u00e4ftsausrichtung und am Ende stand die Trennung. \u201e Es tat mir zwar sehr leid, denn ich hatte mich dort lange Zeit sehr wohl gef\u00fchlt, aber schon aus Selbstachtung mu\u00dfte ich einen Schlu\u00dfstrich ziehen. Wenn es deutlich unterschiedliche Auffassungen gibt, ist es besser, wenn man sich trennt.\u201c<\/p>\n<p>Es soll aber noch kein Ende seines Berufslebens sein. \u201e Ich f\u00fchle mich noch nicht alt genug, um aufzuh\u00f6ren. Ich habe viele Projekte im Kopf und bin gespannt, was durchzusetzen ist.\u201c<\/p>\n<p>Peter Grau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e Das war mein bester Sprung, diese 8,12 m am 19. Juli 1981 auf Schalke\u201c. So beschreibt Jochen Busse, seines Zeichens damals Weitspringer, das Video, auf dem der Sprung aufgezeichnet ist, mit allen Emotionen, mit Zehnk\u00e4mpfer J\u00fcrgen Hingsen im Hintergrund und mit dem allseits beliebten und leider zu fr\u00fch verstorbenen Fotografen Gustav Schr\u00f6der &#8211; dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1283\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Jochen Busse: Weitspringer, Trainer und Sporttherapeut<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1283"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1283"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1283\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1407,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1283\/revisions\/1407"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}