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Auf der Pressekonferenz vor dem Leichtathletik-Meeting in Doha

Doha siebenundzwanzig

Pressekonferenzen dienen oft der Einstimmung auf das kommende Ereignis, und selten sind sie spektakulär. Der Veranstalter ist auch oft darauf angewiesen, welche Athleten und Athletinnen schon vor Ort sind und welche gern zur Pressekonferenz gehen. Aber vorteilhaft ist es für die Journalisten, daß sie die Athleten in Ruhe „ablichten“  und in Ruhe Einzelgespräche führen können.

Olaf Brockmann war am 3. Mai 2018, also einen Tag vor dem eigentlichen Meeting am 4. Mai, in Doha zur Pressekonferenz (PK).

Schon der Einblick von der Empore auf die Journalisten ist recht beeindruckend:

Doha achtundzwanzig

Breit gefächert, quer über die Disziplinen, zeigte sich das Aufgebot der Athleten:

Doha zweiunddreißig

 

Und es freut mich, daß Thomas Röhler wieder dabei ist. Das zeigt den Stellenwert den er hat, sicher nicht nur als Olympiasieger von 2012, sondern auch als eloquenter Gesprächspartner:

Doha siebenundvierzig Doha vierunddreißig Doha vierzig

Doch Olaf Brockmann fotographiert nicht nur Thomas Röhler, sondern auch die anderen Athleten. Vornweg den Dreispringer Chris Taylor und seinen Vater Ian Taylor:

Doha fünfunddreißig Doha dreiundvierzig Doha dreißig

 

Der Vater Ian Taylor ist ebenfalls mit der Kamera aktiv:

Doha neunundzwanzig

 

Aber auch die anderen, wie Hochspringer Mutaz Barshim, Stabhochspringerin Katerina Stefanidi-Krier und Sprinterin Dafne Schippers  sind voller Vorfreude:

Doha dreiunddreißig Doha eindundreißig Doha neununddreißig

Und die bunte Mischung der Journalisten reizt auch zu manchem Schnappschuß:

Doha sechsunddreißig Doha achtunddreißig Doha siebenunddreißig Doha zweiundvierzig Doha vierundvierzig Doha fünfundvierzig Doha neunundvierzigDoha achtundvierzig

Peter Grau

(alle Fotos:  Olaf Brockmann)

 

 

Olaf Brockmann: Spaziergang mit Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler in Doha

Doha zehn

Thomas Röhler in Doha

Manchmal bin ich doch ein wenig neidisch, wenn ich erlebe, wie mein Wiener Kollege Olaf Brockmann herumreist. Und wenn es dann wie jetzt in eine Gegend geht, die mir fremd ist und in die ich sicher nicht hinkommen werde, dann bin ich wiederum dankbar, daß Olaf mich und meine Homepage-Besucher miterleben läßt, was er sieht.

Olaf Brockmann ist von Wien nach Doha (Katar) geflogen, um dort das 1. Meeting der Diamond League Serie zu besuchen. Das ist eine Serie von Meetings, in der sich die weltbesten Leichtathleten treffen.

Schon die ersten Bilder gefallen mir:

Doha eins Doha zwei Doha drei

Und dann berichtet er von einem Spaziergang mit Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler durch die berühmte Sonq Waqif.

Doha dreiundzwanzig

Olaf Brockmann (links) und Thomas Röhler

 

Geschäftsstraße, Großmarkt, wie will man das bezeichnen?

Die Bilder geben einen Eindruck:

Doha vierzehn Doha neun Doha acht Doha elf Doha zwölf Doha sechszehn Doha siebzehn Doha achtzehn Doha fünfzehn Doha neunzehn Doha zwanzig Doha einundzwanzig Doha zweiundzwanzig

Und nicht nur Olaf Brockmann fotographiert, sondern natürlich auch Thomas Röhler:

Doha dreizehn

Und dabei nimmt der Speerwerfer, der heute am Freitag (4. Mai) seinen Wettkampf hat, auch seinen Wegbegleiter „aufs Korn“:

Doha fünfundzwanzig Olaf

Olaf Brockmann (Foto: Thomas Röhler)

Wer mehr sehen möchte, kann sich auch diesen kurzen Film über Doha ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=ynXbnQ8d_gY

Peter Grau

(fast alle Fotos: Olaf Brockmann)

Zwei Marathons in Hamburg und in Düsseldorf – eine Nachbetrachtung


Habe ich zuvor über wenig erfreuliche Aspekte bei den Boxwettkämpfen geschrieben, kann ich nun wieder frei und locker über das schreiben, was mir seit langem am Vertrautesten ist: das Laufen.

Wer wie ich lange Jahre aktiv gelaufen ist, dann lange Zeit über die Laufwettbewerbe geschrieben hat, den läßt die Lust, die Freude am Laufen nicht los. Und wenn der Hamburg-Marathon ruft, dann bin ich noch mehr mit dem Herzen dabei. Warum?  Weil ich 1987 selbst in Hamburg lief. Darüber habe ich unter http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=1541  geschrieben.

Die Erinnerungen werden immer wieder wach, wenn ich jedes Jahr die Fernsehübertragungen aus Hamburg verfolge.

 

Hamburg Marathon logo

Die Strecke 2018:

Hamburg Marathon eins Strecke Hamburg Marathon zwei Strecke

Diesmal schauten wie immer alle auf die Wettervorhersagen, bangten und ließen sich dann vom guten, wenn auch etwas zu warmem Wetter positiv überraschen.

Da schaute es an diesem Sonntag in der anderen Marathon-Stadt Düsseldorf ganz anders aus. Dort waren die Straßen sehr naß und auch während des Laufes regnete es fast pausenlos, zumindest während der ersten Hälfte.  Keine guten Voraussetzungen für die vielen deutschen Spitzenläufer, die eine schnelle Zeit laufen und sich damit für die Europameisterschaft im August in Berlin qualifizieren wollten.

Hamburg im Fernsehen, dazu Düsseldorf im Livestream, an diesem Vormittag war ich ständig mit dem Schauen beschäftigt.

Sonne beim Hamburg-Marathon

Hamburg Marathon logo

Interessant ist es für mich, was mir nun, vier Tagen nach dem Marathon, vor allem in Erinnerung geblieben ist. Zuviele Informationen erhält man täglich, sodaß ich mich an die Sieger schon nicht mehr erinnern kann. Allein Philipp Pflieger blieb mir in Erinnerung. Zum einen war er während der Übertragung recht oft im Bild und zum anderen hatte ich im September 2017 seinen Lauf in Berlin hautnah verfolgt. Verfolgen wollen, muß es heißen, denn ich stand bei km 40 und kurz vorher gab Pflieger das Rennen auf. Um so mehr freute ich mich diesmal mit ihm, als er sein Zeitziel errreichte und sich mit 2:13:39 h für die EM in Berlin qualifizierte.

Mehr zum Hamburg-Marathon ist zu lesen und zu schauen unter     

https://www.hdsports.org/marathon/ergebnisse-hamburg-marathon-2018-fotos

https://www.runnersworld.de/marathon/aethiopische-sieger-in-hamburg.550910.htm

https://www.ndr.de/sport/mehr_sport/Aethiopier-Deksisa-siegt-Pflieger-laeuft-zur-EM,hamburgmarathon226.html

Fotos: https://www.ndr.de/sport/mehr_sport/hamburg_marathon/Der-Hamburg-Marathon-2018-in-Bildern,marathon1676.html

 

Viel Regen in Düsseldorf

 Düsseldorf logo

Düsseldorf scheint es mit dem Wetter für  Marathonläufer oft nicht gut zu meinen. Ich kann mich daran erinnern, daß ich 2009 den Lauf im Journalistenauto begleitete und daß damals die Temperaturen viel zu hoch waren.  Diesmal schüttete es schon vor dem Start und auch während des Marathons ließ der Regen anfangs nicht nach.  Das war  für schnelle Zeiten Gift. Und es war auch schwierig, dieses Rennen in einem Livestream darzubieten. Allerdings darf man da dem Veranstalter keine Vorwürfe machen, denn in Düsseldorf wurden viel weniger Gelder für den Livestream aufgewendet als etwa für die Fernsehübertragung des Hamburg-Marathons. Zudem waren die Bedingungen für die Begleitmotorräder sicher nicht die Besten. So hatten die beiden Moderatoren, Jan Wochner  und Jan Fitchen, Mühe, zu kommentieren. Auch deshalb, weil sie nicht genügend Informationen bekamen. Sie wurden dann förmlich vom Einlauf überrascht, als zunächst  Gilbert Yegon   und dann in geballter Masse die besten deutschen Läufer einliefen, angeführt von Tom Gröschel, der damit auch deutscher Meister wurde.

Düsseldorf Tom Gröschel

Tom Gröschel jubelt über den Meistertitel und die gute Zeit (Foto:  Foto: METRO Marathon Düsseldorf / Klaus-Dieter Weber)

Über den Verlauf des Marathons und die Ergebnisse konnte ich dann bald in der folgenden Pressemitteilung nachlesen:

PRESSEMITTEILUNG – METRO MARATHON DÜSSELDORF:

Volha Mazuronak läuft Streckenrekord in Düsseldorf, Gilbert Yegon gewinnt nach Umweg, Tom Gröschel und Fabienne Amrhein Deutsche Meister

Volha Mazuronak sorgte für den Höhepunkt beim METRO Marathon Düsseldorf. Die Weißrussin stellte mit 2:25:25 Stunden einen Streckenrekord auf. Bei teilweise regnerischen Bedingungen lief Mazuronak, die beim Olympia-Marathon in Rio 2016 als Fünfte beste Europäerin war, zu einem souveränen Start-Ziel-Sieg. Als Zweite überraschte Fabienne Amrhein (MTG Mannheim), die sich auf 2:32:35 Stunden steigerte und damit für die Europameisterschaften in Berlin im Sommer nominiert werden dürfte. Dritte wurde die Kenianerin Rose Maru mit 2:33:55, als Vierte lief die Titelverteidigerin Doroteia Peixoto Alves (Portugal) nach 2:35:15 ins Ziel.

Volha Mazuronak, die seit Dezember von Wolfgang Heinig trainiert wird und zeitweise auch eine Trainingspartnerin der deutschen Hindernis-Rekordlerin Gesa Krause ist, lief die erste Hälfte in 73:02 Minuten. Damit lag sie noch knapp über dem Streckenrekord der Kenianerin Agnes Jeruto, die das Rennen 2012 in 2:25:47 gewonnen hatte. Doch Volha Mazuronak, die eine Bestzeit von 2:23:54 aufweist, lief die zweite Hälfte schneller. „Ich bin sehr zufrieden und freue mich, dass ich den Streckenrekord nach der schnelleren zweiten Hälfte gebrochen habe“, sagte die Weißrussin, die bei den Europameisterschaften in Berlin im Sommer 10.000 m laufen möchte, um dann bei einem Herbst-Marathon an den Start zu gehen.

„Ich freue mich sehr über meinen ersten deutschen Meistertitel“, sagte Fabienne Amrhein, die im Ziel als Zweite auch über eine neue Bestzeit jubeln konnte. Der erwartete Zweikampf mit Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg) war bereits nach 18 km beendet. Nachdem sie wesentlich zu schnell losgelaufen war, gab Franziska Reng bereits frühzeitig wegen Magenbeschwerden auf.

Bei den Männern gewann Gilbert Yegon zum zweiten Mal nach 2014 den METRO Marathon Düsseldorf. Der Kenianer lief 2:13:55 Stunden, hatte jedoch Pech, da er zu den Läufern der Spitzengruppe gehörte, die durch eine fehlerhafte Streckenabsperrung nach rund acht Kilometern fehlgeleitet wurden. Die Spitzengruppe rannte dadurch rund einen Kilometer mehr. Als Zweiter kam Richard Mutai nach 2:14:08 ins Ziel. Der Kenianer musste ebenfalls den Umweg laufen. „Ich habe überhaupt nicht bemerkt, dass wir falsch gelaufen sind“, sagte Gilbert Yegon, der sich langfristig auf einen Herbst-Marathon vorbereiten wird und gerne in Frankfurt an den Start gehen möchte.

Überraschend sicherte sich Tom Gröschel (TC Fiko Rostock) bei seinem Debüt den deutschen Meistertitel. Als Dritter der Gesamtwertung lief er 2:15:20 Stunden, nachdem er erst 1,5 km vor dem Ziel Sebastian Reinwand (ART Düsseldorf) überholt hatte. Auf den Rängen vier und fünf liefen Reinwand (2:15:27) und Marcus Schöfisch (Leipzig/lauftraining.com/2:15:59) persönliche Bestzeiten. An einem außergewöhnlich guten Tag für den deutschen Männer-Marathon rannten Philipp Baar (ART Düsseldorf/2:16:17) und Karsten Meier (LG Braunschweig/2:16:26) gute Debüts und belegten die Ränge sechs und sieben. Sie blieben ebenfalls unter der EM-Team-Norm von 2:17:00. Maximal sechs Läufer können nominiert werden.

Insgesamt hatten für die verschiedenen Wettbewerbe beim 16. METRO Marathon Düsseldorf rund 16.000 Läufer gemeldet. 3.700 von ihnen gingen über die Marathondistanz an den Start.

Ergebnisse, Männer:
1. Gilbert Yegon KEN 2:13:55
2. Richard Mutai KEN 2:14:08
3. Tom Gröschel TC Fiko Rostock 2:15:20
4. Sebastian Reinwand ART Düsseldorf 2:15:27
5. Marcus Schöfisch Leipzig/lauftraining.com 2:15:59
6. Philipp Baar ART Düsseldorf 2:16:17
7. Karsten Meier LG Braunschweig 2:16:26
8. Luis Alberto Orta Millan VEN 2:16:30

Düsseldorf Voha

Die Siegerin Mazuronak Volha (Foto: METRO Marathon Düsseldorf / Klaus-Dieter Weber)
Frauen:
1. Volha Mazuronak BLR 2:25:25
2. Fabienne Amrhein MTG Mannheim 2:32:35
3. Rose Maru KEN 2:33:55
4. Doroteia Peixoto Alves POR 2:35:15
5. Fadime Suna Celik TUR 2:36:21

Düsseldorf logo

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.metro-marathon.de

 

 

Ein Eklat im Boxring und ein geschenkter Sieg

Wenn man sich wie ich für viele Sportarten interessiert (obwohl der Name meiner Homepage vor allem die Leichtathletik zu favorisieren scheint), gibt es im Fernsehen, im Internet und in der Presse viel Unterhaltung. Da ist es dann schwer, noch selbst kreativ zu werden, selbst zu schreiben.

So erging es mir am Wochenende rund um den 29. April 2018.

Eingeläutet wurde das Ganze am Samstag mit einem Boxabend.

Da ging ich zunächst skeptisch heran. Ich hatte es zuvor zweimal erlebt, daß sich zwei Fernsehsender ( Sport 1 und MDR) am gleichen Abend mit Boxveranstaltungen die Zuschauer am Bildschirm abjagen wollten. Im Grunde sind es wohl nicht die Sender, sondern zwei nicht eben freundschaftlich verbundene Boxställe, der Berliner Sauerland-Boxstall (schon lange etabliert) und der noch nicht so lange im Geschäft befindliche Magdeburger SES-„Stall“ von Ulf Steinforth (den ich vor einigen Jahren am Rande des Dessauer Leichtathletikmeetings mal kurz kennenlernte).

Für mich war es einfach frustrierend, denn wo sollte man hinschauen, wo wurden die spannenderen und boxtechnisch bessere Kämpfe geboten? Das konnte man nicht ahnen. So zappte ich hin und her, und am Ende erlebte ich etwas, was ich so noch nicht gesehen hatte.

Kopfstöße und Massenprügelei im Ring

Schwergewichtler Tom Schwarz aus dem SES-Boxstall war am 21. April im Kampf gegen Senad Gashi zwar favorisiert, aber der körperlich kleinere Gashi   versuchte es, sich mit Kopfstößen zu wehren. Unsportlich (auch wenn mein früherer Liebling, Käpt`n Huck, meinte, daß das zum Boxen gehöre) und der Ringrichter verwarnte ihn zunächst. Da lag Schwarz einige Minuten auf dem Ringboden und man befürchtete das Schlimmste. Aber er gab nicht auf, doch    stieß weiter mit dem Kopf und wurde dann deswegen disqualifiziert. Dann kam der Eklat: Gashi  rannte auf Schwarz zu, deutete an, daß er weiterkämpfen wolle. Und zugleich waren auch Trainer, Bekannte und Sicherheitsleute im Ring und schlugen aufeinander ein. Nur mit Mühe wurden die wilden Kämpfer auseinandergetrieben… Das Publikum pfiff, und ich war am Ende froh, nicht live dabei gewesen zu sein. Eigentlich wollte ich ins Berliner Hotel Estrel fahren, und am Ring zuschauen.

So manövriert sich das Boxen mehr und mehr ins Abseits.

Aber irgendwie hänge ich immer noch an dieser Sportart, auch wenn es mir manchmal schwerfällt. Und zu dem Mißvergnügen tragen auch oft die sogenannten Boxexperten bei, die ihren „Senf“ bei den langen Fernsehübertragungen dazugeben. Und das ist dann teilweise akustisch schwer zu verstehen (weil die Ex-Boxer keine geschulten Stimmen haben)  und teilweise irritierend, weil sie keine fehlerfreien  Sätze bilden können. Da denke ich immer mit Wehmut an einen Henry Maske, der ein Vorbild für einen Experten im Fernsehen war.

Mehr zur Boxschlacht ist nachzulesen bei https://www.mdr.de/boxen/agit-kabayel-miljan-rovcanin-tom-schwarz-senad-gashi-100.html.

König Abraham ist kein König mehr

Trotz dieses Eklats sah ich mir dann eine Woche später wieder Boxen an. Positiv zunächst, daß Boxen diesmal nur auf einem Sender lief. Auf Sport 1, das sich großspurig durch Axel Schulz so ankündigen läßt: Wir sind Boxen. Abgesehen davon, daß dieses „Deutsch“ nicht meines ist, klingt es überheblich, wenn man weiß, daß auch woanders Boxen angeboten wird.

Jedenfalls schaute ich am 28. April doch wieder, ersparte mir aber die vielen Vorkämpfe ab 18.30 Uhr. Erst gegen 22.30 Uhr begann dann der eigentlich Hauptkampf mit Arthur Abraham, für den ich früher geschwärmt habe, der aber nun kurz vor Ausklang seiner Karriere viel von seiner Klasse verloren hat. Sein dänischer Gegner war meistens überlegen und am Ende wohl der Sieger nach Punkten. Doch die Punktrichter sahen es anders, schenkten Abraham den Sieg. Es blieb ein schaler Beigeschmack.

Mehr zum Kampf Abraham gegen Nielsen ist nachzulesen unter: https://www.welt.de/sport/article175922480/Arthur-Abraham-Umstrittenes-Urteil-Er-verarscht-doch-die-Leute.html

Eigentlich wollte ich nun über schönere Sporterlebnisse berichten, über die beiden Marathons des Sonntags in Hamburg und in Düsseldorf. Doch ich möchte das nicht mit den Negativerlebnissen beim Boxen vermischen. Es kommt also in einem Extra-Bericht.

Peter Grau

Gottfried Seigner: In jedem meiner abstrakten Bilder ist etwas von unserer Welt zu finden

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Es freut mich immer, wenn meine Facebook-Freunde aus dem künstlerischen Bereich ihre neuesten Werke zu Schau stellen. Da ich natürlich nicht zu allen Ausstellungen fahren oder fliegen kann, bin ich dankbar, wenn die Künstler auf Facebook aktiv sind. Das ist eben dann für mich ein Schaufenster zur Kunstwelt.

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Der Österreicher Gottfried Seigner hat wie viele andere die Chance erkannt und nutzt sie. Und so „zwingt“ er mich praktisch auch, ihn hier vorzustellen.

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Auf seiner Homepage www.seigner-art.at gibt er einen Einblick in sein Leben, das er passender Weise so überschreibt:

Skizzen aus einem bewegten Leben

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Geboren wurde Gottfried Seigner im Jahr 1945 im oberösterreichischen Gmunden. Das ist eine relativ kleine Gemeinde (heute 13000 Einwohner) im Salzkammergut (da fällt mir sofort das Lied ein: im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein). Gmunden liegt im Alpenvorland am Nordufer des Traunsees. Gewissermaßen der Hausberg ist der 1691 m hohe Traunstein. Doch genug der Fakten, Wikipedia ist sowieso unerschöpflich, wenn man sich diesem Medium hingibt.

Zurück zu Gottfried Seigner. Er kommt also aus einer beschaulichen Gegend, doch beschaulich oder gar langweilig gestaltet sich sein Leben nicht. Es wirkt eher rast- und ruhelos.

Zunächst absolviert er im Handwerk eine Ausbildung als Bauzeichner. Vielleicht ist das schon ein kleiner Fingerzeig für seine spätere Entwicklung zum Kunstmaler.

Doch zunächst arbeitet er im Elektro-Groß-und Einzelhandel, danach als Kundenbetreuer in der Werbeagentur Klambt Verlag Regensburg.

1968 läßt er sich als außerordentlicher Student (was immer außerordentlich auch ist…) an der Universität Salzburg im Fach Germanistik einschreiben. Das korrespondiert dann mit der Tätigkeit als freier Journalist und freischaffender Schriftsteller.
Und er illustriert seine eigene Lyrik.

Die Arbeit mit Worten und  Texten allein aber scheint ihn nicht auszufüllen.

1973 geht er erste Schritte in der Malerei, arbeitet  mit Pastellkreide und Tusche, malt Aquarelle und gründet eine Galerie.  Das scheint ihm zu gefallen, denn ab 1975 arbeitet er auch anderen Galerien in Salzburg mit.

Aber auch damals war es anscheinend nicht leicht, sich allein mit Kunst zu ernähren. Das muß man schlußfolgern, wenn man in Gottfried Seigners „Skizzen aus dem Leben“ weiter liest: 1976 Prokurist in einer Gebäudereinigungsfirma, 1979 selbständiger Gebäudereiniger.

Aber die Kunst, speziell die Malerei,  läßt ihn nicht mehr los. Er befaßt sich mit Zeichnungen, Gemälden, Grafiken, besucht Kurse, um sich weiterzubilden.  Seit 2006 ist er Stammgast bei der Sommerakademie in Eggenfelden.

Und er stellt seine Werke auf nationalen und internationalen Ausstellungen aus.

Doch wie malt Gottfried Seigner?

Schauen wir uns gemeinsam eine von mir wie immer sehr willkürlich getroffene Auswahl seiner Werke an. Zunächst werfen wir den Blick auf seine Lieblingswerke (wobei sich diese Betrachtung sicher oft auch ändert):
seigner vierundvierzig Seigner fünfundvierzig seigner vierzig seigner einundvierzig seigner zweiundvierzig seigner dreiundvierzig

Dann aber nehme ich mir seine Homepage vor und wähle dort einiges aus:

Radierung:
seigner siebenundzwanzig seigner achtundzwaanzig

 

Acryl auf Holz:

seigner neunundzwanzig

 

Abstrakte Kunst:

seigner dreiundzwanzig seigner vierundzwanzig seigner fünfundzwanzig seigner sechsundzwanzig

 

Werke aus dem Jahr 2011:

seigner neunzehn seigner zwanzig seigner einundzwanzig seigner zweiundzwanzig

2012:

seigner siebzehn seigner achtzehn

 

2013:

seigner fünfzehn seigner sechszehn

2014:

seigner dreizehn seigner vierzehn

2015:

seigner neun seigner zehn seigner elf seigner zwölf

2017:

seigner fünf  seigner sieben seigner acht

2018:

seigner dreißig seigner einunddreißig seigner eins seigner zwei seigner drei seigner vier

Mehr zum Wirken des Künstlers ist auf seiner sehr übersichtlichen, klar strukturierten Homepage www.seigner-art.at   zu lesen und zu schauen. Und weil auch seine Fotographien sehenswert sind, werde ich später mal darüber schreiben. Diesmal hätte das den Rahmen wohl gesprengt.

Bei einer ersten Reaktion auf diese Geschichte schreibt mir Gottfried Seigner: In meinem Fundus befinden sich etwa 3000 Arbeiten… Und es kommt  täglich Neues hinzu.

Peter Grau

Zuerst die Schere, dann ab in die Baugrube

Wenn ich nach Berlin fahre, verbinde ich meistens etwas Nützliches mit einem Blick in meine Berliner Vergangenheit. Und wenn ich dann die kleinen Spaziergänge unternehme, kommen die Bilder von früher schnell wieder zum Vorschein.

Diesmal ist zunächst der Friseur-Besuch angesagt. Bei meiner Lieblings-Friseuse Antje Roland in der Gundelfinger Straße in Karlshorst hole ich mir einen jugendlichen Haarschnitt.

Roland sechs Roland zehn

Friseurgeschäft   Roland Schere 4,  Gundelfinger Str. 12 , 10318   Berlin-Karlshorst

Roland Friseur drei Roland Friseur

 

Dann aber fahre ich Richtung Tierpark, ins Neubauviertel. Damals, in den Jahren 1971 bis 1992, wohnten wir im Hans-Loch-Viertel, und unsere beiden Töchter gingen dort zur Schule.

Wie mag es heute aussehen?

Die zwei sehr hohen Hochhäuser stehen noch. Warum auch nicht…

Dolge eins

Ganz in der Nähe befand sich damals unsere Kaufhalle. Und nun?  Alles weg, nur eine große Sandfläche ist zu sehen.

Dolge zwei Dolge drei Dolge vier

Ein Passant klärt mich auf. Hier sollen bald neue sechsstöckige Wohnhäuser entstehen.

 

Neugierig geworden gehe ich weiter und sehe am Bauzaun ein Hinweisschild:Dolge sechs

Meinen Lieblings-Italiener Marco Polo gibt es also noch. Gleich nach der Wende 1990 ist er dort eingezogen und hat seitdem die  Gäste bewirtet.

Doch wie sieht es jetzt aus? Da gehört Mut dazu, durchzuhalten. Und jetzt ist ja noch kein Baulärm zu hören. Doch wie wird es später werden?

Dolge fünf

Geradezu sehe ich einen flachen Betonklotz. Dort war früher eine schöne Gaststätte, wo wir u.a. Jugendweihe feierten. Jetzt aber sieht alles mehr nach Abriß aus.

Dolge sieben

Dolge fünfzehn

Nicht abgerissen ist das Gebäude der Schule, in der Ulrike schlau gemacht wurde und nebenher noch Geige lernte.

Dolge neun

Dolge zehn Dolge zwölf Dolge dreizehn

Als aus dem Schulgebäude ein Elternpaar mit seinem Kind kommt, spreche ich sie an. Mich irritiert, weil ich nur das  Schild Grundschule sehe.

Dolge vierzehn

Ich erzähle,  daß meine Tochter  von 1984 bis 1986 dort zur Schule gegangen ist.  Ob es  neben der Grundschule noch die „höhere“ Schule gebe,  frage ich. Ja, sie befindet sich am anderen Ende des Gebäudes.

Dolge sechszehn

Am Eingang wird darauf verwiesen, daß der richtige Eingang auf der Hofseite ist:

Dolge achtzehn

So ist es. Die Hausnummer 60 ist geblieben. Nur der Name der Schule hat sich verändert. Hieß die Schule damals Wolodja-Dubinin-Oberschule, heißt sie heute Paul-und Charlotte-Kniese-Schule.

Sie bietet bis zu 800 Schülern Platz, in der Grundschule und in der Sekundarstufe I, also in der 1. bis 10. Klasse. Und sie ist heute vor allem für sehbehinderte und blinde Schüler vorgesehen.

Dolge neunzehn

Der Blick auf die Sporthalle und  das Schulgebäude:

Dolge siebzehn Dolge zwanzig

Ich will noch weitere Bilder machen, doch da versagt der Akku meiner Kamera. Zurück also zum Auto und dort den Ersatzakku geholt.

Weiter treibt mich die Neugier.

Ein neues Gebäude ist hier nahe der Schule in Bau, mit dem passenden Namen BETONOASE.

Dolge zweiundzwanzig

Ansonsten kann ich mich an die anderen Straßen und Gebäude noch gut erinnern. Nur die Natur hat sich sehr zum Positiven entwickelt:

Dolge einundzwanzig Dolge dreiundzwanzig Dolge vierundzwanzig Dolge fünfundzwanzig Dolge sechsundzwanzig Dolge siebenundzwanzig Dolge neunundzwanzig

Und ich weiß auch, daß sich früher dort,  wo nun das Grün grüßt, ein Kindergarten und eine Kinderkrippe befanden:

Dolge achtundzwanzig

 

Das Schild Mellenseestraße ist mir sehr geläufig. In der Mellenseestraße 60 habe ich von  1971  bis 1992  gewohnt.

Dolge dreißig

Der Anfang der Mellenseestraße:

Dolge einunddreißig

Dann bin ich wieder am großen Bauplatz, nur eben an der anderen Seite:

Dolge dreiunddreißig

Und nochmals die beiden Hochhäuser abgelichtet:

Dolge vierunddreißig

Dann beschließe ich meinen Rundgang in die Vergangenheit. Mal sehen, wie es in einem Jahr hier aussehen wird.

Peter Grau

Holländische Blütenpracht

Andreas Wiesinger hat uns in den letzten Monaten vor allem mit spektakulären Winterbildern erfreut. Nun aber hat er eine Stipvisite nach Holland unternommen und sich von der Blütenpracht beeindruckt gezeigt:

Tulpe eins Tulpe zwei Tulpe vier Tulpe fünf Tulpe drei Tulpe sechs Tulpe sieben Tulpe acht Tulpe neun Tulpe zehn

(alle Fotos: Andreas Wiesinger)

Rund um den Wien-Marathon 2018

Olaf Brockmann war bei diesem Wien-Marathon (22. April) nicht nur dabei, sondern mittendrin.  Schon im Vorfeld meldete er sich aus seinem Wien mit Rückblicken zu früheren Wien-Marathons und dann mit den direkten Vorbereitungen des diesjährigen Spektakels. Er war mit auf dem Flughafen, als Veranstaltungschef Wolfgang Konrad  den aktuellen Marathon-Weltrekordler  Dennis Kimetto  empfing:

Wien vier

Wolfgang Konrad  war natürlich auch direkt dabei, als die Strecke präpariert wurde:

Wien acht Wien sechs Wien fünf

Wien neun

 

 

Wien sieben

Wien zehn

Vorjahressiegerin Nancy Kiprop war vor dem Lauf auf der Pressekonferenz sehr optimistisch:

Wien elf

Und Olaf Brockmann hielt dann auch fest, daß alles  vorbereitet war:

Wien fünfzehn Wien vierzehn

Für die Athleten dann der erste Höhepunkt bei der Pastaparty  im Rathaus:

Wien zwölf Wien dreizehn Wien sechszehn

Dann aber beginnt der Ernst des Lebens, sprich der Marathonlauf. Und Olaf Brockmann positioniert sich, lichtet die Spitze ab und im besonderen die nebenherfahrende Fernsehtechnik:

Wien einunddreißig Wien dreiunddreißig

Ohne Technik sieht das so aus:

Wien neunzehn Wien siebzehn

 

Später folgen Schnappschüsse aus der Stadt:

Wien neunundzwnazig Wien achtzehn Wien zwanzig Wien einundzwanzig

Wien siebenundfünfzig Wien neundundfünzfig

 

 

Dann aber steht Olaf Brockmann im Ziel und empfängt den Sieger bei dem Männern, Salaheddine Bounasser (Marokko):

Wien einundsechszig Wien dreißig

Auch die beiden besten Österreicher, Eva Wutti  und Peter Herzog, werden auf den Film ( der keiner mehr ist) gebannt:

Wien fünfundzwanzig Wien zweiundsechszig Wien sechsundfünfzig

Die drei schnellsten Frauen werden geehrt:

Wien achtundzwanzig

Das Siegerduo Nancy Kiprop (links)  und Salaheddine Bounasser:

Wien siebenundzwanzig

Doch mit der Siegerehrung war der Auftritt in der Öffentlichkeit noch nicht beendet. Am folgenden Montag machten die Spitzenathleten dem österreichischen Bundespräsidenten  Alexander van der Bellen in der Wiener Hofburg ihre Aufwartung:

Wien fünfzig Wien neunundvierzig Wien einundfünfzig Wien siebenundvierzig

 

Und Olaf Brockmann (rechts) war nicht nur mit der Kamera dabei, sondern auch mit Worten im Gespräch mit dem Bundespräsidenten:

Wien achtunddreißig

 

Text: Peter Grau

Fotos:  Olaf Brockmann

Mehr über den Wien-Marathon ist nachzulesen bei Runner`s World unter https://www.runnersworld.de/marathon/salaheddine-bounasser-ueberrascht-bei-heissem-wien-marathon.550626.htm

 

Zwei Marathon-Spektakel in London und in Wien

Nicht einfach, wenn zwei Marathons an einem Sonntag stattfinden. Doch im Zeiten des Internets kein Problem, live dabei zu sein.  An diesem 22. April konnte ich so vom Schreibtisch aus die Marathons von London und Wien verfolgen:

London 2018 eins

London 2018 zwei

 

In Wien war Olaf Brockmann direkt am Ort des Geschehens. Mehr dazu ist bald in seiner Rubrik nachzulesen und vor allem nachzuschauen.

Ich aber war zumindest mit dem Herzen noch mehr beim London-Marathon dabei. Warum? Weil ich dort 1996 selbst gelaufen bin. Und auch wenn ich damals schlecht vorbereitet antrat, war es  ein aufregendes Erlebnis für mich. Meine Gedanken dazu habe ich vor zwei Jahren auf dieser Homepage unter http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=1607  wiedergegeben.

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Peter Grau 1996 beim London-Marathon ( dritte Reihe, im gelben Trikot, mit Startnummer  2457)

Immer, wenn ich an diesen Lauf zurückdenke, erinnere ich mich vor allem auch, daß es damals der bis dahin wärmste London-Marathon gewesen ist. „ Der Asphalt kochte und dampfte“, schrieb ich.

Deshalb war es auch keine Überraschung, daß ich, der ich zu wenig trainiert hatte und außerdem kein Hitzeläufer war und bin, am Ende froh war, das Ziel erreicht zu haben:

London-Marathon Buckingham

London 1996 Grau im Ziel

Peter Grau 1996 bei Hitze im Ziel

 

2018 wiederholt sich die Hitzeschlacht

Und nun, in diesem Jahr 2018, erwischte es die rund 40.000 Teilnehmer wieder. Wieder war es zu heiß, sowohl für die Spitzenleute als auch noch mehr für die breite Masse.  Hitze und Marathon, das verträgt sich nicht so gut (Ausnahmen bestätigen die Regel. Mein Freund Roland Winkler mochte beispielsweise immer die Hitze, fühlte sich da pudelwohl).

Mit hohen Zielen waren die Frauen und Männer angetreten, wollten möglichst die bestehenden Weltrekorde angreifen. Mary Keitany (Kenia), die im Vorjahr im reinen Frauenlauf gewann, aber den Weltrekord von Paula Radcliffe aus dem Jahr 2003 ( 2:15:25) verfehlte, wünschte sich diesmal männliche Schrittmacher. Dem Wunsch wurde vom Veranstalter stattgegeben, und Keitany spannte sich gemeinsam mit  Tirunesh Dibaba eine Zeit lang hinter die auf Weltrekord-Tempo beginnenden „Hasen“.  Doch die beiden Frauen mußten später dafür büßen.  Dibaba kam nicht ins Ziel, Keitany schleppte sich als Fünfte in Ziel.

Am klügsten eingeteilt hatte sich Vivian Cheruiyot (Kenia) den Lauf , und sie durfte sich am Ende über den Sieg in 2:18:31 h freuen.

Cheruiyot im Ziel London 2018

Vivian Cheruiyot im Ziel (Foto: Virgin Money London Marathon)

 

Bei den Männern  triumphierte der gegenwärtig weltbeste Marathonläufer Eliud Kipchoge (Kenia) in 2:04:27 h.

Kipchoge auf dem Weg zum Sieg in London 2018

Eliud Kipchoge auf dem Weg zum Sieg (Foto: Virgin Money London Marathon)

Er gewann damit nach 2015 und 2016 zum dritten Mal in London, doch der Weltrekord seines Landesmannes Dennis Kimetto (mit 2:02:57 in Berlin 2014 aufgestellt) blieb vor allem wegen der Hitze unerreichbar. Vielleicht versucht es Kipchoge im Herbst im weltrekordträchtigen Berlin erneut?

Mehr über die  beiden Marathons ist bei Runner`s World nachzulesen:

London-Marathon: https://www.runnersworld.de/marathon/eliud-kipchoge-und-vivian-cheruiyot-gewinnen-london-marathon.550624.htm

Wien Marathon: https://www.runnersworld.de/marathon/salaheddine-bounasser-ueberrascht-bei-heissem-wien-marathon.550626.htm

Weltjahresbestzeit und Streckenrekord beim Berliner Halbmarathon 2018

Berliner Halbmarathon 2018 Kiptanui
Erick Kiptanui (Kenia) siegt in 58:42 min beim Berliner Halbmarathon (Foto: SCC Events/Camera 4)
  Erick Kiptanui überraschte beim 38. Berliner Halbmarathon am 8. April 2018 mit einem Streckenrekord: Der Kenianer gewann das Rennen mit der Weltklassezeit von 58:42 Minuten und stellte damit auch die Jahresweltbestzeit ein. Der kenianische Newcomer, der am Sonntag erst sein drittes Rennen in Europa lief und dabei seinen dritten Sieg feierte, erzielte auf der schnellen Strecke die fünftbeste je gelaufene Zeit weltweit und verpasste den Weltrekord um lediglich 19 Sekunden.

In dem von Kenianern dominierten Rennen belegten Kiptanuis Landsleute Emmanuel Kiprono und Richard Mengich in 60:29 beziehungsweise 60:36 die Ränge zwei und drei. Bester deutscher Läufer war Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt), der als Achter eine Zeit von 62:13 erreichte.

38. Berliner Halbmarathon

Homiyu Tesfaye (links) im Ziel des Halbmarathons (Foto: SCC Events/Petko Beier  http://pebe-sport.de )

38. Berliner Halbmarathon

Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) gelang als 13. mit 63:14 eine persönliche Bestzeit (Foto: SCC Events/Petko Beier  http://pebe-sport.de )

Berliner Halbmarathon 2018 Kejeta

Melat Kejeta im Ziel (Foto: SCC Events/Petko Beier    http://pebe-sport.de)

Schnellste Frau war die für Grün-Weiß Kassel startende Äthiopierin Melat Kejeta mit 69:04 Minuten. Als Zweite lief die Schweizerin Martina Strähl in 69:29 Schweizer Rekord, Rang drei belegte Anne-Mari Hyryläinen (Finnland) mit 71:04. Die 3.000-m-Hindernis-Europameisterin Gesa-Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) kam im zweiten Versuch erstmals ins Ziel eines Halbmarathons und stellte mit 72:16 eine deutsche Jahresbestzeit auf. Siebente wurde Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt), die mit 72:44 eine persönliche Bestzeit erreichte.

Für die 38. Auflage des einzigen deutschen Halbmarathons mit internationaler Strahlkraft hatten 36.000 Athleten gemeldet. Dies ist eine Rekordzahl für das Rennen, bei dem rund 250.000 Zuschauer an den Strecke standen.

Bereits auf den ersten Kilometern hatten Erick Kiptanui und sein Landsmann Vincent Kipchumba, der als Tempomacher fungierte, einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen. Mit Rückenwind erreichten sie die 10-km-Marke in superschnellen 27:32 Minuten – eine Zwischenzeit, die bei gleichbleibendem Tempo ausgereicht hätte, um den Weltrekord von 58:23 Minuten zu unterbieten. „Es war mein Plan, so schnell zu laufen. Denn ich wusste, dass Berlin eine flache Strecke hat“, sagte Erick Kiptanui, der vom renommierten italienischen Coach Renato Canova trainiert wird. Nachdem Kipchumba zwischen Kilometer 12 und 13 aus dem Rennen gegangen war und nun Gegenwind herrschte, konnte Kiptanui das Tempo nicht mehr ganz halten. Doch er zeigte eindrucksvoll, dass er das Vermögen hat, zum nächsten kenianischen Top-Marathonläufer zu werden. „Ich werde auf jeden Fall auf der Straße weiter laufen und plane auch ein Marathon-Debüt“, sagte Erick Kiptanui, der sich in früheren Jahren zunächst als 1.500-m-Läufer versucht hatte.

Für Homiyu Tesfaye lief es in Berlin nicht ganz so gut wie erhofft. Den avisierten deutschen Rekord von 60:34 Minuten verpasste der 24-Jährige deutlich. Mit 62:13 Minuten lief er aber trotzdem eine ordentliche Zeit. „Ich konnte heute leider nicht meine Trainingsleistungen umsetzen“, sagte Homiyu Tesfaye, den zuletzt auch eine Erkältung behindert hatte. „Aber insgesamt bin ich zufrieden, es ist schließlich meine zweitbeste Halbmarathonzeit. Und ich werde auch in der Zukunft weiter Halbmarathon laufen.“

Zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg bei den Frauen lief Melat Kejeta mit 69:04 Minuten. „Nach zehn Kilometern habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt, denn ich bin etwas erkältet, und zudem hatten wir dann Gegenwind“, sagte die seit gut vier Jahren in Kassel lebende Äthiopierin. Sie hat die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt und hofft, mittelfristig für Deutschland starten zu können.

38. Berliner Halbmarathon

Gesa Felicitas Krause und Katharina Hennig im Ziel (Foto: SCC Events /Petko Beier   http://pebe-sport.de)
Ein gleichmäßiges, solides Rennen lief Gesa Krause, die auf Platz fünf als beste deutsche Läuferin ins Ziel kam. Vor gut einem Jahr war sie bei ihrem ersten Halbmarathon-Versuch in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) nicht ins Ziel gekommen. „Ich bin heute gut ins Rennen gekommen, und es hat Spaß gemacht. Aber das ist natürlich nach wie vor Neuland für mich“, sagte Gesa Krause, die sich nun wieder auf die 3.000-m-Hindernisstrecke konzentrieren wird. In Berlin will sie im Sommer ihren Europameisterschafts-Titel verteidigen. „Aber es ist durchaus möglich, dass ich wieder zum Berliner Halbmarathon zurückkommen werde“, sagte Gesa Krause, die gut die Hälfte der Strecke gemeinsam mit Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) lief. Ihre Trainingspartnerin wurde am Ende Siebte. „Ich bin zufrieden mit meiner Bestzeit, aber es lief nicht so richtig rund. Eigentlich ist es mein Anspruch, eine 70-Minuten-Zeit zu erreichen“, sagte Katharina Heinig, die Tochter der früheren Marathon-Weltklasseläuferin Kathrin Dörre-Heinig.

Der ehemalige Fußball-Profi Hans Sarpei kam nach 2:06:52 Stunden ins Ziel und war zufrieden mit seiner Leistung in seinem ersten Lauf über eine derart lange Strecke.“Viele haben mich angefeuert, meinen Namen gerufen und Fotos gemacht. Das hat mich echt gepusht, das war schön.“

(Quelle:  Presssemitteilung SCC Events)