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Potsdam vom Schiff aus gesehen – Schlösser, Villen und Wohnhäuser

Potsdam hat sich seit der Wende 1990 spürbar gemausert, doch an mir ist das eher vorbeigegangen. Eine Zeit lang bin ich noch zu Leichtathletik-Veranstaltungen ins Stadion Luftschiffhafen gefahren, habe zweimal die Schlösser im Park Sanssouci besucht. Noch nie habe ich Potsdam vom Wasser her gesehen. Umsomehr freute ich mich auf die „ Schlösserrundfahrt mit der MS Sanssouci „ am Dienstag, dem 20. September 2016.

Die Fahrt, auch als Seniorentreffen der Handwerker bezeichnet, wurde von der Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin organisiert. 61 ehemalige Handwerksmeister, Handwerker und ihre Partner trafen sich in Neuruppin um 11.30 Uhr in der Virchowstraße nahe der Pfarrkirche, und dann ging es per Bus in Richtung Potsdam. Ohne Stau war das Reisen ein Genuß, und 12.30 Uhr kamen wir schon am ersten Reiseziel, dem Hafengelände der Weißen Flotte dicht an der Langen Brücke in Potsdam an. Zu früh, weil unser Schiff erst 14 Uhr in See stechen sollte.

So schaute ich mich etwas in der Umgebung um.

Im Vordergrund der Landtag, dahinter lugt der Turm der Nikolaikirche hervor:

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Hotel Mercure, unten im Vordergrund das Restaurant „El Puerto“:

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Nochmals das Gebäude des Landtages:

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Zeit blieb auch, um noch einen kleinen Imbiß im Restaurant „El Puerto“ zu uns zu nehmen. Dann aber hieß es, schnell aufs Schiff, denn wir sahen schon aus der Ferne, wie sich die Massen vor dem Schiff  sammelten:

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Aber das war noch nicht „unser“ Schiff.

Die MS Sanssouci war viel, viel größer, mit einer Länge von 72 m und einer Breite von 9 m:

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Nur ein kleiner Laufsteg führte aufs Schiff, freundlich begrüßt von der Besatzung und gleich auch mit dem Hinweis, daß wir später auch die Luft auf dem Oberdeck genießen könnten.

Doch zunächst hieß es: Hinein ins Vergnügen, was nicht so richtig ein Vergnügen war. Ich hatte im Internet vorher gelesen, daß dieses Schiff, die MS Sanssouci, das Flaggschiff der Weißen Flotte in Potsdam, 334 Sitzplätze hat. Und die wurden auch schnell knapp. Wir bekamen schon Angst, Kaffee und Kuchen im Stehen zu uns nehmen zu müssen, aber da kam mit Hilmar Seidack der helfende Engel, der uns Plätze reserviert hatte.

Man muß sich vorstellen: Dicht gedrängt saß die „Masse Mensch“ an Sechsertischen, der Riesenraum war gefüllt und vor allem herrschte eine immense Lautstärke, denn so viele Leute hatten sich viel zu erzählen.

Zuerst aber erzählte uns Kammerpräsident Robert Wüst einiges über die rosigen Aussichten des Handwerks, fügte aber auch an, daß wir fleißig um Nachwuchs fürs Handwerk werben sollten.

Das Schiff legte inzwischen vom Ufer ab, aber leider konnten wir den Kapitän, der uns von Beginn an mit den Sehenswürdigkeiten an den Ufern des Wasserweges bekanntmachte, nicht verstehen. Pflaumenkuchen plus Sahne wurde gereicht, Kaffee dazu und danach ergriff ich die Flucht Richtung Oberdeck. Und da war dann die Welt für mich (und später für alle anderen) wieder in Ordnung. Genug Platz für alle und nun konnten wir auch den Kapitän besser verstehen. Aber es reichte mir trotzdem nicht, und deshalb konnte ich mir nichts notieren, sondern mußte die  Bildüberschriften später nach Internet-Recherchen schreiben.

Zunächst war das Oberdeck, das ebenfalls 334 Gästen einen Sitzplatz bietet,  noch fast leer:

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Der Blick auf das Strandbad Wannsee (hier war ich zuletzt um 1955):

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Leicht schief , der Turm:

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Das ist das Jagdschloß auf der Pfaueninsel (schreibt mir eben meine Tochter aus Mexiko):

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Das Deck füllt sich:

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Vor uns die Glienicker Brücke:

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Die Glienicker Brücke (vorn), dahinter das Schloß Babelsberg:

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Die Meierei Potsdam im Neuen Garten (heute Meierei-Brauhaus):

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Im Vordergrund ein moderner Ausflugsdampfer, weiter hinten das Schloß Babelsberg:

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Die Glienicker Brücke:

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Dort an der Glienicker Brücke dreht unser Schiff und zurück geht es Richtung Ausgangspunkt.

Nochmals das Schloß Babelsberg, weil es so schön ist. Und nun sprudelt auch die Fontäne:

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Der Flatowturm im Park Babelsberg:

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Kleines Schloß:

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Sieht nicht mehr so schloßhaft aus:

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Diese Villen am Wasser laden schon eher zum Wohnen ein:

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Wir sind immer noch auf der Havel:

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Das Hans-Otto Theater:

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Wieder die Nikolaikirche:

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Und dort ist unsere Schiffsanlegestelle und das  Hotel Mercure:

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Das sieht doch spektakulär aus:

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Und das auch (ich konnte mich nicht entscheiden):

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Über die Qualität des Havel-Wassers unterhielt ich mich mit einem der Gäste. „ Ist das ähnlich wie die „blaue Donau“? Einhellige Meinung: nein, eher die „schwarze Havel“:

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Wenn ich mich recht erinnere, ist das das Internat der Potsdamer Sportschule:

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Und das das Domizil der Potsdamer Ruderer und Kanuten:

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Aktive Ruderinnen (kurz danach kenterte ein „Einer“, aber der Trainer plus Motorboot „rettete“ den jungen Mann):

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Hinter den Bäumen verbirgt sich die Potsdamer Leichtathletik-Halle (jedenfalls kenne ich sie von Leichtathletik-Veranstaltungen):

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Neue, sehr moderne Wohnungen oder Büros verbergen sich hier hinter den Bäumen:

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Wir sind wieder am Ausgangshafen angekommen:

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Es braucht seine Zeit, ehe die 340 Gäste das Schiff verlassen haben.

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Aber dann sind wir alle wieder auf festen Boden und nach einem kurzen Spaziergang  an unserem Bus. Unsere Reiseleiterin Frau Brandenburg, ihres Zeichens Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin, ist glücklich und verteilt ein Pauschallob, weil alle 61  so schnell und vollzählig den Bus erreichten.  Das ist eben Preußen: Pünktlich bis auf die Knochen!

Es wird nicht unsere letzte Rundreise in Potsdam gewesen sein. Vielleicht fahren wir das nächste Mal mit einem dieser schicken Busse (offen oder geschlossen) quer durch die Stadt. Zu sehen gibt es garantiert noch viel für uns.

Peter Grau

Zwei Tage im Fitneßstudio

Mein neues Fitneßstudio liegt praktisch direkt vor meiner Haustür, in Neuruppin in der August.Bebel-Straße 47/48. Genauer, ich schaue aus meiner Mansarde hinüber ins Studio „clever fit“, das seit Juli 2015 besteht.   Bisher hatte ich es noch nie von innen gesehen. Und ich betrat es nun erstmals, gewissermaßen nach einem Umweg.

Von Januar bis April 2016 war ich 24 mal an Geräten im Rückenzentrum an der Neuruppiner Junckerstraße (YOU) aktiv und habe darüber auch auf meiner Homepage berichtet.

Danach folgte eine schöpferische Pause, und nun, am Samstag, dem 17. September 2016, war es endlich soweit. Ich wollte mir das Studio ansehen.

Weit habe ich es nicht. Ein kurzer Spaziergang durch die Bilderbogenpassage und schon war ich am Ort der Begierde angekommen.

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Die Treppen in die 1. Etage nahm ich per Fuß, negierte den Fahrstuhl. Und wurde im Treppenhaus gebührend begrüßt:

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Dann der Eingang zum Studio:

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Zunächst wußte ich nicht, ob ich links, rechts oder geradeaus gehen mußte. Ich wählte den goldenen Mittelweg und schon öffnete sich die Etage des Sports.

Links hinter dem Tresen begrüßte mich Felix freundlich und nachdem ich ihm meine sportliche Vorgeschichte erläutert hatte, zeigte er mir auf einem kurzen Rundgang durch die Etage die vielfältigen Geräte, Fahrradergometer, Gewichte. Eben alles, was in eine modernes Fitneßstudio gehört. Mein Eindruck: Ich war überwältigt.

Und ich wollte nicht den Umweg eines Probetrainings machen, sondern gleich Nägel mit Köpfen. Sprich, ich erledigte sofort alle Formalitäten und war fortan Mitglied im Fitneßstudio „clever fit“.

Und als kleines Willkommensgeschenk durfte ich 12 Minuten auf einem Massagestuhl sitzen, meine Muskeln durchschütteln lassen und nebenbei einschmeichelnde Musik hören. Das Programm nannte sich „ Vor dem Wettkampf“, mein eigentlicher Wettkampf begann dann am Montag.

Erstmals Zirkeltraining an 10 Geräten

Für diesen Montag, den 19. September 2016, hatte ich für 11 Uhr einen Termin bei Max erhalten. Max sollte mich langsam an die Geräte heranführen.

Auch er begrüßte mich freundlich, wobei Freundlichkeit hier zum guten Ton gehört:

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Auch ihm schilderte ich meine sportliche Vorgeschichte und bat ihn, mich gewissermaßen an die Hand zu nehmen. Nicht zu leugnen war meine Nervosität, denn noch war ja alles neu und ungewohnt.

Zunächst bekam ich ein rotes Gummibändchen und das öffnete mir die Tür zu meinen Spind Nr. 99. In Ruhe zog ich mich um und ging dann voller Elan wieder zum Tresen.

Max schlug mir vor, daß ich zunächst das Zirkeltraining absolvieren sollte, d.h. dieser Zirkel wurde aus 10 unterschiedlichen Geräten gebildet und die Arbeit an diesen Geräten sollte gewissermaßen Training für alle Muskelgruppen sein.

Aber vorher durfte ich erstmal 10 Minuten auf dem Fahrradergometer strampeln. Das kannte ich ja schon vom Rücknzentrum.

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Dann folgte der Rundgang durch den Zirkel. Die Geräte sind allesamt einfach zu bedienen, d.h. die unterschiedlichen Schweregrade sind leicht einzustellen. Für mich begann es leichter, meistens wurde die Stufe 3 eingestellt.

Und so sahen die 10 Geräte aus:

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Jedes Gerät gefiel mir auf seine Art, und insgesamt war ich begeistert. So muß es aber auch am ersten Tag sein.

Dann noch 5 Minuten aufs Laufband, aber das war noch nicht überzeugend. Einmal hatte ich nicht meine besten Laufschuhe an und zudem war alles recht ungewohnt. Ein Laufband hatte ich nur vor langer Zeit mal in einem Berliner Laufladen kennengelernt. Das hier war aber völlig anders. Da die 5 Minuten nicht ausreichten, hängte ich dann noch 10 Minuten Fahrradergometer an.

Das war es dann auch. Zwischendurch mit anderen Studiogästen geplaudert und sie ausgefragt, dann noch bewundert, als mir unser Mieter Marius das „Klappmesser“ demonstrierte.

Schnell waren 90 Minuten vergangen. Es war ein Einstieg nach Maß. Ich freue mich schon auf den Mittwoch (21. September), wenn ich zum zweiten Mal ins Zirkeltraining gehen werde.

Peter Grau

Mehr über das Studio auch unter  www.clever-fit.com/Neuruppin

 

Das Ruppiner Handwerk – gestern und heute

Möglich, daß man im vorgerückten Alter eine engere Beziehung zum Historischen bekommt. Man erinnert sich selbst gern, und wenn man sich nicht mehr erinnern kann, läßt man andere sprechen.

So war es auch an diesem 15. September 2016, als der Historische Verein der Grafschaft Ruppin zu einer Veranstaltung einlud, auf der ich mehr über die Geschichte des Handwerks erfahren sollte.

Und ich war da auch privat vorbelastet, denn Dr. Peter Schmidt, der Vorsitzende des Historischen Vereins, hatte meine Lebenspartnerin Ruth Scheerer, ihres Zeichens Glasermeisterin, eingeladen, um sie von ihren Erfahrungen rund um das Glaserhandwerk  berichten zu lassen.

Der Historische Verein forscht nicht nur in der Historie, sondern lockert das Vereinsleben auch durch zahlreiche Veranstaltungen auf. An diesem Donnerstag stand die Veranstaltung unter dem Motto „Ruppiner Handwerk gestern und heute“. Im ersten Teil sollten Kurzreferate zur Geschichte des Neuruppiner Bäckerhandwerkes und der wechselnden Präsenz Ruppiner Handwerksbetriebe im Stadtbild stehen.

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Im zweiten Teil sollte ein Podiumsgespräch mit Neuruppiner Handwerksmeistern den Mittelpunkt bilden. Handwerksmeister, die kürzlich den Goldenen oder sogar den Diamantenen Meisterbrief erhalten haben, für das 50jährige bzw. 60jährige Jubiläum ihres Meisterbriefes. Genug Erfahrung war also angesammelt. .

Ort des Geschehens war der Klosterhof, eine Gaststätte mit anschließendem parkähnlichen Garten und einem Extra-Gebäude, in dem früher mal eine Tischlerei residierte.

Schon der Gang durch den Garten hin zum Veranstaltungsort war anregend:

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Auch die Klosterkirche lugte über den Häusern der Nachbarschaft hervor:

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Da die Veranstaltung noch nicht begonnen hatte, nahm ich mir die Zeit, um im Haus herumzufotografieren.

Und bald erblickte ich den ehemaligen Hausherren auf einem Foto: Tischlermeister Erhard Becker:

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Meine Frau Glasermeisterin konnte sich gut erinnern, damals mit ihm zusammengearbeitet zu haben. „Als ich meine Glaserei 1963 in der Schäferstraße eröffnete, kamen viele Gratulanten mit Blumen. Erhard Becker kam nicht mit Blumen, sondern überreichte mir einen Zettel, auf dem ein Auftrag für Glaserarbeiten in der Fehrbelliner Straße aufgeschrieben war. So war Erhard Becker, immer auf gute Zusammenarbeit bedacht. Und er hat auch später in meiner Werkstatt in der Friedrich-Ebert-Straße viele Holzarbeiten erledigt“. Soweit die Erinnerungen meiner Frau an den Tischlermeister Becker.

Vieles aus der damaligen Zeit ist erhalten geblieben und vom Besitzer des Klosterhofes, Marco Leppin, pfleglich behandelt und publikumswirksam aufgestellt bzw. angehängt. Es war eine Lust, das alles zu fotografieren:

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Aber auch ein Spinnrad, eine Nähmaschine und Schusterutensilien sind zu sehen:

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Das Firmenschild Töpfermeister Fischer verweist auf ein weiteres Gewerke:

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Weiteres Sehenswertes:

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Und die Wände des zweistöckigen kleinen Gebäudes sind geschmückt mit alten Meisterbriefen. Darunter sind wahre Schmuckstücke:

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Nachdem ich rund 60 Fotos „geschossen“ hatte, fuhr ich schnell mit dem Rad nachhause, um die Fotos auf einen Stick zu überspielen. Den wollte ich dann noch während der Veranstaltung Peter Pusch übergeben, der gerade wieder über einem neuen Buchprojekt sitzt, das sich mit Straßen und Häusern von Neuruppin befassen wird.

So schnell hatte Peter Pusch wohl nicht damit gerechnet, denn ich konnte ihm die Fotos, eingepackt auf einem kleinen Stick, bereits in der Pause der Veranstaltung übergeben.

Und wie es der Zufall wollte, kam ich gerade recht zum zweiten Teil der Veranstaltung. Dr. Peter Schmidt moderierte gekonnt, erfragte bei den vier Handwerksmeistern, Glasermeisterin Ruth Scheerer, Uhrmachermeister Jürgen Hallex, Karosseriebaumeister Wolfgang Hintze und Tapezierermeister Günther Eckart vieles, was sie in ihrer langen Berufslaufbahn sowohl zu DDR-Zeiten als auch in der Zeit nach 1989 erlebt haben. Locker ging es dabei zu und auch die Gefahr, daß einer der „glorreichen Vier“ sich in seinem Erzähl-Eifer nicht mehr bremsen konnte, wurde vom Moderator mit Fingerspitzengefühl gebahnt. So erfuhren die dankbaren Zuhörer viel Wissenswertes und konnten nach einer Besichtigung des Hauses (ich ersparte mir das, denn ich hatte ja schon alles gesehen) befriedigt den gastlichen Ort verlassen. Und sie werden in Zukunft gern mal wieder die Atmosphäre des „Klosterhofes“ genießen. Davon kann man ausgehen.

Peter Grau

 

Weitere Informationen zur „ Gaststätte Klosterhof“ unter:

www.neuruppin-klosterhof.de

 

Informationen über den Historischen Verein unter:

www.historischer –verein-ruppin.de

 

Untersuchungen über Dopingprüfungen landen in der Öffentlichkeit : Wer soll all das noch verstehen?

Hacker , das ist normalerweise ein Wort, was ich mit Unrecht verbinde. Und ich denke mit Grausen daran,  daß etwa meine Bankunterlagen „gehackt“ werden könnten, und sich andere auf meinem Konto bedienen. Da möchte ich dann doch kein „gläserner “ Mensch sein, auch wenn ich sonst mich beispielsweise mit meiner Homepage sehr weit öffne.

Aber diese Einschätzung ist sicher zu kurz gefaßt. Wenn man bei Wikipedia nachliest, dann bekommt man sehr viel mehr zum Begriff “ Hacker“ vorgesetzt. Zuviel, um alles sofort und voll zu verstehen.

Nun hat eine Hacker-Gruppe  Dopingunterlagen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) gestohlen, sprich, sie haben sie dank ihres „technischen Könnens“ gesucht, gefunden und veröffentlicht.  Zwar scheint es so, als ob die offengelegten Unterlagen über Dopingprüfungen nicht beweisen, daß wirklich gedopt wurde, weil für alles eine ärztliche Erlaubnis, ja auch die Erlaubnis der Sportbehörden u.s.w. vorlag. Sei es wie es sei, ich als Außenstehender kann sowieso nichts nachprüfen und bin darauf angewiesen, was mir in Wort und Ton aufgetischt wird.

Manchmal bereue ich es jetzt, daß ich mich nicht schon früher über alles, was mit Doping zusammenhängt, mehr informiert habe. Doch informieren würde trotzdem nicht wissen bedeuten.

Also muß ich auch hier andere zu Wort kommen lassen.

So etwa  den Sportmediziner Perikles Simon, der bis Ende 2013 in der Genoping-Expertenkommision der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) saß und sich nun in einem  einem Interview mit der „Zeit“ äußerte:

Siehe dieses Interview unter:

whttp://www.zeit.de/sport/2016-09/doping-wada-hackerangriff-daten-perikles-simon/komplettansicht

Christian Vooren hat sich im „Tagesspiegel“ zum Thema geäußert:

http://www.tagesspiegel.de/sport/hackergruppe-fancy-bear-hacker-veroeffentlichen-auch-dopingtest-von-robert-harting/14550254.html

Einen ersten Kommentar zu den aktuellen Veröffentlichungen hat auch Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am 16. September 2016 veröffentlicht.

http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/doping/russische-hacker-verstaerken-das-gefuehl-der-machtlosigkeit-bei-der-wada-14437151.html

Interessant wird es auch, wenn man die unterschiedlichen Meinungsäußerungen zu Wortmeldungen im Internet liest.  Da spürt man zwar die Aufregung, aber man weiß nicht, auf welche Seite man sich schlagen soll.

Eines bleibt für mich.  War vor den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro das Dopingproblem in aller Munde, so ist es nach Rio noch immer.

Peter Grau

Eindrücke von der Eröffnung einer Kunstausstellung in Wustrau

 

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Vernissagen sind in Neuruppin und Umgebung keine Seltenheit. Nicht nur, daß viele Künstler hier leben. Auch Künstler von außerhalb finden hier ein dankbares Publikum. Was aber ist eine Vernissage? Es klingt französisch, doch nicht jeder ist dieser schönen Sprache mächtig. Da ist es doch einfacher zu verstehen: Ausstellungseröffnung,   bzw. Eröffnung einer Kunstausstellung.

Am Donnerstag, dem 8. September 2016, wurde zur Eröffnung einer Doppelausstellung in die Deutsche Richterakademie in Wustrau eingeladen. Unter dem Motto „Werte“ wurde eine Ausstellung konzipiert, die Werke der in Neuruppin lebenden Künstlerin Marianne Kühn-Berger und ihres 1989 verstorbenen Ehemannes Kurt-Hermann Kühn vorstellt. Gemälde, Grafiken, Miniaturen und Zeichnungen des Künstler-Ehepaares wurden an den Wänden plaziert, und dafür gab es einhelliges Lob. Zwar konnten die Räumlichkeiten  nicht die große Besucherschar zur Eröffnung fassen, doch das kann man dem Gastgeber nicht vorwerfen.

Aber, und das war der große Wermutstropfen dieser Ausstellungseröffnung, es wurde geredet. Sicherlich kluge Worte sprangen durch den Raum, aber leider war das Wort  “ Mikrofon“ dort nicht bekannt. So mühte sich  der Direktor der Richterakademie Stefan Tratz, aber vergebens. Zwar trug er anscheinend das Leben der anwesenden Künstlerin vor (einige Satzbrocken erfaßte ich noch), und Frau Kühn-Berger verstand ihn sicher auch. Kein Wunder, denn sie saß in der ersten Reihe und Dr. Bernau war nur zwei Meter Luftlinie entfernt. Und zudem kannte sie ihr Leben am besten, weil sie es ja erlebt hatte.

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Laudator Stefan Tratz

Aber für die Masse der Zuhörer blieben die Worte wohl Schall und Rauch, zudem auch viele noch stehenderweise in den Nebenräumen zuhörten. Und ähnlich erging es auch dem Sohn der Künstlerin, Andreas Kühn, der sich schon vorher entschuldigte, weil seine Stimme erkältungsgeschädigt sein, aber da hätte ein Mikrofon sicher geholfen.

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Andreas Kühn

 

Eines blieb bei den meisten Zuhörern doch hängen, auch weil es oft wiederholt wurde. Der Sohn plauderte ein Familiengeheimnis aus. „ Mein Vater hatte für meine Mutter einen besonderen Kosenamen: Hexe. Sicher nicht böse gemeint, und Marianne Kühn-Berger konnte auch nur darüber lachen.

Sie selbst, nicht gerade mit einer lauten Stimme gesegnet, sah sich am Ende der Rednerei und der musikalischen Unterhaltung durch ein Violinen-Quartett der Neuruppiner Musikschule bemüßigt, vielen zu danken, die für die Gestaltung dieser Ausstellung verantwortlich zeichneten.

Und sie stellte sich glücklich den Fotografen, umgeben von nächsten Familienmitgliedern und Freunden:

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Und dann durfte sie mit ihren Gästen plaudern:

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Die Gäste durften sich an kleinen Häppchen,  Wein und Saft laben und erste Blicke auf die Bilder werfen.

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Nachfolgend ein Querschnitt durch die ausgestellten Bilder von Marianne Kühn-Berger:

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Bei meinem kurzen Rundgang habe ich nur einige Werke von Kurt-Hermann Kühn erblicken können (aber das werde ich bei einem nächsten Besuch der Ausstellung nachholen).

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80 Oldtimer – die Parade am Bollwerk in Neuruppin

Sie ziehen das Auge des Betrachters magisch an, diese alten Autos, sehr gepflegt und fahrtüchtig. Oldtimer-Rallys gibt es viele in Deutschland, doch in der Regel stehen Wertungsprüfungen auf dem Plan, muß möglichst schnell gefahren werden.

Diesmal war alles anders. Der ADAC Berlin-Brandenburg hatte erstmals zu einer Rally unter dem Motto: „Wandern durch die Mark Brandenburg“ gerufen und rund 80 Fahrzeuge folgten dem Ruf (bzw. ihre Halter). Diesmal sollten die Schönheiten des Ruppiner Landes entdeckt werden und entsprechend waren die drei Tage auch geplant.

Ausgangspunkt war Rheinsberg, und bereits am Freitag (9. September 2016) standen Ziele wie der Ziegelpark Mildenberg und das Weihnachtshaus Himmelpfort auf dem Plan.

Am Samstag aber kamen sie nach Neuruppin, nutzten die dafür super geeignete Fußgänger-Promenade, genannt auch das Bollwerk, direkt am Ruppiner See, unweit der Schiffsanlegestelle und des Fontanehotel, zum Vorbeifahren. Sehen und gesehen werden, so das Motto, und ein sachkundiger Sprecher, der über die Autos alles wußte (so schien es) und dazu alles noch mit kleinen Geschichten garnierte, setzte gewissermaßen die intellektuelle Krone auf. Eine Stunde unterhielt er am Mikrofon das Publikum:

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Die zuschauende Menge wuchs ständig an, und auch ich gesellte mich dazu. Leider ca. zehn Minuten zu spät, und da sah ich dann eines der Prunkstücke gerade noch wegfahren. Doch all das, was danach kam, erfreute mich genauso. Es muß nicht immer nur Prunk sein.

Auch das wichtigste Auto in der DDR, der Trabant, ist das Hinschauen wert:

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 Unser unterhaltender Chefsprecher, eigentlich ein gebürtiger Wessi, lobte das Fahrzeug ebenfalls und fügte hinzu: Wenn die die Trabantbesitzer bei Rallye-Veranstaltern anmelden, dann „nimmt man sie mit Kußhand“.

Und auch der Wartburg ist ein gern gesehener Gast.

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Aber natürlich dominiert das, was in westlichen Gefilden gebaut wurde. Ob es nun Mercedes, Porsche, BMW, Rolls-Royce oder Jaguar heißen möge.

All das vereint fuhr an uns vorbei, und jedes Auto wurde extra vorgestellt.

Ich kam da mit dem Mitschreiben nicht mehr mit, denn ich wollte vor allem auf meinen Fotoapparat betätigen. In „Konkurrenz“ mit Herrn Vogel von der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) und Eckhard Handke vom Ruppiner Anzeiger. Von beiden werde ich am Montag in den Tageszeichnungen lesen können und schauen dürfen.

Vorab aber einige Autos, allesamt schön anzusehen:

Die Autoflotte rollt an:

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Weiter hinten zu sehen: Die Fahrgäste steigen zur Seenrundfahrt auf das Luxusschiff „Kronprinz Friedrich“:

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Vorn aber hält der Autostrom noch einige Zeit an:

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BMW von 1938:

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Im Vordergrund der Chefsprecher (mit bunter Mütze), im Hintergrund die beiden Türme der Klosterkirche:

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Jaguar aus dem Jahre 1959:

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Das wohl älteste Auto, gebaut im Jahr 1936. Mit sehr vielen Originalteilen, wie der Eigentümer berichtet. Aber- eng geht es zu im Zweisitzer:

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Dagegen ein „Frischling“:

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Aber er dient dazu, daß „unser“ Chefsprecher noch eine letzte Geschichte los wird: „ Als ich einmal auf der Transitstrecke eine Panne hatte, hielt genau solch ein Wartburg mit eben dieser Farbe an, bot mir Hilfe an. Ich solle zusteigen, sagte man. Auf meine Entgegnung, daß das doch verboten sei und meinen Helfern Schwierigkeiten bereiten könne, winkten sie nur ab. Kommen Sie ruhig, wir helfen gern“.

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Dann fragt der Sprecher noch nach dem typischen Geräusch des „ Wartburgs“. Und als er keine Antwort bekommt, greift er selbst zu, hebt die Klappe des Kofferraums hoch und läßt sie sausend nach unten fallen. Ein lauter Knall, eben das Geräusch: Metall auf Metall. Und das Lachen und der abschließende Applaus des Publikums waren ihm sicher.

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Die Klosterkirche aber „schaute“ wieder auf ein ruhiges Bollwerk. Doch wie lange? Trubel herrscht oft hier unten. Und ich habe nur 300 m von zuhause bis zum Bollwerk. Beim nächsten Ereignis bin ich wieder dabei.

Peter Grau

Brüsseler Impressionen : Olaf Brockmann unterwegs

Von Zürich reiste Olaf Brockmann, Journalist bei der Kronen Zeitung Wien, zunächst in seine Heimatstadt zurück, doch nun ist er in Brüssel, der letzten Station der Diamond League 2016.

Und bereits vor dem eigentlichen Wettkampftag am Freitag, dem 9. September 2016  spazierte er wie gewohnt durch die Stadt, um Besonderes mit seiner Kamera einzufangen.  Und zudem fotografierte er den Auftakt des Meetings, der einen Tag zuvor  mit dem Kugelstoßwettbewerb der Frauen mitten in der Stadt stattfand.

Schauen Sie einige seiner „Jagdobjekte“:

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Zu viele Facebook-Freunde: Fluch oder Seegen

Vorausgeschickt: Ich mag Facebook, weil es mir die Gelegenheit geboten hat, mit vielen Ex-Leichtathleten oder noch aktiven Leichtathleten Verbindung aufzunehmen. Wie sonst kann man das so einfach erreichen. Natürlich ist es dazu notwendig, daß der gesuchte Partner auch bei Facebook angemeldet ist. Bei den jüngeren Leuten ist das nicht so ein Problem, aber für die Älteren ist schon allein das Internet nicht eben Tagespraxis.

Meine Homepage existiert rund 9 Monate. Seitdem habe ich die Zahl der Facebook-Freunde spürbar gesteigert, bin jetzt auf 325 angekommen. Und fast alle haben etwas mit der Leichtathletik zu tun.

Anfangs hatte ich mir angewöhnt, mich bei allen für die Annahme meiner Facebookanfrage zu bedanken. Oft habe ich auch etwas längere Briefe geschrieben. Doch leider kam nur selten eine Reaktion. Warum, weiß ich nicht. Sicherlich liegt nicht jedem das Schreiben. Aber versuchen kann man es ja. Das soll auch keine Kritik sein, sondern eher erklären, warum ich in Zukunft nicht mehr so lange Episteln schreiben werde.

Bemerkt habe ich, daß Gespräche mit Ex-Leichtathleten oder aktuellen Leichtathleten  viel Zeit kosten, und ich mit meinen Angeboten, mit allen mal sprechen zu wollen, sicher etwas blauäugig war. Aber ich werde in den nächsten Monaten wieder mehr Gesprächsfahrt aufnehmen.

Peter Grau

Das 75. ISTAF im Berliner Olympiastadion – eine Nachbetrachtung in Worten und Bildern

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Ein Glück, daß es in diesen Tagen, als ich wegen des ISTAFs einige Male die Autobahn frequentierte, dort keine Staus gab. Zumindest nicht zu meinen „Reisezeiten“. Freitag (2. September) Pressekonferenz (siehe dazu „ Was ich rund um die internationale Pressekonferenz vor dem 75. ISTAF in Berlin erlebte ), Samstag früh Kurzbesuch bei der Heimregatta Rudern gegen Krebs“ in Neuruppin (siehe dazu: Traditionsregatta „Rudern gegen Krebs“ in Neuruppin) und zu mittäglicher Stunde wieder Richtung Berliner Olympiastadion gefahren.

Eigentlich wollte ich wieder in der Reichsstraße parken (wie am Freitag), aber dann nahm ich doch den kürzeren Weg, rollte über die A 10 , dann Richtung Spandau, vorbei an Elstal (dort, wo vor einiger Zeit auch die Leichtathletik mal stattfand und wo 1936 die Olympioniken kampierten). Dann war ich schon ganz nahe am Olympiastadion, bog rechts ab in eine beschauliche Wohngegend und fand ein Plätzchen für mein Auto. Damit ich es spät am Abend wiederfinden konnte, fotografierte ich zunächst die wichtigen Straßenschilder:

Glock eins

 

Dicht an der vielbefahrenen Heerstraße pure Idylle:

Glock zwei

Voraus ahnte ich schon das Stadion, nur die Glockenturmstraße mußte ich mich noch „hinaufschleppen“, bepackt mit Laptop und Fotoapparat.

Glock drei

Und schon lag es vor mir:

Glock vier

Hinein durch das Südtor, erste Begegnung mit den Sicherheitskräften. Ein kurzer Blick auf meine Pressekarte und dann wurde ich durchgewinkt. Kurz fragte ich, warum mein Gepäck nicht kontrolliert würde und die Antwort hieß: „Sie sehen vertrauenswürdig aus.“ Vielleicht lag es auch an meinem Alter…

Wie immer schaute ich zunächst, wie das Programmheft angeboten wurde (einige Geschichten durfte ich dafür wieder schreiben).

Glock fünf

Glock sechs

Ein Schild machte zwar aufmerksam, aber die Verkäuferinnen blieben stumm. Ich hatte meine Bedenken, ob das ausreichen würde. Es mußte ja nicht wie auf dem Fischmarkt zugehen, aber ein wenig lauter hätte es sein können. So war ich schon froh, als ich eine Kaufszene filmen durfte:

Glock sieben

Die zwei Türme und zwischen ihnen die Olympischen Ringe, immer ein Hingucker. Schade, daß ich in diesem Stadion keine Olympischen Spiele mehr erleben werde. Aber immerhin war ja mein Vater hier schon mal Olympiabesucher: 1936 (seine Fotos von damals werde ich hier auf meiner Homepag bald veröffentlichen). Achtzig Jahre ist das nun schon her.

Glock acht

Doch nun hinein ins Stadion, und meinen Platz gesucht. Nadine war mir dabei behilflich, und bald saß ich in Reihe 6, neben Jan-Henner Reitze, Martin Neumann und Philip Häfner. Alle drei arbeiteten aktuell, ich hatte das Privileg, mir die Rosinen heraussuchen zu können. Und fotografieren wollte ich. Erstmals hatte ich ja eine Kamera dabei, die besser zoomte, die mir alles etwas näher brachte.

Zunächst kam ich gerade richtig, um den letzten Wurf von Christina Obergföll mitzubekommen. Von oben sah es fast so aus, als ob sie ein wenig traurig dem Speer hinterherschaute:

 

Glock neun

Das könnte man auch verstehen, denn ein Abschied tut immer weh.

Glock zehn

Aber später auf der Ehrenrunde war zumindest kurzzeitig aller Abschiedsschmerz wieder verflogen:

Glock elf

Christina Obergföll durfte ich lange Zeit als Berichterstatter begleiten. Immer war sie freundlich, auskunftswillig, einfach pflegeleicht. Da empfand ich schon ein wenig schade, daß nun vor Olympia der Zoff im Speerwerferinnen-Lager überhand nahm. Ein wenig erinnerte ich mich an frühere Zeiten, als Steffi Nerius und Christina Obergföll vor allem Konkurrentinnen waren.

Ich hätte mir zum Abschied von Christina Obergföll gewünscht, daß alle deutschen Speerwerferinnen der Spitzenklasse aktiv dabei gewesen wären, aber das war nur ein frommer Wunsch.

Wie es anders geht, bewiesen die männlichen Kollegen. Und wie sich später auf der Pressekonferenz zwei von ihnen, Thomas Röhler und Johannes Vetter, präsentierten, das war einfach begeisternd (später dazu mehr).

Begeisternd wie immer beim ISTAF waren die Schülerstaffeln, ein fester Programmpunkt:

Glock zwölf

Dann aber erfolgte die offizielle Eröffnung:

Glock dreizehn

Und gleich zu Beginn wurden 19 deutsche Olympiasieger der Leichtathletik aus früheren Jahren in schicken Autos auf einer Ehrenrunde den Zuschauern präsentiert. Unter ihnen beispielsweise Ulf Timmermann, der Ex-Kugelstoßer aus Berlin.

Glock vierzehn

Aber leider war ich ganz oben auf der Tribüne überfordert, alle auf „Zelluloid“ zu bannen. Und die Fahrzeuge waren einfach zu schnell für mich.

Glock fünfzehn

Da hätte ich unten an der Laufbahn stehen müssen… So bleibt mir nur, den einen oder anderen in der nächsten Zeit zu einem Interview zu bitten und zu erkunden, wie er seit seinem ISTAF-Sieg die Zeit verbracht hat.

Eine tolle Idee war auch, daß einige der prominenten, heute aktiven Teilnehmer des ISTAf auf Fahrrad-Rikschas ebenfalls dem Publikum vorgestellt wurden:

Glock sechszehn

 

Glock siebzehn

Glock achtzezhn

Etwas verschwommen das Foto der beiden deutschen Olympiasieger von Rio, Thomas Röhler und Christoph Harting. Da fehlte mir ein Foto-Stativ:

Glock neunzehn

Eine ruhigere Hand bewies ich gleich danach, als sich alle Olympiasieger von Rio, die danach aktiv werden würden, schon mal auf das „Siegespodest“ stellten:

Glock zwanzig

Und auf diesem Podest wurde im Laufe der Veranstaltung die Aktiven der jeweiligen Disziplinen vorgestellt. Wie etwa die Diskuswerfer:

Glock einundzwanzig

So weit sind wir auf der Pressetribüne vom Geschehen entfernt:

Glock zweiundzwanzig

Da braucht man normalerweise ein Fernrohr…

Sehr groß ist das Stadion. So fallen dann Lücken auf den Rängen auf, 75.000 oder so gehen hier normalerweise hinein. Aber mit 44.500 Zuschauern konnte der Veranstalter noch zufrieden sein.

Glock dreiundzwanzig

Glock vierundzwanzig

 

Man muß aber die Kamera nur in die richtige Richtung lenken. Da sieht es dann schon viel voller aus:

Glock fünfundzwanzig

Glock sechsundzwanzig

 

Und auch dieser Blick ist angenehm. Er stammt aus dem laufenden Diskuswettbewerb. Der Ring wurde erstmals auf die andere Seite des Stadions versetzt. Wenn ich mich recht erinnere, ist der spätere Sieger, der Österreicher Lukas Weisshaidinger gerade in den Ring gegangen. Dieses Foto habe ich dann am Abend nach Wien zu meinem Journalistenkollegen Olaf Brockmann geschickt. Leider hatte ich kein Foto vom Sieger, aber da half dann bald Iris Hensel aus.

Glock neunzig

 

Zwischendurch: Verabschiedung einiger verdienstvoller deutscher Athleten:

Glock siebenundzwanzig

Björn Otto, Linda Stahl, Christina Obergföll, Betty Heidler (von links)

Glock achtundzwanzig

 

Unsortiert nun einige Fotos aus verschiedenen Disziplinen:

Start 110 m Hürden (etwas verwischt):

Glock neunundzwanzig

Meine „Geschichte“ Pascal Martinot-Lagarde /FRA) (links) weiß noch nicht, ob er gewonnen hat.

Glock dreissig

Er wurde zeitgleich hinter dem Briten David Omoregie in 13,23 s Zweiter.

 

Start 100 m der Männer:

Glock zweiunddreißig

Nach fünf Metern:

Glock dreiunddreißig

Im Ziel:

Glock vierunddreißig

Robert Harting betritt den Ring:

Glock fünfunddreißig

Robert Harting verläßt den Ring:

Glock sechsundreißig

Robert Harting gibt Ralph Scholt von der ARD gleich danach ein Interview:

Glock siebenunddreißig

Während des 3000-m-Laufes der Männer:

Glock achtunddreißig

Zieleinlauf der Männer über 3000 m. Hinter dem Kenianer Kiprono Choge wird Bernard Lagat (USA) Zweiter:

Glock neununddreißig

Bernard Lagat nach seinem Abschiedsrennen am Mikrofon:

Glock vierzhig

 

Die Speerwurfgala der vier Deutschen

Erstmals seit dem Jahre 2003 waren die speerwerfenden Männer wieder beim ISTAF dabei. Und wie sich dem Publikum präsentierten, wie sie mit den letzten verbliebenen Kräften Staunen ob ihrer weiten Würfe hervorriefen: man fühlte, was man da über zehn Jahre lang vermißt hatte.

Die Reihenfolge: 1. Johannes Vetter 89,57, 2. Julian Weber 88,29, 3. Andreas Hofmann 85,42, 4. Thomas Röhler 82,55 m.

Hinterher eine nicht endenwollende Ehrenrunde:

Glock einundvierzhig

Zwischendurch wurden Autogramme gegeben:

Glock zweiundvierzig

 

Und dann die Show der Worte im Presseraum. So wie sich beide, Thomas Röhler und Johannes Vetter, da präsentierten, war beispielhaft. Alle Journalisten waren zutiefst beeindruckt, wie die beiden alle Facetten des Speerwurfs darlegten, das individuelle Training (alle gemeinsam trainieren, das würde uns nichts bringen) die Offenheit untereinander in allen Trainingsfragen (es gibt keine Geheimnisse, auch unsere Trainer tauschen sich aus), den menschlichen Zusammenhalt (wir können alle gut miteinander, obwohl wir Konkurrenten sind) und das Selbstbewußtsein (wir wissen, wie stark der deutsche Männerspeerwurf gegenwärtig ist). Ich erinnerte mich gut daran, wie an gleicher Stelle, in diesem kleinen, eigentlich dem großen Olympiastadion nicht würdigen Presse-Räumchen, vor einigen Jahre zwei deutsche Weitspringer, Christian Reif und Sebastian Bayer, eine Lanze für ihre Disziplin gebrochen hatten. Und da flogen die Worte ebenso präzise, überzeugend durch den Raum. Solche Persönlichkeiten braucht die deutsche Leichtathletik!

Leichtathletik: Breite deutsche Speer-Spitze

Beim Istaf im Berliner Olympiastadion zeigen die deutschen Werfer ihre Dominanz – und wie gut sie sich verstehen.

von
Soweit der Hinweis auf den Artikel im „Tagesspiegel“.
 

 

Lassen Sie nun die Fotos auf sich wirken:

 

Glock dreiundvierzig

Glock vierundvierzig

Glock fünfundvierzhig

Glock sechsundvierzig

Glock siebenundvierzhig

Glock achtundvierzig

Zwischendurch wurde das Ergebnis vom Hürdensprint der Frauen eingeblendet:

Glock neunundvierzig

 

Weiter die Show von Thomas Röhler und Claus Vetter:

Glock fünfzig

 

Im neuen Buch  „ Leichtathletik  2016″,  herausgegeben vom Deutschen Leichtathletik-Verband und verlegt vom Kölner Verlag DLM RunMedia GmbH,    signierte Thomas Röhler als Olympiasieger:

Glock einundfünfzig

Dirk Pille, mein Journalistenfreund aus vielen gemeinsamen „Schlachten“ (vor allem der WM 1994 in Athen) war extra aus Erfurt /Sondershausen/Nordhausen herbeigeeilt, um das Neueste über den Thüringer Olympiasieger, der aus Jena stammt, zu erfahren und für die „Thüringer Allgemeine“ zu publizieren (ich selbst als gebürtiger Erfurter war in den 1950er-Jahren schon Leser dieser Zeitung. Damals hieß sie „Das Volk“):

Glock zweiundfünfzig

 

So sieht die Unterschrift des Olympiasiegers im Speerwurf, Thomas Röhler, aus:

Glock achtundfünfzig

 So sieht seine Autogrammkarte aus:

Glock neunundfünfzig

 

Als alle Autogramme geschrieben waren, spürte man, daß nun auch bei Thomas Röhler der Akku immer leerer wurde. Aber nun hat er viel Zeit, ihn wieder aufzuladen. Nach seinen Urlaubswünschen gefragt, antwortete er: „ Ich bin froh, wenn ich erstmal in Jena in meiner Wohnung die Tür hinter mir zumachen kann“. Es sei ihm gegönnt.

Das Abschlußfeuerwerk:

Glock sechszig

Glock einundsechzig