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Traditionsregatta „Rudern gegen Krebs“ in Neuruppin

Kurz bevor ich am Samstag (3. September) wieder nach Berlin gefahren bin, um das 75. ISTAF zu erleben, bin ich hier in Neuruppin hinunter zum Ruppiner See gefahren und habe dort den Start der „Rudern gegen Krebs“ erlebt. Seit vielen Jahren wird diese Veranstaltung vom Neuruppiner Ruderclub (NRC) organisiert und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.

Rud eins

Viele Unterstützer hat diese Regatta gefunden:

Rudern zwei

Diesmal waren 72 Boote gemeldet und bereits in den Vorläufen wurde hart um die Platzierungen gekämpft. Nachfolgend die ersten Eindrücke von den Vorbereitungen, von den Rennen und dem Umfeld:

Rudern vier

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Rudern acht

Rudern fünf

 

Rudern sechs

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Rudern sieben

Aber nicht nur Ruderboote waren unterwegs. Wie oft an diesen Sommertagen gab es auch eine Vielzahl von Segelbooten auf dem Ruppiner See zu sehen:

Rud elf

 

Zufällig treffe ich nach ihrem ersten Einsatz im Boot zwei Ruderer aus Rheinsberg. Die KAUBOY‘S kommen nicht aus dem „Wilden Westen“, sondern das Wort ist eine Übersetzung eines komplizierten medizinischen Wortes: CMD- Craniomandibuläre Dysfunktionen. Das hat mir die „Chefin“ der beiden, Dr. Kirsten Schulz-Steinberg, Zahnärztin aus Rheinsberg, auf einer Visitenkarte zugesteckt: „Das würde sowieso niemand verstehen“. Deshalb sind die die KAUBOY`S.

Rud zwölf

Und so sehen sie von vorn aus:

Rudern dreizehn

Kurz bevor ich die Regattastrecke am Bollwerk wieder verlassen mußte, konnte ich noch ein Interview mit einem Prominenten verfolgen. Der Regattasprecher, hauptberuflich beim Radio RBB tätig, war einesteils überrascht, aber auch verzückt, daß er ungeplant einen wichtigen Mann des Fernsehens interviewen durfte.

Rudern vioerzehn

Es war ARD-Wettermann Donald Bäcker (links), der in Neuruppin geboren ist, auch noch ganz in der Nähe, in Walsleben, eine Wohnung hat und extra zur Regatta von seinem Arbeitsort Köln herübergekommen war:

Rudern füfnzehn

Interessant, was Donald Bäcker über seine Arbeit mit und für das Wetter zu erzählen hatte.

Schade, daß ich nach Berlin fahren mußte. Hätte ich nicht den ISTAF-Termin gehabt, wäre Donald Bäcker auch für mich ein sehr interessanter Interviewpartner gewesen. Vielleicht klappt es das nächste Mal.

Peter Grau

 

 

Was ich rund um die internationale Pressekonferenz vor dem 75. ISTAF in Berlin erlebte

Harting klein ISTAF 067

Einen Tag vor dem 75. ISTAF luden die Organisatoren um Meetingchef Martin Seeber zur üblichen internationalen Pressekonferenz ein. Oftmals war ich früher dabei, konnte mich an Lokalitäten wie das Hotel InterContinental in der Budapester Straße erinnern, damals zu Zeiten eines Rudi Thiel. Und auch im Hotel Estrel in Berlin-Neukölln fanden die Pressekonferenzen statt, oft auch, weil dort die Athleten übernachteten.

Diesmal war es anders. Das Athletenhotel lag im Osten, im schönen Bezirk Köpenick. Und wie mir erzählt wurde, fand das Penta-Hotel großen Anklang. Aber die Journalisten wollte man dorthin nicht schicken. So wählte man das Marshallhaus auf dem Berliner Messegelände aus. Direkt am Funkturm gelegen kannte ich es schon vom Vorjahr. Vorteilhaft, denn so wußte ich den Weg.

Zunächst Anfahrt auf der Autobahn von Neuruppin aus, und dann ließ ich mich vom Navi über eine ungewohnte Strecke lotsen. Ob es weniger Kilometer waren, weiß ich nicht, aber zumindest lernte ich eine andere Berliner Gegend kennen. Reichsstraße 8 hatte ich angegeben, weil ich dort gut parken kann und nicht so weit zum Messegelände zu laufen habe.  Jetzt, bei der Nachbetrachtung, gibt mir das Wort „Reichsstraße“ zu denken. Reich, das ist auch ein heute negativ belegter Begriff. Noch mehr „Heim ins Reich“. Dabei könnte ich das von mir auch sagen, denn nach 45 Jahren leben und erleben in Berlin fühle ich mich ein wenig Nachhause gekommen. Doch vorsichtig muß ich mit der Wortwahl sein, denn heutzutage darf man oft nicht das sagen, was man denkt, fühlt. Da gibt es irgendwie eine Richtung (neudeutsch Political Correctness), die die Grenzen bestimmt. Wer immer diese Richtung auch vorgibt.

In der zugeparkten Reichsstraße finde ich noch ein kleines Plätzchen zum Parken.

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und mein Auge fällt zunächst auf eine Glaserei:

Mar zwei

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Interessant, weil nicht nur meine Frau Glasermeisterin ist, sondern wir auch eine Glaserei auf unserem Grundstück beherbergen.

Hier in Charlottenburg, einem wohlsituierten Berliner Bezirk, fallen einem schnell prachtvolle Villen ins Auge, gediegen vom Alter her oder sehr modern.

 

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Hier wollte ich eigentlich das Haus des RBB ( Rundfunk Berlin-Brandenburg) fotografieren, aber ein Bus verstellte mir den Blick:

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Doch Busse fahren auch mal wieder weg, und schon ist der Blick frei:

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Und gleich kommt auch der Funkturm ins Bild, und ich ertappe mich bei dem Gedanken, daß ich letztmals lange vor dem Bau der Mauer dort oben war. Es muß so um 1954 gewesen sein, damals bei einem Berlin-Besuch gemeinsam mit meiner Mutter.

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Der Andrang zum Messegelände ist groß, vor wenigen Stunden hat die IFA für die Besucher ihre Pforten geöffnet.

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Vor dem Eingang der Messe, am Haus 21, steht der Stand des ISTAF und dort bekomme ich meinen Presseausweis.

 

Damit stehen mir nun alle Tore, alle Hallen, alle Freiflächen der Messe offen. Doch zunächst will ich ja zur Pressekonferenz (allgemein PK genannt).

Nach fünf Minuten Fußweg bin ich am Tor der Begierde angelangt:

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Marshall, so erinnere ich mich, ist nicht nur der Namensgeber dieser Halle, sondern auch der Namensgeber für den Marshall-Plan, einem großen Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA für Westeuropa, wirksam von 1948 bis 1952. Genannt war es nach dem US-Außenminister und Friedensnobelpreisträger des Jahres 1953, George C. Marshall.

Zuerst begrüßt mich Pressechef (offiziell Leiter für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit) Sven Ibald, der erstmals diese internationale PK leiten wird. Links über seiner Schulter lugt sein Vorgänger Claus Frömming hervor, der nun der Kommunikationsdirektor für die EM 2018 ist.

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Im Arm hält Sven Ibald eine gute Bekannte von mir, Ulrike Philipp.  Sie ist seit ewig in Sachen Leichtathletik unterwegs, kann sprachgewandt bei den internationalen Meetings die Athleten nach getaner Arbeit ausfragen.  Heute darf sie dolmetschen.

Personen sind ja oft wichtiger als Worte. Worte vergehen, Personen bleiben bestehen. Deshalb wird das Folgende auch mehr von Personen dominiert.

Claus Frömming erklärt einem internationalen Gast das Smartphone oder was auch immer:

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Und auf einem Einzelporträt verkündet er: Hier wird nicht geraucht!  Ob er heimlich vor der Tür raucht? Ich habe noch nie eine Zigarette in seinen Händen gesehen.

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Wir freuen uns immer, wenn wir uns wiedersehen. Klaus Weise ist ein altes „Inventar“, den ich noch von seinen Zeiten beim „Deutschen Sportecho“ kenne, der täglichen Sporttageszeitung der DDR. Heute schlägt er sich mit klugen Artikeln über eine Vielzahl von Sportarten durch:

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Noch ein Urgestein: Ralf Jarkowski, fast seit Geburt bei dpa. (leicht übertrieben gesagt):

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Szenewechsel:  Ehe die PK beginnt, holt sich ein Fotograph (oder besser Fotograf, ich darf ja hier alles so schreiben, wie ich möchte)  zwei nette, junge Damen vor dem Haus vor die Linse: Gesa Felicitas Krause und  Tianna  Bartoletta. Ich hänge mich an und weiß nun  gar nicht, welches Foto ich auswählen soll, denn alle sind gelungen:

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Zurück wieder in den Presseraum. Dort unterhält sich Gina Lückenkemper angeregt mit Bernard Lagat. Ich bin immer wieder etwas verblüfft,  wenn ich sehe, wie sicher sich heute die jüngeren Athleten auf englisch unterhalten können (am Samstag mache ich diese Erfahrung auf mit Thomas Röhler). Normal, werden manche denken, aber für uns „Frühgeborene“ mit DDR-Vergangenheit war das leider nicht normal, und das wirkt sich noch heute negativ aus.

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Und wie immer (oder fast immer) sitzt mein Kollege von leichtathletik.de,, Jan-Henner Reitze, in der ersten Reihe, laptop auf den Knien und den Photoapparat in der Hand. Er wird aktuell über die Pressekonferenz berichten (nachzulesen bei leichtathletik.de):

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Jan-Henner Reitze, David Rudisha, Ulrike Krieger (BZ und BILD) (von links)

 

Wie immer dabei ist auch Fotografin Iris Hensel:

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Freundlich lächeln meine Kollegen Martin Neumann und Philip Häfner in die Kamera. Sie dürfen nachher schreibenderweise über die PK berichten:

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Und dann beginnt die Pressekonferenz und Sven Ibald hat alles im Griff:

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Auf dem Podium reiht sich die Prominenz auf:

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Bernard Lagat, Gina Lückenkemper, Tianna Bartoletta,  Martin Seeger, Claus Frömming (von links) (später kommen noch David Rudisha und Gesa Felicitas Krause hinzu.

Und jeder Einzelne hat etwas zu sagen (nur das Mikrofon vor dem Mund stört die Schönheit der Bilder):

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Die Presseschar lauscht:

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Anschließend wird nochmals zum Gemeinschaftsfoto gebeten:

Einmal nach rechts zu den Fotografen schauen:

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Einmal zur Mitte:

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Einmal nach links:

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Klappt doch wunderbar.

 

Dann noch etwas lockerer:

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Und in trauter Zweisamkeit:

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Und anschließend wird weiter geplaudert:

Martin Neumann schaut zu Gina Lückenkemper auf:

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Im Dreiergespräch (Philip Häfner und Jan – Henner Reitze mit Gina Lückenkemper / von rechts):

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Oder aber es wird geschrieben:

Mar Ralf Jarkowski

Ralf Jarkowski (dpa)

 

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Mar achtundfünfzig

Friedhard Teuffel (Tagesspiegel)

 

Der Presseraum leert sich langsam, ich trolle mich davon, denn ich will ja noch einen Abstecher in die Messehallen unternehmen. Zunächst lande ich bei der Telekom, werde dort über günstige Tarife beraten (ich will so bald wie möglich weg von O2/E plus, weil ich mit diesen Anbietern in Neuruppin nur schlechten Empfang habe). Ich bekomme einen heißen Tip: Gehen Sie zu Congstar, einem Tochterunternehmen der Telekom und ebenfalls in Köln beheimatet. Und der Tip ist möglicherweise Gold wert.

Empfangen werde ich nicht in einer der stickigen Hallen, sondern im Freien, in Strandatmosphäre:

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Der freundliche Congstar –Mitarbeiter lenkt mich auf folgendes Angebot:

Mar einundsechzig

Da kann ich dann per Prepaid selbst wählen, wie lange ich was brauche. Mal sehen, wie sich das dann in der Praxis ansieht.

Meine Kraft  ist nun an diesem Freitag doch aufgebraucht, auch weil die Temperaturen jetzt gegen 16 Uhr in den „Himmel“ steigen. Also verlasse ich die „Heiligen Hallen“ der Messe, gehe zum Parkplatz in  der Reichsstraße und lasse mich dann in einer Stunde nachhause fahren. Es war ein ereignisreicher Freitag, der 2. September 2016.

Matthias Bühler – ein Hürdensprinter aus Leidenschaft

Matthias Bühler Iris

Matthias Bühler nach seinem Erfolg bei der DM 2016 in Kassel (Foto: Iris Hensel)

Hürdensprinter Matthias Bühler sammelt Deutsche Meistertitel wie andere Briefmarken. Sechsmal gelang ihm das bisher. Bei Olympischen Spielen war er zweimal am Start, in London 2012 und jetzt 2016 in Rio de Janeiro.  Doch nur dabei sein ist für den 1,89 m  großen Athleten aus der Gemeinde Haslach im Kinzigtal nicht ausreichend. Er will ganz vorn in der Weltelite mitmischen.

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro sollte es diesmal klappen, mindestens bis ins Halbfinale wollte er sich vorkämpfen. Sogar das  Finale lag für ihn im Bereich des Möglichen. Immerhin kann er auf eine Bestzeit von 13,34 s  verweisen. Doch für eine solche Zeit (oder noch schneller) muß alles zusammenpassen. Zunächst die eigene Fitneß, sprich: gesund muß er sein. Dann sollten auch die äußeren Bedingungen ansprechend sein. Beides aber traf diesmal für Matthias Bühler nicht zu.

Rio 2016 für Homepage

Sein olympischer Vorlauf war für Mittwoch, den 17. August, abends 20.40 Uhr Ortszeit angesetzt. Diese späte Zeit war nicht das Problem, sondern der Rücken: „ Ich hatte leider extreme Rückenprobleme und daher war es für mich schon beim Aufwärmen schwierig, richtig aus dem Block zu gehen, mich voll zu belasten. Hinzu kamen die schlechten Witterungsbedingungen. Es nieselte schon vorher immer, aber kurz vor dem Lauf setzte der Starkregen ein.“

Matthias Bühler im Regenvorlafu von Rio

Im Regen von Rio

Trotzdem wollte er alles geben. „  Man muß in einer solchen Situation positiv denken. Ich habe versucht, mit Hilfe des Adrenalinschubs, den man natürlich in einem solchen Stadion bekommt, den Schmerz zu unterdrücken. Das hat dann mehr oder weniger funktioniert, ich bin eine 13,82 s gelaufen.“  Aber das war zu wenig, wenn man berücksichtigt, daß Matthias Bühler in den letzten beiden Jahren bei den Höhepunkten  zwischen 13,30 s bis 13,40 s gelaufen ist.

Doch dann gab es plötzlich noch einen Hoffnungsschimmer. Weil die Athleten der beiden ersten Vorläufe durch den Starkregen besonders benachteiligt wurden, gab man acht Läufern, die eigentlich schon ausgeschieden waren, eine neue Chance. Für sie wurde ein neuer Lauf angesetzt. „ Es war dann bereits 23.15 Uhr geworden“, erinnert sich Matthias Büchler. „ Es war sehr, sehr spät. Wir waren völlig durchnäßt, besonders meine Spikes und mein Trikot. Und dann kurz vor Mitternacht nochmals rauszugehen, war für mich echt heftig.“ So war es dann kein Wunder, daß er  diesen Strohhalm nicht festhalten konnte, mit 13,90 s noch langsamer lief. „ Das hat mich dann natürlich schwer mitgenommen.“ Und seine Stimmung besserte sich in den Tagen danach auch nicht mehr. „ Für mich war Rio ein absoluter Albtraum“, erklärt er.

„ Ich habe mich Jahre darauf vorbereitet, bin nach Amerika, habe viel investiert, meine ganzen Ersparnisse, alles, was ich in meinem Leben zusammengekratzt habe, ausgegeben, um optimal vorbereitet zu sein. Und wenn dann eine Verletzung dazwischen kommt, dann ist das mehr als ärgerlich“.

Dieses Negativerlebnis zog ihn umso mehr herunter, weil er sich als  „ Sportler aus Leidenschaft bezeichnet.  „ Ich hänge unheimlich am Sport. Ich mag es, jeden Tag an mein Limit zu gehen, Erfolge zu feiern, international durchzustarten.“ Nur so gelingt es ihm auch, sich nach Niederlagen wieder zu motivieren.

In Offenburg mit 18 Jahren erstmals über die Hürden

Begonnen hatte diese Leidenschaft schon mit sieben Jahren.  „ Zunächst war ich beim Turnen und habe auch etwas Fußball gespielt. Immer schon hatte ich mich gern bewegt. Als mich mein Nachbar fragte, ob ich nicht Lust hätte, zum Leichtathletik-Training mitzukommen, sagte ich zu.“ Die nächsten Jahre bis zum 17. Lebensjahr betrieb er Breitensport, trainierte zwei- bis dreimal auf der Aschenbahn seiner Heimatstadt Haslach. An Hürden war damals noch nicht zu denken. Doch er entwickelte seine Sprintfähigkeit, „ über 100 m bin ich damals bereits an die 11,0 s herangelaufen, später 2008 war ich bei 10,52 s angekommen.“ Und die entscheidende Wendung kam, als er 2011 nach Offenburg in die leistungsstarke Trainingsgruppe von Wilhelm Seigel wechselte. Mit dessen Sohn Quentin Seigel gab es dort auch einen starken Hürdenläufer, der bereits mehrmals deutscher Jugendmeister geworden war und der heutzutage über die 400 m Hürden unterwegs ist.

„ Das war dann meine erste Begegnung mit dem Hürdenlaufen. Da war ich 18 Jahre. Ich habe dann vier Jahre benötigt, um mich von einer Zeit von 15,50 s über 110 m Hürden auf 13,36 s zu steigern.“

Matthias Bühler hatte aber in dieser Zeit nicht nur den Sport im Kopf, sondern auch seine berufliche Zukunft. So erlernte er in seinem Heimatort Haslach den Beruf eines IT-Systemkaufmanns ( IT-Kaufleute beraten die Kunden, um für sie die passende IT-Lösung zu finden, d.h. sie planen und realisieren Informations- und Telekommunikationssysteme. Sie sind oft für den für den Einkauf von Hard- und Software verantwortlich und leiten Projekte in kaufmännischer, technischer und organisatorischer Hinsicht / P.Gr.).

Mit 21 Jahren hatte er die Lehre abgeschlossen. Mit seinen Eltern beriet er nun, wie es weitergehen sollte. Und seine Eltern sagten ihm jegliche Unterstützung zu, damit er sich weiterhin voll auf seinen Sport konzentrieren konnte.

Und hier beginnt das eigentliche Dilemma im heutigen Leistungssport. Wie finanziert man ihn? Versucht man die duale Karriere, d.h. Sport und Beruf gleichberechtigt laufen zu lassen?   Matthias Bühler hat dazu ein klare Meinung: „ Der Hochleistungssport ist so belastend, so fordernd, daß man auch genügend Zeit finden muß, um zu regenerieren,“ meint Matthias Bühler. „ Das ist meines Erachtens nicht möglich, wenn ich nebenbei noch arbeite. Sonst können eher Verletzungen entstehen oder vielleicht sogar ein Burnout.“

Trotzdem hat er es versucht, hat halbtags gearbeitet, und war auch einige Zeit bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr. „Generell  finde ich die Förderung durch die Bundeswehr oder auch die Bundespolizei eine gute Sache“, läßt er keine Zweifel aufkommen. „ Vor allem für die Athleten, die  es machen müssen, um finanziell über die Runden zu kommen.“  Aber wenn er es mit den Bedingungen vergleicht, unter denen in seiner Trainingsgruppe in Amerika trainiert wird, dann erkennt er doch große Unterschiede, sieht einfach keine Chancengleichheit: „ Wenn ich etwa im Herbst  meinen Soldatendienst oder andere den Polizeidienst ableisten müssen, trainieren meine amerikanischen Kollegen schon voll und haben damit einen gehörigen Vorsprung“.

Da wünscht sich Matthias Bühler eben eine staatliche Unterstützung, wie sie etwa in Großbritannien oder Frankreich gewährt wird. Aber er weiß auch, daß das im Moment Wunschdenken ist. Und je länger man sich mit ihm unterhält, erkennt man, wie tief dieses Problem „ Wie finanziere ich meinen Sport“ ihn umtreibt.  Wie aber mag es den vielen anderen Athleten ergehen, die noch nicht,  wie Matthias Bühler, zumindest in der nationalen Spitze angekommen sind und noch nicht an die Tür zur Weltspitze anklopfen?

Für Matthias Bühler änderte sich vieles, als er im Jahre 2012 auf der Abschlußparty des ISTAF in Berlin den Deutsch-Amerikaner Andreas Behm kennenlernte und erfuhr, daß dieser Trainer in den USA ist. „ Wir haben uns lange unterhalten und danach rotierte es in meinem Kopf.“

Ich bin dann mal weg nach Amerika

Der Kontakt blieb und 2013 ergab sich dann für Matthias Bühler eine Chance, als Andreas Behm nach Phönix im US-Staat Texas umzog und  dort gemeinsam mit anderen Trainern ein Trainingszentrum etablierte. Bühler fragte an, ob dort eine Vollzeitbetreuung möglich sei, was bejaht wurde. „Ich überlegte einige Tage, ob ich alle meine Ersparnisse dafür einsetzen könnte  und zusätzlich noch von meinen Eltern Unterstützung bekommen würde. Als das geklärt war, habe ich meine Sachen gepackt und bin nach Amerika geflogen.“

 

Tägliches Training mit Aries Merritt

Matthias Bühler  Merrit, Bühler, Behm

Aries Merritt, Matthias Bühler  und Trainer Andreas Behm (von links)

 

Matthias Bühler kommt schnell ins Schwärmen, wenn er von seiner Trainingsgruppe in den USA erzählt. Und er zählt einige Athleten auf, mit denen er trainiert.  Allen voran  Aries Merritt, der 2012 in London Olympiasieger wurde und kurz danach in Brüssel mit 12,80 s einen neuen Weltrekord aufstellte. „ Mit Aries bin ich so gut wie immer zusammen, alle Technikeinheiten absolvieren wir gemeinsam“, berichtet er. Und deshalb war er auch voller Sorge, als für seinen Trainingskumpel am 1. September 2015 eine Nierentransplantation notwendig wurde. Doch das verlief komplikationslos, Aries läuft wieder fast wie in alten Zeiten. Nur daß seine 13,22 s nicht ausreichten, um sich in den USA für Olympia zu qualifizieren.

Matthias Bühler Hurdle Crew complte

„Zu unserer Hürdentruppe gehören 8 Athleten, neben Aries Merrit auch Mikel Thomas (Trinidad Tobago), der eine 13,19 s zu stehen hat und Wayne Davis,  der bereits 13,20 s lief.“ Stuart McMillan ist mein Kraft- und Sprinttrainer und Andreas Behm für die Hürdentechnik zuständig. Beide arbeiten eng zusammen und in der Vorbereitung und während der Saison habe ich  auch oft mit absoluten Topsprintern zu tun, die über 100 m unter 10 Sekunden und über 200 m unter 20 Sekunden laufen können.“ Er nennt als Beispiele Ameer Webb (USA), der über 200m schon 19,85 s gelaufen ist und vor allem den Kanadier  Andre de Grasse, der aus Rio drei Medaillen mitbrachte.  Zunächst über 100 m eine Bronzene hinter Usain Bolt und Justin Gatlin, dann über 200 m eine Silberne hinter Usain Bolt und zum Abschluß mit der kanadischen Sprintstaffel nochmals eine Bronzene.

Bolt Semi 200 m Zwiegespräch

Zwiegespräch zwischen Andre de Grasse und Usain Bolt im Halbfinale über 200 m (Foto: Olaf Brockmann)

 

Bolt Semi 200 m kurz vor Ziel

200-m-Finale von Rio: 1. Usain Bolt (19,78), 2. Andre de Grasse (20,02), 3. Christophe Lemaitre (20,12, nicht im Bild), 4. Adam Gemili (20,12)  (Foto: Olaf Brockmann)

„ Für mich ist der Aufenthalt in den USA  der einzigste Weg, in die Weltspitze zu kommen und mich weiterzuentwickeln, denn wir haben eben dort Trainer, die mit Medaillenkandidaten und absoluten Weltklasseathleten umgehen können und das schon seit Jahren.“

Matthias Bühler hat aber auch bemerkt, daß in Deutschland seine Vorstellungen nicht überall geteilt werden. Spätestens, als er im Herbst 2015 auf Vereinssuche war. „ Oft wurde mir gesagt: Du trainierst ja in Amerika, das finden wir nicht so gut. Deswegen können wir Dich auch nicht in den Verein aufnehmen.  Da habe ich dann auch wieder einen großen Nachteil gehabt.“ Aber letztendlich fand er mit der TSG Weinheim einen neuen Verein, dem er zunächst einen Deutschen Meistertitel beschwerte.

Ich mag dieses Mann gegen Mann laufen

Es ist schon ein gewisses Phänomen, daß Bühler so viel Meistertitel geholt hat. Worin sieht er dafür die Basis? Hat das immer auch mit Nervenstärke zu tun? „  Es ist für mich persönlich nervlich immer eine große Anstrengung bei Deutschen Meisterschaften“ räumt Matthias Bühler ein. „ Und da braucht man natürlich das nötige Selbstbewußtsein. Und dann habe ich auch eine gewisse Kaltschnäuzigkeit, um unter einer Drucksituation gut zu laufen. Ich mag dieses Mann gegen Mann laufen, wo man dann seine Stärke ausspielen muß, nicht verkrampfen darf.“

Aber nur mit Nervenstärke geht es auch nicht. Da gehört auch eine gehörige Portion Talent dazu. Und das bringt Matthias Bühler mit, den vor allem die harten Rennen gegen den anderen Olympiateilnehmer von Rio, Gregor Traber, weitergebracht haben. Oft brachte er seine besten Leistungen beim Höhepunkt, und das nicht nur bei Deutschen Meisterschaften. Bei der EM 2014 in Zürich brachte ihn seine beste Jahresleistung von 13,39 s ins Halbfinale, und als bester Deutscher verpaßte er nur ganz knapp das Finale.

Matthias Bühler Letzigrund 2014

Matthias Bühler bei der EM 2014 in Zürich

 

Ähnlich war es 2015 bei der WM in Peking, als er sich in 13,35 s als Siebtschnellster der Vorläufe für das Halbfinale qualifizierte. Dort wurde er in einem stark besetzten Lauf hinter dem Franzosen Dmitri Bascou und dem US-Amerikaner David Oliver in 13,34 s Dritter. Nur neun Hundertstel-Sekunden fehlten ihm am Ende zum Einzug ins Finale.

Matthias Bühler Peking 2015   eins

Matthias Bühler WM 2015 Peking

Matthias Bühler bei der WM 2015 in Peking

 

„  Leider haben mir in diesem Jahr 2016 Verletzungen sehr zugesetzt. Zu den Deutschen Meisterschaften in Kassel war ich auch schon angeschlagen, aber es hat trotzdem in 13,44 s  zum Titel gereicht,  was mich selbst überrascht hat.“   Doch danach verschlimmerte sich die Verletzung, sodaß er sein olympisches Ziel verfehlte.

Aber den Mut verliert er trotzdem nicht. Dazu hängt er zu sehr am Hürdenlauf.

Obwohl, und da sind wir gegen Ende unseres Gespräches wieder beim leidigen Thema, dem Geld. „ Ich verdiene nicht genug, um mir Essen und Trinken kaufen zu können“, bringt er es vielleicht etwas überspitzt auf den Punkt. Und auf die Nachfrage, daß er ja mit zur Spitze gehöre, antwortet er fast resignierend: „ Ja, aber das bringt nichts. Das ist egal. Ich bekomme 200 Euro monatlich von der Sporthilfe. Der ganze Druck liegt dann eben auf den Vereinen, aber die sind auch nicht auf Rosen gebettet, haben immer weniger Geld, weil es auch für sie immer schwerer wird, Sponsoren zu bekommen. Die Vereine können also nicht mehr das Leben der Athleten finanzieren.   Dann bin ich auch teilweise auf den Verband angewiesen und der Verband unterstützt mich auch. Aber es ist eben nicht genug, um leben zu können. Die ganzen Jahre habe ich von meinen Ersparnissen gelebt und die sind jetzt aufgebraucht. Ich bin sozusagen wieder bei Null angelangt. Obwohl ich jetzt 30 Jahre alt bin, sechsmal Deutscher Meister wurde, zweimaliger Olympiateilnehmer bin, bei der EM Zürich Neunter wurde und bei der WM 2015 Elfter. Solche Erfolge bringen aber nichts, sie bringen mir finanziell nichts. Ich habe theoretisch nicht genug, um mir etwas zu essen kaufen zu können. Das ging bisher nur mit meinen Ersparnissen und der Unterstützung meiner Eltern. Mir geht es auch nicht um Reichtum,  sondern mein Ziel ist es einfach, vom Sport leben zu können, etwas zum Essen haben und die Miete bezahlen zu können.“

Ziemlich düster, diese Aussage. Und da drängt sich die Nachfrage sofort auf: Warum macht er das überhaupt noch? Und da sind wir wieder am Anfang unseres Gespräches. „Die Leidenschaft für meinen Sport bringt mich dazu.“  Nach wie vor ist Matthias Bühler vom Hürdensprint fasziniert. „ Man muß im Hürdensprint unheimlich viel riskieren. Es ist eine Kombination aus Sprint und Technik,  der Adrenalinpegel ist unheimlich hoch. So hoch ist er im Flachsprint lange nicht. Im Sprint sind die Rennen meistens nach 70 m entschieden. Im Hürdensprint kann noch bis zum letzten Zeitpunkt etwas passieren. Das fasziniert mich. Überhaupt dieser Kampf eins gegen eins, Mann gegen Mann. Das gibt mir einen unheimlichen Kick und das macht den Hürdensprint auch aus. Bei einer enormen Geschwindigkeit alles zu riskieren und technisch sauber zu laufen, was natürlich schwer ist. Das gibt mir dann ein gutes Gefühl, wenn es klappt. Und gerade solche Läufe im entscheidenden Moment zu gewinnen, das macht eben Spaß.“

Und diesen Spaß will er sich noch einige Zeit erhalten. Zunächst sollen die Verletzungen auskuriert werden. Am 5. Oktober ist dann wieder Trainingsstart in den USA. „ Ich denke, daß ich noch deutlich mehr zeigen kann,  als die 13,34 s, meine bisherige Bestzeit. Auch mein Trainer in den USA traut mir ein höheres Potential zu. Aber da muß man eben durchkommen, muß verletzungsfrei bleiben. Und das hofft Matthias Bühler für seine nächsten beiden Ziele: die WM in London 2017 und die EM in Berlin 2018.

Peter Grau

 

Matthias Bühler

Geb: 2. September 1986

Größe/Gewicht:  1,89 m / 76 kg

Beruf: IT-Systemkaufmann

Verein: seit  2016 TSG Weinheim, davor LG Offenburg, TV Haslach.

Bestzeit 110 m Hürden: 13,34 s

Erfolge: Deutscher Meister 2009, 2010, 20111, 2013, 2014, 2016; 2012 und 2016 Olympiateilnehmer; WM 2015  Elfter, EM 2014 Neunter.

 

Berliner Olympiateam im Olympiastadion geehrt

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Die Sportmetropole Berlin hat am 29. August 2016 im Olympiastadion den Auftakt der bevorstehenden Saison gefeiert. Ein besonderer Programmpunkt in diesem Jahr: die „Welcome Home“-Zeremonie für die Olympia-Teilnehmer des „Teams Berlin Rio“. Die Sportler, die sich beim Olympiastützpunkt Berlin auf die Wettkämpfe in Rio vorbereitet haben, wurden vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller sowie dem Sportsenator Frank Henkel für ihr Engagement und ihre herausragenden Leistungen geehrt. An jeder vierten der 42 Medaillen für Deutschland war das „Team Berlin Rio“ beteiligt. Insgesamt holten die Sportlerinnen und Sportler in den olympischen Wettkämpfen vier Mal Gold, drei Mal Silber und vier Mal Bronze in die deutsche Hauptstadt.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller: „Die sportliche Bilanz des ‚Team Berlin Rio‘ kann sich sehen lassen. Die Team-Mitglieder waren in Rio hervorragende Botschafter unserer Stadt in der internationalen Sportwelt. Dafür danke ich im Namen Berlins von ganzem Herzen. In einer guten Woche fangen für den anderen Teil des ‚Team Berlin Rio‘ die Paralympics an. Die Sportmetropole Berlin und die Berlinerinnen und Berlinern drücken dann von neuem die Daumen und hoffen gemeinsam auf weitere Medaillen. Ich wünsche unseren Team-Mitgliedern für die Paralympics in Rio viel Erfolg! Selbstverständlich gilt das Gleiche für die Berliner Proficlubs, denen ich einen erfolgreichen Start in die Saison 2016/2017 wünsche!“

2,5 Millionen Besucher pro Saison bei den Berliner Proficlubs

Die Mitglieder der Sportmetropole Berlin freuen sich, den Auftakt der neuen Saison mit der Ehrung der Olympia-Teilnehmer zu verbinden. Zumal Spitzensport in Berlin eine besondere Bedeutung hat: Allein die sechs Berliner Proficlubs 1. FC Union Berlin, ALBA Berlin, BR Volleys,  Eisbären Berlin, Füchse Berlin und Hertha BSC ziehen jedes Jahr rund 2,5 Millionen Besucher in die Stadien und Sportarenen der Hauptstadt. Großveranstaltungen wie der Berlin-Marathon, das ISTAF oder das DFB-Pokalfinale sorgen für zusätzliche Sportbegeisterung.

Welcome Home drei

Um die ganze Bandbreite des Berliner Spitzensports auch den Fans näher zu bringen, gibt es das Superticket ab heute in einer Neuauflage: Damit kann man zwischen dem 21. Oktober und dem 19. Dezember 2016 alle Proficlubs einmal live erleben – und zahlt nicht einmal 50 Euro dafür. Das Ticket ist erhältlich unter www.superticket.berlin.

Welcome Home eins

Foto Team Berlin Rio: Aus dem Team Berlin Rio waren dabei: Patrick Hausding, Lena Schöneborn, Robert Harting, Theo Reinhardt, Christoph Harting, Lisa Unruh, Ronja Fini Sturm, Silvio Heinevetter, Marcus Groß, Andreas Kuffner, Anastasija Khmelnytska, Fabian Wiede, Petrissa Solja, Karl Schulze, Martin Häner, Steffen Fäth, Martin Zwicker und Paul Drux.

 

Welcome Home zhwei

Foto Sportmetropole: Die Mitglieder der Sportmetropole Berlin (v.l.) Himar Ojeda, Jürgen Lock, Michael Hapka, Andrea Joras, Sebastian Rüß, Klaus Böger, Burkhard Kieker, Kaweh Niroomand, Ingo Schiller, Frank Henkel, Daniel Fiebig, Peter John Lee, Michael Müller, Timo Rohwedder, Bob Hanning, Oskar Kosche.

Fotoimpressionen aus der Olympiastadt Rio de Janeiro

 

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung Wien

 

Rio 2016 für Homepage

Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro klingen  langsam nach. Zumindest die Erinnerungen sind noch frisch. Und es lohnt sich immer, auf Fotos aus Rio zu schauen. Mein Kollege Olaf Brockmann  von der Kronen Zeitung, Wien, war bis zuletzt fleißig auf der Pirsch.  Nachfolgend eine kleine Zusammenstellung von Fotos, die die Licht –und Schattenseiten der Olympiastadt zeigen.

Nach eins

Nach zwei

Nach drei

Nach vier

Nach fünf

Nach sechs

Nach sieben

Nach neun

Nach zehn

Nach elf

Nach zwölf

Nach dreizehn

Nach vierzehn

Nach sechzehn

Nach siebzehn

 

Nach achtzehn

Nach neunzehn

Nach einundzwanzig

Nach zweiundzwanzig

Nach vierundzwanzig

 

Nach achtzehn

Nach fünfundzwanzig

Nach sechsundzwanzig

Nach siebenundzwanzig

 

Nach achtundzwanzig

Nach neunundzwanzig

Nach dreißig

Ein Buchtip: Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August

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Jeden 18. des Monats treffen sich Lesefreudige in der Fontane-Buchhandlung in Neuruppin, um sich von Autoren aller Genres etwas vorlesen zu lassen und nebenher im Frage -und Antwortspiel Interessantes über das Buch und über den Autoren zu erfahren.

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Die Filialleiterin der Buchhandlung, Jana-Kolar-Voigt, stellt den Autor vor.

 

Diesmal, am 18. August 2016, war der Historiker Oliver Hilmes aus Berlin angereist, um sein neuestes Buch „Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“ vorzustellen.

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Irgendwie schien es genau der richtige Zeitpunkt zu sein, denn noch liefen ja die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro Tag und Nacht.

Doch Oliver Hilmes stellte gleich am Anfang klar: „ Ich wollte auf keinen Fall ein Sportbuch schreiben, mich nicht darüber auslassen, wer wann was gewonnen hat, damals im Berliner Olympiastadion.“ Zudem stellte er sich gleich als nicht am Sport Interessierter vor. „ Ich habe keine Lust, mir 24 Stunden lang Beachvolleyball anzuschauen“. Das hörbare Gemurmel unter den rund 30 Anwesenden war klar dahingehend zu deuten, daß er mit dieser Aussage keine Lorbeeren ernten konnte.

Aber man verzieh es ihm wohl, denn er ist Historiker und kein Sportjournalist. „ Ich wollte das Umfeld dieser Spiele beleuchten, all das, was damals in Berlin vor sich ging.“ Und natürlich wollte er aufdecken, daß diese Olympischen Spiele von den gerade an die Macht gekommenen Nazis mit ihrer „Lichtgestalt“ Adolf Hitler zur Propagandaschau gemacht wurden.

Mir kam zu diesem Zeitpunkt bereits der Gedanke, daß es im Olympiastadion auch normale Zuschauer gegeben hat, die nur des Sports wegen gekommen waren. Dazu zählte beispielsweise mein Vater, der ja schon bei den Olympischen Spielen in Amsterdam dabei gewesen war (siehe dazu auch mein Beitrag in der Rubrik Erinnerungen: Als Zuschauer 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam ) und der es sich 1936 nicht nehmen ließ, mit seinen drei Brüdern nach Berlin zu fahren. Mein Vater hat bei diesen Olympischen Spielen mit einer ganz normalen Kamera insgesamt 58 Fotos „geschossen“, von denen ich später eine Auswahl auf meiner Homepage veröffentlichen werde.

Doch zurück zum  Buch „ Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“, das  anders als normal strukturiert ist, wie es der Autor Oliver Hilmes erklärte. Für jeden Tag – also sechzehn an der Zahl – hat er ein Kapitel geschrieben, dazu ein Siebzehntes Kapitel, in welchem er erklärte, was aus den einzelnen handelnden Personen später geworden ist.

Wer sind diese Personen? Im Klappentext des Buches heißt es dazu:

„ Zehntausende Gäste aus aller Welt strömen in die Stadt. Die Olympischen Spiele locken die Besucher zu den Sportstätten, in die Straßen, Bars und Cafés. Für einen kurzen Moment wirkt Berlin in diesem Sommer weltoffen und unbeschwert, als schalte die Diktatur in einen Pausenmodus. Oliver Hilmes folgt Berlinern und Touristen, Sportlern und Künstlern, Diplomaten und Nazi-Größen, Nachtschwärmern und Showstars durch die fiebrig flirrende Zeit der Sommerspiele und erzählt ihre Geschichten. Es sind Geschichten von Opfern und Tätern, von Mitläufern und Zuschauern. Es ist die Geschichte eines einzigartigen Sommers.“

In der Buchlesung setzte der Autor einen Anreiz zum Lesen des Buches, indem er aus den Kapiteln 1. August, 2. August, 3. August, 5. August, 13. August und 15. August las sowie aus dem resümierenden Kapitel.

Auf Nachfrage aus dem sehr interessierten Publikum betonte der Autor, daß alle Geschichten authentisch seien, er sich das Ganze im intensiven Quellenstudium in Berliner Bibliotheken angeeignet habe. „ Da war es ein großer Vorteil, daß ich in Berlin lebe“. Ungefähr ein Jahr brauchte er für die Recherchen und für das Schreiben des Buches.

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Nach der Buchlesung darf der Autor noch eifrig sein Buch signieren

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Die Buchlesung brachte alle auf den Geschmack, das Buch zu kaufen und zu lesen. Ich hatte es schon einen Tag zuvor in der Fontane-Buchhandlung gekauft und werde es nun in den Tagen nach den Olympischen Sommerspielen von Rio in Ruhe lesen.

Zwischendurch werde ich, wie so oft in der Vergangenheit, am Ort des Geschehens sein.

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Am 3. September 2016 findet zum 75. Male das Internationale Stadionfest (ISTAF) im Berliner Olympiastadion statt.

Peter Grau

 

Der Buchautor:

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Oliver Hilmes: 1971 geboren, studierte Geschichte, Politik und Psychologie in Marburg, Paris und Potsdam. Er wurde in Zeitgeschichte promoviert und arbeitet seit 2002 für die Stiftung Berliner Philharmoniker. Seine Bücher über widersprüchliche und faszinierende Frauen „ Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler- Werfel“ (2004) und „Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner (2007) wurden zu Bestsellern. Zuletzt erschienen von ihm „ Liszt. Biographie eines Superstars“ (2011) und „ Ludwig II. Der unzeitgemäße König“ (2013).

Oliver Hilmes: Berlin 1936, Sechzehn Tage im August. Siedler Verlag, München, 2016. ISBN: 978-3-8275-0059-5

Olympiasieger Thomas Röhler: Unabhängig vom Primat des Goldes

Er ist einfach ein dankbares Objekt, noch eher ein Subjekt  für Journalisten.

Thomas Röhler Rio mit Journalisten

Thomas Röhler im Gespräch mit deutschen Journalisten in Rio (Foto: Olaf Brockmann)

Olympiasieger Thomas Röhler scheint immer noch viel Stoff für lange Geschichten, wertende Beiträge zu bieten. Und so konnte mein Kollege Michael Reinsch auch nicht anders, als kurz vor seiner Abreise aus Rio de Janeiro nochmals das  Phänomen Röhler auszuloten. Ein Phänomen, das keines ist, wenn man ihn näher kennt oder länger mit ihm spricht.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 22. August 2016 konnte man den folgenden Artikel lesen:

Olympiasieger Thomas Röhler: Unabhängig vom Primat des Goldes

 „Ich werfe auch für Thomas Röhler weit“: Seinen Olympiasieg wertet der Speerwerfer zwar als extrem wichtig für die Statistikfreunde, er selbst ist aber in ganz anderer Weise zielorientiert.

Thomas Röhler mit Medaille

Thomas Röhler mit der Goldmedaille (Foto: Olaf Brockmann)

 

Als er zu seiner Reise nach Rio aufbrach, war Thomas Röhler so aufgeregt wie noch nie vor einem Wettkampf. Er wusste, er war der beste Speerwerfer des Jahres, er hatte eine Muskelverletzung im Rücken überwunden, und er wollte sich beweisen. Als der 24-Jährige im Olympischen Dorf auf seinen Wettkampf wartete, verwandelte sich die Vorfreude in Druck. Auf vielen Kanälen erreichte ihn die Dringlichkeit, mit der Erfolge, nein: Medaillen und Siege von den deutschen Leichtathleten erwartet wurden.

Am Samstag hatten überraschend Christoph Harting die Goldmedaille im Diskuswerfen gewonnen und David Jasinski die Bronzemedaille – und dann war es eine Woche lang wie abgeschnitten.

Daniel Jasinski Christoph Harting

Daniel Jasinski (links) und Christoph Harting

Am Samstag drauf sollte Röhler Olympiasieger werden. Eine Woche: viel Zeit für Ungeduld, viel Zeit, um aus dem eigenen Anspruch die Erwartung anderer werden zu lassen. Röhler trat nicht an, um die deutsche Leichtathletik zu retten. Obwohl: Schon vor seinem Sieg hatte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, geurteilt, die Leichtathletik sei in einem besorgniserregenden Zustand. „Klar werfe ich für Deutschland“, sagte Röhler und griff nach der Goldmedaille, die vor seiner Brust baumelte. „Aber ich werfe auch für Thomas Röhler den Speer weit.“

Der erste Olympiasieg eines deutschen Speerwerfers seit dem von Klaus Wolfermann bei den Spielen von München 1972 ist für das Land, für den Verband und für den Sportler ehrenvoll. Er hätte nicht früher kommen können, doch er kommt zu spät. Längst sind die Konsequenzen gezogen, schon ist die Umstrukturierung der Leistungssport-Abteilung im Leichtathletik-Verband beschlossen, und die Ausrichtung der staatlichen Sportförderung zielt auf ein Drittel mehr Medaillen.

Diese Goldmedaille sei „extrem wichtig für alle, die auf Statistiken stehen“, sagte Röhler leicht distanziert. Zwar hat er das Studium in seiner Heimatstadt Jena abgeschlossen, das Sport mit Betriebswirtschaft verbindet. Doch persönlich hat der 24-Jährige sich unabhängig gemacht vom Medaillenzählen, vom Primat des Goldes als einzigem Ausdruck von Erfolg.

Thomas Röhler  2   klein Scheinwerfer

„Vor einem Jahr habe ich eine Super-Serie geworfen und war Vierter“, erinnerte er an die Weltmeisterschaft von Peking 2015. In unverstellter Freude über seine Leistung von 87,41 Meter und über den hochklassigen Wettbewerb, in dem er Platz drei um nur 23 Zentimeter verpasst hatte, versprach Röhler, dass er seine Holzmedaille feiern werde.

„Diesmal habe ich eine Super-Serie geworfen, und dieser eine Wurf war dabei, der diese Medaille hier gebracht hat.“ 90,30 Meter warf Röhler, sein dritter Wurf des Jahres über neunzig Meter, die überragende Leistung des Abends. Thomas Röhler ist Realist. Deshalb ist es für ihn keine Metapher, wenn er sagt, dass er sich hohe Ziele stecke. Seit 2012 gewinnt er die deutsche Meisterschaft, und über die Jahre hat er sich daran gewöhnt, Favorit zu sein. Diese Rolle sei er nun bereit, auch international einzunehmen.

Der Athlet mit einer solch breiten Brust ist es gewohnt, trotz 1,90 Meter Länge und 90 Kilo Athletik in seinem Metier als schmächtig zu gelten. Nicht allein mit seinem schnellen Anlauf und seiner Explosivität ist Röhler den Kraftprotzen voraus. Akribisch und unkonventionell bereitet er seine Erfolge vor. Die Schlagzeile „Röhler zittert sich ins Finale“ amüsierte ihn, denn der Wurf von 83,01 Meter war Teil seines Plans.

Treppe verhalf zum Olympiasieg

Absichtlich hatte er in der Qualifikation lediglich so weit geworfen, wie er musste. Er nutzte seine drei Versuche dazu, sich mit den Bedingungen vertraut zu machen: der stehenden Luft im Olympiastadion, dem „jumpy“ Belag des Anlaufs, der enormen Höhe der Arena. Wie eine Halle wirke das Stadion, folgerte er, „niemand kann hier nur seine alten Bewegungsmuster abrufen“.

Und Röhler visiert tatsächlich ein Ziel hoch im Station an. Vielleicht mache dies nur ein Olympiasieger, sagte er, als er verriet, dass er zum ersten Besuch eines Stadions seine Kamera mitbringe. Vom Abwurf aus macht er ein hochauflösendes Bild von der gegenüberliegenden Kurve. Eine halbe Stunde lang suchten er und sein Trainer Harro Schwuchow darauf einen Fixpunkt, dann hatten sie eine markante Treppe gefunden.

Sie musste Röhler im Wettkampf finden, auf sie musste er mit dem 800 Gramm schweren Speer zielen, und er würde die perfekte Flugkurve nehmen. Nach dem vierten Versuch, der nur 84 Meter weit ging, legte sich Röhler auf den Rücken und blickte in den Nachthimmel über Rio, den ein Vollmond erhellte. „Ich musste bei mir bleiben“, erklärte er. „Ich hatte das Ziel aus den Augen verloren.“ Beim nächsten Wurf war er wieder bei sich, fand das Hilfsziel – und traf.

„Wir hatten extrem geile vierte Plätze“

Das war der Moment, daran zu erinnern, dass eben nicht alles in Gold und Medaillen gemessen werden könne. „Wir hatten extrem geile vierte Plätze“, sagte er und hatte damit das Gegengift für die große Depression in der Mannschaft von fast 90 Leichtathleten, die sich schon an das Abschneiden von Peking 2008 erinnern lassen muss, als Christina Obergföll mit Platz drei für die einzige Medaille der Leichtathletik-Auswahl sorgte.

Zehnkämpfer Kai Kazmirek und Weitspringerin Malaika Mihambo kamen tatsächlich auf Platz vier, Sprinterin Gina Lückenkemper erreichte das Halbfinale, die Siebenkämpferin Carolin Schäfer wurde Fünfte, und Hindernisläuferin Gesa Krause verbesserte als Sechste im Endlauf den deutschen Rekord. Das Abschneiden bei der sogenannten kleinen Europameisterschaft in Amsterdam drei Wochen vor Olympia mit fünf Titeln und 16 Medaillen hat offenbar die Maßstäbe verschoben, in der Priorität der Athleten wie bei den Erwartungen der Öffentlichkeit.

Im Nachhinein mag sich der Muskelfaserriss, der den Favoriten Röhler dort schon in der Qualifikation bremste, als Glücksfall erweisen. Zwei Wochen lang war der Speerwerfer zu Hause mit aktiver Reha beschäftigt, von Physiotherapie und Wickeln bis zu Gymnastik. „Ich kenne meinen Körper besser als vorher“, sagte er trocken über die Leidenszeit. Womöglich war sie die beste Vorbereitung auf den Triumph von Rio.

Michael Reinsch, Korrespondent für Sport, Berlin

Michael Reinsch

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. August 2016

Gina Lückenkemper – keine lächelt schöner als sie

 

Gina Lückenkemper ist eines der neuen, jungen Gesichter des deutschen Frauensprints. Ins Berliner Olympiastadion bringt sie zum 75. ISTAF zwei Bronzemedaillen von der EM aus  Amsterdam mit.

Gina klein Porträt von ihrer Seite

Würde eine „Miss Lächeln“ gewählt werden, wäre Gina Lückenkemper erste Anwärterin. Die  19jährige Sprinterin lächelt oft und gern. „ Ich bin ein Honigkuchenpferd“, charakterisiert sie sich selbst. Und es ist beileibe keine Unsicherheit. Das würde auch überraschen, bei ihrem rasanten Aufstieg in die deutsche Sprintspitze. Nach dem Abschied der jahrelang besten Sprinterin Verena Sailer hatte man sich Sorgen gemacht. Doch unbegründet, denn die Dortmunderin schaffte nach dem Gewinn der Goldmedaille über 200 m bei der U20-EM sofort den Sprung in die Erwachsenspitze.  Ihre große Stärke ist ihre Lockerheit. „ Sie verfügt über die Fähigkeit, über den Spaßfaktor locker zu bleiben. Und im Sprint ist Lockerheit sehr wichtig,“ hat ihr Trainer Uli Kunst kürzlich erklärt.

Und sie selbst meint: „Schnell war ich schon immer. Ich rede schnell , ich esse schnell“. Und manchmal fährt sie auch schnell Auto.

Die Hauptschnelligkeit aber bringt sie auf die Laufbahn. In diesem Jahr kannte sie einfach keine Zeitgrenzen. Bei der DM 2016  in Kassel holte sie sich über ihre Lieblingsstrecke von 200 m in 22,84 s Gold.

Gina klein DM 2016

Gina Lückenkemper bei der DM 2016 in Kassel (Foto: Dirk Gantenberg)

 

Anschließend lief sie bei der EM in Amsterdam 22,74 s und bekam dafür die Bronzemedaille. Nochmals Bronze gab es für sie in der 4×100-m-Staffel, und das in der Besetzung Tatjana Pinto, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase.

Rennen gibt mir das Gefühl von Freiheit“, erklärte sie danach. Und das wollte sie auch in Rio beweisen. Die Staffel sollte es richten, eine Medaille wurde angepeilt. Beinahe wäre einer der stärksten Gegner, die US-Staffel, im Finale nicht dabei gewesen, weil sie im Vorlauf den Stab verloren. Doch durch eine recht zweifelhafte Entscheidung wurde ihnen ein Sololauf genehmigt, und damit  kamen sie durch die Hintertür ins Finale und dort zu Gold. Die deutsche Staffel mit Gina Lückenkemper lieferte ein beeindruckendes Rennen, aber am Ende reichte es nur zu einem vierten Platz. Oder streicht man am besten dieses „Nur“?

Ihr Trainer sieht bei ihr noch große Reserven. „ Sie muß sich aber entscheiden, ob sie in die Weltspitze hinein und dafür mehr ins Training investieren will.“ Doch da spricht er aber eher von der Perspektive in Richtung Olympia 2020 in Tokio.

Zunächst aber wird Gina Lückenkemper dem Berliner Olympiastadion ihre Aufwartung machen. Zwei Jahre später bei der EM 2018 könnte hier für sie eine weitere „Sternstunde“ kommen. Das Lächeln wird sie bis dahin nicht verlieren.

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Gina Lückenkemper im Jahr 2014 (Foto: Dirk Gantenberg)

 

Gina Lückenkemper

200 m I Frauen

Alter: 19 Jahre

Land: Deutschland

Bestleistung:  22,67 s

Erfolge: 4×100 m: Vierte Olympia 2016,  Dritte EM 2016, Dritte  U20-EM 2014;  200 m: Dritte EM 2016, U20-Europameisterin 2015

Thiago Braz da Silva, der brasilianische Stabhochsprung-Sieger von Rio, kommt zum 75. ISTAF

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Weltklasse-Leichtathletik und Rio-Stars hautnah beim 75. ISTAF: Neben den beiden deutschen Olympiasiegern Thomas Röhler (Speer) und Christoph Harting (Diskus) haben bereits zehn Tage vor dem Jubiläums-Event im Berliner Olympiastadion fünf weitere Gold-Gewinner aus Rio ihr Kommen zugesagt. Allen voran der brasilianische Shooting-Star Thiago Braz da Silva, der den Stabhochsprung-Wettbewerb mit olympischem Rekord von 6,03 m für sich entschieden hatte.

Leichtathletik Berlin 13.02.2016 ISTAF indoor Stabhochrung der Männer, Thiago Braz da Silva (BRA) Foto: Camera 4
Thiago Braz da Silva (BRA) beim ISTAF Indoor 2016 (Foto: Camera 4)

Ebenfalls freuen können sich die Fans auf die Olympiasieger Sara Kolak (Kroatien/Speerwurf), Michelle Carter (USA/Kugelstoßen), David Rudisha (Kenia), den schnellsten Mann der Welt über 800 m, sowie Tianna Bartoletta (USA), die im Weitsprung und mit der 4×100-m-Staffel triumphierte und mit zwei Goldmedaillen zum ISTAF kommt.

Neben diesen sieben Olympiasiegern mit acht Goldmedaillen vermelden die ISTAF-Organisatoren bereits die Zusage von neun Europameistern. Am 3. September an den Start gehen alle fünf deutschen Gold-Gewinner und vier polnische Titelträger aus Amsterdam:

Aus Deutschland:  Gesa Felicitas Krause (3000 m Hindernis), Cindy Roleder (100 m Hürden), Christina Schwanitz, David Storl (beide Kugelstoßen) und Max Heß (Dreisprung).

Aus Polen: Adam Kszczot (800 m), Robert Sobera (Stabhochsprung), Piotr Malachowski (Diskus) und Angelika Cichocka (1.500 m; ISTAF: 800 m).

Meeting-Direktor Martin Seeber: „Wir bieten den Zuschauern 16 spannende und hochkarätig besetzte Disziplinen. Sieben Olympiasieger und neun Europameister – das verspricht tollen Sport. Und wir werden noch weitere Weltklasse-Athleten nach Berlin holen.

Am 3. September stehen ab 15 Uhr folgende 16 Disziplinen auf dem Programm:

Männer: 100 m, 800 m, 3000 m, 110 m Hürden,  Stabhochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswurf, Speerwurf

Frauen: 200 m, 800 m, 100 m Hürden, 3000 m Hindernis, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwurf.

Tickets für das Jubiläums-ISTAF gibt es ab 9 Euro unter www.istaf.de.

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