{"id":1576,"date":"2016-04-18T15:28:10","date_gmt":"2016-04-18T13:28:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1576"},"modified":"2016-04-18T15:31:39","modified_gmt":"2016-04-18T13:31:39","slug":"ulrike-nasse-meyfarth-zweimal-olympisches-gold-im-hochsprung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1576","title":{"rendered":"Ulrike Nasse-Meyfarth: Zweimal olympisches Gold im Hochsprung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ulrike Nasse-Meyfarth gewann 1972\u00a0 in M\u00fcnchen mit einem Sprung von \u00a01,92 m\u00a0 die Goldmedaille. Zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter holte sie 1984 in Los Angeles mit einem \u00a0Satz von 2,02 Metern \u00a0erneut olympische Gold. Zwischenzeitlich hielt sie einige Male den Weltrekord. So 1972 mit 1,92 m, 1982 mit 2,02 m und 1983 mit 2,03 m.<\/strong><\/p>\n<p>Vor vier Jahren hatte <strong>Gabriela Herpell<\/strong>\u00a0 mit ihr eine intensive Begegnung. Daraus entstand \u00a0f\u00fcr das\u00a0 <strong>Magazin der S\u00fcddeutschen Zeitung (Heft 31\/2012)<\/strong>\u00a0 die folgende Geschichte:<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hoch gesprungen, tief gefallen<\/strong><\/p>\n<p>Ulrike Meyfarth war der Star der Olympischen Spiele in M\u00fcnchen 1972. Das Leben nach der Goldmedaille fiel ihr nicht so leicht wie ihre Rekorde. Eine Begegnung, 40 Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-Kopf-Portr\u00e4t-Potr\u00e4t-201030723_114355268606416_5815031_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1577\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-Kopf-Portr\u00e4t-Potr\u00e4t-201030723_114355268606416_5815031_n.jpg\" alt=\"Ulrike Meyfarth klein Kopf Portr\u00e4t Potr\u00e4t 201030723_114355268606416_5815031_n\" width=\"277\" height=\"220\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Sie war 16 und das Wunderm\u00e4dchen, das bei den <strong>Olympischen Spielen 1972 in M\u00fcnchen<\/strong> die<strong> Goldmedaille im Hochsprung<\/strong> holte: <strong>Ulrike Meyfarth<\/strong>. Damals wollten Tausende sein wie sie \u2013 so fr\u00f6hlich wirkte sie, so unkompliziert und auch s\u00fc\u00df, mit den stufig geschnittenen braunen Haaren, die ihr Markenzeichen wurden. Sie schien aus dem Nichts zu kommen und hob an einem Sommerabend ab: zur<strong> Heldin<\/strong> einer Nation und einer Generation. Das war der Blick von au\u00dfen.<\/p>\n<p>In ihr drinnen aber sah es anders aus: Ulrike Meyfarth war von ihrem Olympiasieg 1972 <strong>\u00fcberfordert<\/strong>. Und hat heute, 40 Jahre sp\u00e4ter, ihren Frieden damit noch nicht gemacht. Sie konnte den Sieg nicht genie\u00dfen, sagt sie, er machte sie sogar ungl\u00fccklich: weil sie sehr gro\u00df und sehr unsicher war und \u00fcberhaupt nicht gemacht f\u00fcr das Ber\u00fchmtsein. Und weil sie nur halb stolz sein konnte auf die Medaille, die ihr in den Scho\u00df zu fallen schien. Nur Talent und Gl\u00fcck h\u00e4tten sie so weit gebracht, da war sie sich sicher. Mit Leistung hatte das wenig zu tun, sie hatte sich ja <strong>nicht<\/strong> einmal gequ\u00e4lt f\u00fcr den Sieg.<\/p>\n<p>In den vielen Jahren, die folgten, k\u00e4mpfte sie mit sich und gegen sich und gegen die Erwartungen der anderen, die, wie sie selbst ja auch, Gro\u00dfartiges von ihr erhofften. \u00bbDabei musste ich mich selbst erst mal einholen.\u00ab Vier Jahre sp\u00e4ter, 1976, konnte sie, die Olympiasiegerin, sich <strong>nicht<\/strong> einmal <strong>qualifizieren<\/strong> f\u00fcr Montreal. Und <strong>1980 boykottierte die<\/strong> <strong>BRD die Olympischen Spiele in Moskau<\/strong>, weil die Sowjettruppen in Afghanistan einmarschiert waren.<\/p>\n<p><strong> \u00bbZw\u00f6lf Sommer Einsamkeit vergingen\u00ab<\/strong>, schreibt sie in einem Buch. Und endlich, <strong>1984 in<\/strong> <strong>Los Angeles<\/strong>, gewann Ulrike Meyfarth ihre <strong>zweite Goldmedaille<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-1984-Los-Angeles-Gustav-Schr\u00f6der.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1578\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-1984-Los-Angeles-Gustav-Schr\u00f6der-300x282.jpg\" alt=\"Ulrike Meyfarth klein 1984 Los Angeles Gustav Schr\u00f6der\" width=\"300\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-1984-Los-Angeles-Gustav-Schr\u00f6der-300x282.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-1984-Los-Angeles-Gustav-Schr\u00f6der.jpg 475w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Olympische Spiele 1984 in Los Angeles (Foto: Gustav Schr\u00f6der)<\/p>\n<p>Wenn sie nun dar\u00fcber redet, \u00fcber Los Angeles und ihren Triumph, hellt sich ihr Gesicht auf. \u00a0Doch <strong>leider<\/strong>, \u00a0sagt sie, spreche man sie <strong>immer<\/strong> auf 1972 an, <strong>nicht<\/strong> auf 1984.<\/p>\n<p>So wie jetzt, zum <strong>40. Jubil\u00e4um der Olympischen Spiele in M\u00fcnchen<\/strong>. Alle wollen sie wieder alles \u00fcber den Sieg von 1972 wissen. Man mag kaum glauben, dass Ulrike Nasse, wie sie inzwischen hei\u00dft, noch wie traumatisiert ist von dem, was nach dem Sieg in M\u00fcnchen kam. \u00bb<strong>Nichts war mehr so, wie es sein sollte<\/strong>\u00ab, sagt sie mit Nachdruck. Und gleich noch einmal, doch jetzt haut sie jedes Wort raus wie ein Geschoss: \u00bbNichts! War! Mehr! Normal!\u00ab Wenn sie aufgeregt ist, fahren ihre H\u00e4nde \u00fcber den Tisch, wischen unsichtbare Kr\u00fcmel weg.<\/p>\n<p>Nur an den Wettkampf selbst erinnert sie sich gern, an das ungeheure Gef\u00fchl dabei: \u00bbDie Situation war einmalig, das lief ab wie im Film. Ich hab gesehen, wie mein Name auf der Anzeigentafel immer h\u00f6her kletterte. Und wie das Publikum hinter mir stand. Aber als ich die 1,90 Meter einmal gerissen habe, haben sie gebuht. Die k\u00f6nnen auch anders, dachte ich da.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-M\u00fcnchen-1972-227028_2022347604651_3391230_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1579\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-M\u00fcnchen-1972-227028_2022347604651_3391230_n-300x191.jpg\" alt=\"Ulrike Meyfarth klein M\u00fcnchen 1972 227028_2022347604651_3391230_n\" width=\"300\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-M\u00fcnchen-1972-227028_2022347604651_3391230_n-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-M\u00fcnchen-1972-227028_2022347604651_3391230_n.jpg 389w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei den Olympischen Spielen 1972 in M\u00fcnchen (Foto: Gustav Schr\u00f6der)<\/p>\n<p>Ein wunderbares Bild war das, wie sie mit dem damals neuen Fosbury-Flop r\u00fcckw\u00e4rts \u00fcber die Latte sprang. Unfassbar spannend, als nur noch drei Springerinnen im Wettbewerb waren, eine davon <strong>Ulrike Meyfarth<\/strong>, ein unbekanntes M\u00e4dchen aus einem Kaff bei K\u00f6ln. Und alle drei schafften die 1,88 Meter. Die Favoritin, die \u00d6sterreicherin <strong>Ilona Gusenbauer<\/strong>, scheiterte dreimal an 1,90 Meter, die Bulgarin <strong>Jordanka Blagojewa<\/strong> auch. Da war Ulrike Meyfarth <strong>Olympiasiegerin<\/strong> \u2013 sie \u00fcbersprang die 1,90 Meter im zweiten Versuch.<\/p>\n<p>Und machte dennoch weiter, lie\u00df <strong>1,92 Meter<\/strong> auflegen,<strong> Weltrekord damals<\/strong>. Und rollte wie m\u00fchelos auch dar\u00fcber. Das Publikum tobte, sie h\u00fcpfte von der Matte, strahlte, winkte, der dunkle Haarschopf wippte auf und ab, die Leute schlossen sie in ihre Herzen, alle schienen gl\u00fccklich. Es war der<strong> 4. September, 19.05 Uhr<\/strong>, der Abend vor dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft.<\/p>\n<p>Eine Stunde nach ihrem Sieg und der Hymne stand Ulrike Meyfarth im lindgr\u00fcnen Trainingsanzug im <strong>Fernsehstudio<\/strong> und sollte erkl\u00e4ren, wie es zu dieser Leistungsexplosion kam. Sie trat von einem Bein aufs andere, kaute an ihrer Lippe, lachte verlegen und h\u00e4tte sich am liebsten hinter dem Strau\u00df roter Rosen, den man ihr im Namen von Bundeskanzler Willy Brandt \u00fcberreichte, versteckt.<\/p>\n<p>Wenn ihre beiden T\u00f6chter heute das Video auf Youtube sehen, \u00bblaufen sie schreiend aus dem Zimmer\u00ab, erz\u00e4hlt sie. Es ist ihnen peinlich, wie piepsig ihre Mutter da spricht. Und sie selbst ist sich auch peinlich: \u00bbAber ich gehe mal davon aus, dass sie das sonst nicht so schlecht finden, was ihre Alte da fr\u00fcher vollbracht hat.\u00ab Sie lacht. Wenn sie entspannt ist, spricht sie leicht rheinl\u00e4ndisch, sagt \u00bbdatt\u00ab und \u00bbwatt\u00ab. Wenn sie entspannt ist, sieht sie jung aus, fast unver\u00e4ndert, sogar die Haare sind bis heute stufig, im Ulrike-Meyfarth-Stil eben, geschnitten. Sie sagt, sie habe ein paar Experimente gemacht mit kurzen Haaren und Dauerwelle, \u00bbda hab ich wie ein Pudel ausgesehen. Und ich bin ja eher konventionell\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Das Leben nach der Sportkarriere<\/strong> ist ihr <strong>gut gelungen<\/strong>, das findet sie auch. Sie arbeitet in der Kinder- und Jugendabteilung von Bayer 04 Leverkusen, des Clubs, in dem sie selbst jahrzehntelang trainiert hat. Das B\u00fcro teilt sie mit vier anderen Trainern, angenehme Atmosph\u00e4re, sagt sie.<strong> Seit 1987<\/strong> ist sie mit dem <strong>Rechtsanwalt Roland Nasse verheirate<\/strong>t, sie tr\u00e4gt seinen Namen, die T\u00f6chter <strong>Alexandra und Antonia<\/strong> sind 24 und 19.<\/p>\n<p>Sie ist schlank, und man kommt kaum nach, solche Riesenschritte macht sie. Wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe, <strong>1,86 Meter<\/strong>, haben die anderen sie schon als Kind aufgezogen, \u00bblanger Lulatsch\u00ab und \u00bbKlappergestell\u00ab gerufen. Als die anderen M\u00e4dchen flirteten, las sie viel, malte und stromerte herum im l\u00e4ndlichen<strong> Wesseling bei K\u00f6ln<\/strong>, wo sie aufwuchs. Nur beim Sport f\u00fchlte sie sich wohl in ihrem K\u00f6rper, sie lief schnell, holte Ehrenurkunden bei den Bundesjugendspielen. Im Leichtathletik-Verein entdeckte sie ihr Talent f\u00fcr den Hochsprung und <strong>probierte alle Techniken und Spr\u00fcnge<\/strong> aus, die es damals so gab: den traditionellen <strong>Straddle<\/strong>, bei dem man sich b\u00e4uchlings \u00fcber die Latte w\u00e4lzt; den <strong>Schersprung<\/strong>, bei dem man mit gestrecktem Oberk\u00f6rper und den Beinen voran springt; und den<strong> Flop<\/strong>, mit dem <strong>Dick Fosbury 1968 die Olympischen Spiele in Mexiko gewann<\/strong>. Das<strong> Neue<\/strong> dabei: Man sprang <strong>r\u00fcckw\u00e4rts<\/strong> und zog die Beine schnell nach. Der Flop wurde ihr Sprung. Mit 14 schaffte sie es \u00fcber 1,68 Meter, holte den deutschen Sch\u00fclerrekord, mit 15 wurde sie Deutsche Vizemeisterin bei den Erwachsenen, da sprang sie schon 1,80 Meter.<\/p>\n<p>Es war diese neue Technik, der<strong> leichte, elegante Flop,<\/strong> sagt sie, mit dem sie ihre zehn Jahre \u00e4lteren Konkurrentinnen \u00fcbertraf, die den Straddle sprangen. Damals trainierte sie nur dreimal in der Woche nach der Schule, mehr nicht, und eigentlich hatte man sie nur mitgenommen zu den Olympischen Spielen, damit sie Erfahrungen sammelte. Und weil sie im eigenen Land stattfanden.<\/p>\n<p>Die Olympiasiegerin wurde dann gro\u00df empfangen in der Schule, dem <strong>Gymnasium<\/strong> <strong>Rodenkirchen<\/strong>. Die Lehrer sagten, sie wollten der Ulrike helfen, mit dem pl\u00f6tzlichen Ruhm zurechtzukommen. Aber die Ulrike ging nicht raus auf den Schulhof in der Pause. Sie genierte sich, f\u00fchlte sich st\u00e4ndig beobachtet, und manchmal standen wildfremde Jungs vor der T\u00fcr. \u00bbDas ist f\u00fcr ein M\u00e4dchen in dem Alter, in dem man ja kein Selbstbewusstsein hat, total schrecklich.\u00ab Ihre Stimme wird rau, sie r\u00e4uspert sich, f\u00fchlt sich noch heute unwohl bei diesen Erinnerungen. \u00bbIch war ein Au\u00dfenseiter. Meine Unbefangenheit war verloren gegangen.\u00ab Und dann, wieder: \u00bbNichts! War! Mehr! Normal!\u00ab<\/p>\n<p>Ein Lehrer fragte sie, warum sie \u00fcberhaupt noch weitermachen w\u00fcrde im Sport, sie h\u00e4tte doch alles erreicht. Ihr Trainer sagte, sie k\u00f6nnte sich jetzt nicht mehr erlauben, nur 1,80 Meter zu springen. Keiner war da, der ihr geholfen h\u00e4tte, das Erdbeben, das \u00fcber sie hereinbrach, zu verarbeiten. \u00bb<strong>Es ist einfach, hochzukommen<\/strong>\u00ab, sagt sie, \u00bb<strong>aber schwierig<\/strong>, <strong>oben zu bleiben<\/strong>. Und die Leistung best\u00e4ndig bringen zu m\u00fcssen. Nur: Dar\u00fcber redet keiner.\u00ab<\/p>\n<p>Sie blieb nicht oben. Das zahlte man ihr heim: \u00bbUnsere Ulrike bringt nichts mehr\u00ab, schrieben die Zeitungen oder spekulierten: \u00bbIst Ulrike schwanger?\u00ab Vier Jahre nach M\u00fcnchen scheiterte sie mit 1,78 Meter bereits in der Qualifikation f\u00fcr Montreal. Sie war am <strong>Tiefpunkt.<\/strong><\/p>\n<p>Und arbeitete sich langsam wieder hoch, trennte sich von ihrem Trainer, fing an, Sport zu studieren, und traf auf <strong>Gerd Osenberg<\/strong>, einen der erfolgreichsten deutschen Leichtathletiktrainer. Mit ihm machte sie einen Plan, Stufe eins: <strong>viel Training<\/strong>, Stufe zwei: <strong>sehr viel Training<\/strong>. Das war es, was Ulrike Meyfarth brauchte in ihrem Leben: Verl\u00e4sslichkeit, realistische Pl\u00e4ne, Struktur und Berechenbarkeit. Denn es war das vollkommen Unverhoffte beim Sieg von 1972, das ihr so zugesetzt hatte. Das Unverhoffte, das ihren Aufritt so unvergesslich machte wie Boris Beckers Sieg mit 17 in Wimbledon, 1985. Aber <strong>das Unverhoffte wollte sie nie mehr<\/strong>.<\/p>\n<p>Zwischen 1981 und 1984 wurde sie <strong>viermal Sportlerin des Jahres<\/strong>, gewann 1982 die EM und sprang zwei Weltrekorde, 2,02 Meter und 2,03 Meter. Bald war sie wieder ganz oben und gewann <strong>1984 in Los Angeles ihre zweite Goldmedaille<\/strong>. Das war endlich eine, die sie in ihren Augen auch verdient hatte. Jetzt konnte sie aufh\u00f6ren. \u00bbWenn man nicht aufh\u00f6ren kann, das finde ich abschreckend.\u00ab<\/p>\n<p>Ihren Mann lernte sie auf dem Ballaballa-Karnevalsball beim K\u00f6lner Sportverein RotWei\u00df kennen, mit ihm geht sie bis heute jeden Sonntagvormittag, \u00bbwenn andere in die Kirche gehen\u00ab, auf den Sportplatz, joggen, ein bisschen Krafttraining. Fr\u00fcher kamen die T\u00f6chter mit, tobten \u00fcber K\u00e4sten und Matten. Die eine wird nun T\u00e4nzerin, die andere hat gerade Abitur gemacht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-2012-London-Yvonne-und-Yvette-269744_10150960925821261_103139858_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1580\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-2012-London-Yvonne-und-Yvette-269744_10150960925821261_103139858_n-300x225.jpg\" alt=\"Ulrike Meyfarth klein 2012 London Yvonne und Yvette 269744_10150960925821261_103139858_n\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-2012-London-Yvonne-und-Yvette-269744_10150960925821261_103139858_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Ulrike-Meyfarth-klein-2012-London-Yvonne-und-Yvette-269744_10150960925821261_103139858_n.jpg 466w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nAm Rande der Olympischen Spiele 2012 in London, gemeinsam mit Yvonne Mai-Graham (links) und deren Zwillingsschwester Yvette McKoy (Foto: privat).<\/p>\n<p>Man muss mit gutem Beispiel vorangehen, sagt Ulrike Nasse, darum hat sie immer f\u00fcr Bewegung gesorgt, f\u00fcr Struktur, gemeinsames Abendessen und Tatort-Gucken. Normalit\u00e4t. \u00bbDas ist das h\u00f6chste Gut f\u00fcr einen Menschen\u00ab, sagt sie, \u00bbdass er das erlebt. Weil er das weitergeben kann.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Gabriela Herpell<\/strong><\/p>\n<p>(SZ-Magazin Heft 31\/2012<strong>)<\/strong><\/p>\n<p>( <strong>Gabriela Herpell<\/strong> war \u00fcbrigens 1972 voll vom Ulrike-Meyfarth-Virus erfasst \u2013 wie ihre halbe Klasse. \u00a0Sie sprangen im Sportunterricht nur noch den Flop und baten den Friseur um den Haarschnitt von Ulrike Meyfarth.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulrike Nasse-Meyfarth gewann 1972\u00a0 in M\u00fcnchen mit einem Sprung von \u00a01,92 m\u00a0 die Goldmedaille. Zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter holte sie 1984 in Los Angeles mit einem \u00a0Satz von 2,02 Metern \u00a0erneut olympische Gold. Zwischenzeitlich hielt sie einige Male den Weltrekord. So 1972 mit 1,92 m, 1982 mit 2,02 m und 1983 mit 2,03 m. 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