{"id":1896,"date":"2016-05-27T17:19:56","date_gmt":"2016-05-27T15:19:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1896"},"modified":"2018-09-15T11:55:01","modified_gmt":"2018-09-15T09:55:01","slug":"bernd-gummelt-frueher-spitzengeher-heute-sportorganisator-fuer-die-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1896","title":{"rendered":"Bernd Gummelt: Fr\u00fcher Spitzengeher &#8211; heute Sportorganisator f\u00fcr die Jugend"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernd Gummelt geh\u00f6rte in den Jahren um 1987 bis 1991 zu den weltbesten Gehern. Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge landete er mit der Silbermedaille \u00fcber 50 km bei der EM 1990 im jugoslawischen Split und \u00a0dem vierten Platz 1991 beim Weltcup im kalifornischen San Jos\u00e9.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der diplomierte Trainer hatte schon w\u00e4hrend seiner aktiven Zeit\u00a0 als Trainer gearbeitet, ehe er dann 1998 als Jugendkoordinator beim Kreissportbund Ostprignitz-Ruppin anfing.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Als Laufchef im Stadtpark<\/strong><\/p>\n<p>Vor kurzem begegnete ich dem <strong>geb\u00fcrtigen Neuruppiner<\/strong> im Stadtpark, einem Erholungspark der Neuruppiner. Dort wickelte er gerade als <strong>Cheforganisator eine Laufveranstaltung<\/strong> ab.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020464.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1904\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020464-300x225.jpg\" alt=\"P1020464\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020464-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020464.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020469.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1905\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020469-300x225.jpg\" alt=\"P1020469\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020469-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020469.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSolche Veranstaltungen mag ich vor allem deshalb, \u00a0weil ich damit eine Tradition pflegen kann.\u201c<\/p>\n<p>Und er achtet besonders darauf, da\u00df Kinder und Jugendliche ihre verdiente Auszeichnung bekommen.\u00a0 Pokale, Medaillen, Blumen, all das war beim Stadtparklauf zu sehen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020462.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1906\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020462-300x225.jpg\" alt=\"P1020462\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020462-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/P1020462.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00c4hnliches wird auch beim\u00a0 \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus bekannten <strong>Hubertuslauf<\/strong> praktiziert, den Bernd Gummelt mit seiner Helferschar <strong>seit 1998<\/strong> organisiert und der<strong> jeweils im Oktober<\/strong> zwischen 250 bis 350 Teilnehmer anzieht.<\/p>\n<p>Tradition hat der<strong> Crosslauf<\/strong> im nahen<strong> Alt Ruppin<\/strong>. Auf einer profilierten Strecke im Wald l\u00e4uft man dort schon <strong>seit 1950<\/strong>. Fr\u00fcher hie\u00df das deshalb auch Waldlauf. Im Fr\u00fchling und im Herbst finden hier Wettk\u00e4mpfe statt. 120 bis 150 Teilnehmer werden dabei gez\u00e4hlt, vorrangig Kinder und Jugendliche.\u00a0 \u201e Es macht mir Spa\u00df, diese Veranstaltunen gemeinsam mit Vertretern der Sportvereine vorzubereiten\u201c.<\/p>\n<p>Und immer, wenn Bernd Gummelt mit Veranstaltungen in der Leichtathletik zu tun hat,<strong> erinnert<\/strong> er sich auch an seine <strong>eigene sportliche<\/strong> <strong>Vergangenheit<\/strong>.<\/p>\n<p>Die spielte sich allerdings <strong>nicht im Laufen<\/strong>, sondern<strong> im Gehen<\/strong> ab. <strong>Vorrangig \u00fcber 50 km<\/strong> ma\u00df er sich mit seinen nationalen und internationalen Gegnern.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst gruppierte er sich bei <strong>DDR-Meisterschaften<\/strong> mit ganz vorn ein, holte sich 1986 und 1987 Silbermedaillen und 1988 Bronze. Im Jahr<strong> 1989<\/strong> gewann er in Neubrandenburg den <strong>Meistertitel \u00fcber 50 km<\/strong> nach <strong>3:53:36 h<\/strong> und kommentierte das anschlie\u00dfend gegen\u00fcber der <strong>Zeitschrift<\/strong> <strong>\u201e Leichtathletik\u201c<\/strong> wie folgt: \u201e Am Ende einer Saison kann man mit dieser Zeit wohl zufrieden sein. F\u00fcr einen Alleingang war es ein rundes Ding. Die Strecke war sehr gut,\u00a0 lag aber leider nur zu einem Drittel im Schatten\u201c. Schon da aber bewies er, da\u00df ihm Hitze nur wenig ausmacht.<\/p>\n<p>Parallel dazu mischte er auch auf<strong> internationalem Terrain<\/strong> mit. 1988 stand er <strong>ganz dicht<\/strong> vor einem Start bei den Olympischen Spielen in Seoul.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurde er am 1. Mai bei den<strong> DDR-Meisterschaften \u00fcber 50 km<\/strong> hinter Ronald Weigel und Dietmar Meisch <strong>Dritter<\/strong>. Danach bewies er seine Leistungsst\u00e4rke, als er gemeinsam mit Weigel beim <strong>Sechsl\u00e4nderkampf in La Coruna<\/strong> \u00fcber 35 km nach 2:33:06 h als Erster die Ziellinie \u00fcberquerte. Diese Zeit war damals europ\u00e4ische Bestleistung.\u00a0 \u201e Nachdem ich dann bei den DDR-Meisterschaften \u00fcber 20 km in Rostock hinter Weigel in 1:21:40 h Zweiter wurde, und <strong>nur um 10 Sekunden<\/strong> die 20-km-Norm verpa\u00dfte, rechnete ich trotzdem damit,\u00a0 f\u00fcr die 20 km nominiert zu werden, da ich ja die 50-km-Norm erf\u00fcllt hatte. Doch man nahm mit Weigel und Noack <strong>nur zwei Athleten<\/strong> f\u00fcr die 20-km-Strecke\u00a0 mit. \u00a0So blieb der Flug nach Seoul f\u00fcr Bernd Gummelt<strong> ein Wunschtraum<\/strong>. \u201e Aber vom Leistungsniveau her war ich mit diesem Jahr sehr zufrieden.\u201c<\/p>\n<p>Und es ging reibungslos weiter, denn <strong>1989<\/strong> wurde er in der Halle von Senftenberg in <strong>19:31,90 min DDR-Meister \u00fcber\u00a0 5 km<\/strong>. \u00a0\u201e Ich bin gern in der Halle gegangen, denn gew\u00f6hnlich kam ich aus einem hohen Umfang-Training und empfand den Hallenstart als eine willkommene Abwechslung im Training.\u201c<\/p>\n<p><strong>Am 1. Mai 1989<\/strong> gewann er beim <strong>Internationalen Gehen in Naumburg<\/strong> den erstmals ausgetragenen 35-km-Wettbewerb in 2:32:50 h und unterbot damit die von ihm und Ronald Weigel gehaltene europ\u00e4ische Bestleistung um 16 Sekunden. Einen kleinen R\u00fcckschlag gab es dann drei Wochen sp\u00e4ter beim<strong> Weltcup im spanischen Hospitalet<\/strong>. Zu schnell begann er den 50-km-Wettbewerb und brach dann sp\u00e4ter ein. Mit 4:04:03 h wurde er <strong>zwar bester DDR-Geher<\/strong>, aber die Zeit reichte <strong>nur<\/strong> f\u00fcr den 26. Platz.<\/p>\n<p><strong>Vizeeuropameister 1990 in Split<\/strong><\/p>\n<p>Am<strong> 20. Mai 1990<\/strong> stellte er dann \u00a0auf einem 2-km-Rundkurs in der <strong>Berliner Wuhlheide<\/strong> \u00fcber<strong> 50 km mit 3:46:43 h seine pers\u00f6nliche<\/strong> <strong>Bestleistung<\/strong> auf. Danach bewies er auf der k\u00fcrzeren Distanz von 20 km seine Klasse, als\u00a0 er bei den <strong>\u201eGood Will Games\u201c in Seattle (USA)<\/strong> auf der Bahn Dritter wurde:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-Seatllte-1990-Bronze.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1897\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-Seatllte-1990-Bronze-215x300.jpg\" alt=\"Bernd Medaillen klein Seatllte 1990 Bronze\" width=\"215\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-Seatllte-1990-Bronze-215x300.jpg 215w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-Seatllte-1990-Bronze.jpg 311w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieser Erfolg in<strong> Seattle<\/strong> gab auch den Ausschlag daf\u00fcr, bei der <strong>Europameisterschaft<\/strong> <strong>in Split den Doppelstart<\/strong> zu wagen.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Zun\u00e4chst<\/strong> kamen die <strong>20 km<\/strong> und mit dem <strong>siebenten Platz<\/strong> war ich zufrieden\u201c, erinnert sich Gummelt. \u201e Drei Tage sp\u00e4ter standen die 50 km auf dem Plan. Es herrschten<strong> hei\u00dfe Temperaturen<\/strong> und die Strecke war recht <strong>h\u00fcgelig<\/strong>. Doch beides lag mir. Bis 25 km bin ich gemeinsam mit dem <strong>Italiener Damilano<\/strong> und dem<strong> Erfurt Hartwig Gauder<\/strong> gegangen. Am Ende gewann zwar der Sowjetrusse Perlow, <strong>aber ich wurde Zweiter,<\/strong> und alle anderen, wie Gauder, Damilano und Weigel landeten hinter mir.\u201c\u00a0<strong> Damit war Bernd Gummelt in der Weltspitze angekommen<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-EM_Split-1990-3PL.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1898\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-EM_Split-1990-3PL-228x300.jpg\" alt=\"Bernd Medaillen klein EM_Split 1990 3PL\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-EM_Split-1990-3PL-228x300.jpg 228w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Medaillen-klein-EM_Split-1990-3PL.jpg 409w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die\u00a0 Silbermedaille von Split<\/strong><\/p>\n<p>Es waren zwar<strong> \u201enur\u201c E<\/strong>uropameisterschaften, aber es fehlten von der absoluten Weltspitze <strong>nur die Mexikaner<\/strong>. Die Chinesen gingen damals noch nicht auf einem solch hohen Niveau wie heute.<\/p>\n<p><strong>Vom Pfeifferschen Dr\u00fcsenfieber gestoppt<\/strong><\/p>\n<p><strong>1991<\/strong> wollte Bernd Gummelt seine Weltklasse bei den <strong>Weltmeisterschaften in Tokio<\/strong> beweisen. \u201e F\u00fcr die 50 km hatte ich mich beim Geher-Weltcup in San Jose (Kalifornien) durch einen vierten Platz in 3:51:12 h hinter Mercenario (Mexiko), Baker (Australien) und Ronald Weigel schon qualifiziert. Zwar verfehlte ich dann\u00a0 beim Sechsl\u00e4nderkampf die Qualifikation f\u00fcr die 20 km, aber das war nicht so schlimm, denn es mu\u00dfte ja nicht immer ein Doppelstart sein\u201c.<\/p>\n<p>Voller Elan flog er\u00a0 zur Vorbereitung der WM ins <strong>H\u00f6hentrainingslager<\/strong> <strong>nach Mexiko<\/strong>. \u201eAber dort wurde ich krank, bekam <strong>Pfeiffersches<\/strong> <strong>Dr\u00fcsenfieber<\/strong>, und damit war die Saison praktisch beendet, zumal auch noch<strong> Asthma<\/strong> hinzukam.\u201c \u00a0\u00dcber sechs Monate mu\u00dfte er aussetzen, wollte aber so nicht aufh\u00f6ren. \u201e Ich wollte mich 1992 \u00a0f\u00fcr die Olympischen Spiele in Barcelona qualifizieren\u201c. Doch das Vorhaben mi\u00dflang, vor allem wegen des Trainingsausfalls und der \u00a0Asthmabeschwerden.<\/p>\n<p>Bis 1994 \u201equ\u00e4lte\u201c \u00a0er sich noch herum, wollte nicht wahrhaben, da\u00df es nicht mehr so richtig funktionierte, auch wenn er noch einmal bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Dritter wurde.\u00a0 <strong>Aber Mitte 1994 sagte er<\/strong> <strong>endg\u00fcltig: \u201e Nun ist Schlu\u00df\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Wie er zum Geh-Sport kam<\/strong><\/p>\n<p>In den 70er und 80er Jahren hatte das \u00a0Gehen \u00a0einen anderen, viel h\u00f6heren Stellenwert als heutzutage. So gab es beispielsweise bei Stra\u00dfenwettbewerben riesige Teilnehmerfelder, ob nun im Ausland oder zuhause.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Luganp-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1899\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Luganp-klein-300x237.jpg\" alt=\"Bernd Luganp klein\" width=\"300\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Luganp-klein-300x237.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Luganp-klein.jpg 1019w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Lugano-Cup 1970 20 km (Startnummer 1:\u00a0 Peter Frenkel) \/ Foto: Eberhard Bock<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bernd Gummelt hatte, <strong>bevor<\/strong> er Geher wurde, da\u00df Leichtathletik-ABC beim Leichtathletik-Trainer <strong>Max Schommler<\/strong> in Neuruppin erlernt.\u00a0 \u201e Bei ihm sind wir in der Halle oft zur Erw\u00e4rmung ein oder zwei Runden gegangen. Daher konnte ich den Bewegungsablauf des Gehens, \u201e erinnert sich Bernd Gummelt.<\/p>\n<p>Inzwischen bei <strong>Hans Ulrich Schommler<\/strong>, dem <strong>Sohn<\/strong> von Max Schommler, trainierend probierte er auf\u00a0 dem Sportplatz im nahen <strong>Gildenhall<\/strong> es dann mal richtig aus, ging zweimal je 1000 m. Den ersten Kilometer in 6:11 min, den zweiten in 6:09 min, das konnte sich f\u00fcr einen 15-j\u00e4hrigen schon sehen lassen. Mit entsprechendem Selbstvertrauen fuhr er deshalb zu den <strong>Bezirksmeisterschaften nach Potsdam<\/strong> und wurde in 29:32 min<strong> Dritter.<\/strong> Zwar lagen noch zwei Geher vom ASK Potsdam vor ihm, aber diese Bronzemedaille gab den Ausschlag, da\u00df Bernd Gummelt bald Geher wurde. <strong>Mit 18 Jahren wurde er 1982 zum ASK Potsdam delegiert<\/strong> und kam sogleich in die Trainingsgruppe von <strong>Hans-Joachim<\/strong> <strong>Pathus<\/strong>. Der erfahrene Geher Ronald Weigel\u00a0 geh\u00f6rte zu dieser Gruppe. \u201e Von da an war es f\u00fcr mich <strong>Hochleistungsspor<\/strong>t, mit 12 bis 15 Trainingseinheiten pro Woche und einem Umfang von 150 bis 300 km.\u201c<\/p>\n<p>Und als Anreiz sah er <strong>nicht nur<\/strong>, da\u00df\u00a0 solche Geher wie <strong>Christoph H\u00f6hne, Peter\u00a0 Frenkel, Hans-Georg<\/strong> <strong>Reimann und Hartwig Gauder<\/strong> schon Lorbeeren gesammelt hatten, <strong>sondern<\/strong> da\u00df die internationalen Wettk\u00e4mpfe auch die Chance boten, Land und Leute kennenzulernen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Olympia-Montreal-3-Leute-Scan_Pic0004.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1900\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Olympia-Montreal-3-Leute-Scan_Pic0004-300x148.jpg\" alt=\"Bernd Olympia Montreal 3 Leute Scan_Pic0004\" width=\"300\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Olympia-Montreal-3-Leute-Scan_Pic0004-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Olympia-Montreal-3-Leute-Scan_Pic0004.jpg 984w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Olympische Spiele 1976 Montreal, 20 km (Hans Reimann (2.), Bautista (Mexiko, 1.), Peter Frenkel (3.), von links)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entsprechend <strong>positiv<\/strong> f\u00e4llt auch sein <strong>Fazit \u00fcber seine sportliche Karriere<\/strong> aus: \u201e Es war anstrengend, aber es waren keine verlorenenen Jahre. Sie pr\u00e4gten mich vielmehr und schulten besonders meine Ausdauerf\u00e4higkeit. Konsequent sein, dabeibleiben, alles Eigenschaften, die man auch im normalen Leben au\u00dferhalb des Sports ben\u00f6tigt. Man zieht eben aus dem Sport auch Kraft, St\u00e4rke, kann Probleme besser bew\u00e4ltigen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Diplomtrainer und Jugendkoordinator<\/strong><\/p>\n<p>Aber nicht nur das Gehen hatte er im Kopf. Einen Lehrabschlu\u00df als <strong>Werkzeugmacher<\/strong> hatte er in der Tasche, als er von Neuruppin nach Potsdam ging. Und er begann dann an der Fachschule in Wildau bei Berlin<strong> Maschinenbau zu studieren.<\/strong> Das Grundstudium war abgeschlossen, doch dann kam die Wende dazwischen. \u201e Ich wu\u00dfte nicht, ob und wie das Studium nun anerkannt wird.\u201c Deshalb h\u00f6rte er auf und sah sich nach einem anderen Beruf um.<\/p>\n<p>Schon l\u00e4nger hatte Bernd Gummelt damit gelieb\u00e4ugelt, <strong>Trainer zu<\/strong> <strong>werden<\/strong>. \u201e Ich hatte das Gl\u00fcck, bei Hans-Joachim Pathus zu trainieren, denn bei ihm durfte man sich immer \u00fcber Trainingsinhalte austauschen, war ein m\u00fcndiger Athlet\u201c. Fast logisch, da\u00df er sich an der <strong>Trainerakademie in K\u00f6ln<\/strong> einschrieb, dort studierte und <strong>1995 die<\/strong> <strong>Abschlu\u00dfpr\u00fcfun<\/strong>g bestand. Fortan durfte er sich <strong>Diplomtrainer<\/strong> nennen und praktizierte das auch.<\/p>\n<p>Zwei Jahre lang war er <strong>Leichtathletik-Landestrainer in Potsdam<\/strong>, von 1997 bis 2000\u00a0<strong> DLV-Disziplintrainer der Frauen im Gehen<\/strong>. Und noch zuvor, in der Zeit, als er selbst noch aktiv war, hatte er bereits <strong>seit 1993<\/strong> <strong>mit Beate Gummel<\/strong>t eine Spitzengeherin trainiert. Seit l\u00e4ngerem waren beide ein Paar, hatten <strong>1993 geheiratet.<\/strong> \u00a0\u201e Am Anfang schauten die Trainer schon etwas \u00fcberrascht, nach dem Motto: Was nicht sein kann, das nicht sein darf\u201c. Aber es ging. Bernd schrieb f\u00fcr Beate die Trainingspl\u00e4ne und beide hatten Erfolg.<\/p>\n<p>Privat klappte es auch. <strong>1998<\/strong> kam <strong>Tochter Sarah<\/strong>\u00a0 zur Welt und <strong>2007 Sohn Sebastian<\/strong>.<\/p>\n<p>Und dann bekam er in seiner Heimatstadt Neuruppin das<strong> Angebot<\/strong>, als <strong>Jugendkoordinator im Kreissportbund Ostprignitz-Ruppin<\/strong> zu arbeiten und in dieser Funktion\u00a0 alle Aktivit\u00e4ten der Jugend des Kreissportbundes zu verantworten. <strong>\u00a0Am 1. Januar 1998 begann er diese T\u00e4tigkeit<\/strong> und damit war das Kapitel \u201eTrainer\u201c vorerst abgeschlossen. Allerdings schien sich 2000 nochmals eine Gelegenheit aufzutun, als<strong> DLV-Bundestrainer Pathus<\/strong> altersbedingt aufh\u00f6rte.\u00a0 Doch es gab keine offizielle Ausschreibung, \u201esonst h\u00e4tte ich mir es sicher\u00a0 \u00fcberlegt, doch nochmal Trainer zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Aber<strong> so ganz<\/strong> kann er von dem <strong>Trainersein<\/strong> nicht lassen. \u201e Ich bin als <strong>\u00dcbungsleiter beim LAC Ruppin<\/strong> t\u00e4tig und betreue dort einige Leichtathleten.\u201c<\/p>\n<p>Seine <strong>Hauptarbeit aber liegt beim Kreissportbund Ostprignitz-Ruppin<\/strong>, f\u00fcr den er nun schon <strong>18 Jahre<\/strong> unterwegs ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Gummelt-klein-Arbeit-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1901\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Gummelt-klein-Arbeit-2-300x225.jpg\" alt=\"?\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Gummelt-klein-Arbeit-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Bernd-Gummelt-klein-Arbeit-2.jpg 687w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0Bernd Gummelt am \u00a0Schreibtisch<\/strong><\/p>\n<p>An dieser Arbeit gef\u00e4llt ihm besonders, da\u00df es eine <strong>Mischung zwischen<\/strong> <strong>der Arbeit am Schreibtisch und der Arbeit drau\u00dfen an der Basis<\/strong> ist. \u201e Wir organisieren solche Veranstaltungen wie die <strong>Kreis-Kinder- und<\/strong> <strong>Jugendsportspiele<\/strong> des Landkreises und bieten auch selbst Veranstaltungen an, wie etwa <strong>Stra\u00dfenfu\u00dfballturniere, Kita-Olympiaden\u00a0<\/strong> oder eben<strong> Laufveranstaltungen<\/strong> und<strong> werben<\/strong> somit f\u00fcr Bewegung, Sport und f\u00fcr unsere Sportvereine.<\/p>\n<p><strong>Ein H\u00f6hepunkt sind die j\u00e4hrlichen Kreis- Kinder- und Jugendsportspiele.<\/strong> \u201e In diesem Jahr findet diese Veranstaltung zu unterschiedlichen Terminen an unterschiedlichen Orten in 24 Sportarten statt. Es ist ein offenes Angebot, d.h.\u00a0 wer Lust hat, kann daran teilnehmen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ein wenig erinnert<\/strong> sich Bernd Gummelt dabei auch an die fr\u00fcheren <strong>Kinder- und Jugendspartakiaden in der DDR.<\/strong> \u201e Damals aber war die Spartakiade sehr<strong> schullastig<\/strong>. Heute kommen die Teilnehmer entweder <strong>allein oder als Vereinssportler<\/strong>. <strong>Aber der Grundgedanke ist \u00e4hnlich<\/strong>. Die Kinder brauchen ihren H\u00f6hepunkt, ihre Best\u00e4tigung. Und es gibt noch gen\u00fcgend, die auch k\u00e4mpfen wollen.\u201c<\/p>\n<p>Bernd Gummelt schaut bei seiner Arbeit nicht auf die Uhr, ein geregelter Acht-Stundentag ist f\u00fcr jemandem, der im Sport t\u00e4tig ist, nicht denkbar.\u00a0 \u201e Wir als Kreissportbund empfinden uns als <strong>Dienstleister f\u00fcr die<\/strong> <strong>Sportvereine<\/strong>. Im Landkreis OPR, zu dem Kyritz, Wittstock und Neuruppin z\u00e4hlen, sind <strong>13.000 Mitglieder in 158 Vereinen<\/strong> organisiert, davon rund 5000 Kinder und Jugendliche. Und hervorzuheben\u00a0 ist, da\u00df im Altersbereich von 8 bis 14 Jahren immerhin <strong>jedes dritte Kind<\/strong> aus dem Lankreis OPR in einem Sportverein ist.\u201c<\/p>\n<p>Auf die Frage, warum er bis heute so schlank geblieben ist, und bei 1,80 m K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe nur 67 kg wiegt,-\u00a0 also nur 5 kg mehr als zu besten Geher-Zeiten-, hat er <strong>keine<\/strong> eindeutige Antwort. \u201e Weil ich soviel trainiere,\u201c sagt er lachend, es nicht ernst meinend und f\u00fcgt an:\u00a0 \u201e<strong> Alles \u00fcber 300 Meter wird<\/strong> <strong>mit dem Auto gefahren<\/strong>.\u201c Doch ganz stimmt das nicht, denn gern ist er beispielsweise auf<strong> Inlinern<\/strong> unterwegs, gemeinsam mit seinem Sohn Sebastian oder seiner Tochter Sarah. Ab und an l\u00e4uft er auch mal drei Kilometer hinaus in die Natur, doch da ist seine Frau Beate viel besser, denn sie l\u00e4uft\u00a0 mehrmals in der Woche, um sich fit zu halten.<\/p>\n<p>\u201eVielleicht liegt es aber auch daran, da\u00df mein Stoffwechsel immer noch anders funktioniert, eben deshalb , weil ich so lange Hochleistungssport betrieben habe. Seit 1978 habe ich regelm\u00e4\u00dfig trainiert, war im Jugendbereich 50 bis 60 km pro Woche unterwegs und\u00a0 sp\u00e4ter viel mehr. Also 16 Jahre Sport, da findet sicherlich eine Umstellung statt.\u201c<\/p>\n<p>Am Sportgeschehen <strong>au\u00dferhalb<\/strong> seines Landkreises ist Bernd Gummelt auch weiterhin sehr interessiert. Ob es nun die Leichtathletik ist, &#8211;\u00a0 immer noch hat er ein Abo der Zeitschrift \u201e Leichtathletik\u201c -, ob es im Fernsehen Fu\u00dfball oder Wintersport sind, er schaut gern zu. Und beim Wintersport erinnert er sich auch an fr\u00fchere Zeiten, als er im <strong>Trainingslager auf Langlaufbrettern<\/strong> unterwegs war. \u00a0\u201e F\u00fcr uns Geher war das damals zwar sehr anstrengend, 30, 40 oder 50 km auf den Skiern zu absolvieren, aber als Trainingsmittel haben wir das gern mitgenommen.\u201c Heutzutage kommt er aber nur noch sehr selten zum Skifahren, die Skier parken in der Garage.<\/p>\n<p><strong>Am n\u00f6rdlichsten Punkt Europas<\/strong><\/p>\n<p>Gern pflegt Bernd Gummelt auch ein besonderes Hobby. Er erkundet bei seinen Urlaubsreisen besondere Punkte, Orte und Regionen.<\/p>\n<p>Schon immer interessierte er sich\u00a0 f\u00fcr Geographie.\u00a0 Als Sportler hatte er bei seinen Auslandsreisen aber nur wenig Zeit f\u00fcr Land und Leute. Heute ist das anders. So etwa, wenn er den <strong>n\u00f6rdlichsten Festlandspunkt des<\/strong> <strong>Kontinents<\/strong> erkunden will. \u201eUnd der ist <strong>nicht<\/strong> das bei Touristen so beliebte Nordcap, sondern der etwas weiter \u00f6stlich gelegene Punkt auf der Halbinsel bei Mehamm\/ Gamvik.<\/p>\n<p>Ein anderer Zielpunkt war\u00a0 die Spitze von D\u00e4nemark \u201eDort standen wir dann mit einem Bein in der<strong> \u00a0Ostsee<\/strong>, mit dem anderen in der <strong>Nordsee<\/strong>\u201c.<\/p>\n<p><strong>Peter Grau<\/strong><\/p>\n<p>(Fotos:\u00a0 Peter Grau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Bernd Gummelt geh\u00f6rte in den Jahren um 1987 bis 1991 zu den weltbesten Gehern. Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge landete er mit der Silbermedaille \u00fcber 50 km bei der EM 1990 im jugoslawischen Split und \u00a0dem vierten Platz 1991 beim Weltcup im kalifornischen San Jos\u00e9. Der diplomierte Trainer hatte schon w\u00e4hrend seiner aktiven Zeit\u00a0 als Trainer &hellip; <a href=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=1896\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Bernd Gummelt: Fr\u00fcher Spitzengeher &#8211; heute Sportorganisator f\u00fcr die Jugend<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1896"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1896"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1896\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14059,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1896\/revisions\/14059"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}