{"id":3033,"date":"2016-08-19T20:53:45","date_gmt":"2016-08-19T18:53:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=3033"},"modified":"2016-08-21T10:42:16","modified_gmt":"2016-08-21T08:42:16","slug":"bernard-lagat-abschied-von-der-laufbahn-beim-istaf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=3033","title":{"rendered":"Bernard Lagat &#8211; Abschied von der Laufbahn beim ISTAF"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Harting-klein-ISTAF-067.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1990\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Harting-klein-ISTAF-067-300x225.jpg\" alt=\"Harting klein ISTAF 067\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Harting-klein-ISTAF-067-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Harting-klein-ISTAF-067.jpg 656w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon vor einem Jahr hat sich der <strong>US-Mittel- und Langstreckler Bernard Lagat<\/strong> beim ISTAF-Meetingdirektor Martin Seeber f\u00fcr das <strong>75. ISTAF<\/strong> angemeldet. \u201e Ich will meine Karriere hier im Olympiastadion beenden, mit den Fans eine Party feiern\u201c.\u00a0 Vor sieben Jahren, bei der WM 2009, konnte sich Lagat erstmals von den Berlinern feiern lassen, als er WM-Bronze \u00fcber 1500 m und WM-Silber \u00fcber 5000 m gewann. Insgesamt zehn Mal ging der Doppelweltmeister und dreifache Hallenweltmeister beim ISTAF an den Start.<\/p>\n<p>2010 \u00a0gab er\u00a0 <strong>Michael Reinsch<\/strong> von der \u201e<strong>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/strong>\u201c ein l\u00e4ngeres Interview und daraus ist damals folgende Geschichte entstanden, die die wichtigsten Fakten \u00fcber Bernard Lagat enth\u00e4lt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bernard Lagat: Der laufende Weltb\u00fcrger <\/strong><\/p>\n<p>Er stammt aus Kenia, ist amerikanischer Staatb\u00fcrger, hat eine kanadische Frau und einen chinesischen Trainer. \u201eGlobal, das ist das Wort\u201c, sagt Bernard Lagat: \u201eIch bin ein B\u00fcrger der Welt.\u201c<\/p>\n<p>Der kleine Sportsfreund Miika Lagat ist nicht leicht zufriedenzustellen. Als er im Juni zu Hause in T\u00fcbingen im Fernsehen das 5000-Meter-Rennen der Diamond League in Oslo sah, machte er aus seiner Entt\u00e4uschung keinen Hehl. Da bogen drei L\u00e4ufer gleichauf in die Zielgerade ein, da k\u00e4mpften drei M\u00e4nner mit schmerzverzerrten Gesichtern um den Sieg \u2013 und dann unterlag Papa den beiden \u00c4thiopiern Imane Merga und Tariku Bekele. Miika Lagat vergoss bittere Tr\u00e4nen.<\/p>\n<p>Als Bernard Lagat am Tag darauf seinen vierj\u00e4hrigen Sohn in die Arme nahm und ihm erz\u00e4hlte, dass er (in 12:54,12 Minuten) immerhin pers\u00f6nliche Bestzeit und amerikanischen Rekord gelaufen sei, konnte er ihn nicht ganz \u00fcberzeugen. \u201eDu sollst nicht verlieren\u201c, rief der Junge. \u201eIch will, dass du immer gewinnst.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u201eKeine Gelegenheit, an das Rennen zu denken und nerv\u00f6s zu werden\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das sind so die Aufgaben, die ein Vater zu meistern hat. Bernard Lagat geht sie optimistisch an. Schlie\u00dflich ist er der Doppel-Weltmeister \u00fcber 5000 und 1500 Meter von Osaka 2007, Hallen-Weltmeister \u00fcber 3000 Meter von Budapest 2004 und Doha 2010 sowie Gewinner verschiedener Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. F\u00fcr seinen Start an diesem Sonntag beim Istaf im Berliner Olympiastadion hat er seinen australischen Manager James Templeton ein paar besonders schnelle Tempomacher bestellen lassen. Wenn er \u00fcber die 3000 Meter schon aus dem Rennen um die Diamanten ist, will er doch beweisen, dass er die Bestzeit von 7:32,49 Minuten, mit der er in Doha den Titel gewann, unterbieten kann.<\/p>\n<p>Miika wird das Rennen am Sonntagnachmittag nicht im Fernsehen verfolgen m\u00fcssen. Er begleitet mit seiner kleinen Schwester und seiner Mutter den Vater zur Arbeit nach Berlin. \u201eSo reisen wir am liebsten\u201c, sagt Bernard Lagat. \u201eIn unserem Hotelzimmer ist immer etwas los. Ich habe gar keine Gelegenheit, an das Rennen zu denken und nerv\u00f6s zu werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eI bin a Schwob\u201c, sagt Lagat akzentfrei<\/strong><\/p>\n<p>Vor bald 36 Jahren (am 12. 12. 1974) in Kapsabet im Rift Valley von Kenia geboren, hat das Laufen Lagat zu einem Weltb\u00fcrger gemacht. Ein Stipendium brachte ihn 1997 an die Washington-State-Universit\u00e4t. Als er 2003 amerikanischer Staatsb\u00fcrger wurde, hatte er schon sechs Sommer in Deutschland zugebracht. \u201eGlobal, das ist das Wort\u201c, sagt Lagat. \u201eIch stamme aus Kenia, bin Amerikaner, habe einen chinesischen Trainer, James Li, und eine kanadische Frau. Ich bin ein B\u00fcrger der Welt.\u201c<\/p>\n<p>Er lernte seine Frau Gladys Tom, die einen japanischen Familienhintergrund hat, an der Hochschule kennen, an die James Li ihn mit einem Stipendium geholt hatte. Sohn Miika tr\u00e4gt als zweiten Vornamen den kenianischen Namen Kimutai, und der Name seiner Schwester Gianna verweist auf die Liebe der Eltern zu Italien. Gemeinsam leben sie in Tucson in Arizona. Es war der Stadtlauf, der Bernard Lagat nach T\u00fcbingen brachte. Seitdem ist er mit dem Leiter des Laufs, dem Kinderarzt Frieder Wenk, befreundet, seitdem fliegt er im Sommer von Stuttgart aus in die Welt, seitdem liebt er die Laufstrecken in den W\u00e4ldern um T\u00fcbingen. Seit einigen Jahren hat er ein eigenes H\u00e4usle. Als Lagat 2007 als Doppelweltmeister aus Osaka heimkehrte, empfingen ihn Stadt und B\u00fcrgermeister als T\u00fcbinger. \u201eI bin a Schwob\u201c, sagt Lagat akzentfrei. \u201eIch bin ein halber Deutscher.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zum Laufen gebracht hat ihn seine Schwester Mary Chepkemboi<\/strong><\/p>\n<p>Seine europ\u00e4ische Heimat rettete ihn, als er, der stolz darauf ist, nicht einmal Nahrungserg\u00e4nzungsmittel zu nehmen, bei der Weltmeisterschaft 2003 in Paris positiv auf Epo getestet wurde. Der Jura-Professor Dieter R\u00f6ssner machte ihn mit dem Mikrobiologen und Doping-Experten Werner Franke aus Heidelberg bekannt, dessen Frau nach einem Treffen mit Lagat \u00fcberzeugt war: Dieser Mann l\u00fcgt nicht. Franke schickte einen erfahrenen Wissenschaftler aus seinem Labor, der den Doping-Analysten bei der Untersuchung der B-Probe auf die Finger sah. Das Ergebnis: Test negativ, Lagat unbelastet.<\/p>\n<p>\u201eWenn sie die A-Probe ebenso sorgf\u00e4ltig analysiert h\u00e4tten, w\u00e4re sie auch negativ gewesen\u201c, sagt Lagat. \u201eDas lehrt einen: Wenn jemand, gerade bei diesem Test, positiv ist, sollte man zweimal nachdenken, bevor man ihn einen Doper nennt. Es kann mich noch einmal treffen, es kann einen anderen sauberen Athleten treffen. Alles h\u00e4ngt von der Arbeit des Labors ab.\u201c Seine Klage, das Verfahren zu \u00e4ndern, scheiterte.<\/p>\n<p><strong>\u201eSie wird alle M\u00e4dchen in der Leichtathletik schlagen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Zum Laufen gebracht hat ihn seine Schwester Mary Chepkemboi. Sie gewann 1984 die Afrikameisterschaft \u00fcber 3000 Meter, nahm an internationalen Crossl\u00e4ufen in Afrika teil, aber gab den Gedanken an eine Karriere auf, um ihre Familie mit acht j\u00fcngeren Geschwistern zu unterst\u00fctzen. Sie kam nicht nur f\u00fcr das Schulgeld von Bernard, ihrem sieben Jahre j\u00fcngeren Bruder, auf. Sie hielt ihn auch zu ernstem Training und zur Teilnahme an Wettk\u00e4mpfen an. \u201eSie sagte: Ich habe dich rennen sehen\u201c, erinnert er sich. \u201eDu kannst gut werden.\u201c Was sie nie konnte, tat ihr kleiner Bruder: Er rannte zu einem Stipendium in Amerika und zu den lukrativen Sportfesten nach Europa. \u201eOhne sie h\u00e4tte ich die Schule verlassen und w\u00e4re zur Armee gegangen\u201c, sagt Lagat.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst ist es an ihm, das l\u00e4uferische Talent seiner f\u00fcnf j\u00fcngeren Geschwister zu f\u00f6rdern. Sein \u00e4lterer Bruder William Cheseret hat eine Marathon-Bestzeit von 2:12,09 Stunden. Seine j\u00fcngere Schwester Evelyne Jerotich Lagat ist einen Halbmarathon in 1:11,35 gelaufen, und auch aus seinem Bruder Robert Cheseret ist ein respektabler Mittelstreckler geworden. Die Zweitj\u00fcngste, Irene Lagat, rannte zu einem Stipendium der Universit\u00e4t von Arizona und ist ebenfalls l\u00e4ngst Amerikanerin. In die J\u00fcngste, Viola, setzt Bernard die gr\u00f6\u00dften Hoffnungen. \u201eSie wird alle M\u00e4dchen in der Leichtathletik schlagen\u201c, sagt er voraus. Der Teenager lebt inzwischen bei ihm und seiner Familie in Tucson in Arizona. Bernard k\u00f6nnte ihr Vater sein. Wenn Viola etwas von ihm lernen kann, dann, wie weit in die Welt das Laufen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p><strong>Michael Reinsch, Berlin<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Michael-Reinsch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Michael-Reinsch.jpg\" alt=\"Michael Reinsch\" width=\"90\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>(aus \u201eFrankfurter Allgemeine Zeitung\u201c vom 22.8.2010)<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Schon vor einem Jahr hat sich der US-Mittel- und Langstreckler Bernard Lagat beim ISTAF-Meetingdirektor Martin Seeber f\u00fcr das 75. 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