{"id":4191,"date":"2016-11-08T21:33:56","date_gmt":"2016-11-08T20:33:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=4191"},"modified":"2016-11-08T21:53:44","modified_gmt":"2016-11-08T20:53:44","slug":"die-regensburger-laeuferin-franzi-reng-als-journalistin-beim-frankfurt-marathon-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=4191","title":{"rendered":"Die Regensburger L\u00e4uferin Franzi Reng. Als Journalistin beim Frankfurt-Marathon unterwegs."},"content":{"rendered":"<p>Manchmal zahlt es sich aus, wenn man auf Facebook befreundet ist. Seit einigen Wochen geh\u00f6rt die Langstreckenl\u00e4uferin <strong>Franzi Reng<\/strong> (LG Telis Finanz Regensburg) zum gro\u00dfen Kreis meiner Freunde. Gesprochen habe ich bisher\u00a0 mit der Regensburgerin noch nicht, sondern nur aus der Ferne ihre bisherige Laufkarriere verfolgt.<\/p>\n<p>Nun aber stie\u00df ich durch Zufall auf eine Geschichte, die Franzi Reng zum diesj\u00e4hrigen <strong>Frankfurt-Marathon<\/strong> ( 30. Oktober 2016) geschrieben und auf\u00a0 <strong>www.larasch.de<\/strong>\u00a0 ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n<p><strong>Larasch.de<\/strong>, davon hatte ich bisher nichts geh\u00f6rt. Dabei ist dieser Internetdienst schon seit Mai 2014 im Netz.<\/p>\n<p><strong>\u201eLarasch hat es sich zur Aufgabe gemacht, f\u00fcr mehr Transparenz im Ausdauerbreitensport zu sorgen. Daf\u00fcr recherchiert unser Team in der Szene und tr\u00e4gt Veranstaltungsdaten, Ergebnislisten und GPS-Tracks f\u00fcr die Disziplinen: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Skaten, Skilanglauf, Triathlon, Aquathlon und Duathlon zusammen. Jeder kann uns dabei unterst\u00fctzen! Als Resultat unserer gemeinsamen Arbeit erh\u00e4ltst Du umfangreiche Analysen, \u00fcbersichtliche Informationen und tolle Bilder deines Hobbies in einem Portal.<\/strong><\/p>\n<p>So werden die <strong>Ziele<\/strong> von larasch.de\u00a0 beschrieben. Und der Chef <strong>Dirk Lange<\/strong> ist sehr kommunikativ und hat mir recht schnell gestattet, die von Franzi Reng geschriebene Geschichte \u201eMedien-Marathon\u201c zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Franziska-REng-Portr\u00e4tfoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-4193\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Franziska-REng-Portr\u00e4tfoto.jpg\" alt=\"franziska-reng-portraetfoto\" width=\"160\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Franziska-REng-Portr\u00e4tfoto.jpg 160w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Franziska-REng-Portr\u00e4tfoto-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Franziska Reng<\/strong> stellt sich bei larasch.de\u00a0 selbst so vor:<\/p>\n<p><strong>\u201e Ich bin Franzi, eine 20-j\u00e4hrige L\u00e4uferin auf dem Weg zum Marathon. Bisher standen bei mir vor allem Langstrecken bis zum Halbmarathon im Fokus, ich m\u00f6chte mich nun aber auch endlich auf die \u201eK\u00f6nigsdisziplin\u201c wagen. Vielleicht ist es ja schon bald so weit \u2026\u00a0 Wenn ich gerade nicht trainiere, arbeite ich als Journalistin und studiere an der Universit\u00e4t Regensburg.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Und wie sie schreibt, kann man im Folgenden nachlesen:<\/p>\n<p><strong>Medien -Marathon<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Frankfurt Marathon 2016 ist Geschichte. Die Teilnehmer haben bis zur Ziellinie alles gegeben \u2013 unz\u00e4hlige Siegerfotos, Videos und Berichte dokumentieren ihren Erfolg. Doch was ist auf der anderen Seite der Linse passiert?<\/strong><\/p>\n<p><em>Es ist Freitag, elf Uhr vormittags.<\/em> Im \u201eMatterhorn\u201c herrscht buntes Treiben: Eilig werden Brosch\u00fcren, Flyer und Kugelschreiber an die vielen Tische des gro\u00dfz\u00fcgig eingerichteten Tagungsraumes verteilt. Vorne werden Leinw\u00e4nde aufgebaut, hinten Kaffeekannen gef\u00fcllt. Bedienstete in Uniform des M\u00f6venpick-Hotels schieben W\u00e4gen herum, t\u00fcfteln an der Beleuchtung, \u00fcberpr\u00fcfen die Tontechnik.<br \/>\nW\u00e4hrenddessen str\u00f6men immer mehr Leute mit gro\u00dfen Taschen und Kameras in den Raum. Sie verteilen sich auf die Tischreihen, manche wollen ganz vorne sitzen, andere beobachten das Geschehen lieber von den hinteren Pl\u00e4tzen aus. Schreibzeug wird hervorgekramt, hier und da wird noch in ged\u00e4mpfter Lautst\u00e4rke geplaudert \u2013 das Ganze hat schon fast etwas von einer Klassenarbeit: Auf dem Tisch ein Packen Papierkram und Schreibmaterial, dazu Essen und Getr\u00e4nke, um den grauen Zellen im Zweifelsfall einen kleinen Energieschub zu verleihen. Sogar die Stimmung ist \u00e4hnlich aufgew\u00fchlt: Wann geht es denn nun los? Wir haben ja schon nach elf, wann kommen die denn\u2026?<\/p>\n<p>Nach und nach erscheinen endlich ein paar Herren im Anzug, zuletzt gesellen sich noch ein paar schlanke, meist dunkelh\u00e4utige Leute in Trainingsanz\u00fcgen dazu \u2013<\/p>\n<p>dann werden endlich die T\u00fcren geschlossen und das Licht gel\u00f6scht.<br \/>\nEin stimmungsvolles Trailer-Video wird abgespielt und jeder, der bisher noch nicht so ganz im Bilde war, was hier abl\u00e4uft, wei\u00df sp\u00e4testens jetzt Bescheid: Der Frankfurt Marathon steht bevor. Willkommen auf der Pre-Race-Pressekonferenz.<br \/>\nDas Video zeigt eindrucksvoll: Alles ist angerichtet, die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen, es kann losgehen! Der Veranstalter verspricht ein mindestens so packendes Event wie im letzten Jahr.<\/p>\n<p>Sobald das frisch entworfene Marathon-Logo mit neuem Namenssponsor auf der Leinwand verschwunden, die mitrei\u00dfende Musik verklungen und die Beleuchtung wieder eingeschalten ist, z\u00fcckt ein Gro\u00dfteil der Anwesenden sofort mindestens eine Kamera, wenn nicht gleich zwei oder drei. Egal wer der Funktion\u00e4re nun der Reihe nach die kleine B\u00fchne betritt \u2013 sie alle werden hundertfach abgelichtet. Von Videoger\u00e4ten, Spiegelreflex, einfacher Digicam, bis hin zu Smartphones ist alles dabei.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-eins.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4194\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-eins-300x192.jpg\" alt=\"medien-marathon-eins\" width=\"300\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-eins-300x192.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-eins.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die Fotografen dr\u00e4ngen sich um die Trib\u00fcne der Pressekonferenz (Foto: Franzi Reng)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Fotograf platziert sein Stativ in ausgezeichneter Position direkt vor seinem Nebenmann, der n\u00e4chste blendet den Moderator auf der Trib\u00fcne mit seinem Blitzlicht, sodass er gequ\u00e4lt seine Augen zusammenkneifen muss, wieder jemand anderes erhebt sich und vollf\u00fchrt, statt brav wie ein Schuljunge in der Bank zu sitzen und Notizen zu machen, vor den Sprechern wahrliche Kunstst\u00fccke. Alles, nur um aus der besten Perspektive eine besonders ausgefallene Nahaufnahme zu bekommen. Ja, manchmal kann man es schon verstehen, warum die \u201ePressefritzen\u201c ein oft nur widerwillig geduldetes V\u00f6lkchen sind.<\/p>\n<p>Aber es ist nun mal ein Geben und Nehmen: Die Einen hoffen auf Informationen und interessante Details f\u00fcr die mehr oder weniger gro\u00dfe Leserschaft. Die anderen w\u00fcnschen sich gute Berichterstattung, positive Meinungen und Werbung f\u00fcr das eigene Event.<br \/>\nDarum scheut man auch keine M\u00fche, allen Journalisten einen herzlichen Empfang zu bereiten und nach Begr\u00fc\u00dfungsreden, Erkl\u00e4rungen zu ausf\u00fchrlichen\u00a0Berichten, angeleitet durch den Moderator, noch gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die neugierigen Fragen aus dem Publikum zu lassen.<\/p>\n<p>Viel gibt es dann\u00a0aber gar nicht mehr zu kl\u00e4ren. Nur ein Kollege aus den Niederlanden nutzt die Gelegenheit, um detaillierte und\u00a0kompliziert formulierte\u00a0Fragen zu stellen. Die meisten quittieren seinen Auftritt mit einem m\u00fcden L\u00e4cheln. Der Kollege ist bekannt, f\u00e4hrt jedes Jahr dieselbe Strategie. Und irgendwie ist man ja froh, dass es jemanden gibt, der sich anscheinend noch eigene Gedanken macht und nicht nur stur reproduziert, was ihm an Input auf dem Servierteller dargeboten wird.<\/p>\n<p>Die spannendsten Geschichten schreiben sich ja dann doch nicht nach den steifen Pressekonferenzen, sondern eher wenn man ganz ungezwungen beisammensitzt. Und selbst daf\u00fcr ist beim Frankfurt Marathon gesorgt: Mit einer Get-Together-Party am Abend. Hier sollen Organisatoren, Athleten und \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 Medienvertreter bei einem gemeinsamen Abendessen ins Gespr\u00e4ch kommen.\u00a0F\u00fcr angenehme Rahmenbedingungen ist durch die M\u00f6venpick-Hotelk\u00fcche gesorgt. Ein Journalist, der selten Nein zu Verpflegung sagt, die er nicht extra auf die Spesenabrechnung schreiben muss, f\u00fchlt sich hier wie im Schlaraffenland: Der Sekt flie\u00dft in Str\u00f6men, der Schokoladenbrunnen sprudelt und sp\u00e4testens mit einer Kugel Eis kommt sogar dem sonst so seri\u00f6sen Jo Schindler schon mal der ein oder andere Spa\u00df \u00fcber die Lippen.<\/p>\n<p>Das Zusammentreffen endet nicht, bevor der neue Tag beginnt \u2013 erst recht nicht f\u00fcr die Fotografen, die selbst nachdem die Quelle des Schokoladenbrunnens versiegt ist, noch eine Sonderschicht im B\u00fcro schieben: Die Aufnahmen des Abends sollen schlie\u00dflich gleich online gehen.<\/p>\n<p><em>Es ist Samstag, zehn Uhr vormittags. <\/em>Der Ort des Geschehens hat sich nach drau\u00dfen auf den Messeplatz verschoben. An der Startlinie steht das Aufgebot des vermutlich hochkar\u00e4tigsten Spa\u00dflaufs in Deutschland: Arne Gabius, Irina Mikitenko, Herbert Steffny \u2013 alle drei sind bester Laune und winken in die Kamera, als der Startschuss zum Brezellauf f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Begleitet von Videokameras, Fotografen auf Motorr\u00e4dern und einer laufenden Reporterin bahnt sich die Menge den Weg durch Frankfurts Stra\u00dfen. Im Ziel gibt es Medaillen und Brezen* f\u00fcr alle (*die Autorin erlaubt sich, aufgrund ihrer s\u00fcddeutschen Heimat, die bayerisch-\/\u00f6sterreichische Variante des Wortes \u201eBrezel\u201c zu benutzen). Und nicht zu vergessen: Fotos. Als ob die vielen Selfies nicht schon genug w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Wer sich in diesen Tagen rund um das Marathon-Gel\u00e4nde bewegt, l\u00e4uft quasi ununterbrochen Gefahr von einer der vielen Kameras abgelichtet zu werden, f\u00fcr Videoteams ein Interview geben zu \u201em\u00fcssen\u201c oder ganz unabsichtlich durch das Bild eines Live-Streams zu huschen. Die Medienpr\u00e4senz ist enorm und doch l\u00e4sst sich eines ganz klar feststellen: Hier handelt es sich vor allem um regionale Pressevertreter oder um Organe der ohnehin geballt auftretenden Laufszene. Von \u00fcberregionalen Sendern bleibt der \u00e4lteste Stadtmarathon Deutschlands weitestgehend unbeachtet und auch alles was nicht mehr in den Einsatzbereich des hessischen Rundfunks f\u00e4llt, scheint sich nicht mehr sonderlich f\u00fcr das Frankfurter\u00a0Geschehen zu interessieren. Die Marathonszene feiert in diesen Tagen ein riesengro\u00dfe Party \u2013 und bleibt dabei trotzdem irgendwie unter sich.<\/p>\n<p><em>Es ist Sonntag, neun Uhr vormittags. <\/em>Wenn man jetzt durch die Stra\u00dfen rund um das Messegel\u00e4nde geht, trifft man nur noch Menschen in Sportkleidung mit diesen gro\u00dfen Beuteln beh\u00e4ngt. Jeder, der\u00a0nicht Laufschuhe oder Anfeuerungsinstrumente tr\u00e4gt, ist Polizist oder\u00a0Strecken-Posten mit Warnweste.<br \/>\nAn der Friedrich-Ebert-Anlage zentriert sich das Geschehen: Hier l\u00e4sst sich neben den soeben genannten Spezies sogar noch ein weiterer Typ Mensch antreffen:\u00a0Die Medienleute. Moderatoren heizen das Publikum an und motivieren die L\u00e4ufer, dazu dr\u00f6hnt Musik aus den Lautsprechern. Auf der Medien-Trib\u00fcne dr\u00e4ngen sich Journalisten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-zwei.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4195\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-zwei-225x300.jpg\" alt=\"medien-marathon-zwei\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-zwei-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-zwei.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Sein oder nicht sein \u2013 alles eine Frage der Akkreditierung (Foto Franzi Reng)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz vorne steht aber allein ein Stativ mit Smartphone-Halterung, das \u00dcbertragungsger\u00e4t f\u00fcr den Live-Stream. Sieht irgendwie mickrig aus. Trotzdem wird es wie ein Goldschatz bewacht: Wer sich ihm auch nur auf einen halben Meter n\u00e4hert, wird ver\u00e4rgert zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. \u00dcberhaupt herrscht hier oben eine ziemlich beengte Stimmung. Man merkt sofort, wie unerw\u00fcnscht man ist. Zugangsberechtigung hin oder her.\u00a0F\u00fcnf Minuten vor dem Start l\u00e4sst der Hessische Rundfunk sogar die Treppe der Trib\u00fcne r\u00e4umen. Der Pressesprecher des Veranstalters sch\u00fcttelt den Kopf. Er ist hier der mit Abstand unaufgeregteste Mensch. Nicht \u00e4rgern, nur wundern.<\/p>\n<p>Im Ziel gibt es \u00e4hnliche Szenarien. Sobald sich die Sieger der Festhalle n\u00e4hern, versucht jeder Fotograf, sich so gut wie m\u00f6glich hinter der Gitterabsperrung zu postieren. Nur wenige d\u00fcrfen sich \u00fcberhaupt davor aufhalten. Und wenn mal wieder einer von diesen hochprivilegierten Organisatoren durchs Bild latscht, ert\u00f6nt sofort genervtes St\u00f6hnen. Dann \u00fcberquert der erste Marathoni die Ziellinie. Es regnet Konfetti, das Publikum jubelt, Blitzlichtgewitter. Perfekte Inszenierung f\u00fcr perfekte Bilder. \u201eMark look here\u201c \u201eMark please smile to me\u201c Schnell wird dem \u00fcberanstrengten Sieger noch ein Handtuch des Sponsors \u00fcbergeworfen, er bekommt H\u00e4nde gesch\u00fcttelt, wird umarmt und f\u00fcr Interviews herumgereicht.<\/p>\n<p>Das Prozedere wiederholt sich noch ungef\u00e4hr zehn mal. Dann sind die wichtigsten Kandidaten im Ziel, die Siegerehrungen sind abgehalten und die meisten machen sich auf ins Pressezentrum im Hotel. Nun gilt es, Material zu sichten und erste Berichte zu verfassen. Die werden in den Online-Medien, einigen Tageszeitungen und den regionalen Rundfunk-Anstalten zu lesen und zu sehen sein. In der gro\u00dfen Tagespresse wird Frankfurt wohl eher nur eine schmale Seitennotiz wert sein, au\u00dferhalb von Hessen und den Heimatorten der Sieger wird das Event vernachl\u00e4ssigt werden.\u00a0Es ist und bleibt\u00a0kein breit aufgestelltes Spektrum der Medienvertreter, sondern ein Zirkel an \u00e4hnlichen und teils auch konkurrierenden Organen. Demensprechend eifrig wird nun im Pressezentrum gearbeitet.<\/p>\n<p>F\u00fcr die restlichen L\u00e4ufer, die w\u00e4hrenddessen ihren ganz pers\u00f6nlichen Erfolg, das Marathon-Finish, feiern, bleibt gerade mal noch eine Handvoll Fotografen und Reporter vor Ort, haupts\u00e4chlich f\u00fcr den Veranstalter im Einsatz. Die Moderatoren machen aber weiter einen gro\u00dfartigen Job und werden nicht m\u00fcde, auch die letzten Ank\u00f6mmlinge bei ihrem Einlauf in der Halle euphorisch zu begr\u00fc\u00dfen, selbst wenn die Zahl der Zuschauer und Kameras exponentiell abnimmt. Die Zielfotografen geben sich weiterhin M\u00fche um gute Aufnahmen, auch wenn sie vor Durst schon fast mit der Zunge auf dem roten Teppich kleben. Der Schwei\u00df steht ihnen auf der Stirn. Ob es ihr eigener ist, oder der von unz\u00e4hligen gl\u00fccksdurchstr\u00f6mten Finishern, die ihnen im Siegestaumel um den Hals fallen, wissen sie nicht mehr.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-drei.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4196\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-drei-300x200.jpg\" alt=\"medien-marathon-drei\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-drei-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Medien-Marathon-drei.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Zielfotograf Frank lichtet unerm\u00fcdlich die jubelnden Finishe<\/strong>r <strong>ab (Foto: Franzi Reng)<\/strong><\/p>\n<p>Ist man wie Frank Depping, der mit seiner Kamera in der Festhalle wartet, bis auch der letzte Teilnehmer das Ziel erreicht, nicht das erste Mal dabei, wei\u00df man, worauf man sich einl\u00e4sst: Es ist nun mal\u00a0ein Marathon. Ein Kraftakt, bei dem jeder an seinen Grenzen geht. Nicht nur die unz\u00e4hligen L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer. Sondern auch alle Mitarbeiter der Medien, die Berichterstatter, die Fotografen und Kamerateams.<\/p>\n<p>Die kleine Reporterin aus Regensburg, die in diesem Jahr zum allerersten Mal dabei sein durfte, wei\u00df das jetzt auch \u2013 und ist \u00fcbergl\u00fccklich, als sie nach drei anstrengenden Tagen\u00a0sogar (dank Zeitumstellung!) noch kurz vor Mitternacht\u00a0ihre bayerischen Heimat erreicht. Sie legt sich sofort ins Bett, ist todm\u00fcde. Ein paar Mails, die in den letzten Tagen durch den Marathon-Trubel unbeachtet geblieben sind,\u00a0muss sie vor dem Schlafen\u00a0trotzdem noch schnell beantworten. Dazu h\u00f6rt sie noch ein bisschen Radio, B5aktuell, um f\u00fcnf vor zw\u00f6lf kommen hier immer noch einmal die Sportnachrichten.<br \/>\nUnd pl\u00f6tzlich klingt die Stimme von Mona Stockhecke aus dem kleinen\u00a0Ger\u00e4t neben ihr:\u00a0\u201eMein Kreuz schmerzt. Meine F\u00fc\u00dfe haben einige Blasen und ich spreche ein wenig langsam. Aber insgesamt bin ich \u00fcberw\u00e4ltigt.\u201c \u2013 Die Reporterin auch: Der Frankfurt Marathon hat es heute\u00a0also doch noch von Hessen\u00a0bis in den S\u00fcden, in die Studios des Bayerischen Rundfunks geschafft!<\/p>\n<p><strong>Franzi Reng\u00a0 (ver\u00f6ffentlicht bei\u00a0 www.larasch.de)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal zahlt es sich aus, wenn man auf Facebook befreundet ist. Seit einigen Wochen geh\u00f6rt die Langstreckenl\u00e4uferin Franzi Reng (LG Telis Finanz Regensburg) zum gro\u00dfen Kreis meiner Freunde. 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