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Die Ente auf dem heißen Glasdach

Dieser Titel ist folgendem Filmtitel aus den 1950er Jahren nachempfunden:  Die Katze auf dem heißen Blechdach. Dieser Film, nach  dem gleichnamigen Theaterstück von Tennessee Williams gedreht, wurde am 18. September 1958 in den USA uraufgeführt. Die Hauptrollen spielten damals Elisabeth Taylor und Paul Newmann. Der Film wurde zu einem der größten Kassenschlager der 1950er Jahre. Und ich kann mich dunkel erinnern, daß ich dazu auch mein Scherflein beigetragen habe, irgendwann 1960 oder 1961, als ich schon in Berlin wohnte und für Ostmark in einem Westberliner Kino diesen Film sah. Und wenn mich auch der  Inhalt nicht ganz so begeisterte, ist mir der Filmtitel bis heute im Gedächtnis geblieben.

Genug der Einleitung, denn es soll ja hier nicht eine Katze, sondern eine Ente die Hauptrolle spielen.

Das Nest auf dem Dach

Vor einem Monat, am 13. April,  wollten wir unser Glasdach, das sich über der Sitzecke unseres kleinen  Hausgartens spannt, von Efeuranken und Blättern reinigen.

Ente klein Idylle im GartenP1020587

Glasermeister Mario Wrosch, ( mehr zu ihm  am Ende der Geschichte) der in unserem Haus seine Werkstatt betreibt,   stieg also aufs Dach und staunte nicht schlecht. Dort, wo der größte Haufen an Ästen und  Blättern lag, hatte sich eine Ente niedergelassen. Und da sie sich nach ihrer Entdeckung auch nicht vom Fleck rührte, kamen wir schnell zum Schluß:  Sie brütet.

Mario 378 BrütenDSC00378

Fortan wurde es zur täglichen Routine, mit unseren Fernstechern aus ca. 10 Meter  Entfernung zu beobachten, was sich tat.  Es tat sich nichts, und wir waren immer sicherer, daß diese Ente brütete. Sie verließ nie ihren Platz, verlagerte nur ein wenig die Stellung. Und ein Entenmann ließ sich nicht blicken.

Wir machten uns im Internet sachkundig. Dort stand, daß es im Frühjahr üblich sei, daß Enten, besonders Stockenten,  auf Balkonen oder Hausdächern brüten würden.  Man solle also den Dingen seinen Lauf lassen. Tips bekamen wir viele, was man tun solle und wie lange es dauern könne. Der Anruf beim Tierpark Kunsterspring brachte nur allgemeine Hinweise. Wir hatten auf Unterstützung gehofft, aber die Auskunft war:  „ Wir haben viel zu viele Enten, können also nicht helfen“.

Es dauerte und dauerte. Die Ente bewegte sich zwar wenig vom Fleck, aber baute ihr Nest immer mehr aus.  Am Schluß war es fast wie eine Trutzburg um sie herum.

Leichte Zweifel kamen bei uns auf, ob das Brüten Erfolg haben würde, ob die Eier befruchtet waren oder es sich vielleicht nur um eine Scheinschwangerschaft handele.

30 Tage nach der Entdeckung war es dann endlich soweit.

Die Küken sind da

Am Freitag, dem 13. Mai 2016, Punkt 8 Uhr in der Früh schaute ich gewohnheitsmäßig aufs Dach und bekam einen freudigen Schreck. Die Ente war in voller Größe zu sehen und viele Küken standen um sie herum.

Ente klein Küken gerade daP1020720

Ente klein kurz nach GeburtP1020722

Ente klein 24 Ente plus KükenP1020724

Die Botschaft verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Nun kam der größere Teil des Abenteuers für uns. Im Geiste vorbereitet hatten wir uns, denn wir wollten die Entenschar zu Fuß hinunter zum Ruppiner See bringen. Der Weg war klar, das Ziel auch. Aber, zunächst mußte sich die Entenmama mit  ihren Schützlingen in Bewegung setzen.

Und sie tat es mit Bedacht. Einige Male stolzierte sie mit den 10 Küken über das Glasdach, um zum einen das Laufen zu trainieren und zum anderen den Fluchtweg vom Dach auszuloten. Auffallend, wie diszipliniert die Küken waren. Niemand ging eigene Wege, alle folgten der Mutter.

Ente klein auf GlasdachP1020729

Wir aber trafen Vorbereitungen, schleppten Wannen mit Wasser in den Garten und legten Holzlatten an das Dach, um das Herunterkommen zu erleichtern.

Ente klein Wannen 35P1020735

Ente klein Blick durchs GlasdachP1020737

Es zog sich bis in den frühen Nachmittag hin. Und dann wählte die Entenmama einen von uns unerwarteten Weg. Der führte nicht wie erhofft in unseren Garten, sondern man stürzte sich gemeinsam etwa zwei Meter hinab auf Nachbars Grundstück.  Unsere Aufregung wuchs.  Dann aber sichteten wir die Mama mit ihren Küken im tiefen Gras von Nachbars Garten. Aufgeregt schnatterte die Ente, aber es gelang uns zu Dritt, die Ente zum Gang durch den Torweg hinaus auf die Friedrich-Ebert-Straße zu bewegen. Und wie erhofft folgte die aufgeregte Kükenschar ganz diszipliniert.

Der Weg zum See

Nun hieß es für uns, die Ruhe zu bewahren und der Entenschar den Weg zu weisen. Mit  Holzlatten in Form von Löffeln zeigten wir den Weg.   Zwei Kinder, die zufälligerweise vorbeikamen, schlossen sich auf unsere Bitte hin an. „ Wir sind tierlieb, helfen gern“.  Nebenher ihr Eis schleckend, waren sie uns eine große Stütze.  Aber ganz ohne Aufregung ging es trotzdem nicht.

Ente klein EntenmarschP1020741

Zunächst führte unser Weg nach 50 Metern über den Schulplatz, wo wie jeden Freitag der Markt stattfand.  Die Marktbesucher wurden schnell auf uns aufmerksam.  Wann sieht man schon mal solch einen Entenzug in der Stadt?

Es wurde etwas unruhiger im Umfeld und auch die  Ente zeigte sich leicht irritiert. Sie versuchte zunächst, nach rechts auszubrechen. Vielleicht konnte sie sich erinnern, daß  sie vor rund einem Monat mal aus dieser Richtung eingeflogen war.

Aber durch geduldiges Zureden und sanfte Gewalt mit Hilfe unserer „Holzlöffel“  brachten  wir sie wieder auf den richtigen Weg.  Kurz hinter dem  Postgebäude kam bald die nächste Bewährungsprobe für unsere „Prozession“.  Es galt, die Friedrich-Engels-Straße  zu überqueren. Nur gut, daß diese Straße immer noch eine Dauerbaustelle ist und der Autoverkehr deshalb gering war.

Mario Poststraße 413

Zwar wollte unsere Entenfrau wieder nach rechts ausbrechen, aber das wußten wir geschickt zu verhindern.  Nun mußten wir nur noch durch die Poststraße. Vielleicht konnten die Enten das Wasser schon erahnen.  Jedenfalls ging es flott voran, in brütender Sonne.

Ente klein KlosterhofP1020742

Mario 414 Post 2

Ente klein StolpersteineP1020743

Erstaunlich, wie fit die Küken an ihrem ersten Lebenstag schon waren. Und auch die Ente, die ja 30 Tage nur still im Nest gesessen hatte, watschelte mit flottem Tempo voraus.   Entgegenkommende Passanten wurde von  uns freundlich auf die andere Straßenseite „komplimentiert“, unsere Schützlinge sollten keine Hindernisse mehr haben.

Der See ruft

Erleichterung bei uns, als wir dann den Ruppiner See  direkt  vor uns sahen. Links das Restaurant „Zur Wichmannslinde“ und der Aussichtspunkt „ Spucknapf“, rechts vor der Klosterkirche der gewaltige Bühnenaufbau für das Musikschauspiel „Grete Minde“ im Rahmen der Fontane-Festspiele.

Und wir marschierten mittendurch. Wir hatten schon vorher unsere eigene Aufführung, die für uns ja auch eine Uraufführung war.

Mario 415 Ufer Fontanes

Leicht abschüssig nun der Pflasterweg hinunter zum Bollwerk, doch Frau Ente wählte den kürzeren Weg über den Rasen.

Ente klein Ente plus Küken 44 P1020744

Vielleicht sah sie dort auch die vier gelben Fontane-Figuren, die  vom Künstler   Ottmar Hörl aufgestellt worden sind (400 weitere Skulpturen aus Plastik stehen gegenwärtig vor der Neuruppiner Pfarrkirche, unter dem Motto:  Theodor Fontane – Wanderer zwischen den Welten) ,  und dachte sich:  Wo Fontane ist, da wandert es sich gut.

Die letzten Meter schaffte unsere „Prozession“   mit Bravour. Die kleinen Treppenabsätze bildeten kein Hindernis, springend und purzelnd wurden sie überwunden. Dann endlich war man am Wasser angelangt.

Mario 416 Bollwerk

Wir konnten nachfühlen, als unsere Ente genüßlich einen ersten Schluck Wasser zu sich nahm.  Sehr lange hatte sie darauf gewartet, denn in den 24 Tagen der Brut war nur wenig Regen gefallen.

Nun aber hatte sie Wasser im Überfluß vor sich. Und deshalb: hinein in den Ruppiner See. Die 10 Küken zeigten sich nicht als wasserscheu und stürzten sich erstmals in ihrem bisher so kurzen Leben ins Wasser.

Mario Wasser 417

Ente klein im WasserP1020745

Und dann segelte die Enten-Armada davon, mit einem beachtlichen Tempo. Unsere guten Wünsche begleiteten sie.

Ente klein WegschwimmendP1020746

Das Abenteuer  „ Die Ente auf dem heißen Glasdach“ hatte ein glückliches Ende gefunden.

Peter Grau

(Fotos: Peter Grau und Mario Wrosch)

Glaserei Wrosch

Die 25 km in Berlin

Am Pfingstsonntag ( 15. Mai 2016) findet der 25-km-Lauf in Berlin zum 36. Mal statt, nunmehr unter der Bezeichnung BIG 25 Berlin. Das hat sporthistorische Bedeutung, so ist in der diesjährigen Pressemittteilung des Veranstalters zu lesen.

Als am 3. Mai 1981 die „25 km de Berlin“ ihre Premiere hatten, war dies auch ein Start für die Laufbewegung. Während in den USA und Großbritannien sowie einigen anderen Ländern das Laufen viel populärer war und bereits große Cityrennen stattgefunden hatten, steckte die Laufbewegung in der Bundesrepublik noch in den Kinderschuhen.

Die Straßen der großen Städte waren bis zu jenem 3. Mai 1981 nicht für die Läufer da. Es gab zwar schon vorher, bei den Marathonveranstaltern in Berlin und Frankfurt, Bestrebungen, es den Amerikanern nachzumachen. Doch durchsetzen konnten diese Pläne zuerst die französischen Alliierten in Berlin. Sie organisierten die „25 km de Berlin“, die somit zu einem Wegbereiter deutscher Cityläufe wurden. Heute heißt das Rennen BIG 25 Berlin und wird organisiert von BERLIN LÄUFT.

Der französische Major Bride hatte einst die Idee für einen 25-km-Lauf quer durch Berlin. Vorbild war für ihn das 20-km-Rennen von Paris nach Versailles. Da das alliierte Recht in Berlin Vorrang hatte, konnte die Polizei nichts unternehmen, um den Lauf mitten durch die Stadt zu stoppen. Nicht nur für Major Bride und die ihm bei der Organisation zur Seite stehenden Institutionen, der Landessportbund (LSB) und der Berliner Leichtathletik-Verband (BLV), bedeutete das einen Großeinsatz, auch für die Polizei. Doch die „25 km de Berlin“ wurden zu einem viel beachteten Erfolg – ein Durchbruch! Noch im selben Jahr verlief auch die Strecke des Berlin-Marathons durch die Innenstadt.

3.250 Läufer starteten bei der Premiere 1981. Die Soldaten der westlichen Alliierten bildeten während der ersten zehn Jahre einen nicht unerheblichen Anteil am immer größer werdenden Teilnehmerfeld.

Den Höhepunkt erlebten die „ 25 km de Berlin“ im Jahre 1990.

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Start auf dem Olympiaplatz, Foto: Bock

Rund ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer rannten 14.300 Läufer aus aller Welt durch die Stadt. Und der Autor war glücklich, einer von ihnen zu sein.

Berlin 25 km 1990

 Meine  Startnummer 1990

Nach nunmehr 26 Jahren kann ich mich nicht mehr an jede Einzelheit des Laufes erinnern. Ich weiß aber, daß ich jeden Meter genoß, auch, weil ich ja diese Strecke noch nie gelaufen war und besonders der Lauf durch Ost- und Westberlin etwas Spektakuläres für mich war, an das ich vor einem Jahr noch nicht gedacht hatte. Damals, 1989, war ich glücklich, daß ich auf einer „Westreise wegen dringender Familienangelegenheiten“ in Zürich den Halbmarathon laufen konnte. Und -, langsam kommen die Erinnerungen doch wieder hervor-, ich hatte 1989 bereits die Startnummer für die „ 25 km von Berlin“. Ich wollte auf der Rückfahrt aus Westdeutschland einfach in Westberlin aussteigen und den 25-km-Lauf absolvieren. Doch weil die 14 Tage Westaufenthalt zu strapaziös gewesen waren, verzichtete ich letztendlich auf den Start auf dem Olympiaplatz.

Ein Jahr später bekam ich so ganz normal, – so schien es-, meine Startnummer, wobei mir mein Lauffreund Jürgen Roscher, mit dem ich schon mal vorher im Berliner Plänterwald einen Teammarathon bestritten hatte, beim Beschaffen der Startunterlagen behilflich war.

Nicht mehr in Erinnerung ist mir, daß an diesem Sonntag Temperaturen bis zu 28 Grad im Schatten herrschten und es eine Hitzeschlacht wurde. In seinem Bericht für die Zeitschrift „ Leichtathletik“ hatte Eberhard Bock das hervorgehoben, und betont, daß es trotzdem ein großes Volksfest wurde, welches Spitzen- und Volkssport zusammenführte.

Schon damals waren die afrikanischen Läufer tonangebend. Alfredo Shahanga aus Tansania gewann nach 1:15:09 h vor dem Kenianer Douglas Wakiihuri in 1:15:34 und dem Tschechen Uvizl. Aber auf dem vierten Rang kam als bester Deutscher Michael Heilmann in 1:17:08 h an, den ich zuvor schon bei vielen Straßenläufen in der DDR kennengelernt hatte. Michael Heilmann, der ganz dicht an Grenze zu Westberlin in Kleinmachnow lebte und heute noch lebt, empfand diese Veranstaltung ebenfalls als sehr spektakulär.

Jedenfalls liefen wir beide wie die 14.300 anderen Läufer und Läuferinnen ins Olympiastadion ein und genossen diesen einmaligen Moment.

Zwar war meine Zeit von  2:06:06 h  weitab  von meiner Bestzeit von 1:46:34 h, die ich 1983 in Berlin-Weißensee gelaufen war. Doch erklärlich war es vor allem wegen der Hitze und meinem viel geringeren Trainingspensum.

Berlin 1990 Urkunde

Aber es konnte mir natürlich nicht die Freude an der Medaille verderben.

Berlin 25 km 1990 Medaille

Und acht Jahre später, im Jahre 1998,  lief ich nochmals diese 25 km an gleicher Stelle.

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Meine Startnummer 1998

Während des Laufes konnte ich dann auf dem Kurfürstendamm sogar noch dem Fotografen zulächeln.

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Und mich im Ziel im Olympiastadion über diese Urkunde freuen:

Berlin 25 km 1998

Peter Grau / Pressemitteilung

 

BIG 25 Berlin: Der schnellste und weltgrößte 25-km-Lauf wieder auf den Straßen der Hauptstadt

2015 Berlin 25km Berlin, Germany May 10, 2015 Photo: Victah Sailer@PhotoRun Victah1111@aol.com 631-291-3409 www.photorun.NET
2015 Berlin 25km. Photo: Victah Sailer@PhotoRun

Es ist ein Lauf der Superlative und er startet am  Pfingstsonntag (15. Mai 2016) in seine 36. Auflage seit 1981: Die BIG 25 Berlin ist der älteste Straßenlauf Deutschlands und mit zwei Weltrekorden über 25 Kilometer auch der schnellste und wohl größte Lauf über diese Distanz weltweit. Neben vielen Freizeit- und Breitensportlern starten auch zahlreiche Profiläufer aus Ostafrika, die um neue Bestzeiten und Siegprämien kämpfen.

Die Läufer aus Kenia dominieren den Lauf bereits seit 2001, holten 15 Siege in Folge. 2015 gewann der Titelverteidiger Abraham Cheroben in der Jahresweltbestzeit von 1:12:31 Stunden. Die Äthiopierin Sutume Asefa Kebede konnte im selben Jahr die 14 Jahre andauernde Siegesserie der Kenianerinnen durchbrechen und lief nach 1:21:55 Stunden ins Ziel, was zugleich neuen Landesrekord und die fünftschnellste Zeit aller Zeiten bedeutete. Auch die Weltrekorde über 25 Kilometer wurden bei den BIG 25 Berlin durch Kenianer aufgestellt: Mary Keitany benötigte im Jahr 2010 nur 1:19:53 Stunden für die Distanz, Dennis Kimetto zwei Jahre später nur 1:11:18 Stunden.

Gestartet wird traditionell auf dem Olympischen Platz vor dem Olympiastadion Berlin. Alle Läuferinnen und Läufer der Distanzen 10 km, Halbmarathon und 25 km gehen zeitgleich um 10 Uhr an den Start. Das Ziel für alle ist das Olympiastadion. Der Einlauf durch das berühmte Marathontor auf die blaue Bahn ist dabei ein garantiert unvergesslicher Moment.

Für die Läufer ist es eine echte Sightseeing-Tour, vorbei an einigen der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Berlins: Siegessäule, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Friedrichstraße, Gendarmenmarkt (mit Schauspielhaus, Deutschem und Französischem Dom), Potsdamer Platz, Kurfürstendamm, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Funkturm.

Der Veranstalter Berlin läuft! arbeitet erstmals mit der UNO-Flüchtlingshilfe zusammen und sammelt Spenden, um zur Lösung der Flüchtlingsproblematik beizutragen. 200 Meter vor dem Ziel ist ein Spendentor aufgestellt. Entscheidet sich ein Teilnehmer dafür, durch das Spendentor hindurch zu laufen, wird er automatisch über seinen Zeitnahme-Chip erfasst. Durch die bei der Anmeldung hinterlegten Kontodaten wird dann eine Spende in Höhe von fünf Euro zugunsten der Flüchtlingshilfe abgebucht. Das Geld soll in Syrien, dem Irak und deren Nachbarländern helfen und Perspektiven schaffen.

Die Organisation und Durchführung einer Laufveranstaltung dieser Größenordnung ist eine logistische Meisterleistung. Damit alles reibungslos abläuft, koordinieren die Mitarbeiter von Berlin läuft! die Arbeit von 650 fleißigen Volunteers, die dabei helfen, unter anderem 2.500 Meter Zäune und 74 Müllcontainer aufzustellen, 10 Kilometer Flatterband zu ziehen und den Sportlern an der Strecke 12.000 Liter Wasser zu reichen. Hinter der Ziellinie warten sie auf die Läuferinnen und Läufer mit 11.500 Medaillen, Wasser, 2,2 Tonnen Äpfeln und 2.000 Liter Bier.

Weitere Informationen zur Veranstaltung sind  auf der Webseite www.berlin-läuft.de  nachzulesen.

Meine eigenen Eindrücke von meinen Starts im Jahr 1990 und im Jahr 1998 sind unter  „ Lauferlebnisse“ zu lesen.

Die STRECKE der BIG 25 BERLIN im Jahr 2016

 Berlin 25 km klein 2016 Strecke

 25 km // Start 10 Uhr
Verlauf: Olympischer Platz / Reichsstraße / Kaiserdamm / Siegessäule / Brandenburger Tor / Friedrichstraße / Gendarmenmarkt / Potsdamer Platz / Tauentzienstraße / Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche / Kurfürstendamm / Funkturm / Ziel: Olympiastadion.

 Halbmarathon // Start 10 Uhr
Verlauf: Olympischer Platz / Siegessäule / Kleiner Stern / Bellevueallee / Tiergartenstraße / Tauentzienstraße / Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche / Kurfürstendamm / Funkturm / Ziel: Olympiastadion.

10 km // Start 10 Uhr
Verlauf: Olympischer Platz / Sophie-Charlotte-Platz / Windscheidstraße / Kantstraße / Ziel: Olympiastadion.

Peter Grau / Pressemitteilung

Am Vatertag zum Italiener

Nicht immer muß es am Vatertag eine Radpartie sein. Es reicht manchmal auch ein Spaziergang auf dem Uferweg am Ruppiner See.

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Und dann entdeckt man  eine neue Gaststätte, das „Ristorante Stella Marina“:

Italiener   klein    Stellla P1020693

Neu ist aber relativ, denn hier gab es schon vorher eine Gaststätte „La Caleta“ , allerdings mit spanischer Kost.

An dieser Stelle stand früher das Gebäude einer Stärkefabrik,  aber das wurde 2007 abgerissen.

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Nun aber ist seit Anfang März 2016 Italien Trumpf. Und mit italienischer Freundlichkeit wird uns ein Eiskaffee und ein erfrischendes Getränk Campari mit Tonic auf der Terrasse kredenzt.

Erfrischt und beschwingt begeben wir uns wieder auf den Heimweg und versprechen den Gastgebern, bald mal wieder dort einzukehren.

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Spektakuläre Drachenbootrennen beim Neuruppiner Hafenfest

Drachenboot klein Start P1020609

Die Veranstalter des Neuruppiner Mai- und Hafenfestes haben wohl mit dem Wettergott einen Pakt geschlossen. Die ganze Woche über  regnete es in Neuruppin ziemlich häufig und kühl war es zudem auch noch. Aber am Haupttag des Festes, dem Samstag, schien die Sonne oft, stiegen die Temperaturen in angenehme Sphären. So war der Andrang der Zuschauer an den beiden Eingängen groß.

Drachenboote klein EingangP1020601

Aber auch der Andrang der Paddler, die sich in die Drachenboote setzen wollten, um sich im Wettkampf zu beweisen, war groß.  Insgesamt 47 Boote zu jeweils 20 Paddlern gingen zu Wasser und ließen ihre Stechpaddel fliegen.

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Drachenboot klein P1020654

Drachbooten klein  P1020651

Doch nicht nur die Drachenboote bestimmten das Bild am Bollwerk.

Ungezählte Verkaufsstände, Spielmöglichkeiten für Kinder, Zelte für die Mannschaften, und, vor allem unübersehbar die Zuschauermassen.

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Drachenboote klein Darchenkreis

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Die Schmerzen mit der Barmer

Rückenzemtrum ich zweites Foto

Mein sportliches Kapitel „ Rückenzentrum“ ist vorerst beendet. Zwanzig Mal habe ich mich jeweils eine Stunde lang im „Rückenzentrum“ in der Neuruppiner Junckerstraße an den Geräten abgemüht. Teilweise habe ich in meinem Tagebuch darüber berichtet.

Früher als Läufer hatte ich einen Bogen um Kraftgeräte gemacht, hatte Gymnastik nur bei anderen bestaunt und meinen Körper, sprich vorrangig meine Oberschenkel, nur kurzzeitig gedehnt. Als ich dann las, daß man auch im Alter noch Krafttraining beginnen könne,  habe ich diesen Wunsch meinem Hausarzt mitgeteilt. Aber nicht nur Kraft wollte ich tanken. Auch meine Rückenbeschwerden sollten durch die Stärkung der Muskulatur weniger werden. Mein Hausarzt verschrieb mir neben 6 x Physio und 6 x Fango auch 50 Übungseinheiten beim Rehabilitationssport. Doch als ich dafür bei meiner Krankenkasse, der Barmer GEK, eine Unterschrift holen wollte, machte man mir dort einen anderen Vorschlag:  „Gehen Sie doch ins Rückenzentrum. Dort werden Sie individuell betreut und außerdem finanziert die Barmer auch noch diese Kurse“.

Gesagt, getan. Ich folgte dem Vorschlag, landete im Rückenzentrum bei Toni und paßte mich recht schnell dem Trainingsrhythmus an. Parallel dazu hatte ich meinen Antrag zur Finanzierung des Kurses Ende November 2015 in der Geschäftsstelle der Krankenkasse abgeben, unterstützt durch entsprechende Einlassungen von Ärzten. Vielleicht war ich nicht krank genug, waren meine Rückenschmerzen nicht stark genug und vielleicht gehörte ich als Rentner nicht zur Zielgruppe dieser Therapiemaßnahme. Das weiß ich nicht.

Jedenfalls wartete und wartete ich, bekam bisher, Stand 30. April 2016, keine Antwort, sei sie nun negativ oder positiv. Die Kosten für das Training hatte ich zunächst privat bezahlt, in der Hoffnung, daß irgendwann die Krankenkasse etwas zusteuern würde. Aber diese Hoffnung wurde immer geringer. Ärgerlich nur, daß ich überhaupt keine Antwort bekam.

Barmer Gesundheitskarte Scan_Pic0041

Immerhin bin ich seit  1990 Mitglied der Barmer, habe immer meine Beiträge gezahlt und sehr wenig dafür Leistungen in Anspruch genommen. Ein Leistenbruch, eine Augen-OP, Zuzahlungen bei der Zahnbehandlung und beim Hörgerät waren die einzigen außergewöhnlichen Sachen. Dazu der nicht eben häufige Besuch bei Ärzten und regelmäßig Tabletten gegen Bluthochdruck, das war es dann auch. Man kann sich ausrechnen, daß ich in über 25 Jahren viel mehr eingezahlt als Kosten verursacht habe. Doch dieses Aufrechnen ist nur die eine Seite. Keine Antwort zu bekommen ist die andere Seite der Medaille.

Die Geräte fehlen mir

Aber nicht nur die Antwort der Krankenkasse fehlt mir. Mir fehlt auch das wöchentliche Training an den Geräten. Man glaubt gar nicht, wie schnell man sich an eine Sache gewöhnen kann. Das kam auch beim Abschlußgespräch im Rückenzentrum zur Sprache. Toni schätzte ein, daß ich mich während dieser drei Monate stark verbessert habe, vor allem in der unteren Rückenmuskulatur, der seitlichen Bauchmuskulatur und der Rotationsmuskulatur. Die Halsmuskulatur ist ausgeglichener geworden. Gestärkt werden muß in Zukunft besonders die Bauchmuskulatur. Sprich, dort waren die Fortschritte weniger groß. In der Bilanz schlug zu meinen Ungunsten an, daß ich anfangs 73 kg wog und nun 76 kg.  Aber trotzdem waren die Veränderungen an den einzelnen Geräten beachtlich:

Rumpfbeugen            Anfang 15 kg Gewicht eingestellt, Ende   30 kg

Zur Seite beugen        Anfang 27,5   Ende   42,5

Rotation Anfang  17,5    Ende  30

Rückenstrecker  Anfang 27,5    Ende 40 kg

Halswirbelsäule:  zur Seite beugen   Anfang 5 kg, Ende 7 kg

Halswirbelsäule:  nach hinten drücken:  Anfang  9 kg, Ende 13 kg.

Wie nun weiter?

Mein Anfangsgedanke war, das Training an den Geräten eine Etage über dem Rückenzentrum, in der Fitness-Lounge, weiterzuführen. Dort wartet Sören schon auf mich, ich hätte also wieder eine individuelle Betreuung. Und neben der Arbeit an den Geräten könnte ich dort auch Neues praktizieren, könnte auch auf dem Laufband probieren, ob ich doch noch mal „ins Laufen“ kommen kann.

Stichwort Laufen: Gerade beim Ausgestalten meiner Homepage kam mir wieder zu Bewußtsein, wie eng ich doch immer am „Laufen“ war, wie sehr es mir vom Kopf her liegt. Und so versuche ich mich nach einem Trainingsplan, der verspricht:  In einem Monat 30 Minuten im Stück laufen zu können, ohne Gehpausen. Die ersten drei Male verliefen ohne Mühe, doch dann siegte erneut die Bequemlichkeit. Und es drängte ja auch kein Termin, kein Trainer wartete.

So ist der Stand, und ich denke wieder neu nach.

Mal sehen, wohin es mich in den nächsten Monaten treibt:  Zum Laufen, zum Radfahren (eine weitere Alternative) oder ins Studio.

Peter Grau

 

Laufen oder an die Geräte, das ist hier die Frage:

London-Marathon klein Ziel ohne Zeit

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Marathon in Zürich: 2016 bei Kälte, 1989 im Sonnenschein

 

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Die Europameisterschaften in Zürich im Jahre 2014 waren zumindest in  Leichtathletik-Kreisen in aller Munde. Damals gab es beim Marathon keine spektakulären Aufgaben, aber das war im August auch nicht zu erwarten. Das Wetter war okay,  die meisten Läufer und Läuferinnen kamen gut durch.

Anders war das nun am letzten Wochenende, am 24. April 2016.

Katharina Heinig, Tochter von Katrin Dörre – Heinig und Wolfgang Heinig, wollte beim Marathon in Zürich unter der Olympianorm von 2:30:30 Stunden bleiben, und nach den Trainingswerten schien das machbar.   Doch dann kam der Wettergott und setzte mit Kälte und Regen den meisten Profi-Athleten ein Halt.

Auf ihrer Facebookseite hat Katharina Heinig das alles emotional und überzeugend beschrieben.  Zwar wird immer noch diskutiert, ob sie nun falsch angezogen gewesen sei und welche Fehler sie ansonsten gemacht habe, aber wegdiskutieren kann man den Einfluß des Wetters nicht.

Ich selbst habe zwar nie einen Marathon aufgegeben, obwohl ich das bei manchem Hitzemarathon gern getan hätte. Aber ich stand auch nie unter dem Zwang, eine Norm zu laufen.

Zürich kenne ich aus eigenem Erleben.

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1989 stand dort der 6. Züri-Marathon auf dem Plan, aber ich kam nicht bis ins Marathon-Ziel. Ein Widerspruch? Nein.  Ich hatte mich von vorherein nur für den Halbmarathon angemeldet. Und den absolvierte ich dann bei Sonnenschein in 1:35:59 Stunden fast problemlos, wenn man von einem ungeplanten Zwischenstop absieht.

Der Onkel half

Damals, im Jahr 1989, war es für mich schon ein Sieg, überhaupt in Zürich starten zu dürfen. Die Mauer stand noch, und normalerweise hätte ich keine Chance gehabt, als Ostberliner in der Schweiz zu sein und Marathon zu laufen. Doch normal waren die Zeiten damals nicht, und dank eines Westonkels, der auch noch zum richtigen Zeitpunkt  Geburtstag hatte, konnte ich „wegen dringender Familienangelegenheiten“ -, so hieß damals der DDR-Terminus-, in den Westen reisen.

1987 war ich „dank meines Onkels“ beim Hamburg-Marathon gestartet, 1988 beim München-Marathon. Und eine kleine Randnotiz zum Jahr 1987: Damals startete ich nicht nur in Hamburg, sondern danach auch noch beim 3. Schluchseelauf über 18 km. Und dort lag am 3. Mai am höchstem Punkt der Strecke, unterhalb des Feldbergs, Schnee.

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Die Schluchsee-Medaille von 1987

Der Wettergott kann also immer und überall zuschlagen.

Zurück zum Jahr 1989. Da meine Erinnerungen leicht verblassen – immerhin sind  27 Jahre seitdem vergangen-, lasse ich wieder einen Brief sprechen, den ich nach dem Lauf an meine Mutter schrieb und der auch das ganze Drumherum ein wenig beleuchtet:

„ Die Hinfahrt ab Berlin-Friedrichstraße war unkompliziert. Ich hatte 1. Klasse genommen, da es nur dort noch Platzkarten gab. Schlief oder ruhte und kam einigermaßen frisch in Stuttgart an. War zweimal bei Onkel Karl in Esslingen. Am ersten Tag hatte ich mich zum Laufen mit Werner Sonntag in Ostfildern verabredet, blieb aber zu lange bei Onkel Karl, so daß ich erst zum Abendessen nach Ostfildern fuhr.

Zwei Tage weilte ich in Konstanz. Dort kam ich mit einem  Triathleten ins Gespräch, meine Schwägerin hatte ihn auf meine Ankunft vorbereitet. Mit ihm und zwei anderen Läufern fuhr ich am Sonntag früh nach Zürich, um dort zu laufen. Es war gut, daß ich nur für den Halbmarathon und nicht für den Marathon gemeldet hatte. Ich fühlte mich nicht in Form.

Zunächst starteten die Marathonläufer, unser Start war 9.30 Uhr.

Die Strecke führte immer am Zürichsee entlang und fast immer durch saubere Ortschaften. Aber von Beginn an rumorte mein Magen, so daß ich ab 8 km nach einer Toilette Ausschau hielt. In der Schweiz darf man nämlich nicht so einfach in die Büsche gehen. Bei km 12 fand ich dann endlich eine Toilette.

Jan Fitschen hat solch einen Zwischenstop beim Berlin-Marathon praktiziert, vor laufenden Fernsehkameras.

Bei mir waren keine Kameras dabei, warum sollten sie auch. Jedenfalls lief es nach dem Notstop bestens. Das Ziel lag in einem Stadion und mit meiner Zeit von 1:35:59 Stunden und dem 881. Platz  war ich zufrieden. Zudem, wenn man eine Minute für die Startverzögerung und 2 Minuten für die Toilette abzieht.

Meine Kumpels einschließlich Werner Sonntag liefen Marathon. Mit Werner fuhr ich später zurück. In Donaueschingen legten wir eine Kaffeepause ein, abends war ich wieder in Stuttgart.

Der 90. Geburtstag wurde in Coburg gefeiert

Dann hieß es Kofferpacken, und am 1. Mai fuhr ich per Bahn nach Coburg, mit Umsteigen in Nürnberg und Lichtenfeld. Sechs Stunden war ich  unterwegs. Am Bahnhof nahm ich ein Taxi und fuhr zum Gasthof Söhnert in Coburg-Scheuerfeld, bekam den Zimmerschlüssel, sprach mit Onkel Karl und  dann warteten wir auf den Abend. Cousine Ute und Manfred aus Oberweißbach waren schon einen Tag eher mit der Bahn angereist und mit Onkel Karl aus Esslingen nach Coburg gekommen. Abends fand also die Veranstaltung mit ca. 50 Leuten statt.  Ansprachen, kaltes Büffet, Singen von Liedern, Trinken, Gespräche, vor allem mit zwei Mitgliedern der Burschenschaft von Onkel Karl. Das war ja etwas völlig Neues für mich, diese Studenten-Burschenschaften. Die hatten wir an der Berliner Humboldt-Universität leider nicht. Die Zeit verging jedenfalls schnell. Um Mitternacht dann die Gratulation zum 90. Geburtstag meines Onkels (mein Reisegrund!).  Überreichen der Geschenke, noch ein bißchen plaudern und dann ab ins Bett. Am anderen Morgen  zum Bahnhof gefahren, und zufälligerweise kam der nächste Zug schon nach fünf Minuten. Schnell die Fahrkarte gekauft, die freundliche Dame am Informationsschalter reichte mir noch die Umsteigezeiten und ab ging die Post, sprich der Zug. Ein bißchen schnell alles, aber irgendwie hatte mich das Reisefieber gepackt. Nachmittags war ich in Stuttgart, am nächsten Morgen (3. Mai) holte ich in Esslingen meinen Paß wieder ab, und am Abend ging es zurück nach Berlin.

Eigentlich hatte ich geplant, am 7. Mai noch den 25-km-Lauf in Berlin zu bestreiten. Eine Startnummer hatte ich auch schon dafür. Und aus dem Zug aussteigen hätte ich in Westberlin ohne Probleme gekonnt ( das hat ja mein Lauffreund Roland später zum Berlin-Marathon praktiziert). Aber dann habe ich doch darauf verzichtet.“

Soweit die Briefauszüge und soweit das „Abenteuer“ Zürich, das für mich zumindest kein Laufabenteuer wurde.

Peter Grau

 

 

 

Ein neues Buch zum Welttag des Buches

Welttag des Buches und dazu eine Buchvorstellung. Besser konnte es nicht passen.

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Altes Gymnasium

Am Sonnabend, dem 23. April 2016, stellte Verleger Günter Rieger in der Stadtbibliothek im Alten Gymnasium in Neuruppin ein neues Buch vor:

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„Neu geboren. Neuruppins Wiederaufbau nach dem großen Brand“. Geschrieben hat es Dr. Peter Schmidt, der Experte für brandenburgische Wirtschafts-, Sozial-und Baugeschichte ist, viel über die Neuruppiner Stadtgeschichte und die berühmten Bilderbogen geforscht und rund 17 Jahre im Neuruppiner Museum gearbeitet hat.

Anders als gewohnt

Bei Buchvorstellungen wird normalerweise erst das Buch besprochen und dann verkauft. Diesmal war das anders. Gleich hinter dem Foyer der Bibliothek hatte Martina Krümmling, Inhaberin des Antiquariats „BuchKonsum“, einen Stand aufgebaut und verkaufte  das vorzustellende Buch.

Und der Autor Peter Schmidt, -wie immer sehr kommunikativ und freundlich zu jedermann-, stand ganz in der Nähe und wurde gleich aufgefordert, seine Bücher zu signieren. Und er tat das mit Bravour, stilvoll mit Tintenfederhalter. Zwar mußte man danach das Buch noch offen halten, damit die Tinte trocknen konnte, aber das tat man gern.

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Peter Schmidt (sitzend) mit dem historikinteressierten KfZ-Meister Wolfgang Hintze

Einer fing an, und fast alle der 50 Gäste schlossen sich an, stellten sich in die Schlange (in alter, guter DDR-Manier), kauften das Buch und warteten auf eine Signatur.

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Dann füllte sich der Veranstaltungsraum inmitten der Bibliothek so sehr, daß Stadtführer Eberhard Greulich noch zusätzliche Stühle holen mußte.

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Die einleitenden Worte sprach Verleger Günter Rieger:

“ Ich habe nicht geglaubt, daß es im Zusammenhang mit dem Stadtbrand in Neuruppin im Jahr 1787 und dem anschließenden Wiederaufbau noch viel Neues zu entdecken gibt. Aber Peter Schmidt hat mich eines besseren belehrt. Er förderte auf Grund umfangreichen Quellenstudiums neue Fakten und Erkenntnisse zutage“.

Dann aber hatte der Autor Peter Schmidt die „Bühne“ für fast eine Stunde ganz für sich allein.

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Und er stellte nicht nur eben mal sein Buch vor, sondern gab Einblicke in sein beeindruckendes Fachwissen. Angefangen vom durch König Friedrich Wilhelm II. genehmigten Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand, über das Wirken solcher Persönlichkeiten wie Staatsminister von Voß, Stadtdirektor Noeldechen, Oberbaurat Berson und Bauinspektor Brasch bis hin zu Finanzierungs – und Materialfragen umriß er einiges, ohne den Inhalt des Buches vorwegzunehmen. Und beantwortete dann noch  Fragen aus dem Publikum.

So verging eine Stunde wie im Flug.

Mehr Zeit aber wird es brauchen, wenn die Käufer des Buches nun die 160 Seiten studieren werden.

Beim Hinausgehen aber kam man nochmals an einer Gedenktafel für die wesentlichen Persönlichkeiten beim Wiederaufbau Neuruppins vorbei:

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Peter Grau

Buch-Neuerscheinung:  Neu geboren. Neuruppins Wiederaufbau nach dem großen Brand. Edition Rieger. (www.edition-rieger.de).

Vor 20 Jahren beim London-Marathon

Als die Mauer zwischen Ost und West noch fast undurchlässig war, träumten wir von Marathonstarts in Boston, New York oder London. Als es dann nach 1990 so einfach war, packte ich es lange nicht, weil ich der Arbeit den Vorzug gab und deshalb viel weniger als früher trainierte. Und Marathon ohne ausreichendes Training, das wird entweder zur Quälerei oder aber bringt kein vernünftiges Ergebnis. Und Ergebnisse wollten wir früher immer, nicht nur einen Spaßmarathon laufen.

1990 war ich den Berlin-Marathon gelaufen, 1996 wollte ich wieder mal einen Anlauf nehmen. New York und Boston waren mir zu weit entfernt London schien machbar. Dachte ich.

Aber das Training vorher war einfach nicht ausreichend. Nur 30 bis 40 km schaffte ich pro Woche. Doch ein Rückzieher kam nicht in Frage, die Reise war bereits kurz vor Weihnachten 1995 fest gebucht.

London-Marathon klein FlugzeitenScan_Pic0039

Am 19. April 1996 war es dann soweit. Gemeinsam mit Arno und Marion fuhr ich mit einem Großraumtaxi von Neuruppin zum Berliner  Flughafen Tegel. Alles klappte perfekt, der Flug nach London war kurzweilig und die Fahrt zum Hotel St. Giles verlief auch ohne Probleme.

Londonmara Hotel St. Giles

Am gleichen Tag holten wir uns noch die Startunterlagen ab, sahen uns ein wenig in der Stadt um, und dann begann das Warten.

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Früh am Morgen des 20. Aprils bewegten wir uns per Bahn im Strom der  Gleichgesinnten in Richtung Greenwich. Dieser Ort ist vor allem bekannt als Null-Meridian, als Datumsgrenze. Doch das interessierte uns diesmal nur am Rande. Für uns stand der Start im Riesenpark von Greenwich im Vordergrund.

London-Marathon Startgebietstart-map800

Einen kleinen Dämpfer hatte es für mich aber schon gegeben: Es war recht warm. Wenig trainiert – später heiß, das war eine sehr leistungsmindernde  Mischung.

Anfangs merkte ich das zwar noch nicht, zumal die Strecke gefühlt nur abwärts führte. Der erste Höhepunkt kam bei Meile 6 (ca. 10 km), als wir das Segelschiff Cutty Sark umrundeten.

Wenig später, bei Meile 8,  stand dann einer der vielen Fotografen parat und schoß dieses Foto:

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Bei Meile 8 mit  Nr. 2457 und gelbem Hemd vorn in der dritten Reihe.

Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man, daß wir da noch alle recht gut und frisch aussahen. Aber sicher täuschte das bei den meisten Läufern schon.

Anschließend kamen wir zunächst durch weniger attraktive Vororte, doch bald, bei Meile 12, liefen wir  auf die Tower Bridge zu.

towerbridge

Aber schon da spürte ich immer mehr, daß angesichts der steigenden Temperaturen meine Kräfte spürbar schwanden.  Und bald, und das war kein gutes Zeichen, mußte ich Gehpausen einlegen. Da nützte auch der Beifall und das Geschrei der Zuschauer wenig. Man schämte sich eher, weil man nicht mehr lief, sondern nur noch ging.

Die Gehstrecken wurden immer länger, die Freude am Laufen immer geringer. Noch in Erinnerung ist mir eine sehr lange Straße, gelegen über der U-Bahn-Station Embankment. Zwischen hohen Häusern „promenierten“ wir, doch eher schlichen wir vorwärts.  Arno und ich konnten sich kürzlich sehr gut daran erinnern, daß dort die Straße „dampfte“.  Warum, das wissen wir nicht mehr so genau, aber uns war,  als ob der Asphalt kochte. Denn geregnet hatte es ja nicht.  Irgendwann war auch diese Straße passiert. Vorbei am Parlamentsgebäude mit dem Big Ben rechterhand ging es dann  Richtung Buckingham Palace. Vorbei an Westminster Abbey, durch die Prachtstraße  Birdcage Walk,  und endlich rückte das Ziel immer näher.

London-Marathon Buckingham

Um dann im Ziel frisch auszusehen, legte ich nochmals eine lange Gehpause ein, und dann konnte ich die abfallende Straße hinunter ins Ziel einigermaßen genießen.

London-Marathon klein Ziele mit ZeitScan_Pic0038

Auf dem Zielfoto sah ich dann auch nicht erschöpft aus. Aber die Zeit über mir sprach Bände:  5:01:33.

Doch eine Medaille gab es trotzdem:

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Früher war ich zwischen 3:30 und 3:08 gelaufen, doch mit solch geringem Training war das eben nicht machbar. Und deshalb habe ich diesen London-Marathon auch nicht als „richtigen“ Marathon in Erinnerung.  Für mich mußte damals ein Marathon mindestens unter 4 Stunden enden, möglichst unter 3:30 Stunden.

Geblieben ist die Erinnerung an einen spektakulären Lauf, und jedes Jahr im April wird mir das bewußt, wenn der London-Marathon wieder 30.000 Läufer und Läuferinnen in die Themse-Stadt ruft.

Peter Grau

Per Rad rund um die Neuruppiner Lindenallee

Wenn man die üblichen Tagesthemen wie Böhmermann,  AfD, Flüchtlingsstrom  oder Doping im Sport einmal kurz hinter sich lassen will, dann muß man hinaus in die Natur, um den Kopf wieder freizubekommen.

Gesagt, getan. Diesmal geschah es nicht laufenderweise, sondern mit dem  Rad. Eine Stunde fuhr ich umher und hielt öfter mal an, um Fotos zu „schießen“. Die Motive drängten sich förmlich auf:

Blick von der Seedammbrücke, Birkengrund,  Lanke, Kirche in Wuthenow, Badewiese am Hotel „Waldfrieden“,  Uferweg in der Nähe der Lindenallee und immer wieder: Der Blick auf die Klosterkirche.

Lindenallee klein Brücke P1020531

Lindenallee klein von BrückeP1020532

Lindenallee klein WEg unter BrückeP1020534

Lindenallee klein Blick auf BauP1020535

Lindenallee klein BirkengrundP1020538

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Lindenallee klein Wuthenower Kirche 544

Lindenallee klein P1020548

Lindenallee klein Kirche schönP1020547

Lindenallee klein Kahn P1020552

Lindenallee klein Klosterkirche Schluß P1020556