1986 – ein Rennsteiglauf im Dauerregen und Schlamm

klein Rennsteig 1989
So sieht es jedes Jahr am Start beim Rennsteiglauf aus (hier 1989)

Es hat so viele Lauferlebnisse gegeben, daß es nicht einfach ist, sich an die einzelnen Begebenheiten zu erinnern. Da danke ich mir dann selbst, daß ich damals so schreibfreudig war und meine Mutter an meinen Läufen teilhaben ließ.
Im folgenden ein Brief, den ich ihr am 30. Mai 1986 schrieb:
Der Rennsteiglauf-Bericht: Von Erfurt aus fuhren wir über Stadtilm, aber verfuhren uns dort, weil wir kein Schild nach Rottenbach sahen. Deshalb fuhren wir Richtung Rudolstadt, über Vahwinden, Großliebringen, vorbei an Paulinzella, später vorbei an Schwarzburg (das Schloß sieht ja fürchterlich aus), Sitzendorf, Oberweißbach. Dort ca. 1 Stunde Pause, Gespräch mit dem Apotheker der Fröbel-Apotheke Manfred Heyder, später mit seiner Frau Ute (meiner Cousine). Sie wollen uns anrufen, wenn Heini (mein Onkel aus Schottland) kommt. Dann weiter nach Neuhaus am Rennweg, dort verfuhren wir uns nochmals, aber letztlich kamen wir an, am Ferienheim des LTA (Lufttechnische Anlagen) Berlin. Es liegt gleich am Skilift, von dort aus waren es 20 min Fußweg zum Start. Die Zimmer sind komfortabel, mit Toilette, Balkon. Im Haus Klubräume, Essenssaal, viel Holz, Veranda, Sauna, Solarium. Wir unternahmen bald einen Spaziergang durch den Ort Neuhaus, abends gab es im Heim Brote.

klein Rennsteig 1987
Vor dem Lauf können noch alle lachen (Autor Zweiter von links)

Am Samstag, dem Lauftag, herrschte Dauerregen, deshalb ging ich erst später zum Start. 8 Minuten vor dem Start stand ich im Startgarten. Es wurde geschunkelt und der Schneewalzer gesungen. Dann ging es los, aber schon nach 50 m mußten wir gehen. Diesem Gehen folgten solche Staus noch öfter, bis Masserberg. Vor allem im Wald gab es wenig Platz, oft nur zwei schmale Pfade, ein Überholen war nur selten möglich. Dazu unbeschreiblicher Schlamm, ich rutschte pausenlos. Über die Berge aber kam ich gut, nur einen Berg nach Neustadt mußte ich gehen. In Limbach (nach 45 min) hatte ich Tee genommen, dann nochmals Tee in Masserberg, Neustadt und Dreiherrenstein.

Rennsteig 1982
Die Läuferschlange

Am Ziel war ich nach 4:24 Stunden (für die rund 45 km). Elke stand im Zieleinlauf , hatte meine Sachen. Es war kühl, wir fuhren bald mit unserem Auto zurück. Es ging es über Ilmenau, weil die Laufstrecke ab Allzunah noch gesperrt war. Also über Ilmenau, Katzhütte, nach Neuhaus. Zuerst dann dort duschen und 10 min Sauna. Abends gemütliches Beisammensein mit 25 Personen. Habe mich nicht sehr kaputt gefühlt, auch mein Magen war in Ordnung. Abends tranken wir Bier und Sekt, etwa 1 Uhr waren wir im Bett. Hennigs waren auch dabei, Klaus fuhr die 45 km mit dem Fahrrad ab. Jedenfalls fahren wir 1987 wieder hin zum Rennsteiglauf.

klein StartnummerRennsteig 1986

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