Tagebuch

Christoph Harting – ein Olympiasieg ohne Worte

 

Wie beschreibt man einen Olympiasieg im Diskuswurf Mit Worten. Und normal ist dann, wenn der Sieger auch etwas sagt. Bei den Hartings ist das total unterschiedlich. Robert, der Ältere, der Extrovertierte, spielt mit den Worten.  Christoph, der sechs Jahre  Jüngere, der Introvertierte, läßt allein seine Wurfkunst reden.

Bisher wartete Diskuswerfer Christoph Harting geduldig auf den großen Wurf. Bei der WM 2013 in Moskau verpaßte er nur um 17 Zentimeter das Finale, bei der EM 2016 in Amsterdam fehlten 14 Zentimeter zu Bronze. Zuletzt, so hört man, fand er eine professionellere Einstellung zu seinem Sport, nachdem er  früher alles etwas lockerer nahm. Und er stellte auch seine Wurftechnik um, wirft nun nicht mehr aus dem Stützabwurf wie sein Bruder, sondern springt am Ende mit den Füßen um.  Nun hat all das bei den Olympischen Sommerspielen in  Rio Früchte getragen. Und das in einem spektakulären Wettkampf. Ohne Robert Harting, der die Quali nicht überstanden hatte, schien der Pole Piotr Malachowski der Topfavorit zu sein. Er wurde dieser Rolle auch lange gerecht, hielt das Gold nach fünf Durchgängen mit einer Weite von 67,55 m  schon fast in den Händen. Wäre da nicht ein Harting gewesen. Christoph Harting, der 2,07-m-Riese vom SCC Berlin, zelebrierte den Super-Wurf seiner bisherigen Karriere im letzten Durchgang. Die Zwei-Kilo-Scheibe flog auf die neue persönliche Bestweite von 68,37 m.  Es war der Goldwurf. Der Pole konnte nicht mehr kontern und der Wattenscheider Daniel Jasinski, genannt Jasse, war mit dem Bronze-Wurf von 67,05 m  sowieso im siebenten Himmel.

Christoph Harting hat lange auf diesen Erfolg gewartet. Wie Robert Harting von Torsten Lönnfors trainiert, war er sich diesmal seiner Sache sicher. „ Vor dem letzten Versuch dachte ich:  Das ist meine Bühne, das ist mein Stadion. Den Sieg nimmt mir keiner weg“. Entsprechend zelebrierte er den Sieg, kostete seinen Sieg aus.  Und sorgte anschließend für reichlich Verwirrung, ja Unverständnis wegen seines Verhaltens bei der Siegerehrung.

 

Christoph Harting

Diskuswurf  I  Männer

Alter: 25 Jahre

Land: Deutschland

Bestleistung: 68,37 m

Erfolge:  Olympiasieger 2016, Vierter EM 2016, Achter WM 2015, Zweiter DM 2016, Deutscher Meister 2015

 

Auf der offiziellen Pressekonferenz legte Christoph Harting dar, daß er nicht die Öffentlichkeit suche, und daß es ihm vollkommen egal sei, was die Journalisten von ihm denken. „Ich muß vor keinem von Ihnen versuchen, besonders gut dazustehen. Was Sie über mich denken, ist mir vollkommen egal“.  Mit diesen Worten und vorher mit seiner präzise durchgezogenen Haltung, keine Interviews zu geben, löste er natürlich bei den Journalisten kein Wohlgefallen aus. Es war abzusehen, daß er dafür bald die Quittung bekommen würde. Und die kam sowohl im Netz als auch in den Medien, in Funk, Fernsehen und Presse. Vor allem sein Verhalten bei der Nationalhymne stieß bei fast allen auf Unverständnis.

Ein wenig war Christoph Harting dann doch überrascht von der Negativreaktion der Öffentlichkeit und versuchte, sein Verhalten zu erklären:

Olympiasieger Harting: „Stillstehen war nicht so meins“

Christoph Harting (25) hat seinen viel diskutierten Auftritt bei der Siegerehrung nach seinem Diskus-Olympiasieg in Rio erklärt. „Wie bereitet man sich darauf vor, Olympiasieger zu werden? Ich meine, selbst bei aller Tagträumerei, die man irgendwie vollziehen kann – sowas kannst du dir nicht vorstellen, sowas kannst du dir nicht ausmalen“, sagte der Berliner in einem Interview der ARD. „Ich meine, die haben die Hymne nur für mich gespielt. Es war unfassbar“, sagte Christoph Harting. „Stillstehen war nicht so meins, deswegen ist das vielleicht falsch angekommen.“ Er hatte geschunkelt und gefeixt, als die Nationalhymne gespielt worden war. Sein befremdliches Verhalten löste große Kritik aus. „Du bist auch noch halb im Wettkampfmodus, du bist im Kopf eigentlich völlig woanders, du bist hormon-technisch völlig übersteuert. Damit umzugehen ist natürlich eine Kunst für sich“, so Harting.

Mein Schlußfazit:

Es war für den wohlwollenden Betrachter ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst der Jubel über einen grandiosen sportlichen Erfolg eines Athleten, der einen großen Namen trägt, und dann die Enttäuschung darüber, wie er sich danach verhielt. Schade, daß es so endete, aber Christoph Harting hat es anscheinend so gewollt.

Peter Grau

Eine kleine Olympiapause – drei Tage zwischen Kiel und Nordfriesland

 

Manchmal braucht man solch eine Pause. Sonst reibt man sich auf, zwischen Olympiafernsehen, dem Dauer-Internet und der geballten Ladung von Negativnachrichten aus aller Welt. So war es mir sehr willkommen, daß wir vom Montag (8. August) bis Donnerstag (12. August) meinen Schwager in Kiel besuchen und mit ihm kurzweilige Tage verbringen konnten. Nebenbei wurde viel fotografiert, so 200 Fotos kamen da schnell zusammen. Und der Akku des Fotoapparates machte auch bald schlapp, aber ich hatte ja einen Ersatzakku dabei.

Nach und nach werde ich die Fotos hier veröffentlichen. Aber das braucht etwas Zeit, denn nun läuft ja wieder die olympische Dauerbeschallung, und zudem erfordert das Programmheft für das ISTAF 2016 am 3. September im Berliner Olympiastadion

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einiges Nachdenken und viele Geschichten.

 

 

Erster Programmpunkt der Reise war der Besuch eines ganz niedlichen, gemütlichen Kaffees auf der anderen Seite der Kieler Börde. In Friedrichsort wird das Auto geparkt, dicht am Kriegerdenkmal:

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Und nach wenigen Schritten sind wir an der Schiffsanlegestation. Die See ist rauh:

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Blick hinüber zu einer ehemaligen Werft, der Lindenau-Werft:

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Auf der anderen Seite zieht ein großes Schiff der „Color Line“ vorbei. Mit einem solchen Schiff sind wir im vorigen Jahr mal auf Dreitages-Trip in Oslo gewesen.

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Neugierige studieren das Neueste im Schaukasten:

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Bald kommt die Fähre, die uns hinüber ins Ostseebad Heikendorf , Möltenort bringen soll.

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Rund zehn Minuten dauert die Überfahrt.

Linkerhand zu sehen das Marine-Ehrenmal „Laboe“:

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Der Leuchtturm mitten auf dem Wasser:

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Die Anlegestelle:

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Viele Boote sind dort festgemacht:

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Viele Informationen für Touristen:

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Kurzer Fußweg in Richtung Cafe, das den schönen Namen „Galerie Café Roehrskroog“ trägt:

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Sehr schönes Ambiente im Innern des Cafés. Leckerer, selbstgebackener  Kuchen im Angebot und Kunst an den Wänden:

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Rückweg zur Anlegestelle. Die See ist immer noch rauh:

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Und nochmals die Schiffe abgelichtet:

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Unsere Fähre kommt pünktlich:

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Blick von der Fähre:

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Ein kurzweiliger Nachmittag ist vorbei.  Zwei ereignisreiche Tage werden folgen.

(Fortsetzung: Natur und Kultur in Nordfriesland – Ausflug auf die Insel Föhr)

Robert Harting – Rio und der Hexenschuß

 

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Robert Harting ist für Schlagzeilen immer gut. Wenn er nicht gefragt wird, dann meldet er sich selbst zu Wort. Und sein Intellekt ermöglicht  es, sich zu vielen Themen zu melden.   Diese Schlagzeile aber wollte er auf keinen Fall:   Robert Harting bei Olympia in Rio das Opfer eines Hexenschusses.  Vielmehr wollte er medaillengeschmückt zum ISTAF in sein „ Wohnzimmer“ kommen.

Zwar liefen die letzten Jahre beileibe nicht reibungslos. Im September 2015 riß er sich das Kreuzband im Knie, Nach OP und Reha freute er sich wie ein kleines Kind, als er im Februar beim Hallen-ISTAF 2016 wieder im Ring stand. Doch dann riß es weiter, Quadrizepssehnenriß, Muskelfaserriß, „ meine mentale Energie wurde weniger“.

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Erst im sechsten Versuch bei der DM 2016 in Kassel war es wieder der „alte“ Harting, mit 68,04 m holte er sich den Titel. In solche Weitenregionen wollte er in Rio werfen.

Aber der Zweifel warf immer mit. Vielleicht hatte er es geahnt, denn am 10. August schrieb er aus Rio: „Wenn ich im Finale stehe und mich bis dahin nicht verletzt habe, dann mache ich drei fette Kreuze“.

Nun aber steht er mit leeren Händen da, und es ist noch nicht mal klar, ob er in Berlin überhaupt in den Ring treten kann. Solch ein Hexenschuß kann hartnäckig sein. Bei Robert kam er einen Tag vor der Quali, spätabends, als er mit dem Fuß den Lichtschalter ausknipsen wollte.  Neun Spritzen und schmerzstillende Tabletten konnten ihn zwar wieder zum Laufen bringen, „aber meine Beine waren taub, die Spritzen habe jegliche Rücken-und Beinspannungen herausgenommen“.

Nun hat er Zeit zum Nachdenken. „ Ich hoffe, daß mir klare Gedanken kommen , die zu einem guten Ergebnis für die nächsten beiden Jahre führen.“  Dann findet 2018 die Europameisterschaft im Berliner Olympiastadion statt.  Ob danach für Robert Harting Schluß im Ring sein wird, ist aber noch offen.   „ Man muß auch überlegen, ob ich nicht doch noch vier Jahr anhänge und die nächsten Olympischen Spiele ansteuere. Denn so aufhören ist nicht mein Ding. Mal sehen, wie meine Motivationslage ist.“  Die Motivation, noch einige Mal beim ISTAF anzutreten, sollte er auf alle Fälle haben.

Robert Harting

Diskuswurf I Männer

Alter:  31 Jahre

Bestleistung: 70,66 M

Erfolge: Olympiasieger 2012, Weltmeister 2009/2011/2013

Europameister 2012/2014.

 

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Schwan 78

Zur Eröffnungs-PK des ISTAF 2016 konnten beide noch lächeln. Nun aber erwischte Robert Harting der Hexenschuß und Christina Schwanitz ein schwaches olympisches Finale mit einem enttäuschenden sechsten Platz.

 

 

Impressionen aus Rio – Olaf Brockmann auf Fotopirsch

Olaf Brockmann von der „Kronen Zeitung „ aus Österreich ist weiter als Fotograf aktiv. Dabei hat er vorher mitgeteilt, daß er sicher nicht soviel zum Fotografieren kommen wird. Aber es sind natürlich zuviel schöne Motive, als das er  die Augen verschließen könnte. (Und immer daran denken:  auf die Fotos klicken, dann werden sie viel schöner!)

 

Tennisstadion:  Finale Kerber gegen Puig

Olaf TEnnis Kerber gegen Puig

Auf dem Weg zwischen Olympiastadion und Pressezentrum:

Olaf Weg eins

Olaf Weg zwei

Olaf WEg vier

 

Maracana nahe des Olympiastadions

Olaf Maracana nahe Olympiastadion

Olaf Maracana zwei

Olaf Maracana drei

Olaf Maracana vier

 

Leichtathletikstadion und Jusain Bolt:

Olaf Leichtathletikstadion

Olaf Leichtathletik eins

Olaf Leichtathletik zwei

Olaf Leichtathletik drei

Olaf Leichtathletik vier

 

 

Wildwasserkurs:

Olaf Wildwasser

Schießen:

Olaf Schießen

Die Ruderstrecke:

Olaf Ruderstrecke

Olaf Rudern schöne Aussicht

Olaf nochmals schöen Aussischt

Olaf Rudern in Aktion

Beachvolleyball:

Olaf Beachvolleyball

Center Court Tennis:

Olaf Center Court Tennis

Handballarena:

Olaf Handballarena

Sicherheit an der Copacabana:

Olaf Strand und Schiff

Olaf Copacabana

Weltrekord durch die US-Schwimmerin Katie  Ledecky:

Olaf Ledecky WR

Schwimmer Phelps:

Olaf Phelps letztes Rennen

Olaf Phelps

 

Tischtennis:

Olaf Tischtennis

 

Eindrücke vom Judo:

Olaf Judo

Broju eins

 

Olaf Brockmann’s  Arbeitsplatz in der Schwimmhalle:

Broswim eins

Broswim zwei

Broswim drei

Broswim vier

 

Zeit blieb ihm auch für einen Rundgang über den Olympiapark:

Park eins

Park zwei

Park drei

Park vier

Park fünf

Park sechs

Park sieben

Park acht

Park neun

Park zehn

 

 

Olaf Brockmann – Fotos von der Eröffnungszeremonie

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann von der „Kronen Zeitung „ aus Österreich gefiel die Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, sodaß er nicht nur darüber schrieb, sondern auch pausenlos auf den Auslöserknopf seiner Kamera drückte.

Ich bin froh, daß ich von ihm die Erlaubnis habe, diese seine Fotos aus Rio auch auf meiner Homepage zu publizieren.   Am Ende der Spiele werde ich alle seine Fotos in einem Extra-Ordner zusammenfassen.  Zunächst aber kommen die Fotos erstmal einzeln:

Eindrücke von der  Eröffnungszeremonie vom 5. August 2016:

Brock open eins

Brock open drei

Brock open zwei

Brock open vier

Brock open sechs

Brock open acht

Brock open neun

Brock open zehn

Brock open elf

Brock open zwölf

Brock open dreizehn

Brock open vierzehn

Brock open sechszehn

Brock open fünfzehn

Olaf Brockmann aus Rio: Gesichter des Tages

 

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Olaf Brockmann (rechts), ganz in der Nähe von Christus

 

Olaf Brockmann, Journalist von der Wiener „Kronen Zeitung“, fotografiert schon seit längerem  Personen aus dem Alltagsleben, um sie dann auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichen. Er publiziert das unter dem Titel „Face of the day“. Gleich, ob man es als „Gesicht des Tages“, „Kopf des Tages“, „ Antlitz des Tages“ übersetzt, beeindruckend ist es allemal.

Deshalb möchte ich in loser Form in den Tagen der Olympischen Sommerspiele von Rio de Janeiro einige dieser seiner Fotos vorstellen (und immer schön auf das Bild klicken, denn dann entfaltet es seine ganze Pracht!)

Face eins

Face zwei

Face vier

face fünf

face sechs

face sieben

face acht

face neun

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face dreizehn

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Olaf Brockmann’s weitere Rio-Eindrücke

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann (Foto: Florian Hitz)

Mein Wiener Kollege Olaf Brockmann ist wieder auf Reisen.  Nachdem er über die U20-Weltmeisterschaften in Polen berichtet hatte, setzte er sich bald wieder ins Flugzeug, um nach Rio de Janeiro zu fliegen. „ Es werden meine 11. Olympischen Sommerspiele,“ freute er sich. Und er wird wieder fotografieren, auch wenn er vor allem für die „Kronen Zeitung“ berichten darf.

Schauen sie weitere Fotos von ihm an, diesmal ohne Bildunterschriften (und immer schön draufklicken!).  Mehr Details auf der Facebookseite von Olaf Brockmann.

Brock zwei

Brock eins

Brock drei

Brock vier

Brock fünf

Brock sechs

Brock acht

Brock neun

Brock elf

Brock zwölf

Brock dreizehn

Brock vierzehn

Brock fünfzehn

Brock sechszehn

 

Brock siebzehn

Brock achtzehn

Brock neunzehn

 

Besuch in Kienbaum – Vorgeschmack auf Olympia

Rio 2016 für Homepage

Was macht man, wenn man genervt ist von so vielen Negativmeldungen kurz vor dem Beginn der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. August bis 21. August 2016)?   Man befaßt sich mit den Sportlern selbst. Und eine Vielzahl der deutschen Olympioniken hat sich in Kienbaum vorbereitet, dem Bundesleistungszentrum 30 km östlich von Berlin.

Also ins Auto gesetzt und die 130 km auf der Autobahn in Angriff genommen. Am 2. August, einem Dienstag, gibt es auf dem Weg nach Kienbaum keine Staus. Zwar meldet mein Navi zwischendurch: fahren sie zurück auf die Route, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken. Es ist eben einiges gebaut worden und mein Navi nicht mehr das Neueste.

Aber ich war auch früher schon öfter in Kienbaum. Und so kann ich dem Navi helfend zur Seite stehen.

Und irgendwann steht dieses Verkehrsschild an der Straße:

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Dann sehe ich nach zwei Kilometern das Hauptgebäude:

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Und wenige Meter weiter bin ich am Eingang angelangt. Ich will mich im Pförtnerhäuschen anmelden, doch dort ist niemand. Da kommt ein Auto mit Leipziger Kennzeichen und der freundliche Fahrer meint: Fahren Sie ruhig an die Schranke heran, sie öffnet sich von selbst. Danach handele ich und werde später von den Mitarbeitern des Bundesleistungszentrums belehrt, daß ich mich hätte anmelden müssen. „ Dort am Häuschen ist eine Klingel und dann haben Sie Kontakt zur Rezeption“. Ordnung muß sein, gerade in diesen turbulenten Zeiten und in Zeiten der Olympiavorbereitung. Aber ich fahre ja nicht nur so aufs Blaue, sondern habe mich mit Kugelstoßer Tobias Dahm verabredet.

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Hinter der Schranke werde ich aufgeklärt, werde hier in Kienbaum alles trainiert:

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Da ich mich erst für 13.30 Uhr verabredet habe, fahre ich noch weiter, in der Hoffnung, vielleicht einige Sportler zu treffen. Aber es macht alles einen menschenleeren Eindruck. Der Regen plätschert leise vor sich hin. Die Sportanlagen sind leer, es ist eben Mittagszeit.

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Und der Liebenberger See ruht ruhig vor sich hin. Nichts zu sehen ist von trainierenden Kanuten.

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Dann läuft mir Diskuswerferin Yanice Craft über den Weg. Sie packt gerade ihre Sachen, will sich dann auf die 6-Stunden-Reise nachhause begeben. „ Dort trainiere ich weiter, am 8. August geht der Flieger Richtung Rio ab“.   Auf meine Bemerkung, daß ich hier vor allem nachfragen wolle, wie weit die olympische Vorfreude gediehen ist, antwortet sie sofort: „ Wir freuen uns alle auf Olympia“. Natürlich geht die Diskussion über Doping und die schlechten Nachrichten aus Rio auch an ihr nicht vorbei. „ Wir müssen ständig politische Wertungen der Lage geben. Aber trotzdem lassen wir uns die Freude nicht verderben“.

Sie lobt die Trainingsbedingungen. Auf dem Diskusplatz kann man prächtig trainieren, und wenn das Wetter zu schlecht ist, auch aus dem Wurfhaus werfen.

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Noch als wir im Gespräch sind, kommt Kugelstoßer David Storl an uns vorbeigeradelt.

Und mit dem Fahrrad kommt auch Geher Christopher Linke daher, in Begleitung vom Geherkollegen Nils Brembach. Freundliches Grüßen, aber leider habe ich jetzt keine Zeit zu einem intensiven Gespräch, denn ich bin ja verabredet. Gleiches gilt auch für den dritten Geher, Hagen Pohle, der locker mit dem Rucksack auf dem Rücken auf dem Gelände herumspaziert.

Über das Potsdamer Gehertrio lese ich am nächsten Tag einen langen Artikel in den „ Potsdamer Neuesten Nachrichten“. Peter Könnicke hat im Potsdamer Kongreßhotel mit ihnen und mit Bundestrainer Ronald Weigel bei der Verabschiedung nach Rio gesprochen.

Und auf der Facebook-Seite von Hagen Pohle  sehe ich ein aktuelles Foto, das ihn auf der 2-km-Trainingsrunde in  Kienbaum zeigt:

Hagen Pohle Kienbaum Juli

Hagen Pohle (Foto: RaceWalk Pictures – Philipp Pohle)

 

Ich aber fotografiere noch ein wenig, fühle mich zwischenzeitlich als Papparazzo. Dabei bilde ich nur mich selbst in einer spiegelnden Glasscheibe ab.

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Dann begebe ich mich zur Mensa.

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Mein Gesprächspartner Tobias Dahm ist noch beim Mittagessen. Als ich draußen auf ihn warte, sehe ich Bundestrainer Sven Lang und den Chef von Kienbaum, Klaus-Peter Nowack, im intensiven Gespräch. Letzteren kenne ich auch seit ewigen Zeiten, noch aus unseren „gemeinsamen“ Berliner Jahren.

Er berichtet über die letzten drei Monate, die für sein Team eine große Belastung gewesen sind. „Aber wir haben alles gepackt und hoffentlich zum Wohle der Athleten“.

Im Foyer des Speisesaals studiere ich die Speisetafel:

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Kurz nehme ich dort noch Platz und wappne mich für das Gespräch:

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Dann kommt   2,03-m-Mann Tobias Dahm und wir gehen ins Bistro. Es folgt ein fast einstündiges, sehr interessantes Gespräch. Meine erste direkte Begegnung mit ihm.

Welches Foto ist besser?

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Mir gefällt Tobias ohne Kopfbedeckung besser.

 

Den Inhalt des Gespräches werde ich demnächst hier veröffentlichen. Ich verabschiede Tobias Dahm in die Mittagspause und schaue mich im Bistro noch ein wenig um.

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Hier wimmelt es an den Wänden von Schautafeln mit Sport-Koryphäen:

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Doch die Zeit drängt. Ich packe meine Sachen und verlasse das Bundesleistungszentrum mit einem guten Gefühl.

Es regnet, aber jetzt kenne ich den Rückweg.

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Vorbei geht es an einer großen Industrieanlage. Hier war früher das Rüdersdorfer Zementwerk:

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Bald weist mich das Verkehrsschild auf den Berliner Ring:

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Und die Heimfahrt nach Neuruppin macht mir trotz Dauerregen Spaß, auch weil die Autobahn relativ leer ist. Ich aber bin voll von sportlichen Eindrücken. Wie schön, bei all den Negativmeldungen. Die Olympischen Spiele können für mich kommen!

Peter Grau

 

Weltrekordler David Rudisha über 800 m beim ISTAF am 3. September

ISTAF 2016  Titelfoto

David Rudisha, schnellster Mann der Welt über die 800 m, wird beim 75. Internationalen Stadionfest am 3. September im Berliner Olympiastadion starten. „Ich freue mich riesig auf Berlin und die tollen Fans“, sagt der Kenianer, der beim ISTAF 2010 einen Weltrekord über die 800 m (1:41,09 Min.) aufgestellt hatte.

Leichtathletik Berlin                                            22.08.2010                                     ISTAF 800m Herren neuer Weltrekord fuer RUDISHA, David Lekuta  	 KEN Foto: Camera 4

David Rudisha nach seinem Weltrekord-Lauf  (Foto: Camera4/ISTAF)

„2010 hat David Rudisha das ISTAF-Publikum mit seinem Weltrekord-Lauf von den Sitzen gerissen und die 13 Jahre alte Bestmarke verbessert“, sagt Meeting-Direktor Martin Seeber. „Mit ihm können wir einen weiteren absoluten Weltklasse-Athleten beim Jubiläums-ISTAF 2016 begrüßen.“  David Rudisha kommt sechs Jahre nach seinem ISTAF-Coup als zweimaliger Weltmeister, Olympiasieger von 2012 und aktueller Weltrekordhalter (1:40,91) ins Olympiastadion.

Bei den Olympischen Spielen in Rio gehört der 27-Jährige über die 800 m zu den großen Favoriten auf die Goldmedaille. Zwei Wochen später trifft David Rudisha beim ISTAF unter anderem auf seine Landsleute Timothy Kitum, der bei den Olympischen Spielen 2012 Bronze gewann, und den frischgebackenen U20-Weltmeister Kipyegon Bett sowie den mehrfachen deutschen Meister Sören Ludolph (LG Braunschweig).

Zum Jubiläums-ISTAF am 3. September werden über 55.000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet. Geplant ist, dass in 16 Disziplinen zwei Wochen nach den Olympischen Spielen in Rio zahlreiche Olympiasieger und deutsche Medaillengewinner an den Start gehen werden. Zudem sind alle fünf deutschen Europameister von Amsterdam dabei. Tickets für das 75. ISTAF gibt es ab 9 Euro unter www.istaf.de.

Olaf Brockmanns erste Eindrücke aus Rio de Janeiro

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann (Foto: Florian Hitz)

Mein Wiener Kollege Olaf Brockmann ist wieder auf Reisen.  Nachdem er über die U20-Weltmeisterschaften in Polen berichtet hatte, setzte er sich bald wieder ins Flugzeug, um nach Rio de Janeiro zu fliegen. „ Es werden meine 11. Olympischen Sommerspiele,“ erzählt er ein wenig mit Stolz.  Ich habe 1972 den Schwimmer Mark Spitz und den Leichtathleten Waleri Borsow gesehen und nun, 2016, werde ich den Schwimmer Michel Phelps und Usain Bolt sehen“. Aber nicht nur sehen wird er sie, sondern auch für die „ Kronen Zeitung“ berichten.

Olaf Brockmann Rio Pressekarte

Zwar hat er schon vorgebaut und angekündigt, daß er diesmal nicht so viele Foto „schießen“ könne. Aber ob er das durchhält, steht auf einem anderen Blatt.  Jedenfalls hat er schon vor Beginn der Spiele aus dem Schwimmstadion einige Fotos überspielt:

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Felix Auboeck (Österreich)

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Jördis Steinegger und David Brandl (Österreich)

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Das Schwimmstadion bei Nacht

 

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Olaf Brockmann bei der Arbeit (Foto: Gerhard Gradwohl)

Und Olaf Brockmann hat auch den Pflichtbesuch der Touristen hinter sich gebracht. Er war ganz nah dran am „ Cristo Redentor“ (deutsch: Christus der Erlöser). (im Hintergrund Georg Fraisl)

Olaf vor Christus

Diese monumentale Christusstatue stammt aus dem Jahr 1931, ist 30 Meter hoch und steht auf einem 8 Meter hohen Sockel. In diesem Sockel befindet sich eine Kapelle für 150 Personen. Die Spannweite der Arme beträgt 28 Meter, das Gesamtgewicht 1145 Tonnen.

Sand gibt es genug an der Copacabana:

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Und anschließend wieder zurück in die Halle, zu den Tischtennisspielern:

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Das deutsche Tischtennisteam

 

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Olaf Brockmann im Gespräch mit dem österreichischen Europameister Stefan Fegerl