{"id":795,"date":"2016-01-14T21:39:19","date_gmt":"2016-01-14T20:39:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=795"},"modified":"2016-01-14T21:39:19","modified_gmt":"2016-01-14T20:39:19","slug":"2012-als-es-noch-das-kugelstossmeeting-in-nordhausen-gab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=795","title":{"rendered":"2012 &#8211; als es noch das Kugelsto\u00dfmeeting in Nordhausen gab"},"content":{"rendered":"<p>Seit vielen Jahren hatte ich im Januar immer ein festes Ziel: <strong>Nordhausen.<\/strong>  Dort fand ein Kugelsto\u00dfmeeting statt, das die Weltelite und die deutsche Elite anzog. Ich als geb\u00fcrtiger Th\u00fcringer fuhr gern ins th\u00fcringische Nordhausen, auch wenn manchmal Schnee und Eis auf den Stra\u00dfen lagen und die Anreise nicht immer einfach war. Aber wohl f\u00fchlte ich mich dort immer. Um so mehr vermisse ich nun dieses Meeting.<br \/>\nEs bleibt mir wie vielen anderen nur die Erinnerung. Doch die ist auch gerade dann etwas wert, wenn anderswo dunkle Wolken \u00fcber der Leichtathletik h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>In der Zeitschrift <strong>\u201eLeichtathletik\u201c vom 25. Januar 2012<\/strong> schrieb ich folgende Reportage \u00fcber das Meeting:<\/p>\n<p><strong>Einmal dabei, immer dabei<\/strong><\/p>\n<p>Warum nehmen Drei-Zentner-M\u00e4nner eine lange Anreise f\u00fcr nur einen einzigen Meeting-Start in Europa in Kauf? Ganz einfach: Weil es nach Nordhausen geht. Die th\u00fcringische Kleinstadt hat sich zum <strong>Mekka der Kugelsto\u00dfer<\/strong> gemausert.<br \/>\nJedes Jahr im Januar kommen sie auch aus den USA. \u201eGemeinsam mit <strong>Reese Hoffa <\/strong>bin ich nur f\u00fcr diesen einen Wettkampf nach Europa geflogen\u201c, erz\u00e4hlt der US-H\u00fcne <strong>Christian <\/strong><strong>Cantwell<\/strong> und erg\u00e4nzt: \u201e Es ist toll, in solch einer Atmosph\u00e4re zu agieren, und ich habe den Eindruck, dass es immer besser wird, das Publikum noch mehr mitgeht\u201c.<br \/>\nDa kann er mitreden, denn er ist schon zum f\u00fcnften Mal dabei. Landsmann <strong>Adam Nelson<\/strong>, der eine 16 Stunden lange Anreise von Athens (Bundestaat Georgia) in den Knochen hat, beschreibt es so: \u201eDies ist eine unglaublich dichte Atmosph\u00e4re, um die Saison zu beginnen. 2000 Leute, und sie alle lieben Kugelsto\u00dfen. Die Intensit\u00e4t in der Halle hebt uns auf ein besseres Niveau. Was wir hier an Leistungen sehen, d\u00fcrfte mehr mit der Stimmung zu tun haben, als mit der Form der Athleten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Vier Stunden Unterhaltung<\/strong><\/p>\n<p>Was aber zieht die Massen in die vor zehn Jahren erbaute Wiedigsburghalle, in der auch viele Konzerte stattfinden? Es ist zu allererst der Sport. Die Leute wollen Leistungen sehen und f\u00fchlen sich zudem vier Stunden bestens unterhalten. Schon der Beginn ist spektakul\u00e4r, wenn das Hallenlicht ged\u00e4mpft wird und die Scheinwerfer auf die Athleten gerichtet werden. Jeder Einzelne l\u00e4uft, begleitet von einem Nachwuchssportler, eine kleine Runde auf der Riesenmatte. Dann nehmen sie in Reih und Glied Aufstellung, lauschen den Kurzfassungen der Nationalhymnen. Alles stilgerecht und emotional.<br \/>\nDie Emotionen d\u00fcrfen dann im Ring ausgelebt werden.<strong> David Storl <\/strong>\u00fcbertrifft alle Erwartungen, ist wie schon bei der WM der Gr\u00f6\u00dfte. Dreimal st\u00f6\u00dft er weit, dreimal rei\u00dft er sofort die Arme hoch. Das ist ein ganz anderer Storl als noch vier Jahren, als er erstmals als Jugendlicher in Nordhausen startete und etwas unterk\u00fchlt nach dem U20-Sieg auftrat.  (\u00fcbrigens durfte ich damals erstmals ein Interview mit ihm f\u00fchren und habe seitdem seine Entwicklung hautnah verfolgen k\u00f6nnen. P.Gr.).<br \/>\nMit 21,24 Metern gewinnt er die zw\u00f6lfte Auflage des Meetings. \u201e So habe ich mir den Einstieg in die Olympiasaison vorgestellt. Ich habe schon beim Einsto\u00dfen gemerkt, dass es hier gut geht\u201c, freute sich Storl. Trainer<strong> Sven Lang <\/strong>meinte: \u201e Das war die Best\u00e4tigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Sch\u00f6n, dass er sich seine Lockerheit bewahrt und nervenstark wie eigentlich immer agiert hat. Der Sieg gegen die Amerikaner war gut f\u00fcr sein Selbstbewusstsein\u201c.<br \/>\nDas Publikum ist jedenfalls begeistert, die \u201eLa-Ola\u201c schwappt durch die Wiedigsburghalle, die an sich nur einen spr\u00f6den Charme verspr\u00fcht. Man sitzt auf schmalen Holzb\u00e4nken, ohne R\u00fcckenlehne, und Hunderte stehen auf der Empore. Aber Luxus will man nicht, man will Sport sehen.<br \/>\nUnd den sieht man doppelt, einmal live im Ring und gleichzeitig auf einer riesigen Videowand. Zus\u00e4tzlich sorgt das Sprecher-Gespann <strong>Hardy Gnewuch<\/strong> und <strong>Andreas M\u00f6ckel <\/strong>f\u00fcr Informationen, bindet das Publikum immer wieder ins Geschehen ein. <\/p>\n<p><strong>Kugelsto\u00dfen mit Musik<\/strong><\/p>\n<p>Die H\u00e4nde bleiben nicht ruhig, und zudem wird noch durch flotte Musik die Stimmung hochgehalten. Man k\u00f6nnte die Veranstaltung auch\u201c Kugelsto\u00dfen mit Musik\u201c nennen, in Anspielung auf das Hochsprung-Meeting im nicht weit entfernten Arnstadt.<br \/>\nNoch mehr Adrenalin wird so in die K\u00f6rper der Sportler gepumpt, und f\u00fcr manche ist das fast zuviel. <strong>Christian Cantwell<\/strong> beschreibt das so: \u201e Es ist echt hart hier. Ich hatte vorher gute Trainingsleistungen. Nun komme ich her und erlebe diese Atmosph\u00e4re. Die Aufregung hat mir den Wettkampf verdorben\u201c. Aber immerhin wurden es noch 21,01 Meter, was Platz drei bedeutete.<br \/>\nDie Zuschauer bejubeln alle Athleten, aber manche eben noch ein wenig mehr. Nat\u00fcrlich thront<strong> David Storl<\/strong> \u00fcber allen, aber auch <strong>Reese Hoffa<\/strong> ist ein Publikumsliebling. Nicht nur, weil er, der im Dezember noch mit Kniebeschwerden zu tun hatte, mit 21,14 Metern Zweiter wird, sondern auch wegen einer Sondereinlage. Der Drehsto\u00dfer trifft im dritten Versuch gegen das die 21 Meter markierende H\u00fctchen am linken Rand des Sektors, das in tausend Teile zersplittert. Hoffa freut sich unb\u00e4ndig dar\u00fcber, auch wenn der Sto\u00df ung\u00fcltig ist. Die Zuschauer lieben ihn daf\u00fcr noch ein bisschen mehr.<\/p>\n<p>Und sie begeistern sich diesmal auch am Wettstreit der Frauen. Lange Zeit sieht die Magdeburgerin <strong>Nadine Kleinert<\/strong> mit ihrem Anfangssto\u00df von 18,96 Metern wie die Siegerin aus. Doch der erhoffte Sto\u00df \u00fcber die 19 Meter bleibt f\u00fcr sie aus.<br \/>\n<strong>Christina Schwanitz<\/strong> (LV 90 Erzgebirge) r\u00fcckt ihr immer n\u00e4her und begeistert sich und das Publikum im f\u00fcnften Versuch mit dem Siegessto\u00df von 19,06 Metern. \u201eDas war noch nicht alles, was ich kann. Aber der beste Saisoneinstieg meiner Karriere\u201c.<br \/>\nMit dem pers\u00f6nlichen Hallenrekord von 18,29 Metern \u00fcberzeugt die Bronzemedaillengewinnerin der Hallen-EM von Paris 2011, <strong>Josephine <\/strong><strong>Terletzki <\/strong>(SC Magdeburg).<br \/>\nDas Publikum geht jedenfalls zufrieden nach Hause. Meetingdirektor <strong>Werner H\u00fctcher<\/strong> strahlt ob des   leistungsm\u00e4\u00dfig bisher besten Nordh\u00e4user Meetings und ist sich sicher:  \u201e Wer einmal hier war, kommt immer wieder\u201c.<\/p>\n<p>Da ahnte er wohl noch nicht, dass 2013 das letzte Kugelsto\u00dfmeeting in Nordhausen stattfinden w\u00fcrde.<br \/>\nEs bleiben nur die Erinnerungen.<br \/>\n(Videoaufnahmen u.a. von den Meetings 2004 bis 2006, 2009 und 2010 sind auf  <strong>You Tube<\/strong> zu sehen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit vielen Jahren hatte ich im Januar immer ein festes Ziel: Nordhausen. Dort fand ein Kugelsto\u00dfmeeting statt, das die Weltelite und die deutsche Elite anzog. Ich als geb\u00fcrtiger Th\u00fcringer fuhr gern ins th\u00fcringische Nordhausen, auch wenn manchmal Schnee und Eis auf den Stra\u00dfen lagen und die Anreise nicht immer einfach war. Aber wohl f\u00fchlte ich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=795\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">2012 &#8211; als es noch das Kugelsto\u00dfmeeting in Nordhausen gab<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/795"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=795"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/795\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":796,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/795\/revisions\/796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}