Tagebuch

Werbung in Wort und Bild für Neuruppin und Umgebung

Im April 2015 hatte sich unser Trio, Ulrich Bredow, Peter Pusch und ich, zusammengesetzt , um Pläne für eigene Seiten im Internet zu schmieden. Zuerst kam meine Homepage ins Netz, allerdings mit Berliner Hilfe. Und nun haben es auch meine beiden Mitstreiter geschafft, Ulrich Bredow und Peter Pusch.

Ulrich Bredow ist mit seiner Homepage www.rhinfilm.de im Internet.

Ulrich Bredow, ein gebürtiger Berliner, lebte lange in Mönchengladbach und wählte sich dann eine neue Heimat: „ Das konnte nur Neuruppin sein, für mich die interessanteste Stadt Brandenburgs. Mein großes Interesse gilt der Geschichte Brandenburg-Preußens“, so schreibt er auf seiner Homepage zur Einführung. „Im weitesten Sinne, von Heimatkunde bis Architekturgeschichte, aber auch Natur, Land und Leute, wie Fontane sie beschrieben hat. Das kann ich nun hier verbinden mit Fotografie und Filmen.“
Einen Film über Neuruppin hat er bereits produziert, unter dem Titel: Neuruppin, Fontane mag’s nicht!? Zu erwerben ist die DVD für nur 10 Euro.
Mit seiner Website möchte er nicht nur eigene Produktionen vorstellen, sondern mit Fotos und Videoclips an Neuruppin und dem Ruppiner Land ein noch größeres Interesse wecken.
Der Name rhinfilm basiert auf dem 129 km langen Fluß Rhin.

Auf den Spuren des Leipziger Marathons

Am Sonntagvormittag vor einer Woche (28.2.) wollte ich erkunden, wo ich vor über 30 Jahren in Leipzig Marathon gelaufen bin. Mein Hotel lag günstig, denn nach nur zwei Kilometern war ich auf dem Schleußiger Weg schon ganz nahe an der Strecke, so dachte ich. Von der Brücke aus fotografierte ich die Elster, die ruhig dahinfloß.

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Wie gerufen kamen da zwei Damen dahergelaufen. Freundlich waren sie über die Maßen, als ich sie fragte, ob hier vielleicht vor 30 Jahren ein Marathon stattgefunden habe. „ Ja, meinten sie, aber, schade, daß unsere Männer nicht hier sind, denn die könnten mehr erzählen, weil sie damals auch gelaufen sind“. Eine der Damen fügte noch hinzu: „ Ich habe lange in Berlin gelebt, bin nun Sächsin geworden“. Die Freundlichkeit dieses Menschenschlages hat sie wohl schnell angenommen.

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Die zwei freundlichen Läuferinnen laufen weiter.

Weiter auf der Suche sah ich in der Ferne das Hauptgebäude der Galopprennbahn Scheibenholz.

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Die Galopprennbahn Scheibenholz

Ich konnte mich gut erinnern, daß der Marathonkurs damals dort vorbeiging. Aber wo führte er wirklich entlang? Wie gerufen kam ein alteingesessener Leipziger des Weges. „Ich war zwar damals nicht dabei, aber ich kann etwas zur Entwicklung der Stadt seit der Wende erzählen,“ erklärte er. Und dann war er kaum zu stoppen in seinem Redefluß. „ Leipzig war früher ein Industriezentrum. Nach der Wende brachen viele Betriebe weg, die Arbeitslosigkeit war hoch. Doch wir rappelten uns wieder auf, und heute können wir stolz sein, was aus der Stadt geworden ist. „ Und auch in diesem Viertel in der Südvorstadt, wo ich gerade geparkt hatte, sahen die Häuser schmuck aus, ganz wie später bei meinem Kurztripp in der Innenstadt (siehe Spaziergang durch die Leipziger Innenstadt).

Weiter also Richtung Clara-Zetkin-Park, dort, wo wir damals etliche Runden drehten.
Ich knipste munter vor mich hin und bedauerte, daß ich die wenigen alten Bilder von damals zuhause gelassen hatte. So konnte ich erst später vergleichen.

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Die Straßenkreuzung Karl-Tauchnitzstraße /Telemannstraße

Weiter auf einem Asphaltweg dicht an der Galopprennbahn (das muß der Rennbahnweg gewesen sein, stellte ich später fest)

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Zuhause nahm ich das Foto vom Marathon 1983 zur Hand, auf dem ich 50 Meter vor dem Ziel im Rennbahnweg zu sehen bin und den Läufer vor mir noch unbedingt überholen will.

KMU-Marathon 1983 50 m vor dem Ziel

Und war mir nun sicher, daß ich 33 Jahre danach auf der richtigen Spur gewesen bin.
Das Ziel hatte ich also, doch nun wollte ich auch etwas vom Rundkurs im Clara-Zetkin-Park sehen. Doch da wird das Erinnern schwieriger.
Einfach ist es noch, das Hauptgebäude der Galopprennbahn zu finden, was ich ja schon aus der Ferne gesehen hatte. Wie mein Leipziger mir vorhin erzählte, war es vor einiger Zeit komplett saniert worden. Und die Pferde laufen auch noch an einigen Renntagen im Jahr.

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Doch wo liefen wir Marathonis damals? Erinnern konnte ich mich, daß wir über eine oder zwei Brücken gelaufen sind. Und das sah ich dann auch zuhause auf folgendem Foto:

KMU-Marathon 1983

Die erste Brücke war wohl die, auf der ich ein „Rendezvouz“ mit meinen freundlichen Leipzigerinnen hatte. Aber die zweite Brücke? Also lichtete ich quasi auf Verdacht einige Brücken ab und zwischendurch auch den Ruderachter:

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Welche Brücke war es nun? Sicher bin ich nicht. Vielleicht kann mir einer der damals Beteiligten Näheres mitteilen.

Sicher bin ich mir aber, daß wir im Stadtzentrum nahe des Gebäudes der Karl-Marx-Universität (KMU) starteten. KMU war das Kürzel für die Uni und auch der Namensgeber für den Marathon.

KMU-Marathon 1983 Härtrich

Start im Jahr 1983  (Foto: Thomas Härtrich, heute zu finden unter  www.norwegenfotograf.de)

Drei Runden im Zentrum folgten, u.a. vorbei am Alten Rathaus.

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KMU-Marathon 1984, am Alten Rathaus  (Foto: Thomas Härtrich;  heute zu erreichen unter www.norwegenfotograf.de)

Im Clara-Zetkinpark wurden acht Runden absolviert. Zumindest war das im Jahr 1983 so, wie es aus meinen Aufzeichnungen hervorgeht:

„ Am 18. Juni war es beim Start um 14 Uhr mit 15-20 Grad etwas zu warm, und deshalb lief ich auch mit Netzhemd. Drei Runden in der Innenstadt folgten acht Runden im Clara-Zetkin-Park. Ab 20 km nahm ich immer alle 4,4 km (so war also die Länge der Runde) etwas Tee zu mir. Außerdem wurden ausreichend Schwämme gereicht. Nach 3:14:41 h war ich im Ziel. Die Zwischenzeiten: 5 km 21:30; 10 km 42:45; 15 km 65:30; 20 km 1:27:30; 25 km 1:52:00; 30 km: 2:16:05; 40 km: 3:03:30.“

Irgendwann an diesem Sonntagvormittag mußte ich meine Suche beenden, denn ich wollte ja noch das Stadtzentrum besichtigen.
Aber diese zwei Stunden reichten aus, um den Atem der Vergangenheit zu spüren. Und ich freute mich, daß heute sehr viele Leipziger wieder laufenderweise den Clara-Zetkin-Park frequentieren.

Leipziger Allerlei rund um die Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten 2016

Leipzig 236 klein Halle vornweg

Zu Leichtathletik-Veranstaltungen in Leipzig fahre ich immer sehr gern. Nicht nur, weil die „Arena“ sehr gut für die Leichtathletik geeignet ist, sondern auch, weil Leipzig fast „vor der Tür“ liegt, wenn man das bei 230 km sagen darf.
An diesem Samstag, dem 27. Februar 2016, war es zwar frühmorgens frisch, aber die Sonne lachte, und frohen Mutes machte ich mich auf zur Autobahn, um zu den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten zu fahren. Nach 150 km legte ich bei Köckern eine kurze Pause ein. Traditionell, denn das hatte ich früher bei meinen gefühlt tausend Fahrten nach Erfurt auch so getan. An der Raststätte Köckern war immer Halbzeit. Aber Leipzig liegt viel näher als Erfurt. Nach etwas über zwei Stunden war ich bereits angekommen. Zwar führte mich mein Navi nicht gleich zum Hotel, dem Commundo Tagungshotel in der Zschocherschen Straße. Die Nr. 69 sei auf der rechten Seite, meinte mein Freund Yannick auf dem Navi. Doch dort waren nur leere Häuser zu sehen. Aber nach kurzem Suchen fand ich das Hotel doch noch, auf der linken Seite, mitten in diesem ehemaligen Arbeiterviertel Plagwitz. Das Zimmer-Nr. 312, mit Aussicht auf einen ruhigen, großen Innenhof, war sehr einladend. Vor allem der riesige Schreibtisch vor der Fensterfront überzeugte.

Leipzig 246 klein Hotel eins

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Zwei Kilometer brauchte ich nur vom Hotel zur Jahnallee und zur Arena.

Leipzig 219 klein Arena Eingang

12 Uhr kam ich im Presseraum an, begrüßte das Ehepaar Vollmer, die seit ewigen Zeiten bei allen Meisterschaften die gute Seele im Organisationsbüro sind. Der Raum füllte sich immer mehr, und ich konnte viele „alte“ Bekannte schon jetzt sprechen.

Dann wurde es offiziell. Mediendirektor Peter Schmitt moderierte die Eröffnungspressekonferenz:
Leipzig 223 Peter Schmitt

DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop, DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska und Thomas Bauerfeind vom neuen DLV-Partner Bauerfeind AG äußerten sich zu den bevorstehenden Deutschen Hallenmeisterschaften.

Leipzig 221 klein Prokop

Dr. Clemens Prokop

Leipzig 222 klein Gonschinska

Idriss Gonschinska

Leipzig 226 klein Bauerfeind

Thomas Bauerfeind

Die Journalisten lauschten eifrig, aber Fragen hatten sie jetzt noch nicht:

Leipzig 229 klein Pressekonferenz

Und dann stürzten sich alle auf ihre Presseplätze in der vollbesetzten Halle.
Wenn ich nicht gerade mit Interviews im Presseraum oder im Kaffee beschäftigt war, konnte ich auf meinem Platz inmitten der Kollegen von leichtathletik.de das Geschehen ebenfalls hautnah verfolgen

Leipzig 296 klein  Kollegen

Aus dem leichtathletik.de-Team: Martin Neumann, Christian Fuchs, Harald Koken, Silke Morrissey (von links)

Und ich konnte miterleben, wie mein Sitznachbar Harald Koken am Samstag den Liveticker bestückte, in atemberaubender Geschwindigkeit und ohne irgendeine Pause. Weil ich selbst früher einige Male den Liveticker „füttern“ durfte, konnte ich diesen Streß noch besser nachfühlen.
Nur gut, daß alle Ergebnisse sofort auf seinem Bildschirm eingespielt wurden:

Leipzig 299 klein Koken Schirm

Aber nicht nur der Liveticker ging über das Internet hinaus in die Welt. Auch zusammenfassende Texte, Bilder und Videos waren und sind über www.leichtathletik.de abzurufen.
Leipzig 234 klein Halle

Leipzig 235 klein Halle rechts

Ich durfte mich vor allem den Gesprächen hingeben, ob nun Smalltalk oder auch intensiv. So plauderte ich 45 Minuten lang mit Andreas Busse. Der hatte in den 80ern in der Weltspitze der Mittelstreckler mitgemischt, und arbeitet nun schon 20 Jahre lang als Projektleiter des Indoor –Meetings in Karlsruhe. Für den gebürtigen Dresdner waren diese Meisterschaftstage eine willkommene Gelegenheit, in die alte Heimat zu kommen und Freunde und Bekannte aus früheren Jahren zu treffen.

Busse und Blondel klein

Andreas Busse (links) und Alain Blondel bei der Hallen-Europameisterschaft 2015 in Prag

Aber die Finalentscheidungen über 60 m der Frauen und Männer verpaßte ich natürlich nicht. Zunächst freute ich mich sehr über den Sieg von Tatjana Pinto.

Leipzig 237 klein Pinto

Der Anfang: Tatjana Pinto am Start des 1. Vorlaufes, links mit der Startnummer 466.

Und dann sah ich den Rekordlauf von Julian Reus, der in 6,52 s den Langzeit –Rekord des Berliners Sven Matthes (dessen Geschichte unter „Treffs mit Leichtathleten“ auf dieser Homepage) verbesserte.

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Julian Reus „ am Boden“, aber nur für die Fotografen. Und gelb auf schwarz die Zeit des neuen deutschen Hallenrekordes: 6,52!

Leipzig 242 kleinReus zwei

Die Finalteilnehmer freuen sich gemeinsam, umringt von Fotografen.

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Julian Reus glücklich am Mikrofon von Hallensprecherin Julia Nestle.

Auf den Spuren des Leipziger Marathonlaufes

Am Sonntagvormittag begab ich mich dann auf die Spuren der Vergangenheit, suchte den alten Kurs des Leipziger Marathonlaufes, den ich in den 80er-Jahren viermal absolviert hatte. Darüber und über den anschließenden Kurztrip durch Leipzigs Zentrum berichte ich in einer späteren Tagebuchnotiz.
Am frühen Nachmittag standen dann weiter die Finals der DM auf dem Programm. Erneut ausverkauft war die Halle, ein schönes Zeichen für die nach wie vor bestehende Attraktivität der Leichtathletik, auch wenn das leider in den Medien nicht mehr so herüberkommt. Doch Fotografen gab es genug in Leipzig:

Leipzig 298 klein Fotografen
Leipzig 297 klein Foto  grfafen

Leipzig 239 klein Gantenberg

Die Fotografen bei der Arbeit

Und kurz vor dem Abschluß der Meisterschaften bekam ich nochmals Besuch auf der Pressetribüne. Ex-400-m-Mann und Mitglied der Bronzestaffel bei der WM 1993 in Stuttgart, Karsten Just (seine Geschichte auch unter „Treffs der Leichtathleten“ auf meiner Homepage) kam gemeinsam mit seiner Frau Kathi vorbei:

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Und vorher hatte er ein Foto „geschossen“, als „Beweis“, daß ich wirklich inmitten der Journalistenschar von leichtathletik.de gesessen habe:

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Diesmal von rechts: Silke Morrissey, Pamela Ruprecht, Harald Koken, Peter Grau, Martin Neumann (Foto: Karsten Just)

Spaziergang durch die Neuruppiner Regattastraße

Bei Sonnenschein macht ein solcher Spaziergang besonders viel Spaß. Start ist an der Kreuzung Präsidentenstraße / Regattastraße. Zu sehen ist ein schmucker Neubau, der Eigentumswohnungen beheimatet. Früher stand hier eine Schuhfabrik und noch davor wurden dort Fahnen produziert:

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Und der Ruppiner See liegt gleich am Ende dieses Häuserblocks. Links, gerade noch zu sehen, lugt ein Cafe hervor, wo leckerer Kuchen kredenzt wird.
Geheimtip: Die Stachelbeertorte.

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Hinein in die Regattastraße. Der Blick fällt linkerhand auf zwei schmucke Villen und dann auf den „Seegarten“, ein empfehlenswertes Restaurant.

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Dann folgt der Sport. Passend zur Regattastraße hat natürlich alles mit dem Wassersport zu tun. Zunächst das Bootshaus des Neuruppiner Ruder-ClubsRegatta 174.

Danach folgt das Bootshaus des Kanu-Vereins Ruppin, erst vor kurzem mit einem schmucken Anbau aus Holz aufgehübscht.

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Drittes Objekt im Bunde: Das Haus der Segler mit der Gaststätte „Skipper“.

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Pure Natur: Die Fürstenwiese. Dort wurden früher die Boote für die Regatten gelagert wurden, die auf dem Ruppiner See stattfanden.

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Blick nach rechts: Die Evangelische Schule, ein Anziehungspunkt für viele Schüler.

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Die Kastanienwiese. Im Sommer Treffpunkt für viele Badegäste an dieser wilden Badstelle.

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Attraktive Villen:

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Weiter geht es auf dem Uferweg:

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Blick zurück, und das nicht im Zorn. Es grüßt die Klosterkirche, das Wahrzeichen der Stadt:

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Weiter auf dem Uferweg. Rechts lugt das Cafe Kontor hervor:

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Fast still ruht der See. Aber die Ruderer, Kanuten und Segler müssen noch einige Wochen warten.

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Es schlug Dreizehn

Manchmal verbirgt sich hinter einer Überschrift etwas ganz Normales. Auch hier ist das der Fall. Die Dreizehn ist für manche eine Glückszahl, für andere keine. Und für mich? Zum 13. Mal war ich am Freitag im Rückenzentrum. Also weder Glück, noch Pech, sondern ein ganz normaler Trainingstermin. Mein Rückentherapeut Toni ließ diesmal überall mehr Gewicht auflegen, als Bewährungsprobe gewissermaßen. Und damit ich das auch wirklich schaffen konnte, hatte er zuvor nach den 10 Minuten Ergometerstrampeln nicht nur ausgedehntes Dehnen auf der Isomatte angesagt, sondern auch eine neue Übung, die einiges von mir abverlangte. Vor allem das Balance-Gefühl wurde dabei getestet.

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Die rechte Hand vorn aufstützend, das gab mir mehr Sicherheit. Etwas wackliger war es mit der linken Hand. Und dann mußte ich alles mehrmals, gefühlte zehnmal wiederholen. Als Hinweis: So dick, wie es auf dem Foto den Anschein hat, bin ich nicht. Das Hemd hängt einfach nur herunter.

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Und in der zweiten Aufnahme sieht man, daß es ein Laufhemd ist. Es stammt vom 15-km-Lauf in Kiel im Jahre 2003.

Die nächste Übung war einfacher, auch wenn ich mich natürlich anstrengen mußte. Aber das ist ja der Sinn des Trainings.

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Das sollte die folgende Übung am Gerät erleichtern, wo die Rumpf-Rotation gefordert wird.

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Ein wenig traurig war ich an diesem Tag, weil Andre, der Athlet mit dem Schwergewichtskörper, seine letzte Trainingsstunde im Rückenzentrum hatte. Mit ihm hatte ich mich sehr gut verstanden. Und er wollte es zum Abschied nochmals wissen, ließ fast an allen Geräten das Höchstgewicht von 100 kg auflegen und packte auch dieses Gewicht. Nun wird er wieder in ein „normales“ Fitneßstudio gehen.

Nachklang zum ISTAF INDOOR 2016

Das 3. ISTAF-INDOOR ist Geschichte, der Jubel über die tolle Veranstaltung verebbt langsam.
Über die sportlichen Ergebnisse ist viel berichtet worden. Ich möchte erzählen, wie ich das Ganze erlebt habe.
Nach einer geglückten einstündigen Anreise war mein erster Anlaufpunkt der Presseraum, ganz unten und durch einen Nebeneingang zu erreichen. Man freut sich immer, wenn man dann bekannte Gesichter sieht. So ging es mir. Fotografin Iris Hensel, leichtathletik.de-Reporter Jan- Henner Reitze und der Experte für die schnellen Flash-Interviews für leichtathletik.de, Michael Wiener, begrüßten mich locker und gelöst. Nichts von Streß las ich in ihren Gesichtern.
Da ich beim vorherigen ISTAF-INDOOR leichte Orientierungsprobleme in der großen Arena hatte, klemmte ich mich gleich an Jan, als der Richtung Pressetribüne strebte. Mit dem Fahrstuhl war es diesmal ganz unproblematisch und schnell waren wir ganz oben angelangt. Wir saßen also nicht in der ersten, sondern in der letzten Reihe. Ziemlich klein sahen die Personen da unten auf der Laufbahn aus, aber ich hatte ja mein Fernglas mitgebracht. Doch das war dann nicht nötig, zumal alles auf der Videowand abgespielt wurde.

An meinem Arbeitsplatz sorgte außerdem ein Monitor für die aktuellen Ergebnisse. Und als „Sonderservice“ lief auf einem Extra-Bildschirm in Sichtweite die Fußball-Übertragung der Bundesliga durch Sky. Da sah ich während der ersten zwei Stunden erstmals, wie brillant das Ganze dort aufgebaut ist und daß es sich, wenn man sich ein wenig für Fußball interessiert, lohnt, über ein Abo nachzudenken. Doch Fußball lief nur am Rande, die Leichtathletik war Trumpf.
Zu meiner Linken machten sich Jan-Henner Reitze für den Liveticker und Philip Häfner für die Zusammenfassung des Geschehens für leichtathletik.de bereit. Und zu meiner Rechten nahm bald mein Kollege aus den USA Ed Gordon Platz.

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Ed Gordon (USA)

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Ab 16 Uhr unterhielten die Schul-Sprintstaffeln das Publikum.

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Danach sorgten die Maskottchen der Berliner Vereine von Hertha BSC und Union bis zu den Handball-Füchsen für Stimmung, als sie die 60 m im Rückwärtsgang absolvierten.

Dann aber begann das eigentliche Spektakel, und ich blieb mit Schnappschüssen weiter aktiv. Dabei war die letzte Reihe nicht eben günstig für die Fotos. Aber die grandiose Stimmung im Rund bekam ich trotzdem mit, auch wenn ich im vorigen Jahr in Reihe 15 saß und viel dichter am Geschehen war.

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Zunächst sorgte die Band „Glasperlenspiel“ für einen flotten musikalischen Auftakt, später durfte sie fast eine halbe Stunde das Publikum unterhalten.

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Karsten Holland, einer der beiden Hallensprecher, hat eine besondere Gabe, die Zuschauer aus der Reserve zu locken, sie im positiven Sinne zu animieren. Grandios sein Einfall, die Zuschauer zu bitten, auf ihren Handys die Lichtfunktion einzustellen und auf Kommando das Licht leuchten zu lassen.

Es folgen Schnappschüsse vom sportlichen Geschehen, photographiert vom „Himmel“ und nicht brillant, aber sie sollen Eindrücke verschaffen.
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Startvorbereitung der Männer, 60 m Hürden

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Erster Hürdenvorlauf, kurz vor der ersten Hürde

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Hallensprecher Wolf-Dieter Poschmann stellt Ex-Weitspringerin Heike Drechsler vor.

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Cindy Roleder gewinnt das Finale über 60 m Hürden.
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Renaud Lavillenie (Frankreich) am Anlauf.

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Lavillenie 5,69 im 3. Versuch geschafft.

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Dafne Schippers nach ihrem Erfolg über 60 m

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Sprinterin Verena Sailer, im vorigen Jahr noch dabei und nun nicht mehr aktiv, wird interviewt.

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Am Start des Finales der Männer über 60 m. Noch sind alle 6 Athleten dabei.

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Der Erste, der Vorlaufschnellste James Dasaolu (GBR), muß wegen eines Fehlstartes gehen.

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Der Zweite , Julian Reus, muß ebenfalls wegen eines Fehlstartes die Bahn verlassen.

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Nun sind es nur noch vier Läufer. Kim Collins (Bahn 2) gewinnt sicher.

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Rafael Holzdeppes erster Versuch über 5,85 m mißlingt.

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Auch der spätere Sieger aus Brasilien, Thiago Braz da Silva, scheitert zunächst an 5,93 m.

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Dann aber gelingt dem Brasilianer der Südamerika-Rekord.

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Wolf-Dieter Poschmann interviewt die glückliche Weitsprungsiegerin Alexandra Wester (6,95 m).

Doch der krönende Abschluß kommt noch. Und ein wenig traurig bin ich, daß ich schon vorher die Veranstaltung verlasse. Doch 1 ½ Stunden auf fast autoleerer Autobahn stehen mir noch bevor. Im Radio höre ich, daß Robert Harting vor dem letzten Versuch noch auf Platz fünf liegt. Aber der Sprecher macht Mut: „Oft hat Robert es im 6. Versuch noch gedreht.“ Meine Erwartungen waren nicht mehr so hoch.
Dann die Auflösung, zuhause am Fernseher. Und die Überraschung: Robert Harting hat mit 64,81 m noch gewonnen und das Publikum rastete fast aus. Ich freute mich mit ihm. Es war ein gelungener Abschluß.

Spaziergang zum ISTAF-INDOOR

Auch wenn ich Berlin gut kenne, bewege ich mich lieber auf ausgetretenen, erprobten Pfaden. Und wenn ich dann noch einen Blick in die Ost-West-Vergangenheit der Stadt werfen kann, ist es um so besser.

Vor vielen, vielen Jahren – es muß so um 1965 gewesen sein – weilte ich mal mit meiner Tischtennismannschaft zu einem Punktspiel in der Köpenicker Straße. Mit diesem Namen gibt es einige in Berlin, aber diese lag direkt an der Sektorengrenze.
Auf einem alten Stadtplan des VEB Landkartenverlages Berlin ist nur Ostberlin abgebildet. Links und unten steht WESTBERLIN, mehr nicht. Nur einige S-Bahnstationen wie Wedding oder Gesundbrunnen sind eingezeichnet. Warum auch, die Mauer verhinderte sowieso, daß wir Ostberliner Westberlin besuchten.

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Wo lag also die besagte Köpenicker Straße? Vom S-Bahnhof Jannowitzbrücke spazierte ich durch die Brückenstraße, vorbei an einem Geschäft, in dem es tausende und abertausende Postkarten aus neuer und alter Zeit zu kaufen gab. Gerade aus ging es durch die Heinrich-Heine –Straße bis zum Grenzübergang. Ich aber nahm schon vorher den Weg nach links in die Köpenicker Straße. Und kurz bevor die Mauer das Weitergehen verwehrt hätte, fand ich die Spielstätte auf einem Hinterhof.
Die Jahre gingen ins Land und es kam die Wende im Jahr 1989.
Und bald sah der Stadtplan so aus:

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Diese Köpenicker Straße hatte nun an Länge gewonnen, führte bis hin zum U-Bahnhof Schlesisches Tor. Ich fuhr diese Straße danach oft von Lichtenberg und Karlshorst aus, um ins Stadtzentrum zu kommen.
Und wie es der Zufall will, hat seit vielen Jahren Gerhard, einer der Söhne meines Kieler Schwager Achim, dort seine Arbeitsstelle bei Heimann Ingenieure. 2015 organisierte er für die Großfamilie Gutschmidt in Berlin das Familientreffen, führte durch seinen Betrieb und ließ uns schon damals einen Blick über die Spree werfen, hinüber zu der O 2 World Berlin, dieser großen Arena. Das Treffen fand dann u.a. im Restaurant Pirates statt und auf einer Schiffsfahrt durch die Innenstadt Berlins (nachzulesen auf meiner Facebook-Seite) Tagebuch).

Geparkt hatte ich damals in der Köpenicker Straße. Und auch diesmal, ein Jahr später, parkte ich dort und spazierte dann hinüber zur Mercedes-Benz Arena Berlin, wie sie nun heißt.

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Zuerst ein Blick hinüber zum Schiffsanlegeplatz und zum Restaurant Pirates.
Dann wurden die Bilder spektakulärer:

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Die Oberbaumbrücke ist ein wahrer Blickfang.

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Normaler Fußweg, im Vordergrund ist die U-Bahn zu sehen, die vom Bahnhof Warschauer Straße bis hinein ins „alte“ Westberlin fährt und dabei zunächst auch die Spree überquert.

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Von der Oberbaumbrücke bietet sich ein weiter Blick bis zum Fernsehturm.

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Und ganz aus der Nähe ist einer der Türme der Oberbaumbrücke auch nett anzusehen.

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Da wirkt das Endziel, die Mercedes-Benz Arena Berlin, wesentlich nüchterner.

Doch dafür war dann das Spektakel des ISTAF-INDOOR 2016 auf keinen Fall nüchtern, sondern heißblütig und mitreißend. (mehr dazu unter www.ISTAF-INDOOR und www.leichtathletik.de nachzulesen und nachzusehen).

P.S.: Wie auf Bestellung bringt heute am 14. Februar der Tagesspiegel online unter dem Motto „Interaktive Berliner Stadtgeschichte“ den Beitrag: Vorher-Nachher: Hier verlief die Mauer in Kreuzberg. Und da wird auch die Köpenicker Straße erwähnt.

Was man rund um eine Pressekonferenz so erlebt

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Internationale Pressekonferenz des ISTAF-Indoor, so stand es auf der Einladung für Freitag, 15 Uhr. Startort für mich Neuruppin, Ziel die Mercedes-Benz Arena in Berlin. Rund 85 km Autokilometer liegen dazwischen, und wenn man Glück hat, schafft man es in einer guten Stunde. Doch diesmal hatte ich kein Glück. Zwar lachte die Sonne vom Himmel, als ich 13 Uhr losfuhr. Doch dann der entscheidende Fehler: Ich wählte nicht den normalen Weg über Pankow-Heinersdorf, Prenzlauer Allee, weil ich etwas von Bauarbeiten am Autobahnzubringer Pankow gelesen hatte. So also die andere Route über Spandau genommen, vorbei am Olympiastadion, am Funkturm Richtung Bahnhof Zoo. Zwar war der Autoverkehr nicht übermäßig, doch die gefühlten 1000 Ampeln ließen die Zeit verrinnen. Und in der Kantstraße wurde es noch schlimmer. Ein defekter Mercedes parkte in der rechten Spur, und eben, als ich vorbeifahren wollte, schob sich das Abschleppfahrzeug des ADAC in die linke Spur. Totaler Stillstand. Ehe das Auto am Haken hing, dauerte es sicherlich eine Viertelstunde

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Erleichterung, als es weiterging. Vorbei an der Gedächtniskirche, durch die Potdamer Straße, dann rechts ab, den Potsdamer Platz links liegen gelassen und immer geradeaus neben der U-Bahn entlang, die hier oben fährt, bis zum Schlesischen Tor, über die Oberbaumbrücke, nochmals die Mühlenstraße nach links und dann an der East Side Gallery geparkt. Uhrzeit: 14.50 Uhr. Ich schaffte es also noch gerade so.
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Die Journalistenschar saß schon bereit, und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

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Aber ich hatte noch Zeit, um einige Bekannte zu begrüßen. Zuerst Marisa Reich mit den Worten: „Schön, daß ich Dich mal wieder live sehe, sonst kenne ich Dich ja nur noch von Facebook“. Dann kam ein guter, alter Bekannter auf mich zu. Ich nenne ihn immer den „alten Ami“, obwohl er so alt garnicht ist: Ed Gordon, der Leichtathletikexperte, aus Berkeley /USA direkt zum ISTAF-INDOOR angereist. Meine Worte: „Ich freue mich, Dich endlich mal wieder zu sehen, dachte schon, daß Du krank bist“ (zur Erklärung: Ed kam in den letzten Jahren sehr oft zu den deutschen Meetings, hatte seit langem einen ganz engen Draht zu den deutschen Leichtathleten.) Ed Gordon schilderte seine letzte Arbeit in den Staaten: „Ich habe mich drei Wochen mit dem Super Bowl beschäftigt“ ( Das Spiel des Jahres im American Football elektrisiert jedes Jahr die Amerikaner).
Aber dann begann die Pressekonferenz, allgemein nur PK genannt.

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Von links: Raphael Holzdeppe, Cindy Roleder, Robert Harting, Dafne Schippers, Martin Seeber, Claus Frömming.

Pressechef Claus Frömming begrüßt die Journalisten und stellt das Auditorium vor.

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Und dann jagt er allen einen Schreck ein. „ Sie werden Renaud Lavillenie vermissen….“ Ist er verletzt, krank? Nein. „ Er sitzt in Lyon im Flughafen und wartet, daß seine Maschine losfliegt. Er rechnet mit 3 Stunden Verspätung.“ Der Schreck ist vorbei, Hauptsache, er kann am Samstag wieder in die Lüfte fliegen.

Nacheinander werden die Athleten zu ihrer Form, zu ihren Erwartungen und zu den Vorhaben des Jahres befragt. (siehe dazu Beitrag von Jan-Henner Reitze in leichtathletik.de)

Zuerst gibt Cindy Roleder Auskunft (hier im angeregten Gespräch mit Robert Harting).
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Dafne Schippers antwortet auf Holländisch, ihre Managerin übersetzt ins Deutsche.
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Raphael Holzdeppe erläutert sein Vorhaben, die 6 m anzugehen.
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Robert Harting erläutert entspannt, was er von seinem Wiederbeginn erwartet. „ Die Nervosität ist ungeheuer groß. Ich werde wohl nicht so gut schlafen können.“

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Meetingchef Martin Seeger freut sich über die ausverkaufte Halle und über die Treue der Sponsoren, die das Meeting möglich machen.

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Dann nochmals gemeinsames Posieren, nach rechts:
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Und nach links:

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Und Abgang. Dafne Schippers fährt nochmals schnell zum Training, Roleder und Harting haben schon morgens trainiert und Raphael Holzdeppe wird am Abend noch eine Trainingseinheit einlegen.

Robert Harting und Raphael Holzdeppe nehmen sich noch Zeit für Einzelgespräche.

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Die Journalisten hämmern in die Computertasten:

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Ralf Jarkowski für dpa
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Jan-Henner Reitze für leichtathletik.de

Ich räume zusammen mit Claus Frömming und Sven Ibald die große Sponsorenwand ab und verlasse dann die recht kühle Arena. Morgen wird es hier heiß zugehen.
Meine Rückfahrt wird leichter als erwartet. Diesmal wähle ich die Route durch Ostberlin und bin nach einer Stunde wieder in Neuruppin. Eine Reise mit vielen Eindrücken, die die Vorfreude auf das 3. ISTAF INDOOR sehr gesteigert hat.