Was man rund um eine Pressekonferenz so erlebt

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Internationale Pressekonferenz des ISTAF-Indoor, so stand es auf der Einladung für Freitag, 15 Uhr. Startort für mich Neuruppin, Ziel die Mercedes-Benz Arena in Berlin. Rund 85 km Autokilometer liegen dazwischen, und wenn man Glück hat, schafft man es in einer guten Stunde. Doch diesmal hatte ich kein Glück. Zwar lachte die Sonne vom Himmel, als ich 13 Uhr losfuhr. Doch dann der entscheidende Fehler: Ich wählte nicht den normalen Weg über Pankow-Heinersdorf, Prenzlauer Allee, weil ich etwas von Bauarbeiten am Autobahnzubringer Pankow gelesen hatte. So also die andere Route über Spandau genommen, vorbei am Olympiastadion, am Funkturm Richtung Bahnhof Zoo. Zwar war der Autoverkehr nicht übermäßig, doch die gefühlten 1000 Ampeln ließen die Zeit verrinnen. Und in der Kantstraße wurde es noch schlimmer. Ein defekter Mercedes parkte in der rechten Spur, und eben, als ich vorbeifahren wollte, schob sich das Abschleppfahrzeug des ADAC in die linke Spur. Totaler Stillstand. Ehe das Auto am Haken hing, dauerte es sicherlich eine Viertelstunde

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Erleichterung, als es weiterging. Vorbei an der Gedächtniskirche, durch die Potdamer Straße, dann rechts ab, den Potsdamer Platz links liegen gelassen und immer geradeaus neben der U-Bahn entlang, die hier oben fährt, bis zum Schlesischen Tor, über die Oberbaumbrücke, nochmals die Mühlenstraße nach links und dann an der East Side Gallery geparkt. Uhrzeit: 14.50 Uhr. Ich schaffte es also noch gerade so.
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Die Journalistenschar saß schon bereit, und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

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Aber ich hatte noch Zeit, um einige Bekannte zu begrüßen. Zuerst Marisa Reich mit den Worten: „Schön, daß ich Dich mal wieder live sehe, sonst kenne ich Dich ja nur noch von Facebook“. Dann kam ein guter, alter Bekannter auf mich zu. Ich nenne ihn immer den „alten Ami“, obwohl er so alt garnicht ist: Ed Gordon, der Leichtathletikexperte, aus Berkeley /USA direkt zum ISTAF-INDOOR angereist. Meine Worte: „Ich freue mich, Dich endlich mal wieder zu sehen, dachte schon, daß Du krank bist“ (zur Erklärung: Ed kam in den letzten Jahren sehr oft zu den deutschen Meetings, hatte seit langem einen ganz engen Draht zu den deutschen Leichtathleten.) Ed Gordon schilderte seine letzte Arbeit in den Staaten: „Ich habe mich drei Wochen mit dem Super Bowl beschäftigt“ ( Das Spiel des Jahres im American Football elektrisiert jedes Jahr die Amerikaner).
Aber dann begann die Pressekonferenz, allgemein nur PK genannt.

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Von links: Raphael Holzdeppe, Cindy Roleder, Robert Harting, Dafne Schippers, Martin Seeber, Claus Frömming.

Pressechef Claus Frömming begrüßt die Journalisten und stellt das Auditorium vor.

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Und dann jagt er allen einen Schreck ein. „ Sie werden Renaud Lavillenie vermissen….“ Ist er verletzt, krank? Nein. „ Er sitzt in Lyon im Flughafen und wartet, daß seine Maschine losfliegt. Er rechnet mit 3 Stunden Verspätung.“ Der Schreck ist vorbei, Hauptsache, er kann am Samstag wieder in die Lüfte fliegen.

Nacheinander werden die Athleten zu ihrer Form, zu ihren Erwartungen und zu den Vorhaben des Jahres befragt. (siehe dazu Beitrag von Jan-Henner Reitze in leichtathletik.de)

Zuerst gibt Cindy Roleder Auskunft (hier im angeregten Gespräch mit Robert Harting).
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Dafne Schippers antwortet auf Holländisch, ihre Managerin übersetzt ins Deutsche.
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Raphael Holzdeppe erläutert sein Vorhaben, die 6 m anzugehen.
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Robert Harting erläutert entspannt, was er von seinem Wiederbeginn erwartet. „ Die Nervosität ist ungeheuer groß. Ich werde wohl nicht so gut schlafen können.“

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Meetingchef Martin Seeger freut sich über die ausverkaufte Halle und über die Treue der Sponsoren, die das Meeting möglich machen.

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Dann nochmals gemeinsames Posieren, nach rechts:
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Und nach links:

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Und Abgang. Dafne Schippers fährt nochmals schnell zum Training, Roleder und Harting haben schon morgens trainiert und Raphael Holzdeppe wird am Abend noch eine Trainingseinheit einlegen.

Robert Harting und Raphael Holzdeppe nehmen sich noch Zeit für Einzelgespräche.

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Die Journalisten hämmern in die Computertasten:

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Ralf Jarkowski für dpa
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Jan-Henner Reitze für leichtathletik.de

Ich räume zusammen mit Claus Frömming und Sven Ibald die große Sponsorenwand ab und verlasse dann die recht kühle Arena. Morgen wird es hier heiß zugehen.
Meine Rückfahrt wird leichter als erwartet. Diesmal wähle ich die Route durch Ostberlin und bin nach einer Stunde wieder in Neuruppin. Eine Reise mit vielen Eindrücken, die die Vorfreude auf das 3. ISTAF INDOOR sehr gesteigert hat.

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