{"id":15286,"date":"2025-12-15T19:00:37","date_gmt":"2025-12-15T18:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=15286"},"modified":"2025-12-15T19:00:37","modified_gmt":"2025-12-15T18:00:37","slug":"beim-boersentag-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=15286","title":{"rendered":"Beim B\u00f6rsentag in Berlin"},"content":{"rendered":"\n<p><br>Mit der B\u00f6rse besch\u00e4ftige ich mich schon seit langem. Beim Studium empfand ich die Vorlesungen \u00fcber die B\u00f6rse, \u00fcber Devisen, allgemein \u00fcber Geld immer spannend, auch wenn wir in der DDR da meist au\u00dfen vor waren. Nach 1990 ergab sich dann die M\u00f6glichkeit, auch mal an der B\u00f6rse aktiv zu werden, sprich, Aktien zu kaufen. Doch was ist die B\u00f6rse eigentlich?<br>\u201eDie B\u00f6rse ist ein organisierter Markt f\u00fcr den Handel mit Wertpapieren, W\u00e4hrungen (Devisen) und Rohstoffen. Sie dient als Plattform, auf der K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer aufeinandertreffen, um Preise zu bilden, die sich nach Angebot und Nachfrage richten. Unternehmen k\u00f6nnen hier Kapital aufnehmen, indem sie Aktien ausgeben, und Anleger k\u00f6nnen Gewinne erzielen, indem sie Wertpapiere kaufen und sp\u00e4ter teurer verkaufen.\u201c Das liest man bei Google und wei\u00df etwas Bescheid.<br>Aber ich wollte schon immer tiefer einsteigen, las B\u00fccher und informierte mich auf den j\u00e4hrlichen B\u00f6rsentagen in Berlin. Dort wurden Vortr\u00e4ge gehalten, konnte man sich mit den Fachleuten in Ruhe unterhalten und sich beraten lassen.<br>Das Thema interessiert mich weiterhin. Deshalb fahre ich an diesem Sonnabend (19.10.25) nach Berlin zum B\u00f6rsentag.<br>Erster Halt ist der Ernst-Reuter-Platz. Hier parke ich oft, beispielsweise, wenn ich bei km 8 den Berlin-Marathon beobachte oder einfach nur in Richtung S-Bahnhof Zoologischer Garten spaziere. 11.45 Uhr komme ich an, 12.00 Uhr ist der erste Vortrag. Gen\u00fcgend Zeit also, denn nur 10 Minuten Fu\u00dfweg ben\u00f6tige ich. Und dabei schaue ich mich um, bemerke, da\u00df der gro\u00dfe Buchladen Kiepert nicht mehr existiert (ich lese jetzt, da\u00df er schon 2002 Insolvenz angemeldet hat) , da\u00df das Restaurant am Steinplatz, wo ich vor einigen Jahren nach einem B\u00f6rsentag mit B\u00f6rsenprofi Orkan Kuyas einige Stunden verbrachte, nicht mehr da ist. Neu f\u00fcr mich ist in einem der pr\u00e4chtigen H\u00e4user auf der anderen Stra\u00dfenseite die Filiale von pro aurum (Gold hat das chemische Symbol Au), einem Goldh\u00e4ndler. Sie soll nachher noch Bedeutung gewinnen. Vorbei an der Akademie der K\u00fcnste Berlin in der Hardenbergstra\u00dfe 33 bin ich dann bald an der Fasanenstra\u00dfe. Dort steht das Ludwig-Erhard-Haus, wo der B\u00f6rsentag stattfindet. Im Internet habe ich mich vorher als Besucher angemeldet, weise mich am Eingang entsprechend aus, d.h. vom Einla\u00dfchef wird ein QR-Code gescannt, den ich auf meinem Handy vorweise. Klingt kompliziert, aber ist es nicht. Nur wei\u00df ich nicht, warum\u2026 Vielleicht will der veranstaltende Berliner B\u00f6rsenkreis meine Daten, um mir sp\u00e4ter Informationen zukommen zu lassen. Oder vielleicht dient es einfach der Ordnung und Sicherheit. Sei es wie es sei, ich bin drin!<br>Ich begebe mich ins 1. Obergescho\u00df, suche das Kleine Atrium. Sp\u00e4ter informiere ich mich, was eigentlich ein Atrium ist. \u201eEin Atrium wird von einer glas\u00fcberdeckten Halle gebildet, die von zwei oder mehr Seiten von Geb\u00e4udeteilen eingeschlossen wird und ggf. auch die gesamte Erschlie\u00dfung des Geb\u00e4udes beherbergt. Das Licht f\u00e4llt von oben ein\u201c. So in etwa ist auch dieses Atrium hier.<br>Christian Giesen von philaro Edelmetalle h\u00e4lt einen Vortrag zum Thema:\u201c Verm\u00f6genssicherung und Kaufkrafterhalt mit Edelmetallen.\u201c Vielversprechend, aber im Endeffekt nur Vermittlung von Allgemeinwissen. Ich halte aber aus, auch wenn es ziemlich k\u00fchl in diesem Atrium ist. Nach einer halben Stunde ist der Vortrag beendet, ich gehe in das Gro\u00dfe Atrium nebenan, wo deutlich mehr dem Referenten Raimund Ortner lauschen. \u201e Von der Vision zur Verm\u00f6gensstrategie. Warum Bitcoin in jedes Portfolio geh\u00f6rt\u201c. Ich bekomme nur die letzten zehn Minuten des Vortrages mit, bin aber wie alle Zuh\u00f6rer vom Referenten gefesselt. Hinterher spreche ich zwanzig Minuten mit Raimund Ortner, der in im \u00f6sterreichischen Graz f\u00fcr einen Bitcoin-Broker arbeitet. Ich erkl\u00e4re ihm, da\u00df ich bisher nicht viel von Bitcoin und den Kryptow\u00e4hrungen verstehe, mir aber gern ein Buch kaufe, um mich weiterzubilden. Herr Ortner ist daran interessiert zu erfahren , wie ich zur B\u00f6rse gekommen bin, seit wann ich mich f\u00fcr Finanzen interessiere. Er weist darauf hin, da\u00df sich immer noch zu wenig Leute mit ihren eigenen Finanzen befassen, keine Strategie haben. Und bemerkt, da\u00df nat\u00fcrlich ein Teil der Bev\u00f6lkerung keine Beziehung zur B\u00f6rse hat, weil das \u201en\u00f6tige Kleingeld\u201c fehlt, weil man damit zu tun, hat, im t\u00e4glichen Leben \u00fcber die Runden zu kommen. Irgendwann m\u00fcssen wir uns verabschieden, und ich bedauere, da\u00df Graz so weit weg ist. Solche Gespr\u00e4che m\u00fc\u00dfte man \u00f6fter f\u00fchren und nicht nur das verfolgen, was im Internet geschrieben wird.<br>Mittlerweile ist es 14.15 Uhr, der n\u00e4chste Vortrag steht an. Es ist ja nicht einfach, aus gef\u00fchlt 50 Vortr\u00e4gen etwas auszuw\u00e4hlen. Ich habe mir diesmal die \u201eSchiene\u201c Gold und Edelmetalle sowie Devisenhandel vorgenommen.<br>Ich gehe wieder nach nebenan in das \u201eKleine Atrium\u201c, an die K\u00fchle habe ich mich ja gew\u00f6hnt. Nun wird \u00fcber den Devisenhandel gesprochen. \u201eWenn Sie eine Apple-Aktie kaufen, sind Sie auch Devisenh\u00e4ndler. Sie kaufen in Euro, die Aktie des US-Konzern ist mit Dollar auf dem Markt\u201c. Ein einfacher, aber verst\u00e4ndlicher Einstieg. Die anderen wichtigen W\u00e4hrungen werden aufgez\u00e4hlt, wie der Japanische Yen, das britische Pfund, der Schweizer Franken und der chinesische Renminbi (\u00fcbersetzt Volksw\u00e4hrung). Die W\u00e4hrungen dienen nicht nur als Zahlungsmittel im Land, sondern werden auch gehandelt. Die gr\u00f6\u00dften Ums\u00e4tze am Devisenmarkt gibt es nach wie vor in Dollar, es folgen der Euro, der Yen, das Pfund und der Renminbi. Alle Rohstoffe werden auf Dollar gehandelt. Weitere Themen im Vortrag sind die Verschuldung der USA und anderer Staaten, die Aktivit\u00e4ten von China und Japan und anderer L\u00e4nder, ihre US-Anleihenbest\u00e4nde abzubauen und die wachsende Rolle Chinas im Weltma\u00dfstab. Viel Diskussionsstoff, und Aufforderung, sich weiter damit zu befassen.<br>Der Vortrag ist beendet, ich bleibe aber, denn der n\u00e4chste Vortrag \u201eEdelmetallpreise im Rallyemodus- was Anleger nun wissen m\u00fcssen\u201c steht auf meinem Plan. Und das wird der H\u00f6hepunkt des Tages, weil der Referent Alexander K\u00f6hne sein Handwerk beherrscht, ein brillanter Redner vor dem Herrn ist und weil er \u00fcberzeugend darlegt, warum man einen Teil seines Verm\u00f6gens, wenn man es denn hat, in Gold anlegen sollte. Alexander K\u00f6hne arbeitet f\u00fcr \u201epro aurum\u201c, eben diesem Edelmetallh\u00e4ndler, an dessen Berliner Filiale ich vorhin auf dem Herweg vorbeigekommen bin.<br>\u00dcberzeugend wird dargelegt, da\u00df sich Gold auch in fr\u00fcheren Krisen als Fels in der Brandung erwiesen hat. Ob Kriege, ob Weltwirtschaftskrise, mit Gold konnte man allem widerstehen. Zum gegenw\u00e4rtigen Hoch der Goldpreise trage vieles bei, wie die au\u00dfer Kontrolle geratene Staatsverschuldung, der Ukrainekrieg, eine drohende Taiwankrise, die Konflikte in Nahost, die Demographie, der Klimawandel. All das f\u00fchrt dazu, dass man Gold als rettenden Anker w\u00e4hlt. Und vor allem die Zentralbanken der wichtigsten L\u00e4nder stocken ihre Goldbest\u00e4nde auf. Und die, die viel Gold besitzen wie die USA und Deutschland, wollen ihre Goldbest\u00e4nde nicht verkaufen. Also, alles geht im Moment Richtung Gold und auch die Aussichten f\u00fcr die fernere Zukunft sind positiv. Das Unternehmen Pro Aurum ist aber nicht nur Goldh\u00e4ndler, sondern kauft und verkauft auch andere Edelmetalle. Zwar steigen Silber und Platin im Moment ebenfalls stark an, aber, so der Referent, gerade bei Silber sind die Preisschwankungen doch sehr hoch. Und sp\u00e4testens jetzt merke ich, da\u00df ich den Inhalt eines 45min\u00fctigen Referates aus der Erinnerung nicht im Ansatz aufschreiben kann. Somit beende ich die Glorifizierung des Goldes, wissend, da\u00df nicht jeder genug \u201eKohle\u201c hat, um einen Teil in Gold anzulegen und andererseits, jeder seines eigenen Gl\u00fcckes Schmied ist.<br>15.45 Uhr beende ich den Aufenthalt beim B\u00f6rsentag, spaziere bei herrlichem Herbstwetter den Weg zur\u00fcck zum Parkplatz, erf\u00fcllt und gef\u00fcllt von vielen Eindr\u00fccken, Worten, Hinweisen, Ratschl\u00e4gen.<br>Am 10. Oktober 2026 bin ich wieder beim B\u00f6rsentag in Berlin. Mal sehen, was sich bis dahin in der Welt der Finanzen, der Wirtschaft und vor allem in der Welt des Goldes getan hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der B\u00f6rse besch\u00e4ftige ich mich schon seit langem. Beim Studium empfand ich die Vorlesungen \u00fcber die B\u00f6rse, \u00fcber Devisen, allgemein \u00fcber Geld immer spannend, auch wenn wir in der DDR da meist au\u00dfen vor waren. 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