Tagebuch

Nach der Europameisterschaft der Leichtathleten – Gedanken zu kenianischen Türken und zu Doping-Vermutungen

Montag Ruhetag. Dieses Schild steht oftmals vor Gaststätten und dann heißt es, entweder zuhause essen und trinken oder aber suchen. Für mich bedeutet der heutige Montag (11. Juli 2016) Ruhe vorm Fernsehen.

Zuletzt war es einfach zuviel, was ich am Fernseher und nebenher auch im Internet verfolgte. Ein Beispiel: Samstag 9. Juli:

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Auf dem Foto sieht man links, wie sich Tennisspielerin Angelique Kerber in einer Pause des Finalmatches in Wimbledon erfrischt. Rechts läuft die Leichtathletik, Ex-Mittelstrecklerin Kathleen Friedrich und Ex-400-m-Hürden-Läuferin Christiane Klopsch (links auf dem Bild) grüßen aus Amsterdam. Und etwas weiter hinten ist der Fernseher zu sehen, auf dem die Tour de France läuft.

Am meisten mit dem Herzen dabei war ich naturgemäß bei der Leichtathletik. Dort konnte ich mich schon seit Mittwoch am guten Auftreten der deutschen Leichtathleten erfreuen. Da ich die meisten Spitzenathleten noch persönlich kenne, war ich besonders nah bei ihnen.

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Wolf-Dieter Poschmann im Gespräch mit Heike Drechsler beim Indoor-ISTAF in Berlin

Und da ich Wolf-Dieter Poschmann auch schon sehr lange kenne, hörte ich ihm aufmerksam zu, als er sich während des 10.000-m-Finales der Männer am Freitag über die geballte Flut von Einbürgerungen ausländischer Athleten durch die Türkei aufregte. Gerade bei einer Europameisterschaft fiel das besonders auf. Und es war wie gemacht für eine Diskussion auf Facebook, die der Chef von „Runners World“ Martin Grüning eingeleitet hatte.

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Martin Grüning

Solch eine Diskussion kann man nicht zusammenfassen, weil die Meinungen doch recht unterschiedlich sind. Aber eines fiel mir auf: Die Wortmeldungen waren allesamt in wohlgesetztem Deutsch, ohne persönliche Angriffe gefaßt. Bei anderen Diskussionen geht das oft unter die Gürtellinie und man kann dann nicht mehr von dem „sozialen“ Medium sprechen, sondern nur noch von „asozial“.

Natürlich wurde auch die Doping-Karte im Fernsehen abgedeckt. Besondere Zielscheibe war am Freitag die Holländerin Dafne Schippers, die mit großem Vorsprung die 100 m gewann.

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Es mag ja sein, daß in Sportjournalistenkreisen viel umherkreist und manche es genau wissen. Aber nur vage Andeutungen darüber, daß sie sich eben zu schnell als Sprinterin verbessert habe und daß Akne im Gesicht Doping vermuten lasse, sind doch in einem öffentlichen Sprachrohr wie dem Fernsehen zu wenig. Da muß man sich dann nicht wundern, wenn „Lieschen Müller“ schnell das nachplappert und sagt: Die Leichtathleten sind ja alle gedopt.

Und das wird auch unterfüttert durch die Beiträge der ARD-Dopingredaktion unter Hajo Seppelt. Ich kann mir dazu keine eigene Meinung bilden, weil ich die Fakten eben nicht kenne und nur auf diese Informationen angewiesen bin. Aber mögen sie noch so wahr und sicher sein. Wenn die Jubelberichterstattung über deutsche Leichtathletikerfolge von diesen Dokumentationen umrahmt wird, dann wirkt das auf den Fernsehzuschauer. Es bleibt dann ein schaler Geschmack, wie es ARD-Moderator Claus Lufen ausdrückte und wie es Ex-Zehnkämpfer Frank Busemann noch erhöhte: „Das ist ja wie in einem Hollywoodfilm“. Das war es sicher auch. Es hätte nur noch gefehlt, wenn man mitgeteilt hätte, daß man in Zukunft keine Leichtathletik mehr übertragen wolle.

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Die Leichtathletik-EM in Amsterdam ist nun also Geschichte. Alles rund um diese EM ist unter leichtathletik.de nochmals nachzulesen.

Jetzt ist für die Spitzenathleten bis zur Reise nach Rio de Janeiro Training angesagt. Am morgigen Dienstag, so meine Erinnerung, werden vom DLV die letzten Leichtathleten für Rio vorgeschlagen und es wird ein mächtiger Schub sein. Nicht immer wird die Entscheidung einfach sein, aber entschieden wird. Und dann gibt es kein Zurück, es sei denn, es werden noch die Gerichte einbezogen. Doch das will ich nicht hoffen.

 

Die Tour de France

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Weitergehen wird am Dienstag die Tour de France, denn heute ist dort Ruhetag. Wie jedes Jahr ist die Tour für mich wieder ein Pflicht-Fernsehtermin, vom 2. Juli bis 24. Juli bestimmt sie oft meinen Tagesablauf. Und wie jedes Jahr bedauere ich ein wenig, nicht direkt an der Strecke sein zu können. Dabei hätte ich beispielweise am Samstag (9. Juli) im Etappenort Pau dabeisein können, denn dort wohnen Bekannte von mir. Und ich hätte nicht nur in Pau eine Wohnung gehabt, sondern auch irgendwo mitten in den Pyrenäen, wo meine Bekannten eine Berghütte haben. Aber – Frankreich ist weit, und Pau noch viel weiter. Da lasse ich mich eben lieber am Fernseher unterhalten. Und wenn es dann so exzellent geschieht, ob nun durch Florian Naß bei der ARD oder durch Karsten Migels und Jean-Claude Leclercq bei Eurosport, dann macht es mir eben Freude. Dazu dann die vielen Informationen über Land und Leute, mir gefällt es einfach. Und es tangiert mich dann überhaupt nicht, wenn andere meinen, daß sie „ so etwas“ nicht schauen, es seien ja doch alle gedopt. Und da sind wir wieder bei Pauschalurteilen, die einfach so nicht gefällt werden dürfen.

Peter Grau

Ausfahrt mit dem Rad – Pause vom Dauerfernsehen bei Leichtathletik, Tour de France und Fußball-EM

In diesem Juli 2016 bin ich multi-sportive unterwegs. Was bedeutet das? Ich schaue mir fast pausenlos Sport im Fernsehen oder im Internet an. Angefangen von den Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam

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über die Tour de France, dessen Zusammenspiel von Sport, Kultur und Landschaft mich jedes Jahr begeistert,

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bis hin zur Fußball-EM in Frankreich, der man nicht entgehen kann, auch wenn manche, eigentlich zu viele Spiele nicht gerade pausenlose Superunterhaltung garantieren:

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Doch, was zuviel ist, ist zuviel. Da braucht es manchmal Ablenkung, sprich eine ganz normale Radtour in die nahe Umgebung Neuruppins. Gestern war ich rund eine Stunde unterwegs, allerdings mit Fotopausen.

Begonnen habe ich die Tour im neuen Wohngebiet am Sonnenufer. Allerdings hielt sich die Sonne zurück, ließ die Wolken dominieren.

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Auf dem Radweg Richtung Industriegebiet Treskow fällt mein Blick bald auf den Ruppiner See:

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Auf der rechten Seite sind Häuser mit riesigen Gärten oder sogar landwirtschaftlich genutzten Feldern zu sehen:

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Vornweg öffnet sich der Blick auf den Fernsehturm:

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Links erblicke ich eine Herde von Ziegen und gewaltige Getreide-Pellets:

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Noch recht neu ist die Waschanlage für Autos und Fahrräder:

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Und Autos kaufen man außerhalb der Stadt auch bei vielen Autohändlern:

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Der Radweg bietet ständig neue Fotomotive:

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Blaue Kornblumen und roter Klatschmohn:

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Auf dem Rückweg kann ich noch ein Segelboot auf Zelluloid (so sagte man früher) bannen:

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Und mit einem Blick auf den Ruppiner See verabschiede ich mich für diesen Vormittag:

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(Dieser Beitrag wurde zuerst am 7. Juli veröffentlicht. Am 12. Juli habe ich alle Fotos ersetzt, sprich ohne die bisherige Komprimierung. Und nun sind sie nach einem Klick so scharf wie im Original)

Als Zuschauer 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam

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Vom 6. Juli bis 10. Juli 2016 finden in Amsterdam die Europameisterschaften der Leichtathleten statt, und zwar in dem Stadion, das 1928 als Wettkampfstätte für die Olympischen Spiele diente.

Als gestern mein Wiener Journalistenkollege Olaf Brockmann ein Foto vom Olympiastadion Amsterdam aus dem Jahre 1928 postete, erinnerte ich mich sofort daran, daß mein Vater Walter Grau als Zuschauer auch bei diesen Olympischen Spielen zugegen war. Er hat mir zwar nie davon erzählen können, weil er aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr zurückkam, aber ich fand kürzlich einige Fotos, die er damals gemacht hatte. Zwar ist die Qualität der Fotos nicht mit heutigen Maßstäben zu messen, aber sie sind immerhin ein Zeitdokument.

Zunächst bannte er zweimal Langstreckler Paaovo Nurmi auf seinen Film und schrieb dazu, daß dieser im 5000-m-Lauf gerade wieder Konkurrenten überrundet.

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Aber es reichte für den Finnen in 14:40,0 min „nur“ zum zweiten Platz hinter seinem finnischen Landsmann Ville Ritola (14:38,0).  Dafür drehte Nurmi dann über 10.000 m den Spieß um und holte sich in 30:18,8 min Gold.

Nurmi war zu dieser Zeit in aller Munde, und ich erinnere mich, daß wir in der Schule auch „so schnell wie Nurmi“ laufen wollten.  Später begegnete ich Nurmi nochmals, allerdings in Stein, als Denkmal vor dem Stadion in Helsinki.

 

Damals 1994 war ich Berichterstatter bei den Europameisterschaften der Leichtathleten.

Und nochmals kam mir der Name „Nurmi“ unter. Das war allerdings in einem unerfreulichen Zusammenhang. Als vom Staatssicherheitsdienst der DDR über mich eine Akte angelegt wurde, wählte man für meine Person den Namen „Nurmi“, wohl wegen meiner damaligen intensiven Lauf – und  Marathonambitionen.

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Doch zurück ins Jahr 1928. Warum war mein Vater überhaupt nach Amsterdam gefahren? Wie ich aus Briefen und durch Fotos mitbekam, war er schon von Jugend an sehr sportinteressiert. Alles, was irgendwie möglich war, betrieb er. Ob es nun der Skisport war, der Segelsport oder der Hockeysport, er schien alles auszuprobieren. Stolz war er u.a. auf die Besteigung des Großglockners (mein Vater links):

Vater Großglockner

Viel Gefallen fand er auch an Mannschaftssportarten, so vor allem am Hockeysport, der damals noch viel populärer war als heute:

Vater Hockeymannschaften

Die schönsten Erlebnisse hatte er wohl mit dem THC Apolda, dem Thüringer Hockeyclub Apolda. Hier bei einem Gastspiel in München (mein Vater erste Reihe, rechts):

Vater THC Apolda

Und mit dem Apoldaer Hockeyclub machte er sich auch auf die Reise nach Amsterdam:

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Apoldaer Hockeyclub vor der Abreise

Über  manche Fotos kann ich mir noch keinen Reim machen. So vom folgenden Foto, das meinen Vater (links) vor dem Zollamt in Bentheim zeigt:

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Was wollte er dort? War es auf der Hinfahrt oder der Rückfahrt?  Gemeint ist wohl der Ort Bad Bentheim, der dicht an der niederländischen Grenze liegt.

Zu erkennen ist ein Gemälde, vielleicht ein teuerer „Holländer“? Bei uns zuhause aufgetaucht ist er nie, soweit ich mich erinnern kann.

Zu den anderen Fotos gibt es keinen roten „Erzählfaden“. Deshalb reihe ich sie so einfach aneinander, mit den Beschriftungen aus dem Fotoalbum.

Zunächst ein Foto von Helmut Körnig:

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Helmut Körnig (mein Vater schrieb Hellmuth Körnig) steht hier vor dem Trainingsquartier der Deutschen Olympiamannschaft. Körnig holte sich über 200 m die Bronzemedaille und als Schlußläufer der 4×100-m-Staffel Silber. Mit in dieser Staffel liegen Georg Lammers, Richard Corts und Hubert Houben.

 

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Grandhotel in Zandvoort, Trainings-Quartier der Deutschen Olympiamannschaft (rechts); links das Quartier der USA-Mannschaft und der kanadischen Olympiamannschaft auf einem großen Dampfer.

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Oben links:  Ablösung der Wache vor dem Königlichen Palais; Königliches Palais; Unten links: Die Kalverstraat, die schon damals sehr belebte Geschäftsstraße Amsterdams; daneben Blick auf den Centralbahnhof

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Links Hafengasse, rechts moderne Wohnbauten.

 

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Links Zoo in Amsterdam; rechts Markt.

 

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Am Nordseestrand in Zandvoort, wo man nach den Olympischen Spielen noch einige Tage Urlaub verlebte. Oben links Strandwagen; rechts daneben:  ein Teil der Hockeytruppe (mein Vater Zweiter von rechts); unten biegsame junge Damen.

Amsterdamer Hafen

Amsterdamer Hafen

 

Und dann noch zwei Fotos direkt zur Leichtathletik:

Schwarz-Rot-Gold weht am höchsten Mast. Lina Radke  hat die 800 m der Frauen gewonnen:

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Nochmals Helmut Körnig, u.a. Dritter im 200-m-Lauf,  vor dem Quartier in Zandvoort:

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Und somit haben wir wieder die Brücke (deren es in Amsterdam so viele gibt) zu den Leichtathletik-Europameisterschften, die morgen, am 6. Juli 2016 im Olympiastadion beginnen.

88 Jahre, nachdem mein Vater Walter Grau dort als Zuschauer weilte.

Peter Grau

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Rund um den Traberweg – Lauferinnerungen

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Vor vielen Jahren, als ich noch in Berlin wohnte, hatte unsere Laufgruppe eine Trainingsstrecke, die vom Zachertsportplatz in Lichtenberg vorbei an meiner Wohnung in der Mellenseestraße (dicht am Tierpark), durch eine Gartenkolonie, über eine kleine Brücke über die Eisenbahngleise in Richtung Pionierpark und Wuhlheide führte.

Bei einem Kurzbesuch in Berlin habe ich kürzlich einige Punkte dieser Strecke besucht.

Zunächst spazierte ich nochmals über die Brücke, schaute auf die Gleise.

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Dann blickte ich hinunter auf den Weg Richtung Traberweg und wunderte mich, wie „steil“ dieser Weg war.

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Und dann war ich schon im Park, der direkt Richtung Trabrennbahn Karlshorst führte.

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Traberweg, dort trabten wir damals entlang.

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Stechlinstraße:

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Das Wiedersehen mit unseren Enten

In Gedanken waren wir oft bei unseren Enten, bei der Entendame mit den 10 Küken, die uns einen Monat in Atem gehalten haben. (   http://www.petergrau-leichtathlet.de/?p=1723    ).

Am 13. Mai 2016 geleiteten wir sie hinunter an den Ruppiner See.

Was ist wohl aus ihnen geworden? So fragten wir uns oft.

Dieser Sonntag, der 3. Juli, brachte das Wiedersehen. Am Ende einer Radausfahrt – vor allem, um die Elfmeterschlacht der Fußball-EM zwischen Deutschland und Italien zu verarbeiten-, machte ich an der Kastanienwiese halt. Dort stehen, wie der Name sagt, viele Kastanienbäume, und wenn das Wasser des Ruppiner Sees genügend temperiert ist, suchen viele Neuruppiner auf dieser wilden Badestelle Abkühlung.

Diesmal gab es keine Badende, aber am linken Teil der Badestelle erblickte ich eine Ente mit ihren Jungen. Irgendwie wußte ich sofort: Das sind sie!

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Ich pirschte mich näher heran, aber unruhig wurden sie nicht. Sie ruhten vor sich hin, die Jungen eher ganz ruhig, die Ente mit Körperpflege beschäftigt.

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Ich versuchte, die Jungen zu zählen, kam auf 6 oder 7. Also nicht mehr 10, aber auch mit solch einer Kinderschar gibt es sehr viel zu tun für die Entendame. Und vom Entenmann war, wie schon auf unserem Glasdach, weit und breit nichts zu sehen.

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Die Entendame am 3. Juli

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Die Entendame am 13. Mai

 

Keine Frage, es ist unsere Entendame! Auch wenn die unterschiedlichen Aufnahmen mit verschiedenen Fotoapparaten und eine andere Umgebung einige Phantasie vom Betrachter verlangen.

Und es ist doch beachtlich, wie sich die Jungen seit ihrer Geburt am 13. Mai bis heute verändert haben.

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Die Ruhe am Ruppiner See

Vor 50 Tagen am Geburtstag vor dem Restaurant „Klosterhof“:

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(am 3. Juli erschien dieser Beitrag. Am 13. Juli habe ich die Mehrzahl der Fotos nochmals bearbeitet. Bei einem Klick bzw. Doppelklick erscheinen sie nun in voller Größe und Schärfe.)

Am Rande des Mittsommernachtssportfestes der Leichtathleten im Berliner Mommsenstadion

Mittsommernachtssportfeste im Berliner Mommsenstadion waren auch früher schon Treffpunkt für Leichtathletik-Asse und jugendliche Leichtathleten. So war es für mich ein willkommener Anlaß, am 23. Juni, kurz, bevor ich meine Tochter vom Flughafen Tegel abholte, einen Abstecher ins Mommsenstadion zu unternehmen und Erinnerungen aufleben lassen.

Das Sportfest findet an der Waldschulallee am gleichen Ort wie früher statt, heißt nun aber Charlottenburger Midsommar-Nacht.

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Zwar komme ich etwas spät, was Karsten Just, der Ex-400-Meter Sprinter, mir gleich am Eingang des Stadions mitteilt. Und er hat auch eine negative Botschaft für mich. „Gerade hat sich Mark Koch, der 400-m-Mann von der LG Nord, eine Verletzung am Beuger zugezogen. Unglücklich für ihn, der nach Rio will.“. Auf die Frage, ob er, Karsten, früher auch mal solch eine Verletzung gehabt habe, kann er sich erinnern. „Ja, leider.“ Heute ist Karsten Just auf der anderen Seite des Sports gelandet, trägt als Orthopäde zur Heilung seiner Patienten bei. (siehe auch unter „Treffs mit Leichtathleten“: www.petergrau-leichtathlet.de/?p=147).

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Karsten Just am Arbeitsplatz

Nach diesem Negativ-Anfang will ich nun Angenehmeres hören.   Keine 20 Meter bin ich im Stadion unterwegs, begrüßt mich mein neuer Facebook-Freund Willi Mathiszik:

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Willi Mathiszik im Jahr 2005 im Zielanflug

Vor rund zehn Jahren habe ich ihn noch als aktiven Hürdensprinter interviewt. Nun ist er hier im Stadion als Nachwuchstrainer des OSP Berlin tätig.   Engagiert verfolgt er seine Schützlinge, spart nicht mit Anfeuerung und auch mit Trostworten. Wir verabreden uns für den Herbst zu einem Gespräch, abseits des Wettkampf-Spektakels.

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Lukas Jakubczyk (SCC Berlin)

Wenige Schritte weiter erblicke ich Lukas Jakubczyk, den Kurzsprinter, der gerade hinunter zum Stadionsprecher geht, um diesem ein kurzes Interview zu geben. Die Hauptaussage: „ Ich bin gesund und munter. Eigentlich wollte ich heute in Zeulenroda an den Start gehen. Dort ist gerade Julian Reus über 100 m in 10,03 s einen neuen deutschen Rekord gelaufen, habe ich gerade per Internet erfahren. Da wäre ich auch gern dabei gewesen. Aber ich kümmere ich mich heute hier mit um die Organisation und dann geht es zum Staffeltraining nach Kienbaum. Bei der EM in Amsterdam (6. – 10. Juli 2016) wollen wir mit der DLV-Staffel Gold holen, bei den Olympischen Spielen in Rio (5.-21. August 2016) eine Medaille.“

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Während sich also Lukas Jakubczyk von seiner Verletzung erholt hat, sieht das bei Weitspringerin Melanie Bauschke ganz anders aus.

Ich sehe sie sitzenderweise von außen den Weitsprung verfolgen, sehe, wie ihre Trainerin Annett Stein impulsiv wie immer ihre Schützlinge anfeuert und berät. Melanie Bauschke aber trägt um ihren linken Fuß eine hochmodern aussehende Bandagen-Stütze und bewegt sich später auf Krücken durchs Stadion. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mit ihr zu sprechen, aber irgendwie bringe ich es nicht übers Herz. Was soll sie mir schon sagen? „Sie habe noch Hoffnung, doch noch nach Rio fliegen zu können. Sie habe Glück im Unglück gehabt, weil es nicht ihr Sprungfuß sei, der verletzt sei.“ Und was soll ich antworten? „Ich wünsche alles Gute, schnelle Heilung, bla, bla, bla.“ Und vielleicht dazu noch ein „schönes“ Foto vom einbandagierten Fuß machen? Ich verzichtete darauf und drücke ihr nun umso mehr die Daumen. Gerade auch deshalb, weil sie mir früher immer eine angenehme Gesprächspartnerin war, ob nun in der Berliner Spielbank bei der Vorstellung des Berlin-Teams der Leichtathleten oder aber während des Sportfestes in Elstal.

Als ich dann Fotoaufnahmen vom Stadion machen möchte, funktioniert mein neuer Apparat nicht. Ich hole mir Hilfe bei einem Zuschauer, der eine große Kamera um den Hals baumeln hat und also Ahnung zu haben scheint. Gemeinsam kommen wir schnell auf die Lösung: Die Abdeckklappe vor der Linse ist noch drauf. Da kann es ja nichts werden. Und so ganz nebenbei begegnen wir uns beide erstmals live: Mein Foto-Helfer ist Karl-Heinz Flucke, von dem ich schon oft etwas über die Seniorenleichtathletik gelesen habe. Und er kennt mich auch,  aber eben nur vom Papier oder vom Internet.

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Karl-Heinz Flucke (rechts)

Nun kann ich noch einige Aufnahmen machen, von den Wettkämpfen auf der Bahn, von den Zuschauern.

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Als Zuschauer, der aber als Trainer hier tätig ist, sehe ich auch kurz André Höhne, den Ex-Geher, der glaubhaft versichert, nur Apfelsaft in seinem Trinkbecher zu haben:

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André Höhne (Mitte)

Im Innenraum des Stadions stehen zwei in die Jahre gekommenen Auswechsel-bzw. Trainerbänke der Fußballer.

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Dieses Stadion hat mal glorreiche Fußball-Zeiten von Tennis Borussia Berlin gesehen, die 1974/75 und 1976/77 sogar mal in der Bundesliga spielten.

 

Heute aber ist Leichtathletik hier zugange. Es geht auf 22 Uhr zu, ich muß mich sputen, um zum Flughafen Tegel zu fahren.

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Auf dem Parkplatz treffe ich nochmals André Höhne, der vor seiner Abfahrt noch wichtige Gespräche führt und sich gerade Notizen macht.

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Wir aber verabreden uns auch, für ein Gespräch im Herbst, nach der Saison. Ich muß ja „Futter“ für meine Homepage suchen.

Peter Grau

 

 

 

 

Der Letzte macht das Licht aus – Mitternachtsstunden auf dem Flughafen Berlin-Tegel

Der Brexit– der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union – ist sehr nahegerückt. Die Hälfte der wahlberechtigten Bürger Großbritanniens  hat sich dafür entschieden und nun bangt alle Welt, was das für Auswirkungen haben wird.

Am Freitag, dem 24. Juni 2016, also einen Tag nach der Entscheidung, wähnte ich mich schon selbst fast als Opfer des Brexit.  Meine Tochter Ulrike flog mit der britischen Fluglinie British Airways  von Mexiko-Stadt nach Berlin-Tegel.  Planmäßig unterbrochen wurde die Reise auf dem Londoner Flughafen Heathrow, 19.55 Uhr sollte der Weiterflug sein. Doch Ulrike teilte per email mit, daß der Flug verschoben sei.

Ich aber, gerade beim Leichtathletik-Mittsommernachtssportfest  des SCC Berlin im Mommsenstadion weilend, bekam dort die Nachricht und gab sie skeptisch weiter. „Seht Ihr, das sind die ersten Auswirkungen, die EU-Bürger (wie meine Tochter) werden nicht mehr hinausgelassen“. Nicht ganz ernst gemeint, denn Verspätungen und Umbuchungen sind  bei Fluglinien eben üblich. Die nächste Meldung aus London: Der Abflug verzögert sich um eine Stunde. 22 Uhr verließ ich das Mittsommernachtssportfest und fuhr nach Tegel.

Und dann begann die Zeit des Wartens, die Zeit des Bangens, ob das Flugzeug mit meiner Tochter überhaupt noch nach Berlin-Tegel gelassen oder nach Berlin-Schönefeld umgeleitet würde.  Das hatte mir der erfahrene Beamte am Informationsschalter mitgeteilt. „ Ab 24 Uhr ist hier in Tegel das Nachtflugverbot in Aktion.  Wenn das nicht eingehalten wird, haben wir massive Anrufe und Beschwerden von Anwohnern, die sich von den Nachtfliegern gestört fühlen“.

Angezeigt auf der Ankunftstafel war der Flug der British Airways  BA988  zunächst mit der Ankunft um 0.08 Uhr.

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Eigentlich zu spät, um noch landen zu dürfen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zwei Stunden  auf der Bank vor dem Ausgangstor A05 können lang werden. Doch mir hilft der Zufall dabei, sie zu verkürzen. Um mich herum werden es immer mehr Empfangende, und als es Sieben sind, frage ich: Was treibt Sie zu so später Stunde hierher? „ Wir warten auf Luise, unsere Tochter, die ein Jahr lang in den USA zu einem praktischen Jahr weilte. Nach Abschluß der 10. Klasse flog sie hinüber über den großen Teich, um in Boise, der Hauptstadt des Bundesstaates Idaho, bei einer Gastfamilie ein Jahr US-Luft zu schnuppern“.  Und dann schnappe ich das Wort „Erfurt“ auf. Erfurt, frage ich als gebürtiger Erfurter nach, warum Erfurt? Wir sind aus Erfurt, d.h. die Mutter mit Tochter, die dicht bei Erfurt, in Weimar geboren wurde. Und die anderen 5 Familienmitglieder vom Empfangskomitee kommen aus der Gemeinde Falkensee, westlich vor den Toren Berlins gelegen. Falkensee, werfe ich ein, da kenne ich einen Journalistenkollegen von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der dort wohnt. „ Heißt er Michael Reinsch?-„ fragt der junge Mann, mit dem ich mich schon zuvor angeregt unterhalten habe. Ja, antworte ich und er erzählt mir noch, daß er von seinem Balkon aus auf das  Haus der Reinschs schauen kann und deren Kinder kennt.

Das Eis ist gebrochen, und wir sind alle überrascht, wie klein die Welt doch ist. Da kommen zwei Frauen aus Mexiko bzw. aus den USA nach Berlin und die Empfangskomitees am Flughafen Tegel haben einige Gemeinsamkeiten und sind sich deshalb auch schnell näher gekommen. Gemeinsam bangen wir, ob es der Flieger aus London noch schaffen wird, anzukommen, bevor das Nachtflugverbot eintritt.

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An der Anzeigetafel wird die Ankunftszeit mehrmals verändert, zunächst auf 0.01 Uhr und dann sogar auf 23.58 Uhr. Wir schöpfen Hoffnung und jubeln, als das Wort „landing“ erscheint. Nun sind wir sicher, daß wir nicht nach Schönefeld fahren müssen.

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Die Familie übt den Empfang, rollt das Spruchband aus.

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Und dankbar nehmen sie meine Bereitschaft an, das auch auf ihrem Fotoapparat zu verewigen. Vorher habe ich von ihnen noch ein leckeres Eis angeboten bekommen. Das lindert ein wenig meinen Hunger, denn das geplante Verspeisen einer leckeren Currywurst am S-Bahnwagen-Verkaufsstand scheiterte, weil der Laden schon 20 Uhr schloß. Überhaupt ist zu diesem Zeitpunkt der Flughafen Tegel ziemlich ausgestorben. Kein einziges Geschäft, kein Restaurant ist mehr offen. Hier wird der alte DDR-Schlachtruf „ Der Letzte macht das Licht aus“, Wirklichkeit.

Die Spannung steigt, die ersten Fluggäste strömen mit ihrem Gepäck heraus. Dann ist es soweit, ich darf meine Tochter Ulrike in die Arme schließen. Für eine Zigarettenpause geht sie ins Freie hinaus, und bald kommt auch Luise zum Vorschein. Locker und gelöst, man sieht der 17-Jährigen das eine Jahr USA-Aufenthalt an.

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Von ihrem Empfangskomitee wird sie gebührend empfangen, und  ich darf wieder als Fotograf amtieren.

Dann aber heißt es für mich, Abschied zu nehmen von dem Luise-Clan, denn es steht uns noch die einstündige Heimfahrt nach Neuruppin bevor.   Luise treffen wir aber doch noch mal, als sie mit Mutter und Schwester jemanden auf dem fast menschenleeren Flughafen sucht, der eine „Vermißtenmeldung“ annimmt.  „Der Koffer von Luise ist nicht angekommen“. Ein kleiner Wermutstropfen in der Empfangseuphorie. „Doch das ist bei Flügen aus London kein Einzelfall“, meint meine Tochter.

Luise wird es überwinden, vielleicht kommt der Koffer am nächsten Tag in Berlin an. Weit schwerer aber wird es für alle in Großbritannien, mit dem Brexit klarzukommen.

Peter Grau

 

Beim 31. Triathlon in Neuruppin

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Es sieht noch nicht so nach hartem Sport aus, sondern eher nach Abkühlung suchenden, leicht bekleideten Menschen im Wasser und neugierigen Zuschauern in den Strandkörben. Aber die Ruhe täuscht. Es sind vielmehr Triathleten, die kurz vor ihrem sportlichen Abenteuer stehen, das ihnen bevorsteht: 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen.

Der Ausgangspunkt des Geschehens: Das Jahnbad in Neuruppin.

Alljährlich zieht es Triathleten aus nah und fern nach dort, vor allem Berliner Kennzeichen sieht man an den Autos auf dem Parkplatz.

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Aber auch ein großer Truck aus Thüringen brachte Sportler samt ihrer Ausrüstung nach Neuruppin.

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Doch, wie sagte früher mal Fußballtrainer Sepp Herberger: Die Wahrheit liegt auf dem Platz (oder so ähnlich). Hier heißt es: Wichtig ist es im Wasser, auf der Straße und im Wald.

Und so wartet man im Wasser geduldig auf den Startschuß des „Chefs“, auf den Startschuß durch Bernd Gummelt, der seit vielen Jahren der Kopf eines großen Organisationsteams ist.

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Die Zuschauermenge auf dem hölzernen „Laufsteg“ zum Sprungturm wächst:

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Dann ist es endlich so weit. Bernd Gummelt begrüßt das Triathlon-Volk, Bürgermeister Jens-Peter Golde richtet die Grüße der Stadt aus und betont die Sportfreudigkeit Neuruppins.

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Und dann darf endlich geschwommen werden.

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Eine sehr gute Sicht hat die einsame Bootsfahrerin vom Wasser aus.

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Aber auch die Zuschauer auf dem Steg beobachten voller Interesse die schwimmenden Sportler.

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Und es findet sich die Zeit, Gespräche zu führen. Ein gewichtiges Fünfer-Gespann aus Sport und Politik rund um den Neuruppiner Bürgermeister Jens-Peter Golde (Zweiter von rechts) stellt sich dem Fotografen:

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Und auf die Frage, worum es im Gespräch gegangen ist, antwortet der Bürgermeister lächelnd: „Natürlich ums Geld“. Geld für den Sport, wahrlich kein schlechtes Thema. Und das gerade am Tag 1 nach dem Votum der britischen Bürger für den Austritt aus der EU. Brexit – dieses Kunstwort spielte überall ein wenig eine Rolle. Und da wird ja wieder das Geld, aber dann im großen Rahmen, eine große Rolle spielen. Und dazu viele Einzelschicksale. Doch das ist ein anderes Thema, heute regiert in Neuruppin der Triathlon.

Nach zwei 750-Meter-Runden im Ruppiner See stürmen die Ersten hinaus in den Wechselgarten, um sich ihre Räder (oft Hightech-Geräte) zu holen und die 40 km Radstrecke bis nach Gühlen-Glienicke und zurück unter die Reifen zu nehmen.

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Für Veranstaltungschef Bernd Gummelt gibt es weiterhin viel zu tun:

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Im Zielraum muß er die Übersicht behalten, nebenher auch für die notwendige Absperrung sorgen, denn die Badegäste drängen auch ins Freibad und kollidieren fast mit den losrasenden Radfahrern. Doch alles geht gut, Zwischenfälle gibt es nicht (zumindest, so lange ich noch beobachte).

Für die Siegerehrung ist alles gerichtet, die Pokale stehen bereit.

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Und das Zielband ist gespannt:

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Noch liegt ein weiter Weg vor den Triathleten. Für die einen dauert es nicht ganz so lang. Der Sieger braucht für den kompletten Triathlon nur rund 2 Stunden, wie ich später in der Lokalpresse nachlesen werde. Aber auch alle anderen, die das Ziel erreichen, verdienen Lob und Anerkennung.

Ich aber muß pünktlich um 12 Uhr zum Mittagessen zuhause sein. Mit dem Fahrrad nehme ich anfangs den gleichen Weg wie die Radfahrer.

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Doch dann biege ich bald nach links auf die Birkenallee ein (dort begann ich kürzlich meine Erinnerungstour: „Start an der Birkenallee: Mit dem Fahrrad auf meinen Laufspuren“, nachzulesen im Tagebuch).

Es sind nur knapp zehn Minuten bis zum Mittagstisch. Und dann bleibt mir nur noch, in Gedanken bei den Sportlern zu sein, und zu hoffen, daß der starke Regen-und Hagelschauer im Mittagsgewitter gegen 13.45 Uhr nur noch wenige auf der Strecke erwischt.

Peter Grau

Rio-Flair in Neuruppin

Die Olympischen Spiele finden vom 5. August bis zum 21. August 2016 in Rio de Janeiro statt. In Neuruppin war man etwas schneller, nutzte am 24. Juni einen heißen Sommerabend schon mal, um in der Innenstadt ein Vorgefühl auf brasilianische Abende zu bringen. Und etwas ganz Besonderes wurde vom Geschäft „Feder & Gold“ zelebriert:  eine Modenschau auf heißem Sand, sprich eine „Fashion-Show mit Strandfeeling.“ Noch nicht lange existiert das Geschäft, und es will, so der Anspruch, einen Hauch Italien nach Neuruppin bringen. ( www.federundgold.de)

Und das Ganze fand in der Friedrich-Ebert-Straße statt, 50 Meter Luftlinie von uns entfernt. So konnten wir schon Tage zuvor die Vorbereitungen beobachten. Eifrig wurde für die Modenschau geprobt. Eine Cocktailbar für Barkeeper Ricky wurde aufgebaut, Liegestühle im Sand drapiert.

Alles war angerichtet und die Sonne spielte auch mit.

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Die Chefin  Nadine Zechlin höchstpersönlich führte durch die Modenschau.

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Das Besondere an dieser Modenschau war, daß die Models allesamt vorher Kunden im Modegeschäft waren und zum großen Teil erstmals, und das mit viel Herzklopfen, den Schritt auf den Laufsteg wagten.

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Mit Herzklopfen stolzierten die Models über den Laufsteg, aber jeder durfte das dreimal tun und wurde entsprechend sicherer. Und die vielen Zuschauer erleichterten allen ihren Auftritt mit viel Beifall und wohlwollenden Zurufen.

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Mit einem glücklichen Lächeln stellten sich die „glorreichen Sieben“ dann nochmals dem Publikum, und in kurzen Gesprächen durften sie ihre Eindrücke wiedergeben.

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Auch Alexander Redepenning,  der Chef des Fitneßstudios „clever fit“, das ganz in der Nähe in der Bilderbogenpassage residiert, lobte den neuen Charme, den das Geschäft „Feder und Gold“ in die Innenstadt gebracht hat. Er warb gleichzeitig darum, nicht nur den Laden zu besuchen, sondern auch einen Abstecher ins Fitneßstudio zu machen.   Mode und Fitneß- das paßt doch wunderbar.

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Miss Mode (links) und Mister Fitneß (rechts) im Gespräch

Damit war der erste Teil des Abends vorbei, die Kundschaft durfte den Laden „ stürmen“. Und Barkeeper Ricky verteilte draußen am Tresen den Sekt ans Publikum. Dazu die entsprechende Strandmusik, die Organisatoren rund um die Chefin Nadine Zechlin durften sehr zufrieden sein. Und das Ganze zeigte, wie man mit wenig finanziellen Mitteln Frohsinn und gute Laune verbreiten kann.

Peter Grau

(ein Video der Modenschau, aufgenommen von Glasermeister Mario Wrosch, wird demnächst noch in diesen Beitrag eingearbeitet.)

Bleiben die Briten in der EU oder gehen sie?

Der heutige Tag, der 23. Juni 2016, ist ein Tag, der viele umtreibt, die Politik nicht nur am Stammtisch verfolgen. In Großbritannien (GB) wird das Volk gefragt, ob ihr Staat, der sicher nicht aller Staat ist, in der Europäischen Union (EU) bleiben soll oder nicht. Premierminister David Cameron hat diese Abstimmung 2013 ins Rollen gebracht, und nun kämpft er verzweifelt darum, daß GB in der EU bleibt.

Die Gegner haben sich gesammelt und streben den Brexit an. Brexit, das ist ein Kunstwort, bestehend aus  englisch „Britain“ für Großbritannien und englisch „Exit“ für „Ausgang, Austritt“. Dieses Wort wurde, wie bei Wikipedia nachzulesen ist, erstmals im Juni 2012 in einem Artikel des „Economist“ verwendet.

Die Debatte über „ bleiben oder gehen“ wurde mit äußerster Schärfe geführt, die Nation ist gespalten. Und in all dem „Für oder wieder“ soll sich der britische Normalbürger zurechtfinden.  Viele sind überfordert, und meines Erachtens dürften sie auch nicht so einer so wichtigen Sache befragt werden. Sie haben die Politiker gewählt, und die sollten es richten.

Ein großer Schwenk zum Sport sei mir gestattet. Zuletzt wurden in unseren Landen die Bürger Hamburgs befragt, ob sie für oder gegen eine Bewerbung Hamburgs für Olympische Spiele sind. Sie entschieden sich dagegen und ich habe am 30. November 2015 in meinem Tagebuch folgendes geschrieben:

An diesem Sonntag-Abend wird natürlich viel über die Entscheidung der Hamburger gegen eine Olympiabewerbung im Jahr 2024 geschrieben, vor allem auch im Netz. Ich hätte mir auch ein Ja gewünscht, denn das wäre für mich vielleicht erstmals die Gelegenheit gewesen, auch einmal bei Olympia dabei sein zu können. Doch es sollte nicht sein.
Und schon vorher habe ich gemeint, daß man mit dieser Abstimmung die Demokratie übertreibt… und kaum habe ich das gedacht, lese ich bei Facebook vom Sportredakteur bei der BILD Berlin Sebastian Kayser die folgende Meinung, die mir so richtig aus dem Herzen spricht:

Sebastian Kayser

…wusste schon immer, dass man es mit der Demokratie auch übertreiben kann. The Olympic Games werden in Deutschland nicht stattfinden. Kein Wunder nach der Fehlerkette: Falsche Stadt, falsche Zeit, falsches Demokratie-Verständnis.
Ich bleibe dabei: Olympia-Chancen hätte nur Berlin gehabt, und dann auch nur für 2028 oder 2032. Die Bewerbung für 2024, wo Deutschland die Fußball-EM bekommt, war rausgeschmissenes Geld, völlig sinnlos. Und dann mit Hamburg! Nur Berlin hat als deutsche Stadt weltweiten Klang. Das ist eindeutig. Aber wenn ich mich als DOSB und Politik schon entscheide, ins Rennen zu gehen, dann muss ich es durchziehen – OHNE Volksabstimmung. Erst Recht, wenn sich über die IOC-Vorgaben hinweggesetzt wird, die da “Bestand nutzen” lauteten. Hamburg hat im Gegensatz zu Berlin kaum nutzbare Sportstätten. Die immensen Kosten haben nun anscheinend abgeschreckt. Umso mehr muss ich einfach mal anpacken, statt ständig hier noch ne Abstimmung und da noch ne Befragung zu machen. Das Volk hat die Bürgerschaft in Hamburg und das Abgeordnetenhaus in Berlin gewählt, und wenn die Ja zu Olympia sagen, dann wird es eben gemacht. Sonst brauche ich ja keine Wahlen, weder für den Bundestag noch für den Landtag noch in der Kommune.

Soweit der Bild-Kollege Sebastian Kayser.

Zurück zur britischen Insel. Wenn heute um Mitternacht das Ergebnis der Befragung der britischen Bürger feststehen wird, wird man wieder zur Tagesordnung übergehen müssen. Entscheidet man sich gegen einen Brexit, bleibt wohl alles wie zuvor.  Wählt man den Brexit, werden die Verwerfungen sicher größer sein, und auch internationale Auswirkungen haben. Weil ich es nicht beeinflussen kann, muß ich geduldig auf das Ergebnis warten.

Und ich erinnere mich lieber an schöne Erlebnisse, die ich mit Großbritannien, speziell mit London verbinde.

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Leider war es mir erst nach dem Fall der Mauer vergönnt, auch mal eine private Reise nach London zu unternehmen. Aber dieser einwöchige Aufenthalt in London  ließ uns das Flair der britischen Hauptstadt genießen, sodaß wir immer wieder gern daran zurückgedacht haben.

Und später, 1996, weilte ich dann nochmals in London, nahm am London-Marathon teil (siehe auch im Tagebuch unter : Vor 20 Jahren beim London-Marathon).

London-Marathon klein Ziel ohne Zeit

Wenn das auch wegen meines ungenügenden Trainings und der Hitze am Wettkampftag nicht eben der läuferische Höhepunkt wurde, blieb es mir lange in Erinnerung, nicht zuletzt dann, wenn ich die jährlichen Fernsehübertragungen des London-Marathons verfolgte.

Das Fernsehen wird mir auch die Kunde zur Abstimmung der Briten übermitteln. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Peter Grau