{"id":2082,"date":"2016-06-19T20:57:31","date_gmt":"2016-06-19T18:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=2082"},"modified":"2016-06-19T21:28:02","modified_gmt":"2016-06-19T19:28:02","slug":"gesa-felicitas-krause-fuehlt-sich-wohl-auf-der-hindernisstrecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=2082","title":{"rendered":"Gesa Felicitas Krause: F\u00fchlt sich wohl auf der Hindernisstrecke"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-klein-\u00fcber-H\u00fcrde-Kassel-Dirk.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2084\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-klein-\u00fcber-H\u00fcrde-Kassel-Dirk-228x300.jpg\" alt=\"Gesa klein \u00fcber H\u00fcrde Kassel Dirk\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-klein-\u00fcber-H\u00fcrde-Kassel-Dirk-228x300.jpg 228w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-klein-\u00fcber-H\u00fcrde-Kassel-Dirk.jpg 336w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gesa Felicitas Krause (Foto: Dirk Gantenberg)<\/p>\n<p><strong>Gesa Felicitas Krause<\/strong> dominierte die 3000 m Hindernis am 18. Juni 2016 bei den <strong>Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Kassel<\/strong> im Alleingang. Ungef\u00e4hrdet vor dem Feld holte sich die Hessin in 9:31:00 min den Meistertitel. \u00a0Zuvor hatte sie wochenlang auf dem Werbeplakat der Meisterschaften geprangt.<\/p>\n<p>Und kurz vor den Meisterschaften hatte mein Journalistenkollege <strong>Berthold Mertes<\/strong> f\u00fcr den <strong>Bonner Generalanzeiger<\/strong> ein Interview mit der WM-Dritten von Peking gef\u00fchrt, welches ich in Ausz\u00fcgen nachfolgend ver\u00f6ffentlichen darf.<\/p>\n<p><strong>Gesa Krause: Sport macht nur ohne Manipulation Sinn<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-Foto-von-Dirk-Gantenberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2085\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-Foto-von-Dirk-Gantenberg-200x300.jpg\" alt=\"Gesa Foto von Dirk Gantenberg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-Foto-von-Dirk-Gantenberg-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Gesa-Foto-von-Dirk-Gantenberg.jpg 299w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Foto:\u00a0 Dirk Gantenberg)<\/p>\n<p>Bonn, 18. Juni 2016. \u00a0 Sensibel, h\u00f6flich, bescheiden: So wirkt Leichtathletin <strong>Gesa Krause<\/strong> bei dem Treffen auf ihrer Heim-Trainingsanlage in <strong>Frankfurt-Niederrad<\/strong>. Irgendwie auch zerbrechlich w\u00e4hrend ihrer Steigerungsl\u00e4ufe auf der Kunststoffbahn. Im Gespr\u00e4ch nach der \u00dcbungseinheit: Die zierliche Person, die 2015 mit<strong> WM-Bronze \u00fcber 3000 Meter<\/strong> <strong>Hindernis<\/strong> eine 15 Jahre w\u00e4hrende Medaillenflaute deutscher L\u00e4ufer beendet hat, strahlt unglaubliche Energie aus. Krause ist fokussiert auf Erfolg. Und sie hat einen Plan. \u00dcber den f\u00fcr die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sprach sie mit <strong>Berthold<\/strong> <strong>Mertes<\/strong> \u2013 und \u00fcber den Caipirinha danach.<\/p>\n<p><em>Frau Krause, Sie haben 2015 in Peking die erste deutsche Laufmedaille bei einem Weltereignis seit Nils Schumanns 800-Meter-Gold von Sydney 2000 gewonnen. Tr\u00e4umen Sie noch \u00f6fter davon?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gesa Krause:<\/strong> Ich hatte die Bilder lange pr\u00e4sent. Es war nicht wie sonst: Wettkampf abhaken und an den n\u00e4chsten denken. \u00dcber die Wintermonate ist das WM-Rennen aus den Gedanken herausger\u00fcckt, weil ich mich mehr mit dem Training f\u00fcr die neue Saison besch\u00e4ftigt habe.<\/p>\n<p><em>Schildern Sie doch mal Ihre Olympiavorbereitung.<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Seit dem Herbst bis zu den Spielen im August in Rio geh\u00f6ren f\u00fcnf je dreiw\u00f6chige H\u00f6hentrainingslager dazu, vier davon habe ich jetzt hinter mir. T\u00e4glich trainiere ich bis zu dreimal, dabei neben den Laufeinheiten auch reichlich Athletik.<\/p>\n<p><em>Insofern m\u00fcssen Sie froh sein, vor den deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende ein wenig durchzuschnaufen, oder?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Ja, das gibt mir Zeit f\u00fcr Dinge, die auch zum Sport geh\u00f6ren: PR-Termine, Interviews f\u00fcr Radio, Fernsehen oder Zeitschriften. Damit f\u00fclle ich lockere Wochen so, dass ich mich nicht nutzlos f\u00fchle.<\/p>\n<p><em>Rund 15\u2005000 Menschen folgen Ihnen auf Facebook. Dort gew\u00e4hren Sie Einblick in Ihren Profi-Alltag. Warum tun Sie das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Ich versuche, den Alltag eines Sportlers zu zeigen, denn ich habe schon oft die Frage gestellt bekommen: F\u00e4ngst du im April wieder mit dem Training an? Deshalb zeige ich, dass eine Saisonvorbereitung bereits im Oktober beginnt. Dass wir sehr viel unterwegs sind. Und dass Kenia f\u00fcr mich nicht Sonne, Strand und Urlaub bedeutet.<\/p>\n<p><em>Sondern?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Knallharte Arbeit.<\/p>\n<p><em>Hilft dabei das Kopfkino vom WM-Bronze?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Klar sind das Bilder, die sich bei harten Tempol\u00e4ufen im Kopf abspielen. Aber das wird verst\u00e4rkt erst wieder vor Olympia kommen. Jetzt will ich zun\u00e4chst wieder deutsche Meisterin werden, dann kommt die EM \u2013 erst danach r\u00fcckt Olympia in mein Blickfeld. Ich denke immer von Ziel zu Ziel. Vor Rio entwickelt sich eine neue Traumvorstellung.<\/p>\n<p><em>Nach WM-Bronze h\u00f6ren Sie bestimmt \u00f6fter: \u201eUnd in Rio holst du Gold.\u201c Wie empfinden Sie das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Das ist ja motivierend gemeint. Aber ich sage dann immer: Ich gebe mein Bestes. Ich bin Realist und k\u00e4mpfe bis zum letzten Tag um die absolut beste Form.<\/p>\n<p><em>Zum deutschen Rekord \u2013 9:18,54 Minuten von Antje M\u00f6ldner-Schmidt \u2013 fehlten Ihnen in Peking 71 Hundertstelsekunden \u2013 wann f\u00e4llt er?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Den Rekord habe ich schon lange Zeit vor Augen. Er ist definitiv ein Ziel f\u00fcr dieses Jahr. Unter 9:15 sollte es schon gehen. Zumal die Top Drei der Welt zwischen 9:00 und 9:10 Minuten laufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Mit welchem Plan wollen Sie denn eine Olympiamedaille gewinnen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Bisher ist es mir immer sehr gut gelungen, mein Potenzial auszusch\u00f6pfen. Auf den 15. August 2016 (Krauses Olympiafinale, die Red.) kommt es an. Alles ist auf diesen Tag X ausgerichtet.<\/p>\n<p><em>Und irgendwann wollen Sie ganz oben stehen, die Hymne h\u00f6ren?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Definitiv ja. Das ist meine Triebfeder, auch wenn ich dieses Jahr davon noch entfernt bin. Ich bin noch jung, es steckt viel Potenzial in mir, das herausgekitzelt werden will. Meine Zeit kommt noch. Irgendwann will ich nicht die Erste sein, die sich anstellt, sondern ganz vorne sein.<\/p>\n<p><em>Wie ist es, im L\u00e4uferland \u00a0Kenia zu trainieren, die Athleten dort zu erleben und kennenzulernen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause: <\/strong>Es ist beeindruckend f\u00fcr die Psyche und wirkt sich auf die eigene Einstellung aus. Weil die Menschen mit einem L\u00e4cheln auf den Platz gehen. Und dann rennen sie einfach, bis sie nicht mehr k\u00f6nnen. Das muss man sich zu Herzen nehmen. Denn unser Sport ist ein Knochenjob. Ist mit Schmerz und Leid verbunden. Ich bin immer froh, wenn ich die Trainingslager hinter mir habe. Aber ich wei\u00df halt, dass dieses harte Training mich besser macht.<\/p>\n<p><em>Ist die Bereitschaft der Afrikaner, sich zu qu\u00e4len, st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als bei Mitteleurop\u00e4ern?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Ja. Vereinzelt bringen Menschen sie auch hier mit.<\/p>\n<p><em>Wie Sie zum Beispiel. Warum eigentlich?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Das hat mit Leidenschaft zu tun. Wenn einem etwas wichtig ist, nimmt man auch mehr Strapazen auf sich.<\/p>\n<p><em>Warum sind Sie L\u00e4uferin?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Ich habe als Sch\u00fclerin auch Stabhochsprung ausprobiert. Alles au\u00dfer Hammerwurf und Dreisprung. Aber ich war schon immer relativ klein und zierlich. Ich bin kein geborener Sprinter, war aber von Beginn an recht gut \u00fcber die Mittelstrecke. Also blieb nur das Laufen \u00fcbrig. Die Vielseitigkeit in jungen Jahren hat gut getan \u2013 deshalb bin ich heute vielleicht auf der Hindernisstrecke zu Hause.<\/p>\n<p><em>Seit 2009 werden Sie von Wolfgang Heinig (aktuell Bundestrainer f\u00fcr alle Laufdisziplinen ab 800 Meter) betreut. Welche Rolle spielt er?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Er hat mich als hessischer Landestrainer von Dillenburg nach Frankfurt geholt und mir angeboten, aufs Sportinternat zu gehen. Das war die wichtigste Entscheidung. Er hat mir den Weg aufgezeigt. Er hat einen Plan, wie man Leistung entwickelt \u2013 fundiert, strukturiert und zielstrebig. Das war mir gleich plausibel.<\/p>\n<p><em>Sind Sie ein Kopfmensch?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Auf jeden Fall. Auch wenn mir das in jungen Jahren noch nicht bewusst war.<\/p>\n<p><em>Bleibt noch Zeit f\u00fcr Genuss?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Ja, ich koche sehr gerne, wenn die Zeit es erlaubt, und mag frisches Essen. Eine ausgewogene Ern\u00e4hrung ist wichtig, aber ich trinke auch gerne einmal ein Glas Rotwein zum Essen.<\/p>\n<p><em>Doping beeintr\u00e4chtigt st\u00e4rker denn je die Leichtathletik. Russische Athleten haben betrogen, was das Zeug h\u00e4lt. Auch Kenia steht im Zwielicht. Wie empfinden Sie das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Russland macht mich sprachlos. W\u00f6chentlich kommen neue Meldungen. Man kann derzeit keinem Sportler von dort vertrauen. Es tut mir leid f\u00fcr den einen oder anderen sauberen Athleten, den es vielleicht auch in Russland gibt. Aber ich habe inzwischen keine Lust mehr, mir das anzuschauen und dar\u00fcber zu lesen.<\/p>\n<p><em>Was ersch\u00fcttert Sie am meisten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Es ist eine Schande, dass dieses System offenbar vom Staat instruiert ist. Dass fast alle unter einer Decke stecken.<\/p>\n<p><em>Und in Kenia?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Dort ist die F\u00fchrung das Problem, bei den Russen sind es inzwischen die Athleten selbst, weil der Staat sie \u00fcber Jahrzehnte zu Betr\u00fcgern gemacht hat. In Kenia wirkt alles unorganisiert, Verbandsfunktion\u00e4re kochen ihr S\u00fcppchen. Und es kommt mir so vor, dass die dopenden Athleten meistens aus der dritten und vierten Reihe kommen. Weil sie sich ein bisschen Geld verdienen wollen.<\/p>\n<p><em>St\u00f6rt es Sie, wenn Leute sagen, ohne Doping lie\u00dfe sich keine Medaille in der Leichtathletik gewinnen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Na klar. Vor allem finde ich es unfair, dass wir und Athleten einiger Nationen 24 Stunden rund um die Uhr \u00fcberwacht werden. Wir melden der Nationalen Anti Doping Agentur, wo wir sind, was wir machen. Dagegen kriegt man es anderswo nicht auf die Reihe, den Athleten beizubringen, dass Kontrollen und harte Strafen notwendig sind \u2013 weil der Sport nur ohne Manipulation Sinn macht.<\/p>\n<p>S<em>ind Sie daf\u00fcr, dass Russlands und Kenias Leichtathleten in Rio nicht starten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Bei den Russen f\u00e4nde ich es sehr grenzwertig, wenn sie am Ende doch noch zugelassen w\u00fcrden. Dagegen kann ich mir bei den Kenianern nicht vorstellen, dass sie ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p><em>Was hat sich f\u00fcr Sie seit WM-Bronze ver\u00e4ndert?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause: <\/strong>Es gab ein paar Fernsehauftritte, die Zahl der facebook-Follower hat sich erh\u00f6ht, aber in puncto Sponsoren ist leider nichts passiert.<\/p>\n<p><em>Obwohl Sie zu Deutschlands Leichtathletin des Jahres gew\u00e4hlt wurden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Die bestehenden Partnerschaften haben sich gefestigt, aber es kam nichts Neues dazu. Der Verein und der Ausr\u00fcster &#8211; das sind meine einzigen Sponsoren, und nat\u00fcrlich die Bundeswehr. Im Prinzip habe ich diese drei Arbeitgeber.<\/p>\n<p><em>Laufsternchen Sabrina Mockenhaupt oder Eisschnelll\u00e4uferin Anni Freisinger haben mit Modeln mehr Geld verdient als mit dem Sport. W\u00e4re ein solches Parallel-Engagement etwas f\u00fcr Sie?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Dar\u00fcber habe ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht. Bis 30 will ich den Sport definitiv machen. Ich hoffe, dass sich in dieser Zeit die eine oder andere T\u00fcr \u00f6ffnet.<\/p>\n<p><em>\u00dcber die Karriere nach der Karriere machen Sie sich noch keine Gedanken?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Es gibt Tage, an denen ich gr\u00fcble, ob ich in meinem Fernstudium der Wirtschaftspsychologie vielleicht etwas schneller vorw\u00e4rts komme. Aber Laufen ist momentan ein Fulltime-Job. In den letzten beiden Jahren ist mir das sehr deutlich geworden.<\/p>\n<p><em>Brasilien steckt in einer gesellschaftlichen Krise. Geh\u00f6rt Olympia dorthin?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Es ist immer so, wenn die Spiele in weniger entwickelte L\u00e4nder vergeben werden, dass es Volksgruppen gibt, die darunter leiden. Leider trifft es dann meistens die Armen. Auch wenn ich mir selbstverst\u00e4ndlich dar\u00fcber Gedanken mache: Was soll ich tun? Ich trainiere mein ganzes Leben f\u00fcr Olympia. Das ist mein Job. So hart es klingt: Deshalb kann ich darauf auch leider keine R\u00fccksicht nehmen. Ich muss an mich selbst denken.<\/p>\n<p><em>Machen Sie sich Sorgen um Ihre Gesundheit wegen des Zika-Virus?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Ich mache mir keinen gro\u00dfen Kopf dar\u00fcber. F\u00fcr die Leute, die in verschmutztes Wasser m\u00fcssen, sieht die Sache sicherlich anders aus.<\/p>\n<p><em>Angst vor Terror?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Habe ich nicht. Ich denke immer positiv. Es kann dich \u00fcberall erwischen, nicht zuletzt bei einem Trip in eine europ\u00e4ische Metropole, auch in Frankfurt. Das ist ein grunds\u00e4tzliches Problem, mit dem wir heute leben m\u00fcssen. Alles weitere ist Schicksal. Vielleicht bin ich in Rio nicht so viel alleine au\u00dferhalb des Dorfes unterwegs wie in London. Ich werde auch nicht mit Schmuck an der Copacabana herumlaufen.<\/p>\n<p><em>Nach den Spielen in London waren Sie total ersch\u00f6pft und reisten fr\u00fcher ab als geplant. Wie kam das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Damals wollte ich unbedingt dortbleiben und gemeinsam mit der gesamten Mannschaft die Heimreise mit dem Schiff antreten. Doch ich war emotional und k\u00f6rperlich v\u00f6llig ausgelaugt, wollte pl\u00f6tzlich nur noch nach Hause. Wenn man das ganze Jahr auf ein gro\u00dfes Ziel hinarbeitet, folgt danach ein unglaublicher Spannungsabfall.<\/p>\n<p><em>F\u00fcr Rio schlie\u00dfen Sie einen solchen Zusammenbruch aus?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> Jetzt bin ich vier Jahre \u00e4lter und habe einen festen Platz im deutschen Team, kenne die Leute besser und habe meinen Coach dabei. Ich bleibe diesmal definitiv bis zum Ende der Spiele. Das Erlebnis Olympia will ich mitnehmen.<\/p>\n<p><em>Wie genie\u00dfen Sie den Abschluss?<\/em><\/p>\n<p><strong>Krause:<\/strong> An der Copacabana mit einem Caipirinha \u2013 das ist sowieso mein Lieblingscocktail.<\/p>\n<p>(Ausz\u00fcge aus einen von <strong>Berthold Mertes<\/strong> gef\u00fchrten und am 18. Juni 2016 im \u201e<strong> Bonner Generalanzeiger<\/strong>\u201c erschienenen Interview.\u00a0 Nachzulesen auch auf der Webseite der Tageszeitung unter www.general-anzeiger-bonn.de)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Berthold-Mertes-klein-Portr\u00e4tfoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2086\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Berthold-Mertes-klein-Portr\u00e4tfoto-206x300.jpg\" alt=\"Berthold Mertes klein Portr\u00e4tfoto\" width=\"206\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Berthold-Mertes-klein-Portr\u00e4tfoto-206x300.jpg 206w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Berthold-Mertes-klein-Portr\u00e4tfoto.jpg 308w\" sizes=\"(max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Berthold Mertes<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gesa Felicitas Krause (Foto: Dirk Gantenberg) Gesa Felicitas Krause dominierte die 3000 m Hindernis am 18. 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