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Ulrike Nasse-Meyfarth: Zweimal olympisches Gold im Hochsprung

Ulrike Nasse-Meyfarth gewann 1972  in München mit einem Sprung von  1,92 m  die Goldmedaille. Zwölf Jahre später holte sie 1984 in Los Angeles mit einem  Satz von 2,02 Metern  erneut olympische Gold. Zwischenzeitlich hielt sie einige Male den Weltrekord. So 1972 mit 1,92 m, 1982 mit 2,02 m und 1983 mit 2,03 m.

Vor vier Jahren hatte Gabriela Herpell  mit ihr eine intensive Begegnung. Daraus entstand  für das  Magazin der Süddeutschen Zeitung (Heft 31/2012)  die folgende Geschichte:

 

Hoch gesprungen, tief gefallen

Ulrike Meyfarth war der Star der Olympischen Spiele in München 1972. Das Leben nach der Goldmedaille fiel ihr nicht so leicht wie ihre Rekorde. Eine Begegnung, 40 Jahre später.

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Sie war 16 und das Wundermädchen, das bei den Olympischen Spielen 1972 in München die Goldmedaille im Hochsprung holte: Ulrike Meyfarth. Damals wollten Tausende sein wie sie – so fröhlich wirkte sie, so unkompliziert und auch süß, mit den stufig geschnittenen braunen Haaren, die ihr Markenzeichen wurden. Sie schien aus dem Nichts zu kommen und hob an einem Sommerabend ab: zur Heldin einer Nation und einer Generation. Das war der Blick von außen.

In ihr drinnen aber sah es anders aus: Ulrike Meyfarth war von ihrem Olympiasieg 1972 überfordert. Und hat heute, 40 Jahre später, ihren Frieden damit noch nicht gemacht. Sie konnte den Sieg nicht genießen, sagt sie, er machte sie sogar unglücklich: weil sie sehr groß und sehr unsicher war und überhaupt nicht gemacht für das Berühmtsein. Und weil sie nur halb stolz sein konnte auf die Medaille, die ihr in den Schoß zu fallen schien. Nur Talent und Glück hätten sie so weit gebracht, da war sie sich sicher. Mit Leistung hatte das wenig zu tun, sie hatte sich ja nicht einmal gequält für den Sieg.

In den vielen Jahren, die folgten, kämpfte sie mit sich und gegen sich und gegen die Erwartungen der anderen, die, wie sie selbst ja auch, Großartiges von ihr erhofften. »Dabei musste ich mich selbst erst mal einholen.« Vier Jahre später, 1976, konnte sie, die Olympiasiegerin, sich nicht einmal qualifizieren für Montreal. Und 1980 boykottierte die BRD die Olympischen Spiele in Moskau, weil die Sowjettruppen in Afghanistan einmarschiert waren.

»Zwölf Sommer Einsamkeit vergingen«, schreibt sie in einem Buch. Und endlich, 1984 in Los Angeles, gewann Ulrike Meyfarth ihre zweite Goldmedaille.

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Olympische Spiele 1984 in Los Angeles (Foto: Gustav Schröder)

Wenn sie nun darüber redet, über Los Angeles und ihren Triumph, hellt sich ihr Gesicht auf.  Doch leider,  sagt sie, spreche man sie immer auf 1972 an, nicht auf 1984.

So wie jetzt, zum 40. Jubiläum der Olympischen Spiele in München. Alle wollen sie wieder alles über den Sieg von 1972 wissen. Man mag kaum glauben, dass Ulrike Nasse, wie sie inzwischen heißt, noch wie traumatisiert ist von dem, was nach dem Sieg in München kam. »Nichts war mehr so, wie es sein sollte«, sagt sie mit Nachdruck. Und gleich noch einmal, doch jetzt haut sie jedes Wort raus wie ein Geschoss: »Nichts! War! Mehr! Normal!« Wenn sie aufgeregt ist, fahren ihre Hände über den Tisch, wischen unsichtbare Krümel weg.

Nur an den Wettkampf selbst erinnert sie sich gern, an das ungeheure Gefühl dabei: »Die Situation war einmalig, das lief ab wie im Film. Ich hab gesehen, wie mein Name auf der Anzeigentafel immer höher kletterte. Und wie das Publikum hinter mir stand. Aber als ich die 1,90 Meter einmal gerissen habe, haben sie gebuht. Die können auch anders, dachte ich da.«

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Bei den Olympischen Spielen 1972 in München (Foto: Gustav Schröder)

Ein wunderbares Bild war das, wie sie mit dem damals neuen Fosbury-Flop rückwärts über die Latte sprang. Unfassbar spannend, als nur noch drei Springerinnen im Wettbewerb waren, eine davon Ulrike Meyfarth, ein unbekanntes Mädchen aus einem Kaff bei Köln. Und alle drei schafften die 1,88 Meter. Die Favoritin, die Österreicherin Ilona Gusenbauer, scheiterte dreimal an 1,90 Meter, die Bulgarin Jordanka Blagojewa auch. Da war Ulrike Meyfarth Olympiasiegerin – sie übersprang die 1,90 Meter im zweiten Versuch.

Und machte dennoch weiter, ließ 1,92 Meter auflegen, Weltrekord damals. Und rollte wie mühelos auch darüber. Das Publikum tobte, sie hüpfte von der Matte, strahlte, winkte, der dunkle Haarschopf wippte auf und ab, die Leute schlossen sie in ihre Herzen, alle schienen glücklich. Es war der 4. September, 19.05 Uhr, der Abend vor dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft.

Eine Stunde nach ihrem Sieg und der Hymne stand Ulrike Meyfarth im lindgrünen Trainingsanzug im Fernsehstudio und sollte erklären, wie es zu dieser Leistungsexplosion kam. Sie trat von einem Bein aufs andere, kaute an ihrer Lippe, lachte verlegen und hätte sich am liebsten hinter dem Strauß roter Rosen, den man ihr im Namen von Bundeskanzler Willy Brandt überreichte, versteckt.

Wenn ihre beiden Töchter heute das Video auf Youtube sehen, »laufen sie schreiend aus dem Zimmer«, erzählt sie. Es ist ihnen peinlich, wie piepsig ihre Mutter da spricht. Und sie selbst ist sich auch peinlich: »Aber ich gehe mal davon aus, dass sie das sonst nicht so schlecht finden, was ihre Alte da früher vollbracht hat.« Sie lacht. Wenn sie entspannt ist, spricht sie leicht rheinländisch, sagt »datt« und »watt«. Wenn sie entspannt ist, sieht sie jung aus, fast unverändert, sogar die Haare sind bis heute stufig, im Ulrike-Meyfarth-Stil eben, geschnitten. Sie sagt, sie habe ein paar Experimente gemacht mit kurzen Haaren und Dauerwelle, »da hab ich wie ein Pudel ausgesehen. Und ich bin ja eher konventionell«.

Das Leben nach der Sportkarriere ist ihr gut gelungen, das findet sie auch. Sie arbeitet in der Kinder- und Jugendabteilung von Bayer 04 Leverkusen, des Clubs, in dem sie selbst jahrzehntelang trainiert hat. Das Büro teilt sie mit vier anderen Trainern, angenehme Atmosphäre, sagt sie. Seit 1987 ist sie mit dem Rechtsanwalt Roland Nasse verheiratet, sie trägt seinen Namen, die Töchter Alexandra und Antonia sind 24 und 19.

Sie ist schlank, und man kommt kaum nach, solche Riesenschritte macht sie. Wegen ihrer Größe, 1,86 Meter, haben die anderen sie schon als Kind aufgezogen, »langer Lulatsch« und »Klappergestell« gerufen. Als die anderen Mädchen flirteten, las sie viel, malte und stromerte herum im ländlichen Wesseling bei Köln, wo sie aufwuchs. Nur beim Sport fühlte sie sich wohl in ihrem Körper, sie lief schnell, holte Ehrenurkunden bei den Bundesjugendspielen. Im Leichtathletik-Verein entdeckte sie ihr Talent für den Hochsprung und probierte alle Techniken und Sprünge aus, die es damals so gab: den traditionellen Straddle, bei dem man sich bäuchlings über die Latte wälzt; den Schersprung, bei dem man mit gestrecktem Oberkörper und den Beinen voran springt; und den Flop, mit dem Dick Fosbury 1968 die Olympischen Spiele in Mexiko gewann. Das Neue dabei: Man sprang rückwärts und zog die Beine schnell nach. Der Flop wurde ihr Sprung. Mit 14 schaffte sie es über 1,68 Meter, holte den deutschen Schülerrekord, mit 15 wurde sie Deutsche Vizemeisterin bei den Erwachsenen, da sprang sie schon 1,80 Meter.

Es war diese neue Technik, der leichte, elegante Flop, sagt sie, mit dem sie ihre zehn Jahre älteren Konkurrentinnen übertraf, die den Straddle sprangen. Damals trainierte sie nur dreimal in der Woche nach der Schule, mehr nicht, und eigentlich hatte man sie nur mitgenommen zu den Olympischen Spielen, damit sie Erfahrungen sammelte. Und weil sie im eigenen Land stattfanden.

Die Olympiasiegerin wurde dann groß empfangen in der Schule, dem Gymnasium Rodenkirchen. Die Lehrer sagten, sie wollten der Ulrike helfen, mit dem plötzlichen Ruhm zurechtzukommen. Aber die Ulrike ging nicht raus auf den Schulhof in der Pause. Sie genierte sich, fühlte sich ständig beobachtet, und manchmal standen wildfremde Jungs vor der Tür. »Das ist für ein Mädchen in dem Alter, in dem man ja kein Selbstbewusstsein hat, total schrecklich.« Ihre Stimme wird rau, sie räuspert sich, fühlt sich noch heute unwohl bei diesen Erinnerungen. »Ich war ein Außenseiter. Meine Unbefangenheit war verloren gegangen.« Und dann, wieder: »Nichts! War! Mehr! Normal!«

Ein Lehrer fragte sie, warum sie überhaupt noch weitermachen würde im Sport, sie hätte doch alles erreicht. Ihr Trainer sagte, sie könnte sich jetzt nicht mehr erlauben, nur 1,80 Meter zu springen. Keiner war da, der ihr geholfen hätte, das Erdbeben, das über sie hereinbrach, zu verarbeiten. »Es ist einfach, hochzukommen«, sagt sie, »aber schwierig, oben zu bleiben. Und die Leistung beständig bringen zu müssen. Nur: Darüber redet keiner.«

Sie blieb nicht oben. Das zahlte man ihr heim: »Unsere Ulrike bringt nichts mehr«, schrieben die Zeitungen oder spekulierten: »Ist Ulrike schwanger?« Vier Jahre nach München scheiterte sie mit 1,78 Meter bereits in der Qualifikation für Montreal. Sie war am Tiefpunkt.

Und arbeitete sich langsam wieder hoch, trennte sich von ihrem Trainer, fing an, Sport zu studieren, und traf auf Gerd Osenberg, einen der erfolgreichsten deutschen Leichtathletiktrainer. Mit ihm machte sie einen Plan, Stufe eins: viel Training, Stufe zwei: sehr viel Training. Das war es, was Ulrike Meyfarth brauchte in ihrem Leben: Verlässlichkeit, realistische Pläne, Struktur und Berechenbarkeit. Denn es war das vollkommen Unverhoffte beim Sieg von 1972, das ihr so zugesetzt hatte. Das Unverhoffte, das ihren Aufritt so unvergesslich machte wie Boris Beckers Sieg mit 17 in Wimbledon, 1985. Aber das Unverhoffte wollte sie nie mehr.

Zwischen 1981 und 1984 wurde sie viermal Sportlerin des Jahres, gewann 1982 die EM und sprang zwei Weltrekorde, 2,02 Meter und 2,03 Meter. Bald war sie wieder ganz oben und gewann 1984 in Los Angeles ihre zweite Goldmedaille. Das war endlich eine, die sie in ihren Augen auch verdient hatte. Jetzt konnte sie aufhören. »Wenn man nicht aufhören kann, das finde ich abschreckend.«

Ihren Mann lernte sie auf dem Ballaballa-Karnevalsball beim Kölner Sportverein RotWeiß kennen, mit ihm geht sie bis heute jeden Sonntagvormittag, »wenn andere in die Kirche gehen«, auf den Sportplatz, joggen, ein bisschen Krafttraining. Früher kamen die Töchter mit, tobten über Kästen und Matten. Die eine wird nun Tänzerin, die andere hat gerade Abitur gemacht.

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Am Rande der Olympischen Spiele 2012 in London, gemeinsam mit Yvonne Mai-Graham (links) und deren Zwillingsschwester Yvette McKoy (Foto: privat).

Man muss mit gutem Beispiel vorangehen, sagt Ulrike Nasse, darum hat sie immer für Bewegung gesorgt, für Struktur, gemeinsames Abendessen und Tatort-Gucken. Normalität. »Das ist das höchste Gut für einen Menschen«, sagt sie, »dass er das erlebt. Weil er das weitergeben kann.«

Gabriela Herpell

(SZ-Magazin Heft 31/2012)

( Gabriela Herpell war übrigens 1972 voll vom Ulrike-Meyfarth-Virus erfasst – wie ihre halbe Klasse.  Sie sprangen im Sportunterricht nur noch den Flop und baten den Friseur um den Haarschnitt von Ulrike Meyfarth.)

 

 

Laufbeginn im Neuruppiner Tempelgarten

Mein Gastspiel im Rückenzentrum ist vorerst vorbei, nach 20 Sitzungen an den Geräten. Nun besteht die Kunst darin, den Schwung  in  die weitere sportliche Betätigung mitzunehmen. Und was wäre da einfacher, als wieder das Läufergen zum Leben zu erwecken.

Das war zwischenzeitlich verschüttet, ohne äußere Gründe. Einfach aus Bequemlichkeit. Und es war einfacher,  zweimal wöchentlich an die Kraftgeräte zu gehen und auf dem Ergometer zu strampeln.

Nun also der Versuch, wieder ins Laufen zu kommen.  Eine Hilfe dabei sollen die Erinnerungen an frühere Lauferlebnisse sein. Ein anderes Hilfsmittel: Tips bei www.laufen.de, in der Zeitschrift  laufen.de oder bei anderen Zeitungen zu suchen.

Aber laufen muß man selbst. Eine Binsenwahrheit.

Der Samstag vor dem Hamburg-Marathon war der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang. Vormittags 11 Uhr nahm ich den kurzen Weg in den nahen Tempelgarten. Ein kleiner Park, mit ganz kleinen Runden und einem kleinen Anstieg zum Tempel.

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Weniger Zuschauer als einen Tag später beim Marathon in Hamburg waren zwar zugegen, aber einige standfeste  Gesellen säumten meine Runden:

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Und nicht nur „Erwachsene“ bewunderten mich. Auch deren „Kinder“ zollten mir Anerkennung:

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Blumen und Magnolienbäume sorgten außerdem für Freude für die Sinne:

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All das machte das Laufen leichter und eine halbe Stunde, mit Gehpausen, war wie im Fluge vergangen.  Und Lust auf mehr bekam ich allemal.

1987 in Hamburg: Mein erster Marathon im Westen

 

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Diese Medaille bekam ich am 26. April 1987 im Ziel des Hamburger Marathons überreicht.  3:21:26  Stunden hatte ich für die 42,195 km  gebraucht. Doch es ist nicht allein diese Zahl, die mir in Erinnerung geblieben sind.

 

Ein Traum wurde wahr

Viele Läufe hatte ich bis dahin bestritten, darunter 26  Marathons.  Aber es blieben, wie bei vielen DDR-Läufern, auch Träume. Einmal wenigstens wollte man in New York, Boston oder London, in Westberlin oder Hamburg laufen. Doch, so schien es, mußte man dazu eben erst Rentner sein. Dann hätte man die Chance gehabt, die unüberwindlich erscheinende Mauer zu überwinden.

Träume werden aber auch manchmal schneller wahr. Das politische Klima zwischen Ost und West veränderte sich langsam, ausgehend von den Vereinbarungen der Schlußakte von Helsinki 1975. Speziell im Korb 3 waren dort Themen wie Menschenrechte und Freizügigkeit auf die Tagesordnung gesetzt und später in Folgekonferenzen präzisiert wurden. Gleichzeitig wurde der Drang der DDR-Bürger immer größer,  das Land für kurz oder für immer zu verlassen. Deshalb versuchten die DDR-Machthaber, einige Ventile zu öffnen. Nicht nur Rentnern wurden nun Westreisen genehmigt, sondern auch jüngere Menschen durften bei dringenden Familienangelegenheiten Reiseanträge stellen.

Fieberhaft wurde überall nach Verwandten „gegraben“, glücklich, wer solche im Westen besaß. Ich musste nicht viel „graben“. Einer der Brüder meines Vaters, Onkel Karl, lebte in Esslingen bei Stuttgart, hatte im Mai 1987 seinen 88. Geburtstag und sprach gern eine Einladung aus.

Die nächste Hürde stand noch bevor, denn es wurden ja nicht alle Anträge genehmigt.  Aber bei mir waren die DDR-Behörden wohl einigermaßen sicher, daß ich wieder zurückkommen würde. Schließlich ließ ich ja drei „Pfänder“ da, meine Frau und meine beiden Töchter. Eine Republikflucht war also nicht zu erwarten. Auch, weil außerdem vorher das familiäre Klima erkundet und für gut befunden wurde. So konnte ich erstmals seit dem Mauerbau vom 13. August 1961 wieder meinen Fuß auf westlichen Boden setzen.

Onkel Karl in Esslingen, Tante Gerda in Stuttgart-Feuerbach und Ilse  in Konstanz hießen die offiziellen Reiseziele. Inoffiziell, weil nicht unbedingt von den DDR-Behörden gern gesehen, aber war ein Start beim Hamburg-Marathon. Aber verboten war ein solcher Start auf keinen Fall. Doch ich erzählte vorher nur Familienmitgliedern und einigen wenigen guten Bekannten von meinem Vorhaben.

Mit dem ICE zum Marathon

Erinnern kann ich mich noch gut an meine erste Fahrt mit einem ICE. Von Stuttgart aus ging es in einem solchen ICE direkt nach Hamburg, eine Fahrt voller Vorfreude.

Nicht schwer zu finden waren die Messehallen, wo die Startunterlagen ausgeben wurden.  Aus Vorsicht lief ich unter dem Pseudonym Walter Becker und mit einer Stuttgarter Meldeadresse. Ich wollte ja auch im nächsten Jahr wieder in den Westen fahren.

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Genug Zeit blieb auch noch zu einem Stadtbummel, doch die große Stadtbesichtigung aus der Perspektive des Läufers  stand ja noch bevor.

Die Nacht vor dem Marathon  verbrachte ich in einer Jugendherberge dicht über den Landungsbrücken. Dort, wo ich am nächsten Tag bei km 10 vorbeilaufen würde.

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Auch andere Läufer schliefen dort. So der Däne Steen Aagaard aus Odense,  mit dem ich mich lange unterhielt, später auch korrespondierte. Natürlich hatte ich einen unruhigen Schlaf, aber das ist vor einem Marathon normal, mindert in der Regel nicht die Leistung.

Mit 7000 Läufern am Start

Erst zum zweiten Mal fand dieser Hamburg-Marathon statt, der damals hanse-Marathon hieß. Und 7193 Läuferinnen und Läufer holten ihre Startunterlagen ab. Halb soviel wie in diesem Jahr 2016, aber für mich war das trotzdem damals eine Riesenzahl.

In drei Startblöcken versammelten wir uns. Ich war dem Block C 1   zugeteilt. Rein zufällig traf ich, der Ostberliner, dort einen Westberliner, Volker Schröder. Wir hielten auch nach dem Marathon Verbindung. Wenige Monate später besuchte uns Volker  mit Hilfe eines Passierscheines in unserer Wohnung im Ostberliner Bezirk Lichtenberg. Passierscheine gab es damals für Westberliner Bürger für Eintages-Besuche in  Ostberlin. Lange her, aber unvergessen. Wie normal ist dagegen heute alles geworden.

Normal aber war dieser Marathon auf keinen Fall für mich. Das begann schon mit dem Start. Einen solchen Start hatte ich bisher noch nie erlebt. In drei Wellen setzte sich die Läuferschar in Bewegung und kurz vor der Reeperbahn vereinigte sich alles. Reeperbahn: Dieses Wort hatte für mich  einen besonderen, geheimnisvollen Klang. Aber davon war dann an diesem frühen Morgen wenig zu spüren. Laufen war Trumpf, die Damen des horizontalen Gewerbes hatte ihre Schicht noch lange nicht begonnen.

Groß dann der Gegensatz, als die Villengegend an der Elbchaussee passiert wurde.

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Heutige Reihenvillen an der Elbchaussee

 

Erstaunlich, was einem beim konzentrierten Erinnern einfällt, ohne daß man den Streckenplan in die Hand nimmt. Leider habe ich den bisher nicht gefunden.

Irgendwann liefen wir zurück Richtung Innenstadt. Rechts von uns lag das Wasser, konnten wir die Schiffe auf der Elbe sehen. In dieser Zeit hatten wir alle noch genügend Kraft, um uns die Gegend zu betrachten.

Stimmung an den Landungsbrücken

Und dann, kurz vor dem 10-km-Punkt, führte die Straße bergab, das Tempo konnte gesteigert werden. Da waren wir dann an den Landungsbrücken angekommen, dicht unterhalb meiner nächtlichen Schlafstätte. Und über der Straße spannte sich eine Brücke, auf der viele Zuschauer uns zujubelten.  Es folgte bald der Elbtunnel, auch etwas völlig Ungewöhnliches für mich. Noch nie war ich bei meinen Laufveranstaltungen durch einen Tunnel gelaufen. Recht laut konnten wir dort unsere eigenen Schritte hören und noch lauter wurde es, als unser Rufe als Echo zurückkamen. Was man doch während eines Marathons so alles treiben kann.

Irgendwann tauchten wir aus dem Tunnel wieder auf, aus dem Dunkeln in nun gleißendes Sonnenlicht. Es wurde wärmer und wärmer, doch der Beifall der Zuschauer ließ uns manche Anstrengung leichter ertragen. Insgesamt 700.000 Zuschauer wurden geschätzt, und auch das war vollkommen neu für mich.

Als ich einigen Zeit  gemeinsam mit zwei attraktiven Frauen lief, wurde der Beifall besonders stark. Der galt zwar nicht mir, aber ein wenig bekam ich schon davon ab.

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Erinnern kann ich mich, daß ich am Schluß doch das Ziel herbeisehnte, zumal sich die letzte Straße am Dammtorbahnhof leicht ansteigend  ewig hinzog. Dafür war dann nach der letzten Linkswendung schon das erste Glücksmoment erreicht und das wurde  auf der leicht abschüssigen Zielgeraden noch gesteigert. Das Ziel vor Augen, den Beifall der Zuschauer genießend, das entschädigte für die Strapazen vorher, die allerdings durch mein vorhergehendes gutes Training zu ertragen waren.

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Erschöpft sah ich im Ziel  zwar aus, aber das war auch nicht der perfekte Moment für ein Zielfoto. Der wäre fünf Meter vorher gewesen, als ich schon jubelnd die Arme hob.  Warum  meine Endzeit von „nur“ 3:21:26 Stunden 13 Minuten über meiner bisherigen Bestzeit von 3:08:57 Stunden lag, ist leicht zu erklären. Es war mir einfach zu warm geworden. Waren es anfangs am Start 12 Grad gewesen, zeigte das Thermometer im Ziel 21 Grad. Einfach zuviel, denn ein Hitzeläufer war ich nie. Aber trotzdem war ich sehr glücklich.

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Ergebnisheft des hanse-Marathons 1987

Die erste Belohnung kam in Form einer  geschmackvollen Medaille, die zweite dann mit der Teilnahmeurkunde. Die Urkunde war vom Begründer und langjährigen Chef des Hamburger Marathons, Wolfgang Kucklick, unterzeichnet. Und wie es der Zufall so will, hatte ich bald noch die Gelegenheit, mit ihm in den Messehallen ein kurzes Gespräch zu führen.

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Und auch die Siegerehrung für  die Frauensiegerin  Charlotte Teske (2:31:49) und den Männersieger Karel Lismont (Belgien / 2:13:46) erlebte ich im Kreise vieler anderer Läufer mit.

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Charlotte Teske

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Karel Lismont

Das einmalige Erlebnis des Hamburg-Marathons  behielt ich in meinem Herzen. Nur meiner  Familie, Freunden und wenigen ausgewählten Lauffreunden berichtete ich von meinem ersten West-Marathon. Wie gern hätte ich aller Welt davon erzählt, wie gern hätte ich in der Zeitschrift  „Leichtathlet“, in der ich sonst so viel über Laufveranstaltungen berichtete, darüber geschrieben. Doch damals war die Zeit noch nicht reif. Die war es erst, als die Mauer fiel und ich dann darüber berichten durfte, wie ich gemeinsam mit 25.000 Läuferinnen und Läufer jubelnd durchs Brandenburger Tor lief, beim ersten Gesamtberliner Marathon im Jahre 1990.

Peter Grau

Thomas Röhler und der Traum vom deutschen Speerwurf-Rekord

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Mit 89,27 Metern hat Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) im letzten Jahr schon an den 90 Metern gekratzt und zudem bei der Weltmeisterschaft  in Peking (China) in einem denkwürdigen Finale eine Medaille nur knapp verpasst. Jetzt will der drittbeste deutsche Speerwerfer aller Zeiten Weiten jenseits der 90 Meter attackieren und international um die Medaillen kämpfen.

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Thomas Röhler im Jahr 2014  (Foto: Dirk Gantenberg)

 

Von Rekorden spricht Speerwerfer Thomas Röhler vom LC Jena eigentlich nicht so gern. Aber jetzt kommt er wohl nicht drum herum. Vor 21 Jahren, am 21. Juli 1995, warf Raymond Hecht 92,60 Meter weit. Bis heute ist das deutscher Rekord. Nur Hecht selbst kam im Jahr darauf mit 92,28 und 91,50 Metern noch einmal sehr nah an diese Marke heran. Geht es nach Thomas Röhler, wird er den Rekord im Olympiajahr 2016 angreifen.

Aber nicht, weil er den Rekord will, sondern weil er einfach muss, „um Wettkämpfe erfolgreich zu bestreiten“. Schon 2015 zeigte sich, auf welch hohem Niveau sich der Männer-Speerwurf derzeit befindet. Röhler warf  bei den Weltmeisterschaften fünfmal über 86 Meter, zwei Würfe davon waren sogar weiter als 87 Meter, der weiteste 87,41 Meter. Eine unglaubliche Serie, die trotzdem „nur“ zu Rang vier reichte.

90 Meter –  das Maß der Dinge

Vor ihm lagen der Kenianer Julius Yego (92,72 m), der Ägypter Ihab Abdelrahman (88,99 m) und der Finne Tero Pitkämäki (87,64 m). „Was gerade international abgeht, ist crazy“, meint Thomas Röhler. Und er rechnet nicht damit, dass das im Olympiajahr anders wird. „Mein Trainer Harro Schwuchow und ich gehen davon aus, dass vielleicht sogar fünf Leute 90 Meter werfen können. Das heißt, 90 Meter werden nicht reichen, um bei Olympia zu gewinnen.“

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Thomas Röhler bei den Deutschen Meisterschaften 2014 in Ulm (Foto: Dirk Gantenberg)

 
Den Kopf in den Sand stecken wird Thomas Röhler deswegen aber nicht. Er sieht es pragmatisch: Er müsse sich dann halt etwas einfallen lassen, um auch weiter zu werfen. Die 90 Meter will er auf jeden Fall knacken. Im Vorjahr war er mit 89,27 Metern schon ganz nah dran. Weiter geworfen haben in Deutschland nur der deutsche Rekordler Raymond Hecht und der heutige Bundestrainer Boris Obergföll (90,44 m), der damals noch Henry mit Nachnamen hieß. Er war auch der letzte Deutsche, der am 9. Juli 1997 die 90-Meter-Marke übertraf. Weltweit haben in der Geschichte erst 14 Athleten weiter als 90 Meter geworfen.

EM-Quali auf dem Museumplein

Nicht nur bei Olympia will Thomas Röhler wie im vergangenen Jahr bei der WM vorn mitmischen. Auch für die EM in Amsterdam (Niederlande) hat er sich hohe Ziele gesetzt. „Die Konkurrenz wird stark sein. Top Fünf ist ein realistisches Ziel, aber das ist bei der EM nicht mein Anspruch. Es soll aufs Treppchen gehen“, gibt er das Ziel selbstbewusst aus. Dabei wartet in Amsterdam eine besondere Herausforderung auf den 24-Jährigen: Die Qualifikation soll auf dem Museumplein stattfinden, einem Platz mit einer Rasenfläche.

Zum Finale geht es dann ins Olympiastadion. „Eine coole Idee“, findet Thomas Röhler. Allerdings stellt es die Werfer auch vor ein kleines Problem: „Ich habe noch nie in Amsterdam im Stadion geworfen. Deshalb ist es schon eine Herausforderung, die Quali draußen zu werfen und dann für das Finale ins Stadion zu kommen. Ich hoffe, dass wir mindestens eine Begehung bekommen, damit man sich wenigstens ein bisschen auf die Bedingungen einstellen kann.“

„Perfekter“ Vorbereitungsverlauf

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Momentan arbeitet Thomas Röhler noch daran, fit für den Saisoneinstand zu sein. Vom 17. bis 27. April feilt er im Trainingslager noch einmal an der Wurftechnik, für den 14. Mai ist dann beim Diamond League-Meeting in Shanghai (China) der Saisoneinstieg geplant. Bislang läuft bei Thomas Röhler alles nach Plan. „Nahezu perfekt“, sagt er, „obwohl man das Wort perfekt im Sport ja eigentlich nicht benutzt.“ Von Verletzungen blieb er verschont, das Training kann er voll durchziehen.
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Und das braucht er auch für eine Saison, in der er sich viel vorgenommen hat – und in der er sich erst einmal gegen die starke nationale Konkurrenz durchsetzen muss. Den Mannheimer Andreas Hofmann und Johannes Vetter aus Offenburg, die beide im vergangenen Jahr weiter als 85 Meter geworfen haben, hat er besonders auf der Rechnung. „Und Lars Hamann ist auch eine Wundertüte, der kann auch richtig weit werfen“, weiß er. Wer sich dann aber national durchsetzt – und noch die 90 Meter knackt – der sollte bei Olympia gute Karten haben.

Anja Herrlitz

(aus   „leichtathletik.de“ vom 9.4.2016)

 

Würfe deutscher Athleten über 90 Meter*:

92,60 m – Raymond Hecht (21.7.1995; Oslo/NOR)
92,28 m – Raymond Hecht (14.8.1996; Zürich/SUI)
91,50 m – Raymond Hecht (1.9.1996; Gengenbach)
90,44 m – Boris Henry (9.7.1997; Linz/AUT)
90,20 m – Raymond Hecht (10.8.1996; Monaco/MON)
90,06 m – Raymond Hecht (12.2.1994; Eschenbach)
90,06 m – Raymond Hecht (25.5.1996; Jena)

*nach Einführung des neuen Speers mit verändertem Schwerpunkt im Jahr 1986

 

Zehn Kilometer durch den Neuruppiner Stadtpark

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Zum 17.  Mal rief der Kreissportbund Ostprignitz – Ruppin zum Stadtparklauf, und die Laufenthusiasten  kamen in Scharen.  Eine Runde (5 km) oder zwei Runden (10 km) konnten sie wählen. Der Kurs auf Waldboden führte vom Jahnbad in den Stadtpark, bis hin zum Hotel Hubertus, das seit vielen Jahren leer und trostlos dasteht und nach einem Investor sucht.

Investiert hatten alle Läuferinnen und Läufer ins Training, und alle wollten einen der geschmackvollen Pokale erkämpfen:

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Cheforganisator  Bernd Gummelt  gab vor dem Start letzte Hinweise:

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Das Läuferfeld sammelte sich vor dem Jahnbad:

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Punkt 11 Uhr wurde es auf die Laufreise geschickt:

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Mit dem Rad spielte dann Bernd Gummelt den Wegweiser für die Teilnehmer am Familienlauf auf einer kleinen 1 -km-Runde.

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Thomas Röper

Mit weitem Vorsprung kam Thomas Röper(LAC Ruppin) nach 5 km als Erster im Zielbereich vorbei, und diese Führung hielt er auch in der nächsten Runde (Ergebnisse sind unter www.kreissportbund-opr.de zu finden).

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Start – und Zielbereich

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Und für alle winkte hinterher noch eine warme Dusche im Volksparkstadion.

Ich aber brauchte keine Dusche, schwang mich wieder aufs Fahrrad und absolvierte eine kleine Runde durch den Stadtpark, vorbei am Goldfischteich.  Unübersehbar: die Natur erwacht langsam, zartes Grün zeigt sich hier und da.

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Im Preußen-Museum in Wustrau

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Die Bäume scheinen neben dem Preußen-Museum in den Himmel zu wachsen:

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Gleich um die Ecke grüßt die Dorfkirche Wustrau-Altfriesack:

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Doch dann geht es hinein in das Museum, das offiziell den Namen „Brandenburg-Preußen Museum in Wustrau“ trägt und sich rund 30 km von Neuruppin entfernt befindet:

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Im Herbst 2000 war dieses private Museum eröffnet worden, finanziert von Ehrhardt Bödecker, dem früheren Inhaber der privaten Weberbank.

Allgemein wird in den Schulen und in den Medien ein negativ geprägtes Bild Preußens dargestellt, und Begriffe wie „Militarismus“ und „Kadavergehorsam“ dominieren. Da ist es dem Museum hoch anzurechnen, daß es differenzierter herangeht und notwendige Korrekturen und Ergänzungen zu dieser einseitigen Sichtweise liefert.

Beim schnellen Rundgang durch das Museum beeindruckt vor allem die Vielfalt der Exponate.

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Bei Uhus und Zwergziegen im Tierpark Kunsterspring

Uhus zählen seit der Schulzeit zu meinen Lieblings-Tieren. Auch wenn mich nicht alles im Biologieunterricht begeisterte, kann ich mich gut erinnern, daß ich mit speziellen Vorträgen über alles, was mit Uhus, mit Eulen zu tun hat, gute Zensuren erhielt. Seitdem ist mir auch der lateinische Name für die Uhus,  Bubo bubo, ein Begriff.

Eigentlich wollte ich für diesen Beitrag einiges aus  meinen Biologiebüchern abschreiben, aber nun habe ich im Internet die Seite des Tierfotografen Gerhard Brodowski gefunden, die sowohl über die Uhus als auch über viele andere Tiere Wissenswertes enthält.

Ich darf deshalb auf   www.brodowski-fotografie.de                  verweisen.

 

Zur Einstimmung einige Fotos von meinem Spaziergang durch den Tierpark Kunsterspring:

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Uhus zu fotografieren ist etwas mühsam. Warum? Entweder sie sitzen still auf ihrem erhöhten Platz und schauen in die andere Richtung, oder sie wenden ihren Kopf ständig hin und her.

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Die Zwergziegen:           Tierpark klein Schautafel ZiegeP1020363

 

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Das Rhönschaf:           Tierpark kleikn 355

 

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Der Blaue Pfau

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Weitere Fotos dazu sind unter „Frühlingsgefühle beim Blauen Pfau“   zu sehen.

Thomas Zacharias – ein Pendler zwischen den Welten

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Eine Insel sollte es auf jeden Fall sein. Thomas Zacharias wusste schon sehr früh in seinem Leben, dass er das Glück auf einer Insel zu suchen hatte. Zu sehr war er vom Schiffbrüchigen Robinson begeistert und zu sehr machte ihn das Dasein eines Promikindes zum Außenseiter. Zunächst einmal stand aber an, sich beruflich in Deutschland zu bewähren. Als das halbwegs gelang, fing der 1947 geborene Sohn des weltweit gefeierten „Wundergeigers“ Helmut Zacharias mit seiner damaligen Ehefrau Eva vom Auswandern zu träumen. Zunächst sollte es nach Australien oder Neuseeland gehen, aber die Kanaren sind eben doch ein Stückchen näher an der „alten Heimat“, von der er bis heute geschäftlich abhängig ist.

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Thomas Zacharias sieht seine Persönlichkeit mehrfach gespalten. „Nach Aufmerksamkeit und Anerkennung lechzend und doch im Schmollwinkel kauernd, philanthropischer Weltverbesserer und menschenscheuer Soziopath, ehrgeiziger Leistungssportler und von Minderwertigkeitsgefühlen geplagter Versager, Gesellschaftskritiker und intellektuell gescheitert“ – so seine Selbsteinschätzung.

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Zunächst fand er im Sport sein Zuhause, indem er nach seiner Karriere als Hochspringer und einem Abschluss zum Diplomsportlehrer Übungsgeräte für Hochsprung und Hürdenlauf erfand und vermarktete.

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Im Hochsprung stellte er 1971 mit einer Höhe von 2.22 Metern seinen persönlichen Rekord und damit eine Hallenweltbestleistung auf. Nach drei Deutschen Meisterschaften und vier Deutschen Rekorden streikte das Knie kurz vor den Olympischen Spielen von München ‘72, und die hoffnungsvolle Karriere fand ein jähes Ende.

Seinen großen Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen hatte er sich aber schon 1968 in Mexiko erfüllt. Dort landete er mit für ihn eher enttäuschenden 2,09 m „nur“ auf dem 14. Platz. Dafür war er der erste deutsche Spitzensportler mit Beatles-Mähne und einer eigenen politischen Meinung – sehr zum Argwohn der Funktionäre.

In den Jahren 1972 bis 1979 trainierte er im USC Mainz Schüler, Jugendliche und Spitzenathleten.

Nach 1980  zog er sich langsam aus dem Rampenlicht zurück aufs Land und widmete sich intensiv seiner geschundenen Seele, machte eine tiefgreifende Psychotherapie und bildete sich privat in Sachen Selbsterfahrung und persönliches Wachstum nach Wilhelm Reich, Fritz Perls, Alexander Lowen, also im Themenbereich körperorientierter  Tiefenpsychologie.

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1983 fand er auf Lanzarote ein einsam gelegenes Häuschen mit Blick aufs Meer, das er sich gerade so leisten konnte, und begann das Buch zu schreiben, mit dem er seit vielen Jahren schwanger ging. Das Ziel: Allgemeinverständlich die Tiefen und Abgründe der Seele zu beschreiben, aus denen die Probleme der zivilisierten Menschen aufsteigen und sie an einem gesunden, glücklichen Leben hindern.

Die Tiefe der Seele ergründen

„Was es heißt, ein Mensch zu sein“. Dieses Buch, in der Idylle der Hügel von Famara entstanden und im nordhessischen Nentershausen selbst verlegt, ist in seiner ganzen Machart, von der Sprache bis zur setzerischen Gestaltung, einzigartig und hätte weit mehr als 4 Auflagen mit über 16.000 verkauften Exemplaren verdient. Es ist aber im Chaos der damals überschwappenden New-Age-Welle untergegangen.

Es folgte ein kürzeres, komprimiertes Werk zum selben Thema „Drei Komplexe sind normal“. Und beide Bücher zu lesen wäre für jeden nach Selbstverwirklichung Suchenden ein Gewinn. Allein der Markt hat sie verschluckt.

Die Zwillinge

Definitiv haben von diesem Wissen und Verstehen allerdings die 1990 geborenen Zwillinge Alex und Luna profitiert, die auf Lanzarote geboren und aufgewachsen zu zwei zauberhaften Geschöpfen gediehen.

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Die Zwillinge Alex und Luna

Mitte der 90er Jahre wandte sich Thomas Zacharias mit neuer Begeisterung dem Hochsprung zu. Im Team des damaligen Bundestrainers war für ihn und seine zutiefst fundierten Theorien aber kein Platz. Und so entstand 1996 das Buch „Hoch- und Weitsprung perfekt – Mit Köpfchen der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen“. Mit diesem Werk stellt er so gut wie alles in Frage, was die klassische Literatur zum Thema hergibt. Er beweist mit biomechanischen Gesetzen und Berechnungen, dass seiner Meinung nach die deutschen Hochsprungtheoretiker auf dem Holzweg sind und prophezeit dem deutschen Hochsprung eine katastrophale Dekadenz.  Und diese hat inzwischen eindeutig stattgefunden.

Um all das in der Praxis zu beweisen, fing er selbst wieder an zu üben und verbesserte den Seniorenweltrekord für 50jährige von 1,90 m auf zunächst 1,97 m.

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Sprungreihe vom 1,97 –m-Sprung im Jahre 1997  in Stuttgart

Wenige Wochen nach diesem Sprung überflog er in Balingen 1,98 m, dann 1,99 m in Fürth und 2,00 m in Birmingham. Diese Marke hat heute nach 19 Jahren immer noch Bestand. In allen folgenden Altersklassen sprang Thomas Zacharias weitere Weltrekorde, so dass er nach einem offiziellen Punktesystem als mit Abstand bester Hochsprung-Senior aller Zeiten dasteht. Und dies natürlich im Straddle, den er, wie er selber sagt, erst mit 49 Jahren richtig verstanden und erlernt hat.

Zacharias klein Baby-Straddle

Der Baby-Straddle

 

Seine Golfbücher wurden Bestseller

Zwischendurch zettelte Thomas Zacharias in der Welt der Golfer eine ähnliche Revolution an. Zwar nicht als Aktiver, – dazu fehlt ihm bei weitem das Talent -, aber als Lehrer und Theoretiker zum Thema Golfschlag-Technik und -Didaktik. Für ein paar Jahre wurde er Betreuer der Amateurnationalmannschaft und Referent in der Golflehrerausbildung. Bis man auch dort seiner aufrührerischen Thesen überdrüssig wurde. Seine Bücher zum Thema wurden allerdings Bestseller: „Golfprofis schwingen nicht – sie schlagen!“ und „Der neue Golfschlag“ (Kosmos, Stuttgart).

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Im Laufe seines Lebens hat ThZ, wie er selbst gerne firmiert, vielen Menschen mit seinen praktischen Erfindungen das Leben erleichtert: Er entwarf die erste intelligente, systematische Sporttasche der Welt. Im Schulunterricht haben sich seine aufblasbaren Hochsprunglatten und schaumstoffgepolsterten Klapp-Hürden in nunmehr über 40 Jahren millionenfach bewährt.

Viele weitere Erfindungen (Übungsgeräte und Accessoires für Sportler, Haushalt und Hotellerie) liegen in seiner Schublade, weil Thomas Zacharias nur ungern zum  Konsumterror und Wachstumswahn des Industriezeitalters beitragen möchte.

Schon früh sah er ein, dass die Gesellschaft zur Besinnung kommen muss, um eine Wirtschaftsform zu entwickeln, die nicht auf Wachstum und Wettbewerb baut. „Will denn keiner sehen, dass der Wettbewerb immer nur wenige Gewinner und massenweise Verlierer hervorbringt?! Dafür ist doch der Sport da. Hier kann der Mensch seine Gier und seinen Ehrgeiz doch ausleben, ohne anderen existenziell zu schaden! Aber man hat nicht nur die Wirtschaft in den Sport getragen, sondern auch den Sport in die Wirtschaft. Und die Vernunft ist auf der Strecke geblieben.“ So der verzweifelte Ausruf eines „humanistischen Misanthropen“, der angesichts der Umweltschäden, der mit deutschen Waffen geführten Kriege und der entsprechenden Flüchtlingsströme die Hoffnung auf eine Wende zum Guten für die Menschenwelt aufgegeben hat.

Idylle am Fuß der Berge

Und das passt ja wiederum perfekt zu der Idylle am Fuße der Bergkette von Famara, weit weg vom früher einsamsten Strand der Insel, wo heute die zahllosen Windsurfer und Kiteflieger die Nacktbadenden verscheucht haben und sich schon mit ihren Takelagen verheddern. Thomas Zacharias war dort seit Jahren nicht mehr.

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Auf seiner Gartenterrasse hat er alles, was er braucht: Sonne und Wind, eine Hochsprunganlage und einen Golfabschlag. Einen Arbeitsplatz mit Blick aufs weite Meer hinaus mit der Insel La Graciosa am Horizont.

Und seine geliebte Frau Lola, die er nach 26 Jahren „wilder Ehe“ und schwersten Krisen nun am 22.12.2015 tatsächlich noch geheiratet hat. Ein Lebenskünstler, wie er im Buche steht

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Glücklich nach der Eheschließung

(Diogenes von der Töss besuchte  den Lebenskünstler vor einigen Jahren für die Zweimonatszeitschrift „ Lanzarote 37 Grad“.  Thomas Zacharias hat den Beitrag nun aktualisiert.)

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Eine glückliche Familie

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Thomas Zacharias 2014 im Gespräch mit Wieland Backes in der Ratesendung des SWR  „ Ich trage einen großen Namen“.

 

 

Als Nachgang:

15 Fragen an Thomas Zacharias:

 

1 Ihr Lieblingsfach in der Schule?

Physik, Geometrie, Philosophie. Horrorfächer: Orthographie (Legastheniker), Chemie, Mathematik, Geschichte. Die Schulpflicht verschüttet im Kind die Lernbereitschaft. Heute genieße ich das Bildungsfernsehen und bemitleide die Jugend, die zur Dummheit erzogen wird.

2 Haben Sie ein berufliches/privates Motto?

Ich tu alles, um nichts tun zu müssen.

Faulheit macht erfinderisch.

Lass immer die Liebe dich leiten.

Folge Deinem Herzen.

3 Wer ist für Sie Sportvorbild und weshalb?

Vorbilder Haben heißt, (wie) jemand anders sein Wollen.

Und das liegt mir nicht.

Bewundert und verehrt habe ich viele. Aber dann stellte sich immer heraus, dass sie auch alle nur Menschen sind. Gut so!

4 Welches Sportereignis hat Sie am meisten beeindruckt?

Der 10-Kampf von Rom im offiziellen Olympiafilm.

Die großen Stürze und Unfälle bei Ski- und Autorennen.

5 Was treibt Sie an, Sport zu treiben?

Im Training die Freude am körperlichen Dasein und der Schmerz des Versagens.

Also letztlich das Sehnen nach Selbstachtung. Im Wettkampf die Hoffnung auf menschliche (Be-)Achtung.

6 Haben Sie neben Sport weitere Hobbys?

Mir das wahnsinnige Treiben in der Menschenwelt auf bis zu drei Fernsehern gleichzeitig vor Augen führen zu lassen.

Ich halte das aber seit einiger Zeit nicht mehr aus.

7 Ihre größte sportliche Leistung?

Die vielen, schweren Niederlagen zu verkraften.

8 Persönliche Stärken/Schwächen?

Starkes Verständnis für alle Schwächen.

9 Ihre Lieblingslaster?

Schokolade. Mich erhöhen, indem ich andere kleinrede.

10 Welche Begabung hätten Sie gern?

Ein Musikinstrument professionell zu bedienen.

Aber dann wäre ich sicher kein Leistungssportler geworden.

11 Welche Entscheidungen haben Sie bereut?

Reue ist Energie- und Zeitverschwendung. Es sei denn, man versteht sie als Kraft zum Lernen und Bessermachen. Also Reue im Sinne von hilflosem Lamentieren und die Zeit zurückdrehen wollen lähmt wohl eher.

Aus Fehlern kann man nur lernen, wenn man sie selbst begangen hat. Und dann erst kann man sie vielleicht vermeiden. Die Wirkung der eigenen Entscheidungen ist ja nie verlässlich absehbar. „Anders-Entschieden“ ist ja nicht gleich „Anders-gekommen“.

12 Gibt es einen Menschen, dem Sie ewig dankbar sind?

Viele! Spontan denke ich an Werner Bähr (mein Bundestrainer), an Ingomar Sieghart (mein kollegialer Förderer) und an Berno Wischmann (mein stiller Mentor im Verein und an der Uni). Meinen 4 Partnerinnen und natürlich meinen Eltern, Schwester, Bruder, meinen Zwillingen (1990).

Eigentlich bin ich von Dankbarkeit erfüllt. Leider vergesse ich das auch manchmal.

13 Woran glauben Sie?

Dass alles, was und woran ich je geglaubt habe, Schwachsinn war.

Dass wir Menschen unintelligent und unwissend sind und uns folglich maßlos überschätzen (auch die meisten Genies). Dass die Welt viel komplizierter ist, als es die Menschen jemals begreifen werden. Dass in Wahrheit alles nochmal vollkommen anders ist, als die Wissenschaftler uns vorgaukeln. Wenn Wissen nicht zur Weisheit führt, taugt es nichts. Ein unbedeutender Müllkutscher hat vielleicht mehr Weisheit als alle Philosophen von Sokrates bis Sartre zusammen. Zurzeit glaube ich, dass Alles schwingt. Folglich ist die Allsumme immer Null. Unser Mühen ist folglich illusorisch. Alles ist schon geschehen, bevor wir es erleben. Daher gibt es auch keinen freien Willen. Nur den unfreien Willen an den freien zu glauben.

14 Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Als ich mit 43 beschloss, eine Familie zu gründen, hatte ich den Eindruck, all meine Träume seien erfüllt. Sonst hätte ich es gelassen. Kann ich nur wärmstens weiterempfehlen: Erst Kinder haben, wenn man all seine eigenen Träume erfüllt sieht. Jetzt sehe ich die Träume meiner Kinder und denke, dass es nicht wichtig ist, ob diese sich erfüllen, sondern dass man überhaupt Träume hat und verfolgt. Ohne Träume ist das Leben sicher unerträglich. Auch wenn die meisten irgendwann platzen oder ihre Erfüllung gar nicht glücklich macht.

15 Wann hat sich für Sie das Leben gelohnt?

Wenn nicht täglich, dann wohl nie. Aber das Leben muss sich nicht lohnen.

Die Latiniker (Franzosen, Spanier, Portugiesen, Italiener) sagen: „Vale la pena“.

Will sagen: „Es ist des Leides wert.“ Also ist das Glück wohl nur der Lohn fürs Leiden. Oder: Mit dem Leid bezahlen wir das Glück. Man kann aber auch den Eindruck gewinnen, dass es Menschen gibt, die mit ihrem Leid das Glück der anderen bezahlen. Viele Arme machen Einen reich. Universelle Nullsumme eben.

 

 

Frühlingsgefühle beim Blauen Pfau

Bei unserem Osterspaziergang durch den Tierpark Kunsterspring in der Nähe  Neuruppins bereitete  uns besonders der Blaue Pfau viel Freude.

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Der Blaue Pfau gehört zu Ordnung der Hühnervögel und ist neben dem Fasan und dem Haushuhn einer der bekanntesten Vertreter dieser Vogelgruppe. Vor allem die Männchen gelten als älteste Ziervögel der Menschen. Und auch im Tierpark gehören sie zu den Attraktionen. Doch nicht immer entfalten sie ihre wahre Pracht.

So schien es auch diesmal zu Beginn unseres Rundganges. Ruhig saß das Männchen auf dem Zaun und ließ nicht ahnen, was es eine Stunde später für eine Farbenshow bieten würde.

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Nach unserer Rückkehr sahen wir erfreut, wie der Hahn erstmals sein Gefieder ausfuhr , um mit der Balz um die Hennen zu beginnen:

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Für den Hahn charakteristisch ist an Hals, Brust und Bauch leuchtend blau. Je nach Lichteinfall kann das Gefieder grünlich und golden schimmern. Im Verhältnis zum Körper ist der Kopf eher klein. Die Hähne sind mit der langen Schwanzschleppe, wenn diese nicht ausgefahren ist, etwas zwei Meter lang.

Beim Angriff auf die Hennen wird kein Mittel gescheut. Mal wird das farbige Gefieder nach vorn gestellt, mal das schwarz-weiße Hinterteil:

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Aus der Nähe glänzt der Hahn  mit Brillanz:

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Zunächst versucht der Hahn, eine Henne zu betören. Die Henne ist im Vergleich zum Hahn kleiner und wesentlich unauffälliger gezeichnet. Ihre Körperlänge liegt bei nur etwa einem Meter. Ihr Gefieder ist überwiegende grünlich-grau. Die Weibchen sind schleppenlos.

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Dann hat er es geschafft, sogar beide Hennen links vor dem Gitterzaun einzukreisen. Zwei Hennen, das ist normal. Pfauen sind polygame Vögel. Die Hähne scharen jeweils drei bis fünf Hennen um sich.

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Doch am Ende zieht diesmal der Hahn den Kürzeren. Alle seine Gelüste verfangen bei beiden Damen nicht, die unbeeindruckt weiterziehen.

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Der Hahn aber muß auf die nächste günstige Gelegenheit warten. Dann wird er wieder seinen prächtigen Federfächer ausfahren.

 

 

 

Auf der Vital-Messe des Berliner Halbmarathons 2016

Kurzer Rundgang am Vortag des Berliner Halbmarathons auf der Vital-Messe.

Die Messe findet in der Station-Berlin statt, einer 23.000 qm großen, historischen Industriefläche im Herzen von Berlin, dicht am Park am Gleisdreieck und wenige Gehminuten vom Potsdamer Platz entfernt.

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Bereits am Eingang werden die aktiven Läufer nach rechts gelenkt, die Freunde und Besucher nach links.

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Blick in die Halle B

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Kaum bin ich in der ersten Halle, treffe ich meine Exkollegen von der Zeitschrift „Leichtathletik“, Christian Ermert (links) und Norbert Hensen.

 

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Weiter geht es vorbei an diversen Ständen mit Sportartikeln aller Art, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Läufer.

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An vielen Ständen wird für Laufveranstaltungen geworben. Am Stand der German Road Races treffe ich Horst Wiczynski, der seit 1975 für die Organisation des Paderborner Osterlaufes verantwortlich zeichnet.  Kürzlich fand dieser Traditionslauf zum 70. Male statt.

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Fünf Schritte weiter läuft mir Winfried Aufenanger über den Weg, den ich seit vielen Jahrzehnten kenne. Er wirbt für seinen eigenen Lauf, den Kasseler Marathon, der in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert.  Der Lauf steht unter dem Motto:  „Lauf für Dein Leben“.

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Gleich daneben wird für den München-Marathon geworben. Dort lief ich 1988 (siehe „Lauferlebnisse“)

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Nächster Anlaufpunkt ist der Verkaufsstand von Long Distance, einem Laufladen, der normalerweise in der Altonaer Straße  nahe des Berliner Tiergartens für die Kundschaft da ist.  Zum Verkaufspersonal auf der Messe gehört u.a. Kathrin Weßel, die ehemalige Spitzenlangstrecklerin.

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Hier mißt sie gerade bei einem Kunden die Fußgröße und stellt die Fußbeschaffenheit fest.

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Kathrin Weßel