{"id":968,"date":"2016-02-07T10:55:20","date_gmt":"2016-02-07T09:55:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=968"},"modified":"2016-02-07T11:00:11","modified_gmt":"2016-02-07T10:00:11","slug":"robert-harting-ueber-wiederbeginn-doping-frust-und-machtlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/?p=968","title":{"rendered":"Robert Harting: \u00dcber Wiederbeginn, Doping-Frust und Machtlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Robert-Harting-14.11.2013-Foto.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Robert-Harting-14.11.2013-Foto-300x225.jpg\" alt=\"Robert Harting 14.11.2013  Foto\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-965\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Robert-Harting-14.11.2013-Foto-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Robert-Harting-14.11.2013-Foto-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Robert-Harting-14.11.2013-Foto.jpg 1387w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor drei Jahren, am 14. November 2013,  nahm ich dieses Foto in der  O2 World Berlin auf, bei einer Pressekonferenz zur Vorbereitung des ersten ISTAF-INDOOR. <strong>Robert Harting<\/strong> konnte da noch ungezwungen in die Kameras l\u00e4cheln. Und auch danach gab es f\u00fcr ihn oft Grund zur Freude. Doch dann im September 2014 ri\u00df ihm beim Training das Kreuzband, und nach der OP folgten lange Monate der Rehabilitation und des Neuaufbaus.<br \/>\n<strong>Nun soll nach 530 Tagen Pause der Wiedereinstieg in den Wettkampfmodus folgen, und das auch wieder beim ISTAF-INDOOR, am 13. Februar 2016  in der gleichen Halle, die nun Mercedes-Benz Arena Berlin hei\u00dft.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Indoor-2016-sig_indoor_201611-1.png\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Indoor-2016-sig_indoor_201611-1-300x60.png\" alt=\"Indoor 2016  sig_indoor_2016[1][1]-1\" width=\"300\" height=\"60\" class=\"alignnone size-medium wp-image-628\" srcset=\"https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Indoor-2016-sig_indoor_201611-1-300x60.png 300w, https:\/\/www.petergrau-leichtathlet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Indoor-2016-sig_indoor_201611-1.png 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine Woche vorher hat sich <strong>Berthold Mertes, Sportchef des \u201eBonner Generalanzeigers\u201c<\/strong>, mit Robert Harting getroffen und mit dem 31-J\u00e4hrigen \u00fcber seinen k\u00f6rperlichen und seelischen Zustand, \u00fcber seine Olympiahoffnungen und \u00fcber den neuen Pr\u00e4sidenten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Sebastian Coe, gesprochen.<\/p>\n<p>Lesen Sie einige <strong>Ausz\u00fcge<\/strong> aus diesem Interview:<\/p>\n<p><strong>Berlin\/Bonn. 5.2.2016<\/strong>.  Das <strong>Caf\u00e9 Mirbach<\/strong> in Berlin-Wei\u00dfensee ist in die Jahre gekommen, strahlt einen rauen Charme aus. Wie Robert Harting, der an diesem grauen Februar-Nachmittag von der Trainingshalle in Hohensch\u00f6nhausen zum Interview mit dem General-Anzeiger r\u00fcbergekommen ist. Mit kratziger Stimme bestellt der Diskuswurf-Olympiasieger einen <strong>Ingwertee mit<\/strong> <strong>Zitrone<\/strong>. &#8222;Halb so wild&#8220;, sagt er, &#8222;Comeback nicht gef\u00e4hrdet.&#8220; Robert Harting ist Querdenker, vielleicht Querkopf. H\u00f6rt zwar auf seine Oma, die ihn bat, nach gro\u00dfen Siegen nicht mehr sein Trikot zu zerrei\u00dfen. Aber nicht auf Funktion\u00e4re. Er zeigt Haltung im Anti-Doping-Kampf und wurde auch deshalb dreimal zu <strong>Deutschlands Sportler des Jahres<\/strong> gew\u00e4hlt.<br \/>\nDie Leistungen des 2,01-Meter-Mannes sind \u00fcberragend: Seit dem ersten seiner drei WM-Titel 2009 ist er der <strong>Herr der Ringe<\/strong>. Dem EM-Gold 2014 lie\u00df Harting noch den Heimsieg beim Berliner ISTAF mit m\u00e4chtigen 68,21 Meter folgen. Zwei Wochen sp\u00e4ter riss im Training das Kreuzband im linken Knie. <\/p>\n<p>Herr Harting, wie geht es Ihrem Knie?<br \/>\n<strong>Robert Harting<\/strong>: Das Knie ist eigentlich super. Ich konnte nach der Verletzung relativ schnell wieder laufen, so nach sechs Monaten. Auch mal wieder einen Ball schie\u00dfen. Aber es ist schwer, die ganzen Automatismen wieder aufzubauen. Die sind total unterbrochen.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen Sie das erl\u00e4utern?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Der K\u00f6rper geht sofort in die Schonhaltung. Die Bewegungsmuster, die immer intuitiv waren, sind weg. Das muss man sich alles wieder erdenken, und das kostet Zeit.<\/p>\n<p>Nennen Sie eine Prozentzahl: wo stehen Sie physisch?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Nicht schlecht eigentlich. Zu einem vergleichbaren Zeitpunkt etwa vor den Spielen 2012 in London vielleicht bei 90 Prozent &#8211; gemessen daran, dass ich nach den Trainingswerten etwa 63,50 Meter werfen k\u00f6nnte. Das ist alles im Plan.<\/p>\n<p>Wie wollen Sie zu alter St\u00e4rke zur\u00fcckfinden?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Ich brauche Wettk\u00e4mpfe, damit ich wieder die eigene Leistungsf\u00e4higkeit sp\u00fcren kann. Das kann man von hier aus dem Caf\u00e9 leider nicht. Da kann man nur viel erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Also ist es h\u00f6chste Zeit f\u00fcr ein Comeback \u2013 kommt das Hallen-Istaf, quasi in Ihrem Wohnzimmer, gerade zur rechten Zeit?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Ja, ich brauche das jetzt zur Orientierung.<\/p>\n<p>Auch weil Ihnen mental ein paar Prozent mehr fehlen als k\u00f6rperlich?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Das liegt nach einer so langen Pause auf der Hand. Jeden Tag aufzustehen, sich zu fragen: Bin ich leistungsf\u00e4hig? Was tut weh, was nicht? Das ist eklig, das macht keinen Spa\u00df. Man muss jeden Tag eine Entt\u00e4uschung in Kauf nehmen k\u00f6nnen und sich zusammenrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie meinen Sie das?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Im letzten Sommer ging alles immer nur vorw\u00e4rts. Jetzt kommt man wieder in diese ganzen nervigen Arbeitsprozesse hinein, die Feinabstimmung.<\/p>\n<p>Sp\u00fcren Sie Ihr Alter?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Ich habe ein bisschen meine k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderung untersch\u00e4tzt. Ab 30, 31 ver\u00e4ndert sich der K\u00f6rper eines Sportlers. Die Verletzung kam in einem bl\u00f6den Moment. Nun habe ich zwei St\u00f6rfelder, die ich gleichzeitig behandeln muss: Das Alter und die Verletzung.<\/p>\n<p>Erleben wir wieder den Robert Harting, wie wir ihn vor zwei Jahren gesehen haben?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Nein, den alten Harting wird es nicht mehr geben. Ich muss im Wettkampf selbst erst einmal sehen, wieviel vom Rest noch \u00fcbrig ist. So eine Vorherrschaft wird es nicht mehr geben.<\/p>\n<p>Warum so skeptisch?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Es gab bisher nur einen Diskuswerfer, der nach einem Kreuzbandriss wieder unter die Top Ten gekommen ist. Das ist eine aussagekr\u00e4ftige Statistik.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich nicht so an, als k\u00f6nnte es in Rio einen Olympiasieger namens Robert Harting geben.<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Ganz ehrlich? Das stimmt! Mir fehlen noch Bausteine, Informationen. Dazu brauche ich jetzt Wettk\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Sie wirken gr\u00fcblerisch. Gibt sich das bis Rio? Erwarten Sie die alte Geradlinigkeit und Klarheit zur\u00fcck?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Ich arbeite daran, dass Letzteres passiert. Aber das Thema nervt mich. Ich bin seit eineinhalb Jahren raus, war auch mal eine Weile entlastet. Aber ich muss mich erst mal wieder da reinarbeiten.<\/p>\n<p>H\u00f6rt sich an, als fingen Sie ganz von unten an.<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Im Sport geht es immer um Einordnen, Unterordnen, Durchsetzen. Vor der Verletzung musste ich mich nur noch durchsetzen. Jetzt bin ich zwei Schritte zur\u00fcckgegangen, beim Istaf-Indoor folgt erst einmal wieder die Einordnung.<\/p>\n<p>Wie wirkt sich das Erreichen der 30er-Marke konkret aus? Kommen Sie morgens schwerer in Gang?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Es gibt physische und psychische Punkte. Physisch merkt man in vielen Bereichen keine gro\u00dfen Unterschiede, aber leider in den entscheidenden. Zum Beispiel in der Schnelligkeit. Wenn ich nur ein Zehntel verliere, verliert auch der Diskus an Energie. Das sieht man von au\u00dfen nicht, aber man merkt es beim Abwurf, am Wurfgef\u00fchl. Alle Werfer, Gerd Kanter und wie sie alle hei\u00dfen, die sind alle ab 30, 31 langsamer geworden. Und das wartet auf mich genauso.<\/p>\n<p>Und psychisch?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Man hat immer mehr Entt\u00e4uschungen. Mit 25 ging alles vorw\u00e4rts, man konnte sich immer verbessern und hat dazugelernt. Das Thema ist mit 28 durch. Dann hei\u00dft es: Niveau halten durch Nachdenken. Wo kriege ich noch Leistung her? Ab 31 bist du auf dem absteigenden Ast. Und dann vergleicht man sich: Was ich vor f\u00fcnf Jahren noch richtig gut konnte, kann ich jetzt viel schlechter. Da muss man einen klaren Kopf bewahren.<\/p>\n<p>Wie schaffen Sie das?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Als Sportler braucht man neue Reize. Man kann sich das wie bei einem Handy vorstellen. Da h\u00e4lt der Akku am Anfang anderthalb Tage, nach zwei Jahren muss ich es abends aber auf jeden Fall aufladen. Mit dem Handy kann ich immer noch telefonieren und alles andere, aber ich muss mit weniger Akkuleistung auskommen. So ist das auch bei mir. Mein Akku ist schw\u00e4cher geworden, das limitiert mich. Deswegen ist das Istaf-Indoor auch so wichtig f\u00fcr mich. Ich kann sehen, wie ich unter Stress reagiere, das habe ich eineinhalb Jahre nicht gehabt.<\/p>\n<p>Was dominiert vor Ihrem Comeback: Vorfreude oder Sorge?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Alles. Alle Gef\u00fchle, Angst, Respekt, Freude, Motivation, Aufregung, der Stress des eigenen Anspruchs.<\/p>\n<p>Die Leichtathletik steckt momentan in der Krise. Der Weltverband IAAF soll Dopings\u00fcnder gedeckt haben, Russlands Leichtathleten stehen unter Generalverdacht. Belastet das Ihre Psyche zus\u00e4tzlich?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Das Schlimme ist die Pauschalisierung, das fehlende Diffenzierungsverm\u00f6gen. Es gab schon viele Sportler, vor allem aus der deutschen Leichtathletik, die sich klar gegen Doping positioniert haben. Die mussten sich teilweise in Interviews fragen lassen, ob sie nicht einfach neidisch auf die anderen Nationen w\u00e4ren. Und nun werden sie auch noch in dieses ganze System mit hineingeschmissen.<\/p>\n<p>DOSB-Pr\u00e4sident Alfons H\u00f6rmann hat gesagt: \u201eSchlimmer als die Fifa geht\u2019s nimmer. Aber die Leichtathletik bekommt es hin.\u201c F\u00fchlen Sie sich als Leichtathlet in Ihrer Ehre verletzt angesichts des schlechten Images Ihrer Sportart?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Nat\u00fcrlich. Es ist ideologisch erniedrigend, entt\u00e4uschend. Der gute Sport, der sportliche Wettstreit, der wird eben nicht von allen so betrieben. Aber das Schlimmste sind die Pauschalisierungen.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Sie als Sportler konkret tun?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Wir haben ja letzten Sommer schon vor dem gro\u00dfen Skandal im Weltverband die Aktion \u201eHitIAAF\u201c auf Youtube gestartet und wurden dann in unseren Ahnungen best\u00e4tigt. Viele Leute fanden es gut, dass die Athleten sich zu Wort gemeldet haben. Ich bin f\u00fcr eine Allianz zwischen Medien, Sportlern und Zuschauern. Da k\u00f6nnte man richtig viel Druck aus\u00fcben.<\/p>\n<p>Der Druck ist ja schon teilweise entstanden. Sie haben selbst gefordert, dass der IAAF-Pr\u00e4sident Lamine Diack und seine Gefolgschaft weg m\u00fcssen. Nun ist er weg.<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Aber es ist nicht damit getan, dass drei, vier Leute ausgetauscht werden. Es muss einiges ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Was denn konkret?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Der Absolutismus muss weg. Das Hierarchische dieses Verbandes, der die Sportart nicht zusammenh\u00e4lt, sondern abgrenzt. Und zwar, um so viele eigene Vorteile wie m\u00f6glich daraus zu ziehen. Diack ist schweinereich geworden, weil er Leute bestochen und alles in seine Tasche gewirtschaftet hat. Ihm ging es nicht um die Sportart. Auch Thomas Bach hat als DOSB-Pr\u00e4sident vor allem pers\u00f6nliche Ziele verfolgt \u2013 er wollte IOC-Pr\u00e4sident werden. Das hat er nun geschafft\u2026.<\/p>\n<p>IAAF-Pr\u00e4sident Sebastian Coe ist einer, der total diplomatisch wirkt, der Menschen zusammenbringt. Haben Sie ihn schon einmal au\u00dferhalb einer Medaillenzeremonie erlebt?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Leider nicht. Ich habe ihn aber ein paarmal angetwittert.<\/p>\n<p>Hat er zur\u00fcckgetwittert?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Nein, nat\u00fcrlich nicht. In einem Posting habe ich ihm einmal ein paar Fragen gestellt, auch darauf hat er nicht geantwortet. Jetzt habe ich ihn \u201eentfolgt\u201c.<\/p>\n<p>Kann ein so diplomatischer Mensch genau der Mann sein, der die Kultur im Weltverband ver\u00e4ndert?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Das glaube ich nicht. Wer so was jahrelang gemacht hat, wei\u00df nicht mehr, was das Beste ist. Neuen Wind bekommst du nur, wenn du neue, frische Gedanken reinbringst. Ich glaube nicht, dass eine absolutistische Institution in der Lage ist, andere Denkweisen anzunehmen.<\/p>\n<p>Ihre Zuversicht, dass sich wirklich etwas \u00e4ndert, wirkt \u00e4u\u00dferst gering, richtig?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Das stimmt.<\/p>\n<p>Sie wissen nun, Ihr (Welt)Verband hat jahrelang Dopingbetrug gedeckt. Was ist das f\u00fcr ein Gef\u00fchl, wenn Sie selbst in den Ring steigen?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Ein Gef\u00fchl von Machtlosigkeit, Erniedrigung, Unwichtigkeit. Meine Werte sind v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Eigentlich m\u00fcsste jeder Athlet, der sich betrogen f\u00fchlt, eine Anzeige stellen. Aber das macht ja keiner.<\/p>\n<p>Der britische Leichtathletikverband will alle Weltrekorde l\u00f6schen lassen, um einen Neuanfang zu erm\u00f6glichen. Das hat der damalige DLV-Pr\u00e4sident Helmut Digel schon vor der Jahrtausendwende gefordert. Was halten Sie davon?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Historische Rekorde, dann neu anfangen, das w\u00e4re korrekt gewesen. Ich verstehe nicht, warum das nicht geklappt hat. Ich w\u00e4re auf jeden Fall daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Obwohl Rekorde auch als Mahnmal einer unr\u00fchmlichen Doping\u00e4ra verstanden werden k\u00f6nnen?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Es sollte nichts reingewaschen werden, in dem Sinne, dass es nicht stattgefunden h\u00e4tte. Aber die st\u00e4ndige Spiegelung mit der Vergangenheit f\u00fcr die heranwachsenden Athleten w\u00fcrde wegfallen. Und bei Weltmeisterschaften w\u00fcrde man nicht immer von damals reden.<\/p>\n<p>Motto durchatmen, neu anfangen &#8211; welche positiven Effekte s\u00e4hen Sie noch, au\u00dfer dass Robert Harting auch zum Weltrekordler werden k\u00f6nnte?<br \/>\n<strong>Harting<\/strong>: Es w\u00fcrde den Zustand der Leichtathletik ver\u00e4ndern. Man k\u00f6nnte das \u00fcbrigens mit einem einfachen Kunstgriff hinkriegen. Indem man zum Beispiel festlegt, dass der Diskus ab sofort 2001 Gramm wiegen muss statt bisher 2000. Schon h\u00e4tte man neue Listen. Mit dem L\u00f6schen der Rekorde w\u00fcrde Sebastian Coe ein eindeutiges Zeichen setzen.<\/p>\n<p>(Ausz\u00fcge aus einem am 5. Februar 2016 im \u201eBonner Generalzeiger\u201c erschienenen Interview. Das ganze Interview ist auf der Website der Tageszeitung unter www.general-anzeiger-bonn.de  nachzulesen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor drei Jahren, am 14. November 2013, nahm ich dieses Foto in der O2 World Berlin auf, bei einer Pressekonferenz zur Vorbereitung des ersten ISTAF-INDOOR. Robert Harting konnte da noch ungezwungen in die Kameras l\u00e4cheln. Und auch danach gab es f\u00fcr ihn oft Grund zur Freude. 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