Angelique – die Königin von Melbourne

Irgendwie sehnt man sich heutzutage nach positiven Nachrichten. Warum? Weil man ansonsten vom Negativen erdrückt wird, von den politischen Nachrichten rund um die Flüchtlingsfrage, von Korruption, Geschäftemacherei, Trickserei rund um den internationalen Fußball oder auch Doping in der Leichtathletik.
So konnte ich gemeinsam mit vielen Fernsehzuschauern am Bildschirm jubeln, als die Kieler Tennisspielerin Angelique Kerber im Finale in Melbourne über sich hinauswuchs und die favorisierte Nr. 1 der Welt, Serena Williams (USA), in drei spannenden Sätzen besiegte. Angelique Kerber wurde in Bremen geboren, ihre Familie zog bald nach Kiel, wo Angelique aufwuchs.
Der Sieg in Australien war ihr erster Grand-Prix-Sieg, der letzte deutsche Erfolg stammt aus dem Jahre 1999, damals durch Steffi Graf.
Man sah es der 28-Jährigen „Angie“ nach ihrem Erfolg an, wie überwältigt sie war. Und es war wohltuend zu sehen, wie fair die unterlegene Serena Williams der Deutschen gratulierte, sie umarmte und lobende Worte fand. So wünscht man sich den Sport.
Wie schnellebig ist unsere Zeit! Da schreibt man eine „Jubelarie“ am Samstagvormittag und vergißt dabei fast, daß am Abend zuvor eine ganze Mannschaft die Deutschen jubeln ließ. Die Handballnationalmannschaft besiegte in einem 34:33-Krimi mit Verlängerung die starken Norweger und zog damit ins Finale der Europameisterschaft ein. Aber am Sonntag ist auch noch Zeit, um die Handballer zu würdigen.

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