{"id":129,"date":"2015-12-02T17:19:40","date_gmt":"2015-12-02T16:19:40","guid":{"rendered":"http:\/\/petergrau.laufserver.de\/?p=129"},"modified":"2016-04-22T18:04:04","modified_gmt":"2016-04-22T16:04:04","slug":"oliver-sven-buder-nach-der-kugel-folgte-die-kurbel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=129","title":{"rendered":"Oliver-Sven Buder: Nach der Kugel folgte die Kurbel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eineinhalb Jahrzehnte z\u00e4hlte Oliver-Sven Buder zu den besten Kugelsto\u00dfern der Welt. Nach seinem R\u00fccktritt 2003 blieb der zweimalige Vize-Weltmeister dem Sport erhalten. Allerdings nicht im Ring, sondern bei der \u201eFormel 1 des Segelsports\u201c. Und au\u00dferdem baute er sich in einer Textilfirma eine Existenz auf.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/buder2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-475\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/buder2.jpg\" alt=\"buder2\" width=\"192\" height=\"144\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>WM-Silber 1999<\/strong><\/p>\n<p>Der Kugelsto\u00df-Vizeweltmeister von Sevilla 1999, Oliver-Sven Buder, hat den Treffpunkt selbst vorgeschlagen, das Kaffee Cup&amp;Cino mitten im Zentrum von <strong>Kiel<\/strong>. \u201e Dort gibt es einen sehr guten Kaffee\u201c, meinte er. Nun l\u00e4\u00dft er sich den Macchiato XL munden. Es wird eine kurzweilige Stunde, der 48 &#8211; J\u00e4hrige hat viel zu erz\u00e4hlen.<br \/>\nIn Kiel ist er aus beruflichen und privaten Gr\u00fcnden gelandet. Gleich um die Ecke befindet sich die Logistik-Zentrale seines Arbeitsgebers, der <strong>Textilfirma elkline<\/strong>, die . \u201e sportliche Freizeitbekleidung vertreibt. \u201e Wir sind so etwas \u00e4hnliches wie Jack Wolfskin, nur etwas kleiner und etwas modelastiger,\u201c beschreibt der H\u00fcne die Firma.<\/p>\n<p>2008 hat er an der F\u00f6rde einen Shop der Firma \u00fcbernommen, ist im Au\u00dfendienst t\u00e4tig und f\u00fcr die ostdeutschen Bundesl\u00e4nder und Bayern zust\u00e4ndig. Stre\u00dfig wird es, wenn die Fr\u00fchjahrs- und die Herbstkollektionen auf den Markt kommen. \u201e Da lebe ich im Hotel, fahre von Kunde zu Kunde, von Stadt zu Stadt,\u201c berichtet der <strong>Hallen-Europameister von<\/strong> <strong>1998<\/strong>. Flink wie ein Elch muss er sein, ganz wie das Markenzeichen seiner Firma.<br \/>\nUnbedarft ist Buder nicht in diese Branche gekommen. \u201e1992 hatte ich als Kugelsto\u00dfer die Wahl, entweder zur Bundeswehr zu gehen, oder aber zum TV Wattenscheid, wo damals der Textilfabrikant Klaus Steilmann M\u00e4zen war. Ich w\u00e4hlte Wattenscheid und begann gleichzeitig meine berufliche Ausbildung zum Industriekaufmann der Textilwirtschaft.\u201c Das war im Nachhinein der richtige Schritt. Aber es dauerte viele Jahre, bis sich der Kreis mit der jetzigen Arbeit schlo\u00df.<\/p>\n<p><strong>WM-Gold entrissen<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst trainierte der Modellathlet &#8211; mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 1,99 kg und einem Gewicht von 155 kg- bei <strong>Miroslaw Jasinski<\/strong> und hatte sportlich 1999 sein erfolgreichstes Jahr. Als sie beide ins WM-Stadion von Sevilla schritten, sagte sein Trainer: \u201e Heute ist Dein Tag, heute kann Dich keiner schlagen\u201c. Und lange sah es auch danach aus, denn Oliver-Sven Buder f\u00fchrte mit 21,42 m das Feld an. Erst im letzten Versuch schnappte ihm der Amerikaner Cotrell James ( C.J.) Hunter mit 21,79 m noch das Gold weg: Hunter, damals Ehemann von Sprinterin Marion Jones, wurde ein Jahr sp\u00e4ter wegen Nandrolon-Dopings gesperrt. Die Goldmedaille von Sevilla durfte er trotzdem behalten. Doch Buder schaut nicht im Zorn zur\u00fcck. \u201eDas bringt nichts. Die Leichtathletik hat mir gro\u00dfen Spa\u00df gemacht, ich m\u00f6chte nichts missen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/buder1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-474\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/buder1.jpg\" alt=\"buder1\" width=\"192\" height=\"144\" \/><\/a><br \/>\n2003 nahm er endg\u00fcltig Abschied aus dem Kugelsto\u00dfring, und eine bewegte Zeit begann. Ein halbes Jahr trainierte er in Leipzig den Kugelsto\u00dfer Ren\u00e9 Sack, den heutigen Trainer von Diskuswerferin Nadine M\u00fcller. Doch das war nur eine ABM-Ma\u00dfnahme, die Arbeitslosigkeit drohte. Da kam das Angebot wie gerufen, als <strong>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/strong> bei den gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegenen <strong>Cuxhavener Basketballern<\/strong> zu arbeiten. \u201e Neun Monate machte ich das, es war purer Stre\u00df, denn niemand wu\u00dfte so recht, wie es funktionieren sollte und mu\u00dfte,\u201c erinnert er sich.<\/p>\n<p><strong>Auf hoher See<\/strong><\/p>\n<p>Doch der Ausflug zum Basketball sollte nicht der letzte Sportartwechsel f\u00fcr Oliver-Sven Buder bleiben. \u201e Ich traf mich in einem Kieler Caf\u00e9 mit einem Freund, den ich in Cuxhaven kennengelernt hatte, um mich zu erkundigen, wie meine Athletik- Trainingspl\u00e4ne bei ihm angeschlagen hatten.\u201c Der Freund war Profisegler und fragte ihn, ob er nicht mal nach Valencia zum <strong>America\u2018s-Cup<\/strong> kommen k\u00f6nne. Es handelte sich um nicht weniger als eine Einladung zur ber\u00fchmten Segelregatta um die \u00e4lteste Sporttroph\u00e4e der Welt (seit 1851 ausgetragen). Um die Formel 1 auf See mit Hightech-Booten, die Aber-Millionen in der Herstellung kosten. Der Exkugelsto\u00dfer sagte sofort zu: \u201eDas war eine meiner besten Entscheidungen\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/buder3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-476\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/buder3.jpg\" alt=\"buder3\" width=\"192\" height=\"144\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Kraft an der Kurbel<\/strong><\/p>\n<p>Oliver-Sven Buder wurde \u201e<strong>der Kurbler vom Dienst<\/strong>\u201c , auch \u201e<strong>Kaffee-Grinder<\/strong>\u201c genannt. Dieser Begriff stammt von Kaffeem\u00fchlen, die man fr\u00fcher in den USA verwendete. \u201eMit den Grindern werden die Winschen bewegt, \u00fcber die die Seile gehen, mit denen die Segel eingestellt werden,\u201c erkl\u00e4rt Buder. H\u00f6rt sich einfach an, ist aber eine echte Knochenarbeit. Er schnupperte als Mitglied der ersten deutschen Kampagne \u00fcberhaupt ( United Internet Team Germany aus dem nicht unbedingt als Segelhochburg geltenden Montabaur) beim America\u00b4s Cup 2006\/ 2007 ins Regatta-Segeln hinein und fand Geschmack daran.<\/p>\n<p>Von <strong>Norbert Plambeck<\/strong>, den er aus seiner T\u00e4tigkeit beim Basketballteam Cuxhaven kannte, bekam er bald danach ein verlockendes Angebot, das er sofort annahm. Er sollte auf dessen 24 Meter langen Privatyacht in Amerika als Bootsmann arbeiten. \u201e Wir segelten in der Karibik, erlebten die wetterbedingten H\u00f6hen und Tiefen des Segelns. R\u00fcckblickend war es sicher meine bisher sch\u00f6nste Zeit\u201c. Und sie hatte einen positiven Nebeneffekt: Auf dem Schiff lernte er seine Freundin Maren kennen und zog sp\u00e4ter zu ihr nach Kiel.<br \/>\n\u201e Ich h\u00e4tte auch in Cuxhaven an der Werft arbeiten k\u00f6nnen, wo die Yacht nun liegt, aber dann w\u00e4re es eine Fernbeziehung geworden und das wollte ich nicht.\u201c So kam das Angebot, einen Shop der Firma elkline in Kiel zu \u00fcbernehmen, zum rechten Zeitpunkt.<\/p>\n<p><strong>Lob f\u00fcr David Storl<\/strong><\/p>\n<p>Das Kugelsto\u00dfen aber hat der geb\u00fcrtige Erlabrunner nicht aus den Augen verloren.<br \/>\nEine hohe Meinung hat er von Weltmeister <strong>David Storl<\/strong>. \u201e Beeindruckend f\u00fcr mich war vor allem, wie reibungslos David und sein Trainer Sven Lang den \u00dcbergang von den Junioren zu den Erwachsenen hinbekommen haben. Spannend wird es aber nun werden, wie er sich im Sommer 2012 schlagen wird, besonders auch bei Olympia. Jeder kennt ihn jetzt, und da wird es nicht leicht werden, eine Medaille zu gewinnen.\u201c Das meinte Buder Ende 2011, und Storl schnupperte 2012 in London sogar an olympischem Gold, und war letztlich mit Silber zufrieden.<br \/>\nDas Flair von Olympia fasziniert Buder, der in Atlanta (F\u00fcnfter) und Sydney (Achter) dabei war, immer noch. \u201e Jeder Leistungssportler sollte das anstreben. Es ist einfach das Sch\u00f6nste, auch, weil man dort die Sportler aller Sportarten kennenlernen kann\u201c.<br \/>\nUnd nicht nur kennenlernen, miteinander reden, das ist eine Kunst, die Oliver \u2013Sven Buder inzwischen ziemlich perfekt beherrscht und die ihm Herzen und T\u00fcren \u00f6ffnet.<br \/>\n<strong>Peter Grau<\/strong><\/p>\n<p>(siehe auch Leichtathletik Nr. 47 vom 23.11.2011;<br \/>\nhttp:\/\/www.markenverlag.de\/index\/46\/63\/LEICHTATHLETIK\/Abonnement)<\/p>\n<p>Fotos: www.ard.ndr.de\/berlin2009\/wm_geschichte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eineinhalb Jahrzehnte z\u00e4hlte Oliver-Sven Buder zu den besten Kugelsto\u00dfern der Welt. Nach seinem R\u00fccktritt 2003 blieb der zweimalige Vize-Weltmeister dem Sport erhalten. Allerdings nicht im Ring, sondern bei der \u201eFormel 1 des Segelsports\u201c. Und au\u00dferdem baute er sich in einer Textilfirma eine Existenz auf. 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