Spaziergang zum ISTAF-INDOOR

Auch wenn ich Berlin gut kenne, bewege ich mich lieber auf ausgetretenen, erprobten Pfaden. Und wenn ich dann noch einen Blick in die Ost-West-Vergangenheit der Stadt werfen kann, ist es um so besser.

Vor vielen, vielen Jahren – es muß so um 1965 gewesen sein – weilte ich mal mit meiner Tischtennismannschaft zu einem Punktspiel in der Köpenicker Straße. Mit diesem Namen gibt es einige in Berlin, aber diese lag direkt an der Sektorengrenze.
Auf einem alten Stadtplan des VEB Landkartenverlages Berlin ist nur Ostberlin abgebildet. Links und unten steht WESTBERLIN, mehr nicht. Nur einige S-Bahnstationen wie Wedding oder Gesundbrunnen sind eingezeichnet. Warum auch, die Mauer verhinderte sowieso, daß wir Ostberliner Westberlin besuchten.

Köpenicker Streae Stadtpalan alt

Wo lag also die besagte Köpenicker Straße? Vom S-Bahnhof Jannowitzbrücke spazierte ich durch die Brückenstraße, vorbei an einem Geschäft, in dem es tausende und abertausende Postkarten aus neuer und alter Zeit zu kaufen gab. Gerade aus ging es durch die Heinrich-Heine –Straße bis zum Grenzübergang. Ich aber nahm schon vorher den Weg nach links in die Köpenicker Straße. Und kurz bevor die Mauer das Weitergehen verwehrt hätte, fand ich die Spielstätte auf einem Hinterhof.
Die Jahre gingen ins Land und es kam die Wende im Jahr 1989.
Und bald sah der Stadtplan so aus:

Köpenicker Straße klein Stadtplan altScan_Pic0001

Diese Köpenicker Straße hatte nun an Länge gewonnen, führte bis hin zum U-Bahnhof Schlesisches Tor. Ich fuhr diese Straße danach oft von Lichtenberg und Karlshorst aus, um ins Stadtzentrum zu kommen.
Und wie es der Zufall will, hat seit vielen Jahren Gerhard, einer der Söhne meines Kieler Schwager Achim, dort seine Arbeitsstelle bei Heimann Ingenieure. 2015 organisierte er für die Großfamilie Gutschmidt in Berlin das Familientreffen, führte durch seinen Betrieb und ließ uns schon damals einen Blick über die Spree werfen, hinüber zu der O 2 World Berlin, dieser großen Arena. Das Treffen fand dann u.a. im Restaurant Pirates statt und auf einer Schiffsfahrt durch die Innenstadt Berlins (nachzulesen auf meiner Facebook-Seite) Tagebuch).

Geparkt hatte ich damals in der Köpenicker Straße. Und auch diesmal, ein Jahr später, parkte ich dort und spazierte dann hinüber zur Mercedes-Benz Arena Berlin, wie sie nun heißt.

klein pirates 105

Zuerst ein Blick hinüber zum Schiffsanlegeplatz und zum Restaurant Pirates.
Dann wurden die Bilder spektakulärer:

klein Baum 106

klein Brücke 107

Die Oberbaumbrücke ist ein wahrer Blickfang.

klein Straße 108

Normaler Fußweg, im Vordergrund ist die U-Bahn zu sehen, die vom Bahnhof Warschauer Straße bis hinein ins „alte“ Westberlin fährt und dabei zunächst auch die Spree überquert.

klein 110 Fernsehturm
Von der Oberbaumbrücke bietet sich ein weiter Blick bis zum Fernsehturm.

klein 111 Turm

Und ganz aus der Nähe ist einer der Türme der Oberbaumbrücke auch nett anzusehen.

klein 103 Mercedes

Da wirkt das Endziel, die Mercedes-Benz Arena Berlin, wesentlich nüchterner.

Doch dafür war dann das Spektakel des ISTAF-INDOOR 2016 auf keinen Fall nüchtern, sondern heißblütig und mitreißend. (mehr dazu unter www.ISTAF-INDOOR und www.leichtathletik.de nachzulesen und nachzusehen).

P.S.: Wie auf Bestellung bringt heute am 14. Februar der Tagesspiegel online unter dem Motto „Interaktive Berliner Stadtgeschichte“ den Beitrag: Vorher-Nachher: Hier verlief die Mauer in Kreuzberg. Und da wird auch die Köpenicker Straße erwähnt.

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