Tagebuch

Fotoimpressionen aus der Olympiastadt Rio de Janeiro

 

Olaf Brockmann Porträt mit Telefon

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung Wien

 

Rio 2016 für Homepage

Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro klingen  langsam nach. Zumindest die Erinnerungen sind noch frisch. Und es lohnt sich immer, auf Fotos aus Rio zu schauen. Mein Kollege Olaf Brockmann  von der Kronen Zeitung, Wien, war bis zuletzt fleißig auf der Pirsch.  Nachfolgend eine kleine Zusammenstellung von Fotos, die die Licht –und Schattenseiten der Olympiastadt zeigen.

Nach eins

Nach zwei

Nach drei

Nach vier

Nach fünf

Nach sechs

Nach sieben

Nach neun

Nach zehn

Nach elf

Nach zwölf

Nach dreizehn

Nach vierzehn

Nach sechzehn

Nach siebzehn

 

Nach achtzehn

Nach neunzehn

Nach einundzwanzig

Nach zweiundzwanzig

Nach vierundzwanzig

 

Nach achtzehn

Nach fünfundzwanzig

Nach sechsundzwanzig

Nach siebenundzwanzig

 

Nach achtundzwanzig

Nach neunundzwanzig

Nach dreißig

Ein Buchtip: Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August

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Jeden 18. des Monats treffen sich Lesefreudige in der Fontane-Buchhandlung in Neuruppin, um sich von Autoren aller Genres etwas vorlesen zu lassen und nebenher im Frage -und Antwortspiel Interessantes über das Buch und über den Autoren zu erfahren.

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Die Filialleiterin der Buchhandlung, Jana-Kolar-Voigt, stellt den Autor vor.

 

Diesmal, am 18. August 2016, war der Historiker Oliver Hilmes aus Berlin angereist, um sein neuestes Buch „Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“ vorzustellen.

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Irgendwie schien es genau der richtige Zeitpunkt zu sein, denn noch liefen ja die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro Tag und Nacht.

Doch Oliver Hilmes stellte gleich am Anfang klar: „ Ich wollte auf keinen Fall ein Sportbuch schreiben, mich nicht darüber auslassen, wer wann was gewonnen hat, damals im Berliner Olympiastadion.“ Zudem stellte er sich gleich als nicht am Sport Interessierter vor. „ Ich habe keine Lust, mir 24 Stunden lang Beachvolleyball anzuschauen“. Das hörbare Gemurmel unter den rund 30 Anwesenden war klar dahingehend zu deuten, daß er mit dieser Aussage keine Lorbeeren ernten konnte.

Aber man verzieh es ihm wohl, denn er ist Historiker und kein Sportjournalist. „ Ich wollte das Umfeld dieser Spiele beleuchten, all das, was damals in Berlin vor sich ging.“ Und natürlich wollte er aufdecken, daß diese Olympischen Spiele von den gerade an die Macht gekommenen Nazis mit ihrer „Lichtgestalt“ Adolf Hitler zur Propagandaschau gemacht wurden.

Mir kam zu diesem Zeitpunkt bereits der Gedanke, daß es im Olympiastadion auch normale Zuschauer gegeben hat, die nur des Sports wegen gekommen waren. Dazu zählte beispielsweise mein Vater, der ja schon bei den Olympischen Spielen in Amsterdam dabei gewesen war (siehe dazu auch mein Beitrag in der Rubrik Erinnerungen: Als Zuschauer 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam ) und der es sich 1936 nicht nehmen ließ, mit seinen drei Brüdern nach Berlin zu fahren. Mein Vater hat bei diesen Olympischen Spielen mit einer ganz normalen Kamera insgesamt 58 Fotos „geschossen“, von denen ich später eine Auswahl auf meiner Homepage veröffentlichen werde.

Doch zurück zum  Buch „ Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“, das  anders als normal strukturiert ist, wie es der Autor Oliver Hilmes erklärte. Für jeden Tag – also sechzehn an der Zahl – hat er ein Kapitel geschrieben, dazu ein Siebzehntes Kapitel, in welchem er erklärte, was aus den einzelnen handelnden Personen später geworden ist.

Wer sind diese Personen? Im Klappentext des Buches heißt es dazu:

„ Zehntausende Gäste aus aller Welt strömen in die Stadt. Die Olympischen Spiele locken die Besucher zu den Sportstätten, in die Straßen, Bars und Cafés. Für einen kurzen Moment wirkt Berlin in diesem Sommer weltoffen und unbeschwert, als schalte die Diktatur in einen Pausenmodus. Oliver Hilmes folgt Berlinern und Touristen, Sportlern und Künstlern, Diplomaten und Nazi-Größen, Nachtschwärmern und Showstars durch die fiebrig flirrende Zeit der Sommerspiele und erzählt ihre Geschichten. Es sind Geschichten von Opfern und Tätern, von Mitläufern und Zuschauern. Es ist die Geschichte eines einzigartigen Sommers.“

In der Buchlesung setzte der Autor einen Anreiz zum Lesen des Buches, indem er aus den Kapiteln 1. August, 2. August, 3. August, 5. August, 13. August und 15. August las sowie aus dem resümierenden Kapitel.

Auf Nachfrage aus dem sehr interessierten Publikum betonte der Autor, daß alle Geschichten authentisch seien, er sich das Ganze im intensiven Quellenstudium in Berliner Bibliotheken angeeignet habe. „ Da war es ein großer Vorteil, daß ich in Berlin lebe“. Ungefähr ein Jahr brauchte er für die Recherchen und für das Schreiben des Buches.

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Nach der Buchlesung darf der Autor noch eifrig sein Buch signieren

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Die Buchlesung brachte alle auf den Geschmack, das Buch zu kaufen und zu lesen. Ich hatte es schon einen Tag zuvor in der Fontane-Buchhandlung gekauft und werde es nun in den Tagen nach den Olympischen Sommerspielen von Rio in Ruhe lesen.

Zwischendurch werde ich, wie so oft in der Vergangenheit, am Ort des Geschehens sein.

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Am 3. September 2016 findet zum 75. Male das Internationale Stadionfest (ISTAF) im Berliner Olympiastadion statt.

Peter Grau

 

Der Buchautor:

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Oliver Hilmes: 1971 geboren, studierte Geschichte, Politik und Psychologie in Marburg, Paris und Potsdam. Er wurde in Zeitgeschichte promoviert und arbeitet seit 2002 für die Stiftung Berliner Philharmoniker. Seine Bücher über widersprüchliche und faszinierende Frauen „ Witwe im Wahn. Das Leben der Alma Mahler- Werfel“ (2004) und „Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner (2007) wurden zu Bestsellern. Zuletzt erschienen von ihm „ Liszt. Biographie eines Superstars“ (2011) und „ Ludwig II. Der unzeitgemäße König“ (2013).

Oliver Hilmes: Berlin 1936, Sechzehn Tage im August. Siedler Verlag, München, 2016. ISBN: 978-3-8275-0059-5

Zerplatzte Träume – Die Leere nach Olympia

Meine Kollegin Silke Morrissey war bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro dabei, um für  leichtathletik.de  von den Leichtathletik-Wettbewerben zu berichten.

 

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Silke Morrissey

Sie hat anschließend eine persönliche Bilanz gezogen:

“ Viele Hoffnungen zerplatzten im Olympia-Stadion von Rio de Janeiro wie eine Seifenblase. Fragen nach dem Warum müssen gestellt und beantwortet werden. Aber ist nun alles schlecht, nur weil an Tag X der Erfolg ausblieb? Ganz sicher nicht!“

Lesen Sie den gesamten Artikel auf     www.leichtathletik.de. (Suchbegriff: Zerplatzte Träume)

 

Meine Fernsehnacht mit dem Olympiasieger Thomas Röhler

Was ich  gestern in meiner Geschichte “ Meine drei Nächte mit den Leichtathleten“ schon vorausgesagt hatte, ist eingetroffen. Ja, es wurde noch übertroffen. Der Favorit Thomas Röhler, der wegen einer Rückenverletzung bei den Europameisterschaften in Amsterdam die Hoffnungen nicht erfüllen konnte, holte sich in Rio de Janeiro im Speerwerfen das olympische Gold, auf das viele gehofft hatten.   “ Ich hatte schon auf dem Aufwärmplatz und schon beim Aufstehen eine gutes Gefühlt. Ich bin superhappy, meine Leistung hier abgerufen zu haben, “ freute er sich kurz nach seinem Gold-Erfolg am Mikrofon der ARD.

Das Ergebnis: Gold: Thomas Röhler (Jena) 90,30 m,  Silber: Julius Yego (Kenia) 88,24, Bronze: Keshorn Walcott (Trinidad und Tobago) 85,38, 4. Johannes Vetter (Offenburg) 85,32, …. 9. Julian Weber (Mainz) 81,36.

Etwas überhöht, aber nicht ganz von ungefähr,  die erste Meinung aus Rio:   “ Vielleicht hat Thomas Röhler damit eine ganze Sportart gerettet„.    Es war ein riesiges Erlebnis, nach vielen Enttäuschungen in der Leichtathletik.

Zwei Stunden vor der Entscheidung im Speerwerfen hatte Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Interview mit Thomas Röhler veröffentlicht, das einiges über den Speerwerfer aus Jena artikulierte.  Das Interview ist zu lesen unter:

http://www.faz.net/aktuell/sport/olympia/deutsches-team/speerwerfer-roehler-ist-favorit-im-finale-in-rio-bei-olympia-14396590.html#GEPC;s2

Thomas Röhler ist also der Favoritenrolle vollauf gerecht geworden.  Und irgendwie habe ich es am Rande der Hallenser Werfertage im Mai in meinem Gespräch (gemeinsam mit Johannes Knuth)  mit Thomas Röhler gespürt, daß  2016 sein Jahr werden könnte.

Soviel live in dieser Nacht des Goldes.    Nun kann ich mich beruhigt wieder ins Bett legen. Es hat sich gelohnt, für Thomas Röhler aufzustehen.

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Meine drei olympischen Nächte mit den Leichtathleten

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Der Donnerstag mit Mihambo, Bolt und Roleder

Einige Tage habe ich darauf verzichtet, mir die Nächte um die Ohren zu schlagen, um die Leichtathletik-Wettbewerbe direkt zu verfolgen. Doch nachts, als ich mal kurz aufwachte, einfach auf dem Smartphone nur die Ergebnisse zu verfolgen, war auch nicht das Gelbe vom Ei.

Deshalb habe ich am Donnerstag, dem 18. August, den Wecker auf 1.30 Uhr in der Nacht gestellt, und dann zwei Stunden lang das Geschehen am Fernseher verfolgt. Und es wurde  recht unterhaltsam. Die speerwerfenden deutschen Männer Johannes Vetter (85,96 m), Julian Weber (84,46 m) und Thomas Röhler (83,01 m) glänzten allesamt, kamen ohne wesentliche Probleme durch die Quali. Im Weitsprungfinale hüpfte der Sprungfloh Malaika Mihambo auf die persönliche Bestweite von 6,95 m und wurde damit in einem sehr starken Wettbewerb Vierte. Dann kam die Bolt-Show über 200 m, und das war ja erst das Halbfinale.

Bolt Semi 200 m kurz vor Ziel

 

Bolt Semi 200 m Zwiegespräch

Bolt Mixedzone

Fotos: Olaf Brockmann, Kronen Zeitung Wien

 

Cindy Roleder versuchte im Hürdenwald, eine Medaille zu ersprinten, doch diesmal waren andere vor ihr.

Roleder Finale

Cindy Roleder (ganz oben) im 100 -m- Hürden-Finale

Es blieb ein fünfter Rang für sie, aber sie fest drin in der Weltspitze.

Ich war auf den Nacht-Geschmack gekommen.

Der Freitag der Enttäuschungen

Also stellte ich mir auch am Freitag wieder den Wecker zum nächtlichen Fernsehvergnügen. Aber es wurde leider kein Vergnügen. „Meine“ Werfer- ich hatte immer einen engen Draht zu den Werfern – hielten nicht das, was man sich von ihnen versprach. Zuerst war David Storl an der Reihe, aber schon im Vorfeld flogen seine Kugeln nicht so, wie sie sollten. Geschuldet auch einer verletzungsbedingt holprigen Vorbereitung. So blieb statt einer Medaille ein ernüchternder siebenter Rang mit einer Weite von 20,64 m. Und Tobias Dahm, mit dem ich kürzlich in Kienbaum noch ausführlich gesprochen hatte, war zuvor schon in der Quali gescheitert.

So sollten es die Speerwerferinnen richten, in der Vergangenheit oft ein Medaillengarant. Doch schon im Vorfeld machte man sich selbst Schwierigkeiten, nicht eindeutige Nominierungskriterien bei einem voraussehbaren Quartett von Olympiakandidaten festzulegen. So gab es dann ein Hauen und Stechen um die Nominierung, die Einbeziehung von Gerichtsbeschlüssen und letztendlich die Nichtnominierung von Katharina Molitor. Ob es mit ihr besser ausgesehen hätte, steht auf einem anderen Blatt. Christina Obergföll ( Achte mit 62,92 m),  Linda Stahl ( Elfte mit 59,71 m), Christin Hussong ( Zwölfte mit 57,70 m) konnten jedenfalls allesamt nicht zufrieden sein. Und für Obergföll und Stahl war es zudem der Abschied vom Leistungssport. Nur noch wenige Wettkämpfe, so sicherlich das ISTAF in Berlin, stehen noch vor ihnen.

Ein wenig lächeln ließ alle dann Zehnkämpfer Kai Kaczmirek, der als Vierter fast über sich hinauswuchs.

Nicht über sich hinauswachsen mußte dann  Usain Bolt im 200-m-Finale. Sein Sieg war ungefährdet, sein Auftritt vorher und hinterher wie immer einzigartig. Wenn er nicht mehr dabei ist, wird der Leichtathletik etwas fehlen.

Bolt wieder Mixedzoneexezone

 

Die Samstagsnacht mit Staffelwirbel

Stab und Staffelholz (bzw. Aluminium) waren die Hauptwerkzeuge in meiner Samstagnacht. Weil deutsche Medaillenerfolge sich bisher nur auf die beiden Diskusriesen Christoph Harting und Daniel Jasinski beschränkten, hoffte ich ein wenig auf unsere beiden Stabi-Frauen. Vor allem auf Lisa Ryzih, mit der ich zuletzt vor langer Zeit beim Meeting in Elstal bei Berlin gesprochen hatte, habe ich ein wenig gehofft. Aber es sollte nicht sein. Zwar waren ihre Sprünge über 4,70 m nur knapp gerissen, aber knapp vorbei ist auch vorbei. Und für Martina Strutz, der Schwerinerin, waren die 4,70 m ebenfalls  zu hoch. So blieben am Ende für Strutz (9.) und Ryzih (10.) nur Plätze im hinteren Feld.

Das Hammerfinale der Männer ging ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Die Medaillen gingen für Weiten zwischen 78,68 m und 77,73 m weg. Da wünschte man sich einen Markus Esser, einen  Karsten Kobs oder einen Heinz Weis in den Ring. Doch deren Hammerwurf-Zeiten sind leider vorbei.

Dabei aber waren vier junge Sprinterinnen für Deutschland. Sie hatten zwar das „Pech“, daß die USA-Staffel über 4×100 m doch dabei war, nachdem sie in der Quali zwar nicht ins Ziel gekommen war, aber wegen einer Behinderung (wie oft gab es früher schon so etwas) nochmals einen Sololauf zugesprochen bekamen. So war es noch schwerer für Tatjana Pinto, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase, eine Medaille zu ersprinten. Doch sie bemühten sich wacker, liefen mit 42,10 s nochmals schneller als im Vorlauf, aber es wurde „nur“ der vierte Platz. Aber zufrieden über sich zeigten sich dann alle vier Sprinterinnen.

Kurz vor 4 Uhr dann der Abschluß des Tages (oder meiner Nacht-Sitzung) mit der 4x100m-Staffel der Männer. Alles schaute erneut auf Usain Bolt, der als Schlußläufer der jamaikanischen Staffel den Staffelstab in vorderster Position erhielt und seine insgesamt neunte olympische Medaille holte.

Bolt übernimmt Staffelstab

 

Bolt Staffel kurz vor Ziel

Bolt nach Staffelgold in der Mixedzone#

Bolt nach Staffelgold in Mixedzone

Bolt und die Leichtathletik, es scheint eine niemals endende Erfolgsgeschichte. Doch irgendwann wird sie enden…

Meine zweistündige Fernsehnacht endete kurz nach 4 Uhr, nun folgt für mich nur noch eine Nachtsitzung:  am Sonntag, dem 21. August 2016. Und da hoffe ich, daß durch die deutschen Speerwerfer mindestens eine Medaille hinzukommen möge.

Peter Grau

(Fotos:  Olaf Brockmann, Kronen Zeitung, Wien)

David Rudisha – mit Gold aus Rio zum ISTAF

 

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ISTAF 2016 Titelfoto

David Rudisha

800 Meter I Männer

Der Kenianer David Rudisha ist in Rio seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat sich über 800 m in 1:42,15 min die Goldmedaille erkämpft. Damit holte er sich nach London 2012 seinen zweiten Olympiasieg.

Leichtathletik Berlin 22.08.2010 ISTAF 800m Herren neuer Weltrekord fuer RUDISHA, David Lekuta KEN Foto: Camera 4

David Rudisha beim Weltrekord 2010 (Foto: Camera4/ISTAF)

David Rudisha mag Berlin, mag die Fans. Und spätestens seit seinem Weltrekord von 1:41,09 min, den er  2010 beim ISTAF im Olympiastadion aufstellte, mögen die Fans auch den großen, schlanken Mann aus Kenia. Und der kommt auch als aktueller Weltrekordmann, denn bei den Olympischen Spielen in London im Jahr 2012 stellte er mit einem brillanten Sololauf an der Spitze in 1:40,91 min  den auch jetzt noch gültigen Rekord auf.

Sein Vater Daniel hat einen großen Anteil an seiner Entwicklung. Er erzählte seinem Sohn von seiner olympischen Silbermedaille mit der 4×400-m-Staffel 1968 in Mexiko. „ Er entfachte damit meinen Ehrgeiz. Ich wollte dem Vater nacheifern.“ Und schon bei der Junioren-WM 2006 überzeugte Sohn David mit seinem flüssigen Laufstil und seinen raumgreifenden Sätzen. Die Goldmedaille war da nur eine Durchgangsstation. Schon damals war David der Erfolgreichste unter den sieben Kindern der Rudishas. Inzwischen ist David Rudisha seit 2010 selbst mit Lizzy Naanyu verheiratet und Vater einer Tochter Charlene.

Vier Jahre nach seinem Olympiasieg in London präsentierte er sich in Rio auf den Punkt fit. Und er ließ sich auch nicht durch den Ausreißversuch seines Landsmannes Alfred Kipketer unsicher machen, holte ihn wieder ein und rannte die letzten 250 m allein vornweg. Ein wenig Zweifel über seine Form hatte es zuvor, als sich sein langjähriger Trainer, der  legendäre  Brother Colm O’Connell, meldete und vermeldete: „Ich habe ihn für eine lange Zeit nicht mehr betreut und ich weiß auch nicht, ob er nach unseren Plänen noch trainiert.“   Und Rudisha  machte sich auf den Laufbahnen rar, wurde einmal in Monaco Vierter und bei den kenianischen Trials nur Dritter. Doch nun war er auf den Punkt fit. Und das wird er auch beim ISTAF sein, wenn er u.a. auf seine Landsleute Timothy Kitum, den Bronzemedaillengewinner von London, und den frischgebackenen U20-Weltmeister Kipyegon Bett sowie den deutschen Meister Sören Ludolph (LG Braunschweig).

 

David Rudisha

800 M I   Männer

Alter: 27 Jahre

Land: Kenia

Bestleistung:  1:40,91 min

Erfolge: Olympiasieger 2016, 2012, Weltmeister 2015, 2011.

Kugelstoßen der Superlative beim 75. ISTAF am 3. September

 

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Die absolute Weltspitze kommt nach Berlin: Die Olympiasiegerin von Rio, Michelle Carter (USA), ist am 3. September im Olympiastadion ebenso am Start wie Silber-Gewinnerin Valerie Adams (Neuseeland) und die Überraschungs-Dritte Anita Márton (Ungarn).

Das Spitzentrio aus Rio trifft zwei Wochen nach den Olympischen Spielen auf Christina Schwanitz. Die beste deutsche Kugelstoßerin landete in Rio mit 19,03 m nur auf dem sechsten Platz. „Ich habe es mit der Brechstange versucht und wollte das Wasser aus der Kugel drücken. Das bringt halt nichts“, sagte die Welt- und Europameisterin aus Chemnitz nach dem Wettkampf. Jetzt freut sie sich auf die Revanche: „Super, daß ich die Chance habe, vor dem fantastischen Berliner Publikum gegen die drei Rio-Gewinnerinnen anzutreten. Ich bin bereit!“

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 Christina Schwanitz auf der Eröffnungs-Pressekonferenz des ISTAF

 

Meeting-Direktor Martin Seeber: „Am 3. September werden wir in Berlin eine andere Christina Schwanitz erleben. Toll, daß es uns gelungen ist, alle drei Medaillengewinnerinnen der Olympischen Spiele zu verpflichten. Die komplette Weltspitze ist beim 75. ISTAF dabei – mehr geht nicht.“

Mit der Weltspitze messen werden sich beim Jubiläums-ISTAF auch die beiden Deutschen Sara Gambetta (SC DHfK Leipzig) und Lena Urbaniak (LG Filstal).

Alle Athletinnen erwartet beim ISTAF im Olympiastadion eine Premiere: Erstmals tragen Kugelstoßerinnen und Kugelstoßer ihre Wettbewerbe gemeinsam – genauer: parallel und nebeneinander – aus. „Es ist schön, wenn das Kugelstoßen stärker im Mittelpunkt steht“, sagt Christina Schwanitz und lacht: „Nur habe ich bei den Jungs ein bißchen Angst, daß ich zu schmal aussehe.“

 

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Meetingdirektor Martin Seeber (links), Christina Schwanitz und Robert Harting

Gemälde und Blumen im Überfluß – ein Besuch bei Emil Nolde

Als wir dachten, daß unser Kurztrip nach Nordfriesland beendet sei und nur noch die Heimfahrt nach Kiel bevorstände, überraschte uns mein Schwager Achim mit einer anderen Fahrtrichtung. Plötzlich sah ich ein Hinweisschild „Nolde-Stiftung“. Ich wußte nicht sofort, was das bedeutete. Doch recht bald kam die Erleuchtung: Wir fahren zu einem Museum, das alles über den deutschen expressionistischen Maler Emil Nolde zur Schau stellt. Das Wohnhaus des Malers und seiner Frau Ada, dann den Garten mit einer Blütenpracht, die seinesgleichen sucht und als Hauptinhalt die umfangreiche Gemäldesammlung des sehr produktiven Malers.

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Schon auf dem kurzen Weg vom Parkplatz bis zum Haus werden wir auf die wichtigsten Blickpunkte hingewiesen:

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Dann sehen wir auf einem kleinen Hügel das Wohnhaus und davor breitet sich in prächtiger Garten aus:

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Und dann lassen wir die Blumen-und Pflanzenpracht auf uns wirken. Da haben sich Emil Nolde ( 1867 – 1956) und seine Frau Ada ein prächtiges Refugium geschaffen, daß auch heute sehr gut gepflegt wird:

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Im Haus selbst ist noch alles so erhalten, wie es früher vom Ehepaar Nolde genutzt wurde:

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Auch der Hut und die Tabakspfeife von Emil Nolde sind zu sehen:

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Und dann lädt uns Hausherr Emil Nolde ein, seine vielen Werke zu genießen:

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Es gibt sehr viel zu sehen für die Besucher:

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Interessant die handschriftlichen Erinnerungen:

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Einige seiner Malwerkzeuge sind ausgestellt:

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Mehr als 140 Werke, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphiken sind zu sehen, so steht es im Museumsführer. Doch diese Zahl scheint uns untertrieben.

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Im Untergeschoß ist u.a. das Ensemble „ Kreuzigung Jesu“ zu sehen:

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Und weiter geht es, und ich muß aufpassen, nicht doppelt zu fotografieren:

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Die Vielfalt ist berauschend, beeindruckend. Irgendwann sind wir „gesättigt“ und begeben uns langsam wieder hinaus ins Freie.

Und sehen die malerische Landschaft direkt vor bzw. hinter dem Haus:

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Nun ab ins Auto und auf die Heimfahrt begeben. Denken wir, aber noch ein Überraschungshalt ist geplant: Mittags-bzw. Kaffeepause auf dem Aussichtsturm in der Gemeinde Schleswig.

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Zunächst der Blick hinüber zum Schleswiger Dom:

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Viele Boote haben unterhalb des Turmes festgemacht:

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Das Schloß wird gerade restauriert:

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Oben in der 26. Etage genießen wir nicht nur die Suppe und den Kuchen, sondern auch die Aussicht. Nebenher plaudern wir mit einem freundlichen Ehepaar aus Zeven.  Zeven, dort findet ja immer ein Leichtathletikmeeting statt.

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Dann aber geht es endgültig nach Kiel zurück. Es ist Mittwoch, der 10. August 2016.

Am frühen Abend kommen wir am Pinguinweg an, wo uns auf der grünen Wiese zwischen Haus und Kieler Förde die glücklichen Kühe von Schilksee wieder begrüßen:

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Das Wasser liegt relativ ruhig vor uns:

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Ein Segelboot wird von der Abendsonne angestrahlt:

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Wir marschieren von der Wohnung meines Schwagers wieder in Richtung unseres Hotels „Godewind“.

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Auf dem Wasser ist weiterhin Betrieb:

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Schippers Ruh deutet auch für uns die Nachtruhe an:

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Meine Nacht mit dem schnellsten Mann der Welt, Usain Bolt

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Bisher habe ich die Leichtathletik der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro in den Nächten nur sporadisch verfolgt. Auch diesmal wollte ich mir lieber den Schlaf gönnen und das 100-m-Finale der Männer  morgens in der Wiederholung anschauen.

Doch manchmal kann man sich darauf verlassen, daß der Körper weiß, wann er wach werden muß. Und auch diesmal wußte er es und meinte: Das Finale mit Usain Bolt ist wichtig!   Genau 3.20 Uhr an diesem Montag, dem 15. August 2016, wurde ich wach, machte den Fernseher im Arbeitszimmer an und freute mich:   Soeben wurden die 100-m-Finalisten am Start vorgestellt. Alles war natürlich auf Usain Bolt zugeschnitten, und der Meister ließ nichts anbrennen, holte sich sein siebentes Olympiagold.

„ Ich werde immer meine Verrücktheit in den Sport bringen,“ erzählte er hinterher bei der Pressekonferenz. Und konnte nichts dagegen tun, daß wie immer wieder Dopingverdächtigungen auftauchten, natürlich im Internet, wo jeder, meistens anonym, seine Meinung kundtun kann. Aber auch bei einer Betrachtung im ZDF kurz vor den Hammerwürfen von Betty Heidler ließ ein Beitrag die Zweifel an der Sauberkeit des Usain Bolt weiter köchern. Und Moderator Norbert König unterstützte das mit Vokabeln wie fabelhaft, märchenhaft, eben mit den Zweifeln an Bolts Zeiten, an dem neuen 400-m-Weltrekord des Südafrikaners Wayde van Niekerk (43,03s)    und dem 10.000-m-Weltrekord der Äthiopierin Almaz Ayana.  Ich verstehe zwar manche Zweifel, aber es verdirbt mir natürlich auch ein wenig den Spaß an der Leichtathletik

Ich jedenfalls legte mich nach dem Bolt-Lauf wieder schlafen und freute mich dann am Morgen, als mein „Hausfotograf“, der Wiener Olaf Brockmann, via Facebook die folgenden Fotos des Finales überspielte:

Bolt Finale eins

Bolt Finale zwei

Bolt Finale vier

Bolt Finale fünf

Nach dem Lauf präsentierte sich Usain Bolt wie immer, als Publikumsliebling, als Motiv für alle Selfiefreunde.  Er ist eben ein kommunikativer Typ, pflegt dieses Image.  Das konnte auch mein Journalistenkollege Tim Oliver Kalle schon vor acht Jahren erleben, wie folgendes Foto zeigt:

Bolt und Tim Oliver Kalle

Ein aktuelles Foto aus diesem Jahr hätte mich auch verwundert, denn TOK kümmert sich vor allem um Handball.

Natur und Kultur in Nordfriesland – Ausflug auf die Insel Föhr

Nach einem Zwischenstop in Kiel und einer Übernachtung im Hotel „Godewind“ in Schilksee begeben wir uns auf die Autofahrt Richtung Nordsee. Für mich wird das eine Premiere sein. Ich kannte bisher nur die Ostsee.

Nach zwei Stunden sind wir in Dagebüll-Hafen angelangt, einem Ortsteil der Gemeinde Dagebüll in Nordfriesland. Von dort aus verlassen die Besucher der Inseln Föhr und Amrum das Festland. Doch heute ist es für uns noch nicht soweit, denn zunächst werden wir ganz in der Nähe übernachten. Nach 10 Kilometern taucht ein Schild auf:

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Das Hotel macht schon von außen einen angenehmen Eindruck.

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Auf dem Weg zum Hotel wachen zwei Löwen.

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Und innen verstärkt sich der positive Eindruck:

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Wir laden unsere Koffer ab, und ich nutze die Zeit für einen ersten Rundgang in den Garten:

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Und dann umfängt mich eine Blüten-und Pflanzenpracht:

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Einige Meter weiter grasen Schafe:

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Ein Flüßchen plätschert dahin:

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Und auch ein Windrad lugt durch die Bäume:

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Genug des Erkundens. Es gilt, wieder Richtung Hafen zu fahren. Bald landen wir auf einem riesigen Parkplatz, auf dem gefühlte 1000 Autos stehen. 15 Uhr geht unsere Fähre nach der Insel Föhr ab, wir müssen uns sputen.

Links hinten sehen wir das Abfertigungsgebäude:

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Es schaut aus wie auf einem großen Rangierbahnhof. Und später wie bei den Passagierschleusen auf dem Flughafen:

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Doch es klappt alles bestens und bald fährt unser Schiff hinaus, schaukelt auf den Nordseewellen:

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In der Ferne sehen wir die Halligen, die teilweise bewohnt sind:

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Innen ist viel Betrieb, wir lassen uns das   Seelachsfilet  schmecken.

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Und bald sehen wir die Anlegestelle auf der Insel Föhr und haben wieder Land unter unseren Füßen. Föhr liegt südöstlich von Sylt, östlich von Amrum und nördlich der Halligen. Unter den deutschen Inseln ohne Straßen-oder Bahnverbindung zum Festland ist Föhr die flächenmäßig größte Insel mit der höchsten Bevölkerungszahl von 8360 Einwohnern.

Wir kommen auf Wyk an, einem Ort, der als einziger auf der Insel Föhr einen städtischen Charakter hat. Unter anderem gibt es hier einen 15 km langen Sandstrand und mit der Promenade Sandwall eine der schönsten Flaniermeilen Deutschlands (so steht es zumindest bei Google).

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Unsere Fähre fährt weiter zur Insel Amrum:

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Wir aber bummeln zunächst durch den Hafen:

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Und dann sind wir bald im Ort Wyk und verbringen dort rund fünf Stunden. Dabei gibt es einiges zu sehen:

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Gegen 19 Uhr beenden wir unseren Stadtgang und setzen uns ganz in der Nähe unseres eigentliches Zieles in eine Bushaltestelle. Dort erleben wir einige Regenschauer, aber irgendwann ist es dann 19.40 Uhr und wir begeben uns trockenen Fußes auf unser Schiff, die W.D.R.-Fähre Wyk/Föhr.

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Dort erwartet uns ein außergewöhnliches Konzert, auf außergewöhnlichen Instrumenten.

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So sieht der Zuschauerraum aus, der später ganz gefüllt sein wird:

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Fünf junge Leute aus Berlin, das GlasBlasSing Quintett, unterhalten uns dann für zwei Stunden mit ihrem Programm: Volle Pulle-Flaschenmusik XXL.

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Draußen wird es langsam dunkel:

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Aber auch für die Rückfahrt ist alles bestens organisiert. Wir steigen wieder auf eine Fähre, die uns hinüber nach Dagebüll-Hafen bringt. Unser Auto steht noch auf dem Riesenplatz, und unser Chauffeur, mein Kieler Schwager, bringt uns auch ohne Navi sicher zurück in unser Hotel Nahnhof. Gegen Mitternacht treffen wir dort ein, ein ereignisreicher Tag geht zuende.

Morgenstund hat Gold im Munde. Und das erfahren wir, weil uns ein von der Hausherrin Petra Jessen-Petter liebevoll gedeckter Frühstückstisch erwartet:

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Abschied von Hausherr Siegfried Petter und seiner Frau, und dann geht es gen Kiel. Denken wir zumindestens. Eine kurze Pause wird eingelegt, und nochmals die Landschaft bewundert:

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Doch dann kommt noch eine Überraschung. Mein Schwager hat das nächste Ziel geheimgehalten und so will ich es auch handhaben. In der nächsten Geschichte wird das Geheimnis gelüftet. Bis dahin….

Peter Grau