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Olaf Brockmann – Fotos von der Eröffnungszeremonie

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann von der „Kronen Zeitung „ aus Österreich gefiel die Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro, sodaß er nicht nur darüber schrieb, sondern auch pausenlos auf den Auslöserknopf seiner Kamera drückte.

Ich bin froh, daß ich von ihm die Erlaubnis habe, diese seine Fotos aus Rio auch auf meiner Homepage zu publizieren.   Am Ende der Spiele werde ich alle seine Fotos in einem Extra-Ordner zusammenfassen.  Zunächst aber kommen die Fotos erstmal einzeln:

Eindrücke von der  Eröffnungszeremonie vom 5. August 2016:

Brock open eins

Brock open drei

Brock open zwei

Brock open vier

Brock open sechs

Brock open acht

Brock open neun

Brock open zehn

Brock open elf

Brock open zwölf

Brock open dreizehn

Brock open vierzehn

Brock open sechszehn

Brock open fünfzehn

Rio 2016: Der Olympia-Rebell Robert Harting

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Wenn es Robert Harting nicht geben würde, müßte man ihn erschaffen.  Was er mit seinen sportlichen Leistungen, mit seinen zahlreichen Wortmeldungen  bewegt, daß ist für die Leichtathletik, ja für den gesamten Sport  fast einmalig.

Ich habe ihn in einem längeren Gespräch erstmals am 10. Juni 2006 am Rande der Berliner Meisterschaften in Berlin-Wilmersdorf   kennengelernt.  Ein Jahr zuvor, 2005, war er in Erfurt, meiner Heimatstadt, gerade U23-Europameister geworden. Im Gespräch ging es damals u.a. auch um seinen Trainerwechsel, von Jürgen Schult zurück zu Werner Goldmann. Und so nebenbei erzählte er mir auch, daß Diskuswerfer Torsten Schmidt auch gerade den Trainer gewechselt hatte. Das war vor zehn Jahren. Heute ist dieser Torsten Schmidt der Trainer von Robert Harting.

Damals bei den Berliner Meisterschaften schleuderte Robert Harting die Scheibe auf 60,25 m und sein Trainer Werner Goldmann meinte dazu: „ Die Spritzigkeit ist im Moment nicht da. Er hat ein wenig Knieprobleme, was ihn behindert. Aber vom gesamten Bewegungsablauf war es schon recht ordentlich.“   Mit der Kugel schaffte er dann noch die persönliche Bestweite von 18,08 m.

Robert Harting war damals bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Potsdam angestellt, machte sich aber auch Gedanken darüber, Architektur oder Innenarchitektur zu studieren. „ Ich habe jetzt ein Jahr nur trainiert, das erfüllt mich nicht vollends.“

Schon  damals war er sehr offen zu mir,  erzählte mir von seinen Problemen,  obwohl wir uns gerade einmal kennengelernt hatten. Später habe ich oft mit ihm geplaudert, wie viele andere Journalisten auch.

 

Einer, der immer sehr nahe an ihm dran war, ist mein Kollege Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

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Michael Reinsch  auf einer PK mit  Robert Harting

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Michael Reinsch (links) im Gespräch mit Fotograf Eberhard Thonfeld auf der Eröffnungs-PK des ISTAF 2016

 

Zuletzt im Juli 2016 hatte Michael Reinsch ein sehr langes und intensives Gespräch mit Robert Harting im Trainingslager in Kienbaum.

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All das, was ihm der Diskuswerfer ihm dort erzählte und all das, was er vorher schon über ihn erfahren hatte, faßte Michael Reinsch in einer umfangreichen Geschichte zusammen, die er nun, selbst schon in Rio de Janeiro weilend,  zur Redaktion der FAZ schickte und dort am 5. August 2016 veröffentlichen ließ.

Lesen Sie im folgenden Auszüge aus dieser Geschichte über Robert Harting, die die vielschichtigen Seiten des Olympiasiegers von 2012  beleuchtet.

 

Rio 2016: Der Olympia-Rebell Robert Harting

Rio 2016 für Homepage

Diskuswerfer Robert Harting hat sportlich alles erreicht. Bei Olympia in Rio ist er der deutsche Sportler mit dem höchsten Bekanntheitsgrad. Das ist ihm nicht genug. Er legt sich mit allen Mächtigen des Sports an.

Welcher Sportler hat schon sein eigenes Markenzeichen, oder noch besser: Welcher Sportler ist schon seine eigene Marke? Neun Jahre ist es her, da wurde Robert Harting unverwechselbar. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Osaka zerriss der Diskuswerfer, kaum hatte er die Silbermedaille gewonnen, schreiend vor Glück das Nationaltrikot auf der breiten Brust. Seitdem ist er zwei Mal Europameister geworden, drei Mal Weltmeister und, 2012 in London, Olympiasieger. Trikots zerreißt der 2,02 Meter große Riese aus Berlin schon lange nicht mehr. Aber jeder weiß: Bei Harting fliegen die Fetzen.

Wie in der vergangenen Woche. Da sagte er über Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): „Für mich ist er Teil des Doping-Systems, nicht des Anti-Doping-Systems.“ Bach hat die russische Auswahl eingeladen zu den Sommerspielen in Rio de Janeiro, obwohl die Welt empört ist über das staatlich organisierte Doping im russischen Sport und die dreiste Manipulation der Doping-Kontrollen bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi vor zwei Jahren. Am Freitag beginnt Olympia mit der Eröffnungsfeier.

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Aus der Eröffnungs-Pressekonferenz des ISTAF 2016 in Berlin

Er gehe nicht mit Thesen in Pressekonferenzen, sagt Harting, er lege sich solche Statements auch nicht zurecht. Ein Interview sei für ihn ein Meinungsaustausch mit Journalisten; er denke halt laut. Und so erzählte Harting, als er kürzlich im Trainingslager in Kienbaum zu seinem Pressetag einlud, dass er eine schlaflose Nacht verbracht habe nach der Entscheidung von Bach. Als die Journalisten nachfragten, drehte und wendete er vor den Kameras und Mikrofonen die Frage, ob Bach tragbar sei als IOC-Präsident. „Wenn ich sage, dass er das nicht ist – was ich persönlich so empfinde -, wird sich daran trotzdem nichts ändern“, redete er so vor sich hin. „Robert Harting ist der Sportler, der sich bei Olympia bewegt, der vielleicht auch zwei, drei Sachen sagt. Aber allein werde ich nichts verändern können.“ Das ist alles andere als Resignation. Für Harting ist das eine Herausforderung.

Die scheinbare Ausweglosigkeit hat ihn seine ganze sportliche Karriere über zu Höchstleistungen angetrieben. „Mir ging es immer um Anschluss, um Anerkennung“, sagt er. „Ich habe mit dem sportlichen Erfolg das erzwungen, was ich nicht hatte.“ Aus der Handballmannschaft in seiner Heimatstadt Cottbus flog er als Halbwüchsiger, weil seine Eltern mit dem lächerlich geringen Monatsbeitrag im Rückstand waren. Mit 17 Jahren verabschiedete er sich auf die Sportschule nach Berlin – mit Tattoo auf dem Unterarm und Piercing in der Augenbraue. Gegen die Einsamkeit hielt er in seinem Internatszimmer einen Hasen; er nannte ihn „Braten“.

Abitur, Studium, sportlicher Erfolg – für Harting war alles ein Existenzkampf. Zu Meisterschaften stieg er, als wäre er ein Boxer, zur Entscheidung über alles oder nichts in den Ring. Den Druck braucht er. „Ein kompletter Athlet bist du erst als Olympiasieger“, sagte er 2012, als ein chronisch entzündetes Kniegelenk ihn quälte. „Und wenn ich später im Rollstuhl sitze: Ich will dieses verdammte Gold.“ Er holte es sich. Und wurde erstmals zum Sportler des Jahres gewählt, vor Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.

Harting hat an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert, er beherrscht das Handwerk. Vor einem Jahr produzierte er einen kaum anderthalb Minuten langen Film mit der Magie eines Musik-Videos. Sportlerinnen und Sportler distanzieren sich darin, unterlegt mit dem Rhythmus eines Herzschlags, vom korrupten Leichtathletik-Weltverband. „Liebe IAAF, wir können dir nicht mehr trauen“, sagt Harting auf Englisch. „Du hast verraten, woran ich glaube.“ Bei Youtube ist das Video mehr als hunderttausend Mal gelaufen.

Das ist die höchste Form des Protests, denn Athleten können nicht streiken. „Jeder Sportler hat fünf, sechs Sportfördersysteme im Hintergrund“, erklärt Harting die prekäre Mischfinanzierung aus Sponsorleistung, Klubfinanzierung und Geld vom Staat. Bundeswehr, Polizei, Bundespolizei und Zoll stellen mehr als tausend Stellen zur Verfügung, um Athleten wirtschaftlich abzusichern. Doch die Verbände entscheiden, ihre Trainer und Sportdirektoren vergeben die Anstellungen. Wer nicht verlässlich sportliche Leistung bringt, ist draußen.

„Das ist eigentlich kein demokratisches Fördersystem, sondern eine Diktatur“, findet Harting. „Jeder sieht sich im Vordergrund, und die Athleten sind abhängig. Wenn sie sich weigerten, in Rio anzutreten, würden sie vom Markt verschwinden.“ Ein Arbeitskampf ist in Rio zwar ausgeschlossen, eine Demonstration der Sportler aber wohl in Vorbereitung.

Früher dachte er über eine Freigabe von Dopingmitteln nach

Einfach war es für Harting nicht, die Rolle des Kritikers und Anti-Doping-Vorkämpfers einzunehmen. Nach der Qualifikation bei der WM 2009 im Berliner Olympiastadion klagte er, noch im Adrenalinrausch, dass ihm der Protest der Doping-Opfer-Hilfe auf die Nerven gehe. Die Organisation hatte vor dem Stadion Augenbinden verteilt, damit man das Doping-Elend nicht sehen müsse. Harting fühlte sich angegriffen und schimpfte, sein Diskus solle den Protestierern an den Kopf fliegen.

Mit bald 32 Jahren ist er nicht viel ruhiger geworden. Doch er scheint seinen Weg gefunden zu haben. Als er 2009 über die Wirkungslosigkeit von Dopingkontrollen lamentierte, empfahl er noch, über eine Freigabe der Mittel nachzudenken. „Ich bin ein ganz harter Anti-Doping-Kämpfer“, sagt Harting heute. „Aber unser Engagement scheitert an den Funktionären.“ Als der Leichtathletik-Weltverband den zwei Mal des Dopings überführten Sprinter Justin Gatlin als Leichtathleten des Jahres zur Wahl stellte, forderte Harting öffentlich, aus der Kandidatenliste gestrichen zu werden. Der Verband änderte seine Regeln; Doper dürfen nicht mehr geehrt werden.

Auch im Fall der russischen Sportler hat er sich schon früh und entschieden zu Wort gemeldet. „Das Ende des Vertrauens“ hieß ein Beitrag, den Harting im Januar 2015 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb. Neun Monate bevor Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) systematisches Doping in der russischen Leichtathletik belegten und obendrein die Polizei über Erpressung, Bestechung und Geldwäsche an der Spitze des Leichtathletik-Weltverbandes informierten. Anderthalb Jahre bevor IOC-Präsident Bach mit der Einladung Russlands nach Rio die Sportwelt schockierte, beschrieb Harting geradezu prophetisch die Athleten als rechtlose Figuren in einem schändlichen Spiel.

„Allein wenn ein Athlet sich nicht dem Wada-Kodex unterwirft, wird ihm alles genommen: sein Startrecht, der Sinn seines Trainings, die Möglichkeit, Sponsoren zu finden. Wenn aber Länder sich offen weigern oder den Kodex unterlaufen, geschieht nichts. Das System ist erst fair, wenn auch Länder und Verbände gesperrt werden, die sich nicht an die Regeln halten.“

Er ging damals auch auf Julija Stepanowa ein, die Whistleblowerin, der das IOC nun mangelnde ethische Qualifikation attestiert. Sie hatte sich an die Wada gewendet mit der Beschreibung eines Systems, mit belastenden Filmaufnahmen der obersten russischen Nationaltrainer. „Dass bis jetzt keine Konsequenzen erkennbar sind, lediglich von oberster Stelle geprüft wird, ist das Ende des Vertrauens in diese Einrichtung“, schrieb Harting.

Heute wirft er für Rio die Frage des Schadensersatzes auf: Wenn Athleten aus dem russischen System nun Medaillen gewinnen und später als Doper auffliegen, ist für ihn die Verantwortung eindeutig. Es sei an der Zeit, sich zu überlegen, wie die betrogenen Athleten entschädigt werden sollten, sagt er.

Als die Regierung 2015 das Anti-Doping-Gesetz schuf, ging er in den Widerstand. Im Gesetzgebungsprozess lud der Bundestag ihn als Experten ein. Doch Harting bekam zu spüren: „Ich war nicht erwünscht.“ Denn er argumentierte gegen die Strafbarkeit des Besitzes von Doping-Mitteln, den Kern des Gesetzes. Seiner Ansicht nach ist die Gefahr zu groß, dass Athleten Opfer eines Komplotts und ihnen Doping-Mittel untergeschoben werden. Doch die große Koalition war sich einig und verabschiedete das Gesetz. Damals beschloss er, sich an öffentlichen Debatten solcher Tragweite nicht mehr zu beteiligen. „Ich habe gelernt, dass der Einfluss eines Athleten schnell am Ende ist“, sagt er.

Deutsche Sportlotterie als Fördermittel gescheitert?

Ähnliches erlebte er bei einer anderen Herzensangelegenheit: dem Versuch, die große Ungerechtigkeit der Sportförderung endlich zu beseitigen. Gemeinsam mit dem Unternehmer Gerald Wagener entwickelte Harting, beginnend im Olympia-Jahr 2012, die Deutsche Sportlotterie, ein Tippspiel, für das sie sogar die Glücksspiel-Lizenz erwarben. Doch statt Geld in die Portemonnaies der Athleten zu spülen, stieß das Projekt auf den Widerstand der Sportorganisationen. In den Augen vieler Funktionäre gefährdete es die Umsätze von Lotto und Toto und damit die Fördermittel, die aus diesen Einnahmen fließen. Heute ist das Sportlotto als eines von neun Angeboten auf der Internetseite von Hessen-Lotto gestrandet; es darf als gescheitert gelten.

Nun also Rio, es sollen Hartings letzte Spiele werden. Ein Kreuzbandriss im einen, eine Entzündung im anderen Knie und schließlich ein Muskelriss in der Brust haben ihn anderthalb Jahre gekostet. 68,50 Meter traut er sich nun zu. Damit ist von Platz vier bis zur Goldmedaille alles drin.

Harting reist erst nach der Eröffnungsfeier an

Aus dem Wettbewerb um die Rolle des Fahnenträgers der deutschen Mannschaft war Harting freiwillig ausgestiegen. Er will erst drei Tage nach der Eröffnungsfeier in Rio eintreffen und unbelastet in seinen Wettbewerb mit Qualifikation am 12. und dem Finale am 13. August gehen. Vom Trainingslager in Kienbaum aus hält er Kontakt mit Enttäuschten, Unzufriedenen und Aufmüpfigen. Olympia in Rio: Die Situation schreit danach, sich demonstrativ vom IOC zu distanzieren. Doch zumindest für ihn persönlich ist diesmal alles anders: „Ich darf Olympia noch einmal erleben“, sagt Harting. „Zum ersten Mal kämpfe nicht um meine Existenz.“

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass das Ergebnis keine Relevanz hat. Harting will mehr als einen guten Wurf. „Es geht um sportliche Relevanz; darum, eine Position zu erreichen, in der ich nicht ignoriert werden kann“, sagt er, mit dem alten Kämpfergeist. „Im System muss man als Sportler Gewicht haben. Wenn ich Erfolg habe, habe ich weiterhin die Möglichkeit zu wirken. Wenn nicht, dann nicht.“ Harting will was reißen, um die Marke zu stärken.

Michael Reinsch, Korrespondent für Sport in Berlin

(aus Frankfurter Allgemeiner Zeitung von 5. August 2016)

Michael Reinsch

 

Die sportliche Karriere des Robert Harting:

Der Athlet Robert Harting wird in Rio de Janeiro zu seinen dritten Olympischen Spielen antreten. 2008 in Peking enttäuschte der gebürtige Cottbuser sich und sein deutsches Team mit Platz vier, 2012 triumphierte Harting in London und gewann die ersehnte Goldmedaille. Auch sonst hat der 31 Jahre alte Leichtathlet fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Dreimal nacheinander gewann er den Weltmeisterschaftstitel (2009, 2011, 2013), acht Mal in Folge wurde er deutscher Meister (2007 bis 2014), zweimal wurde er Europameister (2012, 2014). Dass Harting bei Fachleuten beliebter ist als bei Funktionären, zeigte sich bei den Wahlen zum „Sportler des Jahres“: Er trug den Ehrentitel 2012, 2013 und 2014.

Fotos von der Deutschen Meisterschaft 2016 in Kassel, als Robert Harting mit 68,04 m deutscher Meister wurde:

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(Fotos aus Kassel:  Alwin Wagner)

Christina Schwanitz: Wie weit fliegt ihre Kugel am 12. August 2016 in Rio?

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Kugelstoßerin  Christina Schwanitz krönte sich im Jahr 2015 zur Kugel-Königin von China. Im „Vogelnest“-Stadion von Peking brauchte sie drei Versuche, um mit einem Stoß auf 20,37 Meter die zunächst führende chinesische Lokalmatadorin Lijiao Gong  in die Schranken zu weisen. Damit war die Straße zum Gold frei. „Ich war als Jahresweltbeste die Favoritin und ich wollte das auch bestätigen. Es war für mich die Saison meines Lebens“.

Zumal China ein gutes Pflaster für die gebürtige Dresdnerin ist. 2013 kam sie in Shanghai erstmals über die 20 Meter, im Mai 2015 wuchtete sie die Eisenkugel in Peking auf 20,77 Meter. Und nun pflückte sie im gleichen Stadion das WM-Gold.

Es war allerdings bis dahin ein steiniger Weg. Lange Zeit war ihr der Spaß am Leistungssport entglitten, musste sie mehr mit den Schwächen ihres Körpers kämpfen als mit der Kugel. Das konnte sie auch mit ihrer sprichwörtlichen Fröhlichkeit nicht wegwischen. Doch als nach vielen Operationen die  Metallschrauben wieder aus ihrem Fuß entfernt waren und  sie 2009 einen  Neuanfang bei Trainer Sven Lang wagte, kam der Spaß am Sport wieder zurück.  Aber was manchmal so einfach aussieht,  ist aus harter Arbeit erwachsen. Ihr  früherer Trainer hat mal gesagt: „Wenn du aus dem Kraftraum kommst, haben die Geräte Muskelkater“.

Doch um so süßer ist dann der Lohn. Erfolg heilt alle Wunden, heißt es so einfach. In Zürich holte sie 2014 bei der EM ihren ersten großen Titel. Danach bekam sie zwar mit einer Knie-Operation wieder einen Schuss vor den Bug. „ Ich dachte kurzzeitig sogar an ein Karriereende“. Doch ihr Körper ließ sie nicht im Stich, unterstützt durch medizinische Künste, durch einen  einfühlsamen Trainer und die Unterstützung ihres Ehemannes Tomas.

Für 2016 hatte sich die nunmehr 30-jährige Christina Schwanitz zwei Ziele gesetzt:  die EM in Amsterdam und dann Olympia in Rio.  Doch beide Ziele schienen zunächst stark  gefährdet, denn eine Verletzung ließ sie lange fast verzweifeln.

ISTAF 2016 Titelfoto

Doch auf der Eröffnungspressekonferenz des ISTAF am 9. Juni konnte sie endlich wieder strahlen und Entwarnung geben.

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Und dann klappte es am 7.  Juli in Amsterdam ganz nach Wunsch, holte sie sich mit 20,17 m den Europameistertitel.

Zuletzt sah ich sie am 2. August bei meinem Besuch in Kienbaum. Zunächst ihr gesponsertes Auto, parkend vor dem Kraftraum.

Schwanitz Auto

Und dann nochmals beim Mittagessen. Doch an diesem Tag hatten wir nur einen kurzen Gruß füreinander, weil wir andere Verpflichtungen hatten.

Länger konnte sich einige Tage zuvor mein Kollege Philip Häfner mit ihr unterhalten.

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Philip Häfner

 

Sein ausführliches Interview mit Christina Schwanitz war dann in der Zeitung    „ Forum-Das Wochenmagazin“ (www.magazin-forum.de) vom 29. Juli  auf den Seiten  10-13  nachzulesen.

http://www.magazin-forum.de/sites/default/files/Inhalte/Beilagen/Ausgabe%202016%2031%20Beilage%20Olympia.pdf

Nun aber gilt das ganze Augenmerk von Christina Schwanitz dem olympischen Finale am 12. August. Und welche  Medaille wird sie dann beim ISTAF im 3. September im Berliner Olympiastadion präsentieren?

Peter Grau

 

 

Christina Schwanitz

Kugelstossen I Frauen

Alter: 30 Jahre

Land:  Deutschland

Bestleistung: 20,77 M

Erfolge: Europameisterin 2016, Weltmeisterin 2015, Europameisterin 2014, Silber Hallen-WM 2014, Silber WM 2013, Hallen-Europameisterin 2013

Olaf Brockmann aus Rio: Gesichter des Tages

 

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Olaf Brockmann (rechts), ganz in der Nähe von Christus

 

Olaf Brockmann, Journalist von der Wiener „Kronen Zeitung“, fotografiert schon seit längerem  Personen aus dem Alltagsleben, um sie dann auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichen. Er publiziert das unter dem Titel „Face of the day“. Gleich, ob man es als „Gesicht des Tages“, „Kopf des Tages“, „ Antlitz des Tages“ übersetzt, beeindruckend ist es allemal.

Deshalb möchte ich in loser Form in den Tagen der Olympischen Sommerspiele von Rio de Janeiro einige dieser seiner Fotos vorstellen (und immer schön auf das Bild klicken, denn dann entfaltet es seine ganze Pracht!)

Face eins

Face zwei

Face vier

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Kugelstoßer Tobias Dahm – fit für Rio

Kugelstoßer Tobias Dahm (VfL Sindelfingen)  bekommt im Bundesleistungszentrum in Kienbaum vor den Toren Berlins den letzten Schliff für Rio.  „ Ich freue mich schon sehr auf den Start bei den Olympischen Spielen. Und ich fliege auch voller Selbstvertrauen hin, will zunächst am 18. August  die Qualifikation überstehen und dann am gleichen Tag im Finale möglichst Bestleistung stoßen“.

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So wie er es bei unserem Gespräch im Bistro des Trainingszentrums sagt, in seiner ruhigen, freundlichen, aber bestimmten Art, nimmt man ihm das gern ab. Und ein wenig denke ich an das Sprichwort: „ In der Ruhe liegt die Kraft“.  Er bestätigt auch, dass ihm das normalerweise bei Wettkämpfen auch zugute kommt. „ Ich bin immer recht ruhig, im Gegensatz zu vielen Athleten, die Tage vorher schon aufgeregt sind. Erst auf der Fahrt ins Stadion und dann beim Warmmachen werde ich  etwas nervöser.“    Doch allein mit Ruhe fliegt die 7,26- kg-Kugel auch nicht. Dazu ist mehr notwendig. Vor allem intensives Training. Und das hat er gerade hinter sich.

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Eine beschauliche Ruhe liegt über dem Liebenberger See dicht am Trainingszentrum

Tobias Dahm kann über die Trainingsbedingungen hier in Kienbaum nur Gutes berichten.  „ Ich bin jetzt die dritte Woche hier, und mit meinem Trainingszustand sehr zufrieden.“  Zu zwei Wettkämpfen ist er von hier aus gefahren, am 29. Juli stieß er in Schönebeck 19,84 m, „viel mehr war nicht zu erwarten, denn ich kam ja aus dem harten Training.“ Und zwei Tage später, am 31. Juli, trat er nochmals beim Schlossmeeting in Gotha an und schaffte 20,12. „Aber nach dem dritten Versuch hörte ich auf , weil es so vom Himmel schüttete und ich vorsichtig sein wollte.“

 Sechs Minuten im Kältebecken

Wie sieht nun sein normaler Trainingstag in Kienbaum aus?  Tobias Dahm scheint es Spaß zu machen, darüber zu berichten: „ Meistens klingelt der Wecker um 7.30 Uhr, um  8 Uhr ist Frühstück.  Die erste Trainingseinheit beginnt in der Regel 10 Uhr, und zunächst wärmen wir uns auf dem Ergometer auf oder spielen Tischtennis oder Basketball.“  Dann folgt die Arbeit mit der Kugel. „ In der Regel stoßen wir nicht im Freien, sondern in der Wurfhalle, weil es technisch sauber sein soll. Und wir setzen verschiedene Reize, denn es wird nicht nur mit der  Wettkampfkugel von 7,26  kg gestoßen, sondern auch mit  6 kg und mit 8 kg.“ Zwischen 35 bis 50 mal fliegt die Kugel durch die Luft. Anschließend werden im Kraftraum noch einige Übungen für Rumpf und Schulter durchgeführt, „ für die kleine Muskulatur“, wie Tobias Dahm erklärt.  Dann folgt die Krönung des Vormittags, der „Sprung“ ins Kältebecken. „ Sechs Minuten bin ich drin, das ist kein Problem für mich. Man kann sich das wie ein Bad im Gebirgsbach vorstellen.“

Anschließend  geht es zurück ins Zimmer, kurze Wege sind für Kienbaum das Normale. Nach ausgiebigem Duschen sind es dann beispielsweise 50 Meter bis zur Mensa, wo ein schmackhaftes Essen wartet.

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Tobias Dahm hat von allem etwas gegessen.

Eine längere Mittagspause folgt, er hat ein Einzelzimmer im Hauptgebäude:

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„ So zwischen 20 und 40 Minuten schlafe ich da“. Das klingt nicht viel, aber wenn Tobias Dahm später vom normalen Leben in Stuttgart, vom Pendeln zwischen Arbeit und Sport, erzählt, muss man das anders sehen. Hier bekommt das Wort „ Regeneration“ einen ganz anderen Klang.

Scharfe Stöße und Bankdrücken

Ab 16 Uhr ist dann die zweite Trainingseinheit angesetzt. Da kommen die „scharfen Stöße“, d.h., „ich versuche wettkampfnah zu stoßen. Das sind dann nochmals 20 bis 25 Stöße, je nachdem, was der Körper sagt“.

Danach geht es in den Kraftraum, und dort folgen normale Übungen wie Bankdrücken, Reißen, Kniebeugen und Beinpresse. Und welche Massen werde dabei bewegt?   „Das hängt immer von der jeweiligen Trainingsphase ab. Gegenwärtig mache ich beim Bankdrücken mit der Freihantel 3 Wiederholungen in fünf Serien, und bewege dabei zwischen 210 und 230 kg.  Das Reißen versuchen wir relativ schnell auszuführen, in der gleichen Technik wie die normalen Gewichtheber, aber nicht ganz so tief in der Hocke.“   Bis maximal 95 kg bewältigt er da.

 

Das Gesamtpaket Kienbaum stimmt jedenfalls für Tobias Dahm. Das merkt man ihm an.

Und er genießt es um so mehr, weil seine Nominierung für Olympia nicht eben glatt verlief. Lange kämpfte er um die Olympianorm von 20,50 m. Zwar hatte er im Hallenwettkampf in Saßnitz mit 20,56 m ordentlich vorgelegt, doch im Freien mühte er sich lange vergeblich.

Für die EM in Amsterdam wurde  er nominiert, doch das schien für ihn die letzte Chance.  Und so sieht er es im Nachhinein: „ Der Qualistoß mit 20,42 m war sehr erfreulich. Nun schien im Finale alles machbar. Und auch der erste Versuch mit  20,03 m ließ mich hoffen. Aber dann hat man nur noch fünf Versuche und man zählt die innere Uhr herunter. Ich wurde nervöser, konnte die Atmosphäre nicht aufsaugen.“  Am Ende standen nur 20,25 m als bestes Ergebnis auf der Liste. Da nützte auch die annehmbare Serie von  20,03; 20,25; 19,76; 19,78; 20,17, 20,13 m nichts. Es fehlte einfach der Ausreißer nach oben. Und Tobias Dahm war sehr enttäuscht. „ Damit stand für mich Rio in weiter Ferne. Um so schöner, dass ich zwei Tage später von meiner Nominierung erfuhr.“

Spagat zwischen Arbeit und Sport

Ein kleines Wunder ist das für manchen, wenn man weiß, daß Tobias Dahm zwischen Arbeit und Sport pendelt, einen Vollzeitjob bei Daimler in Sindelfingen hat. Das tendiert dann fast mehr zum Amateur. Aber es zeigt vielleicht auch, was alles möglich ist.

Und so ganz freiwillig ist Tobias Dahm diesen Weg auch nicht gegangen.

„2000 habe ich meine Ausbildung bei Daimler begonnen, „ erinnert er sich. Damals hatte ich keine andere Option. Ich war weder Bundeskader, noch eröffnete sich für später eine andere Möglichkeit wie Bundespolizei oder Bundeswehr.“ Aber bereut hat er es nicht. 2003 schloss er seine Ausbildung als Mechatroniker ab. „ Bei Daimler wird man danach nach den Noten eingestellt. Meine Noten waren relativ gut, und deshalb war schnell klar, dass ich ab 2003 in die Entwicklung kam. Das war auch mein Anreiz, denn das ständige Stehen am Band hätte sich mit dem Leistungssport nicht vertragen.“  Und in der Entwicklungsabteilung arbeitet er mit daran, die neueste Elektrik in den sogenannten Erlkönig, den ersten Versuchsträger, einzubauen. „ Wir setzen neue Technik in die neuen Modelle, es wird die Zukunft erprobt.“

Wahrlich eine interessante, abwechslungsreiche Arbeit. Und da nimmt Tobias Dahm auch manche Mühen in Kauf.

Alles spielt sich im Raum Stuttgart ab. „ Ich habe im Prinzip zwei Wohnsitze. Einmal zuhause bei meinen Eltern in Neuhengstett. Von dort sind es ungefähr 40 km bis nach Stuttgart. Und dann habe ich noch eine Wohnung in einer WG in Stuttgart. Diese Wohnung beziehe ich meistens dann, wenn die Tage zu lange sind und es sich nicht mehr lohnt, nachhause zu fahren.  Insgesamt bin ich die Hälfte der Woche in Stuttgart und die andere Hälfte in Neuhengstett.

Und so sieht dann sein normaler Tagesablauf aus: „ Gegen 4.40 Uhr stehe ich auf, fange um 6 Uhr mit der Arbeit an. Die geht dann meistens bis 15.30 oder 15.45 Uhr. Dann setzte ich mich ins Auto und fahre zum Training in die Molly -Schaffele-Halle. Der dortige Olympiastützpunkt der Leichtathleten liegt hinter der Gegengerade der Mercedes-Benz-Arena.

Ab 16 Uhr beginnt das Training dort und das Ende hängt dann ganz davon ab, welche Programm meine Trainer vorgesehen haben. Aber in der Regel ist dann 21 Uhr Schluss.  Trainer? „ Ja, ich habe seit langem zwei Trainer. Einmal meinen Heimtrainer Joachim Lange, den Bruder meiner Mutter. Und zum anderen den Landestrainer Peter Salzer.  Beide ergänzen sich sehr gut“, lobt er und fügt noch an: „ Ich bin froh, dass ich zweigleisig fahre, also Arbeit und Sport habe. Es ist zwar auch gut, wenn man nur Sport betreibt, aber ich bin kein Mensch, der sich Tag und Nacht nur mit dem Sport beschäftigen will. Ich brauche auch etwas anderes, etwas, was meinen Kopf mehr beschäftigt. Ich brauche eine Arbeit, die in meinen Augen sinnvoll ist.“

Eigentlich bleibt da fast keine freie Zeit für ein Hobby. Aber da täuscht man sich.  „ Mein Hobby sind alte Autos, Oldtimer“, erklärt er. „ Vor fünf Jahren habe ich mir aus den USA ein altes Auto herüberkommen lassen, einen Mustang Coupe, Baujahr 1967.“ Das paßt natürlich zum Beruf. Und Tobias Dahm hat danach viele Stunden  geopfert, hat viel am Auto herumgeschraubt, herumgebastelt.  Um so stolzer ist er, wenn er berichtet: „ Es ist fahrfertig“. Und so sieht es aus:

Tobias Dahm Mustang

Mustang Coupe, Baujahr 1967

 

Die Zeit vergeht bei unserem Gespräch in Kienbaum sehr schnell, und ich möchte auch nicht zu viel von seiner Mittagspause wegschneiden. Aber ein wenig möchte ich noch erfahren, wie er überhaupt zum Sport gekommen ist.

Vom Fußball über Zehnkampf zum Kugelstoßen

1987 in Böblingen in der Nähe von Stuttgart geboren, beteiligte er sich als Kind zwar am Drei-oder Vierkampf, aber „ vor allem haben wir Fußball gespielt. Doch leider zogen dann in der Mannschaft nicht mehr alle an einem Strang und wir wurden schlechter.“ Aber, und das ist sicher ein Credo von Tobias Dahm, „ ich hatte keine Lust zum Verlieren.“ So hörte er mit dem Fußball auf, erinnerte  sich wieder an die Leichtathletik, und wurde vom Bruder seiner Mutter, Joachim Lange, trainiert. „ Es hat wieder Spaß gemacht und auch die ersten Erfolge stellten sich ein, vor allem im Mehrkampf.“ Als aber Verletzungen sich häuften, stand er kurz davor, aufzugeben. Da bekam er den Tipp: Probiere es doch mal mit dem Kugelstoßen. Das war im Mehrkampf seine beste Disziplin gewesen, und er brachte auch die nötigen Körpermaße mit. Allerdings nicht zum Drehstoß, „dafür war ich zu lang und außerdem hatte ich kein Gefühl für die Drehbewegung“. Es folgten Hochs und Tiefs, aber Tobias Dahm glaubte immer an sich. So überwand er auch eine gewisse Durststrecke, als es in den Jahren 2013 bis 2015 einfach nicht über die 20 m hinausgehen wollte. Um so mehr freute sich der nunmehr 2,03 m große und gegenwärtig 124 kg schwere Hüne, daß seine Kugeln  2016 endlich über diese Marke hinweg flogen. Und das Ticket für Olympia war der schönste Lohn dafür.

Die letzten Tage bis zum 18. August will Tobias Dahm nun auch noch perfekt gestalten. „ In dieser Woche wird nochmals voll belastet. Am 7. August fliege ich  von Berlin aus heim nach Stuttgart.  Dann wird bis zum 12. August durchtrainiert, wobei die Intensität deutlich heruntergeschraubt wird.“  Für den 12. August ist sein Abflug nach Rio de Janeiro terminiert. Und dann sind es nur noch wenige Tage bis zum 18. August. Dort wird sich der Kugelstoßer Tobias Dahm gemeinsam mit David Storl im Olympiastadion präsentieren. Und darauf freut er schon heute unbändig.

Peter Grau

 

 

Nachklang von den Halleschen Werfertagen

Halle Werfertage 2016 Programm

Am 21. Mai  2016 sah ich in Halle/Saale Tobias Dahm erstmals in diesem Jahr in Aktion. Da konnte man noch nicht ahnen, daß er drei Monate später im Kugelstoßring in Rio stehen würde.

Einige Fotos aus HalleSaale :

Tobias Kienbaum eins

Während des Wettkampfes sah er sich zwischendurch in Ruhe die Konkurrenz an.

Tobias Kienbaum zwei

Vor der Siegerehrung plauderte er u.a. mit den Altmeistern Oliver-Sven Buder und Ralf Bartels:

Tobias Kienbaum drei

Bei der Siegerehrung wurde er als Dritter geehrt.

Tobias Kienbaum sechs

Gemeinsam auf dem Treppchen:  1. Konrad Bukowiecki (POL/20,61 m),    2. David Storl ( SC DHfK Leipzig / 20,25) , 3. Tobias Dahm ( VfL Sindelfingen / 19,77 m).

 

Olaf Brockmann’s weitere Rio-Eindrücke

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann (Foto: Florian Hitz)

Mein Wiener Kollege Olaf Brockmann ist wieder auf Reisen.  Nachdem er über die U20-Weltmeisterschaften in Polen berichtet hatte, setzte er sich bald wieder ins Flugzeug, um nach Rio de Janeiro zu fliegen. „ Es werden meine 11. Olympischen Sommerspiele,“ freute er sich. Und er wird wieder fotografieren, auch wenn er vor allem für die „Kronen Zeitung“ berichten darf.

Schauen sie weitere Fotos von ihm an, diesmal ohne Bildunterschriften (und immer schön draufklicken!).  Mehr Details auf der Facebookseite von Olaf Brockmann.

Brock zwei

Brock eins

Brock drei

Brock vier

Brock fünf

Brock sechs

Brock acht

Brock neun

Brock elf

Brock zwölf

Brock dreizehn

Brock vierzehn

Brock fünfzehn

Brock sechszehn

 

Brock siebzehn

Brock achtzehn

Brock neunzehn

 

Die Spiele in Rio: Olympia vom Ende her denken

Rio 2016 für Homepage

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro rückt immer näher, am 5. August 2016 ist es soweit. Endlich, werden manche sagen, und sich spannenden Sport erhoffen.  Nicht mit mir diejenigen, die von den vielen Negativmeldungen im Vorfeld genervt sind und denen der Spaß vergangen ist.

Friedhard Teuffel, Redaktionsleiter Sport bei der Berliner Tageszeitung “ Der Tagesspiegel“ , hat nun am 4. August einen wie ich finde sehr ausgewogenen Kommentar geschrieben. Darin wird sowohl Positives als auch Negatives genannt. Aber wichtig, so der Kommentator, sei, wie es nach den Olympischen Spielen aussehen werde.  In Brasilien, in Rio, aber auch in der gesamten Olympischen Bewegung.

Lesen Sie den Kommentar unter:

http://www.tagesspiegel.de/sport/spiele-in-rio-olympia-vom-ende-her-denken/13973052.html

 

Besuch in Kienbaum – Vorgeschmack auf Olympia

Rio 2016 für Homepage

Was macht man, wenn man genervt ist von so vielen Negativmeldungen kurz vor dem Beginn der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. August bis 21. August 2016)?   Man befaßt sich mit den Sportlern selbst. Und eine Vielzahl der deutschen Olympioniken hat sich in Kienbaum vorbereitet, dem Bundesleistungszentrum 30 km östlich von Berlin.

Also ins Auto gesetzt und die 130 km auf der Autobahn in Angriff genommen. Am 2. August, einem Dienstag, gibt es auf dem Weg nach Kienbaum keine Staus. Zwar meldet mein Navi zwischendurch: fahren sie zurück auf die Route, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken. Es ist eben einiges gebaut worden und mein Navi nicht mehr das Neueste.

Aber ich war auch früher schon öfter in Kienbaum. Und so kann ich dem Navi helfend zur Seite stehen.

Und irgendwann steht dieses Verkehrsschild an der Straße:

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Dann sehe ich nach zwei Kilometern das Hauptgebäude:

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Und wenige Meter weiter bin ich am Eingang angelangt. Ich will mich im Pförtnerhäuschen anmelden, doch dort ist niemand. Da kommt ein Auto mit Leipziger Kennzeichen und der freundliche Fahrer meint: Fahren Sie ruhig an die Schranke heran, sie öffnet sich von selbst. Danach handele ich und werde später von den Mitarbeitern des Bundesleistungszentrums belehrt, daß ich mich hätte anmelden müssen. „ Dort am Häuschen ist eine Klingel und dann haben Sie Kontakt zur Rezeption“. Ordnung muß sein, gerade in diesen turbulenten Zeiten und in Zeiten der Olympiavorbereitung. Aber ich fahre ja nicht nur so aufs Blaue, sondern habe mich mit Kugelstoßer Tobias Dahm verabredet.

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Hinter der Schranke werde ich aufgeklärt, werde hier in Kienbaum alles trainiert:

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Da ich mich erst für 13.30 Uhr verabredet habe, fahre ich noch weiter, in der Hoffnung, vielleicht einige Sportler zu treffen. Aber es macht alles einen menschenleeren Eindruck. Der Regen plätschert leise vor sich hin. Die Sportanlagen sind leer, es ist eben Mittagszeit.

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Und der Liebenberger See ruht ruhig vor sich hin. Nichts zu sehen ist von trainierenden Kanuten.

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Dann läuft mir Diskuswerferin Yanice Craft über den Weg. Sie packt gerade ihre Sachen, will sich dann auf die 6-Stunden-Reise nachhause begeben. „ Dort trainiere ich weiter, am 8. August geht der Flieger Richtung Rio ab“.   Auf meine Bemerkung, daß ich hier vor allem nachfragen wolle, wie weit die olympische Vorfreude gediehen ist, antwortet sie sofort: „ Wir freuen uns alle auf Olympia“. Natürlich geht die Diskussion über Doping und die schlechten Nachrichten aus Rio auch an ihr nicht vorbei. „ Wir müssen ständig politische Wertungen der Lage geben. Aber trotzdem lassen wir uns die Freude nicht verderben“.

Sie lobt die Trainingsbedingungen. Auf dem Diskusplatz kann man prächtig trainieren, und wenn das Wetter zu schlecht ist, auch aus dem Wurfhaus werfen.

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Noch als wir im Gespräch sind, kommt Kugelstoßer David Storl an uns vorbeigeradelt.

Und mit dem Fahrrad kommt auch Geher Christopher Linke daher, in Begleitung vom Geherkollegen Nils Brembach. Freundliches Grüßen, aber leider habe ich jetzt keine Zeit zu einem intensiven Gespräch, denn ich bin ja verabredet. Gleiches gilt auch für den dritten Geher, Hagen Pohle, der locker mit dem Rucksack auf dem Rücken auf dem Gelände herumspaziert.

Über das Potsdamer Gehertrio lese ich am nächsten Tag einen langen Artikel in den „ Potsdamer Neuesten Nachrichten“. Peter Könnicke hat im Potsdamer Kongreßhotel mit ihnen und mit Bundestrainer Ronald Weigel bei der Verabschiedung nach Rio gesprochen.

Und auf der Facebook-Seite von Hagen Pohle  sehe ich ein aktuelles Foto, das ihn auf der 2-km-Trainingsrunde in  Kienbaum zeigt:

Hagen Pohle Kienbaum Juli

Hagen Pohle (Foto: RaceWalk Pictures – Philipp Pohle)

 

Ich aber fotografiere noch ein wenig, fühle mich zwischenzeitlich als Papparazzo. Dabei bilde ich nur mich selbst in einer spiegelnden Glasscheibe ab.

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Dann begebe ich mich zur Mensa.

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Mein Gesprächspartner Tobias Dahm ist noch beim Mittagessen. Als ich draußen auf ihn warte, sehe ich Bundestrainer Sven Lang und den Chef von Kienbaum, Klaus-Peter Nowack, im intensiven Gespräch. Letzteren kenne ich auch seit ewigen Zeiten, noch aus unseren „gemeinsamen“ Berliner Jahren.

Er berichtet über die letzten drei Monate, die für sein Team eine große Belastung gewesen sind. „Aber wir haben alles gepackt und hoffentlich zum Wohle der Athleten“.

Im Foyer des Speisesaals studiere ich die Speisetafel:

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Kurz nehme ich dort noch Platz und wappne mich für das Gespräch:

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Dann kommt   2,03-m-Mann Tobias Dahm und wir gehen ins Bistro. Es folgt ein fast einstündiges, sehr interessantes Gespräch. Meine erste direkte Begegnung mit ihm.

Welches Foto ist besser?

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Mir gefällt Tobias ohne Kopfbedeckung besser.

 

Den Inhalt des Gespräches werde ich demnächst hier veröffentlichen. Ich verabschiede Tobias Dahm in die Mittagspause und schaue mich im Bistro noch ein wenig um.

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Hier wimmelt es an den Wänden von Schautafeln mit Sport-Koryphäen:

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Doch die Zeit drängt. Ich packe meine Sachen und verlasse das Bundesleistungszentrum mit einem guten Gefühl.

Es regnet, aber jetzt kenne ich den Rückweg.

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Vorbei geht es an einer großen Industrieanlage. Hier war früher das Rüdersdorfer Zementwerk:

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Bald weist mich das Verkehrsschild auf den Berliner Ring:

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Und die Heimfahrt nach Neuruppin macht mir trotz Dauerregen Spaß, auch weil die Autobahn relativ leer ist. Ich aber bin voll von sportlichen Eindrücken. Wie schön, bei all den Negativmeldungen. Die Olympischen Spiele können für mich kommen!

Peter Grau

 

Weltrekordler David Rudisha über 800 m beim ISTAF am 3. September

ISTAF 2016  Titelfoto

David Rudisha, schnellster Mann der Welt über die 800 m, wird beim 75. Internationalen Stadionfest am 3. September im Berliner Olympiastadion starten. „Ich freue mich riesig auf Berlin und die tollen Fans“, sagt der Kenianer, der beim ISTAF 2010 einen Weltrekord über die 800 m (1:41,09 Min.) aufgestellt hatte.

Leichtathletik Berlin                                            22.08.2010                                     ISTAF 800m Herren neuer Weltrekord fuer RUDISHA, David Lekuta  	 KEN Foto: Camera 4

David Rudisha nach seinem Weltrekord-Lauf  (Foto: Camera4/ISTAF)

„2010 hat David Rudisha das ISTAF-Publikum mit seinem Weltrekord-Lauf von den Sitzen gerissen und die 13 Jahre alte Bestmarke verbessert“, sagt Meeting-Direktor Martin Seeber. „Mit ihm können wir einen weiteren absoluten Weltklasse-Athleten beim Jubiläums-ISTAF 2016 begrüßen.“  David Rudisha kommt sechs Jahre nach seinem ISTAF-Coup als zweimaliger Weltmeister, Olympiasieger von 2012 und aktueller Weltrekordhalter (1:40,91) ins Olympiastadion.

Bei den Olympischen Spielen in Rio gehört der 27-Jährige über die 800 m zu den großen Favoriten auf die Goldmedaille. Zwei Wochen später trifft David Rudisha beim ISTAF unter anderem auf seine Landsleute Timothy Kitum, der bei den Olympischen Spielen 2012 Bronze gewann, und den frischgebackenen U20-Weltmeister Kipyegon Bett sowie den mehrfachen deutschen Meister Sören Ludolph (LG Braunschweig).

Zum Jubiläums-ISTAF am 3. September werden über 55.000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet. Geplant ist, dass in 16 Disziplinen zwei Wochen nach den Olympischen Spielen in Rio zahlreiche Olympiasieger und deutsche Medaillengewinner an den Start gehen werden. Zudem sind alle fünf deutschen Europameister von Amsterdam dabei. Tickets für das 75. ISTAF gibt es ab 9 Euro unter www.istaf.de.

Olaf Brockmanns erste Eindrücke aus Rio de Janeiro

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann (Foto: Florian Hitz)

Mein Wiener Kollege Olaf Brockmann ist wieder auf Reisen.  Nachdem er über die U20-Weltmeisterschaften in Polen berichtet hatte, setzte er sich bald wieder ins Flugzeug, um nach Rio de Janeiro zu fliegen. „ Es werden meine 11. Olympischen Sommerspiele,“ erzählt er ein wenig mit Stolz.  Ich habe 1972 den Schwimmer Mark Spitz und den Leichtathleten Waleri Borsow gesehen und nun, 2016, werde ich den Schwimmer Michel Phelps und Usain Bolt sehen“. Aber nicht nur sehen wird er sie, sondern auch für die „ Kronen Zeitung“ berichten.

Olaf Brockmann Rio Pressekarte

Zwar hat er schon vorgebaut und angekündigt, daß er diesmal nicht so viele Foto „schießen“ könne. Aber ob er das durchhält, steht auf einem anderen Blatt.  Jedenfalls hat er schon vor Beginn der Spiele aus dem Schwimmstadion einige Fotos überspielt:

Schwimm 4

Felix Auboeck (Österreich)

Schwimm 3

Jördis Steinegger und David Brandl (Österreich)

Schwimm 5

Das Schwimmstadion bei Nacht

 

Schwimm 1 Arbeit

Olaf Brockmann bei der Arbeit (Foto: Gerhard Gradwohl)

Und Olaf Brockmann hat auch den Pflichtbesuch der Touristen hinter sich gebracht. Er war ganz nah dran am „ Cristo Redentor“ (deutsch: Christus der Erlöser). (im Hintergrund Georg Fraisl)

Olaf vor Christus

Diese monumentale Christusstatue stammt aus dem Jahr 1931, ist 30 Meter hoch und steht auf einem 8 Meter hohen Sockel. In diesem Sockel befindet sich eine Kapelle für 150 Personen. Die Spannweite der Arme beträgt 28 Meter, das Gesamtgewicht 1145 Tonnen.

Sand gibt es genug an der Copacabana:

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Schwimm 7

Schwimm 9

Und anschließend wieder zurück in die Halle, zu den Tischtennisspielern:

Schwimm 8 TT Deutschland

Das deutsche Tischtennisteam

 

Schwimm 10

Olaf Brockmann im Gespräch mit dem österreichischen Europameister Stefan Fegerl