{"id":380,"date":"2015-12-09T22:04:57","date_gmt":"2015-12-09T21:04:57","guid":{"rendered":"http:\/\/petergrau.laufserver.de\/?p=380"},"modified":"2015-12-17T17:33:06","modified_gmt":"2015-12-17T16:33:06","slug":"besuch-beim-deutschen-aussenminister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=380","title":{"rendered":"Besuch beim deutschen Au\u00dfenminister"},"content":{"rendered":"<p>Der Journalistenausweis \u00f6ffnet manchmal auch die Tore zu den Zentren der Macht. So geschehen an einem Donnerstag im Jahre 2007.<\/p>\n<p>Ort: Ausw\u00e4rtiges Amt, sprich Au\u00dfenministerium, in Berlin, am Werderschen Markt. Das Organisationsb\u00fcro der WM 2009 in Berlin rief zum Fototermin plus Kurzstatements. Thema : Die materielle und ideelle Unterst\u00fctzung der WM 2009 durch das Au\u00dfenministerium.<\/p>\n<p>Den schreibenden und photographierenden Journalisten wollten sich Au\u00dfenminister Dr. Frank &#8211; Walter\u00a0 Steinmeier und diverse Sportprominenz von DLV-Pr\u00e4sident Clemens Prokop bis zu Betty Heidler, Danny Ecker und Kamghe Gaba stellen.<\/p>\n<p>Streikbef\u00fcrchtungen der Bahn bewahrheiten sich nicht, alle kamen p\u00fcnktlich an. Der Berichterstatter f\u00fcr leichtathletik.de\u00a0 gelangte mit dem Auto von Neuruppin ins Zentrum der Hauptstadt. Parken dicht an der Leipziger Stra\u00dfe kostete 50 Cent pro 15 Minuten, weiter dran am Geschehen w\u00e4ren es 75 Cent gewesen. Dann gem\u00fctlicher Nachmittagsspaziergang hin zum Au\u00dfenministerium. Und schon folgte die erste \u00dcberraschung. F\u00fcr jemanden, der seit 1966 in Berlin gelebt hat und gerade in dieser Gegend viele Arbeitsjahre verbrachte, hat sich das Umfeld v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Man hatte M\u00fche, alte Stra\u00dfenz\u00fcge wie die Niederwallstra\u00dfe wiederzuerkennen. Viele B\u00fcro &#8211; und Wohngeb\u00e4ude entstanden dort in den letzten 15 Jahren, und sie entstehen immer noch.<\/p>\n<p>Dann also hinein ins Au\u00dfenministerium. Erste H\u00fcrde: die Personenkontrolle. So wie am Flughafen durfte man den Mantel ablegen, Handy und Schl\u00fcssel abgeben und die Tasche aufs Band legen. Aber, keine Kritik, das gibt eben Sicherheit und die braucht ein Au\u00dfenministerium. Man war im Lichthof, dem Eingang zum ersten, neu gebauten Geb\u00e4ude. N\u00e4chste Station: Pf\u00f6rtnerloge, und daneben der Austausch des Personalausweises gegen eine blecherne Marke mit der Aufschrift Presse Nr. 5.\u00a0 Platznehmen auf weichem Leder, Abmarsch mit anderen Kollegen unter F\u00fchrung von zwei wichtigen Personen des Ministeriums. Der Weg f\u00fchrte uns in den Altbau, dorthin, wo zu DDR-Zeiten ab 1959 das Zentralkomitee und das Politb\u00fcro der SED, der Staatspartei, residierten und die wichtigen Entscheidungen f\u00fcrs Wohl oder Wehe des Volkes f\u00e4llten. Das Parteiemblem (das mit den verschlungenen H\u00e4nden) \u00a0ist l\u00e4ngst nicht mehr an der Au\u00dfenfront, alles macht einen neuen Eindruck, von der Fassade bis zu den Innenr\u00e4umen. Auf den Spuren von Erich Honecker und Co. f\u00fchlten wir uns, und direkt ins Zentrum der fr\u00fcheren Machthaber, in den 2. Stock, geleitete uns der wichtige \u201eMensch\u201c des Au\u00dfenministeriums.<\/p>\n<p>Kurzes Umschauen und Erinnern. Ich selbst habe eine besondere Beziehung zu dem Haus. Zwar bin ich fr\u00fcher weder privat noch dienstlich hineingekommen, aber einmal durfte ich doch. Als Mitarbeiter der Staatsbank der DDR, der Nachfolgerin der 1951 gegr\u00fcndeten Deutschen Notenbank, hatte ich mit anderen Kollegen einen Arbeitseinsatz in diesen hehren R\u00e4umen.<\/p>\n<p>Vorausschicken muss man, dass ab 1940 bis 1945 \u00a0hier die Reichsbank residierte und aus dieser Zeit auch ein riesiger Tresor stammte, den es auch heute noch gibt. Was heute drin ist, wei\u00df man nicht (zumindest uns wurde es nicht mitgeteilt). Aber fr\u00fcher, etwas so um 1975, lagerten dort viele Millionen DDR-Mark als Reserve f\u00fcr die umlaufende Geldmenge. Und wir Bankangestellten hatten nun die Aufgabe, das in S\u00e4cken verpackte Geld aus irgendwelchen uns unbekannten Gr\u00fcnden aus dem Tresorraum per Paternoster in ein anderes Stockwerk zu transportieren. Das geschah auf Schubkarren. Ich hatte also, so bin ich sicher, eine Million vor mir, f\u00fchlte mich kurzzeitig so wie ein Million\u00e4r. Doch dieser Traum verflog damals schnell.<\/p>\n<p>Zeit hatte ich diesmal f\u00fcr den Blick in die Vergangenheit, denn der Minister lie\u00df auf sich warten. Er sollte eine halbe Stunde sp\u00e4ter kommen, also nicht 17.15 Uhr, sondern erst 17.45 Uhr. \u00a0Und Punkt 17.45 Uhr \u00a0kam Frank-Walter Steinmeier, im Gefolge Clemens Prokop, Dagmar Freitag, Betty Heidler, Danny Ecker und Kamghe Gaba.\u00a0\u00a0 Letztere drei nat\u00fcrlich nicht im Sportdress, sondern fein gekleidet, dem Anla\u00df und Ort angemessen. Und ein wenig aufgeregt waren sie auch, das brachte das Haus, aber vor allem eben das Zusammensein mit dem Au\u00dfenminister mit sich. Dabei strahlte der weniger unnahbarer Staatsmann, als viel mehr Herzlichkeit aus und erwies sich als freundlicher Plauderer.<\/p>\n<p>Die Fotoapparate klickten, dann hub Steinmeier zur kurzen Ansprache an, und die ca. 10 Journalisten standen rund zwei Meter vor ihm \u00a0und schrieben eifrig in ihre Bl\u00f6cke. Gleiches beim folgenden Redner, DLV-Pr\u00e4sident Prokop. Noch zwei kurze Fragen an die drei Sportler, wie sie die WM 2009 in der Vorbereitung unterst\u00fctzen werden. Und schon war der \u201eSpuk\u201c vorbei. Abmarsch der \u201eFotomodelle\u201c, die n\u00e4chsten Termine standen f\u00fcr sie an.<\/p>\n<p>Wir Journalisten aber suchten unsere Siebensachen zusammen, versuchten uns in den langen G\u00e4ngen des Hauses dem Ausgang zu n\u00e4hern, was letztendlich auch allen gelang.<\/p>\n<p>Austausch der Pressemarke 5\u00a0 gegen den Personalausweis, und hinaus aus dem Au\u00dfenministerium. Die Sonne schien \u00fcber dem Werderschen Markt, nur die k\u00fcmmerlichen Reste des gegen\u00fcberliegenden \u201ePalastes der Republik\u201c st\u00f6rten das Bild.<\/p>\n<p>Doch die Sonne sollte sicher ein Zeichen sein, dass auch 2009 im August die Sonne f\u00fcr die Leichtathleten im Olympiastadion scheinen wird. Und nicht nur f\u00fcr die G\u00e4ste, sondern vor allem auch f\u00fcr die Gastgeber.<\/p>\n<p>Peter Grau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Journalistenausweis \u00f6ffnet manchmal auch die Tore zu den Zentren der Macht. So geschehen an einem Donnerstag im Jahre 2007. Ort: Ausw\u00e4rtiges Amt, sprich Au\u00dfenministerium, in Berlin, am Werderschen Markt. Das Organisationsb\u00fcro der WM 2009 in Berlin rief zum Fototermin plus Kurzstatements. 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