{"id":1655,"date":"2016-04-27T15:40:30","date_gmt":"2016-04-27T13:40:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1655"},"modified":"2016-04-27T15:40:30","modified_gmt":"2016-04-27T13:40:30","slug":"marathon-in-zuerich-2016-bei-kaelte-1989-im-sonnenschein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1655","title":{"rendered":"Marathon in Z\u00fcrich: 2016 bei K\u00e4lte, 1989 im Sonnenschein"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcrich-Marathon-2016-klein-Br\u00fccke538395_10150712989079787_948470808_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1656\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcrich-Marathon-2016-klein-Br\u00fccke538395_10150712989079787_948470808_n-300x187.jpg\" alt=\"Z\u00fcrich Marathon 2016  klein Br\u00fccke538395_10150712989079787_948470808_n\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcrich-Marathon-2016-klein-Br\u00fccke538395_10150712989079787_948470808_n-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcrich-Marathon-2016-klein-Br\u00fccke538395_10150712989079787_948470808_n.jpg 605w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die <strong>Europameisterschaften in Z\u00fcrich im Jahre 2014<\/strong> waren zumindest in \u00a0Leichtathletik-Kreisen in aller Munde. Damals gab es beim Marathon <strong>keine<\/strong> spektakul\u00e4ren Aufgaben, aber das war im<strong> August<\/strong> auch <strong>nicht<\/strong> zu erwarten. Das Wetter war okay,\u00a0 die meisten L\u00e4ufer und L\u00e4uferinnen kamen gut durch.<\/p>\n<p>Anders war das nun am letzten Wochenende, am<strong> 24. April 2016.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Katharina Heinig<\/strong>, Tochter von <strong>Katrin D\u00f6rre &#8211; Heinig<\/strong> und <strong>Wolfgang Heinig<\/strong>, wollte beim Marathon in Z\u00fcrich <strong>unter<\/strong> der <strong>Olympianorm von 2:30:30<\/strong> Stunden bleiben, und nach den Trainingswerten schien das machbar. \u00a0\u00a0Doch dann kam der Wettergott und setzte mit K\u00e4lte und Regen den meisten Profi-Athleten ein Halt.<\/p>\n<p>Auf ihrer Facebookseite hat <strong>Katharina Heinig<\/strong> das alles emotional und \u00fcberzeugend beschrieben.\u00a0 Zwar wird immer noch diskutiert, ob sie nun falsch angezogen gewesen sei und welche Fehler sie ansonsten gemacht habe, aber wegdiskutieren kann man den Einflu\u00df des Wetters nicht.<\/p>\n<p>Ich selbst habe zwar <strong>nie<\/strong> einen <strong>Marathon aufgegeben<\/strong>, obwohl ich das bei manchem <strong>Hitzemarathon<\/strong> gern getan h\u00e4tte. Aber ich stand auch <strong>nie<\/strong> unter dem Zwang, eine <strong>Norm<\/strong> zu laufen.<\/p>\n<p><strong>Z\u00fcrich kenne ich aus eigenem Erleben<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcri-Marathon-1989-kleinScan_Pic0041.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1657\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcri-Marathon-1989-kleinScan_Pic0041-300x200.jpg\" alt=\"Z\u00fcri Marathon 1989 kleinScan_Pic0041\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcri-Marathon-1989-kleinScan_Pic0041-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcri-Marathon-1989-kleinScan_Pic0041-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Z\u00fcri-Marathon-1989-kleinScan_Pic0041.jpg 1087w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>1989<\/strong> stand dort der<strong> 6. Z\u00fcri-Marathon<\/strong> auf dem Plan, aber ich kam nicht bis ins Marathon-Ziel. Ein Widerspruch? Nein. \u00a0Ich hatte mich von vorherein <strong>nur<\/strong> f\u00fcr den <strong>Halbmarathon<\/strong> angemeldet. Und den absolvierte ich dann bei Sonnenschein in <strong>1:35:59<\/strong> <strong>Stunden<\/strong> fast problemlos, wenn man von einem ungeplanten Zwischenstop absieht.<\/p>\n<p><strong>Der Onkel half<\/strong><\/p>\n<p>Damals, im Jahr 1989, war es f\u00fcr mich schon ein<strong> Sieg<\/strong>, <strong>\u00fcberhaupt in Z\u00fcrich starten zu<\/strong> <strong>d\u00fcrfen<\/strong>. Die Mauer stand noch, und normalerweise h\u00e4tte ich <strong>keine<\/strong> Chance gehabt, als Ostberliner in der Schweiz zu sein und Marathon zu laufen. Doch <strong>normal<\/strong> waren die Zeiten damals nicht, und dank eines <strong>Westonkels<\/strong>, der auch noch zum richtigen Zeitpunkt \u00a0Geburtstag hatte, konnte ich \u201ewegen dringender Familienangelegenheiten\u201c -, so hie\u00df damals der DDR-Terminus-, in den Westen reisen.<\/p>\n<p><strong>1987<\/strong> war ich \u201edank meines Onkels\u201c beim <strong>Hamburg-Marathon<\/strong> gestartet,<strong> 1988<\/strong> beim <strong>M\u00fcnchen-Marathon<\/strong>. Und eine kleine Randnotiz zum Jahr<strong> 1987<\/strong>: Damals startete ich nicht nur in Hamburg, sondern danach auch noch beim <strong>3. Schluchseelauf \u00fcber 18 km<\/strong>. Und dort lag am<strong> 3. Mai<\/strong> am h\u00f6chstem Punkt der Strecke, unterhalb des Feldbergs, <strong>Schnee<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Schluchseelauf-klein-1987.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1658\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Schluchseelauf-klein-1987-300x279.jpg\" alt=\"Schluchseelauf klein 1987\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Schluchseelauf-klein-1987-300x279.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Schluchseelauf-klein-1987.jpg 375w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Schluchsee-Medaille von 1987<\/strong><\/p>\n<p>Der Wettergott kann also immer und \u00fcberall zuschlagen.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck zum Jahr 1989<\/strong>. Da meine Erinnerungen leicht verblassen \u2013 immerhin sind\u00a0 27 Jahre seitdem vergangen-, lasse ich wieder einen Brief sprechen, den ich nach dem Lauf an meine Mutter schrieb und der auch das ganze Drumherum ein wenig beleuchtet:<\/p>\n<p>\u201e Die Hinfahrt ab <strong>Berlin-Friedrichstra\u00dfe<\/strong> war unkompliziert. Ich hatte 1. Klasse genommen, da es nur dort noch Platzkarten gab. Schlief oder ruhte und kam einigerma\u00dfen frisch in <strong>Stuttgart<\/strong> an. War zweimal bei Onkel Karl in <strong>Esslingen<\/strong>. Am ersten Tag hatte ich mich zum Laufen mit <strong>Werner Sonntag in Ostfildern<\/strong> verabredet, blieb aber zu lange bei Onkel Karl, so da\u00df ich erst zum Abendessen nach Ostfildern fuhr.<\/p>\n<p>Zwei Tage weilte ich in<strong> Konstanz<\/strong>. Dort kam ich mit einem\u00a0 Triathleten ins Gespr\u00e4ch, meine Schw\u00e4gerin hatte ihn auf meine Ankunft vorbereitet. Mit ihm und zwei anderen L\u00e4ufern fuhr ich am <strong>Sonntag fr\u00fch nach Z\u00fcrich<\/strong>, um dort zu laufen. Es war gut, da\u00df ich <strong>nur f\u00fcr den<\/strong> <strong>Halbmarathon<\/strong> und <strong>nicht<\/strong> f\u00fcr den Marathon gemeldet hatte. Ich f\u00fchlte mich nicht in Form.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst starteten die Marathonl\u00e4ufer, unser Start war 9.30 Uhr.<\/p>\n<p>Die Strecke f\u00fchrte immer am<strong> Z\u00fcrichsee<\/strong> entlang und fast immer durch saubere Ortschaften. Aber von Beginn an rumorte mein Magen, so da\u00df ich ab 8 km nach einer Toilette Ausschau hielt. In der Schweiz darf man n\u00e4mlich nicht so einfach in die B\u00fcsche gehen. Bei km 12 fand ich dann endlich eine Toilette.<\/p>\n<p><strong>Jan Fitschen<\/strong> hat solch einen Zwischenstop beim Berlin-Marathon praktiziert, vor laufenden Fernsehkameras.<\/p>\n<p>Bei mir waren <strong>keine<\/strong> Kameras dabei, warum sollten sie auch. Jedenfalls lief es nach dem Notstop bestens. Das Ziel lag in einem Stadion und mit meiner Zeit von <strong>1:35:59 Stunden<\/strong> und dem 881. Platz \u00a0war ich zufrieden. Zudem, wenn man eine Minute f\u00fcr die Startverz\u00f6gerung und 2 Minuten f\u00fcr die Toilette abzieht.<\/p>\n<p>Meine Kumpels einschlie\u00dflich Werner Sonntag liefen<strong> Marathon<\/strong>. Mit Werner fuhr ich sp\u00e4ter zur\u00fcck. In Donaueschingen legten wir eine Kaffeepause ein, abends war ich wieder in Stuttgart.<\/p>\n<p><strong>Der 90. Geburtstag wurde in Coburg gefeiert<\/strong><\/p>\n<p>Dann hie\u00df es Kofferpacken, und am 1. Mai fuhr ich per Bahn nach <strong>Coburg<\/strong>, mit Umsteigen in N\u00fcrnberg und Lichtenfeld. Sechs Stunden war ich \u00a0unterwegs. Am Bahnhof nahm ich ein Taxi und fuhr zum Gasthof S\u00f6hnert in Coburg-Scheuerfeld, bekam den Zimmerschl\u00fcssel, sprach mit Onkel Karl und\u00a0 dann warteten wir auf den Abend. Cousine Ute und Manfred aus Oberwei\u00dfbach waren schon einen Tag eher mit der Bahn angereist und mit Onkel Karl aus Esslingen nach Coburg gekommen. Abends fand also die Veranstaltung mit ca. 50 Leuten statt. \u00a0Ansprachen, kaltes B\u00fcffet, Singen von Liedern, Trinken, Gespr\u00e4che, vor allem mit zwei Mitgliedern der Burschenschaft von Onkel Karl. Das war ja etwas v\u00f6llig Neues f\u00fcr mich, diese Studenten-Burschenschaften. Die hatten wir an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t leider nicht. Die Zeit verging jedenfalls schnell. <strong>Um Mitternacht<\/strong> dann die Gratulation zum<strong> 90. Geburtstag meines Onkels<\/strong> (mein Reisegrund!). \u00a0\u00dcberreichen der Geschenke, noch ein bi\u00dfchen plaudern und dann ab ins Bett. Am anderen Morgen\u00a0 zum Bahnhof gefahren, und zuf\u00e4lligerweise kam der n\u00e4chste Zug schon nach f\u00fcnf Minuten. Schnell die Fahrkarte gekauft, die freundliche Dame am Informationsschalter reichte mir noch die Umsteigezeiten und ab ging die Post, sprich der Zug. Ein bi\u00dfchen schnell alles, aber irgendwie hatte mich das Reisefieber gepackt. Nachmittags war ich in Stuttgart, am n\u00e4chsten Morgen (3. Mai) holte ich in Esslingen meinen Pa\u00df wieder ab, und am Abend ging es <strong>zur\u00fcck nach Berlin<\/strong>.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich geplant, am 7. Mai noch den <strong>25-km-Lauf in Berlin<\/strong> zu bestreiten. Eine Startnummer hatte ich auch schon daf\u00fcr. Und aus dem Zug aussteigen h\u00e4tte ich in Westberlin ohne Probleme gekonnt ( das hat ja mein Lauffreund Roland sp\u00e4ter zum Berlin-Marathon praktiziert). Aber dann habe ich doch darauf verzichtet.\u201c<\/p>\n<p>Soweit die Briefausz\u00fcge und soweit das \u201eAbenteuer\u201c Z\u00fcrich, das f\u00fcr mich zumindest kein Laufabenteuer wurde.<\/p>\n<p><strong>Peter Grau<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Europameisterschaften in Z\u00fcrich im Jahre 2014 waren zumindest in \u00a0Leichtathletik-Kreisen in aller Munde. Damals gab es beim Marathon keine spektakul\u00e4ren Aufgaben, aber das war im August auch nicht zu erwarten. Das Wetter war okay,\u00a0 die meisten L\u00e4ufer und L\u00e4uferinnen kamen gut durch. Anders war das nun am letzten Wochenende, am 24. 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