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Buchtip: Sergej Lochthofen: GRAU – Eine Lebensgeschichte aus einem untergegangenen Land

Sergej Lochthofen GRAU

An diesem 3. Oktober wollte ich über etwas schreiben, was mit diesem Tag der Einheit zusammenhängt. Zwar hätte ich mir lieber den 9. November, den Tag des Mauerfalls, als Einheits-Tag gewünscht, aber dem stand entgegen, daß dieser Novembertag  historisch gewissermaßen schon überbesetzt ist. Am 9. November 1918  wurde die erste deutsche Republik ausgerufen, der 9. November  1938 ist durch den Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung belastet und nun der Mauerfall am 9. November  1989.   Ein anderes Datum wurde also gesucht.

Der 7. Oktober sollte es auch nicht sein, denn das war ja 40 Jahre lang der Jahrestag der DDR-Gründung gewesen (und natürlich ist er mir noch im Gedächtnis). Es wurde also der  3. Oktober.  Und da fiel mir schnell ein, daß ich vor kurzem ein Buch gelesen hatte, das viel mit der DDR zu tun hatte.

Ich hatte es gekauft, weil mir der Autor Sergej Lochthofen bekannt war, vor allem durch seine häufige Teilnahme an Talkshows.  Vor zwei Wochen sah ich ihn zuletzt und da hörte ich erstmals, daß er als Stimme des Ostens angekündigt wurde. Seinem Buch habe ich angemerkt, welche Sachkenntnis er in den Jahren seines abwechslungsreichen Lebens zwischen dem Arbeitslager in Workuta (als Kind) und dem Chefposten bei der Erfurter Tageszeitung „Thüringer Allgemeine“ gesammelt hat.  Die Erfurter Zeitungsszene habe ich immer verfolgt. Zu DDR-Zeiten hieß diese Zeitung noch „Das Volk“, ich als gebürtiger Erfurter, habe sie zumindest bei Tante und Onkel gelesen, denn meine Mutter und ich hatten die Thüringische Landeszeitung (TLZ) abonniert.

Lang, lang ist es her.

Das Buch „GRAU – Eine Lebensgeschichte aus einem untergegangenen Land“ habe ich nicht nur wegen des Autors gekauft, sondern auch wegen des Titels. Das GRAU lockte mich einfach an. Ein bißchen eitel bin ich ja, und meinen Nachnamen mag ich auch. Gerade auch deshalb, weil diese Farbe grau oft unterschätzt wird, eher negativ belegt ist. Dabei, und das werden viele Künstlern bestätigen, ist grau eine Farbe, auf die Maler nicht verzichten möchten. Ein  bekannter Maler, den ich in DDR-Zeiten durch meine Tätigkeit bei der Zeitschrift „Prisma“, die sich mit den Schokoladenseiten der DDR beschäftigte, kennenlernte, hat mir einmal seine positive Sicht zur Farbe grau geschrieben.

 

Kahnt:  den Text suche ich noch!

 

Doch allein GRAU hätte nicht zum Kauf des Buches ausgereicht. Vielmehr bin ich an allem interessiert, was die DDR, die ja den Großteil meines Lebens bestimmte, durchleuchtet, ihre vielschichtigen Seiten beleuchtet.

Soviel zum Motiv des Buchkaufes. Nun aber zum Inhalt. Und da bediene ich mich des Klappentextes, der den Autor folgendes sagen läßt:

„ Nichts war, nichts ist selbstverständlich. Daß ich im Gulag auf die Welt kam und doch eine behütete Kindheit hatte, daß ich von dort nach Deutschland kam und nicht irgendwohin in die Steppe, daß es der Osten war und nicht der Westen, Gotha und nicht Berlin, daß ich in eine russische und nicht die deutsche Schule ging, einen sowjetischen Paß und nicht einen Ausweis der DDR besaß. Nicht davon ist selbstverständlich. Vermutlich auch nicht, daß ich keine Heimat habe.“

Der Norden Rußlands: Drei Jungen kämpfen in einem schadhaften Boot mitten im eisigen Fluß um ihr Leben. Es ist die Workuta, die einer ganzen Schreckensregion den Namen gibt. Jahrzehnte später steht einer von ihnen auf den Domstufen in Erfurt und verkündet vor Zehntausenden Demonstranten, daß seine Zeitungsredaktion sich gerade von der allmächtigen Partei unabhängig gemacht hat. Es ist die Geburtsstunde der ersten Reformzeitung in der DDR.

Nun blickt Sergej Lochthofen zurück auf ein Leben als Deutscher unter Russen und als Russe unter Deutschen: erlebte Geschichte, spannend erzählt.“

Soweit ein kleiner Einblick in den Inhalt des Buches des Journalisten Sergej Lochthofen.

Mehr erfährt man, wenn man das im Rowohlt-Verlag erschienene Buch kauft:   ISBN 978 3 499 62863 4.

Peter Grau

Annett Kruppa: Sie spielt mit Formen und Farben

Annett Kruppa gehörte zu den ersten Künstlern, die ich im Februar 2017 auf meiner Homepage unter   http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=5351    vorgestellt habe.  Damals dominierten allerdings ihre Bilder.  Erwähnt habe ich nur, daß sie Innenarchitektin studierte, an einer eigenen Malschule „Art Factory“ unterrichtet und einen eigenen Online-Shop für Kunst, Handarbeiten und Kunsthandwerk  betreibt (www.minnamiez-ideenreich.de).

Kru eins

Heute soll der Text ein wenig mehr über Annett Kruppa sagen.  Und sie hat es mir sehr leicht gemacht, denn auf ihrer Homepage hat sie sich selbst vorgestellt. Authentisch also das Folgende:

„Geboren wurde ich in Gifhorn, einer Kreisstadt im Osten Niedersachsens, die zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Hier schloß ich auch erfolgreich meine schulische Ausbildung mit dem Abitur ab und – wer hätte es gedacht?! – mein bestes Fach war immer Kunst.
Der Wunsch nach einem Studium, mit dem ich Kreativität und finanzielle Aspekte unter einen Hut bringen konnte, brachte mich 1984 nach Hildesheim, wo ich bis 1987 Innenarchitektur an der Fachhochschule studierte. Verschiedene Lebensstationen führten mich später unter anderem auch nach Süddeutschland, wo ich bei einer Ladenbaufirma arbeitete. Aber trotz all dem Sonnenschein am schönen Rhein… mich zog es zurück in den Norden.
Und hier bin ich geblieben und fühle mich nun seit 25 Jahren in Hildesheim und Umgebung heimisch.
Mein ganzes Leben war geprägt von der Lust an Kreativität. Schon als Kind habe ich meiner Oma und meiner Mutter beim Malen, Nähen und Stricken über die Schulter geschaut und habe es ihnen gleich getan, denn “ wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen!“
Und so habe ich in den letzten 45 Jahren nicht nur viele Erfahrungen mit den unterschiedlichsten kreativen Techniken gesammelt – ich möchte dieses Wissen und die Freude auch gerne weitergeben.
Fortbildungen und Wissenserweiterungen sowie die Experimentierfreudigkeit gehören  immer noch dazu… „Denn der Weg ist das Ziel!“

Kru einundzwanzig

Mein Motto

Die Art Factory soll ein offenes Haus als Begegnungsstätte für Kunst, Kunsthandwerk und Kultur sein.  Ein Treffpunkt, in dem die Menschlichkeit groß geschrieben wird.
Fröhlichkeit, Lachen, Spaß am Leben… wer den ernsthaften, verbissenen Kampf mit Formen und Farben sucht – wird ihn hier nicht finden!!!
Malen soll vor allem eins: Spaß machen! „

(mehr dazu auf der Homepage www.art-factory-nordstemmen.de)

Wie gewohnt folgt nun eine Auswahl ihrer Werke:

Kru zwei Kru drei Kru vier Kru fünf Kru sechs Kru sieben

Kru acht Kru neun Kru zwölf Kru elf Kru dreizehn Kru sechszehn Kru vierzehn Kru fünfzehn

Kru neunzehn Kru achtzehn Kru siebzehn Kru zwanzig

 

 

 

Horst Prill: Er war ein liebenswerter Freund

Horst einunddreißig

Manche Freundschaften sind oberflächlich, nur in eine Richtung angelegt. Im Nachhinein denke ich, daß es auf meine Beziehung zu meinem  Freund Horst zutrifft, mit dem ich zwar seit 1975 bis ca. 2005 oft zusammen war, allerdings vor allem bei Laufveranstaltungen und im Lauftraining, und außerdem bei Geburtstags- und Silvestertreffen. Horst war handwerklich vorgebildet, konnte fest zupacken und weil er sehr hilfsbereit war, mußten mir nur anrufen und schon kam er vorbei. Vor allem auch in der Zeit, als wir uns in der  Lincolnstraße in Berlin-Lichtenberg auch näherkamen, weil ich eine Wohnung zwei Häuser neben seiner Wohnung (Nr. 57) bezog.  Meine Frau und ich erinnern uns noch gut,  wie er beispielsweise  eine Badewanne für mich auftrieb, die gewissermaßen als Sperrmüll in einem Container auf der Straße abgestellt war, aber noch fast neu war.  Auch gegen meinen Widerstand setzte er durch, daß die Badewanne sichergestellt wurde und mit unseren gemeinsamen Lauffreunden Jürgen, Bernd und Siggi per Hand ca. 150 m getragen wurden und dann ins erste Stockwerk hinausgetragen wurde.

Horst zweiunddreißig Horst dreiunddreißig

Horst Prill ist seit einer Woche im Himmel (siehe auch mein Bericht  unter  http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=9667). Ich bin sicher, daß er im Himmel und nicht in der Hölle ist. Dazu hatte er zu viele positive Eigenschaften, war menschlich einfach eine Perle.

So werden es die meisten gesehen haben, die ihn kannten. Und es war kein Zufall, daß vor einer Woche, als wir Horst auf seiner letzten Reise begleiteten, diese menschlichen Charakterzüge auch in der anrührenden, aber sehr informativen Abschiedsrede in der kleinen Kapelle auf dem Evangelischen Friedhof in Berlin-Lichtenberg in der Marzahner Straße 20 hervorgehoben worden.

Die Zeremonie auf dem Friedhof würde Horst gefallen haben. Angefangen von besinnlicher Musik, die uns und die 40 Trauergäste einstimmen sollten, über die Rede, die Horst würdigen sollte bis hin zum letzten Weg, als die Urne in die Erde gesenkt wurde, ein Trompeter aus der Ferne letzte Grüße sandte und wir uns dann von Horst verabschiedeten. Da wurde uns bewußt, daß es auf ewig sein würde. Oder sehen wir uns alle im Himmel wieder?

Wenn, dann würden wir sicherlich genug Zeit haben, unser Leben nochmals voreinander ausbreiten.

Es begann in Jarmen an der Peene

Ein wenig konnte ich mich erinnern und einiges erfuhr ich durch die Abschiedsrede, die vor allem durch seine Schwester Evi gespeist worden war. Geboren wurde Horst am 26. Februar 1938 in Jarmen, einer Gemeinde am Fluß Peene. 19 km nördlich von Jarmen liegt Greifwald, 43 km südlich liegt Neubrandenburg. Ich habe Jarmen immer bemerkt, als ich auf dem Weg an die Ostsee, zur Insel Rügen oder nach Usedom, fuhr und dabei durch den Ort kam.

Gemeinsam mit seiner Schwester Evi und seinem Bruder wuchs Horst in Jarmen auf, hatte eine behütete Kindheit. Beruflich tendierte er zum Technischen, und deshalb absolvierte er auch eine Lehre als Elektromaschinenbauer (kam mir bekannt vor, weil man Onkel in Erfurt auch Elektromaschinenbaumeister war). Und 1961, mit 23 Jahren, begann er dann ein Studium für Ingenieur-Elektromaschinenbau und schloß es erfolgreich ab. Dann arbeitete er viele Jahre im Kombinat Robotron (   http://www.robotrontechnik.de/   ), hatte dort mit Computern zu tun (die damals langsam ihren Weg auch in die DDR fanden) und wurde wegen seiner Zuverlässigkeit viel in Ungarn eingesetzt. Deshalb begann er auch, die ungarische Sprache zu lehren.

Wie sehr er an diesem Land hing, habe ich erfahren, als wir als Zuschauer zur Leichtathletik-Europameisterschaft nach Budapest fuhren. Zwei Ereignisse habe ich von damals noch im Gedächtnis.

Zum einen wurden wir, als wir eines Tages dort durch die Straßen spazierten, von Eurosport-Kommentator Dirk Thiele angesprochen und eingeladen, als Gäste an einem Festessen teilzunehmen. Wir ließen uns überreden, obwohl wir mit unseren kurzen Hosen nicht gerade richtig angezogen waren. Ein wenig litten wir, weil im Hotel die Klimaanlage so eingestellt war, daß wir froren. Das wurde aber durch die Speisen und die alkoholischen Getränke ausgeglichen.

Zweitens erinnere ich mich, daß wir eines späten Abends mit meinem Trabant durch die Budapester Straßen fuhren und dabei auf ein haltendes Taxi und einen gestikulierenden Fahrgast aufmerksam wurden. Wir hielten an und ich sah meinen Journalistenkollegen Olaf Brockmann im Disput. „Der Taxifahrer will mich betrügen, die mitlaufende Kilometeruhr war viel zu schnell eingestellt. Doch Olaf konnte sich auch dank seiner ungarischen Sprachkenntnisse wehren und die letzte Hilfe leisteten wir, indem wir ihn praktisch „befreiten“. Das hat mir Olaf nie vergessen. Wir haben uns noch oft bei internationalen Veranstaltungen getroffen und nun habe ich ihm auf meiner Homepage eine eigene Rubrik eingerichtet.

Horst war seit langem ein Fan der Leichtathletik. Beim ASK Vorwärts Potsdam war er als Mittelstreckler vor allem auf den 800 m unterwegs. Zwar schaffte er  es nicht bis in die DDR-Spitze, aber zumindest legte er die Grundlage, um später als Ausdauerläufer auf den längeren Distanzen bis zum Marathon gut zurecht zu kommen.

Kennengelernt haben wir uns als Läufer. Ich hatte 1974 mit dem Laufen auf dem Zachertsportplatz in Berlin-Lichtenberg angefangen, zunächst in der Laufgruppe von Bernd Rost.  Nach und nach steigerte ich meine Trainingskilometer und bestritt dann 1978  meinen ersten Wettkampf.

Horst gehörte 1981 mit zu den Gründungsmitgliedern der Laufgruppe von Borussia Friedrichsfelde.  Ich trat zwar diesem Verein nie bei, weil ich schon vorher Mitglied der BSG Empor Brandenburger Tor (EBT) war.

 

Zach 387

Der Zachertsportplatz im Jahr 2017

Aber ich trainierte viel gemeinsam mit den Borussen. Und Ausgangspunkt war in der Regel immer der Zachertsportplatz. Horst wohnte ganz dicht am Sportplatz, und ich hatte nur etwa 10 Minuten Anrenn-Weg. Gemeinsam ging es hinaus, durch die Gartenanlagen in Richtung des Pionierparkes und des Waldgebietes Wuhlheide.

Ich habe einen Teil unserer Trainingsstrecke auf meiner Homepage unter dem Titel „ Auf den Laufspuren“ unter http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=2474   vorgestellt.

Zu den Borussen gehörten damals vor allem: Jürgen Stark, Horst Prill, Bernd Dehnke, Siggi Büttner, Gunther Hildebrandt, Klaus Hennig, Werner Pohl, Günther Peschel,  Manfred und Gabi Naumann, Michael Kujath. Später hinzu kamen dann Klaus Hopf und seine Frau Birgit. Auch aus dem fernen Köln kam nach dem Mauerfall mit Michael Täuber ein Läufer hinzu, der bald ein enges Verhältnis zu uns Ostlern aufbaute und uns viele neue Impulse brachte, auf läuferischem und auf gesellschaftlichem Gebiet.

Ebenfalls auf diesem Trainingskurs liefen Udo Bauermeister und Rainer Lehmann, aber sie liefen separat, weil sie zu schnell für uns waren.

Udo Bauermeister (vorn) und Peter Grau beim Halbstundenlauf auf dem Zachertsportplatz:

Horst Peter Udo

Gudrun Strohbach wohnte direkt am Zachertsportplatz, schaute von ihrem Balkon direkt auf die Läuferschar. Sie war schon in jungen Jahren Langstrecklerin und im Marathonlauf an der DDR-Spitze. Sie war sicherlich viel zu schnell für unsere „langsame“ Trainingsgruppe, aber zumindest auf dem Sportplatz sind wir oft gemeinsam mit ihr gelaufen.

Gudrun Porträt

Und auch heute läuft Gudrun, seit langem mit Gerhard Brettschneider verheiratet, regelmäßig und nimmt an Wettkämpfen im Orientierungslauf teil.

Zurück zu meinen gemeinsamen Läufen mit und gegen Horst. Wir liefen gern zusammen, aber es war auch immer Ernst in unserem Bemühen, Erster zu sein.  Manchmal gelang mir das, weil ich eben in der Regel größere Umfänge trainierte und damit die größere Grundschnelligkeit von Horst übertrumpfen konnte.

Ein Erlebnis ist mir noch in Erinnerung geblieben. Bei einem Wettkampf, entweder beim Hubertuslauf in Neuruppin oder aber beim Baaseelauf in Bad Freienwalde, lief Horst vor mir, d.h. er ging und machte mit den Armen Lockerungsübungen gen Himmel. Ob ich dadurch noch an ihm vorbeigezogen bin, weiß ich nicht mehr. Wir haben danach oft darüber gesprochen und uns amüsiert.

Horst konnte also auch über sich selbst lachen, Späße machen. Aber andererseits vermittelte er immer den Eindruck, alles genau zu wissen. Manchmal habe ich ihn damit aufgezogen, bin aber nicht sicher, ob er das überhaupt gemerkt hat. Wie ich überhaupt meine, daß man noch mehr über alles hätte sprechen müssen. Doch vieles wurde überlagert durch das Laufen. Es war unsere Nische, in der wir uns so wohl fühlten. Es machte Spaß und füllte uns aus.

Wenige Fotos wurden zu dieser Zeit bei den Laufveranstaltungen gemacht. Deshalb sind auch Fotos rar, auf denen wir beide im Wettkampf zu sehen sind. Ziemlich am Anfang nahmen wir an einem 5000- oder 10.000-m-Lauf auf den Willi-Sänger-Sportanlagen in Berlin-Schöneweide teil.

Auf dem Foto liege ich dabei vorn, Horst „hechelt“ hinterher. Sicher hatte er nicht genug trainiert:

Horst 10.000 m 1981

Einen ganzen Marathon bestritten wir 1988 gemeinsam. Beim EBT-Team Marathon im Berliner Plänterwald, – organisiert von Roland Winkler-, mußten die Dreierteams die gesamten 42,195 km gemeinsam zurücklegen.

Hier kurz nach dem Start können alle noch lächeln (Horst Zweiter von rechts, mit Stirnband):

Horst Plänterwald

 

Eher eine Ausnahme war lange Zeit vor dem Mauerfall,  daß sich auch westdeutsche oder Westberliner Läufer an unseren Läufen beteiligten.  Aber manche wie Jürgen Roscher oder Horst Preisler wagten es trotzdem.

Auf dem Foto ist sogar ein Ost-West-Trio zu sehen. In der vorderen Reihe laufen  Jürgen Roscher (Westberlin), Peter Grau und Horst Prill (beide Ostberlin, v. links):

Horst Teammarathon Plänterwald

Der 5-km-Kurs im Berliner Plänterwald war oft Treffpunkt der Berliner Läufer und der Läufer von außerhalb. Anfangs wurden dort die Wettkämpfe von Bernd Steinberg  ausgerichtet, später vor allem vom leider viel zu früh verstorbenen Folker Lorenz und eben, wie gesagt, der Teammarathon von Roland Winkler.

Aber es gab auch anderswo Wettkämpfe, so im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark an der Cantianstraße, in Weißensee (Cross), in der Lichtenberger  Parkaue, in den Müggelbergen und anderswo

Sportplätze sehen manchmal gleich aus, aber ich glaube, daß das folgende Foto aus dem Stadion an der Weißensee Buschallee stammt. Werner Zock hat das Foto am 9. April 1988 gemacht:

Horst Weißensee zwei

Oft war Horst auch außerhalb Berlins bei Wettkämpfen dabei. Er mochte vor allem auch den Rennsteiglauf, sicher auch, weil dort vor allem das Gemeinschaftsgefühl zum Tragen kam.

Start des Rennsteiglaufes (45 km) im Jahr 1984:

Horst 1984 Rennsteiglauf

Vier Jahre später Gruppenbild vor dem Rennsteiglauf:

Horst zehn 1988

 

Horst fühlte sich immer wohl, wenn er sich mit anderen treffen, austauschen, einfach nur reden konnte.

Denn es gab ja auch noch einen anderen Horst, einen mit einem Beruf und einem Privatleben. Doch das wird mir erst jetzt, wo er nicht mehr da ist, so richtig bewußt.

Glücklich in der Familie

1964 hatte er Erika geheiratet, bald kam auch seine Tochter Karin zur Welt. Mit Erika war er sehr glücklich, sicher auch stolz, weil sie eine solch attraktive Frau war. Horst mußte in diesen Jahren immer den Spagat zwischen privat und Sport schaffen. Manchmal trainierte er weniger, eben um seiner Familie nahe zu sein.  23 Jahre war er verheiratet, aber dann brach seine Ehe auseinander.  Ich habe zwar gemerkt, was das für ein herber Verlust für ihn war, aber  es selbst hat er sich mir gegenüber und wohl auch den anderen Läufern gegenüber nie völlig geöffnet, nie durchblicken lassen, wie schwer ihn das damals getroffen hat. Meine Frau Ruth aber öffnete er sich mehr, ließ durchblicken, wie sehr er noch an Erika hing. Und das hinderte ihn sicher auch später daran, neue feste Verbindungen zur holden Weiblichkeit zu knüpfen. Er brachte zwar immer mal wieder neue Freundinnen zu unseren Veranstaltungen mit, doch irgendwie war das alles nicht von Dauer. Dabei hätte er es so nötig gehabt, denn Einsamkeit ist für viele nur schwer zu ertragen. Und auch räumliche Trennungen sind oft schwer zu überbrücken. Seine Tochter Karin war zwar beruflich sehr erfolgreich,  doch nach der Wende zog sie, wie manche Ostler, der Arbeit nach, landete in Leverkusen.  Dort bzw. in der nahen Umgebung blieb sie bis heute. Einige Male fuhr Horst nach Leverkusen, doch das war zu wenig, um eng aneinanderzurücken.

So blieb ihm weiterhin als Lebenselixier das Laufen und seine Laufkameraden in Berlin-Lichtenberg.  Und er fuhr auch weiter zu Veranstaltungen, auch ins Ausland. Zunächst nur ins sozialistische Ausland, denn noch stand die Mauer.

Ein Höhepunkt unserer Wettkämpfe war  im Jahr 1987 der Start bei den Europameisterschaften der Senioren in Karlovy Vary (von links Horst Prill, Peter Grau, Jürgen Stark):

Horst sieben

Nach dem Mauerfall aber öffnete sich für Horst, wie für viele andere Läufer und für alle Bürger der DDR die Tür zum Westen.

Horst nutzte es weidlich, erfüllte sich mit dem Start beim New York-Marathon einen Traum.  Aber auch die Teilnahme am Medoc-Marathon in Frankreich war für ihn eindrucksvoll, genauso wie Läufe auf Zypern.

Horst elf 1994

Jedes Jahr fuhr eine Gruppe von Borussenläufern samt ihren Anhörigen nach Holland, wo viel gelaufen wurde, aber man  auch Land und Leute entdeckte.  Horst war oft dabei, genauso wie Jürgen Stark und dessen Marlis, die auch die folgenden Fotos machten:

In Holland:

Horst vierundzwanzig Holland

Oft war Horst auch bei den Sylvesterfahrten dabei, die vor allem von Günther Peschel und von Jürgen Stark geplant worden waren:

Horst eins Sylvester Horst Barbarossahöhle

Wieck am Darß:

Horst fünfzehn 2005

 

Vor allem machte es Horst Spaß, wenn es sportlich zuging. Sei es nun bei Radausflügen oder aber bei ganz normalen Urlaubsreisen.

Pec (Tschechien):

Horst neununddreißig Horst sechsunddreißig

Horst fünfunddreißig Horst dreiunddreißig

Horst sechszehn Schnee Horst siebzehn 2004 Horst achtzehn 2004 Horst siebenundzwanzig Pec Horst achtundzwanzig Pec

 

Zypern:

Horst neun

 

Solche Fahrten waren für Horst immer Höhepunkte, von denen er lange zehren konnte.

Und ähnlich war es auch, wenn er sich an der Organisation von Läufen in Berlin beteiligen konnte, wie dem Veteranen-Marathon im Pionierparl oder dem Gartenlauf in Berlin-Friedrichsfelde:

Horst dreizehn 2001

 

Aber auch ganz normale Kaffee-Runden in Berlin mochte er:

Horst sechs 1 2013 Bei Horst -Kaffee Horst acht Horst vierzig Garten

 

Aber leider gab es für ihn auch gesundheitliche Rückschläge.  Der erste größere Rückschlag kam, als er einen Schlaganfall?   erlitt. Dank seiner guten körperlichen Verfassung konnte er das aber gut bewältigen. Als wir ihn bei der Reha in Wandlitz besuchten, was er zumindestens äußerlich wieder fit.  Vielleicht taten ihm auch die Gespräche mit anderen Patienten dort gut.

Unterhalten war ihm wichtig. Sicher fühlte er sich oft einsam, und das verstärkte sich, als die ehemalige Laufgruppe der Borussen langsam auseinanderfiel. Einige Läufer zogen aus Berlin weg  ( Michael Kujath, Michael Täuber, Peter Grau), andere zogen aus Lichtenberg in andere Stadtteile um (Gunther Hildebrandt, Udo Bauermeister, Gudrun Brettschneider). Es kamen zwar junge Läuferinnen und Läufer nach, doch da taten sich dann bald Generationenkonflikte auf.  Jedenfalls waren die Zeiten des gemeinsamen Erlebens und des Zusammengehörigkeitsgefühls leider vorbei bzw. sie bauten sich ab.

Ein aktuelles Foto der Laufgruppe Borussia -Friedrichsfelde zeigt, wie sich der Generationenwechsel vollzogen hat:

Horst dreiundzwanzig Laufgruppe

 

Horst versuchte alles, um in den Jahren nach dem Mauerfall auch beruflich noch mithalten zu können. Zwar packte er es nicht mehr, tiefer in die Computerbranche einzudringen und die Geheimnisse des Internets zu entziffern.  Einige Zeit lang arbeitete er in einer Firma mit, die Registrierkassen reparierte. Da fühlte er sich wieder in seinem Metier, bewies, daß er präzise arbeiten konnte.  Präzision, Genauigkeit, das war immer eines seiner Markenzeichen. Und auch wenn es dann manchmal etwas länger dauerte, fand es doch letztendlich Anerkennung.

Je älter er wurde, desto schwerer aber wurde es, noch die richtige Arbeit zu finden. Vielleicht kamen dann auch Selbstzweifel auf.  So war es kein Zufall, daß er immer förmlich auflebte, wenn  wir zu zweit aus Neuruppin „einflogen“, in meine neue Wohnung in  der Lincolstraße gingen und das Mittagsbrot vorbereiteten. Ein Anruf genügte und Horst kam voller Freude zu uns. Und wir konnten  ein klein wenig zurückgeben, was er mir /uns in all den Jahren gegeben hatte. Ob es nun der Aufbau der Küche, das Anbringen der Gardinenstangen, der Zusammenbau der Schrankwand, der Anschluß der Badewanne war, Horst konnte alles. Manchmal dachte ich schon, ihn zu sehr „auszubeuten“. So war ich froh, wenn ich ab und zu etwas zurückgeben konnte.

Aber 2004 zog ich ganz nach Neuruppin um, gab meine letzte Wohnung in Berlin, an der Treskowallee gegenüber der Trabrennbahn auf. Auch dort hatte Horst bei der Vorbereitung der Wohnung und beim Umzug von der Lincolnstraße in die Treskowallee mitgeholfen.

Horst war inzwischen auch umgezogen, blieb aber in der Lincolnstraße.  Aber immer weniger konnte er sich zum Laufen überwinden. Das war vielleicht noch zu verkraften. Doch seine Gesundheit macht ihm mehr und mehr Probleme.

Letztendlich sahen er und seine Schwester Evi, zu der er nach wie vor ein sehr enges Verhältnis hatte, die Lösung darin, in ein Seniorenheim umzuziehen. Es lag an der Volkradstraße, also nur wenige Schritte vom Zachertsportplatz entfernt. Doch die Welt im Heim war eine andere. Umgeben von kranken Leuten wurde er langsam immer schwächer.  Jürgen Stark und seine Frau Marlis besuchten ihn jedenfalls noch sehr lange regelmäßig dort. Sie brachten ihn auch nochmals im Rollstuhl zum Gartenlauf in der Märkischen Aue, einem Lauf, den er sowohl als aktiver Läufer als auch als Mitorganisator immer mochte.  Alle freuten sich, aber alle waren auch traurig.

Man hätte gewünscht, daß ihm die letzten Jahren im Heim erspart worden wären. Zuletzt konnte er die Signale der Umwelt nicht mehr aufnehmen, lebte nur noch vor sich hin. So war es fast eine Erlösung für alle, die ihm wohlwollten, als sie die Nachricht bekamen, daß er am 26. August 2017 endlich seine Augen für immer geschlossen hat.

Nun ist Horst im Himmel und findet dort immer mehr Gefährten, die er im Leben auf der Erde kannte. Gefährten, die ihn mochten, schätzten, die gern mit ihm zusammen waren.

Das wurde in der Abschiedsrede zu seinem Ableben nochmals bekräftigt. Und ein Satz ist mir im Ohr geblieben:

Vielleicht war Horst Prill ein wenig zu gut für diese Welt.

Peter Grau

(Die meisten Fotos dieses Artikels stammen von Jürgen Stark)

 

Impressionen aus Südtirol

Heute, am 2. Oktober 2017, braucht man starke Nerven, um das traurige Geschehen dieses Tages zu verkraften. In Las Vegas (USA)  hat ein Einzelner mindestens 58 Besucher eines Country-   Konzertes aus einem Hotelzimmer heraus erschossen. Zudem gab es über 500 Verletzte.

Ich kann mich und meine Leser nur etwas beruhigen, indem ich zeige, daß es trotzdem noch eine heile Welt gibt.  Andreas Wiesinger kennt sie. Zum wiederholten Male war er in der Umgebung von Sexten unterwegs, einer Gemeinde im östlichen Teil von Südtirol (Italien). Dort befinden sich die bedeutendsten Dolomitengipfel. Und Ausblicke, an denen man sich nicht sattsehen kann:

Sexten eins Sexten zwei Sexten drei Sexten vier Sexten sechs Sexten fünf Sexten sieben Sexten acht Sexten neun Sexten zehn

Brigitte Jochum: Sie malt expressiv-realistisch

Jochum neunundzwanzig

 Bei der Malerin Brigitte Jochum wiederholt sich das, was ich auch schon bei anderen Künstlern festgestellt habe. In Jugendzeiten spielt das Zeichnen und Malen eine große Rolle. Dann aber kommt aus den unterschiedlichen Gründen eine schöpferische Pause, und irgendwann entdeckt man seine Liebe zum Malen wieder.

Brigitte Jochum hat es selbst schön beschrieben: „ Manchmal braucht die künstlerische Kreativität seine Zeit, um geweckt zu werden“.

Jochum eins

 

Brigitte Jochum-Furtner  wuchs in St. Margrethen in der Schweiz auf und malte und zeichnete als Kind sehr gern. Dann aber kam der Bruch, weil, wie sie schreibt, „ein Lehrer und eine Berufsberaterin mir das Zeichnen und das Malen ausgetrieben haben.“  Neugierig frage ich nach.  Und ich erfahre eine Lebensgeschichte, die den Rahmen hier sprengen würde.

Kurz zusammengefaßt:  Brigitte Jochum geht in der Schweiz in die 6. Klasse und hat Streß mit ihrem Klassenlehrer. Der wiederum war von ihrer Schwester und anderen beim Schulinspektor angezeigt worden und nun rächte sich der Klassenlehrer an ihr.   Für das Malen blieb da keine Zeit mehr und die Lust ließ natürlich nach. Noch stärker wurde das, als sie in der 8. Klasse bei einer Berufsberaterin einen Lebensbaum zeichnen mußte. “ Zuerst vorskizzieren und so weiter, “ erinnnert sich Brigitte Jochum. “ Natürlich war ich zu langsam, wurde nicht fertig. Das Urteil der Beraterin: Keine Energie, Kraft, Willenstärke etc.  Und sie schlug mir vor, als Verkäuferin in ein Musikgeschäft zu gehen, was ich natürlich nicht wollte“.

Jedenfalls herrschte von nun an Mal-Pause. Und die berufliche Entwicklung hatte viele Aspekte. Au-Pair-Mädchen in einem Bergdorf in der Französischen Schweiz, ein Jahr in einer Klosterschule in Rorschach, dann eine Damenfriseur-Lehre, 12 Jahre Arbeit als Friseuse in Rorschach, einer Stadt am Bodensee.

Dann folgte der Umzug aus der Schweiz nach Österreich. Der Grund war einfach: Sie lernte einen jungen Mann namens Wolfgang kennen, heiratete ihn 1976 und hieß fortan nicht mehr Brigitte Furtner, sondern Brigitte Jochum. Schnell gewöhnte sie sich an das Leben in Dornbirn, einer größeren Stadtgemeinde im Bundesland Vorarlberg mit etwa 44.000 Einwohnern.  Ihr Mann hatte gemeinsam mit seinem Bruder eine kleine Druckerei übernommen, und sie übernahm 1984 die Buchhaltung und die Lohnverrechnung.  Aber auch da verlief nicht alles reibungslos. Familiäre Streitigkeiten mit ihrer Schwägerin zwangen sie, eine neue Stelle bei der Firma SEFAR Thal  in der nahen Schweiz anzunehmen. Dort arbeitete sie zehn Jahre lang.

Soweit die Kurzfassung ihres beruflichen Lebens. Ich habe das nur so ausführlich gebracht, um zu zeigen, daß man auch nach einem solchen turbulenten Leben zum Malen zurückfinden kann.

Bei Brigitte Jochum half, daß sie 2002  von drei Freundinnen überredet wurde, an einem Malurlaub in Italien teilzunehmen. Und dort entbrannte bei ihr wieder das so lange verschüttete künstlerische „Fieber“. Noch aber glaubte sie nicht so recht an ihre Fähigkeiten. „ Ich malte anfangs nur abstrakt, weil ich glaubte, nicht zeichnen zu können.“ Doch das stellte sich letztendlich als Trugschluß heraus. Sie tat viel, um ihre Fähigkeiten zu entdecken, besuchte 2004 einen Zeichenkurs bei Gerhard Mangold, danach Kurse für Aktzeichnen bei Johannes Kaufmann und Edgar Leissing.

Viele Kurse folgten, unter anderem bei Agi Huber, Ilona Griss-Schwärzler, Peter Feichter, Erwin Kastner, Maria Gabriel, Voka, Werner Bösch, Wolfgang Abfalter und Dietmar Wölfel.

Und sie malt nun nicht mehr „nur“ abstrakt. „ Mein neuer Stil ist Expressiv – Realistisch in Acryl und Mixed Media“, schreibt sie auf ihrer Homepage  www.brigitte-malatelier. „Meine bevorzugten Motive sind Menschen in Bewegung, Portraits und Tiere.

Malen gehört heute zu meinem Leben und ist mein Lebenselixier, das ich sehr genieße und auslebe.

Ich bin Ich. Kreativ und neugierig.

 

Und wenn Sie nun neugierig geworden sind, wie Brigitte Jochum malt, kann diese Neugier mit der folgenden Auswahl einiger Bilder gestillt werden:

Porträts:

Jochum zwei Jochum drei Jochum vier Jochum sechs Jochum fünf

Menschen in Bewegung:

Jochum sieben Jochum acht Jochum neun Jochum zehn Jochum zwölf Jochum elf Jochum vierzehn Jochum dreizehn Jochum fünfzehn Jochum sechszehn

 

Tiere:

Jochum siebzehn Jochum zwanzig Jochum neunzehn Jochum achtzehn Jochum einundzwanzig Jochum zweiundzwanzig Jochum dreiundzwanzig Jochum vierundzwanzig

Abstrakt:

Jochum fünfundzwanzig Jochum sechsundzwanzig Jochum siebenundzwanzig Jochum achtundzwanzig

Weitere Werke sind auf der Homepage http://www.brigitte-malatelier.at.        zu sehen.

Eindrücke rund um den Berlin-Marathon 2017

Über die Ergebnisse und Ereignisse rund um den Berlin-Marathon 2017 ist viel berichtet worden, zusammenfassend auch auf meiner Homepage  unter  http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=9647. Einige Tage später habe ich meine 80 Fotos gesichtet, die ich an diesem regnerischen Sonntag „geschossen“ habe. Und ich konnte mich dann um so besser daran erinnern,  was so alles geschah.

Es beginnt in der Frühe dieses 24. Septembers. Wie immer stelle ich nach meiner Anfahrt aus Neuruppin mein Auto am Kaiserdamm ab und spaziere dann voller Erwartung zum Ernst-Reuter-Platz. Dort  erwarte ich das Riesenfeld der 42.000 Läuferinnen und Läufer.  An diesem Punkt stehen wie immer mit mir viele Zuschauer und sehen zunächst die Führungsfahrzeuge und Begleitfahrräder um die Ecke biegen:

Mara 17 eins Mara 17 zwei

Dann aber folgen die Hauptakteure, angeführt von einer ca. 12 köpfigen Spitze mit schwarzafrikanischen Läufern. Zu schnell sind sie für meine Kamerakünste und entsprechend verwischt ist das Foto:

Mara 17 drei

Nur mit relativ geringem Abstand folgt der beste deutsche Läufer Philipp Pflieger in einer großen Gruppe. Mit seiner Körpergröße ragt er heraus ( im blauen Trikot, 5. von links), und zu diesem Zeitpunkt sieht er  noch sehr gut aus:

Mara 17 dreiundzwanzig Pflieger

Blick in das folgende Läuferfeld:

Mara 17 sechs Mara 17 fünf Mara 17 sieben Mara 17 acht

Mara 17 zwölf Mara 17 elf

Kunst am Wege – aber regennaß:

Mara 17 neun Mara 17 zehn

Natürlich kann ich nicht das ganze Läuferfeld abwarten, denn ich will ja die Spitze noch an anderen Stellen des Kurses sehen. Deshalb fahre ich mit der U-Bahn bis zur Bülowstraße:

Mara 17 dreizehn

Dort aber merke ich, daß es eine  für Fotos unattraktive Gegend ist und fahre weiter, zunächst bis zum Bahnhof Märkisches Museum.

 

Mara 17 vierzehn Mara 17 fünfzehn

Dort führt zwar der Laufkurs nicht vorbei, aber ich habe ja noch etwas Zeit und kann einen kurzen Spaziergang in altbekannter Gegend unternehmen. Altbekannt, weil ich in den Jahren 1978 bis 1988  hier in der Redaktion „Prisma“ gearbeitet habe, einer Vierteljahreszeitschrift, die von der Auslandspresseagentur  Panorama DDR herausgegeben wurde.

In diesem Gebäude in der Wallstraße lag damals meine Arbeitsstätte. Dort residierte auch der Dietz-Verlag:

Mara 17 sechszehn

Aber nicht nur an die Arbeit erinnere ich mich, sondern auch an schöne Stunden, die ich direkt daneben  im Restaurant Ermelerhaus verbracht habe:

Mara 17 achtzehn Mara 17 einundzwanzig

Schon damals gab es diese herrliche Aussicht:

Mara 17 neunzehn Mara 17 zweiundzwanzig

Genug des Abstechers und zurück mit der U-Bahn bis zur Station Hausvogteiplatz:

Mara 17 siebenundzwanzig

Auch diesen Bahnhof kannte ich von früher her gut, denn hier stieg ich immer aus, um zu meiner Arbeitsstelle in der Investitionsbank bzw. danach der Staatsbank zu gelangen. Das war in den Jahren 1965 bis 1973.  In diesem Gebäude an der Ecke  Charlottenstraße/Französische Straße waren die Banken untergebracht:

Mara 17 vierunddreißig

Ähnliche Gebäude gab es damals und gibt es auch heute zuhauf:

Mara 17 einunddreißig?

Warum aber sind diese beiden Fotos unterschiedlich in der Größe? Weil eines mit dem Fotoapparat und das andere mit dem Smartphone gemacht wurde.  Ganz urplötzlich gab nämlich die SIM-Karte im Fotoapparat ihren Geist auf.  SIM-Karte voll las ich und damit mußte ich mich nun mit dem Smartphone behelfen.

Aber trotzdem wirkt der Gendarmenmarkt auch dann noch beeindruckend, wenn auch nicht ganz so schön wie bei Sonnenschein:

Mara 17 neunundzwanzig Mara 17 dreiunddreißig

Von den Läufern aber war noch nichts zu sehen. So suche ich mir einen passenden Stellplatz, um die Spitze des Feldes ablichten zu können. Und auch von hier grüßt der     Französische  Dom:

Mara 17 fünfunddreißig

War ich sicher, daß es der Französische Dom ist? Ja, denn ich hatte mir die Eselsbrücke aus DDR-Zeiten gemerkt. Wenn man am Gendarmenmarkt ist,  steht links ein Dom, rechts ein Dom und in der Mitte das Konzerthaus (Schauspielhaus). DDR= links, also links ist der Deutsche Dom, so war meine Eselsbrücke.

Doch das ist alles heute nur Kulisse. Wann kommen die Hauptdarsteller?

Die begleitenden Autos kündigen sie an.  Als auf dem Zeitauto 1:57 h stehen, ist mir klar, daß es wohl kein Weltrekord werden wird. Hier ist km 40, es sind also noch über 2 km zu rennen.

Mara 17 sechsunddreißig Mara 17 siebenunddreißig

Es kommen die zwei Spitzenreiter gemeinsam vorbei, und ich versuche  vergeblich, sie mit meinem Smartphone zu erhaschen. Erschwert wird der „goldene Schuß“ auch durch die dicht vor den Läufern fahrenden Fahrzeuge. So bleiben mir nur einige Schnappschüsse von nachfolgenden Läufern:

Mara 17 neununddreißig Mara 17 vierzig

 

Doch wo ist Pflieger (in Anlehnung an den Wintersport: Wo ist Behle)?  Nach mehr als zehn Minuten wird mir klar, daß er nicht mehr kommt. Aber warum?  Übers Internet kann ich mich heute nicht im Livestream informieren, weil mein Smartphone nicht mitspielt. So bin ich einige Zeit unwissend, bekomme die Aufklärung dann erst im Pressehotel „Interconti“ in der Budapester Straße.

Aber ein wenig streife ich noch in dieser Gegend umher, fotografiere die Staatsoper (links/dort wird seit ewigen Zeiten gebaut), die Kommode (rechts) und die Hedwigskathedrale (unten).

Mara 17 einundvierzig Mara 17 zweiundvierzig Mara 17 vierundvierzig

Hier am August-Bebelplatz befindet sich auch das „Hotel de Rome„.  Blick zurück: In den siebziger Jahren, also vor fast 50 Jahren, war in diesem Haus das „Berliner Stadtkontor“ansäßig, die Berliner Hauptfiliale der Staatsbank der DDR. Noch wichtiger für mich: Dort war für Jahre meine Essenskantine. Schmackhaftes Mittagessen zu niedrigen Preisen, die vom Betrieb gestützt wurden,  blieb mir in Erinnerung.

 

 

Mara 17 fünfundvierzigMara 17 dreiundvierzig

Vergeblich suche ich in der nahen Französischen Straße das Haus, in dem früher der Aufbau-Verlag residierte. Später kann ich zuhause nachlesen, daß der Aufbau-Verlag in die Prinzenstraße 85 umgezogen ist, nahe am U-Bahnhof Moritzplatz.

Weiter führt mein Weg, vorbei an einem Wahllokal:

Mara 17 siebenundvierzig

Da wird mir bewußt, daß heute am Sonntag nicht nur Marathontag, sondern auch Wahltag ist. Als Briefwähler muß ich nicht mehr ins Neuruppiner Wahllokal gehen, habe also noch Zeit, herumzuspazieren. Allerdings will ich ja noch ins Pressezentrum.

Zunächst erblicke ich die  Friedrichswerdesche Kirche, einst erbaut vom Neuruppiner Karl Friedrich Schinkel. Auch heute wird an ihr wieder mächtig gebaut. Und auf der anderen Seite sehe ich einen langgestreckten Bau. Früher  „regierte“ dort das Zentralkomitee der Sozialisten Einheitspartei Deutschland (SED), heute gehört es, so glaube ich, zum Außenministerium:

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Langsam erlischt meine Lust am Fotografieren. Nur noch zwei Aufnahmen, und dann begebe ich mich wieder in die U-Bahn, um zum Bahnhof Wittenbergplatz zu fahren.

 

Mara 17 einundfünfzig Mara 17 zweiundfünfzig

Ich nehme den „Sonderzug nach Pankow“, sprich die U-Bahn Richtung Pankow. Am Bahnhof Wittenbergplatz steige ich aus, schaue draußen im Freien auf das Kaufhaus des Westens und auf die lange Läuferschar, die sich direkt am Kaufhaus vorbeigeschlängelt:

Mara 17 siebenundfünfzig Mara 17 sechsundfünfzig

Zu Fuß geht es nun für mich Richtung Hotel Interconti.

Im Pressezentrum schaue ich erstmal meinem Kollegen Philipp Häfner über die Schulter, der den Rennverlauf des Marathons zu Papier, sprich in den Computer gebracht hat. Nun erfahre ich, wer gewonnen hat und was mit Philipp Pflieger geschehen ist.

Mara 17 achtundfünfzig

Die Pressekonferenz mit den Siegern hat noch nicht begonnen. Ich spaziere vor die Tür, treffe dort Ralf Kerkeling (links), den Chef der Zeitschrift „Leichtathletik“ und von „aktiv Laufen“ und den Berglaufspezialisten Wilfried Raatz, den ich sicher schon 25 Jahre kenne:

Mara 17 sechzig Kerkeling Raatz

Einige Schritte weiter löst sich das Rätsel  „Wo ist Pflieger“?  Philipp Pflieger erzählt uns  auf dem Gang, wie er alles erlebt hat. „Ich habe anfangs bewußt ein hohes Tempo angeschlagen, in Richtung 2:11 Stunden. Leider stieg der erste „Hase“ schon bei 9 km aus und der letzte Hase ebenfalls verfrüht bei 25 km (er sollte mindestens bis 30 km durchhalten). Doch es lief weiterhin gut. Dann aber plötzlich, so ca. 34 km (so genau weiß man das hinterher wohl nicht), war es, als ob man mir den Stecker gezogen hat. Ich mußte mich am Geländer festhalten, hatte dreimal einen Schwächeanfall und konnte einfach nicht mehr.“ So um die 38 km war für ihn  der Marathon zuende.  Und ich hatte vergebens auf ihn bei km 40 gewartet.

Mara 17 sechzig Pflieger Kerkeling

Ralf Kerkeling im Gespräch mit Philipp Pflieger

In der Pressekonferenz erzählt er dann  Urs Weber nochmals das Ganze:

Mara 17 einundsechzig Pflieger PK Mara 17 zweiundsechzig Pflieger PK

Danach aber kommen die Sieger des  Marathons zu Wort. Zunächst der Sieger Eliud Kipchoge (Kenia):

Mara 17 dreiundsechszig

Dann folgt er Zweite, der Debütant Guye Adola aus Äthiopien:

Mara 17 vierundsechszig

Und am Ende sind alle vereint, auch der Drittplazierte Mosinet Geremew (Äthiopien)  ist dabei:

Mara 17 fünfundsechzig Mara 17 sechundsechzig

Anna Hahner (in weiß),  als Fünfte beste deutsche Läuferin, darf über ihre Glücksgefühle plaudern:

Mara 17 einundsiebzig Hahner

Und alles, was gesagt und erlebt wurde, wird von den Journalisten zu Berichten und Geschichten verarbeitet:

Mara 17 zweiundsiebzig Mara 17 achtundsechzig

Michael Reinsch (links/FAZ) und Johannes  Knuth (Süddeutsche Zeitung)

 

Mara 17 dreiundsiebzig Ermert Mara 17 siebenundsechzig Ermert

Christian Ermert ( Köln )

Und eine Überraschung taucht für mich noch auf. Roland Winkler, ein Berliner Lauffreund aus früheren glorreichen Laufzeiten, strahlt mich freundlich wie immer an:

Mara 17 siebzig Roland Winkler

Roland hat seine Arbeit schon beendet. Seit vielen Jahren ist er für den Startbereich des Berlin-Marathons verantwortlich.  Oft ist er auch mitgelaufen, doch diesmal läßt er die anderen laufen.  “ Mein nächster Lauf ist der Brockenlauf“, meint der 70-Jährige.

Aktuell darf oder muß ich über diesen Marathon nicht berichten. Aber meine Homepage sucht ja immer nach Futter. So ergreife ich die Gelegenheit, ein halbstündiges Gespräch mit Ralf Kerkeling, dem Chef der Zeitschrift Leichtathletik und des Laufmagazins  „aktiv Laufen“ zu führen.

Mara 17 vierundsiebzig Ralf Kerkeling Porträt

Sehr interessant für mich, was er mir alles über sein bisheriges Leben als Musiker und Journalist erzählt. Ich freue mich schon darauf, daraus eine Geschichte zu basteln. Und revanchiert habe ich mich mit der Geschichte über einen deutschen Ex-Sprinter, den ich vor kurzem getroffen und gesprochen habe. Doch den Namen behalte ich noch geheim, denn heutzutage muß man ja immer mit der schreibenden Konkurrenz rechnen.

Inzwischen ist es 16 Uhr geworden, und es wird Zeit, die Heimreise anzutreten. Ich gehe Richtung U-Bahnhof Wittenbergplatz, komme dabei in der Nürnberger Straße an einem Hotel vorbei. Dort habe ich 1990 meinen ersten Arbeitsvertrag mit dem Kölner Sportverlag für die Zeitschrift Leichtathletik vorbereitet. Damals hieß es Penta-Hotel, heute Crowne Plaza:

Mara 17 fünfundsiebzig

Die letzten Fotos des Tages werden „geschossen“:

Mara 17 siebenundsiebzig Mara 17 sechsundsiebzig

Mara 17 einundachtzig Mara 17 achtzig Mara 17 neunundsiebzig Mara 17 achtundsiebzig

Vom Bahnhof Zoologischer Garten muß ich zum Ernst-Reuter-Platz. Normalerweise gehe ich da zu Fuß, aber heute fahre ich diese Strecke nochmals mit der U-Bahn. Und bin glücklich, als ich gegen 16.30 Uhr an meinem Auto ankomme.  Die Rückfahrt ist streßfrei, die Staus des Tages haben sich abgebaut und die Autobahn ist frei: Freies Fahren für freie Bürger.    17.45 Uhr treffe ich zuhause in Neuruppin ein. Rechtzeitig, um die erste Hochrechnung des Wahltages zu erleben. Der Wechsel ist vollbracht:  Vom Berlin-Marathon zur Bundestagswahl.

Peter Grau

(Fotos:  Peter Grau)

 

 

 

Horst Prill: Ein Läuferherz hat aufgehört zu schlagen

Horst einunddreißig

Traurig war uns zumute, als wir heute am Dienstag (26. September 2017) von Neuruppin nach Berlin fuhren, um meinem Freund Horst Prill die letzte Ehre zu erweisen. Zwar war es für ihn eine Erlösung, weil er die letzten Jahren im Seniorenheim in Berlin-Lichtenberg krank war, keine sozialen Kontakte mehr pflegen konnte. Aber es ist dann eben ein Abschied auf ewig.

Da spendet nur Trost, wenn man sich an frühere Zeiten erinnert. Kennengelernt hatten wir uns laufenderweise. Ich hatte 1974 auf dem Zachertsportplatz in Lichtenberg mit dem Laufen begonnen.  Wir beide wohnten ganz in der Nähe des Sportplatzes und auch Horst fand bald den Weg ins Stadion und später hinaus auf die Wege in Richtung Wuhlheide. Dabei hatte er schon vor mir Leichtathletik betrieben, zeigte als 800-m-Läufer passable Leistungen. Diese Grundschnelligkeit zahlte sich auch später aus. Wenn Horst Ernst machte, hatten wir anderen im Spurt keine Chance.

Leider wurde damals anfangs wenig fotografiert, aber einige Fotos sind noch erhalten geblieben:

1981 beim Lauf auf den Willi-Sänger-Sportanlagen (Peter vorn, Horst hinten):

Horst 10.000 m 1981

Ostwesttrio 1988 beim EBT-Team-Marathon im Berliner Plänterwald: Jürgen Roscher (Westberlin), Peter Grau und Horst Prill (beide Ostberlin, v. links):

Teammarathon 1988

 

Horst beim Zieleinlauf in Zypern:

Horst elf 1994

Harter Wettkampf auf der Bahn:

Horst vier

 

Vor den vielen Wettkämpfen, die wir gemeinsam bestritten, war aber immer intensives Training angesetzt. Und meistens war der Zachertsportplatz der Ausgangspunkt und dann ging es hinaus durch Parks, Gartenanlagen in Richtung des Pionierparkes und des Waldgebietes Wuhlheide.

Ich habe einen Teil unserer Trainingsstrecke auf meiner Homepage unter dem Titel „ Auf den Laufspuren“ unter

http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=2474   vorgestellt.

Wer gehörte damals zu unserer Laufgruppe?

Jürgen Stark, Horst Prill, Bernd Dehnke, Siggi Büttner, Peter Grau, Gunther Hildebrandt, Michael Täuber (Köln), Klaus Hennig, Werner Pohl, Günther Peschel, Manfred und Gabi Naumann, Michael Kujath. Erst später hinzu kamen dann Klaus Hopf und seine Frau Birgit.

Ebenfalls auf diesem Trainingskurs liefen Udo Bauermeister und Rainer Lehmann, aber sie liefen separat, weil sie zu schnell für uns waren.  Gudrun Strohbach wohnte direkt am Zachertsportplatz, war schon in jungen Jahren Langstrecklerin und im DDR-Marathonlauf an der Spitze. Sie war sicherlich auch viel zu schnell für unsere „langsame“ Trainingsgruppe, aber zumindest auf dem Sportplatz sind wir oft gemeinsam mit ihr gelaufen.  Und auch heute läuft  Gudrun, seit langem mit Gerhard Brettschneider verheiratet, regelmäßig und nimmt an Wettkämpfen im Orientierungslauf teil.

Zurück zu meinen gemeinsamen Läufen mit und gegen Horst. Wir liefen gern zusammen, aber es war auch immer Ernst in unserem Bemühen, Erster zu sein.  Manchmal gelang mir das, weil ich eben in der Regel größere Umfänge trainierte und damit die größere Grundschnelligkeit von Horst übertrumpfen konnte.

Ein Höhepunkt unserer Wettkämpfe war damals im Jahr 1987 der Start bei den 5. Europameisterschaften der Senioren in Karlovy Vary (von links Horst Prill, Peter Grau, Jürgen Stark):

Horst drei Karlovy Vary

http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=990

Soweit ein erster Rundumschlag, geschrieben am Abend des 26. Septembers.

Wenn man sich an  gemeinsame sportliche Erlebnisse erinnert,  gerät man schnell ins Schwärmen. Wie schön war doch diese Laufzeit, die uns niemand wegnehmen kann.

Um so härter ist dann der Schnitt, wenn man am Grab steht, die Urne in die Erde versenkt wird  und der Abschied endgültig ist.

 

Horst Beerdigung 003

 

Wie klein werden da die Probleme des Alltags!

Peter Grau

(Diese Geschichte wird in der nächsten Zeit noch ausgebaut, mit mehr Fotos untermauert)

 

 

Nach dem 44. Berlin-Marathon – eine Presserundschau

 

 

 

 

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PRESSEMITTEILUNG VOM 24. SEPTEMBER 2017

UPDATE: Jahresweltbestzeit durch Eliud Kipchoge beim BMW BERLIN-MARATHON. Debütant Adola wird in dramatischem Finale Zweiter. // Mit News Clips

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Eliud Kipchoge hat einen dramatischen BMW BERLIN-MARATHON mit einer Jahresweltbestzeit von 2:03:32 Stunden gewonnen. Nie zuvor lief ein Marathonläufer bei derart schwierigen Bedingungen schneller. Während bei zeitweisem Regen und einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit die anderen beiden Topstars, Kenenisa Bekele (Äthiopien) und Wilson Kipsang (Kenia), nicht ins Ziel kamen, überraschte ein Debütant: Der Äthiopier Guye Adola lieferte Olympiasieger Kipchoge einen starken Kampf und führte bis kurz vor Kilometer 40. Er wurde schließlich Zweiter in 2:03:46. Nie zuvor lief ein Debütant auf einer rekordkonformen Strecke schneller. Rang drei belegte Mosinet Geremew (Äthiopien) in 2:06:12. Der avisierte Weltrekord, den der Kenianer Dennis Kimetto vor drei Jahren in Berlin mit 2:02:57 aufgestellt hatte, war bei diesen Wetterbedingungen nicht zu erreichen. Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) musste bei 33 km entkräftet aufgeben.

Zum zweiten Mal nach 2015 gewann Gladys Cherono den BMW BERLIN-MARATHON. Die Kenianerin lief hochklassige 2:20:23 Stunden. Zweite wurde Ruti Aga (Äthiopien) in 2:20:41, Rang drei belegte Valary Aiyabei (Kenia) in 2:20:53. Mit einem starken fünften Platz in 2:28:32 meldete sich Anna Hahner (Gengenbach/Run2Sky) in Berlin zurück. Sie unterbot die Norm von 2:32:00 für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin 2018 klar und erzielte die drittbeste Zeit ihrer Karriere.

Beim diesjährigen BMW BERLIN-MARATHON gab es die Rekord-Meldezahl von 43.852 Läufern aus 137 Nationen, die von über einer Million Zuschauern an der Strecke trotz des regnerischen Wetters begeistert angefeuert wurden.

Am Tag der deutschen Bundestagswahlen sorgte zunächst der BMW BERLIN-MARATHON auf dem  Hauptstadtparkett für Dramatik. Wie geplant, begann das Männerrennen mit einem extrem hohen Tempo. Die 10-km-Zwischenzeit von 29:04 Minuten deutete auf eine Weltrekord-Zielzeit von 2:02:40 Stunden hin. Doch bei der hohen Luftfeuchtigkeit wurde die Spitzengruppe, in der neben den Topstars Kipchoge, Bekele und Kipsang überraschend auch Vincent Kipruto (Kenia) und Adola liefen, in der Folge etwas langsamer. An der Halbmarathonmarke lag die Gruppe mit einer Zeit von 61:29 Minuten noch genau auf Kurs für die Bestzeit von Kimetto. Doch schon kurz darauf fiel der 5.000 und 10.000-m-Weltrekordler Bekele, der als Titelverteidiger ins Rennen gegangen war, zurück. Er stieg ebenso später aus wie Wilson Kipsang, der nach 30 km plötzlich aufhörte zu laufen.

Nun gab es einen Zweikampf, mit dem man nicht gerechnet hatte: An der Spitze liefen Eliud Kipchoge, der von seinen nunmehr zehn Marathonrennen lediglich eines vor vier Jahren nicht gewinnen konnte, und Guye Adola. Der Äthiopier hatte mit mehreren hochklassigen Halbmarathonrennen auf sich aufmerksam gemacht – 2014 war er WM-Dritter über diese Distanz – und zeigte nun, dass er der nächste ganz große äthiopische Marathonläufer sein kann. Adole ging nach der 35-km-Marke sogar in Führung und lief mehrere Kilometer lang rund 25 Meter vor Kipchoge. Doch die Sensation gelang ihm beim Debüt nicht. Bei Kilometer 40 hatte Eliud Kipchoge wieder aufgeschlossen und ging danach vorbei. Immerhin etablierte sich Adole mit einer Zeit von 2:03:46 als zweitschnellster äthiopischer Marathonläufer hinter Bekele und noch vor Ex-Weltrekordler Haile Gebrselassie.

„Dies war auf jeden Fall der härteste Marathon, den ich bisher gelaufen bin“, sagte Eliud Kipchoge angesichts des Wetters. „Die Bedingungen waren nicht leicht. Nachdem Adola die Führung übernommen hatte, war ich trotzdem zuversichtlich. Ich glaube, ich bin immer noch in der Lage, den Weltrekord zu brechen“, sagte der 32-jährige Eliud Kipchoge, der mit 2:03:32 die zweitschnellste Zeit seiner Karriere erzielte. In London war er 2016 2:03:05 gelaufen, in einem irregulären Rennen in Monza in diesem Jahr sogar 2:00:25. Zum siebenten Mal in Folge lief der Sieger in Berlin eine Jahresweltbestzeit.

Keinen guten Tag erwischte bei den schweren Bedingungen Philipp Pflieger, der lange Zeit ein Tempo im Bereich von 2:11 Stunden rannte. „Es lief zunächst alles gut. Doch zwischen Kilometer 30 und 33 war es plötzlich so als ob jemand den Stecker gezogen hatte“, sagte der 30-Jährige, der plötzlich taumelte, noch einmal versuchte weiterzulaufen und dann aber aufgeben musste. Auf Platz 38 war schließlich Thorben Dietz (LG Vulkaneifel) in 2:19:20 bester Deutscher.

Bei den Frauen erreichte eine vierköpfige Spitzengruppe mit Gladys Cherono, Ruti Aga, Valary Aiyabei und Amane Beriso die Halbmarathonmarke nach 69:40 Minuten. Damit lag die Gruppe im Bereich des Streckenrekordes von Mizuki Noguchi (Japan), die vor zwölf Jahren 2:19:12 gelaufen war. Beriso fiel dann vor der 30-km-Marke zurück. Die favorisierte Gladys Cherono löste sich kurz vor Kilometer 35 von Aiyabei und Aga. Obwohl auch die Kenianerin das Tempo im letzten Abschnitt nicht halten konnte, war sie überglücklich im Ziel: „Nachdem ich letztes Jahr verletzt war, ist das ein großer Erfolg für mich. Ich hatte damals nicht gedacht, dass ich dieses Level wieder erreichen könnte“, sagte die 34-jährige Siegerin.

Ein angesichts der schweren Bedingungen erstaunlich gleichmäßiger Lauf gelang Anna Hahner, die erstmals seit drei Jahren wieder eine Zeit unter 2:30 Stunden erreichte. Und dies, obwohl sie bei Kilometer 17 eine kurze Toilettenpause einlegen musste. Nach einer ersten Hälfte von 1:14:03 Stunden war Anna Hahner mit 2:28:32 im Ziel. Auch bei den Frauen kamen eine Reihe von Topläuferinnen nicht ins Ziel. So konnte sich Anna Hahner in der zweiten Hälfte sogar noch von Rang elf bis auf Platz fünf nach vorne schieben. „Ich wollte jeden Kilometer genießen und es lief. Ich war froh, dass ich endlich wieder Marathon laufen konnte“, sagte Anna Hahner, die verletzungsbedingt gut ein Jahr lang nicht über die 42,195 km antreten konnte. „Am Anfang war es relativ kühl, dadurch bekam ich leichte Magenprobleme und musste eine kurze Toilettenpause einlegen.“ Ein gutes Debüt lief Fabienne Amrhein (MTG Mannheim), die in 2:34:14 Elfte wurde.

40.000 US-Dollar für wohltätige Zwecke

Als Mitglied der Abbott World Marathon Majors (AbbottWMM), der Vereinigung der sechs bedeutendsten Marathons weltweit (Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago, New York) spendete der BMW BERLIN-MARATHON 40.000 US-Dollar für vier gemeinnützige Organisationen in Berlin: Je 10.000 US-Dollar gingen so an die Rheumaliga-Berlin, die Kinderreitschule Berlin, Die Arche sowie an Pfeffersport, die je einen Marathon-Sieger (Lauf und Rennrollstuhl-Rennen) als Charity-Paten zugeordnet erhielten.
Mit insgesamt 240.000 US-Dollar, verteilt auf die sechs AbbottWMM-Marathons, unterstützt Abbott auf diese Weise Charity-Organisationen in den AbbottWMM-Mitglieds-Städten.

Ergebnisse, Männer:

  1. Eliud Kipchoge KEN 2:03:32
  2. Guye Adola ETH 2:03:46
  3. Mosinet Geremew ETH 2:06:12
  4. Felix Kandie KEN 2:06:13
  5. Vincent Kipruto KEN 2:06:14
  6. Yuta Shitara JPN    2:09:03
  7. Hiroaki Sano JPN 2:11:24
  8. Ryan Vail USA 2:12:40

Frauen:

  1. Gladys Cherono KEN 2:20:23
  2. Ruti Aga ETH 2:20:41
  3. Valary Aiyabei KEN 2:20:53
  4. Helen Tola ETH 2:22:51
  5. Anna Hahner GER 2:28:32
  6. Catherine Bertone ITA 2:28:34
  7. Sonia Samuels GBR 2:29:34
  8. Azucena Diaz ESP 2:30:31

Download: Die News Clips nach dem Rennen

Professionell geschnittene News Clips vom BMW BERLIN-MARATHON steht allen Medien zum Download zu Verfügung. Die Verwendung der Bewegtbilder ist rechte- und lizenzfrei. Der News Clip steht in zwei Versionen zur Verfügung:

1. Kurz 1:18 min vertont (Männer-Sieger)
2. Lang 3:03 min unvertont (Rough Cut inkl. Frauenrennen mit Anna Hahner)

Foto-Download

Foto in hochauflösender Qualität kann unter Angabe der Fotoquelle honorarfrei für redaktionelle Zwecke genutzt werden.

1.) Eliud Kipchoge, Sieger des BMW BERLIN-MARATHON 2017

Fotoquelle: SCC EVENTS/Jiro Mochizuki

2.) Gladys Cherono, Siegerin des BMW BERLIN-MARATHON 2017

Fotoquelle: SCC EVENTS/Jiro Mochizuki

3.) 40.000 US-Dollar für vier Berliner Charities

Bildunterschrift: v.l.n.r.: Mark Milde, Race Director, die Vertreterinnen der Kinderreitschule Berlin, Marc Schmid (Pfeffersport), Samuel Kuttler (Die Arche), die Sieger Eliud Kipchoge und Gladys Cherono und Helmut Sörensen (Rheumaliga Berlin). Vorne: Chris Miller (Abbott), Marcel Hug und Tim Hadzima (AbbottWMM).
Fotoquelle: SCC EVENTS/Jiro Mochizuki

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Thomas Steffens
Unternehmenskommunikation
SCC EVENTS
Tel. +49-171-9334836
medien@scc-events.com

 

SCC EVENTS GmbH
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www.bmw-berlin-marathon.com
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Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE136599588
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV:
Christian Jost, Jürgen Lock

 

Michael Reinsch (links) und Johannes Knuth im Pressezentrum des Berlin-Marathons 2017 beim Erarbeiten der folgenden beiden Kommentare :

Berlin-Marathon 2017 093

Berlin-Marathon 2017 100

Michael Reinsch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/berlin-marathon-eiskalte-qual-15214273.html?GEPC=s2

Johannes Knuth für die Süddeutsche Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/sport/marathon-nur-der-weltrekord-versinkt-im-berliner-regen-1.3680915

 

Die Zeitschrift Runners World mit einer Zusammenfassung des Renngeschehens:

http://www.runnersworld.de/marathon/eliud-kipchoge-gewinnt-dramatisches-duell.494192.htm

 

Weltrekordjagd beim BMW BERLIN-MARATHON am 24. September 2017 – eine Vorschau

BMW BERLIN-MARATHON
Fr, 22. Sept 2017 22:17
SCC EVENTS Presse (presse_de@scc-events.com)An:Sie Details
 

 

 

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PRESSEMITTEILUNG VOM 22. SEPTEMBER 2017

Bitte Alternativtext einfügenOlympiasieger Eliud Kipchoge, Titelverteidiger Kenenisa Bekele und der ehemalige Weltrekordler Wilson Kipsang sind bereit für eine Jagd auf den Weltrekord beim BMW BERLIN-MARATHON 2017 am Sonntag. Die drei zurzeit stärksten Marathonläufer der Welt wollen die globale Bestmarke unterbieten, die der Kenianer Dennis Kimetto vor drei Jahren mit 2:02:57 Stunden in Berlin aufgestellt hat.
Mit gleich drei Athleten, die Bestzeiten von unter 2:03:30 Stunden aufweisen, hat der BMW BERLIN-MARATHON eine außergewöhnliche Breite in der Spitze. Kenenisa Bekele (Äthiopien) triumphierte im vergangenen Jahr am Brandenburger Tor mit 2:03:03 Stunden, der zweitschnellsten Zeit aller Zeiten, der Kenianer Eliud Kipchoge rannte 2016 in London 2:03:05, und sein Landsmann Wilson Kipsang war vor einem Jahr in Berlin Zweiter mit 2:03:13. Das Trio hat eines gemeinsam: alle drei gewannen schon in Berlin.
In diesem einmaligen Feld startet Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) als stärkster deutscher Läufer. Er hatte vor zwei Jahren in Berlin eine Bestzeit von 2:12:50 Stunden aufgestellt, die er nun am Sonntag unterbieten möchte.Bei voraussichtlich sehr guten Wetterbedingungen ist ein extrem schnelles Rennen geplant. „Die Zeitvorgaben für die Tempomacher sind noch nicht final festgelegt. Aber es wird sicherlich nicht langsamer als vor einem Jahr“, sagte Race Direktor Mark Milde. 2016 passierte die Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 61:11 Minuten.

Eliud Kipchoge, der in Monza in einem nicht regelkonformen Rennen Anfang Mai eine Zeit von 2:00:25 Stunden erreicht hatte, sagte: „Für mich war der Marathon in Monza ein großer Erfolg und ich ziehe daraus viel Motivation. Am Sonntag möchte ich die erste Hälfte in 60:45 Minuten laufen.“ Seit vier Jahren ist Eliud Kipchoge im Marathon ungeschlagen. Ein Jahr vor seinem Olympiasieg hatte er beim BWM BERLIN-MARATHON 2015 trotz erheblicher Probleme mit seinen Schuhen – damals lösten sich die Innensohlen und hingen halb aus den Schuhen heraus – in 2:04:00 Stunden gewonnen. „Ein Sieg alleine ist noch kein Erfolg – er ist aber notwendig. Wir sind zu Dritt und es gibt nur einen Sieger“, sagte Eliud Kipchoge mit Blick auf den Sonntag.

„Ich denke, ich kann besser laufen als vor einem Jahr“, erklärte Kenenisa Bekele, der in Berlin eine sporthistorische Leistung verbringen kann, wenn er mit einer Weltrekordzeit gewinnen sollte. Noch nie in der Leichtathletik-Geschichte hielt ein Läufer zeitgleich die Weltrekorde über 5.000 m, 10.000 m und im Marathon. Ein derart schnelles Anfangstempo wie Eliud Kipchoge will Kenenisa Bekele aber nicht mitgehen. „60:45 – das ist nicht mein Plan. Ich will der Spitze folgen, wenn ich kann. Dabei werde ich mich nicht unter Stress setzen sondern auf meinen Körper hören. Ich bin gut vorbereitet“, sagte Kenenisa Bekele.

Schneller als im vergangenen Jahr will auch Wilson Kipsang laufen. „Dieses Mal ist die Situation anders, denn wir sind zu Dritt“, sagte der Kenianer, der vor einem Jahr den Zweikampf gegen Kenenisa Bekele verlor. „Die Tempomacher sind stärker. Ich glaube, wir werden mehr Unterstützung haben. Für mich wäre ein Halbmarathonzeit zwischen 61:00 und 61:10 Minuten gut“, sagte Kipsang, der in Berlin 2013 mit 2:03:23 Stunden einen Weltrekord aufgestellt hatte und aktuell mit seiner Siegzeit von Tokio (2:03:58) die Jahresweltbestenliste anführt. Kipsang ist mit seiner Frau und seiner jüngsten Tochter in Berlin, nachdem er im vergangenen Jahr seinen Sohn dabei hatte. „Dass sie in Berlin sind, ist eine zusätzliche Motivation für mich.

“Aufgrund von Knieproblemen musste der Kenianer Patrick Makau, der 2011 den BMW BERLIN-MARATHON in der damaligen Weltrekordzeit von 2:03:38 gewonnen hatte, auf seinen Start am Sonntag verzichten.

Eine persönliche Bestzeit ist auch das Ziel von Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) am Sonntag. Vor zwei Jahren war ihm beim BMW BERLIN-MARATHON mit 2:12:50 Stunden ein Achtungserfolg gelungen. Mit dieser Leistung qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele. Dort belegte er vor einem Jahr als bester deutscher Läufer Rang 55. Erstmals seit den Spielen wird Philipp Pflieger nun wieder bei einem Marathon an den Start gehen. „Natürlich will ich bezüglich der EM-Qualifikation eine Visitenkarte abgeben. Aber mit der Normzeit von 2:14:00 wäre ich nicht zufrieden“, sagte der 30-Jährige. „Ich will am Sonntag eine Zeit von unter 2:12 Stunden angehen.“
43.852 Läuferinnen und Läufer, 5.573 Inline Skater, 188 Handbiker und 49 Rollstuhlfahrer, über eine Million Zuschauer werden an der 42,195 km langen Strecke erwartet. Dazu kommen 10.051 Schüler, die beim mini-MARATHON-Läufer mitmachen. Beim Frühstückslauf am Samstag wird mit rund 11.000 Teilnehmern gerechnet, bei den Bambini-Läufen und dem Kids-Skating-Rennen (ebenfalls am Samstag) mit mehr als 1.500 Kindern. Der BMW BERLIN-MARATHON ist eine der größten Sportveranstaltungen weltweit. Am Samstag und Sonntag sind in Berlin fast 70.000 Menschen sportlich aktiv. Er gehört zu den Abbott World Marathon Majors, der Vereinigung der sechs bedeutendsten Marathons weltweit (Tokio, London, Boston, Berlin, Chicago, New York).

Der Start des Läuferfeldes beim BMW BERLIN-MARATHON findet um 9.15 Uhr statt, die Rennrollstuhlfahrer gehen um 8.45 Uhr auf die Strecke, die Handbiker um 8.58 Uhr.Die ARD berichtet live von 9.05 bis 12 Uhr, der rbb von 9.00 bis 14.00 Uhr. Das Weltbild wird von Veranstalter SCC EVENTS produziert.

Marathon-Messe BERLIN VITAL und das Rahmenprogramm des BMW BERLIN-MARATHON 2017

Die Sport- und Gesundheitsmesse BERLIN VITAL findet von Donnerstag bis Samstag in der STATION Berlin am Gleisdreieck statt. Dort holen sich auch alle Teilnehmer ihre Startunterlagen ab. Sämtliche Veranstaltungen im Rahmen­­­programm des BMW BERLIN-MARATHON finden sich hier.

Der Start des Läuferfeldes findet um 9.15 Uhr statt, die Rennrollstuhlfahrer starten um 8.45 Uhr, die Handbiker um 8.58 Uhr. Nach dem Start der Rennrollstuhlfahrer geht eine Staffel des rbb inforadio auf die Strecke, die einmal mehr mit 42 Läufern versucht, schneller als der Marathon-Sieger zu sein. Der BMW BERLIN-MARATHON wird wieder live von ARD und rbb übertragen. Die ARD berichtet von 9:05 bis 12:00 Uhr, der rbb überträgt bis 14 Uhr. Das Weltbild wird in über 150 Länder übertragen.

DER BMW BERLIN-MARATHON und die Bundestagswahl

Da die Laufstrecke durch 30 Wahlbezirke führt, werden an 32 Stellen Möglichkeiten geschaffen, die Strecke zu überqueren. Dies ist an einigen U- und S-Bahn-Stationen möglich, anderswo sind Helfer im Einsatz, die beim Überqueren assistieren, an sieben Stellen werden so genannte „Londoner Queren“ eingerichtet, eine Praxis, die beim Londoner Marathon vor etlichen Jahren eingeführt wurde und beim BMW BERLIN-MARATHON am Pariser Patz schon länger praktiziert wird. Dabei wird die Strecke in einer Art „Koffer-Bildung“ unter Einsatz von Helfern mit teilseitiger Streckenblockierung ohne Kollisionsgefahr überquert.
Verkehrsbeeinträchtigungen lassen sich wie jedes Jahr für Autofahrer am besten vermeiden, wenn diese sich an der interaktiven Streckenkarte orientieren, die neben den angebotenen Querungsstellen auch die Zeitfenster der Sperrungen sowie Stauinformationen liefert. Empfohlen wird allerdings für Samstag und Sonntag grundsätzlich die Benutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel, insbesondere U- und S-Bahn. Eine Einbindung des iframe der interaktiven Karte für redaktionelle Zwecke ist lizenz- und rechtefrei möglich und findet sich im Online-Pressebereich.

40.000 US-Dollar für wohltätige Zwecke

Als Mitglied der Abbott World Marathon Majors (AbbottWMM), der Vereinigung der sechs bedeutendsten Marathons weltweit (Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago, New York) erhält der BMW BERLIN-MARATHON ebenso wie die anderen fünf Marathonläufe von Abbott die Gelegenheit, 40.000 US-Dollar für gemeinnützige Zwecke einzusetzen, verteilt auf vier Charity-Organisationen. Jede dieser Organisationen erhält 10.000 US-Dollar, die jeweils einen der Sieger als Spende-Paten zugeordnet bekommen. Mit insgesamt 240.000 US-Dollar, verteilt auf die sechs AbbottWMM-Marathons, unterstützt das Gesundheitsunternehmen auf diese Weise Charity-Organisationen in den AbbottWMM-Mitglieds-Städten.

In Berlin werden unterstützt:
„Pfeffersport“
Integrativer und inklusiver Sportverein. Das Angebot umfasst verschiedene Team-Sportarten und Kurse für Berliner Kinder sowie Kindern mit Migrations-Hintergrund.
Patron: Sieger des BMW BERLIN-MARATHON 2017
„Kinderreitschule Berlin“
Unterstütztes Projekt: Die dauerhafte und nachhaltige Erneuerung eines stark verwitterten Unterstandes für Kinder und Ponys, sowie die Verlegung eines neuen Bodens.
Patron: Siegerin des BMW BERLIN-MARATHON 2017

„Die Arche“
Unterstützung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen.
Unterstütztes Projekt: Finanzierung des kostenlosen Mittagstisches in unseren Berliner Kinder-Häusern, wo es  täglich ein kostenloses, warmes Mittagessen gibt.
Patron: Sieger des Rennrollstuhl-Rennens beim BMW BERLIN-MARATHON

„2017 Rheumaliga-Berlin“
Unterstütztes Projekt: Generationenbad – Aqua-Thermal-Kryo-Center für junge und alte Menschen mit rheumatischen Erkrankungen.
Patron: Siegerin des Rennrollstuhl-Rennens beim BMW BERLIN-MARATHON 2017

Presse-Termine BMW BERLIN-MARATHON 2017

 

22.09.
18:30 Uhr
Meet the world record challengers
Eliud Kipchoge, Wilson Kipsang (beide KEN), Kenenisa Bekele (ETH)
(Hall of Fame: Brandenburger Tor – Ebertstr./Straße des 17. Juni)
23.09.
12:00 Uhr
Kinderpressekonferenz – Kinder fragen Top-Sportler
Lisa Hahner, Uta Pippig, Heinz Frei (SUI – 20-facher BERLIN-Sieger im Rennrollstuhl)
23.09.
ca. 18:30 Uhr
Pressekonferenz Ergebnisse Inlineskating
Sieger und Siegerinnen des BMW BERLIN-MARATHON Inlineskating 2017
24.09.
ca. 12:30 Uhr
Pressekonferenz Ergebnisse Laufen, Rennrollstuhl
Sieger und Siegerinnen des BMW BERLIN-MARATHON


Die Pressekonferenzen finden alle im Hotel InterContinental im Pressezentrum des BMW BERLIN-MARATHON statt (Budapester Str. 2 – 10787 Berlin).
Weitere Details zu den Presse-Terminen des 44. BMW BERLIN-MARATHON sowie unsere Pressemitteilungen und Downloads finden Sie auf www.bmw-berlin-marathon.com im Online-Pressebereich.
Alle Infos im Media Guide

Der Media Guide zum BMW BERLIN-MARATHON mit vielen nützlichen Infos und Statistiken steht auf der Website zur Ansicht bzw. zum Download.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Thomas Steffens
Unternehmenskommunikation
SCC EVENTS
Tel. +49-171-9334836
medien@scc-events.com

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SCC EVENTS GmbH
Hanns-Braun-Straße/Adlerplatz
14053 Berlin
Telefon: 030-301 288 10
Telefax: 030-301 288 20
www.bmw-berlin-marathon.com

 

Soll man wagen, über Facebook neue Freunde zu gewinnen?

In den letzten Monaten habe ich die Anzahl meiner Facebook-Freunde spürbar aufgestockt.  2038 sind es im Moment, und es ist eine Zahl, die ziemlich schwer zu überschauen ist. In der Regel habe ich gezielt ausgewählt, besonders bei den Künstlern habe ich mir zuvor deren Infos angeschaut und ebenso ihre Werke. Fast hundertprozentig war die Reaktion, eine virtuelle Freundschaft einzugehen.

Das Aufregende an der Freundessuche ist, daß man manchmal Leute kennenlernt, die man ohne Facebook nie kennengelernt hätte.  Als ich beispielsweise den Namen Albrecht Tübke las, hoffte ich, daß es der Sohn vom in der DDR sehr bekannten Maler Werner Tübke sein möge. Er war es!  Aus einem ganz anderen Metier kommt Wang Wei Sherpa. Er organisiert Expeditionen im Himalaja und liefert von dort berauschende Bilder. Beim Wort „Sherpa“ dachte ich schon in diese Richtung und war erfreut, daß ich richtig gedacht hatte. Bergexpeditionen  interessieren mich seit meiner Jugendzeit.

Seit meiner Jugend interessiert mich auch alles, was mit Büchern, überhaupt mit Geschriebenem zu tun hat. Claudio Michele Mancini ist ein deutsch- italienischer Schriftsteller, der nicht nur Romane schreibt, sondern auch brillante Artikel über aktuelle Zeitthemen.

Das sind nur drei willkürlich ausgewählte Facebook-Freunde, die aber zeigen, wie vielschichtig die Freundesschar sein kann, wenn man richtig sucht und findet.

Facebookfreunde- ja oder nein?

Manfred Dechert Porträt fünf

Mein Facebookfreund Manfred Dechert hat sich darüber Gedanken gemacht, ob man neue Freunde über Facebook gewinnen solle. Das bejahend kam er auch zum Schluß, daß er viele neue, interessante Leute kennengelernt hat.  Lesen Sie seine Gedanken zu diesem Thema:

Manfred Dechert: Kennst Du diese Person?

Kennst Du diese Person – nein, ich kenne sie nicht. Wir empfehlen, nur Freundschaftsanfragen an Leute zu stellen, die Du kennst.
Ja, würde ich das tun, hätte ich eine Menge interessanter, netter Leute nicht kennengelernt. FB will, das man nur Leute in die Freundesliste aufnimmt, bzw. anfragt, die man persönlich kennt.
Andererseits wird immer wieder gefragt: „Vielleicht kennst Du?“

Ja, was denn jetzt? Bei denen bleiben, die man kennt, dann wären es etwa maximal dreißig, vierzig Leute. Freundschaftsanfragen stellen ist ein Wagnis – Du wirst auf Mißtrauen, kritische Blicke, aber auch immer mal auf positive Resonanz stoßen. Mit der Zeit lernst Du, einen geschärften Blick zu bekommen, wer passen könnte, wer nicht.
Es lohnt sich aber auch, virtuellen Kontakt zu wagen, zu jemandem, der – scheinbar – nicht in meine Facebook-Welt paßt.

Kennst Du diese Person – nein, ich kenne sie, noch, nicht.
Ich würde es aber bedauern, nie diesen Kontakt gewagt zu haben.
Ich würde in meinem sicheren Umfeld bleiben – und nichts Neues hören, aus einer fremden Nutzerwelt, einem fremden Facebook-Alltag, spannenden Geschichten, faszinierenden Bildern, neuen, interessanten Sichtweisen.

Ich habe umgekehrt gelernt, Sexbomben, Kredithaie, Love-Scammer oder Bettler auszuselektieren. Tut mir leid, es sind viele Ausländer dabei – aber, ich habe da die Erfahrung machen müssen, dass viele dieser Anfragen unseriös sind.
Fb ist ein Sammelbecken vieler Spiegel-gesichter und – schatten unserer globalen Welt, und die Regeln, die Umgangsformen sind manchmal noch härter wie draußen.

Hier kannst Du virtuell dem anderen eine reinhauen, gleich blocken, damit verhinderst Du eine Gegenreaktion. Du kannst einen blöden Spruch absondern, und mancher wird nicken, „so ist das halt im Internet“. Warum winken bei Facebook so viele ab – „nein, das ist nicht mein Ding“. Das hat sicher auch was mit dem „Bodensatz“ bei FB zu tun. Haßparolen, Beleidigungen, seichtes Niveau, Arroganz.
Ich fürchte diese Seite, und schätze die gute – lebendiger Austausch, Blick in fremde Lebenswirklichkeiten, Begegnung.

Kennst Du mich? Kenn ich Dich? Wahrscheinlich beides nicht, aber, es ist nicht ganz verkehrt, sich einen Schritt weiter raus aus der Deckung zu wagen. Vielleicht wissen wir ein paar Chats, ein paar intensive Posts, ein paar gute Gedankenwechsel mehr –
wer wir sind, wer wir sein könnten…

Manfred Dechert

Manfred Dechert Porträt dreiManfred Dechert Porträt zwei