{"id":136,"date":"2015-12-02T17:30:23","date_gmt":"2015-12-02T16:30:23","guid":{"rendered":"http:\/\/petergrau.laufserver.de\/?p=136"},"modified":"2018-09-15T11:58:58","modified_gmt":"2018-09-15T09:58:58","slug":"beate-gummelt-von-der-geherin-zur-leserin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=136","title":{"rendered":"Beate Gummelt: Von der Geherin zur Lehrerin"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gummelt-am-Arbeitsplatz-im-Oberberstufenzentrum.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-214\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gummelt-am-Arbeitsplatz-im-Oberberstufenzentrum-300x225.jpg\" alt=\"Beate Gummelt am Arbeitsplatz im Oberberstufenzentrum\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gummelt-am-Arbeitsplatz-im-Oberberstufenzentrum-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gummelt-am-Arbeitsplatz-im-Oberberstufenzentrum-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Beate Gummelt war zwischen 1987 und 1999\u00a0 die beste deutsche Geherin, h\u00e4lt noch immer zahlreiche deutsche Rekorde. Heute arbeitet sie als Lehrerin in Neuruppin.<\/strong><\/p>\n<p>1989 schaffte Beate Gummelt, damals noch unter ihrem M\u00e4dchennamen <strong>Anders<\/strong>, den Durchbruch in die Weltspitze. In L&#8217;Hospitalet bei Barcelona (Spanien) siegte sie beim <strong>Weltcup,<\/strong> der praktisch einer Weltmeisterschaft gleichzusetzen war, \u00fcber 10 Kilometer.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Hospitalet-1989-1PL-Beate-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1921\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Hospitalet-1989-1PL-Beate-1-199x300.jpg\" alt=\"Beate Gu Hospitalet 1989 1PL Beate-1\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Hospitalet-1989-1PL-Beate-1-199x300.jpg 199w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Hospitalet-1989-1PL-Beate-1.jpg 278w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im gleichen Jahr 1989 hatte sie schon Medaillen bei der Hallen-EM in <strong>Den Haag (Gold)<\/strong> und bei der Hallen-WM in <strong>Budapest (Silber)<\/strong> \u00fcber jeweils 3000 m geholt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Den-HaagHEM_Den-Haag-1989-1PL-Beate.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1922\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Den-HaagHEM_Den-Haag-1989-1PL-Beate-147x300.jpg\" alt=\"Beate Gu Den HaagHEM_Den Haag 1989 1PL Beate\" width=\"147\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Den-HaagHEM_Den-Haag-1989-1PL-Beate-147x300.jpg 147w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Den-HaagHEM_Den-Haag-1989-1PL-Beate.jpg 256w\" sizes=\"(max-width: 147px) 100vw, 147px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-BudapestHWM_Budapest_1989-2PL-R\u00fcckseite-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1923\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-BudapestHWM_Budapest_1989-2PL-R\u00fcckseite-1-154x300.jpg\" alt=\"Beate Gu BudapestHWM_Budapest_1989 2PL R\u00fcckseite-1\" width=\"154\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-BudapestHWM_Budapest_1989-2PL-R\u00fcckseite-1-154x300.jpg 154w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-BudapestHWM_Budapest_1989-2PL-R\u00fcckseite-1.jpg 264w\" sizes=\"(max-width: 154px) 100vw, 154px\" \/><\/a><\/p>\n<p>1991 wurde sie in <strong>Sevilla (Spanien)<\/strong> Hallen-Weltmeisterin \u00fcber 3.000 Meter:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Sevilla-HWM-Sevilla-1991-1PL-Beate-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1924\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Sevilla-HWM-Sevilla-1991-1PL-Beate-1-186x300.jpg\" alt=\"Beate Gu Sevilla HWM Sevilla 1991 1PL Beate-1\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Sevilla-HWM-Sevilla-1991-1PL-Beate-1-186x300.jpg 186w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Beate-Gu-Sevilla-HWM-Sevilla-1991-1PL-Beate-1.jpg 326w\" sizes=\"(max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a><br \/>\nBei der<strong> Heim-WM 1993 in Stuttgart<\/strong> stand Beate Gummelt kurz vor einer weiteren Medaille. \u201eDoch da habe ich einen Fehler gemacht, als ich 1.200 Meter vor dem Ziel als Einzige eines Spitzenquartetts nochmals einen Schwamm zur Erfrischung nahm. Sofort waren die anderen weg, und damit auch die Medaille&#8220;, erinnert sie sich.<\/p>\n<p><strong>Heute Lehrerin in Neuruppin<\/strong><\/p>\n<p>Der Autor erlebte diesen Moment zehn Meter entfernt mit. Seitdem ist viel Zeit vergangen, und heute empf\u00e4ngt Beate Gummelt den Gast in ihrem B\u00fcro im Oberstufenzentrum in Neuruppin. Fr\u00fcher waren hier vor den Toren der Stadt die Kasernen der sowjetischen Besatzungsmacht. Als die Truppen 1994 abzogen, wurde in den Kasernen unter anderem ein moderner Schulkomplex aufgebaut.<br \/>\nHinter dem Namen Oberstufenzentrum verbirgt sich eine berufliche Schule mit rund 1.700 Sch\u00fclern, an der man die allgemeine Hochschulreife erwerben kann und in vielen verschiedenen dualen Ausbildungsberufen den schulischen Teil der Berufsausbildung absolviert.<br \/>\nBeate Gummelt ist seit dem 1. August 2013 Leiterin der Abteilung Wirtschaft und Verwaltung, geh\u00f6rt mit drei anderen Abteilungsleitern zur Schulleitung. \u201eDie H\u00e4lfte der Zeit unterrichte ich F\u00e4cher wie Wirtschaftslehre, Rechnungswesen und Informations- beziehungsweise Textverarbeitung. Die andere Zeit ben\u00f6tige ich f\u00fcr Verwaltungsaufgaben, plane den Lehrereinsatz und alles rund um die Klassen und k\u00fcmmere mich um die rechtlichen Dinge&#8220;, erkl\u00e4rt sie.<\/p>\n<p><strong>Duale Karriere kein Fremdwort<\/strong><\/p>\n<p>Es war ein langer Weg bis hierhin. \u201eAber Lehrerin wollte ich schon als Kind werden,\u201c erinnert sich Beate Gummelt. Deshalb studierte sie Sport und Geographie an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t. Nach der Wende sah sie da keine Perspektive mehr und wechselte zu den Sozialwissenschaften. Doch diese Studienrichtung wurde bald eingestellt, sodass Beate ein neues Fach suchte und bei den Wirtschaftswissenschaften landete. Sie fing mit der Volkswirtschaftslehre an und wechselte dann zu BWL. Etwas ironisch meint sie: &#8222;Wer nichts wird, wird Wirt. Und wer gar nichts wird, wird Betriebswirt.&#8220;<br \/>\n1992 hatte sie ihren langj\u00e4hrigen Trainer Gerhard Heber verlassen, zog von Berlin nach Potsdam und wurde nun von <strong>Bernd Gummelt,<\/strong> dem EM-Zweiten von Split (Kroatien) 1990 \u00fcber 50 Kilometer Gehen, betreut. Und beide wurden, nachdem sie sich 1990 in einem Trainingslager in Mexiko n\u00e4her kennengelernt hatten, auch privat ein Paar und heirateten am 29. Oktober 1993. Dual war f\u00fcr Beate Gummelt kein Fremdwort. Oft verband sie Sport und Lernen, wenn sie im Potsdamer Wildpark, ihrem Haupttrainingsrevier, mit Kopfh\u00f6rern und Walkman lernend durch den Wald ging.<\/p>\n<p><strong>Schwanger im WM-Finale<\/strong><\/p>\n<p>Sportlichen Ehrgeiz besa\u00df sie immer noch. Bei der <strong>WM 1997<\/strong> im hei\u00dfen Athen (Griechenland) wollte sie es im 10.000-Meter-Bahnwettbewerb nochmals wissen. Den Vorkampf \u00fcberstand sie, doch im Finale war bald Schluss. Aber eine erfreuliche Entschuldigung hatte sie daf\u00fcr: Sie war schwanger. Wir Journalisten wussten davon nichts, aber ihren Mannschaftsarzt hatte sie informiert und von ihm gr\u00fcnes Licht f\u00fcr einen Start bekommen.<br \/>\n<strong>1998<\/strong> kam ihre<strong> Tochter Sarah<\/strong> zur Welt. In dieser Zeit war die Wettkampfdistanz bei den Frauen von 10 auf 20 Kilometer verdoppelt worden. &#8222;Das war nicht mehr mein Ding, auch wenn ich nochmals deutschen Rekord ging.&#8220; Im Jahr 2000 beendete Beate Gummelt in Sydney (Australien) ihre Karriere mit der dritten Olympia-Teilnahme.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Umwege zum Traumberuf <\/strong><\/p>\n<p>Die Familie Gummelt war inzwischen nach Neuruppin gezogen. Beate hatte ihren Abschluss als Diplom-Kauffrau in der Tasche. Sie fing in einem Steuerb\u00fcro an, w\u00fchlte sich durch Jahresabschl\u00fcsse und Steuererkl\u00e4rungen. Aber diese Arbeit sagte ihr bald nicht mehr zu.<br \/>\nAls beim Joggen ihre Mitl\u00e4uferin Martina Ahlhausen davon erz\u00e4hlte, dass am Oberstufen-Zentrum eine Lehrerstelle frei sei, bewarb sie sich und wurde angenommen. \u201e Ich hatte vorher noch nie eine Stunde Unterricht gegeben, aber es klappte.\u201c Beate Gummelt erkl\u00e4rt das so: \u201eMan ist Lehrer oder ist keiner. Das Handwerkszeug kann man lernen, aber entweder man kann den Stoff vermitteln oder nicht.&#8220;<br \/>\nNeben ihren Unterrichtstunden absolvierte sie 2005 bis 2007 ein Referendariat, um auch auf dem Papier eine vollg\u00fcltige Berufschullehrerin zu werden. Und in einem Fernstudium an der TU Kaiserslautern erwarb sie einen weiteren Abschluss, den Master im Schulmanagement.<\/p>\n<p><strong>Positives Res\u00fcmee der Sportkarriere<\/strong><\/p>\n<p>Die Gummelt\u2018sche Familie ist weiter gewachsen, <strong>2007 wurde Sohn<\/strong> <strong>Sebastian geboren<\/strong>. Beate ist seit drei Jahren Vereinsvorsitzende beim Leichtathletikclub Ruppin und dort auch \u00dcbungsleiterin einer Trainingsgruppe. \u201eDas hat aber nichts mit Leistungssport zu tun. Die Kinder wollen vor allem ihre Schulnoten verbessern.\u201c<br \/>\nSie selbst h\u00e4lt sich dreimal in der Woche mit Laufen fit, aber Wettk\u00e4mpfe locken sie nicht mehr. Ein wenig traurig wird sie, wenn sie das deutsche Frauengehen betrachtet. \u201eSchade darum, aber sicherlich ist Gehen heute nicht mehr so attraktiv, und finanziell kann man sich damit auch nicht \u00fcber Wasser halten.\u201c<br \/>\nF\u00fcr Beate Gummelt aber f\u00e4llt das Res\u00fcmee ihrer eigenen Karriere <strong>positiv<\/strong> aus. \u201eIch hatte beim Gehen eine sch\u00f6ne Zeit, habe viel von der Welt gesehen, viele tolle Leute kennengelernt und m\u00f6chte diese Zeit nicht missen. Ich denke, dass mir das auch sehr viel in meiner Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung gebracht hat. Vor allem die Zielstrebigkeit habe ich hundertprozentig vom Leistungssport mitbekommen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Peter Grau<\/strong><br \/>\n(auch ver\u00f6ffentlicht in leichtathletik.de am 3.4.2015)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beate Gummelt war zwischen 1987 und 1999\u00a0 die beste deutsche Geherin, h\u00e4lt noch immer zahlreiche deutsche Rekorde. 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