{"id":578,"date":"2015-12-22T15:45:32","date_gmt":"2015-12-22T14:45:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=578"},"modified":"2015-12-22T15:46:25","modified_gmt":"2015-12-22T14:46:25","slug":"katharina-molitor-zweite-der-sportlerwahl-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=578","title":{"rendered":"Katharina Molitor &#8211; Zweite der Sportlerwahl 2015"},"content":{"rendered":"<p><strong>Katharina Molitor<\/strong> ist eine sehr freundliche, kommunikative Frau, die wei\u00df, wovon sie spricht. Aber in den vergangenen Jahren durfte sie nie soviel \u00fcber sich reden, stand meistens im Schatten solcher Speerwurfgr\u00f6\u00dfen wie Christina Obergf\u00f6ll, Linda Stahl und Steffi Nerius. Das ist nun seit dem WM-Sonntag im August 2015 ganz anders. So spannend war es selten. Katharina Molitor hielt bis zum f\u00fcnften Durchgang Bronze in der Hand und dann:  Der Speer flog und flog, hinaus auf die Goldweite von 67,69 Metern. Gold, Gold, Gold.<br \/>\nUnd da sie als Letzte dran war, konnte niemand mehr kontern.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren, im Juni 2013, hatte sie mir im Gespr\u00e4ch am Rande der <strong>Halleschen Werfertage <\/strong>angedeutet, dass sie sich noch nicht am Ende ihres Speerwurflateins sehe.<br \/>\nLesen Sie, was dazu in der \u201e Leichtathletik\u201c stand:<\/p>\n<p><strong>Im Schatten der Gro\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Speerwerferin Katharina Molitor ist in ihrer Karriere schon 49-mal gegen Christina Obergf\u00f6ll angetreten. Gewonnen hat die Leverkusenerin nur dreimal. Gegen ihre Vereinskameradin Linda Stahl sieht die Bilanz mit 26:33 deutlich freundlicher aus. Trotzdem steht die 29-J\u00e4hrige klar im Schatten ihrer Trainingspartnerin. Beim Nerius-Cup am heutigen Freitag auf heimischer Anlage will  Katharina Molitor (TSV Bayer 04 Leverkusen) endlich mal wieder vor ihrer Trainingspartnerin Linda Stahl landen.<br \/>\nEs w\u00e4re das erste Mal in diesem Jahr 2013. Sieht man vom Diamond League-Finale 2012 in Br\u00fcssel ab, als die Olympia-Dritte mit 56,77 Metern einen schlechten Tag erwischte, lag Katharina Molitor n\u00e4mlich letztmals beim Nerius-Cup 2012 vor Linda Stahl. <\/p>\n<p>Bei den Werfertagen in Halle\/Saale w\u00e4re der 29-J\u00e4hrigen dieses Kunstst\u00fcck schon fast gelungen. Im sechsten Versuch landete ihr Speer bei 63,55 Metern, und es sah ganz nach einem Erfolg aus, aber Linda Stahl konterte noch mit bemerkenswerten 65,76 Metern. <\/p>\n<p><strong>WM-Norm bereits \u00fcbertroffen<\/strong><\/p>\n<p>Katharina Molitor war zwar der Sieg noch entglitten, aber immerhin hat sie die WM-Norm in der Tasche. Und in Moskau will sie dann besser als bei Olympia 2012 abschneiden. Zwar hatte sich das Jahr 2012 mit einem dritten Platz bei der DM mit einer Weite von 63,20 Metern gut angelassen, \u201edoch leider war das auch der weiteste Versuch des Jahres\u201c, blickt sie etwas entt\u00e4uscht zur\u00fcck. <\/p>\n<p>\u201eIn London brauchte ich in der Quali drei Versuche, um weiterzukommen, im Finale habe ich im ersten Durchgang 62,89 Meter geworfen, aber weiter ging es nicht mehr, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer.\u201c Es blieb zwar immerhin ein sechster Platz, aber es war mehr drin gewesen. In Zukunft m\u00f6chte sie nicht weiter wie oft in der Vergangenheit im Schatten der beiden \u201eGro\u00dfen\u201c, Christina Obergf\u00f6ll und Linda Stahl, stehen. Genug Ehrgeiz hat sie, und locker lassen will sie auch nicht.<\/p>\n<p>Der Sport spielte schon immer eine gro\u00dfe Rolle im Leben der geb\u00fcrtigen Bedburgerin. \u201eIch habe schon immer viel Sport gemacht, vom Schwimmen, \u00fcber Tennis bis hin zur Leichtathletik.\u201c Mit 13 Jahren fing sie auch mit Volleyball an, aber ihre Hauptsportart blieb das Speerwerfen. <\/p>\n<p><strong>Zweite Leidenschaft Volleyball<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings kam diese Vorliebe ein wenig ins Wanken, als sie nach dem Abitur 2004 ein Angebot aus Hamburg aus der 1. Volleyball-Bundesliga bekam. \u201eAber dann h\u00e4tte ich die Leichtathletik aufgeben m\u00fcssen, und das wollte ich nicht. Au\u00dferdem h\u00e4tte ich dann keinen Studienplatz bekommen\u201c, erinnert sie sich.  Es galt abzuw\u00e4gen, denn eine Garantie f\u00fcr eine erfolgreiche Volleyballkarriere konnte ihr niemand geben. Also blieb sie in Leverkusen, warf weiter vorrangig den Speer und spielte au\u00dferdem in der Leverkusener Volleyball-Mannschaft, zeitweise in der 1. Liga, nun in der 2. Liga. <\/p>\n<p>So ist es auch heute noch, doch Katharina Molitor l\u00e4sst keine Zweifel: \u201eDas Speerwerfen geht vor. Wenn wir ins Trainingslager fahren, dann bin ich nicht f\u00fcr die Volleyballer da, und das akzeptieren sie auch.\u201c<\/p>\n<p>Und was meint Speerwurftrainer Helge Z\u00f6llkau? \u201eAm Anfang h\u00e4tte er es sicher lieber gesehen, dass ich mit dem Volleyball aufh\u00f6re. Mittlerweile akzeptiert er es. Er wei\u00df, dass Volleyball f\u00fcr mich auch eine Herzensangelegenheit ist und mir Abwechslung bringt.\u201c Das Argument, ohne Volleyball w\u00fcrde sie weiter werfen, l\u00e4sst sie nicht gelten: \u201eDas kann ja niemand mit Sicherheit sagen.\u201c <\/p>\n<p><strong>Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zeit nach dem Sport<\/strong><\/p>\n<p>Aber nicht nur der Sport dominiert ihr Leben. Seit 2004 studiert sie auf Lehramt (Sport und Geografie) in Wuppertal. Zeit gelassen hat sie sich damit, weil der Sport Vorrang hat. \u201eDoch bevor ich meine Speerwurfkarriere beende, will ich mit dem Studium fertig sein, damit ich dann direkt ins Referendariat gehen kann\u201c, setzt sie sich ein Ziel. Wenn der K\u00f6rper mitmacht, will sie noch bis 2016 werfen und in Rio ihre dritten Olympischen Spiele erleben.<\/p>\n<p>(erschienen in der \u201eLeichtathletik\u201c  Nr. 23 vom 5. Juni 2013)<\/p>\n<p><strong>Zweite in der Sportlerwahl 2015<\/strong><\/p>\n<p>Durch den WM-Erfolg in Peking ist Katharina Molitor zwar bekannter geworden. Doch immer noch nicht so, da\u00df jeder sie kennt. Doch nun sollten sie wieder mehr kennen. Fast w\u00e4re sie sogar Sportlerin des Jahres  2015 geworden. Nur vier Punkte lag sie hinter ihrer Wurfkollegin Christina Schwanitz.  Aber auch als Zweitplazierte machte Katharina Molitor auf der B\u00fchne des Kurhauses von Baden-Baden eine gute Figur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katharina Molitor ist eine sehr freundliche, kommunikative Frau, die wei\u00df, wovon sie spricht. Aber in den vergangenen Jahren durfte sie nie soviel \u00fcber sich reden, stand meistens im Schatten solcher Speerwurfgr\u00f6\u00dfen wie Christina Obergf\u00f6ll, Linda Stahl und Steffi Nerius. Das ist nun seit dem WM-Sonntag im August 2015 ganz anders. 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