Archiv für den Monat: September 2018

Wie ist der Marathon-Weltrekord von Eliud Kipchoge im Vergleich zu anderen Weltrekorden einzuordnen?

Eliud vierundzwanzig

Auf seiner Facebook-Seite konnte man mitempfinden, wie sehr Olaf Brockmann dieses Ereignis genossen hat.

So schrieb er dort am folgenden Tag:

Noch lässt mich der Marathon-Weltrekord nicht los. Mit Manager Jos Hermens diskutierten wir in Berlin im Interconti noch, wie man die Zeit von Eliud Kipchoge (2:01:39) im Vergleich zu anderen Fabel-Weltrekorden der Leichtathletik einordnen kann. Oder was für uns Journalisten die größten Weltrekorde waren, die wir live erlebt haben. Schwer zu sagen. Allein in olympischen Leichtathletik-Disziplinen habe ich seit München 1972 über 160 Freiluft-Weltrekorde gesehen. Da scheint es müßig, ob die Sprintrekorde von Usain Bolt oder die 8,95 m von Weitsprung-Star Mike Powell höher einzuschätzen sind oder nicht. Aber anhand der „IAAF Scoring Tables of Athletics“, der sogenannten „ungarischen Tabelle“, kann man die Leistungen sehr wohl vergleichen. Nach dieser vom ungarischen Statistiker Dr. Bojidar Spiriev erstellten und von Attila Spiriev adaptierten Tabelle rangiert Kipchoges Weltrekord mit 1316 Punkten unter den aktuellen Einzel-Weltrekorden der Männer in den olympischen Disziplinen an siebenter Stelle. Gerade etwas besser als der neue Zehnkampf-Weltrekord von Kevin Mayer (9126), der mit 1302 Punkten berechnet wird.

An der Spitze der aktuellen Weltrekorde steht der Speerwurf-Weltrekord von Jan Zelezny (98,48 m) mit 1365 Punkten, gefolgt von Bolts Weltrekorden über 100 m in 9,58 (1356 Punkte) und über 200 m in 19,19 (1351). Dahinter folgen der Weitsprung-Weltrekord (1346) sowie die Rekorde über 400 m (1321) und im Diskuswurf mit 1320 Punkten (siehe auch die unten stehende Tabelle). Um die 1365 Punkte vom Speerwurf-Rekord zu egalisieren, müsste Kipchoge sogar schon 1:59:06 laufen, die 9,58 über 100 m entsprechen 1:59:34 im Marathonlauf, die 19,19 über 200 m 1:59:49 und die 8,95 m im Weitsprung 2:00:05.

Und dennoch: Die Punkte der „ungarischen Tabelle“ sind zwar ein wichtiger Gradmesser, spielen für meine persönliche Bilanz der live erlebten Weltrekorde keine entscheidende Rolle. Es kommt schließlich darauf an, wie man selbst die Weltrekorde erlebt habe. Da steht Kipchoges Weltrekord natürlich weit vorne an der Spitze, da ich hautnah dabei war, vom frühen Morgen im Interconti, beim Start, im Ziel, bei der Pressekonferenz. Und vor allem durch meinen Besuch im Rahmen des IAAF-Projekts „Day in the Life of Kipchoge“ in Eldoret und Kaptagat habe ich den größten Marathonläufer aller Zeiten, eine Legende, persönlich kennenlernen und lange interviewen können. Wie zuvor etwa auch Haile Gebrselassie in Addis Abeba.

Aber ich wage es nicht, eine Reihenfolge meiner live erlebten Männer-Weltrekorde aufzustellen. Absolute Highlights waren sicher die 8,95 m von Mike Powell, als er in dem denkwürdigen Duell mit Carl Lewis in Tokio 1991 die Bestmarke von Bob Beamon (8,90 m) verbesserte, die ersten 9000 Punkte im Zehnkampf durch Roman Sebrle in Götzis 2001 (9026) oder der erste Hürdensprint unter 13 Sekunden durch Renaldo Nehemiah in Zürich 1981 (12,93). Dann natürlich die Sprint-Weltrekorde von Carl Lewis bis hin zu Usain Bolt.

Aber, wie gesagt, es ist müßig, hier eine Wertung aufzustellen. Zu viel erlebt, zu viele Weltrekorde gesehen. Von Lasse Viren oder John Akii-Bua in München 1972 bis heute. Allein über 160 Rekorde in olympischen Disziplinen. Dazu kommen noch etwa 60 Hallen-Weltrekorde. Da waren unendlich viele Sternstunden dabei. Wie Seb Coes Weltrekorde in Zürich (1500 m 1979 und die Meile 1981), die Rekorde seines Gegenspielers Steve Ovett, oder jene von Said Aouti, Wilson Kipketer, David Rudisha oder Hicham El Guerouj. Oder natürlich die Weltrekorde von Haile Gebrselassie oder Kenenisa Bekele. Bis hin zu Eliud Kipchoge.

Noch ein Wort zur „ungarischer Tabelle“: Diese ist nicht mit der Punktetabelle für die Mehrkämpfe zu verwechseln. Die „IAAF Scoring Tables of Athletics“, die auf der IAAF Homepage unter „Scoring Tables“ zu finden ist, soll es hingegen ermöglichen, Ergebnisse verschiedener Athleten in verschiedenen Disziplinen vergleichbar zu machen, die IAAF nutzt diese Tabelle auch, um das Leistungsniveau von Meetings zu berechnen. (O.B.)

Der Link zur Tabelle: https://www.iaaf.org/about-iaaf/documents/technical

Die Punkte der olympischen Männer-Weltrekorde laut der „IAAF Scoring Tables of Athletics“:

100 m 1356 (Bolt 9,58)
200 m 1351 (Bolt 19,19)
400 m 1321 (Van Niekerk 43,03)
800 m 1301 (Rudisha 1:40,91)
1500 m 1302 (El Guerrouj 3:26,00)
5000 m 1295 (Bekele 12:37,35)
10.000 m 1295 (Bekele 26:17,53)
Marathon 1316 (Kipchoge 2:01:39)
20 km Gehen 1266 (Suzuki 1:16:36)
50 km Gehen 1269 (Diniz 3:32:33)
110 m Hürden 1294 (Merritt 12,80)
400 m Hürden 1296 (Young 46,78)
3000 m Hindernis 1288 (Shaheen 7:53,63)
4 x 100 m 1318 (Jamaika 36,84)
4 x 400 m 1281 (USA 2:54,29)
Hochsprung 1314 (Sotomayor 2,45)
Stabhoch 1311 (Lavillenie 6,16 Halle)
Weitsprung 1346 (Powell 8,95)
Dreisprung 1303 (Edwards 18,29)
Kugelstoßen 1308 (Barnes 23,12)
Diskus 1320 (Schult 74,08)
Hammer 1298 (Sedych 86,74)
Speer 1365 (Zelezny 98,48)
Zehnkampf 1302 (Mayer 9126)

(aufgestellt von Olaf Brockmann)

 

 

 

Ein Marathonspektakel mit Weltrekord in Berlin

Eliud sieben

Dem  Marathon in Berlin stand ich schon immer recht nahe. Spätestens seit 1990, als wir DDR-Läufer erstmals gemeinsam mit 25.000 Gleichgesinnten von West nach Ost und durch das Brandenburger Tor laufen durften. Damals gewann Uta Pippig den Frauenmarathon und noch heute schwärmt sie, die wie ich aus Ostberlin kam,  von diesem Erlebnis. Jedes Jahr ist sie dabei, nunmehr zwar nicht mehr aktiv, aber doch mit dem Herzen.

Eliud acht

 

Leider klang nach 1990 meine aktive Marathonzeit langsam aus (meinen letzten Marathon lief ich 1996 in London), aber als Journalist war ich viele Male Zeuge des Berlin-Marathons.  In den Anfangsjahren durften wir sogar immer in PKWs oder Kleinbussen auf die Strecke und konnten die Läufer und Läuferinnen hautnah verfolgen. So war ich auch bei den Weltrekorden von  Ronaldo da Costa (Portugal / 1998), Paul Tergat (Kenia / 2003), Haile Gebrselassie (Äthiopien / 2007 und 2008), Patrick Makau (Kenia / 2011), Wilson Kipsang (Kenia / 2013) und Dennis Kimetto (Kenia / 2014; 2:02:57) dabei.

Später sahen wir uns den Marathon immer im jeweiligen Pressehotel am Fernseher an und das war dann weniger aufregend.

2018 ersparte ich mir die wegen vieler Baustellen und starkem Autoverkehr schwerer gewordene Anreise von Neuruppin nach Berlin, setzte mich an den heimischen Fernseher und wurde damit  blendend unterhalten und informiert.

Und in Berlin hatte ich ja meinen guten Freund, den Wiener Journalisten Olaf Brockmann, der es sich kurzfristig überlegt hatte, von Wien nach Berlin zu fliegen. Damit waren aktuelle Fotos für meine Homepage garantiert.

Warum aber wollte Olaf Brockmann live dabei sein?  Ihn zog vor allem der Name Eliud Kipchoge, den er im Frühjahr 2017 Jahr in Kenia getroffen und interviewt hatte ( siehe auch   http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=7215     ).

Viel war im Vorfeld über einen eventuellen  Weltrekord des Kenianers geschrieben worden. Alles schien möglich.

Olaf Brockmann war in Berlin also hautnah dabei. Am Vortag fuhr er zunächst mit Uta Pippig  zum Bambini-Lauf in Berlin-Tempelhof, um den Nachwuchs zu beobachten:

Eliud drei

Und er hatte Spaß am munteren Treiben:

Eliud neun Eliud zehn Eliud elf Eliud zwölf

Am Rande der Läufer in Tempelhof traf er auch Wayne Carpendale:

Eliud dreizehn

Später ließ es sich Olaf Brockmann nicht nehmen, auf der Sport-und Gesundheitsmesse vorbeizuschauen.  Dort wurde u.a. auch für den Wien-Marathon 2019 geworben:

Eliud sechszehn

 

Ein Tag auf den Spuren eines Weltrekordläufers

Am  Morgen des 16. Septembers  war er rechtzeitig im Startbereich auf der Straße des 17. Junis, unweit des Reichstages und zwischen Brandenburger Tor und „Goldelse“. Dort lichtete er den voll konzentrierten Eliud Kipchoge ab:

 

Eliud achtzehn Eliud siebzehn Eliud neunzehn

Alle waren froh, als endlich der Startschuß für den Marathon fiel:Eliud neunundzwanzig Eliud achtundzwanzig Eliud siebenundzwanzig

 

Rechtzeitig bahnte sich Olaf Brockmann den Weg in den Zielbereich kurz hinter dem Brandenburger Tor.

Eliud dreiundzwanzig

Durch die Lautsprecherdurchsagen wurde er wie die vielen Zuschauer darauf vorbereitet, daß Eliud Kipchoge auf dem Weg zum Weltrekord sei. Und dann hatte er Glück und Geschick, als er den neuen Weltrekordler drei Meter vor der Ziellinie fotografieren konnte:

Eliud sieben

Nach 1:01:39 Stunden katapultierte sich Eliud Kipchoge auf den Weltrekord –Thron. Olaf Brockmann hielt den Strahlemann im Bild fest:

Eliud sechsundzwanzig Eliud fünfundzwanzig

Und auch ein Selfie sprang heraus:

Eliud sechs

 

Viele Texte und Videos zum Berlin-Marathon 2018

Am Wettkampftag und danach sprudelten die Geschichten zu diesem Weltrekordlauf nur so durch die Medien. Untermalt wurden sie von zahlreichen aktuellen Videoaufnahmen und später Kurzfilmen.

Einige davon seien hier aufgeführt:

Pressemitteilung des Veranstalters SCC Events:

http://mailings.scc-events.com/m/12797721/

laufen.de:

https://www.laufen.de/d/Jetzt-live-Weltrekordjagd-beim-BMW-Berlin-Marathon

Videos:

https://www.facebook.com/rene.hiepen/videos/10217697114523600/

https://www.facebook.com/berlinmarathon/videos

https://www.facebook.com/rene.hiepen/videos/10217823966534821/

Text: Peter Grau; Fotos: Olaf Brockmann

Der Leichtathletik-Vergleich der Kontinente in Ostrava

Das letzte Treffen der weltbesten Leichathleten in diesem Jahr  fand im tschechischen Ostrava statt. Am 8. und 9. September kämpften im sogenannten Continental Cup die Teams aus Amerika, Europa, Asien-Pazifik und Afrika um Zeiten, Weiten und Punkte.

Olaf Brockmann hatte diesmal aus Wien nur eine kurze Anreise. Wie gewohnt war er mit der Kamera unterwegs, um Eindrücke des Geschehens im Stadion und auf der Pressekonferenz festzuhalten.

Ostra eins

Ostra zwei Ostra vier Ostra drei Ostra fünf Ostra sechs Ostra sieben Ostra acht Ostra neun Ostra elf  Ostra zwölf

Die Wettkämpfe beginnen:

Ostra zehn Ostra dreizehn   Ostra vierzehn Ostra fünfzehn Ostra sechszehn Ostra siebzehn Ostra achtzehn Ostra neunzehn Ostra einundzwanzig Ostra zweiundzwanzig Ostra dreiundzwanzig Ostra vierundzwanzig Ostra fünfundzwanzig Ostra sechsundzwanzig Ostra siebenundzwanzig Ostra achtundzwanzig Ostra dreißig  Ostra einunddreißig Ostra zweiunddreißig Ostra dreiunddreißig Ostra vierunddreißig Ostra fünfunddreißig Ostra sechsunddreißig Ostra siebenunddreißig Ostra achtunddreißig Ostra neunddreißig

Ostra neunundzwanzig

(alle Fotos: Olaf Brockmann – Angaben zu den einzelnen Sportlern sind auf seiner Facebook-Seite nachzulesen)

 

Leichtathletik im Züricher Letzigrund

Das Leichtathletikmeeting im Züricher Letzigrund hat seit vielen Jahrzehnten einen sehr guten Ruf, gilt als das „Mekka der Leichtathletik“. Olaf Brockmann ist dort Stammgast.  So ist er auch diesmal dort, erfreut sich am Sport und läßt seiner fotografischen Lust freien Lauf.

Letzi eins

Wie so oft nutzt er die Pressekonferenz im Vorfeld, um in Ruhe die Sportler  abzulichten:

Letzi sieben

Letzi vier Letzi zwei Letzi drei Letzi fünf Letzi sechs Letzi acht Letzi neun Letzi zehn Letzi elf Letzi zwölf Letzi dreizehn

 

Einen Tag vor der eigentlichen Veranstaltung im Stadion findet am 28. August der Stabhochsprung der Männer  im Züricher Bahnhof  statt:

Letzi einundzwanzig Letzi zwanzig Letzi achtzehn Letzi neunzehn Letzi vierzehn Letzi siebzehn Letzi sechszehn Letzi fünfzehn

 

Zürich bietet vom Wasser her schöne Ausblicke:

Letzi zweiundzwanzig Letzi dreiundzwanzig Letzi vierundzwanzig Letzi fünfundzwanzig Letzi sechsundzwanzig Letzi siebenundzwanzig Letzi achtundzwanzig Letzi neunundzwanzig Letzi dreißig

 

Der Höhepunkt folgt dann am 29. August. 25.000 Zuschauer jubeln im Letzigrund-Stadion den Sportlern zu:

Letzi zweiunddreißig Letzi dreiunddreißig Letzi vierunddreißig Letzi fünfunddreißig Letzi sechsunddreißig Letzi siebenunddreißig Letzi achtunddreißig Letzi neununddreißig Letzi vierzig Letzi einundvierzig Letzi fünfundvierzig Letzi sechsundvierzig Letzi siebenundvierzig

(alle Fotos: Olaf Brockmann)

Die Leichtathletik-Europameisterschaften im August 2018 in Berlin: Foto-Nachlese

EM 2018 zwei Thomas Röhler

Erinnerungen verblassen in unserer so schnellebigen Zeit sehr schnell. Da ist es hilfreich, wenn man sich in Nachbetrachtungen an große Ereignisse erinnern kann.

Speer zwölfs

Olaf Brockmann (rechts) war wie viele andere von den August-Tagen der Leichtathletik im Berliner Olympiastadion und am Breitscheid –Platz begeistert.

Begegnungen mit Sportlern und Funktionären, mit Journalisten und Freunden, hielt er mit seiner Kamera fest.

Berlin vier

Gemeinsames Lächeln mit dem Chef des Internationalen Leichtathletik-Verbandes Sebastian Coe (rechts)

 

 

Wie schon seit vielen Jahrzehnten beeindruckte ihn das Olympiastadion:

Berlin eins Berlin zwei Berlin zehn Berlin elf Berlin zwölf Berlin zwanzig Berlin einundzwanzig Berlin zweiundzwanzig Berlin dreiundzwanzig Berlin vierundzwanzig Berlin fünfundzwanzig Berlin sechsundzwanzig Berlin achtundzwanzig Berlin siebenundzwanzig

 

Die Atmosphäre am Breitscheidplatz gefiel ihm ebenfalls:

Berlin drei

 

Doch über allem standen  die Wettkämpfe und die Sportler (die Namen der einzelnen Sportler sind auf der Facebook-Seite von Olaf Brockmann nachzuschauen) :

Berlin zweiundvierzig Berlin vierundvierzig Berlin siebenundvierzig Berlin sechsundvierzig Berlin fünfundvierzig Berlin siebenunddreißig Berlin sechsunddreißig Berlin einunddreißig Berlin dreißig Berlin neunundzwanzig Berlin zweiunddreißig Berlin dreiunddreißig Berlin vierunddreißig Berlin fünfunddreißig Berlin neunzehn Berlin achtzehn Berlin siebzehn Berlin sechszehn Berlin fünfzehn Berlin vierzehn Berlin dreizehn Berlin neun Berlin acht Berlin sieben Berlin sechs Berlin fünf Berlin achtundvierzig Berlin neunundvierzig Berlin fünfzig Berlin einundvierzig Berlin vierzig Berlin neununddreißig Berlin achtundddreißig

(alle Fotos:  Olaf Brockmann)

 

Ein Treff mit Playmobil in der Neuruppiner Kulturkirche

Play fünf

In meiner Kindheit gab es keine Playmobilfiguren.  Der Grund ist zweifach:  Erstens wurde diese Figuren erst ab 1974 eingeführt und zweitens existierten sie in Westdeutschland und nicht dort, wo ich lebte, in Ostdeutschland.

Was aber sind Playmobilfiguren?  Etwas schwammig werden sie als System-Spielzeuge bezeichnet. Übersetzt heißt das, daß es Figuren sind, die Kinder darstellen sollen, deren Hände, Arme, Beine und der Kopf sich bewegen lassen.

Play vierzig

Geschaffen werden sie seit 1974  von der deutschen Firma geobra Brandstätter mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg. Damals konnte man noch nicht voraussehen, welches Ausmaß dieser Playmobil-Kult einmal  nehmen sollte. Inzwischen werden 100 Millionen Figuren pro Jahr hergestellt, und sie zieren viele Kinderzimmer.

Play fünfzehn Play sechszehn

 

So richtig erfahren habe ich von diesem Spielzeug durch meine Enkeltochter Paulie, die in Köln lebt. Seit einigen Jahren schwärmt sie für Playmobilfiguren, zählt schon viele zu ihrem Besitz.

Doch so viele, wie sie der Playmobil-Sammler Oliver Schaffer besitzt, hat sie natürlich nicht. Dieser Oliver Schaffer gastierte nun vom 5. August bis zum 9. September 2018  mit einem Teil seiner Figuren in der Neuruppiner Kulturkirche (früher Pfarrkirche).

Play drei

Oliver Schaffer (links) und Andreas Vockrodt

Neuruppins Kulturmanager  Andreas Vockrodt erfuhr davon, daß Oliver Schaffer nicht nur seine Sammelleidschaft zuhause frönt, sondern auch in Ausstellungen andere daran teilhaben läßt. Und Schaffer sagte zu, eine Ausstellung in Neuruppin zu gestalten.

Die gesamte Kirche durfte er mit seiner Sammlung belegen, sehr zum Vergnügen der insgesamt 9000 Besucher.

Play zwei

Voller Neugier spaziere ich zur Kulturkirche.  Vor der Kirche lädt eine Fontane-Figur zum  Hineingehen ein. Diese Figur ist extra für diese Ausstellung produziert worden und kann gleich am Eingang erstanden werden (und ist auch nach dem Ende der Ausstellung noch über   http://info@kulturkirche-neuruppin.de     zu bestellen):

Play neun

 

Die Orientierung wird durch einen Wegweiser erleichtert:

Play dreiundsechzig

Zunächst erblicke ich die Kulturkirche in klein:

Play sechs

Und dann lasse ich mich treiben, fotografiere alles und erfreue mich jetzt an allem, was ich gesehen habe und was nun andere sehen können:

Play sieben Play acht Play zehn Play elf Play zwölf Play dreizehn Play vierzehn Play siebzehn Play achtzehn

 

Play neunzehn Play zweiundzwanzig Play dreiundzwanzig Play vierundzwanzig Play fünfundzwanzig Play sechsundzwanzig Play siebenundzwanzig Play achtundzwanzig Play neunundzwanzig Play dreißig Play einunddreißig Play zweiunddreißig Play dreiunddreißig Play vierunddreißig Play fünfunddreißig Play sechsunddreißig Play achtunddreißig Play neununddreißig  Play einundvierzig play zweiundvierzig Play dreiundvierzig play vierundvierzig

Play fünfundvierzig Play sechsundvierzig Play siebenundvierzig Play achtundvierzig Play neunundvierzig Play fünfzig Play einundfünfzig Play zweiundfünfzig Play dreiundfünfzig Play vierundfünfzig Play fünfundfünfzig Play sechsundfünfzig Play siebenundfünfzig Play achtundfünfzig Play neunundfünfzig Play sechzig Play einundsechszig Play zweiundsechszig Play vierundsechzig Play fünfundsechszig Play sechundsechzig

Irgendwann aber habe ich genug Fotos „im Kasten“.  Viel Spaß beim Durchblättern!

Text und Fotos:  Peter Grau

Wie bekomme ich mehr Leser für meine Homepage? Rückblick auf den 11. Montagssalon in Neuruppin

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Der Anfangsgedanke für meine Homepage war 2015,  ein Tagebuch zu führen, Gespräche mit Ex-Leichtathleten festzuhalten  und außerdem Stoff für ein Buch (Erinnerungen an mein bisheriges Leben) zu sammeln. Zunächst  ging alles in Richtung Leichtathletik, später  kamen Kunst und Kultur hinzu. Um mehr Leser für meine Homepage zu gewinnen, habe ich mir zwei Facebook-Seiten geschaffen und 2100 Freunde auf Facebook „gesammelt“.   Doch seit einiger Zeit merke ich, daß die Resonanz meiner Geschichten relativ gering ist. Wenn von 2100 Freunden nur 20 liken und damit dokumentieren, daß sie meine Geschichte gelesen haben, ist das einfach zu wenig. Auch wenn es sicher  eine Dunkelziffer gibt über diejenigen,  die lesen und nicht liken.

Zu denken gab mir, daß seit einiger Zeit Kettenbriefe bei Facebook grassieren, die suggerieren, daß es bei Facebook einen Algorithmus gibt, der sich eine begrenzte Anzahl von Freunden aussucht, die die neuesten Nachrichten lesen können.

Irgendwie eine unbefriedigende Situation, denn ich muß schon Aufwand und Nutzen abwägen.

Da kam mir das Thema des 11. Montagssalons in Neuruppin gerade recht. (Zum Montagssalon im Predigerwitwenhaus in der Fischbänkenstraße sind Kulturschaffende und Kreative regelmäßig eingeladen, um bestimmte Themen zu diskutieren).

An diesem Montag, dem 27. August 2018, heißt das Thema:

Wie muss ich meine Webseite aufbauen, um meine Zielgruppe zu erreichen? Ist es wichtig, mich auf einer oder sogar mehreren Social-Media-Plattformen zu präsentieren?

Geleitet wird der Workshop vom Intensiv-Coach Dipl. Kommunikationswirt Henri Hartmann. Er ist als selbstständiger Berater und Projektentwickler auf Vermarktungskonzepte, die Positionierung von Produkten sowie die Identifizierung von Zielgruppen spezialisiert.

 

Soweit der Text aus der Einladung.

 

Schon vor dem Beginn der Veranstaltung spreche ich mit Henri Hartmann, erkläre ihm mein Problem und bekomme da schon den Hinweis, daß es eine Möglichkeit  (über robots) gäbe, auf meiner Homepage festzulegen, daß alle meine Beiträge auf Facebook erscheinen. Ob das aber mein Problem lösen würde, weiß ich noch nicht.

 

Montagssalon 27 August

Der  Vortrag von Henri Hartmann ist dann fesselnd, untersucht viele Aspekte und bringt allen 25 Zuhörern und Zuhörerinnen einen Zugewinn an Erkenntnissen.

 

Allerdings verstehe ich manchmal einzelne Worte nicht, die der Vortragende benutzt. Aber ich kann ja nicht jedesmal nachfragen. So habe ich den Begriff „Influencer“ bisher selten gehört. Ich kann mir zwar denken, was es bedeutet, aber mehr Informationen bekomme ich auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Influencer

Neu für mich ist die Information, daß die Industrie-und Handelskammer (IHK)  den Digital-Kaufmann ausbildet.

 

Ganz am Anfang erkundigt sich der Referenz sehr interessiert bei einem 16-jährigen Zuhörer nach seinem Umgang mit den Medien. Fast erwartungsgemäß erklärt dieser 16-Jährige, daß er keine Zeitung liest und sehr selten fernsieht ( dafür tritt netflix). Da tritt der Unterschied der Generationen deutlich zutage.

Im zweiten Teil der Veranstaltung analysiert der Referent einzelne Webseiten von Anwesenden und gibt dazu Hinweise und Ratschläge.

Das sind die Webseiten, über die gesprochen wird:

http://www.christhard-laepple.com

www.alexandra-weidmann.de

www.hochzeitsfotos-neuruppin.de/

www.susanneliedtke.de

www.romyrohling.de

www.walnussmeisterei.de

Soweit  einiges im Rückblick auf den 11. Montagssalon in Neuruppin.

Peter Grau

 

 

 

 

 

Wie werden meine Fotos besser? Ratschläge, gesammelt auf der IFA in Berlin

Foto sechsundzwanzig

Immer, wenn eine Pressekonferenz im Marshall-Haus auf der Berliner Elektronik-Messe  Ifa stattfindet, besuche ich hinterher einige Hallen dieser Messe. Diesmal  führt mich mein Spaziergang zunächst zur Präsentation der Fotoapparate  von Panasonic:

Foto drei

Die Mitarbeiter am Stand von Panasonic bemühen sich sehr um mich: Besonders einer von ihnen nimmt sich meiner an:

Foto zwei

Mich interessiert, ob ich meine Lumix-Digital-Kamera   DMC-FZ72  verbessern kann, wenn ich ein Teleobjektiv kaufe. Das geht zwar, aber man ist der Meinung, daß meine Kamera auch ohne Teleobjektiv gute Bilder machen kann und der Zoom ausreicht. Zoom, das ist meine Hauptfrage gewesen. Die Fotos, die ich von der sehr weit oben gelegenen Pressetribüne des Berliner Olympiastadions machte, bildeten die Sportler einfach zu klein ab.

Gesa zweiunddreißig

Bald sind wir an der Lösung des Problems. Der Mitarbeiter gibt mir gewissermaßen Unterricht, wie man fotografiert. Bisher habe ich nur „geknipst“, das weiß ich.  Ich soll, so der erste Ratschlag, bei jedem Foto zunächst leicht auf den Auslöseknopf drücken, damit das Motiv festzurren, justieren.  Wir versuchen das gemeinsam bei einem weit entfernten Hinweisschild und es wird scharf:

Foto eins

Und dann kommt der einfache Tip: Ich möge doch die Bedienungsanleitung studieren und dann würde ich noch viel Freude haben mit meinen Aufnahmen.   Dann würde beispielsweise die folgende Aufnahme von Robert Harting auch besser aussehen, d.h. das Gesicht würde scharf werden und der Hintergrund unscharf.

Robert sieben

Mit Dank verabschiede ich mich vom Stand von Panasonic:

Foto vier

Ich wandere nun eher ziellos durch die Hallen, nehme die Vielfalt auf und fühle mich doch fast überfordert. Nach zwei Stunden bin ich „ausgereizt“.

Es folgt  ein wahlloser Zusammenschnitt von dem, was an mir vorbeirauschte:

Foto fünf Foto sechs Foto sieben Foto acht Foto neun Foto zehn Foto elf Foto zwölf Foto dreizehn Foto vierzehn Foto fünfzehn Foto sechszehn Foto siebzehn Foto achtzehn Foto neun zehn Foto zwanzig Foto einundzwanzig Foto zweiundzwanzig Foto dreiundzwanzig

Ein letzter Blick zurück:

Foto fünfundzwanzig Foto siebenundzwanzig

Text und Fotos:  Peter Grau

Robert Harting: Seine letzte Pressekonferenz als aktiver Sportler

Robert sieben

Diskuswerfer  Robert Harting war nicht nur als Olympiasieger, Welt-und Europameister  sportlich herausragend, sondern auch für die Medien viele Jahre ein willkommener und gern befragter Sportler.  An diesem Freitag vor dem sonntäglichen ISTAF (Internationales Stadionfest) war deshalb auch ein wenig  Wehmut und Bedauern spürbar, weil jeder wußte: Eine Ära geht zu Ende, eine Vorzeigefigur der deutschen Leichtathletik tritt ab.

Robert zwei

Als Berichterstatter für Zeitungen und Agenturen habe ich den sportlichen Weg des Robert Harting seit seinen Jugendjahren aufmerksam und mit Wohlwollen verfolgt.

Erstmals sprach ich mit ihm länger bei Berliner Meisterschaften im Stadion Lichterfelde. Oft kreuzten sich seitdem unsere Wege.

 

Nun also die letzte Pressekonferenz mit ihm und den anderen Athleten.

Ort der Handlung: das Marshall-Haus auf dem Berliner Messegelände.

Auf dem Weg sehe ich vor mir zwei bekannte Journalisten, Ulrike Krieger und Philip Häfner:

Robert acht

Aber beide legen solch ein Tempo vor, daß ich ihnen nicht folgen kann.

Viel Trubel ist jenseits der Messehallen, die Messeleute nehmen ihre Mittagsmahlzeit ein:

Robert neun

Ich brauche das nicht mehr, denn ich habe in der Bäckerei Wiedemann am Theodor-Heuß-Platz schon ein wohlschmeckendes belegtes Brötchen zu mir genommen.

Vor dem Eingang des Marshall-Hauses  sehe ich die ARD-Kollegen Ralf Scholt (rechts) und Tim Tonder vor mir:

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Noch vor der Pressekonferenz  werden Gespräche geführt:

Robert elf Robert zwölf Robert fünfzehn Robert dreizehn Robert vierzehn Robert sechszehn

 

Dann aber beginnt die Pressekonferenz, geleitet von Ex-ZDF-Mann Wolf-Dieter Poschmann (rechts):

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Ausgefragt werden wollen vier Athleten und der Meetingdirektor Martin Seeber.

Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong:

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Speerwurf-Europameister Thomas Röhler:

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Sprinter Kim Collins (St. Kitts and Nevis) vor seinem letzten Lauf:

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Robert Harting:

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Meetingdirektor Martin Seeber:

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Am Ende werden die Tische weggeräumt, alles auf das anschließende Foto-Shooting vorbereitet. Die Unruhe ist groß, die Journalisten warten:

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Zu früh das Ganze, denn ein Programmpunkt steht noch aus. Frank Lebert    will für das Spektakel „Berlin fliegt“ am Samstag werben. Er gibt sich zwar alle Mühe, aber die Aufmerksamkeit tendiert gegen Null.

Robert siebenundzwanzig Robert sechsundzwanzig Robert fünfundzwanzig

Schade, aber das Spektakel zwischen Berliner Fernsehturm und Neptunbrunnen wird trotzdem ein Erfolg.

Die vier Athleten stellen sich den Fotografen:

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Und danach folgen die Einzelgespräche. Vor allem mit Robert Harting:

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Text und Fotos:   Peter Grau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dick Gnauck: Geher, Triathlet, Taxifahrer

Dick siebzehn

Dick Gnauck kannte ich schon lange, allerdings nur aus den Ergebnislisten von Gehwettbewerben oder Laufveranstaltungen. Persönlich gesprochen hatte ich ihn noch nie.  So freute ich mich um so mehr, als ich im Juni am Rande des Neuruppiner Triathlons dieses Gespräch hatte.  Auf meiner Homepage habe ich mich unter   http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=13226    dazu schon geäußert.

Gnauck siebenunddreißig Gnauck vierunddreißig

 

Nachdem er den Triathlon beendet hatte, setzten wir uns dann im Jahnbad auf eine Bank, abseits des turbulenten Geschehens.

Gnauck vier

Und  dann erfahre ich von ihm, was er so in den letzten Jahren und Jahrzehnten getan hat.

Um auszuloten, wie weit er noch am Gehen hängt, frage ich ihn eingangs, wo er in den Tagen der Leichtathletik-WM in Berlin sein werde. „Natürlich an der Strecke, um den Gehern  zuzuschauen“.

Hier der Beweis, daß er dieses Versprechen eingehalten hat:

Dick Gnauck an der EM Strecke

Dick Gnauck (links) an der EM-Strecke in Berlin (Foto:  Bernd Hölters)

Einmal Geher, immer Geher, könnte man dazu sagen.

 

Die Anfangsjahre als Geher in Berlin

Das Gehen bestimmte schon in jungen Jahren sein Leben.  Dick Gnauck, Jahrgang 1963, hatte 1977 als Geher bei der BSG Empor HO Berlin angefangen. Sein erster Trainer war Kurt Sakowski, der selbst einmal Spitzengeher war und nun mehr bald seinen 88. Geburtstag feiert.

Dick Sakowski

Kurt Sakowski (rechts) und Peter Selzer am 15. Oktober 1967 über 50 km beim Lugano-Cup in Bad Saarow

 

Dick Gnauck nahm 1978 mit mäßigem Erfolg an seinem ersten Wettkampf teil. „ Das richtige Talent brachte ich leider nicht mit“, schätzt er heute ein. Aber aufhören wollte er auch nicht. Und seine Mutter gab ihm dann einen Schub, als sie meinte: „Wenn Du mehr willst, dann mußt Du mehr trainieren.“   Gesagt, getan. Er sprach 1981 beim SC Dynamo Berlin vor, fragte an, ob er dort mittrainieren könne und wurde angenommen. Zweieinhalb Jahre gehörte er dem Sportclub an. Allerdings verlief der Anfang auch nicht wunschgemäß. „ In meinem ersten Männerjahr sollte ich die 50 km in Naumburg gehen. Wenn es nach meinem Trainer gegangen wäre, hätte ich aber gar nicht mitmachen sollen, zumal ich im Vorfeld mit Schienbeinproblemen zu tun hatte.“   Aber Gnauck trat an, und der Wettkampf fiel entsprechend schlecht aus. Nach 4:38 Stunden quälte er sich über den Zielstrich.

Und die großen Erfolge blieben auch danach aus. „Ich trainierte zwar 150 km pro Woche, lag aber damit weit unter dem Pensum von 250 bis 300 km, wie es beispielsweise Hartwig Gauder vertrug“.

Zudem wurde die Trainingsgruppe langsam aufgelöst. Der Hauptgrund dafür: Zwei Athleten, Nils Brand und Horst Mattern, flüchteten in den Westen. Zwar wurde das nicht an die große Glocke gehängt, aber die negativen Auswirkungen waren unverkennbar. Letztendlich verließ Dick Gnauck den Sportclub, trainierte aber weiter, weil er doch nicht ganz vom Gehen lassen wollte.

Wichtig wurde nun für ihn, daß er in Chemnitz ein Fachschul-Studium der Ingenieurpädagogik begann, mit dem Ziel, Lehrmeister zu werden und Lehrlinge ausbilden zu können. Doch es wurde für ihn schwierig, neben dem Studium und einem geringeren Trainingspensum als nun „BSGler“  noch Leistungen als Geher zu bringen.

 

Doch ohne Sport wollte er auch nicht durchs Leben gehen. Deshalb begann der 1986 mit dem Triathlon. „ Damals organisierte Dieter Gummelt in Berlin einen Drei-Tages-Triathlon, mit einem  Tag Schwimmen, einem Tag Radfahren und einem Tag Laufen.“

Dieter Gummelt? Mit ihm habe ich (Peter Grau) in diesen Jahren viele Laufveranstaltungen bestritten. So u.a. 1983 den 25-km-Lauf von Berlin-Weißensee:

Läufe 1983 25 km Quer durch Weißensee

Dieter Gummelt (Zweiter von rechts), Peter Grau (Dritter von rechts) in Weißensee

Dick Gnauck kann sich erinnern, daß damals beispielsweise auch  Achim Waschow  und Berthold Rämisch beim Triathlon dabei waren (die ich wiederum als Läufer kannte).  Und Gnauck lernte auch Peter Schlotte kennen, der später viele Triathlons organisierte.

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Den 3-Tages –Triathlon mußte Dick Gnauck zwar wegen Knieproblemen beim Laufen aufgeben, aber er kam vom „Virus“ Triathlon nicht mehr los. „Ich habe in diesem Jahr 1986 noch andere Triathlons mitgemacht, so den in Waren an der Müritz, den ich gewann und an dem ich über zehnmal mitmachte.“

Damals waren 2 km Schwimmen, 38 km Radfahren und  18 km Laufen gefordert. Der Müritz-Triathlon hat sich bis heute gehalten, bietet nun den Mitteltriathlon mit 2/80/20 an. 2017 gab es mit Ironman  Michael Raelert (Rostock) einen prominenten Sieger.

 

Das Leben als Taxifahrer

Nach dem Abschluß des Studiums arbeitete Dick Gnauck als Lehrmeister Maschinenbau in Berlin, doch nach der Wende 1990 war das nicht mehr möglich. Was nun? „ Ich habe einiges versucht und bin dann irgendwann im Taxigewerbe gelandet. Und nun bin ich schon seit 25 Jahren Taxifahrer, angestellt bei der Berliner Firma Metrocab“. https://www.metrocab-taxi.de/?gclid=EAIaIQobChMI89-h5YOc3QIV4grTCh3y-gG8EAAYASAAEgJravD_BwE

Wie aber kann man sich das Zusammenspiel von Taxifahren und Sporttreiben vorstellen, frage ich. „Das Gute ist, daß bei mir die Interessen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer übereinstimmen. Ich kann mir meine Arbeit einteilen. Wenn ich eine Pause brauche oder mal nach Hawai zum Triathlon fliegen will, dann kann ich das. Zweimal war ich beim Hawai-Marathon dabei, aber das ist nichts, weil ich die Hitze nicht mag.“   Aber wann fährt Dick Gnauck in Berlin umher? „ Ich bin nur Nachtfahrer. Das kommt mir einerseits entgegen, weil  ich in meinem Leben nie gern früh aufgestanden bin. Und nachts macht das Fahren in Berlin noch mehr Spaß, weil da weniger Verkehr auf den Straßen ist.“

Wichtig ist für einen Taxifahrer, daß er sich gut orientieren kann. Nicht so einfach für Dick Gnauck, denn früher kannte er nur die Ostberliner Straßen. Aber dieses Problem löste er schnell:  „ Ich bin zu einem Westunternehmen, bin dort einfach ins kalte Wasser geworfen worden und fuhr nur in Westberlin. Und jetzt bin ich in Ost und West Experte.“

Taxifahrer sein aber ist mehr, als nur die Kunden an ihr Ziel zu bringen.

„ Man hat Gespräche, die man als „normaler“ Sterblicher nicht haben würde. Man trifft Politiker, Manager, Künstler und viele andere Berufsgruppen und kann seinen Horizont erweitern.“

Auch die Schar der Taxifahrer ist sehr vielfältig zusammengesetzt. „ Ich habe Ärzte, Rechtsanwälte als Kollegen, die aus ihrem „normalen“ Leben ausgestiegen sind. Und gewissermaßen bin ich auch ein Aussteiger,  habe zumindest nun einen völlig  anderen Lebensrhythmus.“

Schwester Maxi turnte zu olympischem Gold

In den achtziger Jahren war der Name Gnauck für mich als „normalem“ Sportkonsumenten bekannt. Doch nicht den Geher Dick verband ich damit, sondern seine Schwester Maxi Gnauck. Maxi wurde 1980 bei den Olympischen Sommerspielen in Moskau Olympiasiegerin  am Stufenbarren. „„Nach ihr wurde ein Element am Stufenbarren benannt, die Gnauck-Kehre,“ erklärt ihr Bruder.“   Außerdem gewann Maxi Gnauck eine Silbermedaille im Einzelmehrkampf und zwei Bronzemedaillen am Boden und im Mannschaftsmehrkampf. Zwischen 1979 und 1985 wurde Maxi Gnauck insgesamt sechsmal Weltmeisterin und fünfmal Europameisterin.

Nach ihrer aktiven Karriere arbeitete sie als Trainerin. Von 1993 bis 2004 war sie in Norderstedt als Cheftrainerin des Kunst-und Geräteturnzentrums Harksheide tätig.  2005 wechselte sie in die Schweiz, arbeitet heute dort an einer Sportschule in Utzendorf und wohnt auch dort mit ihrem Freund. „ Unser Kontakt ist recht lose, auch wegen der räumlichen Trennung“, erzählt Dick Gnauck.

 

Die Rückkehr zu den Gehern

Einmal Geher, immer Geher, schrieb ich vorhin. Und das trifft auch auf Dick Gnauck zu.

Einige Fotos als aktiver Geher (hier in Naumburg):

Malaga sechs Malaga fünf Malaga vier

Dick Gnauck (151),  Reinhard Langhammer  (156) und Udo Schaeffer (168 / von links)

 

„ Als ich 2003   vierzig Jahre wurde, bin ich wieder bei den Gehern eingestiegen.  Ab dieser Altersgrenze kann man bei den Senioren an Welt-und Europameisterschaften teilnehmen.  2004 habe ich in Neuseeland zwei  WM-Titel bei den Gehern geholt und später mehrere Europameistertitel.“

Der Erfolg stellte sich ein und war ein wesentliches Motiv, weiter regelmäßig zu trainieren. „ Aber als ich 50 Jahre wurde, merkte ich, daß es  nicht mehr vorwärts ging. Ich stagnierte und damit war auch die Motivation weg.“

Doch ab und an einem Triathlon nimmt er immer noch teil. Irgendwie kommt er von Wettkämpfen nicht los. In diesem Jahr  2018 finden drei internationale Meisterschaften in Spanien statt:

Malaga drei Malaga zwei

Aktiv bei der Senioren-EM im Früjahr 2018 in Madrid

 

„Auch zur Senioren-WM im September 2018 werde ich nach Malaga fahren.  Da ich ein Liebhaber des spanischen Rotweins bin, kann ich es gleich verbinden:  den Geh-Sport  mit einem Urlaub und mit Genuß.“

Malaga sieben

Malaga acht

Der Beweis, daß Dick Gnauck bei der WM in Malaga dabei war.  Hier im Wettbewerb über 10 km (Fotos: Bernd Hölters)

 

Zwar räumt Dick Gnauck ein, daß es nun im Alter von 55 Jahren   manchmal körperliche Probleme gibt, er auch mal beim Laufen und Gehen eine Pause einlegen muß. „ Man darf es eben nicht übertreiben. Es reicht mir manchmal, nicht mehr jeden Tag zu trainieren, sondern nur jeden zweiten Tag. „ Aber normalerweise trainiere ich jeden Tag. Laufen, gehen, schwimmen, mit dem Mountainbike fahren oder im Winter Eisbaden, die Möglichkeiten sind vielfältig. Das Hauptziel ist aber heute die Gesunderhaltung.“

Peter Grau

 

Bildergalerie Dick Gnauck:

Bisher habe ich nur wenige Fotos mit Dick Gnauck in meinem Archiv gefunden, obwohl es dort ansonsten sehr viele Fotos aus den Zeiten eines Weigels, Gauders oder Frenkels gibt.

Da kommt mir zu Hilfe, daß Dick Gnauck meint, ich solle mich mal an Udo Schaeffer wenden, der sich sehr viel mit dem Gehsport befaßt ist, als aktiver Geher und als Statistiker für die Geher, aber auch mit einem riesigen Foto-Archiv in der Hinterhand.

Dick sechs

Udo Schaeffer (links) gratuliert Dick Gnauck zum 44. Geburtstag

 

Udo Schaeffer war gern bereit, mir einige Fotos von Dick Gnauck zu schicken. Nicht einfach war es dabei für ihn, aus den insgesamt  468 Fotos einige auszuwählen.

Dick eins

Es folgt eine willkürliche Auswahl von Fotos, die Dick Gnauck als aktiven Geher, bei Siegerehrungen und im Kreise seiner Geherfreunde zeigt.  Nähere Angaben zu den einzelnen Fotos sind bei Udo Schaeffer unter

info@racewalking24.com   zu erfragen.

Dick drei Dick zwei Dick fünf Dick sieben Dick acht Dick elf Dick zehn Dick neun Dick vierzehn Dick dreizehn Dick zwölf Dick fünfzehn

 

Wer  weitere Informationen über den Gehsport bekommen möchte, kann das auf  folgenden Webseiten:

www.geherpokal.de

www.geher-team.de

www.gehsportnetzwerk.de